Der Schreibtischtäter - Die Mentalität der kanalisierten Macht


Hausarbeit, 2000

15 Seiten


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Inhalt

I. Politische Hintergründe am Anfang des 20. Jahrhunderts
1. Der Expansionsgedanke
2. Der Machtgedanke

II. Prognosen zum Untertanen

III. Die Nationalsozialistische Revolution und die Funktion der Masse

IV. Der Typus: Schreibtischtäter - am Fall Heinrich Müller

I. Politische Hintergründe am Anfang des 20.

Jahrhunderts Es gab wohl zu keiner Zeit einen so ungeheuer umfangreichen Beamtenkörper, der sich ausschließlich mit der Logistik des Völkermordes und dessen Umsetzung in eine nahezu reibungsloser Praxis auseinandersetzte, wie den des dritten Reiches. Während bis 1941 (Wannsee - Konferenz) nahezu der gesamte Sektor der Judenverschickung - und Verschleppung von einer Abteilung bearbeitet wurde1, gerieten nach 1941 die verschiedenen, voneinander unabhängigen Abteilungen , Institutionen und Behörden in einen, man könnte fast sagen, blindwütigen Konkurrenzkampf, um die Vernichtung der europäischen Juden, die der Historiker Andreas Seeger in der „kumulativen Radikalisierung infolge des permanenten Konkurrenzkampfes verschiedener Handlungsträger und Institutionen“ 2 begründet sieht und nicht, wie weitgehend angenommen, in der NS-Ideologie allein festgelegt.

Woher nahmen diese Leute ihre Motivation? Waren sie sich nicht im Klaren darüber, was sie taten?

Diese Fragen haben zwar ihre Berechtigung, doch verfehlen sie einen entscheidenden Punkt, der in dieser Arbeit näher betrachtet werden soll. Die Frage nach der Motivation zu einem solchen Handeln, setzt immer ein Verlangen voraus, das seine Äußerung in der Angst vor Bestrafung im Falle der Befehlsverweigerung oder in blinder Karrierebesessenheit findet. Diese Argumentationsfäden laufen unwillkürlich auf Verallgemeinerungen hinaus, innerhalb derer jeder ein Mittäter oder „williger Vollstrecker“ wäre. Dabei wird bei den Tätern ein Interesse an der eigenen Existenz vorausgesetzt.

Womit sich jedoch diese Arbeit beschäftigt, ist ein spezieller Typus, wie er sich, so denke ich, nur unter solchen Bedingungen herausbilden konnte und bei dessen Ausprägung auch Begrifflichkeiten wie Karriere, Beruf, Treue selbst einer bedeutungsinhaltlichen Veränderung unterworfen wurden.

Der Typus des Schreibtischtäters, als das Produkt einer Wirklichkeit, die sich anhand von Medien ausdrückt und die immer wieder in den Medien auftaucht, ist keine Erscheinung, die über Nacht in die Welt einbrach, sondern wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts in dem Text Heinrich Manns „Der Untertan“ angedeutet. Einige Aspekte dieses Typus werden dort versammelt, die später auch bei Heinrich Müller, dem Chef der Gestapo und Adolf Eichmann, der für die Deportationen der europäischen Juden verantwortlich war, beobachtbar sein werden.

Um den Bogen dorthin zu spannen, werde ich mich auf einige der geschichts - philosophische Argumente Hannah Arendts stützen, die sie in ihrem Buch „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ anführt, um einen Eindruck des geschichtlichen Rahmens zu vermitteln und somit den Hintergrund zu konstruieren, vor dem dieser Typus betrachtet werden muß.

Anhand dieser Beobachtungen werde ich versuchen, eine Genealogie vom Typus des Untertanen zu schreiben, die über die Entwicklung der Massengesellschaft hinaus zum „soldatischen Beamten“ führen wird, um dann an einigen Aspekten der Personen Heinrich Müllers und Adolf Eichmanns festzustellen, wo der Typus des Schreibtischtäter einzuordnen ist; ob er im Zusammenhang mit einem oder mehreren der untersuchten Mentalitäten genannt werden kann, oder vielmehr einen autonomen Rahmen darstellt, innerhalb dessen traditionellen Typen wie „dem Beamten“ und „dem Soldaten“ ein neuer Stellenwert beigemessen werden muß.

1. Der Expansionsgedanke

Um ein genaueres Bild über die Entwicklungen und Motivationen des Verwaltungsmordes zu erhalten, muß zunächst der historische Rahmen angedacht werden, vor welchem sich dieser neue Typus des Schreibtischtäters anhand der sozio-ökonomischen Veränderungen vom Übergang ins 20. Jahrhunderts bis zur nationalsozialistischen Revolution abzeichnet.

Daher beginne ich mit dem „Expansionsgedanken“ des imperialistischen Zeitalters, den ich in Anlehnung an Hannah Arendts Ausführungen in „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“3 zu dokumentieren versuche.

In der Zeitspanne vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts etablierte sich eine politische Konstellation im Abendland, die aus in sich geschlossenen Nationen bestand, deren Staatsordnung der Nationalstaat war. Der Nationalstaat stellt eine Staatsform dar, die „auf Begrenztheit des Territoriums und mit einer dem Territorium gegebenen homogenen Bevölkerung beruht“4. Die aufgrund dieser inneren Säulen des Nationalstaates gegebene Begrenztheit der wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten - im Gegensatz zur der kapitalistischen Wirtschaftsform eigenen Tendenz zur ständigen Ausbreitung - führten dazu, daß einökonomischer Überschuß produziert wurde, der als Kapitallast dem nationalstaatlichen Finanzsystem nicht mehr zuzuführen war. Sich um neue Investitionsmöglichkeiten umzusehen, stellte den Tenor der unternehmerschaftlichen Bemühungen dieser Zeit dar. Dieses Bemühen mußte über den Tellerrand der nationalstaatlichen Systeme hinausgehen und sich auf neue, wirtschaftlich unstrukturierte Gebiete der Erde richten. Es entstand somit ein „neuer Blick“, der nicht mehr von Staat zu Staat wanderte, sondern in „Erdteilen dachte“5.

Die Problematik, die Hannah Arendt mit dieser Formulierung anspricht, bestand in dem Konflikt des Nationalstaates, der wie bereits erwähnt, auf einer homogenen Bevölkerung aufbaut, die durch ihre Identität als Nation ein Verhältnis zu anderen Nationen als gleiche unter gleichen unterhielt, und der Auseinandersetzung mit, infolge der Kolonialwirtschaft, eroberten Völkern, die aufgrund ihrer Eroberung und der Einstufung als „primitive Völker“, nicht die gleiche Stellung hatten, wie die Nation des Mutterlandes. Der aufgrund seiner Angewiesenheit auf klar definiertes Territorium, ein homogenes Volk, auf dessen Traditionen sich der Staat beruft, nicht auf die Integration fremder Völker eingestellte Nationalstaat, konnte dadurch auch die Durchsetzung seiner Gesetze in den Kolonien nicht rechtfertigen, da dies der Tyrannei gleichkäme, während die Kolonialmächte und ganz besonders England sich in der Rolle des Beschützers und Entwicklungshelfers sahen und dies mit der bloßen Auferlegung der eigenen Gesetzvorstellungen über die Traditionen und gesellschaftlichen Ordnungen der Kolonialvölker nicht übereinzubringen war. Hannah Arendt schreibt dazu: „Im Falle der Eroberung bleibt dem Nationalstaat nichts übrig, als fremde Bevölkerungen zu assimilieren und ihre „Zustimmung“ zu erzwingen; er kann sie nicht integrieren, und er kann ihnen nicht seinen eigenen Maßstab für Recht und Gesetz auferlegen.“6 Der Aufbau des Nationalstaates forderte also einen Spagat, der zwischen der Rechtfertigung der Eroberung „ein barbarisches Volk einem angeblich höheren Gesetz zu unterwerfen“7 und gleichzeitig seiner Existenzform, die auf der Zustimmung der Regierten zu ihrer Regierung basiert, zu legitimieren.

