Thomas Gordon - Aktives Zuhören


Hausarbeit, 2001
7 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlagen des Aktiven Zuhörens
1.1 Grundlagen des Kommunikationsprozesses
1.2 Problem bei der Kommunikation
1.3 Lösung des Problems

2. Die Bedeutung des Aktiven Zuhörens
2.1 Missverständnisse werden schneller aufgedeckt
2.2 Platz für negative Empfindungen
2.3 Förderung der Beziehung zwischen Sender und Empfänger
2.4 Der Sender löst seine Probleme selbst

3. Die Einstellungen zur Anwendung des Aktiven Zuhörens
3.1 Der Zuhörer muss zuhören wollen
3.2 Der Zuhörer muss behilflich sein wollen
3.3 Der Zuhörer muss imstande sein, die Empfindungen des Senders annehmen zu können
3.4 Der Zuhörer muss dem Sender zutrauen mit seinen Empfindungen fertig zu werden
3.5 Empfindungen sind nicht von Dauer,sondern nur vorübergehend
3.6 Der Klient ist ein eigenständiges Individuum

Das Risiko des Aktiven Zuhörens - Schluss

Literatur

Einleitung

Neben der Form des passiven Zuhörens und der Benutzung von sogenannten „Türöffnern“, stellt das Aktive Zuhören die wohl wirksamste Methode dar, Gespräche mit Klienten zu führen. Durch das Aktive Zuhören wird der „Sender“ mit dem „Empfänger“ in Verbindung gebracht (Gordon 1970³³: 61). Beide Gesprächspartner, also sowohl der Sender als auch der Empfänger, haben dabei eine aktive Rolle.

1. Grundlagen des Aktiven Zuhörens

1.1 Grundlagen des Kommunikationsprozesses

Der Sender tritt in Kommunikation mit dem Empfänger. Auslöser hierfür kann zum Beispiel sein, dass der Sender einen bestimmten Wunsch hat, seine Gefühle mitteilen will, über seine Hoffnungen reden möchte usw.. Der Sender sendet einen verschlüsselten „Code“ (Gordon 1970³³: 62) bzw. ein Signal. Er sagt nicht direkt, was er mitteilen möchte. Der Empfänger hat nun die Aufgabe, diesen verschlüsselten Code oder „diese Kombination verbaler Symbole“ (Gordon 1970³³: 63), die der Sender gesendet hat zu verarbeiten und schließlich die Bedeutung in dem Sinne zu verstehen, wie sie im Sender vor sich geht.

1.2 Problem bei der Kommunikation

Hierbei tritt häufig ein konkretes Problem auf: Der Empfänger entschlüsselt die gesendete Botschaft falsch, was zur Folge hat, dass es zu einem Missverständnis zwischen dem Sender und dem Empfänger kommt, von dessen Existenz aber weder der eine noch der andere etwas weiß.

1.3 Lösung des Problems

Um diesem Problem entgegenzuwirken, muss der Empfänger die Richtigkeit des Entschlüsselns überprüfen. Nur so kann er sich sicher sein, dass kein Missverständnis existiert.

Diese Überprüfung geschieht folgendermaßen: Man achtet darauf, welche Gefühle, Mitteilungen und Wünsche in der Botschaft noch mitschwingen und versucht, „nur das .., was nach .. [eigenem] Gefühl die Botschaft des Senders bedeutet“ (Gordon 1970³³: 66) zu wiederholen. Der Empfänger versucht also zu verstehen, was der Sender fühlt oder welche weiteren Mitteilungen noch in seiner Botschaft versteckt sind. Wichtig hierbei ist, dass der Empfänger nicht seine eigene Meinung, „einen Rat, ein Argument, eine Analyse oder eine Frage“ (Gordon 1970³³: 66) mitteilt, sondern nur das, was seiner Meinung nach vom Sender gesagt wurde.

