Die "deutsche Frage" im politischen Bewusstsein der BRD


Seminararbeit, 2000
15 Seiten, Note: 1+

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Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Die Deutschen ohne Staat - „Geschichtslose Zeit“ 1945-
1.1. Die „Stunde Null“ der deutschen Nation
1.2. Die „deutsche Frage“ in den ersten Programmen bundesdeutscher Parteien

2. Westanbindung und Ostpolitik - diametral gegenläufige Konzeptionen?
2.1. Die Westanbindung als integratives Element bundesdeutscher Eigenstaatlichkeit (1949-1962)
2.2. Das Ende des „Kalten Krieges“ und die Ostpolitik (1962-1978)
2.3. Politische Unterschiede & gesellschaftliche Kontinuitäten

3. Westdeutsche Suche nach nationaler Identität (1978-1989)
3.1. Renaissance der „deutschen Frage“
3.2. Die „geistig-moralische Wende“?

Schlussbetrachtung

Bibliographie

Einleitung: Die „deutsche Frage“ als Begriff der historisch-politischen Poesie

„Durch den Einigungsvertrag vom 31. August 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in Zusammenarbeit mit den Westmächten und der Sowjetunion wurde die deutsche Frage gelöst.“1

Dieser Satz schließt einen knappen Artikel zur „deutschen Frage“ in einem gängigen Nachschlagewerk, welches die gleichsam „klassische“ Dreiteilung der Geschichte der „deutschen Frage“ in:

I. den Zeitraum des 19. Jahrhunderts als Frage nach der Nationalstaatlichkeit, die mit der Reichsgründung Bismarcks beantwortet wurde,
II. die Jahre zwischen den Weltkriegen, in denen der 1938 von Hitler erzwungene „Anschluss Deutschösterreichs“ als „deutsche Frage“ galt und letztlich
III. eben jene Frage nach der staatlichen Einheit von Bundesrepublik und DDR, als deren Antwort der obige Schlusssatz angegeben wird, aufgreift und wiedergibt. Neben der Herausstellung der unterschiedlichen inhaltlichen Bedeutungen des Begriffs der „deutschen Frage“ in verschiedenen Epochen deutscher Geschichte suggerierte diese kurze Erklärung aus dem Jahr 1995 zudem die Kontinuität der einzelnen Begriffsumfänge innerhalb dieser Epochen.

Da aber die „deutsche Frage“ - und das vermag schon die Dreiteilung ihrer Geschichte zu zeigen - eben nicht ausschließlich „die Frage nach der staatlichen Existenz Deutschlands“2 ist, sondern vielmehr diejenige nach der Verfasstheit der deutschen Nation, ließe sie sich theoretisch allein aus diesem Grunde nicht exklusiv auf das Problem der Zweistaatlichkeit beschränken - die „deutsche Frage“ kann selbst nur unter Anerkennung der Existenz einer „Kulturnation“, die als solche freilich nicht vor politischen Grenzziehungen halt macht, gestellt werden. Sofern aber die Frage vor dem Hintergrund des politischen Bewusstseins gestellt wird, des gleichsam lebensweltlichen Umgangs mit und Interesses an diesem Problembereich, ist eine solche Einseitigkeit der Betrachtung durchaus möglich, da es schließlich im Wesen des Bewusstseins liegt, historisch-politische Poesie zu sein; dennoch geht die Beschränkung auf die Zweistaatlichkeit auch praktisch fehl:

Bereits auf den ersten Blick zeigen sich deutliche Akzentverschiebungen des Inhalts und der Relevanz der „deutschen Frage“ im politischen Bewusstsein durch verschiedene Epochen der bundesrepublikanischen Geschichte selber - als Exponenten dessen seien an dieser Stelle vorweg die große Bedeutung der Vertriebenenverbände in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die „Saarfrage“ bis 1957, die Möglichkeit der brandtschen Ostpolitik der 1970er Jahre und die publizistischen Auseinandersetzungen um „Renationalisierungstendenzen“ der 1980er Jahre erwähnt.

