Theoretische Grundlagen und Forschungsfrage


Hausarbeit, 2000
10 Seiten, Note: 2.3

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Theoretische Grundlagen und Forschungsfrage

I. Einleitung

Auf Grund der bevorstehenden Absolventenstudie 2001 im Fachbereich Soziologie ist es wohl anfangs sinnvoll, einige Theorien bzw. Hypothesen festzulegen, die es anschließend zu testen gilt. Mit der Festlegung solcher Hypothesen kann man sich grundlegende Fragen darüber, was man eigentlich wissen beziehungsweise erforschen möchte stellen, und nachfolgend zum Beispiel in einem Fragebogen als Untersuchungsform erheben. Allerdings muss man, angeleitet durch praktische Probleme, Ideen oder wissenschaftliche Literatur ein Forschungsproblem formulieren und auch definieren können. Daraus ergeben sich dann deskriptive Fragestellungen oder Hypothesen. In dieser Arbeit wollen wir uns mit einigen Hypothesen beschäftigen und eventuelle Fragen, die sich aus den meisten Hypothesen für uns ergeben haben in den Raum stellen.

In unserem Fall möchten wir nun zum einen auf die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt eingehen.

In vielen Berufszweigen wurde Geschlechtersegregation schon nachgewiesen und nun ist es auch für uns von Interesse, ob dies im selben Maße auch für die Soziologen und Soziologinnen zutrifft. Im Gedanken daran ist aufgefallen, dass Frauen häufig auf weniger Berufe konzentriert sind als Männer. Das würde zum Beispiel nahelegen, dass Männerberufe offensichtlich unzugänglicher sind für Frauen.

Auch gibt es Unterschiede in der Geschlechtersegregation, nämlich zum einen die horizontale Segregation und zum anderen die vertikale Segregation. Horizontale Segregation bedeutet in diesem Falle, die Besetzung unterschiedlicher Tätigkeitsfelder von Frauen und Männern, wobei die vertikale Segregation von unterschiedlichen hierarchischen Positionen innerhalb des Tätigkeitsfeldes ausgeht.

Zum Anderen möchten wir uns die Netzwerke näher betrachten, die scheinbar einen großen Einfluß darauf haben, wie schnell man in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen wird. Unter Netzwerken versteht man ganz allgemein, lose und informelle Beziehungen zwischen Menschen. In unserem Fall wären das dann Beziehungen zum Arbeitsmarkt schon während des Studiums. Diese Verbindungen können zum Beispiel durch Praktika und Nebenjobs entstehen.

II. Geschlechtersegregation

Im Rahmen der Geschlechtersegregation ergibt sich für uns nun folgende Überlegung.

Obwohl gerade die Soziologie sich mit strukturierten sozialen Ungleichheiten beschäftigt und diese versucht zu erkennen und zu beheben, gehen wir davon aus, dass selbst in diesem Bereich eine große Ungleichheit herrscht, nämlich die, dass Frauen trotz Emanzipation und Modernisierung immer noch schlechter bezahlt werden als Männer.

Einen Grund hierfür zeigt die Humankapitaltherorie auf, die besagt, dass Frauen scheinbar weniger in ihre Ausbildung investieren als Männer.

Da Frauen in ihrem Berufsleben auch die Familienplanung mit einbeziehen müssen, sind sie meist dazu gezwungen Berufe zu wählen, die ihnen zum Einen eine solche Planung ermöglichen und zum Anderen auch den Wiedereinstieg nach eventuellen „Babypausen“ ins Berufsleben erleichtern. Denn leider ist es heute immer noch so, dass die Kindererziehung überwiegend von den Frauen übernommen werden muss, da es den Männern so gut wie nicht möglich ist einen Erziehungsurlaub in Anspruch zu nehmen, obwohl ihnen dies gesetzlich zustehen würde. Daraus ergeben sich für die Frau im Regelfall nur Möglichkeiten solche Berufe zu wählen, die weniger hoch dotiert sind, weil sie mit einer geringeren Abschreibung des Humankapitals einhergehen. Es gilt also zu testen, ob das auf die weiblichen Absolventen zutrifft. Arbeiten sie tatsächlich in Zweigen der Soziologie, weil es da einfach ist zu pausieren und sie aus dem Zwang heraus deshalb auch weniger in ihre Ausbildung investieren?