2. Die Bedeutung des Aktiven Zuhörens

2.1 Missverständnisse werden schneller aufgedeckt

Durch diese Methode des Zuhörens können Missverständnisse schnell aufgedeckt und geklärt werden. Der Empfänger, der eine Botschaft vielleicht falsch entschlüsselt hat, bemerkt dies durch die Überprüfung schneller, da eine falsche Interpretation des Empfängers durch dessen Rückmeldung in der Form des Aktiven Zuhörens, sofort vom ursprünglichen Sender richtig gestellt werden kann.

2.2 Platz für negative Empfindungen

„Empfindungen sind gut“ (Gordon 1970³³: 70) nicht schlecht - man muss sie akzeptieren. Wenn nun der Empfänger durch Aktives Zuhören zeigt, dass er die negativen Gefühle und Gedanken des Senders annimmt, so wird es auch dem Sender erleichtert, diese Gefühle anzunehmen. Auf den Sender wirkt dieses Verhalten in der Regel befreiend.

2.3 Förderung der Beziehung zwischen Sender und Empfänger

Der Sender nimmt, durch das Aktive Zuhören, wahr vom Empfänger angenommen, das heißt „verstanden zu werden“ (Gordon 1970³³: 70). Aus diesem Grund hat der Sender dem Empfänger gegenüber immer positive, „herzliche“ (Gordon 1970³³: 70, Hervorhebung im Text) Empfindungen, obwohl dies dem Sender meist nicht bewusst wird. Aber auch der Zuhörer hat dem Sender gegenüber positive Empfindungen: Durch sein einfühlsames und genaues Zuhören versteht er den Sender, lernt ihn besser kennen, er versetzt sich in den Menschen hinein. Dies wiederum weckt Gefühle der Verbundenheit, Zuneigung und Liebe.

2.4 Der Sender löst seine Probleme selbst

Indem der Sender über seine Probleme und Empfindungen spricht, anstatt nur darüber nachzudenken, kommt er oft selbst auf eine, für sich selbst, viel bessere Lösung. Die schlechtere Alternative besteht dann, wenn der Empfänger die Lösung vorgeben würde. Das schließt die Möglichkeit ein, dass ein Problem nicht zur Zufriedenheit der Beteiligten gelöst wird, aber für den Sender eine Erfahrung darstellt. Der Sender behält die Verantwortung für sein Problem. Der Empfänger zeigt ihm, dass er den Sender für fähig hält, sein Problem selbständig zu lösen. Dieses Gebaren weckt im Sender Selbstvertrauen, wodurch er gestärkt einer weiteren Problemlösung entgegentritt.

3. Die Einstellungen zur Anwendung des Aktiven Zuhörens

Um die Methode des Aktiven Zuhörens anwenden zu können, muss der Zuhörer einige grundlegende Einstellungen haben und diese dann in die Praxis umsetzen. Bei Nichteinhaltung dieser Einstellungen wirkt Aktives Zuhören auf den Sender „falsch, inhaltslos, mechanisch und unaufrichtig“ (Gordon 1970³³: 72). Nur wenn diese grundlegenden Einstellungen vorhanden sind, kann der Zuhörer ein guter und hilfreicher Zuhörer sein.

3.1 Der Zuhörer muss zuhören wollen

Ist der Zuhörer gerade nicht in Stimmung zuzuhören, hat viel zu tun oder hat selbst wichtige Probleme zu lösen, sind die Voraussetzungen für richtiges Zuhören nicht gegeben. Er kann sich nur dann ganz auf den Sender einstellen, wenn er wirklich Zeit dazu hat. Ansonsten sollte er dem Sender sagen, dass er gerade keine Zeit hat.

3.2 Der Zuhörer muss behilflich sein wollen

Der Zuhörer muss - wenn er bei einem bestimmten Problem helfen möchte - wirklich „behilflich sein wollen“ (Gordon 1970³³: 72, Hervorhebung im Text). Ist dies nicht der Fall, sollte er abwarten, bis er dazu in der Lage ist.

