Traditionelle Medizin in Afrika im Spannungsfeld zur westlichen Medizin am Beispiel der Shona in Zimbawe


Hausarbeit, 2001

36 Seiten, Note: gut


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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Ethnomedizin
2.1 Medizinkonzepte nach Lesli
2.2 Das Konzept der „kulturspezifischen Syndrome“

3 Medizinische Systeme Afrikas
3.1 Gesundheitsversorgung durch „westliche“ Medizin in der Kolonialzeit
3.2 Die Entwicklung des Gesundheitssystems nach dem Ende der Kolonialzeit
3.3 Traditionelle Medizin
3.3.1 Erkrankungskonzepte
3.4 Das Medizinsystem der Shona in Zimbawe
3.4.1 Kleine Landeskunde
3.4.2 Die „ westliche “ Medizin in Zimbawe
3.4.3 Der traditionelle Heilkundige
3.4.4 Erklärung von Krankheiten
3.4.5 Behandlung von Krankheiten
3.5 Chancen und Risiken traditioneller Medizin in der Prävention und Behandlung von HIV und AIDS
3.6 Projekte im Zusammenhang mit traditioneller Medizin
3.7 Medizinischer Pluralismus

4 Konsequenzen für mein sozialarbeiterisches Handeln

5 Fazit

6 Anmerkung in eigener Sache

7 Interessante Links im Internet

8 Anlagen

1 Einleitung

In dem Seminar „Dimensionen der Heilung“, habe ich verschiedene Krankheitskonzepte kennengelernt, die mich als Krankenschwester. immer mehr von der „schulmedizinischen“ Prägung, die ich erfahren habe, entfernen.

In dieser Hausarbeit werde ich versuchen mich dem Feld der Ethnomedizin mit dem Fokus auf Afrika zu nähern und eine weitere „Dimension von Heilung“, die sich mit Krankheit im kulturellen Kontext befaßt, näher beleuchten.

Nach einer kurzen Einführung in das Fachgebiet der Ethnomedizin werde ich die Entwicklung der westlichen Medizin in Afrika, vom Beginn der Kolonialzeit bis Heute, darstellen.

Anschließend stelle ich das System der modernen und der traditionellen Medizin in Zimbawe dar.

Als Beispiel für den Umgang mit Krankheiten in den beiden Systemen, werde ich die Behandlung von AIDS im traditionellen Kontext erläutern und auf die damit verbundenen Chancen und Probleme eingehen.

Ziel meiner Arbeit ist es sowohl Spannungsfelder, als auch Gemeinsamkeiten zwischen „westlicher“ Medizin“1 und „traditioneller“ Medizin aufzuzeigen, und mich somit dem vermeintlich „Fremden“ anzunähern.

Des weiteren möchte ich erläutern, was die in dieser Arbeit erworbenen Kenntnisse für mein Selbstverständnis als Sozialarbeiterin bedeuten und mögliche Handlungsstrategien für mich herausarbeiten.

2 Einführung in die Ethnomedizin

Die Entwicklung der Ethnomedizin hat ihre Anfänge im 17.Jahrhundert.

Als ein Teilbereich der Medizinantrophologie befaßt sich die Ethnomedizin mit den Krankheitsvorstellungen und Heilungspraktiken, die Teil einer Kultur sind und sich nicht ausdrücklich von Konzepten der modernen Medizin ableiten

Durch die Entdeckungs- und Kolonialisierungsgeschichte kam es vermehrt zu Berührungen mit Heilungsansätzen fremder Kulturen.

Die zunächst seltsam erscheinenden Diagnose- und Therapieverfahren sowie Erkrankungskonzepte, weckten schon bald das Interesse von Ärzte und Ethnologen der westluichen Welt.

Auch wenn die fremden Sitten und Gebräuche zumeist als Aberglaube und Magie abgetan wurden, so wurde doch schon damals der Grundstein zur Entwicklung der Ethnomedizin gelegt.2

Deutschland ging im Bezug auf die Medizinanthroplogie einen Sonderweg. Neben den Medizinern Grodeck und v.Weizäcker die im 19.Jahrhundert auf diesem Gebiet Forschungen betrieben entwickelte sich schon damals eine Ausrichtung, die sich mit den verschiedenen Rassen und deren Wertigkeit befaßte. Diese Forschungen fanden ihren Höhepunkt in den Verbrechen des dritten Reichs.3

Der Terminus Ethnomedizin entstand im deutschsprachigen Raum in den 1960er Jahren.

Im Vergleich zu anderen Länder, beispielsweise im anglophonen Raum, steckt die Entwicklung der Ethnomedizin in Deutschland noch in den „Kinderschuhen“.

Die Arbeitsgemeinschaft für Ethnomedizin die sich Anfang der 1970er Jahre konstituierte, ist die bekannteste Institution in diesem Bereich.4

2.1 Medizinkonzepte nach Lesli

Leslie faßt die verschiedenen medizinischen Vorstellungen in drei große Kategorien: Biomedizin, Balancemedizin und Punitivmedizin. Diese Kategorisierung vereinfacht das erfassen und vergleichen verschiedener Medizinsysteme aus medizinethnologischer Sicht.

Jedes Medizinsystem, weltweit, ist eine Kombination aus den genannten Kategorien.

