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Über die Nachahmung im schiitischen Islam

Titel: Über die Nachahmung im schiitischen Islam

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Ahmad Abbas (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Nachahmung (arab.: Taqlid) gehört zu den zentralen Elementen im Islam. Sie ist seit den Anfängen der islamischen Religion im 7. Jahrhundert ein Teil der muslimischen Glaubenspraxis, die in allen fünf islamischen Rechtsschulen eine bedeutende Stellung genießt. Sie ist das zentrale Thema. Die vorliegende Arbeit ist somit ein Versuch, dem Verständnis von der korrekten Nachahmung im schiitischen Islam näherzukommen.

Außerhalb des islamischen Rechts hat die Nachahmung auch im ethisch-spirituellen Bereich einen außerordentlichen Stellenwert. Die Nachahmung von Verhaltensweisen und Handlungen großer islamischer Persönlichkeiten – allen voran des Propheten Muhammad soll den Menschen die höchsten Stufen der menschlichen Vervollkommnung erklimmen lassen. Teilweise geht die Nachahmung so penibel, dass sie selbst die kleinsten und banalsten Details mit einschließt. So treffen wir heute auf Muslime, die bemüht sind, ihre gesamte Lebensweise an der Lebensweise des Propheten Muhammad(oder anderer heiliger islamischer Persönlichkeiten) auszurichten. Das geht von der Art und Weise der Speiseaufnahme über der Bartlänge bis zum Kleidungsstil. Diese Form der grenzenlosen Nachahmung wird von denselben Menschen als notwendig und verpflichtend erachtet. Dabei lautet das dahinterstehende Argument wie folgt: Da es sich beim Propheten Muhammad um ein absolutes Vorbild handelt, sollte er auch in absoluter Hinsicht imitiert werden. Für andere Muslime gründet diese umfassende Form der Nachahmung auf ein falsches Verständnis, da es nicht zwischen dem Wandelbaren und Unwandelbaren unterscheidet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Nachahmung (taqlid) im islamischen Recht (Fiqh)

3. Die Formen der islamischen Nachahmung

3.1 Passive Nachahmung

3.2. Aktive Nachahmung

4. Bedeutung der Nachahmung im Kontext der islamisch-schiitischen Anthropologie

5. Prophet Muhammad (s.) als zeitloses Nachahmungsvorbild

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Nachahmung (Taqlid) im schiitischen Islam, um zwischen einer passiven, blinden Imitation und einer aktiven, verantwortungsbewussten Orientierung an Gelehrten und dem Propheten zu unterscheiden. Das primäre Ziel ist es, ein korrektes Verständnis von der Notwendigkeit und den Grenzen der Nachahmung zu vermitteln.

  • Unterscheidung zwischen passiver und aktiver Nachahmung
  • Die Rolle der Nachahmung im islamischen Recht (Fiqh)
  • Anthropologische Grundlagen des menschlichen Handelns im schiitischen Islam
  • Der Prophet Muhammad (s.) als ethisch-spirituelles Vorbild
  • Abgrenzung von traditionellen Glaubensgrundlagen und juristischen Detailfragen

Auszug aus dem Buch

3.2. Aktive Nachahmung

Damit ist im Grunde schon gesagt, was die aktive Nachahmung beinhaltet. Wer aktiv nachahmt, der bemüht sich, die Rechtsgutachten und Empfehlungen der Gelehrten zu verstehen, statt sie bloß roboterartig umzusetzen. Ein aktiver Nachahmender ist ständig dabei, sich Wissen anzueignen und über das Gelernte nachzudenken. Er richtet sein Augenmerk nicht nur auf den Inhalt eines Rechtsgutachtens, sondern auch auf den Kontext, in dem er lebt und wirkt. Schließlich versucht er, das Rechtsgutachten, das häufig ein allgemeines ist, auf seinen konkreten Fall anzuwenden und über die Folgen zu reflektieren.

