Brandstetter, Alois - Zu Lasten der Briefträger #


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

4 Seiten


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Hausarbeiten.de - Alois Brandstetter - Zu Lasten der Briefträger

Friedrich Wilhelm

Alois Brandstetter

"Zu Lasten der Briefträger"

Der Autor:

Kurzbiographie:

Alois Brandstetter wurde am 5. Dezember 1938 in Pichl/ Ober österreich geboren. Nach dem Studium der Germanistik und der Geschichte an der Universit ät Wien erfolgte 1962 die Promotion. 1970 Habilitation mit der Arbeit ,,Prosaauflösung. Studien zur Rezeption der höfischen Epik im frühneuhochdeutschen Prosa- Roman.

1971 Ernennung zum Professor für Deutsche Philologie.

1972-74 Professor für Altgermanistik an der Universität des Saarlandes.

Seit 1974 Professor für Deutsche Philologie an der Universität Klagenfurt.

1979 Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes. Lebt in Klagenfurt.

Preise, Auszeichnungen (Auswahl):

1973 Förderungspreis des Landes Oberösterreich für Literatur.

1975 Förderungspreis des Landes Kärnten für Literatur.

1980 Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur.

1983 Rauriser Bürgerpreis für Literatur

1991 Kulturpreis des Landes Kärnten für Literatur.

1994 Heinrich-Gleißner-Preis der ÖVP Oberösterreich Bücher:

1969 Gewissenserforschung. Pforzheim: Harlekin -Presse.

1970 Über Untermieter. Pforzheim: Harlekin-Presse.

1971 Prosaauflösung. Studien zur Rezeption der höfischen Epik im frühneuhochdeutschen Prosaroman. Frankfurt/M.: Athenäum.

1971 Stille Größe. Pforzheim: Harlekin-Presse.

1971 Überwindung der Blitzangst. Prosatexte. Salzburg: Residenz.

1972 Ausfälle. Natur- und Kunstgeschichten. Salzburg: Residenz.

1974 Zu Lasten der Briefträger. Roman. Salzburg: Residenz.

1976 Der Leumund des Löwen. Geschichten von großen Tieren und Menschen. Salzburg: Residenz.

1977 Die Abtei. Roman. Salzburg: Residenz.

1979 Vom Schnee der vergangenen Jahre. Salzburg: Residenz.

1980 Von den Halbschuhen der Flachländer und der Majest ät der Alpen. Frühe Prosa. Salzburg: Residenz.

1981 Die Mühle. Roman. Salzburg: Residenz.

1982 Über den grünen Klee der Kindheit. Salzburg: Residenz. 1983 Altenehrung. Roman. Salzburg: Residenz.

1986 Die Burg. Roman. Salzburg: Residenz.

1986 Landessäure. Starke St ücke und schöne Geschichten. Hrsg.: Hans-Jürgen Schrader. Ditzingen: Reclam. 1987 Kleine Menschenkunde. Salzburg, Wien Residenz.

1988 So wahr ich Feuerbach heiße. Roman. Salzburg: Residenz.

1989 Romulus und Wörthersee. Ein poetisches Wörterbuch. Salzburg, Wien: Residenz.

1991 Vom Manne aus Eicha. Roman. Salzburg: Residenz.

1992 Vom HörenSagen. Eine poetische Akustik. Salzburg, Wien: Residenz.

1993 Almträume. Eine Erzählung. Salzburg, Wien: Residenz.

1995 Hier kocht der Wirt. Roman. Salzburg: Residenz.

1997 Schönschreiben. Salzburg, Wien: Residenz.

1998 Groß in Fahrt. Salzburg, Wien: Residenz.

1999 Meine besten Geschichten. Salzburg, Wien: Residenz.

Stück:

1992 Zu Lasten der Briefträger. Wien: Theater am Schwedenplatz.

Filme:

1984 Zu Lasten der Briefträger. TV-Film. Drehbuch: Alois Brandstetter. Regie: Georg Madeja. ORF.

1985 Die Enthüllung. TV-Film nach dem Roman ,,Die Altenehrung". Drehbuch: Alois Brandstetter. Regie: Georg Madeja.

Inhalt:

Der Erzähler beginnt, sich beim Postmeister über die langsame und schwerfällige Postzustellung zu beschweren. Der Herr bleibt anonym, ebenso ist der Postmeister imagin är. Er prangert vor allem die drei Landbriefträger an. Die Unzufriedenheit des Beschwerdeführers betrifft im Folgenden nicht nur die Post, sein Unmut richtet sich ebenso gegen den Kaufmann, den Tierarzt, die Lehrer, Jäger, Bundesbahn, Krankenkassen, eigentlich gegen ziemlich alles, wo es Missstände aufzuzeigen gilt. Dieser Roman, den sich der Postmeister anhören muss, ist gesellschaftskritisch und eine satirische Lektion über Gesellschaftskritik zugleich.

Personen:

Erzähler: bleibt über die gesamte Dauer anonym Postmeister: ist ein stiller, ebenfalls anonymer Zuh örer Postbeamte: Ürdinger Ferdinand: Alkoholiker, alter Militarist Deuth Karl: Intellektueller, flechtet gerne lateinische Ausdr ücke ein Die Lateiner sprachen im Altertum von einer Ars, sagt Deuth. Heute ist die Ars im Arsch, sagt er. Ars deficit, ars deficit. Ich darf nur nichts dagegen tun und dawiderhandeln. Quidquid agis, prutender agas et respice finem, sagt Deuth, der Lateiner, inÜbereinstimmung mit seinem Kollegen, respice finem, sagt er, respice finem.