Die BIOMEDIZIN besitzt weltweite Autorität und das Monopol für die Definition von Gesundheit und Behandlung von Krankheit. Sie basiert auf dem biologischen Modell der Naturwissenschaften und läßt sich kennzeichnen durch ihre standardisierte Ausbildung, der Verwendung von High Tech - Geräten sowie ihrer Abhängigkeit von Forschungsinstituten und multinationaler Pharmazie. In der Biomedizin dominiert die Vorstellung vom Körper als ähnlich einer Maschine funktionierendem System. Diese Trennung von Geist und Körper hat der Philosoph Renè Descartes im 17, Jahrhundert beschrieben, und sie dominiert(e) unsere Körpervorstellung, bis durch den Einfluß der Psychologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine gewisse Relativierung eintrat. Aktuell ist zu beobachten, daß die Maschinenanalogie zunehmend durch die Beschreibung des Körpers als Informationssystem abgelöst wird.5

Begriffe wie „Botenstoffe" oder „Informationsträger" sind im Rahmen der gentechnologischen Sicht auf den Körper keine Seltenheit mehr.

Die BALANCEMEDIZIN - von Leslie Humoralmedizin, auch Säftelehre genannt, geht in unserer Kultur zurück auf die Vorstellungen des antiken Griechenland vom Ausgleich der Säfte im Körper. Die Gedanken von Balance im Körper und einem Gleichgewicht der Elemente als Voraussetzung für Gesundheit spiegelt sich auch in den großen Schulen der chinesischen Tradition, in der indischen Ayurvedamedizin, den Schriften der arabischen Yunanimedizin und in der Homöopathie wieder. Der grundlegende Denkansatz ist die Mikrokosmos-Makrokosmos-Idee. Die vorgestellte Ordnung des Universums wiederholt sich im menschlichen Organismus, sie basiert auf einem dynamischen Gleichgewicht. Das Leben wird verstanden als Prozeß konstanten Wechsels zwischen Organismus und Umgebung sowie einer Fluktuation zwischen gegensätzlichen Polen, Auch die Säfte sind nach gegensätzlichen Qualitäten ausgerichtet, und das Gleichgewicht dieser Qualitäten ist die Voraussetzung für Gesundheit. Die auch heute noch in unserer Kultur verbreitete Annahme, bereits der gesunde Körper besitze eine Konstitution (cholerisch, sanguinisch, phlegmatisch, melancholisch), geht auf die Elemente- und Säftelehre zurück. Krankheit wird dementsprechend als eine Störung des dynamischen Gleichgewichts oder einem Mangel an Harmonie verstanden.

Die PUNITIVMEDIZIN, übersetzt bedeutet das "Strafmedizin" - findet sich weltweit im Volksglauben und hat ihren Schwerpunkt im sozialen Kontext. Entweder "attackieren" Naturgeister den Menschen oder Ahnen stellen Forderungen. Auch böswillige Menschen der Umgebung haben Einfluß auf das Schicksal des Mitmenschen. Der Mensch steht also im Mittelpunkt eines funktionierenden sozialen Systems, und Krankheiten werden als Strafe für Verfehlungen betrachtet. Eine Krankheit entsteht nicht zufällig, sondern wird durch die Rache anderer oder die eigene Schuld hervorgerufen. Schuld kann hier bedeuten, einem Ahn nicht angemessen geopfert oder den Neid anderer provoziert zu haben. Punitives Denken zeigt sich auch in unserer Kultur bei der Frage nach den Ursachen eines Schicksalsschlages: "Warum mußte ausgerechnet dieses Kind sterben?" oder "Was habe ich falsch gemacht, um mit dieser Krankheit bestraft zu werden?" In zunehmenden Maß wird die Schuld an Krankheit durch falsches Verhalten wie z. B. Rauchen oder "falsche Ernährung" auch in unserer Kultur wieder relevant.

Die Dominanz der einen oder anderen Kategorie wird unweigerlich die Haltung eines Patienten zu Behandlung und Heilung beeinflussen. Bei der Vorstellung von schuldhaftem Verhalten als Krankheitsauslöser erscheint der Gedanke an Wiedergutmachung durch Gebet, Buße, Ritual oder Opfer als die angemessene Therapieform. Die geeignete Therapie im Balancemodell zielt auf Wiederherstellung von Gleichgewicht und Harmonie für den gesamten Körper z. B. durch diätetische Maßnahmen des entsprechenden Klassifikationssystems. Im biomedizinischen Modell steht die "Reparatur" der Funktionsstörung z. B. durch chemische Mittel oder Operation der "Bruchstelle" im Vordergrund.6

2.2 Das Konzept der „kulturspezifischen Syndrome“

Ein wichtiges Konzept in der Medizinethnologie ist das der kulturspezifischen Syndrome. Hieran läßt sich der Einfluß von Kultur, Gesellschaft und anderen Faktoren auf das Erleben von Gesundheit und Krankheit, deutlich herausarbeiten.

Kulturelle Unterschiede in der leiblichen und geistig-seelischen- psychischen Wahrnehmung werden hier besonders deutlich. Wenn wir in Mitteleuropa für etwas für Gesund befinden, muß dies anderswo nicht unbedingt so sein.7

Kulturspezifische Syndrome sind nach Ritenbaugh „… Erkrankungen die nicht losgel ö st von ihrem kulturellen oder subkulturellem Kontext verstanden werden k ö nnen, wobei ihre Ä thiologie zentrale Bedeutungsfelder und Verhaltensnormen dieser Gesellschaft zusammenfassen und symbolisieren “ 8

Ein Beispiel hierfür ist die Krankheit tigpiru die bei den Bariba in Bénin verbreitet ist. Es handelt sich hierbei um die Vorstellung einer Masse die eirund und rötlich ist. Sie kann aus Anus oder Vagina hervortreten und verursacht Bauch- und Rückenschmerzen.

Diese Krankheit, die häufig als Erklärung für Geburtskomplikationen gilt, erfordert eine besondere Erklärung im traditionellen Medizinsystem.9

Lange Zeit ging man davon aus, daß es kulturspezifische Syndrome nur in anderen Ländern als den abendländischen gibt. Dies liegt darin begründet, daß die europäisch-amerikanische Schulmedizin sich als Naturwissenschaft und somit als „kulturfrei“ ansah.

