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Gesundheitliche Folgen der zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland

Titel: Gesundheitliche Folgen der zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland

Hausarbeit , 2019 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniela Kaminski (Autor:in)

Gesundheit - Public Health
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll auf die Ausmaße und die Entwicklung prekärer Beschäftigungsverhältnisse mit Hilfe der Fragestellung „Welche gesundheitlichen Folgen entstehen durch die zunehmenden prekären Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland?“ eingegangen werden.

Die Erwerbsarbeit nimmt in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Rolle im Leben der Bevölkerung ein. Für viele Menschen ist es die Hauptquelle zur Sicherung des eigenen Lebensunterhalts. Erwerbsarbeit bedeutet heute mehr als materielle Existenzsicherung. Vielmehr ist es ein Zeichen für soziale Sicherung, sozialen Status und Sinnhaftigkeit des Lebens. Diese Funktionen erfüllen jedoch immer weniger Beschäftigungsverhältnisse. Die Zahl der abhängig Beschäftigten, die keinem regulären Normalarbeitsverhältnis, sondern befristeten Beschäftigungen, Leiharbeit, geringfügigen Beschäftigungen oder Teilzeitarbeit nachgehen, nimmt stetig zu. Immer häufiger verbreiten sich daher Beschäftigungsformen, die nur ein geringes Maß an sozialer Sicherheit aufweisen und somit die soziale Teilhabe und die Zukunftsgestaltung erschweren. Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind heute keine Ausnahme mehr. Diese Entwicklung wäre weniger besorgniserregend, wenn sie nicht mit hohen Prekaritätsrisiken verbunden wäre. Geringe Löhne, ein schlechter Zugang zu Weiterbildungen, Beschäftigungsinstabilität und hohe Arbeitsbelastungen gehören zum Alltag atypisch Beschäftigter. Prekarität wird immer häufiger als eine Art Machtgefälle bezeichnet, da sich die zunehmende Unsicherheit disziplinierend auf die Beschäftigten auswirkt. Das Normalarbeitsverhältnis stellt heute den abnehmenden Regelfall dar, atypische Beschäftigungen hingegen den zunehmenden Ausnahmefall. Die aktuellen Wandlungsprozesse der Arbeitswelt führen daher immer öfter zu einer Verschiebung des Belastungsspektrums und steigern die physischen und psychomentalen Beanspruchungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Public Health Relevanz

2. Atypische Beschäftigungsformen

2.1. Der „typisch“ atypisch Beschäftigte

2.2. Verbreitung atypischer Beschäftigungsverhältnisse

2.3. Entwicklung atypischer Beschäftigungsverhältnisse

3. Das Gratifikationskrisenmodell nach Siegrist

4. Definition von Prekarität

4.1. Risiken prekärer Beschäftigungsverhältnisse

4.2. Auswirkungen prekärer Beschäftigung auf die Gesundheit

5. Fazit und Handlungsempfehlung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesundheitlichen Folgen, die durch die zunehmende Verbreitung prekärer und atypischer Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland entstehen, wobei das Gratifikationskrisenmodell von Siegrist als zentraler theoretischer Analyserahmen dient.

  • Analyse atypischer Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, Befristungen und Minijobs
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Prekarität und gesundheitlicher Belastung
  • Anwendung des Gratifikationskrisenmodells auf atypische Erwerbsverhältnisse
  • Identifikation von Risikofaktoren für stressbedingte Erkrankungen und psychische Belastungen
  • Diskussion von Handlungsansätzen zur Gesundheitsförderung in der modernen Arbeitswelt

Auszug aus dem Buch

3. Das Gratifikationskrisenmodell nach Siegrist

Die zunehmende Flexibilisierung und Deregulierung der Beschäftigung lassen berufliche Gratifikationskrisen für atypisch Beschäftigte immer wahrscheinlicher werden (Honneth, 2011). Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen scheint gerade in Bezug auf prekäre Beschäftigungen besonders geeignet zu sein, die Belastungskonstellation zu erfassen. Das Modell nach Johannes Siegrist geht von der sozialen Reziprozität der Tauschbeziehung zwischen Leistung und Belohnung aus. Das heißt eine erbrachte Arbeitsleistung sollte mit einer angemessenen Gratifikation in Form von Gehalt, beruflichem Aufstieg sowie Wertschätzung honoriert werden (Siegrist & Dragano, 2008).

In dem Modell geht es dabei nicht hauptsächlich um ein hohes Einkommen, sondern viel mehr um die Sicherung des sozialen Status durch Arbeitsplatzsicherung oder Anerkennung (Siegrist, 2013). Sind Arbeitsverhältnisse jedoch durch hohe Verausgabung und schlechte Belohnung charakterisiert, werden starke, negative Emotionen ausgelöst, die im Verlauf zu langfristigen gesundheitlichen Schäden führen können.