Der koloniale Verwaltungsapparat wußte um diese Diskrepanz und trat somit als „gesetzlose Herrschaft auf dem Verordnungswege“ auf. Die von den jeweiligen nationalen Institutionen stets getrennte Kolonialverwaltung betrachtete diese Trennung als selbstverständlich, zumal den Beamten jene Arroganz eigen war, die sie die eingeborene Bevölkerung als „zurückgebliebene Völker“ und „niedere Rasse“8 sehen ließ.

Diese Beziehung zum kolonialisierten Territorium ist aufschlußreich für die noch folgende Betrachtung der Schreibtischtäter im dritten Reich, da eine Absonderung der Beamten von den „zu verwaltenden Objekten“ zu beobachten ist, die aufgrund des Fehlens von Gesetzen zugunsten der Umdeutung des Verwaltungsapparates als gesetzmachende Instanz, einen entscheidenden Einfluß auf die darauffolgenden Entwicklungen der Mentalität des Beamten bis zum totalitären System ausübten. Die „niederen Rassen“ werden in ihrem Potenzial zum Ressentiment gegen die „Eroberer“, das sich aus der Kolonialisierung ergab, von den Beamten unter ein Gefüge von Verordnungen und Anweisungen gedrückt, daß keinerlei Gesetze verfaßt und somit die Bevölkerung nicht voll anerkennt. Es wird ein bestimmtes Territorium verwaltet, indem das alte Gesetz außer Kraft gesetzt und dafür ein Verwaltungsapparat eingesetzt wird. Dieser Apparat behandelt die Bevölkerung wie eine indifferente Masse, die , da ohne Gesetz, unberechenbar geworden ist.

Die Verwaltung arbeitet bewußt auf Zeit, da das Anwachsen des Freiheitswillens der Eingeborenen absehbar wird. Die logische Konsequenz liegt dabei in der Unterdrückung durch den Verwaltungsapparat, in der bürokratisch verordneten Niederschlagung jeder Bewegung, die sich gegen den Nationalstaat wendet. Maßnahmen des Verwaltungsmassenmordes wurden somit zur legitimen Vorgehensweise „mit denen man gelegentlich in anderen Besitzungen in kleinem Maßstab als `ultima ratio´ gegen meuternde Eingeborene vorgegangen war...“9.

2. Der Machtgedanke

In dem Kapitel „Die politische Weltanschauung der Bourgeoisie“10 führt Hannah Arendt einige Thesen aus Thomas Hobbes „Leviathan“ in Bezug auf eine sich verändernde Beziehung des Reichtums zum Staat und der damit verbundenen Neuorientierung des Machtbgriffes an, der wiederum eine Perspektive auf das Selbstempfinden der Bevölkerung eröffnet, die auch zu einer veränderten Mentalität des Menschentypus innerhalb dieser Gesellschaftskonfiguration führte. Der Philosoph Thomas Hobbes beschreibt schon im 17. Jahrhundert die Vision einer sich umstrukturierenden Gesellschaft, in der den Begriffen Besitz und Reichtum eine neue Funktion zukommt. Demnach läuft der Wille nach stetiger Besitzakkumulation konträr mit dem traditionellen Verständnis von Eigentum und Reichtum, wonach Reichtum durch den Erwerb und das Sparen erreicht wird und von dem man zehrt, um zu leben. Der dem gegenüber stehende Begriff der Besitzakkumulation hingegen beschreibt einen dynamischen Prozeß, der in Gang gehalten wird, um den Reichtum der Anhäufung wegen ständig zu vergrößern, also keinesfalls benötigt wird, um die eigene Existenz zu sichern. Diese Kapitalakkumulation um ihrer selbst Willen vorangetrieben, bringt mit sich die Notwendigkeit, ein politisches Machtpotenzial aufzubauen. Der Übergang des privaten Besitzes in die politische Sphäre der Machtakkumulation wird somit nötig, da die Reichtumanhäufung auf den Tod trifft und deshalb die unendliche Akkumulation von Besitz nicht möglich wäre. „Privatinteressen, die ihrem Wesen nach zeitweilig und vorübergehend sind, weil sie an die festgelegte Zeit, die der Mensch auf der Erde verbringt, gebunden sind, können nur dann den einzelnen überleben und damit zuöffentlichen Interessen werden, wenn sie sich aus der Sphäre desöffentlich- Politischen die unendliche Zeit gleichsam stehlen,.. “11 Durch den Übergang des privaten Besitzes in die „Nichtsterblichkeit des Gemeinwesens“ ist demnach die Voraussetzung für den automatisch wachsenden Reichtum gegeben. Diese Kapitalakkumulation bedarf einer genauso unbegrenzten Macht, die nur dadurch erreichbar wird, indem das politische Handeln selber zum Katalysator der Kapitalakkumulation wird, wodurch letztendlich „der automatisch wachsende Reichtum in der Tat politisches Handeln ersetzt“12. Daraus entsteht Machtpolitik, die das Element der Zerstörung in die Gesellschaft einbringt, da die „Vernichtung die radikalste Form der Macht sowohl wie des Besitzes ist.13

Fassen wir kurz zusammen: Die unendliche, dynamische Akkumulation von Kapital stößt zunächst auf die Grenze des menschlichen Lebens, da durch den Tod das Besitzwachstum als Prozeß privater Verhältnisse unterbrochen wird. Zu diesem Zweck muß das Kapital in „die Sphäre desöffentlich-Politischen“ übergehen, um dadurch tendenziell ins Unendliche zu wachsen, da nun der menschliche Tod nicht auch gleichzeitig das Ende dieses Wachstumsprozesses bedeutet. Um diesen Prozeß zu stärken und vor möglichen Störfaktoren zu schützen, bedarf es der Machtakkumulation. Diese Macht muß genauso unbegrenzt sein, wie das Kapitalwachstum, um dasselbe zu garantieren. Somit gehen Gewalt und Kapitalwachstum eine Verbindung ein, die früher oder später auf Zerstörung hinausläuft, da wie schon erwähnt, der natürliche Trieb der absoluten Macht, die Vernichtung ist. Diese Praxis fand ihre ersten „Praktikanten“ in den kolonialen Verwaltungsbeamten.

