Erfolgsmodell Psychopathie? Untersuchung von Selbst- und Fremdeinschätzungen psychopathischer Merkmale als Prädiktoren für Berufserfolg


Hausarbeit, 2021

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Zusammenfassung

In den Medien wird Psychopathie oft als vermeintlicher Schlüssel zum Berufserfolg angepriesen. Psychopathischen Menschen könnte es an Einsicht sowie Aufrichtigkeit mangeln, sodass die Erhebung derartiger Merkmale anhand von Selbstberichten anfällig für Verzerrungen scheint. In dieser Arbeit wurde daher die Konvergenz von Selbst- und Fremdeinschätzungen im Hinblick auf Psychopathie sowie deren Eignung als Prädiktoren von Berufserfolg geprüft. Unter Anwendung des Triarchic Psychopathy Measure (TriPM) wurden nicht nur das globale Konzept der Psychopathie, sondern auch die Facetten Disinhibition und Boldness im Einzelnen beleuchtet. Anhand eines Online-Fragebogens wurden von 127 Personen (Alter: M = 35.54, SD = 13.15) psychopathische Eigenschaften im Selbst- und Fremdbericht sowie Indikatoren des Berufserfolgs erhoben. Die Studie folgte einem korrelativen Querschnittsdesign und wurde präregistriert. Selbst- und Fremdbericht korrelierten erwartungsgemäß stark positiv. Weder im Selbst- noch im Fremdbericht konnte Psychopathie als einheitliches Konstrukt Berufserfolg signifikant vorhersagen. Beruflicher Erfolg wies aber einen geringen negativen Zusammenhang zu Disinhibition sowie einen geringen positiven Zusammenhang zu Boldness auf. Der gefundene Zusammenhang zwischen Selbst- und Fremdbericht stimmt mit der aktuellen Forschungsliteratur überein. Die mangelnde Vorhersage des Berufserfolgs anhand psychopathischer Merkmale kann durch konträre Zusammenhänge der einzelnen Facetten mit beruflichem Erfolg erklärt werden. Die Ergebnisse dieser Studie bieten vielfältige Ansatzpunkte für weiterführende Forschung, welche bedeutsame Implikationen zum einen für die Forensik und zum anderen für den Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie aufdecken könnte.

Schlagwörter: Psychopathie, Triarchic Psychopathy Measure, Selbstbericht, Fremdbericht, Berufserfolg

Erfolgsmodell Psychopathie? Untersuchung von Selbst- und Fremdeinschätzungen Psychopathischer Merkmale als Prädiktoren für Berufserfolg

Nach Cleckley (1988), Begründer des modernen Psychopathiebegriffs, zeichnen sich psychopathische Menschen durch fehlende Einsicht (“absolutely no capacity to see himself as others see him“, p. 350) sowie Unaufrichtigkeit (“a remarkable disregard for truth”, p. 341) aus. Bei der Erhebung psychopathischer Eigenschaften durch Selbstauskünfte sollten demnach ein Response-Bias und damit verbundene Validitätseinschränkungen zu erwarten sein. Besonders im Kontext der Justiz und Rechtspsychologie sind gesicherte Diagnosen jedoch unabdingbar, um treffende Prognosen zu stellen, welche letztlich ausschlaggebend für Entscheidungen über Inhaftierung, Entlassung oder Einleitung geeigneter Behandlungsmaßnahmen sind (Schütte & Blickle, 2017). Sollte Psychopathie also besser anhand von Fremdurteilen gemessen werden? Entgegen der Annahme Cleckleys (1988) weisen jüngere Forschungsarbeiten auf eine hohe Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremd-berichten psychopathischer Merkmale hin, so z. B. bei Miller et al. (2011; Med = .64). Forschung zum Vergleich von Selbst- und Fremdbericht bezieht sich bisher jedoch meist auf allgemeine Persönlich-keitseigenschaften (z. B. McCrae et al., 2004) und weniger spezifisch auf Psychopathie. Daraus ergibt sich das erste Ziel dieser Studie, die Konvergenz zwischen selbst- und fremdberichteten Psycho-pathie-Merkmalen zu überprüfen. Im Zuge dessen waren die Ergebnisse von Miller et al. (2011) anhand des Triarchic Psychopathy Measure s (TriPM; Patrick, 2010) zu replizieren. Zu diesem Zweck wurden psychopathische Eigenschaften der Studienteilnehmenden (Zielpersonen) unabhängig voneinander im Selbstbericht und durch ausgewählte InformantInnen im Fremdbericht erhoben.