Zwangsläufig werfen diese Feststellungen Fragen auf, die in den folgenden Kapiteln zu klären versucht werden: Wenn das politische Bewusstsein von der „deutschen Frage“ Wandlungen unterworfen ist, wie entwickelte es sich, welche Kräfte waren jeweils bewusstseinsbildend, wie waren sie motiviert und wieso vermochten sie Einfluss zu nehmen? Der notwendige Versuch der Periodisierung von jeweiligen Tendenzen wird in Anbetracht der quasi-psychologischen Implikationen zwangsläufig recht gezwungen erscheinen - dennoch muss er unternommen werden, um das politische Bewusstsein durch eine stete Spiegelung der gewonnenen Ergebnisse an der historisch-politischen Wirklichkeit und den in ihr wirkenden Kräften auf mögliche Muster und Kontinuitäten, die tiefer liegen als der stete vordergründige Rekurs auf die Zweistaatlichkeit, zu untersuchen.1

1. Die Deutschen ohne Staat - „Geschichtslose Zeit“ 1945-1949

1.1 „Die Stunde Null“ der deutschen Nation

Die umstrittene These von der Existenz einer „Stunde Null“ der Deutschen lässt sich für den Bereich des Nationalen zweifellos bejahen: Das Ende des II. Weltkriegs brachten den Deutschen einerseits das Ende als Staatsnation - das deutsche Recht auf Selbstbestimmung galt als verwirkt aufgrund der barbarischen Auswüchse der nationalen Vergangenheit2 und beinahe zwangsläufig stellten die Amerikaner klar, sie kämen als Sieger, nicht als Befreier3. Zu der Besetzung und Aufteilung des von Deutschen bewohnten Gebietes traten außerdem die umfangreichen Vertreibungen der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße sowie aus der wiederhergestellten Tschechoslowakei und Ungarn und die Übergabe dieser Gebiete in Eigen- bzw. Fremdverwaltung - „fortgesetztes Abblättern [an der Peripherie, PK], endend mit einer totalen Kernspaltung des verbliebenden Restes“1 kündigte den zentralen Inhalt einer „deutschen Frage“ der Nachkriegszeit bereit an.

Dabei war andererseits nun gleichrangig neben diesen Zwangsmaßnahmen als physische Antipode der nationalen Selbstbestimmung der totale psychische Zusammenbruch alles tradiertem „Deutschen“ entscheidend, also des nationalen Selbstverständnisses, an welchem das „Deutschsein“ hing. Allerdings „entlastete“ die Notsituation, die ganz besonders in den folgenden zwei Wintern 1945/46 und 1946/47 katastrophale Folgen hatte, die Deutschen von der Beschäftigung mit sich selbst - kurzum: Die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung war in jenen Monaten unmittelbar nach Kriegsende weder Willens noch in der Lage, aktiv für die Erhaltung Deutschland in welchen Grenzen auch immer zu streiten, und nicht nur beim damaligen Volksbildungsminister von Sachsen-Anhalt, Ernst Thape, entstand im Juli 1947 der Eindruck, „dass sich das Wort ‘Deutschland’ immer leiser“ anhöre2.

1.2. Die „deutsche Frage“ in den ersten Programmen bundesdeutscher Parteien

Dass die „deutsche Frage“ aber keineswegs tot war, zeigt der Blick auf die Programme derjenigen Organisationsformen, die gleichsam von Berufs wegen mit politischen Aufgaben betraut sind und somit ein Forum für eben solche Anliegen bieten: Die Parteien. Deren Gründung war in den westlichen Besatzungszonen bereits seit dem Herbst 1945 gestattet, ihre Kompetenzen aber zunächst freilich auf lokale und regionale Selbstverwaltung im Rahmen der alliierten Vorgaben beschränkt.

So setzte die Kritik der CDU an den „politischen Entwicklungen auf deutschem Boden [...] situationsgemäß auf der Ebene unmittelbare Lebensprobleme ein: der allgemeinen Besorgnis über Entfremdungserscheinungen in den durch ‚Zufälligkeiten’ entstandenen Territorien, über ihren ‚schädlichsten Einfluss auf die deutsche Wirtschaft und auf die kulturelle Entwicklung’, der zunehmend als untragbar und völkerrechtswidrig begriffen wurde.“1 Die politische Stoßrichtung dieser Argumentation war die Wiederherstellung des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937, und insofern war das Ziel völlig deckungsgleich mit den Forderungen der SPD unter Kurt Schumacher, der die Erneuerung des demokratisierten Reiches verlangte und sich besorgt angesichts der Erstarrung der Deutschen „im zonalen und regionalen Denken“2, welches sozialistischen, gesamteuropäischen Konzeptionen entgegen stand, zeigte.

Bemerkenswert ist nun zweierlei: Zunächst die grundsätzliche Einigkeit der größten deutschen Parteien über ihre deutschlandpolitischen Zielsetzungen - gleichwohl jeweils mit ihren eigentümlichen Begründungsmustern - und besonders der zum Ausdruck kommende „Zonenpatriotismus“ der Bevölkerung der ausgehenden 1940er Jahre, welcher impliziter Indikator des anhaltenden Desinteresses der Deutschen an der faktischen Wiederherstellung bzw. Erhaltung Deutschlands mitsamt den „Ostgebieten“ ist.

