Konsum von Heroin bei Jugendlichen in Deutschland. Suchtbehandlungsmethoden der Sozialen Arbeit


Akademische Arbeit, 2014

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Rauschgift Heroin

3. Gesundheitliche Schäden
3.1 Physische Beeinträchtigungen
3.2 Psychische Beeinträchtigungen

4. Suchtbehandlungsmethoden der Sozialen Arbeit
4.1 Medikamentenfreie Behandlung
4.2 Medikamentöse Behandlung
4.2.1 Entgiftung
4.2.2 Substitutionsbehandlung
4.2.3 Die Heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger
4.3 Methoden der Sozialen Arbeit

5. Fazit

Einleitung

Sie erleben den Himmel. Sie erleben die Hölle. Sie sind noch Kinder und haben ihre Zukunft schon verspielt (HERMANN und HORST 1981). Dieses Zitat stammt aus dem Spielfilm „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, der die wahre Geschichte der Christiane F. thematisiert. Diese hatte bereits mit 14 Jahren Kontakt mit dem Rauschgift Heroin und ist bis heute, 35 Jahre später, immer noch abhängig. Doch Christiane Felscherinow ist nur eines von zahlreichen Beispielen heroinabhängiger Jugendlicher in Deutschland.

In der Zeit zwischen dem 13. und 19. Lebensjahr findet die Pubertät der Jugendlichen statt. Damit können jedoch viele Probleme verbunden sein, da es in dieser speziellen Entwicklungsstufe oftmals zu Streitigkeiten mit den Erziehungsberechtigten oder lehrenden Personen kommt. Hier steht in der Hierarchie der Interessen Jugendlicher meist der Freundeskreis an erster Stelle. Zusätzlich ist dies das Alter, indem die jungen Erwachsenen den Reiz verspüren, unbekanntes Terrain zu betreten und Dinge auszuprobieren. Jedoch ist Heroin mit einem extrem hohen Suchtfaktor gezeichnet, was dazu führen kann, dass die Konsumenten bereits nach der ersten Einnahme ein Verlangen nach dem Rauschgift verspüren.

Die folgende Drogenaffinitätsstudie (vgl. TÄSCHNER et al. 2010, S. 52) stellt den Konsum illegaler Drogen von 12-17 Jährigen dar. Rund 892.000 Jugendliche gaben an, von Opiaten schon einmal im Leben Gebrauch gemacht zu haben. Die Zahl derer, die Rauschgift in den letzten 12 Monaten konsumiert haben, liegt bei 591.000. Erstaunlicherweise nahmen 142.000 Probanden der Studie Heroin in den zurückliegenden 30 Tagen ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Trotz genauer Aufklärung der Resultate des Drogenkonsums in der Schule, durch die Medienanstalten oder durch die Erziehungsberechtigten wagen viele Heranwachsende den Versuch. Diese Problematik sollte Eltern, Lehrer und insbesondere die Gesellschaft enorm zum Nachdenken anregen.

Eine Vielzahl von jungen Persönlichkeiten probieren bereits extrem süchtig machende Drogen aus, sodass diesen meist nicht mehr die Flucht aus der Abhängigkeit gelingt. Die Biographie der Christiane F. ist hierbei aufschlussreich, denn sie stellt die komplette Realität eines jungen Mädchens in der Bundesrepublik Deutschland dar, welche die Drogenszene in Berlin durchlebte.

Es ist von äußerster Relevanz zu wissen, welche extremen gesundheitlichen Effekte der Konsum von Heroin bei Jugendlichen auslöst und mit welchen Methoden Sozialarbeiter dabei helfen können, der Sucht zu entkommen.

Das Rauschgift Heroin

Die illegale Droge Heroin wird in die Gruppe der stark analgetischen Opiate eingeteilt und wird aus Diacetylmorphin, dem Wirkstoff des Schlafmohns hergestellt (vgl. KUNTZ 2007, S. 140 f). Analgetisch wird hierbei als stark schmerzlindernd und beruhigend bezeichnet.