In ihrem Triarchischen Modell der Psychopathie, welches die Basis für das TriPM bildet, konzeptualisieren Patrick et al. (2009) Psychopathie als ein Konstrukt, welches die folgenden drei Persönlichkeitseigenschaften vereint: (1) Disinhibition (Enthemmung) beschreibt Impulsivität, mangelnde Voraussicht, Verantwortungslosigkeit, Beeinträchtigung der Affekt- und Triebregulation sowie Feindseligkeit; (2) Boldness (Kühnheit) meint eine Neigung zu sozialer Dominanz, emotionaler Resilienz und Abenteuerlust bzw. Risikobereitschaft; (3) Meanness (Gemeinheit) umfasst Empathie-

und Gefühlslosigkeit, Ausbeutung, Brutalität und Sensationsgier.

Schlagzeilen wie „Gestört, aber erfolgreich: Darum werden gerade Psychopathen so häufig Chef“ (Blage, 2015) oder „Bad bosses: The Psycho-Path to Success?” (Voigt, 2012) weisen auf ein zunehmendes Interesse für den potenziellen Zusammenhang zwischen psychopathischen Eigen-schaften und beruflichem Erfolg hin. Die wissenschaftliche Bedeutsamkeit des Forschungsthemas sowie die hohe mediale Aufmerksamkeit liegen nicht zuletzt darin begründet, dass psychopathische Personen in Führungspositionen sowohl das Wohlbefinden einzelner ArbeitnehmerInnen beein-trächtigen als auch der Unternehmensorganisation im Gesamten schaden können (Boddy, 2014). Zuweilen werden sie sogar für die letzte globale Finanzkrise verantwortlich gemacht (Mesly & Meiziade, 2013). Wie Michels (2019) in seinem systematischen Review konstatierte, ist die derzeitige Forschungslage im Hinblick auf eine Verbindung zwischen Psychopathie und Berufserfolg jedoch gemischt und eher dünn. Berichtete Zusammenhänge sind meist insignifikant und höchstens schwach ausgeprägt. Sogar über die Richtung eines möglichen Zusammenhangs ist sich die Forschung aktuell nicht einig. So berichteten Spurk et al. (2016) einen negativen Zusammenhang zwischen Psychopathie und verschiedenen Variablen des Berufserfolgs. Eisenbarth et al. (2018) fanden bei der Betrachtung distinkter Komponenten der Psychopathie nach dem Psychopathy Personality Inventory (PPI-R; Lilienfeld & Widows, 2005) einen leicht negativen Zusammenhang zwischen Self-centered Impulsivity (SCI) und Berufszufriedenheit, aber einen leicht positiven Zusammenhang zwischen Fearless Dominance (FD) und materiellem Berufserfolg sowie Berufs-zufriedenheit. Als Ursache für den derzeit uneindeutigen Forschungsstand ist die oft eindimensionale Konzeptualisierung von Psychopathie in Betracht zu ziehen (Schütte & Blickle, 2017), da die Facetten der Psychopathie, wie bereits von Eisenbarth et al. (2018) dargelegt, gegensätzlichen Einfluss auf Berufserfolg haben und sich so in ihrer Wirkung aufheben könnten. Um dem entgegenzuwirken und die differenzierte Betrachtung einzelner Dimensionen der Psychopathie zu implementieren, sollten die Befunde von Eisenbarth et al. (2018) in der vorliegenden Arbeit repliziert werden, jedoch unter Verwendung des TriPM. Laut Patrick und Drislane (2015) bestehen hohe Korrelationen zwischen Disinhibition und SCI sowie zwischen Boldness und FD. Ein weiteres Ziel der Studie war die Untersuchung der Frage, ob und ggf. wie sich Selbst- und Fremdberichte psycho-pathischer Merkmale als Prädiktoren von Berufserfolg unterscheiden. Dies scheint ein bisher nahezu unberührtes Forschungsdesiderat zu sein. Von den Zielpersonen wurden dafür verschiedene Indikatoren des objektiven und subjektiven Berufserfolgs erhoben.

