Die napoleonische Fremdherrschaft und die Auswirkungen auf Deutschland


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
6 Seiten, Note: 13 Punkte

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Die napoleonische Fremdherrschaft und die Auswirkungen auf Deutschland

Mitteleuropa sah um 1789 aus wie ein Flickenteppich zahlloser Kleinstaaten. Durch Napoleons Fremdherrschaft hat sich die Landkarte von Deutschland deutlich verändert.

Im Frieden von Campo Formio, zur Beendigung des 1. Koalitionskrieges gegen das revolutionäre Frankreich zwischen Österreich und Frankreich am 17. Oktober 1797 geschlossener Friedensvertrag, erhielt das militärisch und politisch geschwächte Österreich zwar Venetien, mußte im Gegenzug jedoch auf die Österreichischen Niederlande, die Ionischen Inseln, die Lombardei und den Breisgau verzichten. Artikel 20 des Friedensvertrages sah Verhandlungen zu einem Friedensschluß mit dem Reich vor, die im Dezember 1797 auf dem Kongreß von Rastatt (1797-1799) aufgenommen wurden. In einem geheimen Zusatzartikel erklärte sich Österreich gegenüber Frankreich zur Abtretung des linken Rheinufers von Basel bis Andernach bereit; die linksrheinischen weltlichen und geistlichen deutschen Fürsten sollten mit säkularisierten Gebieten rechts des Rheins entschädigt werden. Im Frieden von Lunéville, Friedensschluß am 9. Februar 1801 zwischen Frankreich und Österreich unter Franz II., wurde der Krieg der 2. Koalition gegen Frankreich beendet und bestätigt den Frieden von Campo Formio von 1797. Frankreich erhielt das linke Rheinufer und die Anerkennung der Batavischen, der Helvetischen und der Ligurischen Republik. Die deutschen Fürsten wurden für ihre Verluste links des Rheins durch den Reichsdeputationshauptschluss entschädigt. Der Reichsdeputationshauptschluss; Beschluß der letzten außerordentlichen Reichsdeputation (25. Februar 1803), der eine territoriale, gesellschaftliche und staatliche Neuordnung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation nach sich zog. Nach den Koalitionskriegen zwischen dem revolutionären Frankreich und den anderen europäischen Mächten (1791-1797, 1798-1801) war die Annexion linksrheinischer deutscher Gebiete durch Frankreich im Frieden von Lunéville 1801 völkerrechtlich bestätigt worden. Zur Ausarbeitung einer Entschädigungsregelung für die von der Abtretung betroffenen Reichsfürsten setzte der Reichstag 1801 einen Ausschuss (Deputation) ein, dessen Vorschlag er 1803 akzeptierte. Für ihre verlorenen Gebiete erhielten die früheren Eigentümer, im Wesentlichen Österreich und Preußen sowie die mittleren Landesherrschaften Bayern, Württemberg, Hannover, Hessen und Sachsen, rechtsrheinische Territorien. Diese wurden durch die Einziehung der meisten katholischen Gebiete (Säkularisation) und die Aufhebung der Reichsunmittelbarkeit von 41 freien Reichsstädten (Mediatisierung) gewonnen. Zugleich erhielten die Fürsten von Salzburg, Württemberg, Baden und Hessen- Kassel die Kurfürstenwürde der erloschenen linksrheinischen Kurfürstentümer Köln, Trier und Kurpfalz. Fast alle geistlichen Herrschaften und Reichsterritorien wie Reichsstädte und Reichsritterschaften aufgelöst wurden. Es entstanden 4 neue Kurfürstentümer und die Reichsverfassung wurde verändert, in den linksrheinischen Gebieten galt der Code Civil als Zivilrecht. Deutschland wurde in Verwaltungsbezirke unterteilt. Preußen, Bayern, Baden und Württemberg wurden vergrößert, was den Untergang vieler südwestdeutscher Kleinstaaten bedeutete. In den entstandenen neuen Staaten gab es eine politische Vereinheitlichung. Die Umgestaltung kam den Vorstellungen Frankreichs und Russlands, den neuen Ordnungsmächten in Europa, entgegen. Sie milderte die Zersplitterung Deutschlands zugunsten Preußens, das Österreich ebenbürtig wurde, und der mittelgroßen Staaten. Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806 war damit vorgezeichnet. Für die katholische Kirche bedeutete der Reichs- deputationshauptschluss den größten Verlust seit der Reformation. Ein Beispiel für die Neuordnung Deutschlands: Württemberg wuchs von 650.000 auf 1.340.000 km² an. 1806 stand die Neuordnung der zentralen und territorialen Verwaltung im Mittelpunkt. Im Organisationsmanifest von 1806 wurden die klassischen Fachministerien begründet und in Etappen von 1806 bis 1818 bildete sich eine zentralisierte Territorialverwaltung. Es entstanden 4 Kreise und 64 Oberamtsbezirke, wobei die historische Grenzen ganz bewußt nicht wieder verwendet wurden. Es war eine fast unlösbare Aufgabe, die in rechtlicher, sozialer und politischer Hinsicht völlig verschiedenen neuen Gebiete mit den alten Markgrafschaften zu einer staatlichen Einheit zu verschmelzen. Die Dreikaiserschlacht bei Austerlitz; Schlacht im Rahmen der Koalitionskriege, aus der die Franzosen unter Napoleon I. als Sieger hervorgingen. Die Dreikaiserschlacht fand am 2. Dezember 1805 in der Nähe des Dorfes Austerlitz (heute: Slavkov, Tschechische Republik) zwischen einem circa 68 000 Mann starken französischen und einem circa 90 000 Mann starken österreichisch-russischen Heer statt. Ihren Namen verdankt die Schlacht der Tatsache, dass an ihr der Kaiser der Franzosen, Napoleon I. , sowie Kaiser Franz I. von Österreich (als Franz II. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches) und Zar Alexander I. von Russland teilnahmen. Die Franzosen verloren 9 000 Soldaten, die Alliierten circa 25 000. Infolge des französischen Sieges löste sich die Koalition gegen Napoleon auf. Der Friede von Preßburg am 26. Dezember 1805 beendete dann den 3. Koalitionskrieg: Die russische Armee musste sich zurückziehen, Österreich musste seine italienischen Besitzungen Dalmatien und Venetien an das kurz zuvor von Napoleon neu errichtete Königreich Italien abgeben und Tirol, Vorarlberg, Trient, Brixen, Augsburg, Passau und Eichstätt an Bayern. Napoleons Sieg in der Dreikaiserschlacht untermauerte seine Vormachtstellung in Europa und bedeutete einen weiteren Schritt hin zur Auflösung des alten Reiches. Der Rheinbund, Bund der west- und süddeutschen Staaten, wurde 1806 unter dem Protektorat des französischen Kaisers Napoleon I. gegründet, nachdem dieser den größten Teil des Rheinlandes besetzt hatte. Napoleon erhob die deutschen Staaten Bayern und Württemberg zu Königreichen, errichtete neue Staaten und Großherzogtümer (z.B. Baden) und unterstellte sie den Interessen Frankreichs. Am 12. Juli 1806 versammelten sich 16 deutsche Fürsten in Paris, unterzeichneten die Rheinbund-Akte, erklärten am 1. August ihren Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und verbündeten sich de facto mit Frankreich. Drei Tage später legte Franz II., seit 1804 Kaiser von Österreich, die römisch-deutsche Kaiserwürde nieder und besiegelte damit das Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Der Rheinbund wurde anfangs von den Deutschen als Schritt auf dem Weg zum Nationalstaat begrüßt, obwohl er eigentlich als Schranke zwischen Preußen und Österreich dienen sollte. Er verlor jedoch an Popularität, als die wirtschaftlichen Nachteile der Kontinentalsperre offenbar wurden. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschl acht bei Leipzig im Jahr 1813 löste sich der Rheinbund auf, die einzelnen deutschen Staaten und Städte schlossen Frieden mit der Quadrupelallianz, bestehend aus Preußen, Russland, Großbritannien und Österreich, und richteten sich gegen Napoleon. Auf dem Wiener Kongress (1814/15) wurde ein neuer Bund, der Deutscher Bund, gegründet. Die Kontinentalsperre war politische Maßnahme der französischen Regierung während der Koalitionskriege und der napoleonischen Kriege (1799-1815), um Großbritannien am Handelsverkehr mit anderen europäischen Ländern zu hindern. Sie hatte bedeutende militärische und wirtschaftliche Folgen. 