Der Machtexport in die Kolonien war die Konsequenz, die sich aus dem Sicherheitsbedarf des investierten Kapitals ergab. Zu diesem Zweck wurden die staatlichen Gewaltmittel Polizei und Armee, die innerhalb der nationalstaatlichen Ordnung den zivilen Organen unterstellt waren, unter die Verfügungsgewalt des vom „Mutterland“ weitgehend isolierten Verwaltungsapparates in den Kolonien gestellt. Dieser Apparat, der seine Gewalt auf dem Verordnungswege ausübte, wurde zur Institution, die Gewalt nicht etwa zur Verteidigung des Gesetzes einsetzte (da wie schon erwähnt, das nationalstaatliche Gesetz nicht auf die Kolonien übertragen wurde), sondern zur Akkumulation von Macht selber. Gewalt wurde in diesen Fällen also der Gewalt und nicht einer höheren Ordnung wegen eingesetzt. So geht das Verwalten von Kapital einher mit dem Verordnen von Gewalt.

Aus dieser Situation ging die Überzeugung hervor, nach der Politik überhaupt mit Machtpolitik gleichzusetzen sei. „So waren sie (die Verwaltungsbeamten als Funktionäre der Gewalt)die ersten, die [...] das eigentliche Wesen aller politischen Organisation in Macht und allen politischen Willens im Willen zur Macht sahen.“14 Macht und Gewalt werden so zum letzten Ziel politischen Handelns, wodurch jegliches politisches Handeln einen Zerstörungsprozeß in sich birgt „ der zum Stillstand erst kommen kann, wenn nichts mehr übrig ist, das nicht vergewaltigt wäre“15.

Die Akkumulation von Macht, die aus dem Prozeß der Kapitalakkumulation hervorgeht, führt zur Verwaltung dieser Macht anhand von Gewalt, die sich als Selbstzweck entfaltet. Das, was später im totalitären System des dritten Reiches stattfand, nämlich die Zerstörung von staatlich etablierten Strukturen im Gewaltbereich des Systems, zugunsten einer Gewalt verordnenden Bürokratie, konnte in den Kolonien des imperialistischen Zeitalters aufgrund der der Einverleibung gegenüber aufgebrachten Arroganz der Verwaltungsbeamten und der nicht vollständigen Aufhebung der lokalen politischen Organisationsformen, keine vergleichbaren Ausmaße annehmen. Das Territorium, das die kolonialen Beamten verwalteten, gehörte ihnen sozusagen nicht wie ein autonomes Herrschaftsgebiet. Hannah Arendt sieht gerade in diesem Aspekt die Vorbedingungen für „einen offenbaren Zerstörungs und Vernichtungsprozeß“ unter der späteren totalitären Expansionpolitik, begründet.

Die Anforderungen an diesen neuen Machtapparat beinhalteten auch die Entstehung eines neuen Meschentypus, der sich an der bloßen Gewaltausübung ergötzen würde und die Macht als mystisches Phänomen anbeten und seine eigene Position als die eines ewigen Untertanen anerkenne. Zu dieser Mentalität, die nach den Ausführungen Hannah Arendts bereits Thomas Hobbes beschrieb, sagt sie, „ [...] daß dieser neue Menschentypus von nichts mehr geschmeichelt sein würde, als wenn man ihm seine Machtinstinkte bescheinigte, gerade weil die Gesellschaft ihn zwingen würde, all seine von der Natur angestammten Kräfte, seine Tugenden wie seine Laster, zu kastrieren, so daß er in Wirklichkeit noch nicht einmal mehr die Möglichkeit haben werde, sich gegen die Tyrannei zu empören, sondern mit der gleichen zahmen Impotenz sich jedem Befehl unterwerfen werde, und handele es sich darum, aus ihm undurchsichtigen Gründen einer höheren Gewalt seinen besten Freund zu ermorden.“16

II. Prognosen zum Untertanen

Anhand der im Vorlauf genannten Aspekte wird ersichtlich, daß infolge des Einflusses der imperialistischen Kolonialpolitik auf die Herausbildung eines neuen Beamtenschaftsbewußtseins ein neuer Menschentypus auf den Plan tritt, dessen Untertanengeist einen Faktor darstellt, den die Nationalsozialisten für ihr totalitäres Herrschaftssystem zu benutzen wußten. Dieser Menschentypus unterschied sich von den ihm vorangegangenen in seiner absoluten Verehrung der Macht und in deren Gewaltausbrüchen er den Sinn des Lebens sah. Unter deren Allmacht fand er sich einer Vermassung gegenüber, zu der er gleichzeitig gehörte und durch deren individueller Indifferenz des Einzelnen ausschließlich Macht den Ortungsraum für den eigenen Platz in der Gesellschaft darstellte. Die Vektoren dieses gesellschaftlichen Ortungsraumes reduzierten sich dadurch auf ein einfaches Prinzip: Gebuckelt wird vor dem, der ein Mehr an Macht innehat und ausgeteilt wird in der Richtung, die durch ein Minus an Macht (zur eigenen Position) gekennzeichnet ist. Was auf der Ebene der Ausgewogenheit in den Machtverhältnissen passiert, kann man am besten mit Heuchelei und Intrigenpolitik beschreiben.

Dieses Prinzip ist sehr gut in Heinrich Manns „Der Untertan“17 dargestellt. Mann entwirft die Figur eines deutschen mittelständischen Bürgers zur Zeit der Wilhelminischen Ära. Diederich Heßling, die Hauptfigur des Romans zeichnet sich durch einen überaus starken Karrieregeist aus, für den er nach und nach jegliche Beziehung zu den zwischenmenschlichen Faktoren seines Lebens abbricht, um, wie er es dann auch realiter tut, den Spuren der Macht zu folgen. Diederich Heßling zeichnet sich durch eine fast krankhafte Untergebenheit zu dem Vertreter der Macht, Kaiser Wilhelm II. aus.

Die Figur des Kaisers nimmt hierbei die Rolle des Repräsentanten für eine Macht ein, die aufgrund eines höheren Prinzips („Von Gott gegeben“) beruht. Diese Figur der Macht produziert einen Kodex (Treue, Disziplin, Pflichtbewußtsein, Nationalstolz), der von Diederich Heßling zwar bis zum Erbrechen, in jeder nur erdenklichen Situation heruntergebetet wird, die er aber in seinen Bewegungen innerhalb der Konstellation des Romans nicht wirklich nachvollzieht. Der traditionelle Kodex wird als bloßes Vokabular angewendet. Die Handlungen aber, die er vollzieht, richten sich ausschließlich nach dem Plus oder Minus an Macht, das sein jeweiliger Handlungspartner innehat und bekommen dadurch die Funktion eines Tastmechanismus, der ihm hilft, Intrigen zu spinnen, um Macht an sich reißen zu können und dafür die Pole, je nach Bedarf zu wechseln und gegeneinander auszuspielen.