Unserer Meinung nach, kann man allerdings aus heutiger Sicht davon ausgehen, dass durch die Bildungsexpansion, um nur einen Punkt zu nennen, die Humankapitaltheorie nicht mehr zutreffend ist. Schließlich kann man erkennen, dass der Frauenanteil an den Hochschulen, wie Statistiken beweisen, ziemlich stark angestiegen ist. Das bedeutet, Frauen investieren heute durch längere Ausbildungszeiten genauso viel in ihr Humankapital wie Männer. Es gibt demzufolge keinen Unterschied in der Ausbildungszeit beider Geschlechter. Ausgehend auch von anderen Schulsystemen liegt der Schluss nahe, dass wir Frauen im Studium den gleichen Anforderungen unterliegen und ihnen genauso gerecht werden müssen wie Männer, denn im Rahmen der Prüfungsordnung ist es doch für die Ergebnisse völlig irrelevant, welches Geschlecht man besitzt. Somit kann die Humankaptialtheorie also nicht mehr als Basis für unsere Hypothese weiter in Betracht gezogen werden, da Frauen heutzutage ebensoviel Zeit und Kraft in ihre Ausbildung investieren und es müsste sich in der Studie zeigen, dass Frauen keinerlei Rücksicht auf Investitionskosten nehmen. Wir müssen uns also einer weiteren Theorie annehmen, um die Hypothese der strukturierten sozialen Ungleichheit sinnvoll zu bedenken.

Dazu wollen wir die Sozialisationstheorie näher betrachten. Sie sieht zum Beispiel den Grund für die berufliche Segregation in der Primärsozialisation von Männern und Frauen. Das heisst Männer und Frauen lernen im Laufe ihres Lebens Verhaltensweisen, die ihrem Geschlecht, aus Sicht der Gesellschaft angemessen erscheinen. Dies überträgt sich dann auch auf die Berufswahl, was zur Folge hat, dass Frauen solche Berufe besetzen, welche mit den gesellschaftlichen Vorstellungen der Rolle einer Frau am ehesten vereinbar sind. Leider besteht die heutige Sozialisation nach wie vor darin, dass, bedingt durch die moderne Gesellschaft, für Mädchen immer noch Familie, Kinder und auch Erziehung im Vordergrund stehen. Deshalb liegt es für Frauen auch nahe sich solchen Berufen zuzuwenden, in denen diese Fähigkeiten gebraucht werden, da sie diese schon besitzen. Dies wären dann sogenannte familiennahe Berufe, wie zum Beispiel Krankenschwester oder Kindergärtnerin. Das sind leider aber genau die Berufe, die in der Regel wenig Prestige besitzen und deshalb auch schlecht bezahlt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beratungstätigkeit am ehesten als weibliche Berufe anzusehen. Es wäre nun zu klären, ob in unserer Absolventenstudie sich tatsächlich vermehrt Frauen in diesen Berufsfeldern befinden und ob diese auch wirklich schlechter bezahlt sind. Im Vergleich dazu müssten sich dann aber im Bereich Forschung und Datenerhebung, Tätigkeitsbereiche die wir als eher männerdominierend auf Grund der Sozialisation ansehen, mehr Männer ansiedeln und diese Tätigkeiten müssten eigentlich auch besser bezahlt sein, weil sie gegebenenfalls auch mit einem höheren Prestige verbunden sind. Ein gutes Beispiel, was uns dazu eingefallen ist, wie schon oben angeführt, ist der Beruf der Kindergärtnerin. Es gibt doch nur sehr wenige Männer, die sich in diesem Beruf etablieren wollen, weil die Kindererziehung für den Mann, ausgehend von der Sozialisationstheorie, nicht vorgesehen ist.

Ein weiterer Ansatzpunkt den wir in unsere Überlegung mit einbringen möchten ist der Crowdingeffekt. Jener besagt, dass als Voraussetzung eine Diskriminierung in der Beschäftigung gilt, d.h. es sind nicht alle Berufsfelder für Frauen sozusagen offen. Dies hat zur Folge, dass alle Frauen sich auf die für sie verbliebenen Berufe konzentrieren. Dadurch entsteht ein Überangebot an Arbeitskräften in diesen Bereichen und auf Grund dessen sinkt schließlich das Lohnniveau. Weiterhin bevorzugen überwiegend Frauen eine Teilzeitbeschäftigung, was wieder ein Grund der Sozialisation sein kann. Somit tritt ein Überangebot an weiblichen Arbeitskräften für Teilzeitbeschäftigungen auf, was ebenfalls zu einer Senkung des Lohnniveaus führen könnte.

