Stärkung ländlicher Regionen mithilfe touristischer Projekte am Beispiel der Lüneburger Heide


Akademische Arbeit, 2021

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problematik

2. Fallbeispiel: Das integrierte ländliche Entwicklungskonzept der Naturparkregion Lüneburger Heide
2.1 Das touristische Zukunftskonzept Lüneburger Heide/ Elbtalaue 2015
2.2 Ziele des ILEK
2.3 Leitprojekt I.1
2.4 Leitprojekte I.2 und I.3
2.5 Leitprojekt I.4

3. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Ländliche Räume repräsentieren Orte, welche nicht über 5000 Einwohnern verfügen. Zudem werden in diesem Kontext auch Regionen mit einer Einwohnerdichte von weniger als 150 Einwohnern pro Quadratkilometer mit- einbezogen. Diese Eingrenzung bezieht etwa 60% der Fläche Deutschlands ein.1 Das heißt, mehr als die Hälfte der Bundesrepublik besteht aus ländlichen Räumen. Solche Räume werden, genau wie große Metropole und Urbanzonen, von Menschen besiedelt, welche soziale und physiologische Bedürfnisse haben. Selbige müssen gleichwertig vom Staat berücksichtigt werden. Nicht selten wird an dieser Stelle von sozialer Ungleichheit gesprochen, besonders bezogen auf Gebiete aus dem Nordosten Deutschlands. Die Soziologin Claudia Neu begründet die Ungleichheiten mit den territorialen Diskrepanzen, die in Deutschland existieren. Die Kluft zwischen den Wirtschaftsstrukturen von Städten und ländlichen Räumen wird immer größer. Während Metropole wie Hamburg von einer prosperierenden Wirtschaft und Partizipation profitieren, müssen viele periphere Regionen Probleme wie Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Infrastrukturabbau bekämpfen.2

Ein Ziel der Bundesrepublik sollte dementsprechend sein, die genannten Diskrepanzen zu beheben. Es gibt zahlreiche Instrumente zur Stärkung der Wirtschaft und des öffentlichen Raumes in diesen betroffenen Regionen. Eins dieser Instrumente ist der Tourismus. Der Tourismus bringt nicht nur wirtschaftliche Verbesserungen mit sich, sondern auch die Stärkung der Gemeinschaft, des Patriotismus sowie der allgemeinen sozialen Struktur. Die Thematik meiner Hausarbeit wird es sein zu erläutern, inwiefern der Tourismus ländliche Regionen beleben kann. Dies bezieht sich nicht allein auf das ökonomische Wachstum, sondern insbesondere auf die Steigerung der sozialen Struktur einer ländlichen Region. Denn diese soziale Struktur ist hauptsächlich was den Charakter und die Attraktivität eines Ortes ausmacht. Dieses Gedankenkonzept wird mithilfe eines Fallbeispiels aus der Lüneburger Heide verdeutlicht.

1.1 Problematik

Wie bereits in der Einleitung angedeutet, herrschen in Deutschland territoriale Ungleichheiten. Jene bringen nicht selten ungleichwertige Lebensverhältnisse mit sich. Sie bedeuten einen klaren Nachteil für Bewohner aus schwachen ländlichen Regionen. Eine der zentralen Ursachen für gegebene Nachteile ist der demographische Wandel. Dieser verursacht einen Domino-Effekt, der zu De-Infrastrukturalisierung, Versorgungsengpässen sowie verminderten Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben führen kann.

In den letzten Jahrzehnten ist in Deutschland ein deutlicher Geburtenrückgang zu beobachten. Demgegenüber wird die Bevölkerung immer älter, da sich die gesundheitliche Versorgung weiterentwickelt. Nun wird ebendies besonders problematisch für bereits dünn besiedelte, schwache Regionen in Nordostdeutschland.

Das erste dadurch festzustellende Problem ist der Infrastrukturabbau. Bei einer geringen Auslastung der Kindergärten, Schulen und weiteren Lehrinstituten werden jene oft geschlossen. Schulbusse und andere Transportmittel werden dadurch auch eingestellt. Freizeiteinrichtungen wie beispielsweise Sport- und Chorvereine leiden unter dieser Entwicklung und werden nicht selten aufgelöst. Die erwerbstätige Mittelschicht (z.B. Trainer, Chorleiter, Verwalter) verliert dadurch Arbeitsplätze. Die Regionen erscheinen unattraktiver. Dies führt zur Abwanderung vieler Erwerbstätigen. Diejenigen, die sich jedoch entscheiden zu bleiben, sind nun arbeitslos und müssen zukünftig pendeln, um zu arbeiten. Weiterhin wechseln in vielen Fällen die Geschäfte und Firmen ihren Standort, da sie aufgrund der immer niedrigeren Bewohnerzahl weniger Umsatz generieren und es nicht mehr für sinnvoll halten, dort zu produzieren. Weitere Bewohner verlieren ihre Arbeit. Der

Infrastrukturabbau der notwendigen Einrichtungen eines Ortes führt zu einer Abwärtsspirale aus Abwanderung, Arbeitslosigkeit, Apathie und Vereinsamung.3

Eine weitere Schwierigkeit, mit der sich Bewohner schwacher ländlicher Regionen konfrontieren müssen, ist die mangelhafte Mobilität. Durch die Schließung der Geschäfte sind sie darauf angewiesen, ihre Einkäufe in Nachbarorten zu tätigen. Da die Busse in langen Intervallen bzw. gar nicht fahren, sind sie gezwungen, sich ein eigenes Auto anzuschaffen. Die fehlenden Transportmöglichkeiten sowie die ungenügende wohnortnahe Grundversorgung verursachen Unzufriedenheit und machen den Wohnort unattraktiver.4

