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Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben

Titel: Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben

Hausarbeit , 2021 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katharina Müller (Autor:in)

Pädagogik - Sozialpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fokus dieser Arbeit soll auf der Familie als Ganzes liegen und die Fragestellung demnach lauten: „Wird das familiale Zusammenleben durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich positiv beeinflusst und die Chancengleichheit im Zuge dessen gefördert?“ Indes muss hervorgehoben werden, dass eine ausführliche Analyse den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Daher findet vielmehr eine grobe Skizzierung der Problematik mit Konsequenzen und Risiken für die Familie statt.

Mit dem Umbau des Wohlfahrtsstaates wird die Betreuungssituation von Kindern verbessert und Begriffe wie "Bildung" und "Chancengleichheit" rücken in den Mittelpunkt politischer Bemühungen. So wundert es nicht, dass seit 2008 knapp 4 Milliarden Euro in den Ausbau sowie die Verbesserung der Betreuungssituation in Kindertagesstätten geflossen sind. Auch in puncto Ganztagsschulen lässt sich Ähnliches beobachten. Mit dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" wurde der Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen von der Bundesregierung mit 4 Milliarden Euro gefördert. Der zeitlich erhöhte Rahmen soll bessere Chancen sowie Bedingungen und Gelegenheiten schaffen – der Bildungserfolg soll damit nicht mehr an die soziale Herkunft gekoppelt sein. Eine optimierte individuelle Förderung, eine Partizipation der verschiedenen Akteur/innen, mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit sind dabei das Ziel.

Das hier beschriebene Szenario scheint positiv und für alle Partizipierenden von Vorteil. Die Ziele scheinen erstrebens- und wünschenswert, allerdings muss an dieser Stelle auch darauf verwiesen werden, dass der Ausbau von Bildungs- und Betreuungsangeboten eben-falls im Lichte sozial-, frauen- und arbeitsmarktpolitischer Gründe steht. So hebt auch Wohlgemut hervor, dass die stärkere Betonung des "Bildungsbegriffs"zwar für mehr Chancengleichheit sorgt und die Ermöglichung einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf positiv erscheint, eine Realisierung dieser Verheißungen jedoch kritisch betrachtet werden muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Annäherungen

2.1 Sozialstaatliche Bedingungen

2.2 Die Rolle der Familie

2.3 Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben

3 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht kritisch, ob die staatlich geförderte Vereinbarkeit von Familie und Beruf das familiale Zusammenleben tatsächlich positiv beeinflusst und inwieweit dadurch die angestrebte Chancengleichheit in der Bildung gefördert wird.

  • Transformation des Wohlfahrtsstaates hin zum aktivierenden Sozialstaat
  • Die Familie als Ressource und deren Rolle im neuen sozialpolitischen Kontext
  • Kritische Analyse der Regulierungslogiken "Selbststeuerung" und "Sozialinvestition"
  • Implikationen für die Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit
  • Herausforderungen und Risiken für nicht-konventionelle Familienformen

Auszug aus dem Buch

2.3 Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben

In den vorherigen Kapiteln wurde aufgezeigt, wie der Staat funktioniert und auf welche Bereiche der Wandel des Transformationsprozesses sich auswirkt. Dabei wurden vor allem die Rolle der Familie sowie das sich zwischen dieser und dem Staat wandelnde Verhältnis herausgestellt. An dieser Stelle geht es nun vorwiegend darum, die damit in Verbindung stehenden Konsequenzen und Herausforderungen darzustellen. Indes werden auch die zu Beginn genannten Zielversprechungen einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie einer Chancengleichheit unabhängig der sozialen Herkunft hinterfragt.

Im vorherigen Unterkapitel wurde deutlich gemacht, dass die Familie durch die Regulierungslogik ‚Sozialinvestition‘ als „Ressource“ zunehmend an Relevanz gewinnt. Kindheit wird im Zuge dessen als eine besondere Lern- und Bildungsphase umgedeutet, für welche die Eltern im Rahmen der ‚Selbststeuerung‘ vermehrt die Verantwortung übernehmen müssen. Dies geht vor allem mit verstärkten generalisierten Ansprüchen an die Erziehungskompetenz der Eltern einher (vgl. Peters 2012: 256f.). Durch den Ausbau der Betreuungssysteme in Ganztagssettings werden vom Staat eine Entlastung der Eltern sowie verbesserte Bildungsmöglichkeiten versprochen. Bildung soll nicht länger an die soziale Herkunft gekoppelt sein.