Heute weiß man, daß es auch bei uns so etwas wie kulturspezifische Syndrome gibt. Dazu zählen u.a. das Prämenstruale Syndrom, Bulimie und Anorexie.

In den USA wird in jüngster Zeit sogar die „Jugend“ zu diesen Syndromen gezählt, weil diese unter spezifischen „Störungen“ wie z.B. Pickel und dem Hang zu leichter Fettsucht leiden. Auch chronische Müdigkeit, Spielen, chronisches Verschulden sowie Mißbefindlichkeiten bei Frauen wegen ihres Brustumfanges gelten als kulturspezifische Syndrome.

Eine an sich normale Erscheinung wird medikalisiert und somit ein behandlungsbedürftiges Syndrom.

Dieser Belegung von alltäglichen Verhaltens - und Erscheinungsformen kommt in den letzten Jahren, besonders in den USA aber auch zunehmend in Europa, eine immer größere Bedeutung zu.10

3 Medizinische Systeme Afrikas

Bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die heilkundlichen Systeme Afrikas, mit ihrem Wissensschatz und ihren Repräsentanten(den Heilern), kaum zur Kenntnis genommen.

Die Medizingeschichte befaßte sich mit „Primitivkulturen“ und „Naturvölkern“ als sei bei diesen die Entwicklungstadien der eigenen medizinischen Vorgeschichte zu beobachten.

Erst ab 1960 begann sich das Geschichtsbild von Afrika langsam zu wandeln. Anhand alter Reiseberichte ließ sich konstruieren, daß der Kontinent schon lange vor Eindringen der Kolonialmächte fremden Einflüssen ausgesetzt war. Ab dem 7.Jahrhundert kamen aus dem indisch - asiatischen Raum, entsprechende Einflüsse in die südliche Hälfte Afrikas.

Durch Binnenwanderung kam es zu einem regen Austausch mit der islamischen Welt. Besonders die Reiche Ghana und Mali wurden hiervon beeinflußt. Einige Städte wie z.B. Timbuktu waren nicht nur rege Handelszentren sondern auch Stätten des medizinischen Austauschs und Bildung.11

3.1 Gesundheitsversorgung durch „westliche“ Medizin in der Kolonialzeit

Ab dem 16.Jahrhundert gab es erste Kontakte „westlicher“ Medizin mit Afrika.

Die Gesundheitsversorgung galt in erster Linie dem Militär, den Verwaltungsbeamten und den Kolonialisten.

Die erschreckend hohe Mortalitätsrate in dieser Bevölkerungsgruppe und die Ausbreitung von Epidemien wie z.B. Malaria und Schlaffieber Anfang des 20.Jahrhundert, machten die Einführung gesundheitliche Maßnahmen zunehmend bedeutender.

Der Schwerpunkt gesundheitlicher Versorgung lag auf präventiven Maßnahmen, wie die Verbesserung der Hygiene. Bald darauf wurden auch Impfungen gegen Pocken und Gelbfieber verfügbar.

Diese Maßnahmen kamen in erster Linie den weißen Siedlern und Kolonialisten zugute, welche streng abgegrenzt von der indigenen Bevölkerung lebten.

Die medizinische Versorgung der schwarzen Minenarbeiter fand vornehmlich unter dem Aspekt der Arbeitskrafterhaltung statt.12

Ab 1880 wurden vermehrt Missionen gebaut. Diese befaßten sich primär mit der Bekehrung zum Christentum. Die Aufgabe des Heilens und der Gesundheitsversorgung übernahmen hierbei schon bald eine wichtige unterstützende Funktion.

Im Gegensatz zu den oben genannten Regierungseinrichtungen waren die Missionen überwiegend in ruralen Gebieten angesiedelt. Nach dem 2.Weltkrieg kam es zu einem massiven Ausbau der Missionen zu Missionskrankenhäusern. Bald schon entsprach die Zahl der Missionskrankenhäuser denen der Regierungseinrichtungen.

Noch heute bestehen in vielen afrikanischen Ländern diese zwei Versorgungssysteme, das staatliche Gesundheitssystem und das der Missionen, nebeneinander. wobei die Missionskrankenhäuser häufig qualitativ überlegen sind.

Ein trauriger Nebeneffekt in der Geschichte der Missionen, ist die systematische Unterdrückung traditioneller medizinischer Systeme. Dies liegt darin begründet, daß traditionellen Heiler oft auch religiöse Funktionen ausüben und die Vorstellungen über die Entstehung von Krankheiten eng mit dem Glaubenssystem in Verbindung stehen.13

3.2 Die Entwicklung des Gesundheitssystems nach dem Ende der Kolonialzeit

Durch das Ende der Kolonialphase, ab Ende der 1950-er Jahre kam es in einigen Ländern, wie z.B. Ghana zu einem regelrechten Zusammenbruch des Gesundheitswesens.

Problematisch waren vor allem der Mangel an qualifiziertem Personal, das Defizit an Ausbildungseinrichtungen für Gesundheitsberufe, mangelnde Finanzen um die Einrichtungen zu erhalten und die Tatsache, daß „westliche“ Standards oft kritiklos übernommen wurden.

Dies liegt darin begründet, daß die Ausbildung der Fachkräfte meist im „westlichen“ Ausland erfolgte.

Vor dem Hintergrund dieser Probleme wurde in den 1970-ger und 1980-ger Jahren das Konzept der „Primären Gesundheitspflege“(Primary Health Care, PHC) entwickelt.

