Die Raumstruktur in Ludwig Tiecks Runenberg


Seminararbeit, 2003
8 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Analyse der Raumstruktur

1 Erzählebenen
1.1 Erzählter Raum
1.2 Erzählraum
1.3 Raumkonzept

2 Interpretationsansätze

Einleitung

Im Folgenden soll eine Analyse der Raumstruktur von Ludwig Tiecks Erzählung „Der Runenberg“ vorgenommen werden. Dieser Untersuchung liegt das Modell der Erzähltextanalyse von Kahrmann/Reiss/Schluchter und daraus der Teil „Raum als Begriff der Erzähltextanalyse“ zu Grunde. Im zweiten Teil folgen dann – unter Berücksichtigung der Ergebnisse der vorangegangenen Analyse und in Bezug auf den räumlichen Aufbau der Erzählung – allgemeine Interpretationsansätze.

Analyse der Raumstruktur

1 Erzählebenen (Kommunikationsniveaus)

1.1 Erzählter Raum (N1)

Die Räume im „Runenberg“ sind ausschliesslich der „Welt der erzählten Figuren“ (Kahrmann/Reiss/Schluchter) zugehörig und werden primär durch Erzählerrede, aber z.T. auch durch Figurenrede konstituiert.

Hierbei lässt sich festellen, dass Tieck eine klare Zuordnung der Figuren zu den zwei Ebenen des erzählten Raumes vorgenommen hat:

Die geheimnisvolle Schöne des Runenbergs ist Teil der wilden, zerklüfteten Gebirgswelt, ebenso wie der Fremde, der sich mit den Erzen beschäftigt und Christian auf den Runenberg aufmerksam macht. Auf einem „gebahnten Weg“ (S.35/ Z.1), der vielleicht eine schicksalartigen Determinationsweg symbolisiert gelangt er in die Ebene. Er kommt in Berührung mit der zivilisierten, kultivierten Welt des Dorfes, das auf der Ebene liegt. In ihr ist Elisabeth eingegliedert, ebenso wie ihr Vater, der Gärtner. Christian wird mit der Heirat Elisabeths Teil dieser Welt. Zweimal – mit der Ankunft des Fremden im Dorf und der mysteriösen Erscheinung der Alten – nimmt die „Bergwelt“ Einfluss auf die „Dorfwelt“, und verursacht dabei die Zerissenheit Christians, seine Goldgier, seinen wirtschaftlichen Niedergang und letztendlich sein Verfallen ins Irrsinnige und sein Auszug aus dem Dorf. Bei der rätselhaften Rückkehr am Ende der Erzählung findet Christian keinen

Bezug mehr zwischen sich und seiner Familie und der „Dorfwelt“ überhaupt.

1.2 Erzählraum

Der Erzählraum als „räumliche Dimension (...) [der]* fiktiven Erzählsituation“ (Kahrmann/ Reiss/ Schluchter) ist bei der „Runenberg“ – Erzählsituation nur in einer Situation anzutreffen: Als Christian zu Beginn der Erzählung, nachdem er den Fremden getroffen hat, seine Lebensgeschichte zu erzählen beginnt. Hierbei handelt es sich bei dem Erzählraum um den Wald unterhalb des Gebirges und des Runenbergs, den man als „Grenzgebiet“ zwischen den beiden antagonistischen Welten der Erzählungen sehen kann. Nimmt man das an, lässt sich im Sinne einer raumgebundenen Interpretation eine Ungewissheit oder auch Unbestimmtheit in Christians Charakter feststellen, da er in dieser Situation, sein Leben rekapitulierend, sich gerade, in einem Zwischenraum zwischen den Welten befindet. Erst danach weist ihm der Fremde den Weg zum Runenberg und Christian wird von der Macht der Runenbergfrau angezogen.

1.3 Raumkonzept

Im „Runenberg“ lässt das Raumkonzept als „Konzept für die Gesamtheit der Darstellung von Raum und Raumverhältnissen“ (K./ R./ S.) enge semantische Verknüpfungen der Räume und Raumverhältnisse mit den Grundmotiven der Erzählung erkennen. Die Raumstruktur lässt die Schaffung bzw. Hervorhebung einer antagonistischen Separation der beiden Welten der Erzählung durch die Parallele zwischen räumlicher und semantischer Trennung erkennen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die Raumstruktur in Ludwig Tiecks Runenberg
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
PS I: Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
8
Katalognummer
V10055
ISBN (eBook)
9783638166089
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Raumstruktur, Ludwig, Tiecks, Runenberg, Einführung, Neuere, Deutsche, Literaturwissenschaft
Arbeit zitieren
Robert Scheele (Autor), 2003, Die Raumstruktur in Ludwig Tiecks Runenberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10055

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