Blumauer Franz: Frauenheld, Einschmeichler weitere Personen werden zwar namentlich genannt, sind aber für den Verlauf der Geschichte nicht weiter relevant.

Ort:

Das Postamt in Prach in Niederbayern

Themen:

Bestechung und ,,Freunderlwirtschaft" (S 35 - 38) Ausreden für die eigene Faulheit (S 40)

Indiskretionen, Verfehlungen der Beamten bzw. Verletzung des Postgeheimnisses (S 42):

Ein Paket ist wie ein Ball, doch wird´s erst rund durchöfteren Fall.Pakete werden geschupft oder mit dem Fuss getupft. Mit Packeln darfst nicht fackeln.

In der guten, alten Zeit war alles besser (S 56 - 59) Verachtung der Jägerschaft (S71 - 78)

Parteibuchmisswirtschaft (S85 - 86)

Alkoholismus, besonders in Gesellschaft (S 92 - 93) Verspätungen der Bundesbahn (S118 - 122)

Stilmittel:

Erzählform ist die nat ürliche, einfache Sprache des sogenannten ,,kleinen Mannes", ohne jedoch in Dialekt zu verfallen Wiederholung von Sätzen oder Satzteilen, wenn auch umgestellt, zur Best ätigung Erklärung von Details bis zum Desinteresse Erfindung von Fachausdrücken:Früher hat jeder dünn auf und dick ab geschrieben. Wo findest du denn heute noch einen Haarstrich! Deuth sagt, wir haben das Zeitalter der Kalligraphie hinter uns und befinden uns mitten im Zeitalter der Kakographie, der Klauen- und Krähenschriften. Unter den Berufskrankheiten des Bahnpersonals steht im Handbuch der Bundesbahn die soge- nannte Eisenbahnlähmung.

Lateinische Zitate von Deuth, Zitate und Randbemerkungen aller drei Landbrieftr äger Spricht eigentlich fast kein Problem direkt an, sondern über den Umweg, dass er die Erläuterungen der drei Beamten erzählt

Wortspielereien:

Vieles von dem, lieber Postmeister, was deine Leute vorbringen, ist an und für sich isoliert betrachtet richtig,aber sie bringen es hartnäckig am verkehrten Platz vor. Und sie schließen kurz, alles was sie folgern und ableiten, ist von einer gewalttätigen Kurzschlüssigkeit, ihr Wahnsinn hat Methode, das kann man nicht anders sagen. Deine drei lügen die Wahrheit, das ist das Pro- blem.

Das Kursbuch, sagt Deuth, ist eigentlich ein Konkursbuch, ein Dokument des Versagens.

ImÜbrigen, sagt er, sind im Kursbuch nur Fahrpläne enthalten. Im Kursbuch stehen nur Pläne. Aber alle diese Fahrpläne kommen leider nie zur Durchführung, sie werden leider Gottes nie ausgeführt. Es handelt sich bei den Fahrplänen nur um Vorhaben, es handelt sich lediglich um Absichten.

Zahlen wörtlich:

Als sie dem Kalab seinerzeit auf die Schliche kamen, sind die Kriminalbeamten bei der Durchsuchung seiner Wohnung auf 1659 Pakete zusammengebundener Briefe, in Worten tau sendsechshundertneunundfünfzig, unzählige Kreuzbandsendungen, 799 geöffnete Briefe, in Worten siebenhundertneunundneunzig, und 1655 leere Kuverts, in Worten tausendsechshundertfünfund- fünfzig, 1655 leere Kuverts, gestossen.

Lange Sätze:

Würde der Blumauer auch am Sonntag fahren, würde der Blumauer auch am Sonntag in seiner schönen Uniform umherspazieren, dann wüßte jeder und dann würde aber auch dem Letzten klar, dass seine Montur keine eigentliche Uniform oder Arbeits- oder Berufskleidung ist, sondern eine reine Parade- und Ausgeh- undAusziehuniform, und dann wüßte jeder und dann wür- de aber auch dem Letzten klar, dass seine Posttasche nicht eigentlich eine Posttasche, sondern genaugenommen nur ein Beiwerk und eine Attrappe und bei Licht besehen nur ein Schmuckstück ist.

Ich wusste gleich, sagte Karl Deuth zurÜrdinger-Runde im Gasthaus Wurmhöriger, dass es sich bei dem Fremden, der mich suchte, nur um einen neuen Herrn vom Arbeitsinspektorat handeln konnte und dass er gekommen war, um nachzusehen und Nachforschungen darüber anzustellen, ob ich mich auch entsprechenddem Krankenstand verhalte und nicht vielleicht unerlaubter Weise knechtli- che Arbeiten oder etwas anderes verrichte, was laut Gesetz und Vorschrift verboten ist.

Dem Verfasser einer offenen Karte, sei es jetzt eine Ansichtskarte, eine Korrespondenzkarte oder sonst eine Art offene Karte, dem Verfasser einer solchen offenen Post liegt ganz offensichtlich an einer gewissen begrenztenÖffentlichkeit, er scheint, wie ohneweiters ersichtlich, ein gewisses In- teresse an Publizität zu haben, ein solcher Absender möchte sichüber den engen Kreis des Adres- saten hinaus mitteilen.

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Details

Titel
Brandstetter, Alois - Zu Lasten der Briefträger #
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V101335
Dateigröße
336 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brandstetter, Alois, Lasten, Briefträger
Arbeit zitieren
Friedrich Wilhelm (Autor), 2001, Brandstetter, Alois - Zu Lasten der Briefträger #, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101335

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