3.3 Der Zuhörer muss imstande sein, die Empfindungen des Senders annehmen zu können

Egal was der Sender dem Zuhörer mitteilt, muss der Zuhörer in der Lage sein, den ihm mitgeteilten Empfindungen Verständnis und Anerkennung entgegen zu bringen. Dies kann oft Schwierigkeiten bereiten, da sich die Empfindungen des Senders zum Teil stark von denen des Empfängers unterscheiden können. Um zu dieser grundlegenden Einstellung zu kommen, braucht der Zuhörer viel Zeit, Übung und Geduld.

3.4 Der Zuhörer muss dem Sender zutrauen mit seinen Empfindungen fertig zu werden

Es ist wichtig, dass der Zuhörer dem Sender zutraut, mit seinen Gefühlen selbständig - nur mit Hilfe der Methode des Aktiven Zuhörens, die vom Zuhörer angewandt wird - fertig zu werden und eigene Lösungen für seine Probleme zu finden. Dies wiederum erfordert vom Zuhörer ein enormes Maß an Disziplin, um nicht in den selbständigen Lösungsprozess des Senders einzugreifen.

3.5 Empfindungen sind nicht von Dauer, sondern nur vorübergehend

Der Zuhörer muss sich im klaren darüber sein, dass sich Empfindungen verändern. Äußerungen über seine Gefühlseindrücke, die der Klient gegenüber dem Zuhörer tätigt, sind nicht von Dauer und können sich in das komplette Gegenteil wandeln. Aus diesem Grund braucht sich der Zuhörer nicht vor Äußerungen fürchten.

3.6 Der Klient ist ein eigenständiges Individuum

Der letzte Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Tatsache, dass der Sender als freies und selbstverantwortliches Individuum akzeptiert werden muss. Dazu zählt, dass Lösungen, die er für sich selbst als optimal erarbeitet hat, mehr wert sind als Vorgaben des Zuhörers. Sie müssen als solche angenommen werden.

Das Risiko des Aktiven Zuhörens - Schluss

Die Methode des Aktiven Zuhörens bedingt seitens des Zuhörers die „eigenen Gedanken und Empfindungen zurückzuhalten, um ausschließlich die Botschaft des“ (Gordon 1970³³: 73) Senders zu hören. Sie zwingt den Zuhörer sich auf die Gedanken des Gegenübers einzulassen um die vom Sender „beabsichtigte Bedeutung“ (Gordon 1970³³: 73, Hervorhebung im Text) der Worte zu verstehen. Die Rückmeldung des Zuhörers ist eine fortwährende Kontrolle dessen was beim Zuhörer angekommen ist, um Missverständnissen vorzubeugen.

Die Gefahr, die Gordon in der Methode des Aktiven Zuhörens sieht besteht darin, dass, wenn man sich auf ein Gegenüber einlässt, um es zu verstehen, sozusagen eine Zeit lang an seine Stelle tritt, eine Veränderung bei sich selbst, innerhalb der eigenen Ansichten, möglich ist (vgl. Gordon 1970³³: 74).

Alles in allem ist Aktives Zuhören ein elegantes Mittel um einem Klienten, dem in sozialarbeiterischer Praxis die Rolle des Senders zukommt, ein Gefühl des Verständnisses vermittelt. Der Sozialarbeiter muss sich auf die Probleme und Bedürfnisse des Klienten einlassen. Diese Grundlage kann damit beiden Teilnehmern eines Beratungsgesprächs eine gute Grundlage sein.

Literatur

Gordon, Thomas. (1970³³): Familienkonferenz. München

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Thomas Gordon - Aktives Zuhören
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V102399
Dateigröße
334 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kurzer Einstieg in die Ideenwelt Thomas Gordons.
Schlagworte
Thomas, Gordon, Aktives, Zuhören
Arbeit zitieren
Berthold Ritscher (Autor), 2001, Thomas Gordon - Aktives Zuhören, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102399

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