In diesem Konzept hat die Gesundheits- und Hygieneerziehung der Bevölkerung einen besonders großen Stellenwert14. So wurden z.B. in ländlichen Gebieten Dorfgesundheitshelfer ausgebildet, deren Aufgabe es ist Präventions - und Aufklärungsarbeit zu leisten15

3.3 Traditionelle Medizin

Der Begriff „traditionelle“ Medizin ist laut Schmitt grundsätzlich zu kritisieren, weil er Gegebenheiten statisch erscheinen läßt die wandelbar sind.16

Wie am Anfang dieses Kapitels beschrieben stand das, was sich uns als „traditionelle“ Medizin in Afrika darstellt, schon seit langem in Wechselbeziehung zu anderen medizinischen Systemen wie z.B. dem des Islam.

Traditionell ist also nicht in dem Sinne zu verstehen daß keine Neuerungen aufgenommen werden, sondern bezieht sich auf die spezifischen Bindung einer Gruppe an ihre Geschichte und Kultur.17

Trotzdem werde ich mit diesem Begriff arbeiten, da er in der gängigen Literatur Verwendung findet und zur Gegenüberstellung mit der modernen Medizin am geeignesten erscheint.

3.3.1 Erkrankungskonzepte

ALLAND führt Klassen von möglichen krankheitsverursachenden Prinzipien auf, die in fast allen magisch - religiösen Denksystemen, so auch in Afrika anzutreffen sind.18

Den Begriff magisch - religiös kritisiere ich hier ebenso wie Katarina Greifenfeld. denn er impliziert das die moderne Medizin immer rational und wissenschaftlich ist.19

Wie schon im Abschnitt über kulturspezifische Syndrome erwähnt, ist kein medizinisches System frei von kultureller Besetzung.

Trotzdem verwende ich die Kategorisierung von Alland, da in dieser die Vielfalt an Erklärungsursachen im afrikanischen Kontext deutlich wird.

Krankheitsverursachende Prinzipien:

⇒ Natürliche Ursachen, wie schlechtes Essen, Temperaturveränderungen, üble Erdausdünstungen, Verletzungen im Kampf.

⇒Brechen von Tabus und sozialen Regeln

⇒Das Wirken von Ahnenseelen die ihre Animositäten und Rachegelüste auch nach dem leiblichen Tod realisieren, z B. gegenüber unentdeckten Mördern oder Schuldnern, die das Geliehene zu den Lebzeiten des Gläubigers nicht zurückzahlten

⇒Übel- oder wohlwollende Geisterwesen, die überall leben und oft willkürlich in die Welt der Menschen eingreifen. Sowie gerechte und ungerechte Götter.

⇒Hexen und Zauberer: Die einen mit übernatürlichen Kräften begabt, die oft auch unfreiwillig Schaden anrichten (z. B. im Schlaf). Die anderen als ausgebildete Spezialisten mit geheimem Wissen, die ihre Fähigkeiten in den Auftrag ihrer „Laienklienten“ stellen.

⇒Magische Praktiken von jedem erlernbar z. B. das Durchbohren von Bildern eines Feindes mit Nägeln oder rituelle Handlungen an Ausscheidungen, Haaren und Fingernägeln des zu Schädigenden.

⇒Der Seelenverlust, der als einzige der genannten Ursachen aus der betroffenen Person selbst stammt. So kann die Seele während einer Traumwanderung entscheiden, nicht mehr in den Leib zurückzukehren und dadurch einen chronischen Verfall des Körpers hervorrufen.20

3.4 Das Medizinsystem der Shona in Zimbawe

Um ein medizinisches System genauer zu betrachten ist es notwendig eine Fokussierung vorzunehmen, da es die eine „afrikanische Medizin“ nicht gibt.

Also habe ich mich auf das Volk der Shona konzentriert.

Hier nun einige Zahlen und Fakten über den Lebensraum der Shona.

3.4.1 Kleine Landeskunde

Zimbawe war seit 1881 britisches Protektorat und wurde1923 in die Kolonie Rhodesien umgewandelt.1930 teilte man das Land mit Begünstigung der Europäer in ein europäisches und ein afrikanisches Gebiet. Nach langwierigen Verhandlungen und Befreiungskämpfen wurde Zimbawe 1980 unabhängig.21 Das Land umfaßt ein Gebiet von ca. 390.000 km². Die Shona stellen mit ca.76% ,von den ca.11Mill. Einwohnern, die größte Bevölkerungsgruppe da. Die Ndebele(19%) sind die zweitgrößte Sprachgruppe. Die Tonga, die Venda und die Shangaan stellen 3% der Bevölkerung. Weiße, Asiaten und „coloureds“ bilden mit 2% eine Minderheit.

Die Amtssprache ist Englisch, daneben existieren noch die Bantusprachen.22

Die Grenzen Zimbabwes sind willkürlich nach wirtschaftlichen Interessen der Kolonialmächte gezogen worden, ohne Rücksicht auf Zusammengehörigkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen. Dies ist eine Ursache für innenpolitische Probleme.23

3.4.2 Die „ westliche “ Medizin in Zimbawe

Unter 3.1. und 3.2 habe ich bereits die Entwicklung der „modernen“ Medizin in Afrika, während und nach der Kolonialzeit dargestellt. In diesem Kapitel will ich die Entwicklung, nach der Unabhängigkeit Zimbawes 1980, noch einmal verdeutlichen.

Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit waren ein großer Teil der Ärzte des staatlichen Gesundheitswesen im Bereich der Kurativmedizin, in den beiden großen Städten Harare und Bulawayo tätig.

Nach der Unabhängigkeit strebte man eine Dezentralisierung der Gesundheitsversorgungseinrichtungen an, um eine möglichst breite Verteilung der begrenzt vorhandenen Ressourcen zu erwirken.

Heute sind sowohl urbane als auch rurale Gebiete mit sogenannten Primärgesundheitsposten ausgestattet.

