Interkulturelle Kompetenz im pädagogischen Fachpersonal. Inwiefern ist das eine Schlüsselkompetenz für die frühkindlichen Bildung?


Hausarbeit, 2019

14 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung

2 Abstract

3 Einleitung

4 Theoretischer Teil
4.1 Kultur
4.2 Interkulturelle Kompetenz
4.3 Interkulturelle Kompetenz in Kindertagesstätten

5 Hypothese

6 Methodisches Vorgehen

7 Diskussion

8 Literaturverzeichnis

1 Zusammenfassung

Diese Studienarbeit setzt sich mit der interkulturellen Kompetenz im pädagogischen Kontext auseinander und bezieht sich zum größten Teil auf das Handeln der Erzieher in der frühkindlichen Bildung. Es wird aufgezeigt, inwieweit die interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz in der frühkindlichen Bildung zu verstehen ist. Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit mit Personen anderer Kulturkreise oder ethnischer Gruppen angemessen kommunizieren und interagieren zu können, also ein beidseitiger vernünftiger Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierung. Deshalb ist es wichtig, dass das handelnde Personal in Kindertagesstätten in interkultureller Kompetenz fortgebildet wird. Denn jedes Kind hat das Recht auf eine gleichwertige Behandlung und Versorgung. Kultur und Sprache dürfen nicht zu einem Hindernis bei der gleichwertigen Behandlung in Kindertagesstätten werden, sondern sollten als Ressourcen und Individualität betrachtet werden. Um der Chancengleichheit in der frühkindlichen Bildung gerecht zu werden bedarf es interkultureller Kompetenz.

2 Abstract

This student research project deals with intercultural competence in the pedagogical context and refers mainly to the actions of educators in early childhood education. It is shown to what extent intercultural competence is to be understood as a key competence in early childhood education. Intercultural competence is the ability to communicate and interact appropriately with people of other cultures or ethnic groups, i.e. to deal reasonably with people of different cultural orientations. That is why it is important that the acting educators in daycare centers receive further training in intercultural competence. Every child has the right to equal treatment and care. Culture and language must not become an obstacle to equal treatment in daycare centers, but should be seen as resources and individuality. Intercultural competence is required in order to do justice to equal opportunities in early childhood education.

3 Einleitung

Auf Grund von Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, entstand die Grundidee dieser Studienarbeit. Mit dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, warum es in unserer heutigen Zeit von wesentlicher Bedeutung ist, interkulturell kompetentes Fachpersonal in der frühkindlichen Bildung vorfinden zu können. Um ein wissenschaftliches Fazit ziehen zu können, müssen zunächst einmal grundlegende Begriffe, die eine große Relevanz für diese Arbeit besitzen, näher beleuchtet werden. Es muss zum einen deutlich werden, was Kultur ist und zum anderen, was interkulturelle Kompetenz ist. Zudem muss darauf eingegangen werden, inwieweit das pädagogische Fachpersonal in Kindertagesstätten interkulturelle Kompetenz erwerben und ausstrahlen kann. Diese Arbeit fokussiert sich nämlich auf interkulturelle Kompetenz im pädagogischen Kontext. Es soll verdeutlicht werden, warum interkulturelle Kompetenz bei den handelnden Erziehern in Kindertagesstätten von immenser Wichtigkeit ist und inwiefern diese Schlüsselkompetenz Einfluss auf die Entwicklung von Kindern nehmen kann. Dementsprechend wichtig ist es die unterschiedlichen Teilaspekte von interkultureller Kompetenz genauer zu erläutern, um eine genaue Schlussfolgerung auf den Zusammenhang zu erhalten. Zu guter Letzt folgt ein Fazit, das mit der Beantwortung der Leitfrage abschließt. Aus Gründen der Lesbarkeit wird in dieser Arbeit immer nur ein Geschlecht erwähnt, es sind jedoch beide Geschlechter damit gemeint.