In Anbetracht dessen stellt sich nun für uns die Frage, ob der allgemeine Crowdingeffekt auch bei Soziologieabsolventen auftritt. Bei unserer Beobachtung fällt auf, dass im momentanen Soziologiestudium sehr wohl mehr Frauen als Männer anzutreffen sind, und das kann man anhand eines Fragebogens sicherlich auch beweisen. Gehen wir davon aus, dass unsere Beobachtungen richtig sind, gilt es zu untersuchen, ob der Beruf der Soziologin gemäß dem Crowdingeffekt schlechter bezahlt ist als andere Berufe.

Unserer Meinung nach sollte sich dabei zeigen, dass momentan sehr wohl mehr Frauen im Bereich der Soziologie tätig sind und somit aber auch ein Überangebot an Soziologinnen auf dem Arbeitsmarkt vorherrschen muss. Aus dieser Überlegung heraus ergibt sich für uns sogar die Feststellung, dass das Einstiegsgehalt für den eher frauendominierenden Beruf Soziologie allgemein geringer sein müsste als für männerdominierende Berufe.

III. Netzwerke

Wie schon in der Einleitung angedeutet, scheint den Netzwerken eine große Bedeutung im Bezug auf das spätere Berufsleben zuzukommen. Eine Grundlage für ein gut funktionierendes Netzwerk können zum Beispiel Praktika und Nebenjobs, die mit der gewählten Ausbildung in Verbindung stehen, sein. Wie aus zahlreichen anderen Studien hervorgeht, haben Absolventen mit Praktikumserfahrung wohl bessere Chancen schnell eine feste Anstellung zu bekommen, als solche ohne Vorkenntnisse im Berufsleben. Man kann also davon ausgehen, dass mit Hilfe eines Praktikums Netzwerke auf- und ausgebaut werden können, das heisst, es werden mehrere Beziehungen zu Menschen geknüpft, die für das Berufsleben von Bedeutung sein könnten.

Wir nehmen daher an, dass durch das Absolvieren eines Praktikums schon erste Kontakte zu einem möglichen späteren Arbeitgeber geknüpft werden. Aber auch umgekehrt kann der Arbeitgeber Verbindungen zu einem möglichen Arbeitnehmer erstellen. Auf Grund eines solchen Praktikums, welches vielleicht auch nicht ohne Vorüberlegungen angeboten wird, kann der Arbeitgeber schon zu Beginn erste Eindrücke über sogenannte Schlüsselqualifikationen, zum Beispiel Pünktlichkeit, Schnelligkeit, Teamfähigkeit, Leistung und Auffassungsgabe, erhalten. Gilt es nun später einmal einen Posten zu besetzen, so erinnert man sich vielleicht an einen ehemaligen Praktikanten. War der Arbeitgeber zufrieden, dann könnte es wahrscheinlich sein, dass er den ehemaligen Praktikanten einstellt, da er diesen eventuell einschätzen kann und sich schon von bestimmten Qualifikationen überzeugen konnte. Es ist außerdem möglich, dass er dann eventuell den ehemaligen Praktikanten einem fremden Bewerber vorziehen könnte. Natürlich muss dafür ein beidseitiges Interesse vorliegen. Die logische Folge daraus wäre auf jeden Fall aus der Sicht des Absolventen, je mehr Praktika man selbst in verschiedenen Betrieben absolviert hat, desto größer ist die Chance schnell eine feste Anstellung zu finden, da die Möglichkeit bestand mehr Netzwerke aufzubauen.

Auch die Größe der Netzwerke spielt bei unserer Betrachtung eine erhebliche Rolle, da ja für den Absolventen und späteren Arbeitnehmer somit mehr Angebote zur Verfügung stehen, was gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass beim Eintritt ins Berufsleben genau das gesucht wird, was man in Praktika erlernt hat und kann.