Diese Gesundheitsposten(häufig traditionelle Hebammen) in denen vorwiegend medizinisch ausgebildetes Hilfspersonal tätig ist, werden von der Bevölkerung mehrheitlich als erste Instanz bei Beschwerden aufgesucht. Eine weitere Aufgabe ist die Aufklärungs und Präventionsarbeit.

Die nächsthöhere Ebene ist die Distrikebene(sekundäre Versorgungsebene), hier ist überwiegend ausgebildetes Krankenpflegepersonal beschäftigt. Darauf folgt das Provinzkrankenhaus(tertiäre Versorgungsebene).

Die Möglichkeiten der Behandlung, bezüglich Medikamente und medizinischer Geräte, sind in den einzelnen Versorgungsebenen unterschiedlich ausgeprägt.

Kranke können je nach Schweregrad an die nächst höhere Instanz überwiesen werden, jedoch sucht nur eine Minderheit der Bevölkerung das Provinzkrankenhaus auf.

Insgesamt hat sich das Vertrauen in schulmedizinische Einrichtungen seit deren Einrichtung, seitens der Hilfesuchenden, verstärkt.

Denn spätestens durch den Einsatz von Antibiotika, seit dem 2,Weltkrieg, können viele Krankheiten, denen die traditionelle. Medizin hilflos gegenübersteht, rasch und effizient geheilt werden.

Problematisch ist das sowohl Ärzte als auch Krankenpflegepersonal die besser bezahlte Tätigkeit in städtischen Privat- und Zentraleinrichtungen den mangelhaften Bedingungen außerhalb der Städte vorziehen.

Hochqualifizierte Ärzte24 gehen wegen der besseren Bezahlung auch gerne ins Ausland.25

Der Bereich der Präventivmedizin hat sich, seit der Unabhängigkeit, für die Mehrheit der Bevölkerung zum positiven verändert.

Gründe hierfür sind z.B. breit angelegte Impfkampagnen und die Behandlung von Durchfallerkrankungen auf primärer Versorgungsebene.

Trotzdem ist die Gesundheitsversorgung, immer noch nicht dem Bedarf angemessen.

Auch ist im Zusammenhang mit medizinischen Einrichtungen die institutionelle und finanzielle Verteilung nicht gleichmäßig über das Land verteilt.

Freiwilligenorganisationen wie lokale Autoritäten, Missionen und Entwicklungshilfeorganisationen spielen deshalb eine wichtige Rolle.26

3.4.3 Der traditionelle Heilkundige

Die traditionelle Medizin ist ein wichtiger Pfeiler in der Gesundheitsversorgung Zimbawes.

Während auf einen traditionellen Heiler 288 Einwohner entfallen, kommen auf einen Schulmediziner ca. 1605 Einwohner.27

Der Bereich der traditionellen Heilkunde wird durch ein Gesetz, welches das zimbawische Parlament 1981 verabschiedete, legalisiert und kontrolliert.

Unter dem Namen ZINATHA (Zimbawe National Healers Association) konstituierte sich 1980 ein Rat von Heilkundigen der für die Registrierung, für die Standardisierung von Praktiken, sowie für die Forschung (hierzu unter 3.6.mehr) im Bereich der Heilkunde zuständig ist.

Der n ´ anga, so werden die Heilkundigen bei den Shona genannt, ist nicht nur Diagnostiker und Heiler sondern auch Religionsvertreter.28

„ He is able to contact the spiritual world and to learn which of the ancestral spirits in a family is responsible for the illness or death or, if it should be an evil person, who caused it and what measures should be taken to remove this influence “ 29

N´anga stellen also die Ursache von Krankheit und Tod fest.

Für den Fall, daß die übelwollende Praktik einer Person30 die Ursache ist, findet der n´anga dies durch Weissagung oder die Hilfe eines Heilgeistes heraus mit welchen Mitteln die Ordnung wieder hergestellt werden kann.

Gleiches gilt wenn der Verursacher ein Ahnengeist ist.

Die meisten Heiler kommen durch spirituelle Berufung zu ihrer Tätigkeit.

Ein Ahnengeist (mudzimu) z.B. der des toten Großvaters oder der Geist eines nichtverwandten Verstorbenen(shave), ergreift von bestimmten Personen Besitz und läßt sie als spirituelles Medium fungieren.

Diese Personen besitzen dann die Fähigkeit zu heilen und/oder zu weissagen.

Der werdende n ´ anga kann nun mit dem Geist des Verstorbenen Kontakt aufnehmen und so z.B. Pflanzenheilmittel erklärt bekommen.

Einige Heiler werden auch von einem Wassergeist (nzuzu) berufen.

Diese verschwinden dann für die Dauer ihrer Ausbildung unter Wasser

Nur wenige Heiler durchlaufen eine „gewöhnliche“ Ausbildungszeit in dem sie ihren Beruf vom Großvater oder Vater erlernen.

Manche Frauen gehen bei ihrem Mann in die Lehre um später als Herbalistinen (Kräuterheilkundige) tätig zu sein.

Eine zweite Gruppe von n ´ anga benutzt als zusätzliche Diagnosemethode die Weissagung durch Hölzer, Wurzeln oder Knochen (hakata).

Diese werden vom Patienten geworfen oder gezogen.

Beim werfen von hakata entstehen verschiedene Kombinationen von denen jede ihre eigene Bedeutung hat.

Diese Methode wird ausschließlich von männlichen Heilern durchgeführt. Ihre Anwendung hängt davon ab, welchen Einflüssen der Patient seine Beschwerden zuschreibt.31

Eine weitere kleine Gruppe von Heilern sind reine Herbalisten.

Diese Gruppe beschränkt sich auf die Anwendung von Pflanzenheilmitteln bei bestimmten Symptomen.