Es resultierten die folgenden zentralen Forschungsfragen: Welche Konvergenz besteht zwischen Selbst- und Fremdberichten zur Messung psychopathischer Eigenschaften? Eignen sich selbst- oder fremdberichtete psychopathische Eigenschaften besser zur Vorhersage von Berufserfolg? Daraus wurden für die vorliegende Arbeit vier Hypothesen abgeleitet: H1: Zwischen Selbst- und Fremdberichten zur Messung psychopathischer Eigenschaften besteht ein hoher positiver Zusammenhang; H2: Selbst- und fremdberichtete psychopathische Eigenschaften eignen sich gleichermaßen nur geringfügig für die Vorhersage von Berufserfolg; H2a: Disinhibition (Enthemmung) zeigt einen geringen negativen Zusammenhang zum Berufserfolg; H2b: Boldness (Kühnheit) zeigt einen geringen positiven Zusammenhang zum Berufserfolg.

Methode

Stichprobe

Studienteilnehmende wurden durch Mitglieder der Praktikumsgruppe und über das Virtuelle Labor der FernUniversität Hagen rekrutiert. Diese als Zielperson fungierenden Teilnehmenden wählten je eine Person aus dem eigenen näheren privaten oder beruflichen Umfeld als InformantIn für den Fremdbericht im zweiten Teil der Studie aus, welche dann eine Einladung zum Fragebogen per E-Mail erhielt. Die Erhebung erfolgte im Zeitraum zwischen dem 17.12.2020 und dem 14.01.2021. Unter den Teilnehmenden wurden zwei Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 15 Euro verlost. Studierende konnten alternativ eine Versuchspersonenstunde erhalten.

Mithilfe der Software G*Power wurden a priori Poweranalysen zur Planung des Stichproben-umfangs durchgeführt. Es wurden Effekte einer Größenordnung angestrebt, welche im Kontext vergleichbarer Forschung bereits berichtet worden war. Zur Testung der H1 wäre eine Stichprobe von mind. n = 30 erforderlich gewesen, um den in Anlehnung an Miller et al. (2011) zu erwartenden Effekt r = .60 bei einem Signifikanzniveau α = .05 und einer Power 1-β = .95 aufzudecken. Orientiert man sich an der Arbeit von Eisenbarth et al. (2018), würde zur Prüfung der weiteren Hypothesen (H2, H2a, H2b) eine Stichprobe von mind. 346 Teilnehmenden (r = .15, α = .05, 1-β = .80) benötigt.

Tatsächlich konnte eine Stichprobe von n = 275 für den Selbstbericht und n = 150 für den Fremdbericht gewonnen werden. Von den Analysen ausgeschlossen wurden Personen, die die Ernsthaftigkeit ihrer Teilnahme nicht bestätigten, keine Einwilligung in die Datennutzung gaben, unvollständige Angaben in auswertungsrelevanten Bereichen machten, nur Grundkenntnisse der deutschen Sprache berichteten und/oder keine Varianz in ihrem Antwortverhalten zeigten. Berücksichtigt wurden zudem nur Datensätze, welche sich anhand des ID-Code eindeutig zu Dyaden aus Selbst- und Fremdbericht zusammenführen ließen.

Nach der Datenbereinigung lagen noch Daten von 127 Dyaden vor. Zielpersonen waren 77 (61%) Frauen, 49 (39%) Männer und eine Person (1%) anderen Geschlechts. Das mittlere Alter lag hier bei 35.54 Jahren (SD = 13.15) bei einer Spannbreite von 18 bis 71 Jahren. Die Stichprobe der InformantInnen teilte sich in 70 (55%) weibliche, 56 (44%) männliche Teilnehmende und eine Person (1%) anderen Geschlechts. Neun InformantInnen machten keine Altersangabe, die übrigen waren im Mittel 37.58 Jahre alt (SD = 14.44) bei einer Spannbreite von 19 bis 71 Jahren. Zielperson und InformantIn kannten sich durchschnittlich 15.56 Jahre (SD = 12.14).

Fragebögen

Beide Online-Fragebögen wurden mithilfe des Befragungstools Unipark (QuestBack GmbH Köln) erstellt. Forschungsfragen und Hypothesen, relevante Variablen, Design, a priori Stichproben-größe sowie geplante statistische Analysen wurden im Sinne der offenen und transparenten Wissenschaft im Dezember 2020 präregistriert (siehe Anhang A). Die Bearbeitungszeit betrug für den Selbstberichtsteil etwa 40-45 Minuten, für den Fremdberichtsteil etwa 20 Minuten.