Interessant ist an dieser Stelle jedoch, dass laut Pisa-Studie noch immer der familiale Hintergrund für den Erfolg der Förderung im Kindergarten bzw. in der Schule verantwortlich ist – trotz Ausbau der Betreuungssysteme (vgl. OECD 2018). Die Gründe dafür werden unter anderem an einer Betrachtung derjenigen Gruppen, welche solche Ganztagsangebote überwiegend nutzen, sowie deren Motiven deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hier wird die Relevanz der Betreuungssituation im Kontext des Wohlfahrtsstaates dargelegt und die Forschungsfrage zur Auswirkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf das familiale Zusammenleben formuliert.

2 Theoretische Annäherungen: Dieses Kapitel erläutert den Transformationsprozess zum aktivierenden Sozialstaat, definiert den Familienbegriff und analysiert die Rolle der Familie als Ressource unter den Regulierungslogiken "Selbststeuerung" und "Sozialinvestition".

2.1 Sozialstaatliche Bedingungen: Es wird die Entwicklung vom keynesianischen Wohlfahrtsstaat zum aktivierenden Sozialstaat sowie die Etablierung spezifischer Regulierungslogiken und deren Einfluss auf die Gesellschaft skizziert.

2.2 Die Rolle der Familie: Dieses Kapitel beleuchtet kritisch die Bedeutung der Familie im neuen sozialpolitischen System, geht auf die Defamilialisierung ein und hinterfragt die ambivalente Rolle der Eltern als Konsumenten und Produzenten.

2.3 Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben: Hier werden die realen Auswirkungen der Politik auf Familien, insbesondere die Pauschalisierung und Überforderung durch widersprüchliche Erwartungen an Erziehung und Erwerbsarbeit, analysiert.

3 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Ziel einer Chancengleichheit durch die aktuelle Politik bisher nicht erreicht wurde und die Belastung für Familien eher zugenommen hat.

Schlüsselwörter

Aktivierender Sozialstaat, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Chancengleichheit, Sozialinvestition, Selbststeuerung, familiale Sorgebeziehungen, Humankapital, Ganztagsbetreuung, Familienleitbilder, Rekommodifizierung, Defamilialisierung, Sozialpädagogik, Erziehungskompetenz, Bildungsarmut, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des gesellschaftlichen und staatlichen Wandels auf Familien im Kontext der Bemühungen um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Umbau zum aktivierenden Sozialstaat, die ökonomische Instrumentalisierung der Familie sowie die kritische Hinterfragung politischer Versprechen zur Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das familiale Zusammenleben durch die geförderte Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich positiv beeinflusst wird und ob die Chancengleichheit für Kinder damit nachhaltig verbessert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und kritische Analyse bestehender sozialwissenschaftlicher Diskurse, Regulierungslogiken und aktueller PISA-Studien-Ergebnisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Rahmenbedingungen des aktivierenden Sozialstaates beleuchtet, bevor die Rolle der Familie definiert und die daraus resultierenden Konsequenzen für den Alltag von Familien kritisch dargelegt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentral sind Begriffe wie "aktivierender Sozialstaat", "Vereinbarkeit von Familie und Beruf", "Sozialinvestition" sowie die Herausforderungen von Familienleitbildern und Erziehungsansprüchen.

Warum betont die Autorin die Bedeutung des familialen Hintergrunds trotz ausgebauter Betreuungssysteme?

Die Autorin weist darauf hin, dass die PISA-Studien zeigen, dass der Erfolg im Bildungssystem weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängt und staatliche Betreuungsangebote diesen strukturellen Nachteil bislang kaum ausgleichen können.

Was ist mit dem Paradoxon der "gefahrvollen Erschöpfung" der Eltern gemeint?

Dieser Begriff beschreibt die Überforderung von Eltern, die einerseits staatlich definierte Bildungsanforderungen an ihre Kinder erfüllen müssen ("Sozialinvestition"), während sie gleichzeitig durch den Zwang zur Erwerbsarbeit unter massivem Zeitdruck stehen und wenig reale Unterstützung erhalten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Katharina Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1012448
ISBN (eBook)
9783346404916
ISBN (Buch)
9783346404923
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aktivierender Sozialstaat Vereinbarkeitsproblem Familie und Beruf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Müller (Autor:in), 2021, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Konsequenzen und Herausforderungen für das familiale Zusammenleben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012448
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Leseprobe aus  18  Seiten
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