Auch die Herbalisten schreiben sich spirituelle Fähigkeiten zu, in dem sie im Traum mitgeteilt bekommen, welcher Patient mit welchen Beschwerden zu ihnen kommt und was für eine Arznei die richtige ist. .32

Für die Behandlung muß der n´anga für gewöhnlich in seinem Haus aufgesucht werden, nur selten macht er Hausbesuche.

Beim Besuch des Heilers bringt der Patient meist ein oder mehrere Angehörige mit ,um sicherzugehen, daß alle Fragen die ihm bezüglich der Familie gestellt werden richtig beantwortet werden.

Manche n´anga sind auch in der Lage durch Weissagung die aktuellen Symptome eines Patienten festzustellen bevor dieser seine Beschwerden geschildert hat.

Ist die Ursache von seitens des Heilers festgestellt, wird sie dem Patienten mitgeteilt.

Dieser hat nun die Möglichkeit Fragen zu stellen oder die Ursache anzuzweifeln; was jedoch selten der Fall ist.

Nun Fragt der n ´ anga den Patienten ob er eine Arznei gegen seine Beschwerden haben möchte.

Für den Fall das Hexerei für die Beschwerden verantwortlich sind, wird nur eine grobe Beschreibung der in Frage kommenden Person gegeben und der Patient entscheidet selber wer diese Person seien könnte.

An dieser Stelle wird deutlich, daß der Patient in diesem System ein erhebliches Mitspracherecht besitzt.

Der n ´ anga wird nicht nur bei physischen, sondern auch bei sozialen, psychischen und spirituellen Problemen aufgesucht.

Die Bezahlung des Heilers kann, wenn dem Patienten dies nicht anders möglich ist, in Raten beglichen werden.

Einige spezialisierte Heiler nehmen zum Teil beträchtliche Summen für ihre Behandlung.

Die Behandlungsdauer ist mit 20-30 Minuten im Vergleich zu der in der Krankenhausambulanz recht ausgiebig, auch die Intimsphäre ist im beim n ´ anga meist besser gewahrt.33

3.4.4 Erklärung von Krankheiten

Die Vorstellung von Krankheit und Gesundheit und die Ursachenklärung ist bei den Shona eng verknüpft mit deren Religion und ihrer Auffassung über das Leben und den Tod.

In der Vorstellung der Menschen in Zimbawe existiert ein Schöpfer, der Menschheit der als Beschützer des Lebens gilt.

Das Bestreben des menschlichen Daseins besteht darin das Leben nach dem Tod zu sichern.

Ahnengeister(mudzimu) fungieren als Vermittler zwischen Schöpfer und Menschen.

Das Leben des Menschen besteht aus drei Komponenten: Körper, Geist und Vernunftseele. Letztere ist zuständig für die kognitiven Prozesse ( Denken, Planen, Entscheiden, Wahrnehmung). Nach dem physischen Tod lebt die Vernunftseele als Ahnengeist weiter.

Die Ahnengeister setzen sich beim Schöpfer für die Belange ihrer Nachkommen ein und überwachen deren Leben und Gesundheit. Als gesundheitsfördernd, gilt bei den Shona, sich moralische Reinheit zu bewahren.

Krankheiten werden in der Vorstellung der Menschen durch bad airs (mamphepo) übertragen.

Man glaubt, daß der Mensch von einer physischen, sozialen und spirituellen Umwelt umgeben ist.

Diese „Luft“, von der die Menschen umgeben sind, enthält gesunde und schädliche Elemente.

Im Zustand von mamhepo überwiegen die schädlichen Elemente Es gibt zwei Arten von bad air, durch die je nach Ursprung - physische, soziale oder spirituelle Umgebung - Krankheiten hervorrufen können.

Einfache Krankheiten, wie z.B. Erkältungen, Husten oder leichtes Fieber, die nur den Körper beeinflussen, schreibt man der physischen Umwelt zu. Diese Beschwerden gelten als harmlos und können auch mit moderner Medizin behandelt werden.

Halten die Symptome allerdings über einen längeren Zeitraum an, gelten sie als abnorm und bedürfen einer anderen Erklärung wie z.B. einer anderen Form von bad air als Ursache.

Die zweite Art von bad air ruft ernsthaftere Gesundheitsprobleme hervor.

Hier wird unterschieden zwischen Krankheiten die eine Person körperlich und geistig schwächen und solchen die die spirituelle Existenz einer Person beeinflussen.

Diese Krankheiten schreibt man dem Einfluß von bösen Mächten zu, vor allem Menschen ohne spirituellen Schutz sind davon betroffen.34

Beispiele: ,,... Eine Frau beklagte sichüber Unfruchtbarkeit. Der Heiler sagte im Zustand der Besessenheit, der Ehemann der Frau habe zum Zeitpunkt der Hochzeit nicht Mombe Youmai (die der Mutter zustehende Kuh) bezahlt.

Die verstorbene Mutter der Patientin sei nunärgerlich. Der Heiler riet, dass ihr Ehemann der Familie ihrer Mutter eine Kuh geben solle ..."

,,... Ein Patient hatte Anfälle. Während einer Trance sagte der Heiler, offenbar würden sich zwei Geister innerhalb des Patienten bekämpfen. Einer war der Geist des Vaters seiner Mutter, der dem Patienten seinen b ö sen Geist vererben wollte. Der andere war der Geist des Vaters seines Vaters, der den Patienten drängte, den b ö sen Geist zurückzuweisen. Es war der Kampf zwischen diesen beiden Geistern, der zu den Anfällen führte Es wurde eine Methode beschrieben, durch die der b ö se Geist von dem Patienten auf ein schwarzes Huhnübertragen und so der Konflikt gel ö st werden k ö nnte." 35

3.4.5 Behandlung von Krankheiten

Neben oben genannten Behandlungsarten in Form von Ritualen und Zeremonien gibt es Arzneien aus Bestandteilen von Pflanzen und Tieren in verschiedensten Applikationsformen.