Ebenso kann man sich spezielle Qualifikationen aneignen, wie Arbeitsabläufe, Betriebsstruktur und die innerbetriebliche Bürokratie. Damit hat man den Vorteil, sich im Betrieb sozusagen auszukennen und kann sich leichter einfügen, was ein ausschlaggebendes Argument für den Arbeitgeber sein könnte, den ehemaligen Praktikanten anderen Neueinsteigern vorzuziehen.

In der geplanten Studie müssten somit die Absolventen mit Praktikumserfahrung schneller eine feste Anstellung finden, als diejenigen, die keine Praktika durchlaufen haben. Auch müsste sich zeigen, dass die Größe der Netzwerke wichtig ist und darauf hin Absolventen mit mehr Praktikumerfahrung bessere Chancen auf eine Anstellung haben, als wiederum solche mit nur wenigen oder nur einem Praktika/ Praktikum, denn es bestand die Möglichkeit ein wesentlich größeres Netzwerk aufzubauen.

Allerdings gibt es auch noch andere Wege, Netzwerke aufzubauen, zum Beispiel den durch einen Nebenjob während des Studiums, der eventuell auch noch mit der Ausbildung im Zusammenhang steht.

Hier stellt sich allerdings zuerst die Frage, nach welchen Kriterien Studenten sich einen solchen Nebenjob aussuchen. Steht hierfür der spätere Berufswunsch im Vordergrund, ist die Bezahlung vielleicht nur ausschlaggebend oder können vielleicht sogar beide Kriterien miteinander vereint werden. Normalerweise ergibt sich für viele Studenten doch eigentlich das Problem, dass sie auf einen Nebenverdienst angewiesen sind, um sich das Studium in einer gewissen Weise zu finanzieren. Daraus folgt eigentlich automatisch der Zwang nach dem Kriterium der Bezahlung zu entscheiden und weniger nach der späteren Berufstätigkeit. Allerdings könnte es aber auch diverse Fälle geben, in denen sich beides verbinden lässt. Gerade während des Soziologiestudiums müsste dies möglich sein, da sich die Soziologie glücklicherweise auf sehr viele verschiedene Gebiete erstreckt und viele Berufssparten abdeckt. So kann man zum Beispiel im Bereich Marktforschung, Datenverarbeitung oder in einer Unternehmensberatung, um nur wenige zu nennen, arbeiten. Dies sind dann Tätigkeiten, welche zum Teil sehr gut bezahlt sind, aber auch oft gerade auf Studenten zugeschnitten sind. Viele Betriebe bieten somit die Möglichkeit an, studiennahe Aufgaben zu übernehmen und gleichzeitig eine angemessene Entlohnung dafür zu erhalten. Als Beispiel hierfür dient der Nebenjob in einer Unternehmensberatung im speziellen Bereich Research. Hier werden überwiegend Marktforschungen vorgenommen, wofür die Grundlagen aus dem Soziologiestudium unwahrscheinlich nützlich sind und die Theorie dadurch gleich in der Praxis angewandt werden kann. Erforderlich sind zum Einen Statistik-, und Volkswirtschaftskenntnisse und zum Anderen ist die empirische Sozialforschung von großer Bedeutung. Dadurch können große Erfahrungen gesammelt werden und es ist zudem ein gut bezahlter Nebenverdienst, der zusätzlich dem Niveau eines Studenten entspricht.

Auch auf diesem Wege können schließlich Netzwerke auf- und ausgebaut werden, was eine Grundlage für den späteren Berufseinstieg darstellt. Wie auch bei den Praktika werden bei einem studiennahen Nebenjob gewisse Erfahrungen gesammelt und spezielle Qualifikationen erlernt, die nach Beendigung des Studiums und bei der Arbeitsuche hilfreich sein können. Vielleicht besteht durch den Nebenjob sogar die Möglichkeit im selben Betrieb eine feste Anstellung zu bekommen, da das Arbeitgeber-, Arbeitnehmerverhältnis bereits vertraut ist. Man hat also dadurch entscheidende Vorteile gegenüber anderen Bewerbern beziehungsweise Absolventen.

IV. Schluss

Wir vermuten, dass die Ergebnisse zur Hypothese der Geschlechtersegregation positiv ausfallen wird, das heisst es wird sich zeigen, dass Frauen auch in diesem Bereich weniger verdienen als Männer. Unserer Meinung nach hat dies mehrere Gründe.