Selbstberichtsteil

TriPM. Bei dem Triarchic Psychopathy Measure (TriPM; Patrick, 2010) handelt es sich um einen Fragebogen mit insgesamt 58 Items, welcher für die Erhebung von Psychopathie entwickelt und hier eingesetzt wurde. Drei Subskalen repräsentieren die Konstrukte Boldness, Meanness und Disinhibition des Triarchischen Modells der Psychopathie. Wir nutzten die deutsche Übersetzung von Eisenbarth et al. (eingereicht). Anhand einer vierstufigen Likert-Skala mit den Antwortoptionen 0 = falsch, 1 = eher falsch, 2 = eher richtig und 3 = richtig wird das Ausmaß der Zustimmung zu vorgegebenen Aussagen berichtet. Für die vorliegende Stichprobe ergaben sich folgende interne Konsistenzen: Gesamtskala α = .843, Boldness α = .800, Meanness: α = .829, Disinhibition: α = .787.

Demografische Informationen. Teilnehmende beantworteten u. a. Fragen zu Alter, Geschlecht, akademischem Abschluss und Deutschkenntnissen. Zudem konnten sie auf freiwilliger Basis Angaben zu psychischen Vorerkrankungen machen.

Objektiver Berufserfolg. Der objektive Berufserfolg wurde durch einige Indikatoren in Anlehnung an Abele et al. (2011) operationalisiert. In der vorliegenden Arbeit wurden Angaben zu monatlichem Brutto-Einkommen, Anzahl der Beförderungen, Position im Unternehmen und Personalverantwortung einbezogen. Diese Auswahl erfolgte unter Berücksichtigung der Arbeit von Eisenbarth et al. (2018).

Subjektiver Berufserfolg. Zur Operationalisierung des subjektiven Berufserfolgs nutzten wir zum einen Maße des relativen Berufserfolgs, d. h. subjektive Einschätzungen der eigenen beruflichen Entwicklung im Vergleich zu ehemaligen StudienkollegInnen, Personen mit gleichem Bildungsabschluss und Gleichaltrigen. Zum anderen wurde die Zufriedenheit mit verschiedenen Berufsaspekten erhoben. Im Kontext der vorliegenden Arbeit sind diesbezüglich Brutto-Einkommen und derzeitige Position relevant. Die Beantwortung der Items erfolgte jeweils anhand einer fünfstufigen Likert-Skala, welche von stimme gar nicht zu bis stimme voll zu reichte.

Fremdberichtsteil

Demografische Informationen. Die InformantInnen machten zunächst Angaben zu Alter, akademischem Abschluss, Geschlecht und Muttersprache. Darauf folgten Fragen zum persönlichen

Verhältnis zur Zielperson. Es wurde u. a. erfragt, wie lange (in Jahren) sich beide bereits kennen.

TriPM. Durch die Umformulierung der Items wurde eine Fremdberichtsform des TriPM gebildet. Dafür wurden die Personalpronomen (erste Person) durch den Namen der Zielperson ersetzt. Auch hier zeigten sich überwiegend gute interne Konsistenzen: Gesamtskala α = .850, Boldness α = .757, Meanness: α = .872, Disinhibition: α = .852.

Durchführung

Die Studie wurde in Form einer Online-Befragung durchgeführt und folgte einem korrelativen Querschnittsdesign. Beide Fragebögen (Selbst- und Fremdbericht) wurden durch einen Aufklärungstext eingeleitet, welcher die Teilnehmenden über Thema, Anlass, Aufbau, Zielgruppe, Bearbeitungsdauer, Teilnahmebedingungen und -vergütung der Studie informierte. Forschungs-ethnische Aspekte wie Freiwilligkeit der Teilnahme, Anonymität und die jederzeit gegebene Möglichkeit zum Abbruch der Studie wurden thematisiert. Auch wurde darauf hingewiesen, dass Details zu den Hintergründen der Studie zunächst bewusst vorenthalten wurden. Als Anlaufstelle bei Fragen und Problemen wurde eine E-Mail-Adresse zur Verfügung gestellt. Darauf folgte die Einverständniserklärung. Im ersten Teil der Studie wurden die Zielpersonen gebeten, Kontaktdaten einer ihnen nahestehenden Person anzugeben, welche später als FremdbeurteilerIn fungieren sollte. Im Anschluss an den TriPM wurden weitere Skalen bearbeitet, die für die vorliegende Arbeit jedoch nicht relevant sind und daher im Anhang B lediglich benannt wurden. Darauffolgend wurden demografische Daten sowie Einschätzungen zum objektiven und subjektiven Berufserfolg erhoben. Nach einem Ernsthaftigkeitscheck und der Einwilligung zur Nutzung der erfassten Daten wurden die Teilnehmenden nach ihrer Bereitschaft zur Teilnahme an einer kurzen Follow-Up-Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt gefragt. Im Debriefing wurde ausführlicher über Inhalt und Ziele der Studie aufgeklärt. Der zweite Teil der Studie richtete sich an die/den InformantIn. Über die Angabe eines ID-Codes, welcher zuvor per E-Mail zugesandt wurde, konnten Selbst- und Fremdbericht einander zugeordnet werden. Der Fragebogen begann mit demografischen Daten. Danach wurden die Skalen Informant Five-Factor Narcissism Inventory (IFFNI; Oltmanns et al., 2018; Kurzform) sowie Self-Report Psychopathy Scale - Fourth Edition (SRP 4; Paulhus et al., 2016) und TriPM in sprachlich adaptierter Fremdberichtsform bearbeitet. Die/der InformantIn beantwortete somit die gleichen Items über die Zielperson wie diese selbst. Auch diese Befragung endete mit einem Ernsthaftigkeitscheck, der Einwilligung in die Datenverwendung und dem Debriefing.

