Der Autoreifen wird von speziellen Reifenherstellern und nicht von Automobilherstellern gefertigt. Dennoch beschäftigen sich die Ingenieure, Techniker und Werkstätten der Automobilhersteller mit dem Thema Reifen sowie deren Herkunft und Herstellung. Ein Autoreifen ist ein sehr wichtiger Bestandteil eines Fahrwerks der Automobile. Aus der Sicht des Gesetzgeber ist der Reifen ein Normteil. Trotzdem kommunizieren die Automobilhersteller mit den Reifenherstellern ausgiebig über die Reifenherstellung und das Fertigungsverfahren, damit eine hohe Qualität und somit eine hohe Sicherheit für die Insassen des Fahrzeugs gewährleistet ist.
In den letzten Jahren hat sich die Herstellung von Autoreifen schnell weiterentwickelt. Vor allem sind die Reifen immer größer geworden. Ein Autoreifen besteht heute aus mehr als 20 verschiedenen Komponenten. Die Herstellung und die Mischung der Bestandteile läuft vollautomatisch ab. Über eine Computersteuerung wird die Zusammensetzung der Materialien bestimmt und verschiedene Reifen für unterschiedliche Zwecke, wie z. B. Sommerreifen, Winterreifen, etc. werden somit produziert.
An einen Autoreifen werden viele Anforderungen gestellt. Er muss die Radlasten aushalten, um Fahrzeuge zu tragen und Längs- und Seitenkräfte aufbringen, um das Auto sicher durch Kurven zu leiten. Zusätzlich sollen Reifen bei allen Witterungsbedingungen eine große Straßenhaftung sowie einen geringen Rollwiderstand und eine geringe Geräuschentwicklung haben. Dies sind noch lange nicht alle Herausforderungen, die bei der Herstellung eines Reifens überwunden werden müssen. Ein Reifen muss ebenso formstabil, luftdicht und innerhalb seiner Lebensdauer strukturfest bleiben. Daher werden vor der Auslieferung der Reifen strenge Qualitätskontrollen durchgeführt.
Um den perfekten Reifen herzustellen, muss die Summe aller Eigenschaften eines Reifens ein stimmiges Resultat ergeben. Wenn in der Entwicklung und Herstellung vermehrt auf eine einzige Anforderung geachtet wird, leiden andere Anforderungen darunter. Ein Zielkonflikt ist beispielsweise einen geringen Rollwiderstand und dennoch gute Eigenschaften beim Nassbremsen vorzuweisen. Zusätzlich müssen die Reifenhersteller für eine dauerhafte Versorgung mit Rohstoffen für die Produktion der Autoreifen sorgen.
Dies stellt die Reifenhersteller immer wieder vor neue Herausforderungen, die zur ständigen Verbesserungen in der Entwicklung und Fertigung eines Autoreifens führen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Aufbau, Bestandteile und Rohstoffe eines Reifens
3 Fertigungsschritte eines Autoreifens
3.1 Die richtige Gummimischung
3.2 Den Reifen in Form bringen – Halbzeugherstellung
3.2.1 Gürtel aus Stahlcordlage
3.2.2 Laufstreifen
3.2.3 Textilcord-Einlage - Karkassgewebeherstellung
3.2.4 Stahlkern und Apex
3.2.5 Seitenstreifen und Innenschicht
3.3 Entstehung des Rohlings
3.4 Vulkanisation – Der letzte Produktionsschritt
3.5 Qualitätskontrollen – Die Endkontrollen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert den komplexen Fertigungsprozess von Autoreifen. Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die notwendigen Arbeitsschritte – von der Materialmischung über die Herstellung der verschiedenen Reifenkomponenten bis hin zur Vulkanisation und Endkontrolle – zu vermitteln.
- Aufbau und Bestandteile von Autoreifen
- Materialzusammensetzung und Gummimischungen
- Fertigungstechnologien wie Kalandrieren und Extrudieren
- Qualitätssicherung im industriellen Reifenbau
Auszug aus dem Buch
3 Fertigungsschritte eines Autoreifens
Bei der Herstellung eines Autoreifens folgen die nachfolgenden Fertigungsschritte. Die bekannten Reifenhersteller wie z. B. Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH und Continental Reifen GmbH haben verschiedene Zulieferer, die die Rohstoffe zur Reifenherstellung liefern. Nach einer entsprechenden Vorbehandlung der Rohstoffe zu Verbundwerkstoffen, werden diese zu Halbzeugen weiterverarbeitet. Das geschieht folgt (Kapitel 3.1). Die Stahlindustrie liefert hochfesten Stahl für die Herstellung des Stahlgürtels und die chemische Industrie stellt vor allem Synthesekautschuke zur Verfügung. Der wichtige Rohstoff Naturkautschuk wird auf großen Plantagen aus Gummibäumen durch Anschneiden der Baumrinde gewonnen. Das Ausgangsmaterial für die Cordherstellung liefert die Textilindustrie.