Des Weiteren bringt der Infrastrukturabbau soziale Probleme hervor. Die Schließung der öffentlichen Einrichtungen (z.B. Schulen, Gemeindehäuser, Postämter, Vereine etc.) bedeutet ein Niederschlag der Sozialstruktur. Durch das Verschwinden dieser Gebäude gehen auch die zentralen Orte der Kommunikation und der sozialen Interaktion verloren. Somit werden gleichzeitig der öffentliche Raum und die bürgerliche Gemeinschaft geschwächt. Diese Konsequenzen belegen die These der Soziologin Claudia Neu, dass territoriale Ungleichheiten gleichzeitig soziale Probleme mit sich bringen. Die Haupterklärung hierfür ist, dass die Infrastruktur einer Region nicht nur Vorleistungen für die Ökonomie schafft, sondern dabei hilft Lebensqualität zu schaffen. Lebensqualität wird nicht nur durch eine stabile finanzielle Lage definiert, sondern auch durch soziale Komponente wie Meinungsaustausch innerhalb eines öffentlichen Raumes, Kultur und Gemeinschaftsgefühl. Eine gut ausgebaute Infrastruktur eines Ortes erzeugt diese sozialen Notwendigkeiten mithilfe von Bildungs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen. Das beweist, dass die Infrastruktur und die Sozialstruktur sehr eng miteinander verknüpft sind.5

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ländliche Regionen in vielen Fällen mit der De-Infrastrukturalisierung konfrontiert werden. Wenn vom Bundestaat mehr versucht werden würde, durch diversen Bewältigungsstrategien die Infrastruktur dieser schwachen Regionen wiederaufzubauen, würden sich auch die sozialen Bedingungen der betroffenen Bevölkerung verbessern. Diverse Wirtschaftszweige kämen in Frage für die Stärkung einer ländlichen Region. Im Verlauf des nächsten Kapitels werden einige Beispiele aus einem ILEK vorgestellt, welche die Region Lüneburger Heide aufwerten sollen. Der Fokus liegt hierbei auf dem Tourismus und was dieser für die Entwicklung der ländlichen Region für eine Rolle spielt.

2. Fallbeispiel: Das integrierte ländliche Entwicklungskonzept der Naturparkregion Lüneburger Heide

Das integrierte ländliche Entwicklungskonzept der Naturparkregion Lüneburger Heide wurde Juni 2009 veröffentlicht von dem Verein Naturparkregion Lüneburger Heide e.V. Hans-Heinrich Höper, Helma Spöring und Jürgen Krumböhmer bilden den Vorstand dieses Projektes. Das Regionalmanagement der Naturparkregion Lüneburger Heide sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Bezirksstelle Uelzen) sind ebenso Mitwirkende der Konzeption. Weitere Hauptarbeiter sind Martina Wojahn, Anne Hartmann, Nicola Scherer. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Niedersachsen im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung.

Die übergreifende Mission des Projekts ist die Erweiterung der Naturparkregion Lüneburger Heide. Im Rahmen des Entwicklungskonzeptes wird Stellung zu unterschiedlichen Maßnahmen genommen. Diese beziehen sich beispielsweise auf die Verbesserung des Arbeitsmarktes, der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, der regenerativen Energiewirtschaft sowie der Tourismuswirtschaft. Allerdings wird der Fokus dieser wissenschaftlichen Arbeit nur auf die Ziele bzw. Pläne gelegt, die für die touristische Entwicklung relevant sind.

2.1 Das touristische Zukunftskonzept Lüneburger Heide/ Elbtalaue 2015

Das ILEK hat sich insbesondere für den Tourismus auf das touristische Zukunftskonzept Lüneburger Heide/ Elbtalaue 2015 gestützt, da es wichtige Studienergebnisse über die touristische Infrastruktur und die Beliebtheit der Region liefert. Auf Grundlage jener Untersuchungen wurde festgestellt, dass diese ländliche Destination eine konsequent festzustellende Zielgruppe besitzt. Der typische Heide-Urlauber ist laut Studie 52 Jahre alt. Solche Begebenheiten lassen die Region veraltet und unmodern wirken, insbesondere auf junge Urlauber. Außerdem sind junge Reisende tendenziell wenig über die Angebotskonstellation des Ortes informiert. Sie vertreten oft die Ansicht, die Region biete nur naturnahe Aktivitäten, deshalb rücken andere Angebote und Sehenswürdigkeiten in den Hintergrund.6 Aus jener Problematik ist die unzureichende Kommunikation der Angebote abzuleiten. Die Akteure des Destinationsmarketings haben kein klares Profil der Destination vermittelt. Es fehlen deutliche Informationen über zielgruppenorientierte Angebote sowie über Leuchtturm-Attraktionen des Ortes. Mithin müsste durch die Werbeaktionen deutlich werden, welcher touristischer Mehrwert die Destination liefert.

[...]


1 Vgl. (BMEL, kein Datum)

2 Vgl. (Neu, 2016)

3 Vgl. (Neu, 2016)

4 Vgl. (Neu, 2016)

5 Vgl. (Neu, 2016)

6 Vgl. (Verein Naturparkregion Lüneburger Heide e.V. , 2009)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Stärkung ländlicher Regionen mithilfe touristischer Projekte am Beispiel der Lüneburger Heide
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Veranstaltung
Naturräume und Landschaften (Berufsorientierungsfach Destinationsmanagement)
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
13
Katalognummer
V1011516
ISBN (eBook)
9783346402097
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stärkung, regionen, projekte, beispiel, lüneburger, heide
Arbeit zitieren
Sara Ilea (Autor), 2021, Stärkung ländlicher Regionen mithilfe touristischer Projekte am Beispiel der Lüneburger Heide, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011516

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