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Physiognomik und Physikotheologie. Äquivalente des 18. Jahrhunderts

Titel: Physiognomik und Physikotheologie. Äquivalente des 18. Jahrhunderts

Akademische Arbeit , 2019 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Svenja Hahn (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Beitrag der Physiognomik zur Vereinigung von Wissenschaft und Glaube anhand einer Parallelisierung mit der Physikotheologie zu veranschaulichen. Die Physiognomik Lavaters ist daher ein Äquivalent zur Physikotheologie, da beide auf identische Weise vor allem eine Synthese anstreben.

Die Aufklärung wird in vielen Kontexten nicht nur mit der Entdeckung des Individuums, sondern auch mit dem Prozess der Säkularisierung gleichgesetzt. Dieser Vorgang des Bedeutungsverlusts der Kirche und des Glaubens setzte zwar, analog zur Aufklärung selbst, in jenem Zeitalter ein, doch war sie deshalb noch lange kein säkularisiertes Zeitalter. Mit den aufkommenden Naturwissenschaften bildete sich eine Art Vakuum, das es zu füllen galt. Die Naturwissenschaften befanden sich zu jener Zeit in einer Erprobungs- und Experimentierphase und obwohl es ihnen nicht möglich war, die Erklärungsposition der Kirche vollständig zu ersetzen, stellten sie die kirchliche Lehre mittels eigener Theorien in Frage. Dies führte zu einer Verunsicherung innerhalb der Gesellschaft und man begann, die verlorene Gewissheit wiederherzustellen. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich Kompromissbewegungen wie Physikotheologie und Physiognomik, deren Ziel es war, einen Mittelweg zwischen Verwissenschaftlichung und religiösen Extremismus zu präsentieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Profil zweier Strömungen: Physikotheologie und Physiognomik

2.1. Begriffliche Einführung und geschichtliche Genese der Physikotheologie

2.2. Begriffliche Einführung und geschichtliche Genese der Physiognomik Lavaters

3. Physiognomik Lavaters als Äquivalent zur Physikotheologie

3.1. Analoges methodisches Vorgehen

3.1.1. Die Methodik der Physikotheologie am Beispiel „Die Heide“

3.1.2. Lavaters Methodik der Physiognomik am Beispiel der „Physiognomischen Fragmente“

4. Tendenz zur Vereinseitigung: rationalistische Bibelübersetzung und missionarische Tätigkeit

4.1. Wertheimer Bibelübersetzung

4.2. Lavater-Mendelssohn-Affäre

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag der Physiognomik zur Harmonisierung von Wissenschaft und Glaube im 18. Jahrhundert, indem sie diese mit der Physikotheologie parallelisiert. Ziel ist es, die oft als bloße „Wahrsagekunst“ verkannte Physiognomik Johann Caspar Lavaters als wissenschaftlich intendiertes Äquivalent zur Physikotheologie neu zu bewerten und ihre Rolle im aufklärerischen Diskurs aufzuzeigen.

  • Vergleich der methodischen Ansätze von Physikotheologie und Physiognomik.
  • Analyse der Schnittstelle zwischen naturwissenschaftlicher Betrachtung und religiöser Transzendenz.
  • Untersuchung der Rolle des Bildungsbürgertums und der zeitgenössischen Wissenschaft.
  • Kritische Betrachtung von Extrempositionen wie der rationalistischen Bibelübersetzung und Lavaters Missionierungsversuchen.
  • Neubewertung der Physiognomik als Mittel zur Entschlüsselung göttlicher Botschaften durch den Menschen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Analoges methodisches Vorgehen

Das Hauptargument der Äquivalenz von Physikotheologie und Physiognomik ist das kommensurable methodische Vorgehen. Gunter Grimm liefert zur Beschreibung des Verfahrens eine prägnante Formel: „[…] der subjektiv-sinnlichen Empfindung und der objektiv-empirischen Gegenstandsbeschreibung folgt die Reflexion auf den Nutzen dieses Gegenstandes für die Menschen, und daraus leitet sich folgerichtig der Lobpreis Gottes ab […].“ Die wissenschaftliche Herangehensweise an den Untersuchungsgegenstand, der Bezug auf den Menschen sowie das lobpreisende Fazit sind sowohl für die Physikotheologie, als auch für die Physiognomik charakteristisch und zeigen ihre Mittelstellung im aufklärerischen Diskurs um die Frage nach dem Verhältnis von naturwissenschaftlichen Fortgang und einer religiös geprägten Gesellschaft an. Im Folgenden soll diese Analogie anhand einiger exemplarischer Werke zur Physikotheologie wie zur Physiognomik vorgeführt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit verortet die Physikotheologie und die Physiognomik als Kompromissbewegungen im Spannungsfeld zwischen Säkularisierung, Naturwissenschaft und religiösem Glauben.

