Computeranimation in den Fernsehnachrichten


Ausarbeitung, 2001

4 Seiten, Note: 1,3


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Überall im Fernsehen werden heute Computeranimation eingesetzt. Die Technik wächst stetig und mit ihr auch die Möglichkeit,

1.: Anspruch von Nachrichtensendungen

Nachrichtensendungen im Fernsehen sind vor allem um Objektivität bemüht. Sie haben dabei den Vorteil, das das Fernsehen unmittelbarer und glaubwürdiger erscheint als andere Medien, da Rezipienten dem visuell Faßbaren mehr Glauben schenken als dem pur auditiven. Die Relevanz der Fernsehnachrichten ist enorm: 90 % aller Personen über 14 Jahren sind in Deutschland an ihnen interessiert. Dies sind etwa 57 mio. Deutsche.

1.1.: Unterschied RTL / ARD

Der Anspruch der Nachrichtensendungen ist von Sender zu Sender zu verschieden. So will die Nachrichtensendung von RTL, „RTL-aktuell“, vor allem Nachrichten für den „kleinen Mann“ machen.

Sie zeichnen sich durch verständliche und einfache Sprache aus, während die „Tagesschau“ der ARD als besonders seriös gilt. Ihre Sprecher wirken nüchtern und kühl und lesen vom Blatt. Aus diesem Unterschied heraus ergibt sich auch der Einsatz von Fiktionalisierung. „RTL-aktuell“ macht zahlreich Gebrauch von Grafiken zur Visualisierung komplexer Sachverhalte. Wahlsondersendungen und das Wetter werden komplett virtuell dargestellt. 1997 war RTL der erste Sender der den Wetterbericht komplett virtuell dargestellt hat.

2.: Möglichkeiten und Einsatz von Fiktionalität

Zahlreiche, komplexe und schwierige Abläufe lassen sich besser bildlich als textlich darstellen.

Die Nachrichtensendungen bedienen sich der Computeranimation vor allem, um komplexe oder schwer verständliche Abläufe verdeutlichen zu können. Dies geht dank der Technik auch dann, wenn gerade keine Kamera vor Ort ist.

Beispiel: Der Unfalltod von Lady Di 1997

RTL-Aktuell zeigt in einer 3D - Animation von 15 Sekunden Dauer spekulativ die Rekonstruktion des Unfalls.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Originalton des Beitrages weist RTL daraufhin, daß es sich hierbei um pure Theorie handelt.

2.1.: verschiedene Verfahren:

Chroma-Key-Verfahren ( „ Blue-Box-Technik “ ):

Künstliche Hintergründe werden bei diesem Verfahren in Aufnahmestudios geschaffen. Ein Bildgeber projiziert ein Bild auf eine blaue oder anders einfarbige Spezialwand, diese wirft es in die elektronische Kamera zurück. Dies ermöglicht, hinter dem Sprecher eine jeweils zur Meldung passende Illustration als optische Stütze einzublenden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

virtuelles Studio:

Die Studiowelt ist bereits eine künstliche Wirklichkeit, das virtuelle Studio ist die Steigerung hierzu. Durch digitale Bildtechnik wird es möglich gemacht, Kulissen und Inventar nicht vorhanden sind. Lediglich der Moderator ist echt. Der Moderator bewegt sich in einem leeren, blauen Raum, der als Projketionsfläche für Computerbilder dient. Obwohl das ARD bereits mitte der neunziger Jahre das virtuellen Studio für den Einsatz in den Nachrichten getestet hat, ist es bisher nie in den Fernsehnachrichten zum Einsatz gekommen.

Komplette Computeranimation:

In den Nachrichtensendungen kommt dieses Verfahren zum Beispiel bei der Präsentation des Wetters zum Einsatz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Problem was es hierbei zu überbrücken gilt, ist Nichtvisuelles zu visualisieren. Weitere Beispiele: Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft werden in Nachrichtensendungen häufig mit den gleichen austauschbaren Bildern von Gebäuden, Konferenzen und Persönlichkeiten illustriert. Computergrafiken im Fernsehen gibt es bereits seit gut 25 Jahren. Sie können nicht nur statisch, sondern auch dynamisch dargestellt werden (z.B. Wetter).

Das virtuell hergestellt Bild gelingt teilweise so perfekt, daß ohne Hinweise oder Kennzeichnung der Zuschauer nicht immer mit Sicherheit erkennen kann, ob es sich um ein künstlich erzeugtes Bild handelt. Dies ist im um so mehr von Bedeutung, als das auch nicht vorhandenes dargestellt werden kann. (s.o. Lady Di)

Literaturangaben:

- Darschin, Wolfgang/ Horn, Imme (1997): Die Informationsqualität der Fernsehnachrichten aus Zuschauersicht. Ausgewählte Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zur Bewertung der Fernsehprogramme. In: Media Perspektiven, 5: 269 - 275

- Darschin, Wolfgang (1999): Tendenzen im Zuschauerverhalten. Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen 1998. In: Media Perspektiven, 4: 154 - 166

- Kloeppel, Peter (1997): Virtuelle Hilfsmittel. In: agenda, 31: 25/26

- Leder, Dietrich (1997): Libidinös besetzte Abenteuer. In: agenda, 31: 14-17

- Meckel, Miriam (1997): Bildersturm in Dosen. TV-Nachrichten unterliegen dem Zwang zur Visualisierung. Was tun, wenn die Bilder fehlen? Können Computerbilder reale Bilder ersetzen? In: agenda, 31: 23/24

- Meckel, Miriam (1998): Nachrichten aus Cyburbia. Virtualisierung und Hybridisierung des Fernsehens. In: Kamps, Klaus/ Meckel, Miriam (Hrsg.): Fernsehnachrichten. Prozesse, Strukturen, Funktionen. Opladen: Westdeutscher Verlag, 203 - 212

- Meckel, Miriam/ Kamps, Klaus (1998): Fernsehnachrichten. Entwicklung in Forschung und Praxis. In: Kamps, Klaus/ Meckel, Miriam (Hrsg.): Fernsehnachrichten. Prozesse, Strukturen, Funktionen. Opladen: Westdeutscher Verlag, 11 - 29

- Ruppmann, Kornelia (1995): Gespaltene Aufmerksamkeit. Rezeptive Präferenzen bei der Wahrnehmung von Bild-Schrift-Kombinationen im Fernsehen. Münster: Lit-Verlag

- Schulz, Winfried (1976): Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien. Analyse der aktuellen Berichterstattung. München: Verlag Karl Alber

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Details

Titel
Computeranimation in den Fernsehnachrichten
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V101764
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Computeranimation; Fernsehnachrichten; Medienwirklichkeit; Fiktionen
Arbeit zitieren
Carsten Lappe (Autor), 2001, Computeranimation in den Fernsehnachrichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101764

Kommentare

  • Gast am 7.6.2003

    super geil!.

    cool

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Titel: Computeranimation in den Fernsehnachrichten



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