Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss Onboarding-Instrumente auf das affektive Commitment haben.
Zunächst werden die theoretischen Grundlagen der Thematik vorgestellt. Diese beinhalten die Definition und Abgrenzung der
wesentlichen Begrifflichkeiten. Zudem wird der aktuelle Stand der Forschung, bezogen auf die Einflussfaktoren des affektiven Commitments sowie dessen Zusammenhang mit Fluktuation erläutert. Die Vorstellung der Ebenen des Onboardings, sowie der verschiedenen Phasen der organisationalen Sozialisation und die zeitlichen Phasen des Onboarding-Prozesses runden die theoretischen Grundlagen ab. Die praktische Untersuchung der Arbeit erfolgte anhand eines Online-Fragebogens. Insgesamt beantworteten 113 Probanden Fragen bezüglich ihres Onboarding-Prozesses, der eingesetzten unterstützenden Instrumente und ihres affektiven Commitments. Die beiden Untersuchungsgruppen, Probanden mit Onboarding und
Probanden ohne Onboarding, zeigten dabei signifikante Unterschiede beim affektiven Commitment. Es konnte zudem festgestellt werden, dass die Anzahl der eingesetzten Onboarding-Instrumente einen Einfluss auf das affektive Commitment hat. Außerdem wurde ein signifikanter Unterschied zwischen dem affektiven Commitment von Berufseinsteigern mit
Onboarding und Berufseinsteigern ohne Onboarding nachgewiesen.
Da die herrschende Literaturmeinung affektives Commitment als Prädikator für Fluktuationsneigung bzw. Fluktuation deklariert, können basierend auf den Ergebnissen der praktischen Untersuchung Rückschlüsse auf die Fluktuationsneigung der Probanden gezogen werden. Es lässt sich schlussfolgern, dass Onboarding und dessen Instrumente einen Einfluss auf die Frühfluktuation haben und gelungenes Onboarding Fluktuation entgegenwirken kann. Die in der Untersuchung festgestellten Ergebnisse unterliegen gewissen Einschränkungen, welche in einer kritischen Würdigung diskutiert werden. Ein abschließendes Fazit rundet die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Frühfluktuation
2.2 Organisationales Commitment
2.2.1 Definition
2.2.2 Einflussfaktoren des affektiven Commitments
2.2.3 Zusammenhang zwischen affektiven Commitment und Fluktuation
2.3 Onboarding
2.3.1 Definition und Abgrenzung
2.3.2 Ebenen des Onboardings
2.3.3 Phasen der organisationalen Sozialisation
2.3.3.1 Phase 1: Antizipatorische Sozialisation
2.3.3.2 Phase 2: Konfrontation
2.3.3.3 Phase 3: Einarbeitung
2.3.3.4 Phase 4: Integration
2.3.4 Onboarding-Instrumente in der jeweiligen zeitlichen Phase
2.3.4.1 Pre-boarding vor dem ersten Arbeitstag
2.3.4.2 Maßnahmen am ersten Arbeitstag
2.3.4.3 Maßnahmen nach Arbeitsbeginn
2.4 Hypothesenbildung
3. Methode
3.1 Stichprobe und Messinstrument
3.2 Studiendesign
3.3 Darstellung der Durchführung
4. Ergebnisse
4.1 Überblick über die Daten
4.2 Deskriptive Statistik
4.3 Inferenzstatistische Auswertung
5. Diskussion
5.1 Detaillierte Auswertung der Ergebnisse
5.2 Kritische Würdigung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Onboarding-Instrumente auf das affektive Commitment von Mitarbeitern, insbesondere bei Berufseinsteigern, um Rückschlüsse auf deren Neigung zur Frühfluktuation zu ziehen.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Onboarding und affektivem Commitment
- Identifikation wirksamer Onboarding-Instrumente
- Untersuchung der Frühfluktuation bei Berufseinsteigern
- Empirische Überprüfung mittels quantitativer Online-Befragung
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für Unternehmen zur Mitarbeiterbindung
Auszug aus dem Buch
2.3.3.1 Phase 1: Antizipatorische Sozialisation