Die Macht, oder vielmehr das Potenzial an Gewalt, das sie entfalten kann, stellt für ihn das Segment der Verehrungswürdigkeit dar. An dem Gedankengang am Ende des ersten Kapitels läßt sich diese Einstellung dokumentieren: „Die Macht, die über uns hingeht und deren Hufe wir küssen! [...] Gegen die wir nichts können, weil wir alle sie lieben! Die wir im Blut haben, weil wir die Unterwerfung darin haben! Ein Atom sind wir von ihr, ein verschwindendes Molekül von etwas, das sie ausgespuckt hat! Jeder einzelne ein Nichts, steigen wir in gegliederten Massen, als Neuteutonen, als Militär, Beamtentum, Kirche und Wissenschaft, als Wirtschaftsorganisationen und Machtverbände kegelförmig hinan, [...]! Leben in ihr, haben teil an ihr, unerbittlich gegen die, die ihr ferner sind, und triumphierend, noch wenn sie uns zerschmettert: denn so rechtfertigt sie unsere Liebe!“18

Das Unerreichbare der Macht wird bis zum Mystizismus getrieben und tritt dadurch selbst an die Stelle der Kaiserfigur und dem damit verbundenen Ehrenkodex des kleinen Mannes, den es als wirklichen Lebenshorizont nicht geben kann, da dieser für die Macht als Rechtfertigung für Macht nur hinderlich sein kann; so, wie jegliche Gesellschaftsform, die auf klar definierten Konzeptionen beruht, die totalitäre Machtexpansion über kurz oder lang behindern wird. Die absolute Machtgewinnung ist ein dynamischer Prozeß, der die Ordnung eines Landes, einer Nation und so er ausgeprägt genug ist, die der Menschheit zerstört, um aus diesem Machtpotenzial heraus, noch mehr Macht zu akkumulieren.

So befindet sich die Romanfigur Heinrich Manns stets in dem Konflikt zwischen der traditionellen Macht, die der Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung dient, und dem Machtbild, welches das der zerstörerischen Machtexpansion ist und die Romanfigur einen Karrieregeist entwickeln läßt, der sich über jegliche Ordnung hinweg seine Bahn sucht. Diese Geneigtheit der Romanfigur äußert sich noch in einem weiteren Punkt. Infolge dieses willentlichen Identitätsverlustes muß ein Ersatz für das Gefühl des „Menschseins“, im Sinne des romantischen Individualismus, dessen Vertreter der „alte Buck“ darstellt, wie ich meine, gefunden werden. Diese Rolle übernehmen für Diederich Heßling die Tugenden, die schon als Produkte des Machtbildes des Kaisers einen politischen Kodex bildeten. Doch ihnen fehlt in der Romanfigur das Fundament, um einen wirklichen Lebenskodex herauszubilden. Sie werden vielmehr in den Status der Mode als Konsequenz des Individualitätsverlustes gerückt, der als solcher den Schein von Identität hervorruft, wodurch ein Handeln möglich wird. Dieses Handeln fällt zusammen mit dem Willen zur Macht. Die Mode kann keine wirklichen Inhalte transportieren, da sie selber ein dynamisches System aus Zeichen darstellt, das einer ständigen Neuordnung unterworfen ist, und dadurch die Inhalte in die Sphäre des Inhaltslosen, des Slogans transferiert werden. Der Wille zur Macht als das Ergebnis des Willens zur individuellen Handlungsmöglichkeit, tritt als das Produkt des kollektiven Selbstbewußtseins auf, was wiederum Bestandteil des Individualitätsverlustes ist und zum Entstehen des Massenmenschen beitragen wird. Dieser Wille zur Macht - der auch gleichzeitig die Bereitschaft zur Unterwerfung unter eine solche darstellt, sobald es einen charismatischen Führer gibt - wird in diesem Zusammenhang zur Konsequenz aus der Suche nach Individualität innerhalb eines Gefüges, das Anonymität produziert.

Hierüber, aber mit einem anderen Zugang, gibt auch die im Zeitraum von 1929-1930 unter der Leitung Erich Fromms angefertigte Studie „German Workers 1929. A Survey, ist Methods and Results“19 Auskunft. Darin werden Arbeiter und Angestellte anhand von Fragebögen auf den Zusammenhang zwischen persönlich-emotionalen Eigenschaften und Parteizugehörigkeit hin untersucht. Aus der Interpretation der Aussagen heraus wurde ein für die Entwicklung der „Schreibtischtätermentalität“ interessanter Typus herausgestellt. Es handelt sich hierbei um den „rebellisch-autoritären Typus“. Erich Fromm begründet die Entwicklung dieses Typs anhand der gesellschaftlichen Situation die sich mit dem Zusammenbruch der deutschen Monarchie und der darauffolgenden Krisen ergab. Er kennzeichnet das Verhältnis zwischen monarchistischem Kleinbürgertum und Monarchen als eines, daß die einzelnen Mitglieder dieser Schicht „die Autorität mit all ihrem Glanz und ihren Machtsymbolen lieben“20 ließ. Nach dem Zusammenbruch dieses politischen Systems und die infolge der Inflation nach dem ersten Weltkrieg dieser Schicht zukommenden, verschlechterten wirtschaftlichen und politischen Stellung, kehrte sich die Verehrung für die staatlichen Autoritäten in ihr genaues Gegenteil um. „Sowohl das Kleinbürgertum als auch vor allem die junge Generation ließen rebellisch-autoritäre Züge erkennen und lehnten sich gegen die zunehmend verhaßten Autoritäten auf.“21

Das Gefühl der Sicherheit, daß in der wilhelminischen Ära noch dieöffentliche Meinung beherrschte, schlug in ein Gefühl der Unsicherheit und Ratlosigkeit der Zukunft gegenüber um. Dem konnten auch die staatlichen Autoritäten nichts entgegensetzen, wobei sie eine sehr schwache Position im Falle von Angriffen seitens ihrer Gegner einnahmen und somit die Vertrauensgrundlage der Staatsführung abhanden kam.

Dieses rebellisch-autoritäre Potenzial fand zunächst in den linken Parteien ein Ventil, bei denen der Kapitalismus die Rolle des Sündenbocks einnahm. Später, so schreibt Erich Fromm, kamen die Nationalsozialistischen Parteien hinzu, deren Propaganda nicht auf die Errichtung einer neuen Gesellschaftsform, wie bei den linken Parteien, hinauslief, sondern konkrete Autoritäten der Weimarer Republik, das Finanzkapital und das Judentum angriff. Zudem propagierten die Nationalsozialisten die Unterwerfung unter eine, im brutalen Sinne, autoritäre Führerperson, was viele der inaktiven Mitglieder und Wähler der linken Parteien, die Seiten wechseln ließ, so daß sich möglicherweise darin der enorme Zulauf in die nationalsozialistische Partei aus den Kreisen der Linksparteien heraus begründet. „Darüber hinaus dürfte in diesen Fällen die nationalsozialistische Idee eine größere Wirkung auf die Persönlichkeit gehabt haben als bei den linken Lehren, so daß diese Gruppe letztlich genau jene Personen repräsentierte, die entweder zu Beginn der dreißiger Jahre oder kurz nach der Machtergreifung von überzeugten Linken zu ebenso überzeugten Nationalsozialisten wurden.“22 Die Untersuchungsergebnisse geben in ziemlich konkreter Form die Diskrepanz zwischen den Persönlichkeitszügen der befragten Personen und ihrer Parteizugehörigkeit wieder. Es geht klar daraus hervor, daß ein Typus entstand, der die Unterwerfung unter eine Führerperson, eine „latente Sehnsucht nach einer umfassenden Unterordnung“ einer Weltanschauung vorzog, in der Werte wie Freiheit, Gleichheit und Glück von existentieller Bedeutung wären. Die Bereitschaft Gewalt auszuüben, absolute Macht zu spüren und sich mit ihr zu arrangieren und darüber hinaus sich als Mitglied einer rassischen Gemeinschaft anstatt einer Nationalitätengemeinschaft angehörig zu fühlen, tragen zur Etablierung eines Menschentypus bei, der seine Individualität zugunsten der Entfaltung in der anonymen Masse aufgibt, um durch ein nun mehr absolutes kollektives Selbstbewußtsein geführt zu werden.