Siegrist nennt drei Bedingungen, die zu einer Verletzung der Reziprozitätsnormen führen können. Dazu zählt die Abhängigkeit, die vor allem in Beschäftigungsverhältnissen bei ungelernten Arbeitern, bei älteren Beschäftigten oder Beschäftigten mit Zeitverträgen herrscht. Für den Arbeitgeber besteht der Anreiz, die Belohnung gering zu halten, da die Beschäftigten kaum eine Möglichkeit haben, ihre Arbeitsverträge als unfair zurückzuweisen. Die zweite Bedingung, die zu asymmetrischen Tauschverhältnissen führt ist die strategische Entscheidung. Dabei akzeptieren Beschäftigte Arbeitsbedingungen, die durch hohe Verausgabung und niedrige Löhne gekennzeichnet sind für eine bestimmte Zeit. Sie erhoffen sich anschließend berufliche Aufstiegschancen und eine bessere Belohnung (Siegrist, 2008). Diese Strategie ist besonders risikoreich, da die lange vorherrschende Verausgabung nicht immer in der gewünschten Belohnung endet. Dies kann dramatische Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden haben (Siegrist, 1984).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Public Health Relevanz: Einführung in die wachsende Bedeutung atypischer Beschäftigungsverhältnisse und deren Relevanz für das öffentliche Gesundheitssystem.

2. Atypische Beschäftigungsformen: Definition und detaillierte Vorstellung der verschiedenen atypischen Erwerbsformen sowie deren Verbreitung und Entwicklung in Deutschland.

3. Das Gratifikationskrisenmodell nach Siegrist: Theoretische Fundierung der Arbeit durch die Erläuterung der sozialen Reziprozität zwischen Arbeitsleistung und Belohnung.

4. Definition von Prekarität: Analyse der Begriffe Prekarität und atypische Beschäftigung inklusive der Darstellung von Risiken und gesundheitlichen Auswirkungen.

5. Fazit und Handlungsempfehlung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ableitung konkreter Maßnahmen zur gesundheitsfördernden Gestaltung der Arbeitsbedingungen.

Schlüsselwörter

Atypische Beschäftigung, Prekarität, Gratifikationskrisenmodell, Gesundheitliche Folgen, Normalarbeitsverhältnis, Erwerbsarbeit, Arbeitsplatzunsicherheit, Stress, Psychische Erkrankungen, Soziale Reziprozität, Leiharbeit, Teilzeitarbeit, Arbeitsbedingungen, Gesundheitsförderung, Sozioökonomischer Status

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen, die durch die Zunahme von prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind atypische Beschäftigungsformen, Prekarität, berufliche Belastungen, gesundheitliche Folgen sowie Strategien zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, welche gesundheitlichen Folgen durch die zunehmend prekäre Beschäftigung entstehen und wie das Gratifikationskrisenmodell von Siegrist diese Zusammenhänge erklären kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Anwendung wissenschaftlicher Modelle basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die Kategorisierung atypischer Beschäftigung, die theoretische Analyse durch das Gratifikationskrisenmodell sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Definition und den Risiken von Prekarität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind atypische Beschäftigung, Prekarität, Gratifikationskrisenmodell, Arbeitsplatzunsicherheit und Gesundheitsförderung.

Wie beeinflusst das Gratifikationskrisenmodell das Verständnis von Prekarität?

Es verdeutlicht, dass nicht nur das Gehalt, sondern vor allem die Diskrepanz zwischen hoher Verausgabung und mangelnder Anerkennung oder Belohnung zu langfristigen gesundheitlichen Schäden führen kann.

Welche Rolle spielt der sozioökonomische Status?

Die Arbeit zeigt, dass ein niedriger sozioökonomischer Status, wie er bei vielen atypisch Beschäftigten zu finden ist, mit einem deutlich erhöhten Krankheitsrisiko korreliert.

Welche Handlungsempfehlungen werden für Arbeitgeber gegeben?

Arbeitgeber sollten Maßnahmen wie eine faire Entlohnung, nicht-materielle Wertschätzung, Mitbestimmung und regelmäßige Mitarbeiterbefragungen nutzen, um die Gesundheitslast zu senken.

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Details

Titel
Gesundheitliche Folgen der zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Daniela Kaminski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V1012031
ISBN (eBook)
9783346404176
ISBN (Buch)
9783346404183
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prekäre Beschäftigung Gratifikationskrisenmodell Siegrist Arbeitsbedingungen in Deutschland gesundheitliche Folgen atypische Beschäftigung Prekarität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Kaminski (Autor:in), 2019, Gesundheitliche Folgen der zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012031
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Leseprobe aus  22  Seiten
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