Es zeichnete sich also bereits zu diesem frühen Zeitpunkt vor der Gründung der beiden deutschen Staaten ab, dass der Gedanke des Nationalen zwar als legitimierendes Mittel politischer Zielsetzungen dienen sollte3 (Schumachers Vorstellungen von einem geeinten Europa über ein geeintes Deutschland sind beispielhaft dafür), als Zweck hingegen tendenziell ausgedient hatte - er wurde insofern zunehmend in den Hintergrund gerückt.

2. Westanbindung und Ostpolitik - diametral gegenläufige Konzeptionen?

2.1 Die Westanbindung als integratives Element bundesdeutscher Eigenstaatlichkeit (1949-1962)

Zweifellos war die „deutsche Frage“ - allerdings bereits reduziert um alle west- und mitteleuropäischen Komponenten - trotz allem von überragender Bedeutung für die gerade gebildete Bundesrepublik; allein die enorme Anzahl der Heimatvertriebenen und ihrer neuen Organisationsformen sorgten sich um das stete Wachhalten der „nationalen Interessen“ sowohl an der DDR als auch besonders an den deutschen Ostgebieten, aus welchen schließlich die Vielzahl der Vertriebenen stammten, obschon die Vereinbarungen von Jalta aus dem Februar 1945 mit der Anerkennung der Alliierten, „dass Polen einen beträchtlichen Gebietszuwachs im Norden und Westen erhalten“1 müsse, die Hoffnungen auf eine Revision im Osten faktisch ad absurdum führten.

Dennoch trägt gerade die Westanbindung unter Adenauer deutliche Züge der Aufgabe der Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937 als primäres Ziel bundesdeutscher Politik, spiegelt demnach den „Übergang von echter Zielsetzung zu bloßer Deklamation“2 und lässt zudem die tatsächliche Erlangung der Nationalstaatlichkeit zu diesem Zeitpunkt als spezifisches Sonderinteresse besonders jener Vertriebenenverbände erscheinen, deren umfangreiche Forderungen nach Rückgewinnung mittel- und ostdeutscher Gebiete aber derart illusorisch waren, dass sie lediglich den Zweck einer Integration und Bündelung des bundesdeutschen Selbstverständnisses als „wahrer“ Nachfolger des untergegangenen Reiches zu erfüllen vermochten, welches nolens volens im Verbund mit dem Erfolgsgefühl des Wirtschaftswunders zu einer Art bundesrepublikanischem Patriotismus führte3, in dessen Augen Deutschlandpolitik nunmehr Kampf gegen das andere „System“ und nur durch Sieg oder Niederlage, nicht aber durch Verhandlungen zu entscheiden war.

2.2 Das Ende des „Kalten Krieges“ und die Ostpolitik (1962-1978)

Insofern war die mit der Großen Koalition beginnende und vor allem unter der SPD- Regierung Brandts etablierte Ostpolitik lediglich deklamatorisch ein der „Politik der Stärke“ entgegengesetztes Konzept - bei der Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit einer Annäherung an den Ostblock und vor allem der DDR als DDR erweist sich die Politik Adenauers hingegen gleichsam als unabdingliche Voraussetzung jener, indem sie es eben vermochte, ein bundesrepublikanisches Selbstbewusstsein zu erschaffen, welches sich nicht ausschließlich und nicht einmal vornehmlich auf der Notwendigkeit der Einheit der Nation gründete.

An dieser Stelle also wird noch deutlicher, dass im bundesdeutschen Bewusstsein durchgehend bis in die 1960er Jahren eine Abnahme der Relevanz der „deutschen Frage“ zu konstatieren ist, obgleich sie freilich als Identität und Einigkeit stiftender Faktor in Westdeutschland nach wie vor gerne bemüht wurde; dies jedoch ohne schlichtweg notwendig, weil konstitutiv zu sein.

Darüber hinaus gibt die Ostpolitik Aufschluss über eine weitere Einengung des Begriffsumfangs der „deutschen Frage“ im politisch-historischen Bewusstsein. Nach dem bereits erwähnten frühen Wegfall der west- (z.B. Eupen-Malmedy) und mitteleuropäischen (z.B. Österreich) Komponenten und der Lösung der „Saarfrage“ war in den 1970er Jahren nun auch der Verzicht auf die Gebiete östlich von Oder und Neiße und in der Tschechoslowakei mit der SPD mehrheitsfähig. Heftig umstritten und von CDU/CSU und Vertriebenenverbänden, deren Macht aber stetig schwächer wurde, bekämpft, erklärte die Bundesregierung 1972 alle europäischen Grenzen für unverletzlich, „einschließlich der Oder-Neiße-Linie“1. Damit wurde eine Entwicklung offenbar, die Manfred Hellmann, Lektor für Slawistik an der Universität Leipzig, in einem Beitrag für die „Göttinger Universitäts-Zeitung“ bereits 1947 befürchtete und daher anmahnte, die Westdeutschen sollten nie vergessen, „dass wir hier kein ‘Osten’ sind“2 -25 Jahre später war Mitteldeutschland dennoch östliche Peripherie geworden.