Hervorzuheben wäre hierbei die weit verbreitete Methode der Sakrifikation. Hierbei werden kleine Einschnitte, meist an der Schmerzstelle, in die Haut vorgenommen und ein hautreizendes Puder auf die Einschnittstelle gestreut.

Eine andere Behandlungsform ist das Schröpfen, welches zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, eingesetzt wird.36

3.5 Chancen und Risiken traditioneller Medizin in der Prävention und Behandlung von HIV und AIDS

Die schnelle Ausbreitung von AIDS und HIV auf dem afrikanischen Kontinent stellt eine große Herausforderung für staatliche und nichtstaatliche Gesundheitsorganisationen da.

Nach Schätzungen des UNAIDS(Joint United Nations Programme on HIVAIDS) leben 77% aller an AIDS erkrankten Menschen in Afrika.37 Allein in Zimbawe starben 1999 160.000 Menschen an den Folgen von AIDS, die Zahl der HIV -Infizierten betrug 1.500.000.38

Auf Grund der Tatsache, daß die vorhandenen Einrichtungen des modernen Gesundheitssektors diesen Anforderungen nur begrenzt gewachsen sind und die Mehrheit der Bevölkerung traditionelle Heilkundige aufsucht, gewinnen diese zunehmend an Bedeutung.

Einen interessanten Ansatz verfolgt hier ZINATHA.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium werden seit 1993 klinische Tests durchgeführt durch die die Effizienz von Behandlungen durch traditionelle Heilkundige bei Patienten mit HIV und AIDS festgestellt werden soll.

Bei den über 80 getesteten Patienten konnte fast durchgehend der Krankheitszustand verbessert werden.39

Neben Heilung bzw. Linderung durch Wirkstoffe spielt noch ein weiterer Aspekte eine wichtige Rolle:

Der traditionelle Therapeut leistet in dem er soziale, spirituelle und insbesondere psychologische Faktoren in die Behandlung einbezieht, eine ganzheitliche, dem tödlichen Ausgang der Krankheit angemessene Therapie. Während die westliche Medizin keinen völlige Heilung anbieten kann, gibt es diese Möglichkeit im Konzept der traditionellen Medizin durchaus, wodurch der Patient Hoffnung erhält.

Im traditionellen Kontext wir die .Krankheit zum Famillienfall. Wenn die Krankheitsursache beispielsweise im fehlenden Schutz eines Ahnen liegt muß dieser durch gemeinsame Rituale besänftigt werden. Für den Kranken kann dies sehr hilfreich sein.40

Ebenso kann ein böser Geist für die Erkrankung verantwortlich sein, in diesem Fall wird das Individuum nicht allein für seine Krankheit verantwortlich gemacht.

Die Behandlung des Kranken in diesem Kontext kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen.

Manchmal wird die Einweisung in eine Klinik zu spät eingeleitet obwohl die Behandlung dort erfolgreich hätte sein können.

Hier wird noch einmal die Notwendigkeit zur Kooperation zwischen den Vertretern beider Medizinsysteme deutlich.

Ebenso ist es wichtig den Heilern die möglichen Übertragungswege von HIV zu verdeutlichen, da einige Rituale wie z.B, die Sakrifikation (siehe 3.4.5.) mit unsterilen Instrumenten eine potentielle Gefahr darstellen.

Einige Heiler verordnen bei der Behandlung von Geschlechtskrankheiten auch Sex mit jungen Mädchen.41

Wenn es darum geht diesbezüglich eine Verhaltensänderung zu bewirken ist es, wichtig nicht alle Praktiken abschaffen zu wollen sondern eine Modifizierung anzustreben.42

Die Verwendung von sterilisierten Instrumenten zur Sakrifikation im ersten Beispiel oder das verwenden von Kondomen, bieten eine ausreichende Schutzmaßnahme und stellen trotzdem nicht die Behandlungsmethode als in Frage.

ZINATHA versucht hier, zum Teil in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und mit Workshops zum Thema HIV und AIDS Aufklärungsarbeit zu leisten.43

3.6 Projekte im Zusammenhang mit traditioneller Medizin

Auf Grund der zum Teil unzureichenden Versorgung mit Einrichtungen „westlicher“ Medizin, biete es sich meiner Ansicht nach an, bei der Planung von Gesundheitsprojekten im Rahmen der Entwicklungshilfe die traditionelle Medizin verstärkt einzubeziehen.

Diese halte ich für eine nicht zu unterschätzende Ressource der Afrikanischen Kultur.

Trotz intensiver Recherche habe ich leider nur wenige Entwicklungshilfeprojekte gefunden die diesen Ansatz verfolgen.

Die Aktion Canchanabury betreibt in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Europäischen Union und anderen Institutionen , ein Zentrum für traditionelle afrikanische Medizin im Senegal.

Das Hopital Traditionell De Keur Massar existiert seit 1981.

Alle Patienten werden nach Methoden und mit den Medikamenten traditioneller afrikanischer Medizin behandelt.

Die Medikamente sind ausschließlich auf pflanzlicher Basis und werden von der Einrichtung selbst hergestellt.

Es werden alle Arten von Krankheiten behandelt, insbesondere jedoch Lepra, Tuberkulose, Durchfall, Diabetes und Hautkrankheiten. Zusätzlich bietet das Zentrum noch ein Internat, Werkstätten für geheilte Leprakranke und die Möglichkeit zur Ausbildung in traditioneller Medizin.44

3.7 Medizinischer Pluralismus

Die bisherigen Betrachtungen zeigen auf, daß in Afrika bzw. Zimbabwe, zwei unterschiedliche Medizinsysteme existieren. Hier stellt sich nun die Frage, welche System von den Menschen bevorzugt wird bzw. warum?