3.1 Die richtige Gummimischung
Als Erstes muss die richtige Gummimischung aus den einzelnen Rohstoffen hergestellt werden. Um ein perfektes Mischungsverhältnis zu erhalten werden spezielle Maschinen eingesetzt. Mit Knetmaschinen und Walzen werden die Bestandteile so lange vermengt, bis die gewünschte Kautschukmischung entstanden ist. Es werden die verschiedenen Rohstoffe gemischt, gespritzt, gewalzt und geschnitten. Die Grundzutaten für einen Autoreifen sind im Kapitel 2 aufgezählt worden. Bis die richtige Mischung hergestellt ist, hat eine mehrphasige Mischprozedur stattgefunden. Für die unterschiedlichen Reifenanforderungen (Kapitel 1.1) werden die Durchgänge und Zusätze variiert, bis die gewünschte Eigenschaft des Materials erreicht wird. Anschließend wird die Mischung zu einem langen Band ausgewalzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz des Autoreifens als sicherheitsrelevantes Bauteil und erläutert die Problemstellung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Aufbau, Bestandteile und Rohstoffe eines Reifens: Gibt einen Überblick über die physikalischen Anforderungen und die grundlegende Verbundstruktur eines Reifens.
3 Fertigungsschritte eines Autoreifens: Detaillierte Darstellung der industriellen Produktion von der Rohstoffvorbereitung bis zur Vulkanisation und Endkontrolle.
3.1 Die richtige Gummimischung: Erläutert den Mischprozess der Rohstoffe unter Verwendung spezialisierter Maschinen.
3.2 Den Reifen in Form bringen – Halbzeugherstellung: Beschreibt den Einsatz von Kalandern und Extrudern zur Erzeugung der verschiedenen Reifenbauteile.
3.2.1 Gürtel aus Stahlcordlage: Erklärt die Zusammenführung von Stahldrähten zur stabilisierenden Stahlcordlage.
3.2.2 Laufstreifen: Behandelt die Formgebung und Kennzeichnung des für die Bodenhaftung entscheidenden Laufstreifen.
3.2.3 Textilcord-Einlage - Karkassgewebeherstellung: Beschreibt die Herstellung der Karkasse, die das Grundgerüst des Reifens bildet.
3.2.4 Stahlkern und Apex: Erläutert die Fixierung des Reifens auf der Felge durch den Kern und den Apex.
3.2.5 Seitenstreifen und Innenschicht: Beschreibt die Extrusion der Seitenwand sowie die Herstellung der luftdichten Innenschicht.
3.3 Entstehung des Rohlings: Beschreibt den Prozess des Zusammenfügens aller Halbzeuge auf der Reifenbaumaschine.
3.4 Vulkanisation – Der letzte Produktionsschritt: Erläutert den Prozess des Backens in der Reifenform bei hohen Temperaturen.
3.5 Qualitätskontrollen – Die Endkontrollen: Listet die verschiedenen Prüfverfahren auf, die zur Qualitätssicherung am fertigen Produkt durchgeführt werden.
4 Fazit: Fasst die Komplexität des Herstellungsprozesses zusammen und betont die Notwendigkeit ständiger Innovationen und strenger Qualitätskontrollen.
Schlüsselwörter
Autoreifen, Fertigungstechnik, Reifenbau, Kautschukmischung, Vulkanisation, Karkasse, Stahlgürtel, Extrusion, Kalandrieren, Qualitätskontrolle, Reifenproduktion, Reifenrohlingsherstellung, Automobilzulieferer, Halbzeugherstellung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den industriellen Fertigungsprozess eines Autoreifens und die damit verbundenen technischen Anforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Aufbau eines Reifens, die Materialzusammensetzung, die einzelnen Fertigungsschritte und die Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Einblick in die komplexen Schritte der Reifenherstellung zu geben, von der Rohstoffaufbereitung bis zum fertigen Produkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein Scientific Essay, das den Produktionsprozess anhand von Beispielen bekannter Reifenhersteller wie Continental beschreibt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Bestandteile, die detaillierte Darstellung der Fertigungsschritte (Kalandrieren, Extrudieren, Konfektionieren, Vulkanisation) und die abschließende Qualitätskontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Autoreifen, Fertigungstechnik, Vulkanisation, Karkasse, Reifenbau und Qualitätskontrolle.
Warum ist die Reifenherstellung heute so komplex?
Aufgrund der hohen Anforderungen an Sicherheit, Rollwiderstand und Langlebigkeit müssen Reifen aus sehr vielen verschiedenen Komponenten exakt aufeinander abgestimmt werden.
Welche Rolle spielt die Vulkanisation?
Die Vulkanisation ist der letzte Prozessschritt, in dem der Reifen seine endgültige Form erhält und die Bauteile durch Hitze und Druck unlöslich miteinander verbunden werden.
Warum sind Endkontrollen bei Reifen unverzichtbar?
Da Autoreifen sicherheitsrelevante Bauteile sind, muss vor der Auslieferung durch visuelle, sensorische und technische Prüfungen sichergestellt werden, dass keine Qualitätsmängel vorliegen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Fertigungstechnik. Fertigung eines Autoreifens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1008024