Unter der „antizipatorischen Sozialisation“ ist die Vorbereitung auf den Arbeitsantritt zu verstehen (Kieser et al., 1990). Dieser Einführungsprozess beginnt bereits durch die Erziehung im Elternhaus und erstreckt sich über weitere Institutionen wie z.B. den Kindergarten und die Schule. Durch die Sozialisationserfahrungen erfolgt die Vermittlung und Aneignung gesamtgesellschaftlicher Werte und Normen wie zum Beispiel Fleiß und Pünktlichkeit. Kieser et al. (1990) mahnen, dass das individuelle Wertesystem des neuen Mitarbeiters mit dem der Organisation kongruent sein sollte. Dies führt ihrer Meinung nach zu einer problemloseren Integration in das Unternehmen. Sofern Mitarbeiter sich freiwillig für eine Institution entscheiden und diese nicht aufgrund eines Mangels an Alternativen wählen, steigt die Mitarbeiterbindung und –motivation. Ein weiterer wichtiger Faktor in der ersten Phase des Integrationsprozesses ist, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber während des Bewerbungsverfahrens realistische Informationen austauschen. Da sich allerdings beide Parteien möglichst positiv darstellen wollen, erleiden neue Mitarbeiter häufig nach Arbeitsantritt einen Realitätsschock, welcher schlimmstenfalls zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den enttäuschten Mitarbeiter führen kann (Kieser et al., 1990; Rehn, 1990).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Onboarding-Prozessen angesichts des Fachkräftemangels und der Kosten durch Frühfluktuation.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Frühfluktuation, Commitment und Onboarding und beleuchtet deren theoretische Zusammenhänge sowie Einflussfaktoren.
3. Methode: Hier wird das quantitative Studiendesign beschrieben, das auf einer Online-Umfrage basiert, um das affektive Commitment der Probanden zu erfassen.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung, die einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen Onboarding-Instrumenten und affektivem Commitment aufzeigt.
5. Diskussion: Dieser Teil reflektiert die Ergebnisse kritisch, diskutiert methodische Einschränkungen und setzt die Befunde in den Kontext der Literatur.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass strukturierte Onboarding-Programme das Commitment stärken und somit ein strategisches Instrument gegen Frühfluktuation darstellen.
Schlüsselwörter
Onboarding, Frühfluktuation, affektives Commitment, organisationale Sozialisation, Berufseinsteiger, Mitarbeiterbindung, Einarbeitung, Personalmanagement, Unternehmenskultur, Online-Befragung, Commitment, Personalentwicklung, Mitarbeiterintegration, Arbeitszufriedenheit, Recruiting
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss von strukturierten Onboarding-Instrumenten auf die emotionale Bindung (affektives Commitment) von neuen Mitarbeitern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung von Mitarbeiterbindung, den verschiedenen Phasen der Sozialisation und der empirischen Untersuchung von Onboarding-Maßnahmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Welchen Einfluss haben Onboarding-Instrumente auf das affektive Commitment von Berufseinsteigern?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Methode in Form einer Online-Fragebogen-Studie angewandt, deren Daten mittels statistischer Verfahren (u.a. t-Tests und Regressionsanalyse) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konzepte, die detaillierte Darstellung des methodischen Vorgehens und die umfassende Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Onboarding, affektives Commitment, Frühfluktuation, Mitarbeiterbindung und organisationale Sozialisation.
Welche Instrumente wirken laut der Untersuchung am stärksten?
Die Studie identifiziert das Mentor-System, Feedbackgespräche und den Willkommensbrief als Instrumente mit dem größten Einfluss auf das affektive Commitment.
Was ist das Hauptergebnis für Berufseinsteiger?
Für Berufseinsteiger konnte nachgewiesen werden, dass ein strukturierter Onboarding-Prozess das affektive Commitment signifikant erhöht, was laut Literatur mit einer geringeren Fluktuationsneigung korreliert.
- Citar trabajo
- Isa-Maria Hilburger (Autor), 2020, Wie erreicht man affektives Commitment? Der Einfluss von Onboarding-Instrumenten auf die Frühfluktuation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012411