III. Die nationalsozialistische Revolution und die Funktion der Masse

Die Entstehung der „Masse“ als politischer Faktor in der nationalsozialistischen Revolution und der damit verbundene Diskurs zum Ideal des „soldatischen Beamten“ wird in diesem Kapitel in Hinblick auf die Mentalität des Schreibtischtäters als Pfeiler der nationalsozialistischen Bürokratie untersucht.

Die Masse des 20. Jahrhunderts als neuer Diskurs innerhalb der Gesellschaftsanalysen unterscheidet sich zunächst vom Mob des 19. Jahrhunderts innerhalb der politischen Repräsentation nur wenig. Das nationalstaatliche Parlamentsystem funktionierte aufgrund eines Klassensystems, dessen politische Repräsentation durch die einzelnen Interessenparteien realisiert wurde. Bis zur Errichtung des NS-Staates ging man davon aus, das die Mehrheit der Bevölkerung einen demokratischen Körper bildete, der eigene Interessen in Parteien, Organisationen, Gewerkschaften oder anderen Interessengemeinschaften vertrat und somit seinen Teil zum politischen Leben beitrug. Hannah Arendt stellt dieser Vorstellung die Entwicklung einer Mehrheit als festen Bestandteil in jeder Gesellschaftsform gegenüber. Diese Mehrheit vertritt keine politischen Interessen und stellt sich auch zum größten Teil als politisch ungebildet dar. Außerdem legt dieser Mehrheit ein ausgeprägtes Desinteresse am politischen Tagesgeschehen zugrunde. Diese Mehrheit fand zunächst keine politische Repräsentation, da die Interessen so weit auseinandertreten, daß nur allgemeinste Parolen (wie die der nationalsozialistischen Bewegung) die Masse in Bewegung versetzen konnte. Dies verhält sich aber konträr zu den klar umrissenen politischen Kursen der Interessenparteien. In diesem Sinne wird die „Masse“ von H. Arendt als Gruppe definiert, „die sich, entweder weil sie zu zahlreich oder weil sie zu gleichgültig füröffentliche Angelegenheiten sind, in keiner Organisation strukturieren lassen, die auf gemeinsamen Interessen an einer gemeinsam erfahrenen und verwalteten Welt beruht, ...“23. Diese Entwicklung war aus der Eliminierung der Klassen hervorgetreten. So übernahm die NS-Partei die Funktion der Repräsentation dieser formlosen, da desinteressierten „Masse“, wodurch sie einer parlamentarischen Mehrheit gegenüberstand, deren repräsentierte Klassen infolge der verheerenden Konsequenzen des ersten Weltkrieges für Deutschland nicht mehr existierten.

Der einzelne Mensch, wie Hannah Arendt weiter ausführt, sah sich aufgrund des Verlustes einer mit der Gemeinschaft gemeinen Welt isoliert, und entwickelte eine Nachlässigkeit der eigenen Person gegenüber, der der allgemeine Tenor der Unbedeutsamkeit des einzelnen Individuum entsprach, das aufgrund der Eingebundenheit in die Masse ersetzbar geworden ist. Darin besteht ein Unterschied zum Mob des 19.Jahrhunderts. Die Mentalität der Masse des 20. Jahrhunderts zeigt sich von jeglichem Idealismus entblößt, so daß, wie beim Zusammenbruch des NS-Staates das ideologische Fundament das gegeben war, den Staat nicht überlebte und die Bevölkerung durch den Vergessenswahn der Nachkriegsjahre gekennzeichnet war. So schreibt Hannah Arendt in dem Kapitel „Der Untergang der Klassengesellschaft“ folgendes über die Funktion einer solchen Mentalität innerhalb der totalitären Herrschaftsform: „Solange aber die Bewegung hält und innerhalb ihres organisatorischen Rahmens ist das fanatisierte Mitglied weder von Erfahrung noch von Argumenten zu erreichen; es sich so mit der Bewegung identifiziert, geht den Bewegungsgesetzen so völlig konform, daß es scheint, als sei die Fähigkeit, Erfahrungen zu machen, überhaupt vernichtet, ...“24. Entgegengesetzt dieser Bewegung, die charakteristisch für totalitäre Systeme ist, gerät das Volk in eine moralische Stagnation, durch die es zu gleichen Teilen zu Opfer und Täter werden kann, je nachdem, was von ihnen verlangt wird. Diese Haltung sich selbst gegenüber stellt wohl auch die Begründung dafür dar, daß die linken Parteien mit ihrer Ideologie der Erlösung von den Ketten der Unterdrückung, so viele Anhänger an die NS-Partei zu einem politisch entscheidenden Zeitpunkt verlor. Denn das Argument der Erlösung kann nur eine Gruppe mobilisieren, die eigene Interessen vertritt und einen Horizont der Vorstellung über die eigene Existenz besitzt. Der moderne Massenmensch aber hat das Interesse an sich selber eingebüßt, was ihn zum Paradigma des willenlosen Körpers werden läßt, der wie geschaffen für den Befehlsempfang und dessen bedenkenlose Ausführung erscheint. Es ist in diesem Zusammenhang durchaus eine gewisse Kontinuitätslosigkeit und eine dadurch bedingte Umstellungsfähigkeit dieser Mentalität zu beobachten, die sich die Führer des NS-Systems zu eigen machten.

Die geschilderte Desinteressiertheit am eigenen Wohlergehen macht den modernen Massenmenschen so brauchbar für ein totalitäres System, da die fehlende Selbstverantwortung auch zur Verantwortungslosigkeit seiner Umwelt gegenüber führt, so daß die zwischenmenschlichen Beziehungen unter einem Haufen allgemeinster Ziele und Parolen aus dem Alltag der Massen verdrängt werden.