2.3 Politische Unterschiede & gesellschaftliche Kontinuitäten

Trotz der Unterschiede zwischen Westanbindung und Ostpolitik in nahezu allen Facetten ist doch festzuhalten, dass beide sich durchhaltende Tendenzen in der Entwicklung der „deutschen Frage“ im politischen Bewusstseins der Bundesrepublik widerspiegeln:

Zum einen eine an Geschichtsvergessen grenzende Selbstbezogenheit, die in wirtschaftlicher Not und schierem Unwillen, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten wurzelte und auch trotz und gerade wegen des sich einstellenden ökonomischen Erfolges ihre Fortsetzung fand und gleichsam zwangsläufig geographisch und lebensweltlich periphere Interessen in den Hintergrund rückte oder gleich vollständig vergaß, obgleich der Wiedervereinigungspathos und die Ansprüche der Westdeutschen an deren Art und Umfang gleichzeitig ins Unermessliche stiegen.

Da zum anderen so aber auch die DDR „für die meisten Westdeutschen zu einem ‚fernen’ und ‚fremden’ Land“1 wurde, half diese entnationalisierte Selbstvergewisserung nach einer Phase der unabwendbaren Ernüchterung in Folge der Ablenkung des westalliierten Interesses von Deutschland und der Beendigung des „Kalten Krieges“ zu Beginn der 1960er Jahre, ein quasi-bilaterales Verhältnis zum Oststaat aufzubauen. Ein Wandel in der Tendenz der Beurteilung der „deutschen Frage“ und damit des politischen Bewusstseins der Bundesdeutschen von deren Relevanz und Umfang zwischen Westanbindung und Ostpolitik ist demnach nicht erkennbar; vielmehr ist gerade das Gegenteil richtig: Die SPD-Ostpolitik war in diesem Sinne die politische Operationalisierung des weiterhin wachen Lebensgefühls der Adenauer-Ära: Zum stolzen „Wir sind wieder wer!“ trat nunmehr der Nachsatz „und das sind wir allein aus uns heraus“. Betonte der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Dr. Rainer Barzel, in den Debatten zum Grundlagenvertrag 1973 zwar, er habe „nicht die Absicht, [...] ein Bundesrepublikaner zu werden“2, so muss also dennoch festgestellt werden, dass die CDU-Regierungen zuvor einer solchen Entwicklung zumindest Vorschub geleistet haben.3

3. „Westdeutsche Suche nach nationaler Identität“ (1978-1989)

3.1 Renaissance der „deutschen Frage“

Eine vermeintliche Tendenzwende scheint erst ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre feststellbar. Befördert durch innen- und außenpolitische Entwicklungen, welche die Rahmenbedingungen gesellschaftlicher und politischer Bewusstseins-bildung grundlegend veränderten (mit Ölkrise, Diskussion um die „Grenzen des Wachstums“, Entstehung neuer Protest- und Bürgerbewegungen und Terrorismus, aber auch der Etablierung des Status quo zwischen Bundesrepublik und DDR seien einige wichtige Exponenten kurz erwähnt4 ), verband sich die Krisenstimmung der bundesrepublikanischen Gesellschaft mit der Suche nach der eigenen Identität - die „deutsche Frage“ schien ihrem Schattendasein als hypothetische Erörterung des „Modus einer Wiedervereinigung“ zu entwachsen und wurde nun gleichsam wieder traditionell - „die prinzipiellere Frage nach dem Verhältnis von Staat und Nation“1.

Soweit das Rauschen im deutschen Blätterwald. Tatsächlich hatten Publikationen, die das vermeintlich Krisenhafte aufgriffen und zu einer Generalabrechnung mit dem „Besatzungsstatus“ in Ost- und Westdeutschland und der deutschen „Zwergenphilosophie“2 gegenüber der Sowjetunion und den USA benutzten, Konjunktur von Ende der 1970er Jahre bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein. Alternativ zu der friedensbedrohenden Spaltung der Nation wurden unabhängig von Unterschieden in Motivation und Zielsetzung von links und rechts gleichermaßen Wiedervereinigung und Neutralität als Garant für den Frieden und die europäische Einigung eingefordert.