Aus der Sicht von HEDAYAT ( 1971, S. 286-290) liegt die Historie des Mohns bis über 6000 Jahre zurück, dort wurde sie hauptsächlich wegen seines ölreichen Samens verwendet. Von der narkotisierenden Wirkung wurde erst 2000 Jahre später in Ägypten Gebrauch gemacht. In der Neuzeit erzielte das Rauschgift in China ihre größte Bedeutung, dieses wurde dort lediglich gegessen, da das Opiat eine sättigende Wirkung hervorrief und über Hungerkatastrophen hinweghalf. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Chemiker auf das schmerzstillende Diacetylmorphin aufmerksam und versuchten, daraus ein fundamentales Heilmittel herzustellen. Zu Beginn wurde es als Schmerzmittel verkauft, jedoch im Laufe der Zeit galt es auch zur Bekämpfung von Lungen- und Herzerkrankungen sowie Bluthochdruck und sogar als Hilfe zur Geburtseinleitung. Ab dem Jahr 1912 gab es sukzessiv immer mehr Heroinabhängige. In Deutschland wurde Heroin bis einschließlich 1959 vermarktet, danach wurde durch einen Beschluss der Konsum und Handel mit dem Rauschgift unter Strafe gestellt. Aus der Aussage von HEDAYAT lässt sich schließen, dass Heroin nicht nur eine moderne Neuzeitdroge ist, sondern bereits in der Steinzeit von Relevanz war. Bereits seit geraumer Zeit ist sie für verschiedene Zwecke appliziert worden. Es ist weit verbreitet, dass Heroin im zweiten Weltkrieg bei Soldaten eingesetzt wurde, da dies bei Verwundeten den Schmerz linderte und das Angstgefühl der Soldaten komprimierte. Infolgedessen ist es offensichtlich, dass nach dem Krieg die Zahl der Abhängigen erneut anstieg.

Laut den empirischen Forschungen von KUNZ (2007, S. 142) wiederum, der die geschichtliche Entdeckung nur teilweise aufführt, tritt das Rauschgift häufig als geruchloses, bitter schmeckendes weißes Pulver auf und wird auf verschiedene Weise konsumiert. Oral wird es kaum noch eingenommen, bei der nasalen Methode, welche eine häufige Anwendungsform ist, wird das kristalline Pulver mittels eines Röhrchens durch die Schleimhäute der Nase aufgenommen. Die Inhalation und das Rauchen sind ebenfalls Möglichkeiten, die illegale Droge zu konsumieren. Die intravenöse Prozedur, bei der das aufgelöste Pulver mit Hilfe einer Spritze in die Venen des Körpers injiziert wird, ist die effektivste Verfahrensweise und bietet zugleich ein außerordentliches Abhängigkeitspotenzial.

Je nach Konsumart beträgt die Wirkungsdauer drei bis zehn Stunden. Der Rausch verschafft Konsumenten ein Gefühl von Sorglosigkeit, Wohlbefinden und Glücksempfinden. Auch übersteigertes Selbstbewusstsein und der Verlust der Sinneseindrücke sind Resultate des Rauschgiftkonsums.

Bei einem Blut- und Urintest ist Heroin zwei bis vier Tage nach der Einnahme nachweisbar. Die Haaranalyse hingegen bietet bis zu 90 Tage nach dem Konsum Nachweisbarkeit. Allerdings kann bei beiden Testverfahren nicht genau definiert werden, ob der Konsument Heroin oder artverwandte Stoffe, wie Morphin oder Opium, eingenommen hat. Aus der Intension von KUNZ resultiert das Ergebnis, dass Heroinkonsumenten oftmals nach langfristigem oralen, nasalen oder rauchendem Gebrauch zur intravenösen Methode greifen, da der Wirkstoff auf längere Zeit an Effektivität verliert. Der Bedarf des Rauschgefühls wird dabei kaum noch gedeckt und stattdessen wird das Rauschgift über die Venen injiziert, um intensivere Effekte hervorzurufen.

Allgemein bezeichnet man Sucht als ein zwanghaftes Bedürfnis, einen bestimmten Gefühls- und Bewusstseinszustand mithilfe von Stoffen oder Verhaltensweisen zu erreichen (HILSBERG 2005, S.13). Dies stellt dar, wie ausgeprägt die Problematik für die Heranwachsenden ist, da die Sucht als zwanghaftes Verhalten dargestellt wird. Es ist bewiesen, dass die psychische Abhängigkeit das Individuum in seinem Handeln massiv beeinflusst.

Gesundheitliche Schäden

Das Rauschgift Heroin gehört zu den exzessivsten Drogen mit dem hochgradigsten Suchtpotential. Daher kann dieses gerade im Wachstum dem jugendlichen Organismus erhebliche somatische und geistige Konsequenzen zufügen.

Physische Beeinträchtigungen

Bei dem Konsum von Heroin sind die somatischen Folgen schwerwiegend. Vor allem beim Injizieren der Droge können durch unsteriles Spritzenbesteck chronische Krankheiten, wie das Humane Immundefizienz Virus (HIV) und das erworbene Immundefektsyndrom (AIDS) auftreten. Nach den Erkenntnissen von FARKE et al. (2003, S. 52-64) hingegen, treten nur Hepatitis A, B, C, D, E und G als Infektionskrankheiten auf. Dies wird in der Regel im Alter von 15 bis 29 Jahren übertragen und ist ebenfalls eine Gefahr für den Verbraucher. Eine weitere Krankheit durch einen Infekt ist die Tuberkulose, wobei die Ansteckungsgefahr bei bereits HIV-Infizierten hierbei um ein vielfaches höher ist.