Dieser Charakterzug entspricht der bereits angeführten Romanfigur Heinrich Manns, insofern diese Figur sich in ein notorisch verstärkendes Mißtrauen den Personen gegenüber vertieft, die ein Potential an menschlicher Nähe und Vertrautheit in das Leben Diederich Heßlings bringen könnten (Agnes, der alte Buck), wodurch er sich in seinem Drang nach „Selbstentfaltung“ gefährdet fühlt. Entgegengesetzt dazu vertraut er fast blindlings den Vertretern der Macht (Wulckow) und fühlt sich zu ihnen hingezogen, da er seine untergeordnete Position zu diesen Herren kennt und sich selber sozusagen orten kann.25

Diesem Typus ist jedoch noch ein gewisser Ehrgeiz eigen, den das totalitäre System auszuschalten trachtete. In diesem Zusammenhang sind auch Aussprüche Heinrich Himmlers zu verstehen, nach denen das Ideal des SS-Mannes eine Mentalität besitzt, wonach dieser Typus „unter keinen Umständen je eine Sache um ihrer selbst willen tun wird“26. Der Befehl, sollte also seines Imperativs wegen befolgt werden und nicht seiner ihm grundlegenden ideologischen oder politischen Inhalte wegen. Das unterscheidet sich zunächst kaum von dem militärischen Befehl. Doch wird hier das militante Prinzip umgekehrt, insofern der Befehlsempfänger den Befehl selber nicht moralisch „abtastet“. Demnach wurde die Frage nach dem Gewissen und der Möglichkeit den Befehl zu verweigern, wenn daraus ersichtlich würde, daß er gegen die Ethik und vor allem das Rechtsempfinden verstößt, falsch gestellt, wenn sie den NS-Kriegsverbrechern gestellt wurde. Das Rechtempfinden zu verletzen und somit die Einsicht einer höheren Ordnung - der Moral - zu provozieren, setzt voraus, „daß der Befehl, um für den Soldaten“ (oder den soldatischen Beamten) „augenscheinlich unrechtmäßig zu sein, den Rahmen des ihm gewohnten Rechtssystems durch seine Ungewöhnlichkeit sprengt“27. Doch orientiert sich der Mensch an der ihn umgebenden Ordnung, wodurch das Gewissen allein keine Grundlage für das Erkennen des Unrechtmäßigen darstellen kann. Denn, wie man an dem Funktionieren der Schreibtischtäter Eichmann und Müller sehen kann, wird das Unrechtmäßige durch das System, in dem das Verbrechen anhand einer staalichen Ordung verübt wird, zum Rechtmäßigen. Sie handelten innerhalb eines bürokratischen Apparates, der zu einer staatlichen Ordung gehörte, und der diese am Ende vollständig ausfüllen sollte, die geannten Personen innerhalb des ihnen vorgegebenen Rahmens. Der Maßtab, an dem sich das Erkennen des unrechtmäßigen Befehls mißt, ist der auffallende Unterschied zu der Ordung, innerhalb derer er erteilt wird. So kommt Hannah Arendt zu dem Schluß, daß Eichmann „im Sinne der Regel gehandelt und die an ihn ergangenen Befehle auf ihre „offensichtliche“ Rechtsmäßigkeit, nämlich Regularität hin geprüft“28 hat.

Damit wird ganz klar ein Typus beschrieben, der ohne eigene Intuition und Interessen die Tätigkeiten ausführen wird, die ihm zugeteilt werden. Die Gemeinsamkeit einer Weltanschauung wird hierbei zugunsten einer absoluten Ichbezogenheit bekämpft, die aber keine Grundlage für die Produktion eigener Standpunkte und Intentionen darstellt, sondern die der Isoliertheit in einer Umgebung von Befehlserteilung -und Ausführung verstärkt, wodurch „die totale Herrschaft ihre volle Macht ausüben, sich ungehindert durchsetzen“29 kann. Ziel Himmlers war es, wie im Buch Hans-Jürgen Döschers „Das Auswärtige Amt im dritten Reich“30 dokumentiert wird, einen Typus des politischen Soldaten durch biologisch- materialistische Selektion zu erschaffen; einen soldatischen Beamten, der aus den Reihen der SS zu rekrutieren sei, die diesen Selektionsprozeß durchführen sollte und zu dessen Hauptantriebskraft wurde. Dazu führt Döscher einen 1937 veröffentlichten Beitrag über „Aufgaben und Aufbau der Sicherheitspolizei im dritten Reich“ des SS-Gruppenführers Heydrich an, der besagt, daß „durch rassische und charakterlich-menschliche Auslese“ der Typus des „soldatischen Beamten“ zu schaffen sei, „der allein die stets im Weltanschaulichen begründeten Aufgaben der Staatspolizei und der Kriminalpolizei erfüllen kann“31. Durch das Heranziehen in Führerschulen sollte dieser Typus das Material für den zukünftigen Verwaltungsapparat bereitstellen.

Zusammenfassend könnte man den neuen Typus des soldatischen Beamten als die Weiterentwicklung der Mentalität des kolonialen Verwaltungsbeamten sehen, der das zu verwaltende Territorium als eine von sich abgetrennte Ansammlung von Körpern sieht, die diskontinuierlich, weil ohne eigene Intentionen handelt.32 Der Unterschied dazu besteht jedoch für den „soldatischen Beamten“ darin, selbst Teil dieser indifferenten, homogenen Masse zu sein, wobei das Selbstgefühl gerade soweit ausgeprägt ist, um den Anforderungen der gestellten Aufgaben zu entsprechen. Die Beziehung zur Macht wird hierbei durch den Begriff der Treue deutlich. In der Interpretation des SS-Slogans „Unsere Ehre ist unsere Treue“ formuliert Hannah Arendt treffend die durch die Aushöhlung des traditionellen Treue-Begriffs sich vollziehende Abstraktion der Position zur Macht, wenn sie schreibt: „... während die Ehre eines Menschen sonst in dem begründet ist, dem er die Treue hält, ist hier die Treue selbst, in abstraktester Gehaltlosigkeit und gerade darum in einem nicht überbietbaren Fanatismus, zu dem gemacht, was jeden einzelnen überhaupt zusammen -und in der Welt hält“33. Somit wird die Botschaft der Differenziertheit und der damit verbundenen Möglichkeit, eine individuelle Position einzunehmen von vornherein beraubt und auch der Wille als solcher determiniert, um einen Scheinwillen zu produzieren, den der Pflichterfüllung um jeden Preis.

IV. Der Schreibtischtäter

Der theoretische Typus, der beschrieben wurde und seine „Entfaltung“ im NS-Staat anhand geplanter Selektionsmaßnahmen finden sollte, wird in diesem Kapitel mit den Personen Heinrich Müller und Adolf Eichmann verglichen, die durch ihre Kaltblütigkeit und Befehlsversessenheit hervortraten und nach diesen Grundsätzen ihr Tätigkeitsfeld gestalteten. An ihnen werden einige Gemeinsamkeiten mit dem theoretischen Typus zu beobachten sein und die Anatomie des Schreibtischtäters verdeutlichen. Dabei spielt der Werdegang dieser NS-Beamten nur eine sekundäre Rolle, mit Ausnahme einiger Aspekte, die ein besseres Verständnis in Hinblick auf die Position innerhalb des Machtgefüges und des damit verbundenen Selbstverständnisses in Anbetracht der Legitimierung der verbrecherischen Taten vor sich selbst, gestatten.

Heinrich Müller war wohl das, was man den Prototypen des gewissenhaften Beamten nennen kann. Er zeichnete sich nach den Angaben einiger Mitarbeiter durch seine überdurchschnittliche Intelligenz und sein erbarmungsloses Machtstreben aus und arbeitete sich vom Kanzleigehilfen zum Reichskriminaldirektor hoch.