Diese publizistische Bewegung war in sich zwar heterogen, hatte aber dennoch mit dem historisch-politischen Bewusstsein für Deutschlandpolitik einer ersten (wissenschaftlichen) Nachkriegsgeneration eine gemeinsame Wurzel, die sich auch für den Umfang des „neo-nationalen“ Denken ihrer Beteiligten als prägend erweisen sollte: Die „deutsche Frage“ war nun selbst in der Avantgarde des nationalistischen Denkens - und für die „patriotische Linke“ ohnehin - nahezu vollständig auf die Gebiete der Bundesrepublik und der DDR beschränkt. Ist der Begriffsumfang aber der gleiche geblieben bzw. hat sich auf seinem niedrigen Niveau noch verfestigt, so muss eine vermeintliche geschichtspolitische Tendenzwende zwangsläufig an der Zumessung von gesellschaftlicher und politischer Relevanz der „deutschen Frage“ feststellbar sein.

3.2 Die „geistig-moralische Wende“?

Tatsächlich war der Regierungswechsel von 1982/1983 begleitet von der Ankündigung einer „geistig-moralischen Wende“, einer Rückkehr zum Vorzug der Identität vor der Emanzipation und verstärkter gesamtdeutscher Deklamation1.

Ein Rekurs auf demoskopische Erhebungen der folgenden Jahre zeigt allerdings, dass trotz der verstärkten Auseinandersetzung mit der „deutschen Frage“ in der Publizistik und dem Anspruch der konservativen Regierung Kohls, das Wertefundament - und damit auch den Wert der Nation - der Bundesrepublik mit neuem Geist zu erfüllen, sich nicht nur in der politischen Praxis des Umgangs mit der DDR nichts geändert hat (die Rolle Franz-Joseph Strauss’ bei der Vergabe von Milliardenkrediten an das SED-Regime macht dies besonders deutlich), sondern auch die Einstellung der Bundesbürger zur „deutschen Frage“ unberührt blieb: Zwar zeigen diese statistischen Erhebungen aus dem Jahr 1986, dass das Wiedervereinigungspostulat des Grundgesetzes weiterhin von knapp drei Vierteln der Befragten bejaht wurde, doch ist im Vergleich zu 1982 eine - wenn auch marginale - Verminderung des Prozentsatzes erkennbar - von „Wende“ keine Spur. Zudem wird das dezidierte „Ja!“ zur Offenheit der „deutschen Frage“, welches der Mainzer Sozialwissenschaftler Gerhard Herdegen, Kommentator der Ergebnisse, aus eben dieser Statistik und einer weiteren, in welcher sich eine 60%-Mehrheit der Befragten für ein Eintreten für die Wiedervereinigung auch als nicht mehr selbst zu erlebendes Fernziel aussprechen, ableitet, mehr als relativiert durch ein bis 1986 auf 7% abnehmendes Grüppchen derjenigen, welche die Wiedervereinigung überhaupt noch zu erleben erwarten2. Die Diskrepanz zwischen der gleichsam reflexhaften verbalen Zustimmung einer Gruppe Befragter zu Thesen aus dem „bundesrepublikanischen Glaubensbekenntnis“ und der mangelnden Naherwartung und Notwendigkeit des Zieles, die aus psychologischer Sicht unabdingbar für ein aktives Eintreten der Menschen sind, wird nicht erkannt - mit einem Wort: Die Statistiken lassen sich keineswegs als Beleg eines gesteigerten oder überhaupt eines bemerkenswerten Interesses an der Wiedervereinigung lesen, viel eher ist auch hier das Selbstbewusstsein einer bundesrepublikanische Nation erkennbar - und in jener hätten Fragen zum Weltfrieden wohl ganz ähnliche Werte hervorgebracht.