Datenanalyse

Zur Datenverarbeitung wurde die Software IBM SPSS 26 verwendet.

Datenaufbereitung

Die unter Stichprobe aufgeführten Ausschlusskriterien wurden in Form eines Einschlussfilters umgesetzt. Nach Vorgabe der Testautoren wurden Rekodierungen der TriPM-Items vorgenommen und Gesamt- sowie Subskalenscores berechnet. Für die TriPM-Skalen wurde Cronbachs Alpha ermittelt (siehe Fragebögen). Es wurde ein Index gebildet, der Indikatoren des objektiven und subjektiven Berufserfolgs vereint. Dabei lehnt der Teil zum objektiven Berufserfolg an Krajewsky (2019) an und berücksichtigt Brutto-Einkommen, Hierarchiestufe sowie Alter. Weitere Informationen zur Indexbildung finden sich im Anhang C.

Statistische Analysen

Zur Prüfung der Hypothesen H1, H2a und H2b wurden Korrelationsanalysen nach Pearson mit einseitiger Signifikanztestung durchgeführt. Hypothese H2 wurde anhand einer multiplen linearen Regressionsanalyse mit selbst- und fremdberichteten Psychopathie-Merkmalen als Prädiktoren und Berufserfolg als Kriterium geprüft. Für alle Tests wurde ein Signifikanzniveau von α = .05 festgelegt. Effektstärken wurden nach Cohen (1988) interpretiert.

Prüfung der Testvoraussetzungen

Für TriPM-Skalenwerte und Berufserfolgsindex wurde Intervallskalierung angenommen. Linearität der Zusammenhänge zwischen den Variablen wurde grafisch anhand von Scatterplots überprüft. Vereinzelt traten Ausreißerwerte auf, welche mangels Hinweisen auf nicht-zufälliges Eintreten jedoch nicht von der Auswertung ausgeschlossen wurden. Normalverteilungen der Variablen wurden über die Monte-Carlo-Signifikanz geprüft (Konfidenzniveau = 99%, 10.000 Stichproben; alle p s > 0.1). Für die Regression wurde zusätzlich geprüft auf: Unkorreliertheit der Residuen anhand Durbin-Watson-Statistik (1.9), Normalverteilung der Residuen über Residuen-Plots, Homoskedastizität anhand von Scatterplots (ZPRED vs. ZRESID) sowie Multikollinearität (VIF = 1.42). Die statistischen Voraussetzungen für die Hypothesenprüfung wurden auf Basis der o. g. Analysen als gegeben betrachtet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Erfolgsmodell Psychopathie? Untersuchung von Selbst- und Fremdeinschätzungen psychopathischer Merkmale als Prädiktoren für Berufserfolg
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
26
Katalognummer
V1007486
ISBN (eBook)
9783346392299
ISBN (Buch)
9783346392305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychopathie, Triarchic Psychopathy Measure, Selbstbericht, Fremdbericht, Berufserfolg, Boldness, Disinhibition, Forensik, Forensische Psychologie, Rechtspsychologie, Psychopath
Arbeit zitieren
Nathalie Möller (Autor), 2021, Erfolgsmodell Psychopathie? Untersuchung von Selbst- und Fremdeinschätzungen psychopathischer Merkmale als Prädiktoren für Berufserfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007486

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