Hier zeichnet sich ein Widerspruch zum erwähnten Ideal des „soldatischen Beamten“ ab, der sich eben dadurch auszeichnen sollte, kein übergeordnetes Machstreben zu entfalten. Doch war dieser Karrieregeist auch eine unbestreitbare Charaktereigenschaft Heinrich Müllers, so wurde diese durch seine Beziehung zur Macht ausgeglichen. Er sah sich selber als Bürokrat an, was aus dem Text von Andreas Seeger „Gestapo-Müller: Die Karriere eines Schreibtischtäters“34 hervorgeht, dessen Berufsethos auf der absoluten Staatsräson beruhte. Einzig ausschlaggebend war für ihn die Pflichterfüllung für den Staat, dessen Ideologien und politischen Inhalte ihm gleichgültig waren. Die primäre Aufgabe, der er sich stellte, war die Optimierung des bürokratischen Apparates.

Wie kann es aber sein, daß ein Beamter, der noch im demokratischen Umfeld tätig war, plötzlich unter einer Diktaturherrschaft genauso beflissen seinen Beruf ausübt? Auch Heinrich Müller war ein ausgeprägtes Desinteresse an ideologischen Inhalten und politischen Horizonten eigen, auch er war eher ein anonymer Ausführer von Befehlen als eine Führerpersönlichkeit.

So muß man demnach bemerken, daß die Staatsloyalität noch aus der Tradition des nationalstaatlichen Beamtentums her in den Köpfen der Verwaltungsbeamten eine große Rolle spielte und demzufolge die Mehrheit der mittleren Beamtenschicht nach dem Umsturz nach 1933 beflissen in ihren Posten weiter tätig waren und nur ein geringer Teil aus politisch- ideologischer Überzeugung heraus ihre Stellungen aufgaben. Diese absolute Ergebenheit vor dem Staat ist vergleichbar mit der Mentalität des durch den Expansionsgedanken geprägten Typus, durch den die Macht einer Mystifizierung als abstrakter Macht unterzogen wird, die ihre Berechtigung in der immer weiter fortschreitenden Akkumulation derselben findet.

Die Spezialisierung Heinrich Müllers auf die Praktiken sowjet-russischer Polizeitaktiken und sein enormes Wissen um den Polizeiapparat im allgemeinen, machten ihn für die NS-Funktionäre so wichtig, daß er von Himmler und Heydrich in die Schlüsselposition des Gestapo-Chefs eingesetzt wurde, deren Hauptaufgabe in der Verfolgung von sogenannten Staats -und Volksfeinden bestand. „Heydrich und Himmler triumphierten über die ideologischen Bedenken der Partei, indem sie aus pragmatischen Gründen mit Fachleuten wie Heinrich Müller Schlüsselpositionen besetzten.“35 Die „ideologischen Bedenken der Partei“ leiteten sich aus der Diskrepanz der höheren Funktion Müllers im Staatsapparat und der fehlenden Mitgliedschaft in der NSDAP ab.36 Dies kann als Beleg dafür gelten, daß der Beamte Müller keine politischen Interessen in der übereifrigen Erfüllung seiner Aufgaben verfolgte. Müller bearbeitet sein Terrain als Kriminalbeamter (vor der Machtübernahme), daß sich mit der Verfolgung von Straftätern aus den Reihen der linksradikalen Organisationen heraus, beschäftigte, unter rein berufsmäßigen Aspekten und ohne idealistische Intentionen, wie Seeger feststellt. „Er war der prosaische Typ des Funktionärs, der monoman seiner Arbeit als Polizeibeamter nachging. [...] Er kannte weder Mitleid noch Skrupel, wenn es um die Verfolgung von „Reichsfeinden“ ging. Menschenverachtend, aber ohne Sadismus, zynisch, doch ohne persönliche Befriedigung am Töten, war er ein Produkt obrigkeitsstaatlicher Tradition ...“37.

Bei der Personalbelegung der Dienststelle II-1-A im Reichssicherheitshauptamt, deren Leiter er war, wählte er seine Mitarbeiter „nicht nach politischen Kriterien aus, vielmehr lag ihm an Fachkenntnissen und Kompetenz“38. Seine Einstellung zur hundertprozentigen Pflichterfüllung und der absolute Einordnungswille kam den NS-Funktionären sehr recht, denen „das absolute Funktionieren ihres Ladens wichtiger war, als die formelle Zugehörigkeit eines Mitglieds zur Partei“39.

Das „Funktionieren des Ladens“, das für die NS-Funktionäre so wichtig war, um das einzelne Individuum von innen her zu durchdringen und die totale Bewegung voranzutreiben, bedeutete für Müller die Erfüllung des Berufsethos, als ein Beamter der den Verwaltungsapparat, in dem er tätig ist, zu optimieren versucht. So, wie der Schlosser den Motor feinjustiert, damit dieser „wie geschmiert läuft“. „Er perfektionierte das von seinen Vorgesetzten befohlene System der karteimäßigen Erfassung von Personen und legte selbst über NS-Führer, Minister und hohe Staatsbeamte personenbezogene Daten an.“40

Hier tritt die Beziehung des Schreibtischtäters zum System zutage. Der soldatische Beamte arbeitet ständig an der Perfektionierung des Apparates, dessen Fachmann er ist. So wird die Abstraktion jeder bürokratischen Verordnungsform durch ihre Bedeutung als kybernetisches Werkzeug nochmals abstrahiert. Das, was durch die beschriebenen Prozesse den Beamten als Gewalttypus herausstellt, ist nicht so sehr dessen Beziehung zu seinen Mitmenschen, oder die Auffassung über den Wert des einzelnen Lebens, sondern die Entdeckung des Verwaltungsbetriebes als eine Gewaltmaschinerie, die sich anhand der ständigen Bewegung und der davon ausgehenden Perfektionierung als eigenständiges, totales System zwischen den Menschen (Beamten) und der so geprägten, formlosen Masse stellt, so daß die Schaffung der Masse mir der Komplexität des Verwaltungsapparates einhergeht. Auch Adolf Eichmann hegte keinen Haß gegen die Juden, die er „umsiedelte“. Das Gegenteil war der Fall. Er behandelte die Vertreter des Judenrates stehts zuvorkommend und verhandelte mit ihnen auf „gleicher Ebene“. Im Gegensatz zum Beamten Müller war Eichmann eher ein Soldat, der sich aufgrund dessen mit Befehlen „eindeckte“, wie Hannah Arendt feststellt. Sein Pflichtbewußtsein gründete sich auf den Vorlagen des militärischen Befehlsempfangs, der wie schon erwähnt, seine Umkehrung innerhalb des totalitäre System erfuhr. Hannah Arendt stellt anhand der Mentalität Adolf Eichmanns, die Inhaltslosigkeit der Beziehung des Schreibtischtäters zu seinen Taten fest, indem sie schreibt: „Ausser einer ganz ungewöhnlichen Beflissenheit, alles zu tun, was seinem Fortkommen dienlich sein konnte, hatte er überhaupt keine Motive [...] Er hat sich nur, um in der Alltagssprache zu bleiben, niemals vorgestellt, was er eigentlich tat.“41 Doch auch Eichmann war mit der Perfektionierung seines Zuständigkeitsbereiches, der Logistik der Verschleppung des europäischen Judentums, beschäftigt. So tat er sich bei der Räumungösterreichs, als Leiter der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien hervor, indem er innerhalb von acht Monaten 45000 Juden durch „forcierte Auswanderung“42 verschleppte. „Zwei Dinge konnte er besser als andere: er konnte organisieren, und er konnte verhandeln.“43