Die Wiedervereinigung - das Ende der „deutschen Frage“? [Schlussbetrachtung]

Da nun die Entwicklung des Bewusstseins von der „deutschen Frage“ durch verschiedene Epochen der bundesrepublikanischen Geschichte nachgezeichnet wurde, bleiben einige grundsätzliche Beobachtungen festzuhalten:

Bereits vor der Gründung beider deutscher Staaten 1949 bestand eine gewisse Spannung zwischen deklamatorischen Absichtsbekundungen über die Bedeutung der „deutschen Frage“ und der politisch-historischen Realität sowohl in bezug auf die Möglichkeiten als auch die Absicht von politisch Handelnden. War der Wille zunächst zur Wiederherstellung des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937, nach 1972 dann vielfach „nur noch“ zur Vereinigung von Bundesrepublik und DDR politisch auch stets latent, so bleibt dennoch festzuhalten, dass immer und unter jeder Bundesregierung die Stärkung des westdeutschen Teilstaates zweifellos den Vorzug genoss vor der deutschlandpolitischen Revision. Ob diese grundsätzliche Übereinstimmung nun in den Mantel von „Politik der Stärke“, „Magnettheorie“ oder „Wandel durch Annäherung“ gekleidet wurde, musste für die politische Praxis und somit eben die Bewusstseinsbildung der Deutschen völlig irrelevant sein.

Dass nämlich letztere - hier verstanden als die Selbsteinordnung in das politische Erfahrbare - auf ersterem - also der politischen Wirklichkeit der Gegenwart - beruht, ist wohl diejenige sich durchhaltende Determinante der Beurteilung der „deutschen Frage“, die den größten Einfluss ausübte und vor diesem Hintergrund erscheint nun auch die verkürzte Darstellung des zitierten Nachschlagewerkes aus dem Jahre 1995 verständlich und sogar typisch für den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte: Die totale Niederlage im Zweiten Weltkrieg nahm den Deutschen zunächst schlichtweg physisch das politische Heft aus der Hand und entwöhnte sie dabei - wie oben festgestellt - psychisch gleichsam von sich selbst und ihren Traditionen. Dieser Prozess konnte schlechterdings nicht mit einer „tabula rasa“ des Nationalgefühls enden; und doch fiel es den Bundesdeutschen hernach leicht, sich emotional sukzessive von der „Kulturnation“ zu verabschieden und - befreit von der Übernahme der Verantwortung für den eigenen Pathos und aufgehoben in der „Obhut“ der weltpolitischen Bedeutungslosigkeit - mit Unterstützung durch den ökonomischen Erfolg eine eigene Nation zu werden, die auch ohne die Deutschen in der DDR und der Gebiete jenseits von Oder und Neiße existieren konnte - ein Selbstbewusstsein, dass auch von der vermeintlichen „Tendenzwende“ um 1980 nicht erschüttert wurde und den regen Publizismus jener Jahre lediglich als unmittelbare Projektionsfläche von mittelbaren politisch-gesellschaftlichen Eigeninteressen erscheinen lässt.

Dass die Wiedervereinigung dann bereits so kurze Zeit später vollzogen wurde, erklärt sich demnach nicht monokausal als gleichsam logische Konsequenz daraus, dass sich „das Konzept einer auf die Bundesrepublik reduzierten deutschen Nation als undurchführbar erwiesen“1 hätte; vielmehr waren es die Bürger der DDR, deren revolutionärer Elan nicht nur völlig überraschend für die Westdeutschen und auch den Rest der Welt, sondern oftmals in der Bundesrepublik bereits Unbehagen auslösend, das ungeahnte Tempo der Wiedervereinigung und recht eigentlich auch die Verwirklichung dieser selbst bestimmten. Auch ohne behaupten zu wollen, die westdeutsche Politik und die Gesellschaft haben sich von den Ereignissen in der DDR zur Wiedervereinigung „zwingen“ lassen müssen, sind ihnen eine katalysatorische Funktion zu irgendeinem Zeitpunkt schwerlich zu bescheinigen.

Dennoch hat die „deutsche Frage“ - wie die oben zitierten Erhebungen belegen - trotz der beständigen Schmälerung von Relevanz und Umfang gleichwohl den Eingang in die bundesdeutsche Staatsraison im Verständnis der Bürger gefunden. Das mag nun erstaunen angesichts der gewonnenen Erkenntnisse, steht aber keineswegs im Widerspruch zu diesen:

Das Bewusstsein von der „deutschen Frage“ vollzog ebenfalls den politischen Schritt vom direkten Auftrag bundesdeutscher Staatlichkeit zur Deklamation mit; sie wurde konjunkturell Mittel der Selbstidentifikation einer „dehistorisierten“ Republik in Zeiten diffuser Unzufriedenheit und Unsicherheit, dessen sich nur allzu gerne bedient wurde, um der Begründung eigener Forderungen und Ansichten „Legitimation“ zu verleihen.