Auch Hauterkrankungen, sogenannte Dermatosen, können bei Konsumenten auftreten. Vor allem Spritzabszesse und Venenentzündungen in den Einstichbereichen kommen dann zum Vorschein, aber auch Kratz- und Brandwunden zeichnen sich auf der Haut wieder. Folglich kommt es bis zu den Symptomen einer Neurodermitis.

Opiate sind stark atemdepressiv. Das bedeutet, dass es während des Rausches zu starker Atemnot kommen kann, auch Asthma- Erkrankungen sind gerade bei Verbrauchern die das Heroin rauchen oder inhalieren, vorzufinden. Das Herz wird durch den Gebrauch des Rauschmittels stark belastet, Blutdruckschwankungen lassen es aus seinem monotonen Takt kommen und bewirken Herzklappenentzündungen, die sogenannte Endokarditis. Die Abhängigen leiden oft an Verstopfung und Übelkeit, was speziell bei Erstkonsumenten auftritt.

Die Heroinabhängigen haben meist keinen gehobenen hygienischen Status, durch fehlende Zahnpflege und dem schlechten Allgemeinzustand kennzeichnet sich die Sucht im Erscheinungsbild wieder.

Der Entzug zeichnet sich durch starkes Zittern, Krampfanfälle, Gliederschmerzen und starkem Schwitzen aus. Durch die medizinischen Erkenntnisse von FARKE wird die Intensität der Problematik deutlich dargestellt, das Rauschgift wirkt sich prekär und in Form von Symptomen auf den Organismus aus.

Die Drogenbeschaffung stellt besonders Jugendliche vor ein großes Problem. Oftmals benutzen diese ihr gesamtes Geld, damit der Drogenrausch finanziert werden kann. Reicht das Kapital nicht aus, führt dies zu jugendlicher Prostitution. Dabei können beim ungeschützten Geschlechtsverkehr sexuell übertragbare Infektionen auftreten. Weibliche Konsumentinnen haben hierbei zudem ein erhöhtes Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Auch indirekte gesundheitliche Auswirkungen sind vorhanden. Eine Eigenschaft von Opiaten ist die starke Appetitminderung, dadurch ist die Nahrungsaufnahme für die Drogenkonsumenten oft nicht von großer Relevanz. Dies kann auf lange Sicht, und gerade in der Pubertät zu Vitaminmangel und Ernährungsproblemen führen.

Psychische Beeinträchtigungen

Jedoch sind nicht nur die somatischen Folgen von Bedeutung, auch starke geistige Beeinträchtigungen können bei dem Gebrauch von Heroin auftreten. In der Pubertät entwickelt sich nicht nur der Körper, es wird auch die individuelle Persönlichkeit ausgeprägt. Rauschgift kann diese Entwicklung extrem stören, deshalb treten bei Verbrauchern des Opiats laut TÄSCHNER et al. (2010, S. 45) häufig Depressionen, Persönlichkeitsstörungen sowie Angstzustände und Schizophrenie auf.

Suchtbehandlungsmethoden der Sozialen Arbeit

In der Sozialen Arbeit gibt es unterschiedliche Therapien, welche heroinsüchtigen, jugendlichen Patienten aus ihrer Abhängigkeit helfen. Im Folgenden werden die am häufigsten angewendeten Möglichkeiten aufgezeigt.

Medikamentenfreie Behandlung

Die medikamentenfreie Behandlung ist eine Möglichkeit ohne Ersatzstoffe und Medikamente den Entzug zu vollziehen. Diese ist eine der effektivsten Methoden, da der Verbraucher einen sofortigen Schlussstrich mit seiner Abhängigkeit zieht und die weitere Zerstörung des Körpers verhindert wird. Auf der anderen Seite jedoch, kann die medikamentenfreie Behandlung für den Patienten sehr schmerzhaft und unangenehm sein, da sich der Körper bereits nach dem ersten Rausch an den Wirkstoff gewöhnt hat. Zudem besteht die Gefahr einer Überdosis, da Betroffene häufig bei einem Rückfall die gewohnte Menge konsumieren und infolgedessen der sofortige Stillstand des Herzens eintritt.

In der Sozialen Arbeit kann bei dieser Behandlung die nötige psychotische Unterstützung geleistet werden. Durch motivierende Beratungsgespräche mit einem Sozialarbeiter, kann der Patient seine Erfolge und Misserfolge einer Fachperson anvertrauen. Diese kann dann mit den Heroinkonsumenten einen individuellen Plan zur Entziehungskur erstellen und Beistand leisten.

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Konsum von Heroin bei Jugendlichen in Deutschland. Suchtbehandlungsmethoden der Sozialen Arbeit
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V1023861
ISBN (eBook)
9783346429711
ISBN (Buch)
9783346429728
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heroin, Sucht, Jugendliche, Soziale Arbeit
Arbeit zitieren
Laura Schäfer (Autor:in), 2014, Konsum von Heroin bei Jugendlichen in Deutschland. Suchtbehandlungsmethoden der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023861

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