2. Profil zweier Strömungen: Physikotheologie und Physiognomik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die begrifflichen Grundlagen beider Bewegungen im 18. Jahrhundert nach.

3. Physiognomik Lavaters als Äquivalent zur Physikotheologie: Hier wird die methodische Analogie zwischen beiden Strömungen analysiert, wobei anhand konkreter Beispiele die wissenschaftliche Systematik herausgearbeitet wird.

4. Tendenz zur Vereinseitigung: rationalistische Bibelübersetzung und missionarische Tätigkeit: Der Autor beleuchtet radikale Auswüchse beider Strömungen, die das Ziel einer Synthese von Glaube und Wissenschaft zugunsten einseitiger Tendenzen verschoben haben.

5. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine differenziertere Betrachtung der Physiognomik als legitimen Beitrag zum aufklärerischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Physikotheologie, Physiognomik, Johann Caspar Lavater, Aufklärung, Säkularisierung, Wissenschaft, Glaube, Ebenbildlichkeit, Naturkunde, Menschenkenntnis, Methodik, Wertheimer Bibelübersetzung, Moses Mendelssohn, Chiliasmus, Religionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und methodischen Gemeinsamkeiten zwischen der Physikotheologie und der Physiognomik Lavaters im 18. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Versuche zur Synthese von Naturwissenschaft und Religion sowie die Frage nach der „Bestimmung des Menschen“ in der Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Physiognomik als ernsthaftes wissenschaftliches Äquivalent zur Physikotheologie zu rehabilitieren und ihre methodische Parallelität aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der historische Quellen und exemplarische Werke in den Vergleich einbezogen werden, um methodische Übereinstimmungen zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die methodischen Grundlagen, vergleicht exemplarische Werke wie „Die Heide“ von Brockes mit den „Physiognomischen Fragmenten“ Lavaters und erörtert extreme Tendenzen in beiden Lagern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Physikotheologie, Physiognomik, Aufklärung, Synthese von Glaube und Wissenschaft, methodische Analogie, Ebenbildlichkeit Gottes.

Inwiefern spielt das Konzept der „Ebenbildlichkeit“ eine Rolle bei Lavater?

Die Ebenbildlichkeit dient als theoretisches Fundament, das Lavater legitimiert, durch das Studium des äußeren Menschen Rückschlüsse auf sein inneres, gottgegebenes Wesen zu ziehen.

Was zeigt die „Lavater-Mendelssohn-Affäre“ für die Argumentation des Buches?

Sie dient als Fallbeispiel für eine einseitige, missionarische Instrumentalisierung der Physiognomik und verdeutlicht die Spannungen innerhalb des aufklärerischen Diskurses.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Physiognomik und Physikotheologie. Äquivalente des 18. Jahrhunderts
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Kirchengeschichte)
Veranstaltung
Proseminar: Die Aufklärung: Aufbruch zur Vernunft oder Ende aller Gewissheit
Note
1,3
Autor
Svenja Hahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V1011160
ISBN (eBook)
9783346403445
ISBN (Buch)
9783346403452
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Physiognomik Physikotheologie Lavater „Die Heide“ Physiognomische Fragmente Wertheimer Bibelübersetzung Lavater-Mendelssohn-Affäre Synthese von Glaube und Vernunft Rana- Akrido- und Testaceotheologie John Ray Three Physico-Theological Discourses William Derham Physico-Theology Astro-Theology „Hydrotheologie“ „Pyrotheologie“ oder „Aёrotheologie“ Hamburger Kreis Pathognomik Methode des Schattenrisses Barthold Heinrich Brockes Irdisches Vergnügen in Gott Moses Mendelssohn Charles Bonnet Palingénésie philosophique Philosophische Untersuchung der Beweise für das Christentum Zuschrift der Bonnetischen Untersuchung der Beweise für das Christenthum an Herrn Moses Chiliasmus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Svenja Hahn (Autor:in), 2019, Physiognomik und Physikotheologie. Äquivalente des 18. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011160
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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