Die „deutsche Frage“ der Bundesrepublik war demnach in ihrem Kern jene nach der inneren Verfasstheit der bundesdeutschen Staatsnation, projiziert auf die deutschen „Kulturnation“ als Vehikel der Austragung der eigenen Auseinandersetzungen - Politik wurde bisweilen leichter mehrheitsfähig durch den exegetischen Rekurs auf die „deutsche Frage“ (oder besser: auf das, was gerade dafür gehalten wurde). Dass diese „Frage“ nicht mit den Unterschriften unter den Einigungsvertrag „gelöst“ wurde, ist offensichtlich: Eine Gesellschaft, deren „Problem“ gar nicht die Teilung war, löst es natürlich auch nicht durch deren Überwindung. Insofern sind die großen Diskussionen der 1990er Jahre - sei es die „Berliner Republik“, das Holocaust-Mahnmal oder der deutsche Einsatz im Kosovo-Krieg

- durchaus „deutsche Fragen“; lediglich mit dem Unterschied, dass sie nunmehr in ihrer inneren Grundsätzlichkeit auch als solche begriffen werden.

Literaturverzeichnis1:

I. Quellen:

Diemer, Gebhard, Kurze Chronik der Deutschen Frage. Mit den Verträgen zur Einigung Deutschlands, 4. Aufl., München 1994.

März, Peter [Hrsg.], Dokumente zu Deutschland 1944-1994, München u.a. 1996.

Schweitzer, Carl Christoph [Hrsg.], Die deutsche Nation. Aussagen von Bismarck bis Honecker, Köln [1976].

II. Literatur:

a. Monographien und Aufsatzsammlungen:

Benz, Wolfgang/Plum, Günter/Röder, Werner, Einheit der Nation. Diskussionen und Konzeptionen zur Deutschlandpolitik der großen Parteien seit 1945, Stuttgart 1978.

Hillgruber, Andreas, Deutsche Geschichte 1945-1986. Die „deutsche“ Frage in der Weltpolitik, 8. Aufl., Stuttgart u.a. 1995.

Jeismann, Karl-Ernst [Hrsg.], Einheit - Freiheit - Selbstbestimmung. Die Deutsche Frage im historisch-politischen Bewusstsein, Frankfurt/M u.a. 1988.

Kirsch, Botho, Westdrall-Ostdrift. Wie selbständig darf deutsche Politik sein?, Zürich 1985.

Klönne, Arno, Zurück zur Nation? Kontroversen zur deutschen Frage, Köln 1984.

Michalka, Wolfgang [Hrsg.], Die deutsche Frage in der Weltpolitik, Stuttgart 1986.

Overesch, Manfred, Die Deutschen und die Deutsche Frage 1945-1955, Hannover 1985.

Ritter, Gerhard, Das deutsche Problem. Grundfragen deutschen Staatslebens gestern und heute, München 1962.

Steffens, Mechthild/Uschakow, Alexander, Die deutsche Frage in der juristischen und politikwissenschaftlichen Literatur des Auslandes seit 1980, [Bonn] 1993. in der folgenden Bibliographie nicht Rechnung getragen wurde, ist demnach eher der äußeren Form als der mangelnden Reflexion geschuldet.

Tiemann, Dieter/Hoffmann, Johannes [Hrsg.], Die deutsche Frage im 19. und 20. Jahrhundert als west- und osteuropäisches Problem. Fachliche und didaktische Aspekte, Wiesbaden 1994.

Weidenfeld, Werner [Hrsg.], Geschichtsbewusstsein der Deutschen. Materialien zur Spurensuche einer Nation, 2. Aufl., Köln 1989.

a. Zeitschriftenaufsätze:

Hahn, Roland, Die Idee der Nation und die Lösung der deutschen Frage, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 29/90, S.3-12.

Wolfrum, Edgar, Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989. Phasen und Kontroversen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 45/98, S.3-15.

[...]


1 Zit. nach: Meyers Lexikon in drei Bänden, deutsche Frage, in: Microsoft/Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG [Hrsg.], LexiROM, Mannheim 1995.

2 Wilfried Loth, Die deutsche Frage als europäisches Problem, in: Dieter Tiemann/Johannes Hoffmann [Hrsg.], Die deutsche Frage im 19. und 20. Jahrhundert als west- und osteuropäisches Problem, Wiesbaden 1994, S. 1-19, S. 1.

1 Edgar Wolfrum, Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989. Phasen und Kontroversen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 45/98, S.3-15, S.6.

2 Vgl. Andreas Hillgruber, Deutsche Geschichte 1945-1986. Die „deutsche Frage“ in der Weltpolitik, 8. Aufl., Stuttgart u.a. 1995, S.154.

3 „Direktive an den Oberkommandierenden der Okkupationstruppen der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Militärregierung für Deutschland" vom 26. April 1945, zit. nach: Hillgruber, Deutsche Geschichte, S.25.