Im Gegensatz zur passiven Nachahmung ist die aktive eine, bei der der Nachahmende seinen Verstand nutzt, um die Logik hinter den Gutachten zu erkennen. Er will sich nicht nur nach ihr richten, sondern sie auch intellektuell nachvollziehen. Entscheidend ist dabei nicht, ob die intellektuelle Nachvollziehbarkeit gelingt – das wird und kann dem Laien nicht immer gelingen –, sondern dass der Nachahmer sich kontinuierlich darum bemüht, die Fatwas der Gelehrten unter Einsatz seiner Verstandestätigkeit zu durchdringen. Im Koran heißt es dazu:

„Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiß Unsere Wege leiten. Und Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Bedeutung der Nachahmung im Islam ein und differenziert zwischen juristischer Notwendigkeit und ethisch-spiritueller Vorbildfunktion.

2. Die Nachahmung (taqlid) im islamischen Recht (Fiqh): Dieses Kapitel erläutert das Prinzip des Taqlid als notwendige Methode für Laien, um religiöse Verpflichtungen im Rahmen des islamischen Rechts zu erfüllen, ohne die Glaubensgrundlagen zu delegieren.

3. Die Formen der islamischen Nachahmung: Der Autor unterscheidet grundlegend zwischen der kritisch betrachteten passiven Nachahmung und der als erstrebenswert definierten aktiven Nachahmung.

4. Bedeutung der Nachahmung im Kontext der islamisch-schiitischen Anthropologie: Hier wird dargelegt, wie die menschliche Vernunft und Freiheit die Notwendigkeit einer bewussten Nachahmung zur Erreichung der persönlichen Vollkommenheit begründen.

5. Prophet Muhammad (s.) als zeitloses Nachahmungsvorbild: Dieses Kapitel analysiert das Wesen des Propheten als absolutes Vorbild für Muslime und betont die Notwendigkeit, dessen ethische Prinzipien statt nur formaler Äußerlichkeiten zu imitieren.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass ein korrektes Verständnis von Nachahmung essenziell ist, um geistiger Stagnation entgegenzuwirken und ein verantwortungsbewusstes islamisches Leben zu führen.

Schlüsselwörter

Nachahmung, Taqlid, Fiqh, schiitischer Islam, Prophet Muhammad, aktive Nachahmung, passive Nachahmung, Anthropologie, Rechtsfindung, Fatwa, Glaube, Vernunft, ethische Lebensweise, Vervollkommnung, Barmherzigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und dem richtigen Verständnis der Nachahmung (Taqlid) innerhalb der schiitischen Glaubenslehre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das islamische Recht (Fiqh), die Unterscheidung zwischen blinder und aktiver Imitation sowie die philosophisch-anthropologische Einordnung des Menschen als Statthalter Gottes.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Leser dazu zu befähigen, Nachahmung als bewussten Akt der intellektuellen Auseinandersetzung zu verstehen und eine Abgrenzung zur passiven, roboterhaften Befolgung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine exegetische und interpretative Methode, die koranische Verse, anthropologische Konzepte und die Rechtspraxis des Fiqh miteinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die juristischen Aspekte der Rechtsfindung, die ethische Vorbildfunktion des Propheten Muhammad (s.) und die Begründung der Notwendigkeit zur geistigen Bemühung des Einzelnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Taqlid, aktive Nachahmung, islamische Anthropologie und ethische Vorbildfunktion zusammenfassen.

Warum ist die passive Nachahmung laut Autor problematisch?

Passive Nachahmung wird als schädlich eingestuft, da sie die dem Menschen von Gott verliehenen intellektuellen Potenziale zur Wahrheitsfindung ungenutzt lässt und das eigenständige Denken unterdrückt.

Wie unterscheidet sich die aktive Nachahmung vom bloßen Kopieren?

Bei der aktiven Nachahmung bemüht sich der Gläubige, die Logik und den Kontext hinter einer Entscheidung oder einem Verhalten zu durchdringen, anstatt nur oberflächliche Äußerlichkeiten wie Kleidung oder Bartlänge zu übernehmen.

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Details

Titel
Über die Nachahmung im schiitischen Islam
Note
1,5
Autor
Ahmad Abbas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1012427
ISBN (eBook)
9783346411402
ISBN (Buch)
9783346411419
Sprache
Deutsch
Schlagworte
über nachahmung islam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ahmad Abbas (Autor:in), 2021, Über die Nachahmung im schiitischen Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012427
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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