Soziologie scheint ein sogenannter Frauenberuf zu sein, was sich daran zeigt, dass im Studium bedeutend mehr Frauen anzutreffen sind. Durch die Primärsozialisation drängen Frauen somit in diesen Studiengang, weil sie gelernt haben, sich geschlechtsspezifisch zu verhalten. Erschwerend kommt dazu noch der Crowdingeffekt. Dadurch, dass so viele Frauen in diesem Berufsfeld konzentriert sind, herrscht ein Überangebot. Dies hat zur Folge, dass die Löhne sinken. Diese beiden Ursachen führen somit unserer Meinung nach dazu, dass auch im Soziologiebereich Frauen weniger verdienen als Männer.

Auch im Bereich der Netzwerke erwarten wir ein positives Ergebnis, das heisst, je mehr Netzwerke ein Absolvent hat, desto schneller wird er eine feste Anstellung finden können. Durch Praktika und studienorientierte Nebenjobs werden Netzwerke zur zukünftigen Arbeitswelt aufgebaut. Sie ermöglichen später einen eventuell leichten Einstieg, weil Arbeitgeber meistens solche Personen bei der Einstellung bevorzugen, die sie schon kennen. Diese Bewerber sind nämlich mit den Arbeitsabläufen und der Betriebsstruktur bereits vertraut.

Ein letzter abschließender Gedanke von uns, ergab sich aus einer Diskussion auf Grund dieser Arbeit.

Das Thema, dass Frauen immer noch und wahrscheinlich auch noch längere Zeit den Männern gegenüber benachteiligt sind, haben wir zum Anlass genommen, uns auch mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Dabei haben wir festgestellt, dass noch vor ca. 200 die Rolle der Frau ganz klar von der Gesellschaft definiert war. Ihr Aufgabenbereich umfasste ausschließlich die Erziehung der Kinder, Pflege der Familie und Führung des Haushaltes.

Mit Beginn der Industrialisierung erfuhr die typische Frauenrolle eine prägende Änderung. Ihre Arbeitskraft beschränkte sich nicht mehr nur auf den Bereich der Familie, sondern viele Frauen mussten während dieser Zeit auch zum Familienbudget beitragen und deshalb in der stark anwachsenden Industrie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Allerdings wurde hier schon zwischen Männer-, und Frauentätigkeiten unterschieden, was sich ebenso im Verdienst abzeichnete. Durch diese Industrialisierung hat sich ein gewisses gesellschaftliches Bild entwickelt, welches im groben Sinne bis heute beibehalten wurde.

Die weitere Entwicklung der Rolle einer Frau in der Gesellschaft wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts nochmals stark durch die Emanzipation und auch durch die Modernisierung geprägt. Seit dieser Zeit treffen wir Frauen in fast allen Berufssparten an. Es ist den Frauen nun, wenn auch anfänglich sehr zaghaft, ermöglicht worden, sich an der Bildung zu beteiligen und somit aus dem typischen Frauenbild auszubrechen.

Schließlich, und zusätzlich bedingt durch den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit, ist es heutzutage völlig normal, dass Frauen sich am allgemeinen Berufsleben und Bildungswesen beteiligen. Trotz diesem gewaltigen Fortschritt erfährt die Emanzipation, mit all ihren positiven Effekten, auch mindestens einen negativen Aspekt, nämlich den der strukturierten sozialen Ungleichheit, das heisst, Männer verdienen für die selbe Tätigkeit mehr Geld als Frauen. Dieser Aspekt wird nach wie vor im Raum bestehen bleiben und von der Gesellschaft mehr oder weniger akzeptiert.

Literaturangabe

- Andreas Diekmann, Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, Hochschule München (1985), S.9-23

- Getrennte Welten, Ursachen, Verlaufsformen und Folgen der geschlechtsspezifischen Segregation, S. 36-66

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Theoretische Grundlagen und Forschungsfrage
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Übung zu Methoden und Technicken
Note
2.3
Autor
Jahr
2000
Seiten
10
Katalognummer
V100708
Dateigröße
344 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theoretische, Grundlagen, Forschungsfrage, Methoden, Technicken
Arbeit zitieren
Sara Kirsten (Autor), 2000, Theoretische Grundlagen und Forschungsfrage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100708

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