1 Gerhard Ritter, Das deutsche Problem. Grundfragen deutschen Staatslebens gestern und heute, München 1962, S.10.

2 Zit. nach: Manfred Overesch, Die Deutschen und die Deutsche Frage 1945-1955, Hannover 1985, S.30.

1 Wolfgang Benz u.a., Einheit der Nation. Diskussionen und Konzeptionen zur Deutschlandpolitik der großen Parteien seit 1945, Stuttgart 1978, S.31.

2 Zit. nach: Benz, Einheit der Nation, S.78.

3 Vgl. Mechthild Steffens/Alexander Uschakow, Die deutsche Frage in der juristischen und politikwissenschaftlichen Literatur des Auslandes seit 1980, Bonn 1993, S.17.

1 Erklärung der Alliierten von Jalta vom 11. Februar 1945, zit. nach: Peter März [Hrsg.], Dokumente zu Deutschland 1944-1994, München u.a. 1996, S.68.

2 Hillgruber, Deutsche Geschichte, S.159.

3 Vgl. Arno Klönne, Zurück zur Nation? Kontroversen zu deutschen Fragen, Köln 1984, S.19f.

1 Deutsch-sowjetischer Vertrag vom 12. August 1970, zit. nach: Gebhard Diemer/Eberhard Kuhrt, Kurze Chronik der Deutschen Frage. Mit den drei Verträgen zur Einigung Deutschlands, 4. Aufl., München 1994, S.216.

2 Zit. nach: Overesch, Die Deutschen und die Deutsche Frage, S.22.

1 Hillgruber, Deutsche Geschichte, S.160f.

2 Zit. nach: Carl Christoph Schweitzer, Die deutsche Nation. Aussagen von Bismarck bis Honecker, Köln [1976], S.487.

3 Jürgen C. Heß, Westdeutsche Suche nach nationaler Identität, in: Wolfgang Michalka [Hrsg.], Die deutsche Frage in der Weltpolitik, Stuttgart 1986, S.9-50, S.9.

4 Vgl. Günther C. Behrmann, Volk, Verfassung, Staat, Kultur, Geschichte und Nation. Das national- politische Orientierungsfeld der Deutschen im Wandel, in: Karl-Ernst Jeismann [Hrsg.], Einheit - Freiheit - Selbstbestimmung. Die Deutsche Frage im historisch-politischen Bewusstsein, Frankfurt/M u.a. 1988, S.81-103, S.84. Vgl. Wolfrum, Geschichtspolitik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, S.12.

1 Behrmann, Volk, Verfassung, Staat, Kultur, Geschichte und Nation, in: Jeismann [Hrsg.], Einheit - Freiheit - Selbstbestimmung, S.81.

2 Botho Kirsch, Westdrall-Ostdrift. Wie selbständig darf deutsche Politik sein?, Zürich 1985, S.8.

1 Vgl. Wolfrum, Geschichtspolitik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, S.12-14.

2 Vgl. Gerhard Herdegen, Demoskopische Anmerkungen zum Geschichtsbewusstsein der Deutschen (West) im Kontext der deutschen Frage, in: Werner Weidenfeld [Hrsg.], Geschichtsbewusstsein der deutschen. Materialien zur Spurensuche einer Nation, 2.Aufl., Köln 1989, S.187-202, S.198-202.

1 Roland Hahn, Die Idee der Nation und die Lösung der deutschen Frage, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 29/90, S.3-12, S.12.

1 Nachstehende Unterteilung in Quellen und Literatur ist obligatorisch, keineswegs aber selbstredend: Bei einem Thema dieser Art ist offenbar, dass Literatur zwar in erster Linie vom „Stand der Wissenschaft“ kündet, zugleich aber eben auch selbst von einem nicht zu vernachlässigenden Erkenntnis -, Interessen- und Absichtshintergrund zeugt - mithin also selbst zur Quelle einer aktuellen Bewusstseinslage wird. Insbesondere wird die Möglichkeit, Literatur in diesem Sinne auch als Quelle zu lesen, offensichtlich in der publizistischen Auseinandersetzung der 1980er Jahre - der schiere Inhalt dieser Werke ist für den Gegenstand dieser Abhandlung eher nachrangig hinter Merkmalen wie der Themenauswahl, der Wertschätzung und Betonung einzelner Sachverhalte etc. Dass diesem Umstand

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Die "deutsche Frage" im politischen Bewusstsein der BRD
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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Propädeutikum
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Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V101491
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367 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frage, Bewusstsein, Propädeutikum
Arbeit zitieren
Peter Kox (Autor), 2000, Die "deutsche Frage" im politischen Bewusstsein der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101491

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