4 Theoretischer Teil

4.1 Kultur

Interkulturelle Kompetenz baut auf ein grundlegendes Verständnis von Kultur auf. Aus diesem Grund muss zunächst einmal der Kulturbegriff genauer definiert werden. Kultur ist als vom Menschen geschaffenes Bedeutungsgewebe zu verstehen. Dieses Bedeutungsgewebe beinhaltet alles, was der Mensch selbst hervorbringt. Deshalb versteht man unter Kultur zum einen literarisch-musisch-künstlerische Errungenschaften, also Leistungen, die der Mensch unter anderem durch das Verändern seiner Umgebung hervorbringt und zum anderen geistige Errungenschaften, wie zum Beispiel (z.B.) die Wissenschaft oder religiöse Praktiken (Gemeinhardt, 2012; Gernhardt, Herrmann & Korte-Rüther, 2013). Kultur ist dementsprechend nicht nur visuell wahrzunehmen, sondern um Kultur zu verstehen und sie in Gänze wahrzunehmen, bedarf es weit mehr als nur die visuelle Fähigkeit des Menschen. Das oben beschriebene Verständnis von Kultur lässt darauf schließen, dass Kultur sich aus zwei Bestandteilen zusammensetzt. Es gibt die explizite und die implizite Kultur. Letztere stellt die nicht-sichtbaren Elemente von Kultur dar, also die kulturellen Bereiche, die für Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen, nur schwer zu erkennen sind und viel Zeit benötigen, um gesehen und verstanden zu werden. Mit der impliziten Kultur lassen sich somit Sitten, Gebräuche, Normen und Werte einer Kultur beschreiben. Mit der expliziten Kultur lassen sich die sichtbaren Artefakte von Kultur beschreiben. Zu den sichtbaren Artefakten zählen unter anderem Sprache, Kleidung, Essen und Gesten (Audebert et al., 2008). Heutzutage wird Kultur zudem als offenes, dynamisches und deterritoriales Gebilde betrachtet. Das wiederum bedeutet, dass Kultur sich prozessual und unabhängig von Ort und Zeit entwickelt. Der geographische Standort verliert immer mehr an Bedeutung für Kulturen und es kommt in unserer global vernetzten Welt zu einem multikulturellen Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft (Audebert et al., 2008). Multikulturell bedeutet, dass Menschen verschiedener Kulturen am selben Ort nebeneinanderher leben. Somit koexistieren viele unterschiedliche Kulturen innerhalb einer Gesellschaft (Gemeinhardt, 2012). Durch das multikulturelle Zusammenleben entstehen immer häufiger interkulturelle Begegnungen. Eine interkulturelle Begegnung ist jedes Treffen von zwei Personen, die nicht aus demselben Kontext stammen. Ob auf der Arbeit im Büro, im Supermarkt an der Kasse, in der Schule, in der Kindertagesstätte (Kita) oder sonst wo, interkulturellen Interaktionen sind in der heutigen Zeit unumgänglich. Um in diesen Situationen feinfühlig und sicher interagieren zu können, ist interkulturelle Kompetenz notwendig (Gernhardt et al., 2013).

Prototypen kultureller Modelle

Wenn die unterschiedlichen Kulturen weltweit betrachtet werden, lassen sich zwei Prototypen kultureller Modelle herauskristallisieren. Zum einen das Modell der psychologischen Autonomie, welches vorwiegend für die westliche Mittelschicht in Europa und in den USA typisch ist. Das Modell der psychologischen Autonomie legt den Fokus auf die Selbstverwirklichung (des Kindes). Kinder sollen lernen selbstbestimmt und selbstständig zu handeln und ihre Wünsche zu realisieren. Um das zu erreichen wird das Kind von den Eltern in die familiäre Kommunikation miteinbezo- gen und es werden viele offene Fragen an das Kind gestellt. Zum anderen gibt es noch das Modell der hierarchischen Verbundenheit, welches vorwiegend für ländliche und subsistenzwirtschaftlich orientierte Bevölkerungsschichten in Afrika und Asien typisch ist. Dieses Modell stellt nicht das Kind als Individuum in den Mittelpunkt, sondern betrachtet es lediglich in seiner Einbettung in die Gemeinschaft, in der es aufwächst. Dementsprechend liegt auch der kommunikative Fokus auf das Geschehen in der Gemeinschaft, in die sich das Kind einfügen muss. Außerdem herrscht ein repetitiver Sprachstil, denn dem Kind wird strikt vorgegeben, welche Meinung es zu vertreten hat und die Ansichten seiner Eltern zu teilen. Es muss bei beiden Modellen berücksichtigt werden, dass diese kulturellen Modelle nur Prototypen sind und Erziehung selten strikt nach einem dieser Modelle verläuft. Vielmehr sind diverse Hybridformen dieser beiden Prototypen in Kulturen weltweit vorzufinden (Gernhardt et al., 2013).

4.2 Interkulturelle Kompetenz

Heutzutage wird die Welt immer vernetzter und Menschen, die aus unterschiedlichen Kontexten stammen, kommen miteinander in Kontakt. Es wird von einer interkulturellen Situation gesprochen, wenn wir Menschen aus einem anderen Kontext begegnen und diese nicht unser Verständnis von Normalität teilen. Während wir uns in vielen Alltagssituationen den vorherrschenden Handlungsnormen und Regeln bewusst sind, fühlen wir uns in interkulturellen Situationen eher unsicher. Da wir in interkulturellen Situationen nicht wie gewohnt handeln, kommunizieren und interagieren können, wird die interkulturelle Begegnung zu einer großen Herausforderung. Um dieser Herausforderung gewachsen zu sein und sich auf derartig unsichere Situationen vorzubereiten, besuchen immer mehr Menschen professionelle, interkulturelle Kurse (Audebert et al., 2008; Gernhardt et al., 2013; Hepke, Peter & Scheithauer, 2017). Die Voraussetzung zur Bewältigung einer solchen Situation ist die Handlungskompetenz. Diese setzt sich aus verschiedenen Teilkompetenzen zusammen. Die Teilkompetenzen manifestieren sich jeweils auf drei verschiedenen Ebenen: auf der Wissensebene, auf der Haltungsebene und auf der Verhaltensebene (Gernhardt et al., 2013).

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Details

Titel
Interkulturelle Kompetenz im pädagogischen Fachpersonal. Inwiefern ist das eine Schlüsselkompetenz für die frühkindlichen Bildung?
Hochschule
Medical School Hamburg
Note
2.0
Autor
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V1009933
ISBN (eBook)
9783346397805
ISBN (Buch)
9783346397812
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühförderung, Interkulturalität, Interkulturelle Kompetenz, Pädagogik, Inklusion, Kindertagesstätte
Arbeit zitieren
Finn-Hendrik Stegen (Autor:in), 2019, Interkulturelle Kompetenz im pädagogischen Fachpersonal. Inwiefern ist das eine Schlüsselkompetenz für die frühkindlichen Bildung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1009933

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