Aus heutiger Sicht könnte man den Schreibtischtäter, so, wie er sich anhand der Personen Müller und Eichmann zeigt, als einen Informatiker vorstellen, der davon besessen ist, den Algorithmus eines Programms zu optimieren; für den dadurch die Inhalte, die zu „bearbeiten“ sind aus dem Blickfeld geraten, da sie austauschbar geworden sind. Für einen Apparat, der seine Konsequenz in der fast algorithmischen Durchdringung seiner Umwelt erfährt ist es daher unrelevant, ob es sich bei den zu verwaltenden Inhalten um Menschen, Gegenstände oder binäre Strukturen handelt. So wird aus dem Rad im Gertiebe des Systems erst durch das Verbrechen ein Täter, der erst dadurch in den Status des Menschen zurückversetzt wird.

Gerade durch die Perfektionierung des Apparates wird die Zuverlässigkeit der Diagramme, Meldungen und Berichte garantiert, die dem Beamten die realen Abläufe als „gefilterte“ Darstellungen und Berechnungen zeigen.

Der Schreibtischtäter vertritt, aus dieser Perspektive gesehen, die Funktion des Ingenieurs, dessen Mentalität durch die genannten Phasen geschichtlich-soziologischer Umorientierungen dazu vorbereitet wurde, die idealistischen Vorstellungen über den Wert eines jeden Menschen zugunsten eines Technikfanatismus (im übertragenen Sinne)44 aufzugeben. Daher kann auch nicht die Frage nach dem Moralempfinden dieser Beamten bei der Ausführung ihrer verbrecherischen Taten gestellt werden, da die Vorstellung von Moral immer auch einen idealistischen Charakter annimmt und ein individualistisches Selbstempfinden anspricht, das diesem Typus nicht bekannt war. So ergibt sich auch die Frage nach eventuellen sadistischen Neigungen nicht, die diesen Typus dazu befähigt hätten, die begangenen Taten so konsequent ausgeführt zu haben, da „die Perfidität Müllers gerade darin lag, daß er sich die Hände nicht mit Blut befleckte, sondern die Massenmorde vom Schreibtisch aus in Auftrag gab“45. Eine Kategorie des Verbrechens, das den Schreibtischtäter zu einem solchen macht, muß aufgrund seiner Entfernung zu dem, der die Mordtat ausführt, bestehen, da das Verantwortlichkeitsmaß mit zunehmender Entfernung wächst. Durch die Entwicklung eines solchen Gesellschaftstypus konnte es dem totalitären Herrschaftssystem möglich sein, den Staat als ganzheitlich bürokratischen Apparat zu organisieren, in dem keine Gesetze erlassen wurden, sondern „die geregelte Unterdrückung auf dem Verordnungswege“ praktiziert werden konnte.

Literaturangabe:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Das Referat IV-B-4, dessen Leiter Adolf Eichmann 1941 war, befaßte sich zunächst als einziges mit der „Ausgliederung der europäischen Juden“ aus Europa. Siehe dazu Hannah Arendt „Eichmann in Jerusalem“, Piper Verlag GmbH, München, 1986

2 Andreas Seeger „Gestapo-Müller: Die Karriere eines Schreibtischtäters“, Metropol, Berlin, 1996, S. 107

3 Hannah Arendt „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, Piper Verlag, München, 1986

4 ebd., S.301

5 ebd., S. 286

6 ebd., S. 290

7 ebd., S. 292

8 über die Entstehung des Rassebegriffes siehe im zitierten Text von H. Arendt das Kapitel: „Die vorimperialistische Entwicklung des Rassebegriffs“, S. 351ff

9 ebd., S.306

10 ebd.

11 ebd., S. 329

12 ebd., S. 330

13 ebd., S. 330

14 ebd., S. 313

15 ebd., S. 314

16 ebd., S. 331

17 Heinrich Mann „Der Untertan“, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main, 1996

18 ebd., S. 63/64

19 Erich Fromm „Arbeiter und Angestellte am Vorabend des dritten Reiches“, dtv, München, 1980

20 ebd., S. 248

21 ebd., S. 248

22 ebd., S. 249

23 Hannah Arendt „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, S. 668

24 ebd., S. 662/663

25 So ist es auch bezeichnend, daß am Ende des Romans der Regierungspräsident Wulckow in eine höhere Stellung versetzt wird und Diederich Heßling nach erfolgreichen Intrigen den Abstand zu „seinem Herrn“ beibehält und ihn nicht etwa verdrängt oder überflügelt.

26 H. Arendt „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, S. 695

27 H.Arendt „Eichmann in Jerusalem“, Piper Verlag, München, 1986, S. 62

28 ebd., S. 63

29 H. Arendt „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, S. 695

30 Hans-Jürgen Döscher „Das Auswärtige Amt im dritten Reich: Diplomatie im Schatten der Endlösung“, Siedler Verlag, Berlin, 1987

31 ebd., S. 97

32 Die Eingeborenen der Kolonien handelten dennoch nach eigenen Traditionen und Vorstellungen und mit einem Bewußtsein der Zusammengehörigkeit. Doch wurden sie durch den kolonialen Verwaltungsapparat zu einer durch die verwaltende Gewaltbeherrschung zu einer anonymen, unberechenbaren Größe abstrahiert.

33 H. Arendt „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, S. 700

34 Andreas Seeger „Gestapo-Müller: Die Karriere eines Schreibtischtäters“, Metropol Verlag, Berlin, 1996

35 ebd., S. 51

36 Er trat erst1939 in die NSDAP ein, und das eher aus dem Karrierebewußtsein heraus, um den ständigen Querelen der Parteifunktionäre aus dem Weg zu gehen. Vorher gehörte er der „Bayerischen Volkspartei“ an.

37 ebd., S. 27

38 ebd., S. 40

39 ebd., S. 39

40 ebd., S. 47

41 H. Arendt „Eichmann in Jerusalem“, S. 56

42 Die forcierte Auswanderung bestand darin, die jüdischen Organisationen zum Aufbringen der nötigen finanziellen Mittel, für die Auswanderung der ärmeren jüdischen Bevölkerung, zu zwingen. Siehe dazu H. Arendt „Eichmann in Jerusalem“, S. 119ff

43 ebd., S. 120

44 die Konsequenz der Kybernetik des bürokratischen Verwaltungsapparates

45 Anreas Seeger „Gestapo Müller“, S. 22

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Der Schreibtischtäter - Die Mentalität der kanalisierten Macht
Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar  (Fakultät Medien)
Veranstaltung
Codierung von Gewalt
Autor
Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V100872
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schreibtischtäter, Mentalität, Macht
Arbeit zitieren
Tobias Rose (Autor), 2000, Der Schreibtischtäter - Die Mentalität der kanalisierten Macht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100872

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