1807 stimmte Russland der Sperre zu und schloss seine Häfen für den britischen Handel. Im September des gleichen Jahres beschoss eine britische Flotte Kopenhagen und kaperte die dänische Flotte, um Dänemark am Beitritt zu hindern. Napoleon eroberte die gesamte Nordseeküste und die Hansestädte um die Sperre aufrecht zu erhalten. Die Sperre führte zu bedeutend verringertem Importaufkommen in Europa, einem gewaltigen Anstieg der Warenpreise und zu einer Blütezeit des Schmuggels. Verschiedene europäische Länder versuchten, bestimmte zuvor importierte Waren nun selbst herzustellen, was die Grundlage für einige neue Industriezweige bedeutete. Mit dem Ende der Ära Napoleons 1815 brach auch das System zusammen. Letzten Endes war die Sperre ein Mißerfolg, da sie nicht den gewünschten Erfolg erzielte. Die Preußischen Reformen von 1806/07 sollten der Beseitigung der Feudalgesellschaft in einer "Revolution von oben" dienen. Die Reformen wurden unumgänglich, da sie zum weiterexistieren des Staates unbedingt nötig waren. Die Reformen waren unter dem Eindruck der Französischen Revolution und der napoleonischen Eroberungen von Freiherr vom Stein, Friedrich Freiherr von Hardenberg, Wilhelm Freiherr von Humboldt und August Gneisenau in Gang gesetzte Reformen im sozialen, wirtschaftlichen, bildungspolitischen und militärischen Bereich. Sie enthalten unter anderem: Bauernbefreiung, Heeresform, Städtereform & Judenemanzipation. Ab Oktober 1807 begann Stein in seiner etwas über einjährigen Amtszeit mit der Reform der Staatsverwaltung, indem er ein Kabinett unabhängiger, verantwortlicher Minister mit klar umrissenen Ressorts an die Stelle der Zentralregierung setzte. Das von Stein erlassene Oktober-Edikt von 1807 schaffte die Erbuntertänigkeit der Bauern ab; einen Monat später beschloss er die Selbstverwaltung der Gemeinden und befreite sie vom Zunftzwang. Hardenberg, der nach Steins Sturz von 1810 bis 1822 das Amt des Staatskanzlers innehatte, setzte das begonnene Werk mit eigenen Akzenten fort. Von besonderer Bedeutung war die unter Gneisenau und Scharnhorst in Angriff genommene Heeresreform. Es ließ sich eine allgemeine Wehrpflicht durchsetzen und es entstand neben einer 120 000 Mann starken Landwehr eine Berufsarmee, die sich dank einer kurzen Wehrdienstdauer permanent erneuerte („Krümpersystem“) und daher im Ernstfall eine hohe Zahl ausgebildeter Reservisten heranzuziehen vermochte. Gleichzeitig musste der Adel fortan denselben militärischen Ausbildungsgang durchlaufen wie die Bürger. Die von Humboldt initiierte Bildungsreform, die das gesamte Unterrichtswesen der staatlichen Aufsicht unterstellte, verfolgte parallel dazu das Ziel, im zivilen Bereich ein eigenverantwortliches, hochqualifiziertes Personal heranzubilden. Hierzu sollten die ab 1809 neu gegründeten humanistischen Gymnasien ebenso beitragen wie noch weiterführende Bildungseinrichtungen, etwa die ebenfalls neu entstandene staatliche Universität von Berlin (Humboldt-Universität). Obgleich konservative Kräfte, insbesondere der Adel, die Reformen zu bremsen versuchten, ließ sich die Neustrukturierung des preußischen Staates nicht aufhalten. Dabei teilten Politiker wie Stein oder Hardenberg keineswegs die Ideale der Französischen Revolution, sondern versuchten vielmehr im Gegenteil, sich von ihr „inspirieren zu lassen, um ihr besser Widerstand leisten zu können“. Die Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 bei dem Napoleon über Preußen siegte. Im Dezember 1806 im Frieden von Possen trat Sachsen dem Rheinbund bei. Friede von Tilsit, Friedensschluss zwischen Frankreich und Russland (7. Juli 1807) und Frankreich und Preußen (9. Juli 1807) zur Beendigung des 4. Koalitionskrieges im Rahmen der Koalitionskriege. Nach seinen verheerenden Niederlagen gegen Frankreich bei Jena und Auerstedt (14. Oktober 1806) und Friedland (14. Juni 1807) musste Preußen beinahe alle Gewinne aus der 2. und der 3. Polnischen Teilung abgeben sowie alle Territorien links der Elbe; das verbliebene Preußen wurde von französischen Truppen besetzt und musste hohe Kriegsentschädigungen an Frankreich leisten, die preußische Armee wurde reduziert, Preußen mußte den Rheinbund anerkennen und wurde als Großmacht vernichtet. Die ehemals preußischen Besitzungen wurden dem Königreich Westfalen und dem Herzogtum Warschau, beide nach dem Frieden von Tilsit als französische Vasallenstaaten neu errichtet, zugeschlagen. Der russische Zar Alexander I. hatte durch persönliche Verhandlungen mit Napoleon die völlige Zerschlagung Preußens verhindert, und er hatte erreicht, dass anstelle eines unabhängigen Königreiches Polen das beschränkt souveräne Herzogtum Warschau errichtet wurde. In Reaktion auf seinen Zusammenbruch im 4. Koalitionskrieg führte Preußen unter der Leitung von Reformern wie den Freiherrn vom und zum Stein und von Hardenberg und orientiert an den Ideen der Französischen Revolution umfangreiche innere Reformen durch, die zur Grundlage für die Entwicklung Preußens vom absolutistischen zum modernen Verfassungsstaat wurden. Nach dem Frieden von Tilsit stand Napoleon auf dem Höhepunkt seiner Macht. Jedoch gab es Menschen die einen Haß auf Napoleon übten und dieser wuchs immer weiter. Durch diesen Haß entwickelte sich langsam ein deutsches Nationalgefühl. Der Haß auf Napoleon drückte sich aber auch in Aufständen aus. 1809 War der Aufstand der Tiroler unter Andreas Hofer der gegen Frankreich und Bayern kämpfte, da Tirol unter französischem Druck an Bayern gegliedert wurde. Auch als der Kaiser schon den Frieden von Schönbrunn unterzeichnet hatte, ging der Volkskrieg weiter. Hofer hatte einen aussichtslosen Kampf den er verlor und 1818 erschossen wurde. Die Völkerschlacht bei Leipzig, Entscheidungsschlacht zwischen den französischen Truppen Napoleons und den Armeen Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens, die vom 16. bis 19. Oktober 1813 vor Leipzig stattfand. Nach Schätzungen verloren beide Seiten in der bis dahin größten Schlacht der Geschichte (etwa 530 000 Soldaten) zwischen 90 000 und 120 000 Mann. Die Völkerschlacht bei Leipzig bedeutete das Ende für Napoleons Machteinfluss über den Rheinbund, da zahlreiche Mitglieder zur antinapoleonischen Koalition überliefen.

Ganz zum Schluß kann man sagen, daß es positive und negative Auswirkungen gab:

+ Beseitigung der Kleinstaaterei
+ Gründung des Rheinbundes
+ Säkularisierung & Mediatisierung
+ Code Civil
+ preußischen Reformen
+ keine freien Reichsstädte > Vereinheitlichung
+ adlige Vorrechte fallen weg
+ Entstehung eines Nationalgefühls

- militärische Unterdrückung
- Aneignung deutscher Gebiete
- persönliche Demütigung
- Belastung durch Besetzung
- Steuern für napoleonische Truppen
- zahlreich Opfer durch Kriege

Literaturverzeichnis:

- Zeiten und Menschen Band 2
- Abitur Wissen
- Lexikon
- dtv - Atlas der Weltgeschichte
- Enzyklopädie

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Details

Titel
Die napoleonische Fremdherrschaft und die Auswirkungen auf Deutschland
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
6
Katalognummer
V101194
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fremdherrschaft, Auswirkungen, Deutschland
Arbeit zitieren
Stefanie Karger (Autor), 2000, Die napoleonische Fremdherrschaft und die Auswirkungen auf Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101194

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