Nach Ellen Schmitt wird, im Bezug auf Zimbawe, die Entscheidung welche Behandlungsform ein Patient wünscht von folgenden Faktoren beeinflußt:

⇒Sozialisation

⇒Glaubenszugehörigkeit

⇒Lebensumfeld (Stadt oder Land)

⇒Versorgung mit schulmedizinischen Einrichtungen

⇒Behandlungskosten

⇒Vertrauen gegenüber dem Heilkundigen

⇒Kenntnisse über die Kultur der Menschen und deren Behandlung im kulturellen Kontext45

Eine Erklärung, die sich auch auf andere Kulturen beziehen läßt, liefert hier das Konzept des medizinischen Pluralismus.

Dieses Konzept entwickelte sich Mitte der 1970 - er Jahre insbesondere aus ethnomedizinischen Forschungen im asiatischen Raum.46

Das Konzept des medizinischen Pluralismus sieht nach Wolfgang Bichmann „… die verschiedenen Medizinsysteme als Teil der Kultur an. So wie Religion, Philosophie, Verwandschaftsbeziehungen usw. kulturell geprägt sind, so ist dies auch das Medizinsystem. Jede Kultur bzw. auch jede Subkultur prägen ihr eigenes Medizinsystem. Die Bereiche der … traditionellen Medizinsysteme und der kosmopolitischen Systeme koexistieren innerhalb einer Gesellschaft, … Patienten suchen ihre Vertreter sukzessive oder gleichzeitig auf, bis sie sich geheilt fühlen... “ 47

Bichmann kritisiert in diesem Zusammenhang das naturwissenschaftliche Paradigma der Biomedizin, die glaubt alle Krankheiten erklären zu können.

Die Abkehr des Patienten von ihrem therapeutischen Angebot wird als irrational apostrophiert, seine oder seiner Verwandten Mitwirkung an den ihn betreffenden Entscheidungen wird nicht erwartet … .Therapieabbruch, gleichzeitige Behandlung durch traditionelle Therapeuten sind aus dieser Sicht irrational und unverständlich “ 48

Dem gegenüber nehmen nur wenige traditionelle afrikanische Therapeuten für sich in Anspruch alle Krankheiten heilen zu können. Haben diese mit ihrer Behandlung keinen Erfolg werden die Patienten meist an schulmedizinische Einrichtungen überwiesen.49

Zusammenfassend läßt sich sagen daß die Entscheidung über das Aufsuchen einer oder mehrerer Heilungsinstanzen ein multifaktorielles Geschehen, bei dem sowohl sozio- ökonomische, kulturelle, als auch Individuelle Faktoren eine Rolle spielen.

4 Konsequenzen für mein sozialarbeiterisches Handeln

In diesem Kapitel werde ich nun den Bezug zur Sozialarbeit hergestellen.

Es gibt bezüglich „traditioneller“ Afrikanischer Medizin, meines Wissens nach keine Projekte in denen Sozialarbeiter involviert sind. Trotzdem hat mich die Erarbeitung dieses Themas Erkenntnisse gewinnen lassen die mir für mein späteres berufliches Handeln wichtig erscheinen.

Die Auseinandersetzung mit einer, an sich berufsfremden, Wissenschaft und eines für mich bis dahin fremden kulturellen Systems, hat mich noch einmal mein eigenes berufliches Handeln reflektieren lassen.

Es hat für mich die Frage aufgeworfen ob es, nicht manchmal wir professionellen Helfer sind, die ein Problem haben mit dem vermeintlich „fremden“ und nicht möglicherweise von uns konstruierten Zielgruppen, wie z.B. MigrantInnen und Menschen in Entwicklungsländern, die durchaus über Ressourcen verfügen.

Vielleicht habe ja auch ich ein Problem, wenn ich meine das alle Konzepte westlicher Wissenschaft grundsätzlich richtig sind.

Ganz bewußt habe ich deshalb das Thema Migration ausgeklammert. Es erschien mir interessanter mich als „Fremde“ auf ein System hin zu bewegen als den „Fremden“(Migranten) vom westeuropäischen „Elfenbeinturm“ zu betrachten.

In diesem Zusammenhang finde ich einen Aufsatz von Anita Kalpaka sehr interessant in dem sie sagt „… da ß es wichtig ist .. sich nicht einzureihen bei denen, die die L ö sung in der Anpassung der sogenannten „ Fremden “ suchen “ , sondern den „… Integrationsauftrag im Sinne eines gleichberechtigten Zusammenlebens …“ versteht.50.

Ein weiterer Aspekt, für mein berufliches Handeln, der sich aus der Betrachtung dieses bis dahin für mich fremden Systems ergeben hat, ist die Art und Weise wie die traditionellen Heiler mit ihren PatientInnen umgehen. Die Einbeziehung der Familie sowie der Ahnen und der Geister, entspricht meiner Ansicht nach dem systemischen Ansatz51.

Dieses Vorgehen, ist in der uns bekannten Schulmedizin, nicht die Regel und findet vorwiegend in der Sozialarbeit und Psychologie Verwendung.

In meiner Projektpraxis, in der ich mit chronisch kranken Menschen arbeite, mache ich immer wieder die Erfahrung, daß solche PatientInnen, die ein stabiles soziales Umfeld im Hintergrund haben, anscheinend bessere Copingstrategien im Umgang mit der Krankheit haben, als Menschen die der Krankheit alleine gegenübertreten müssen.

Diese Erkenntnis ist in den Sozialwissenschaften nicht neu.

So gelang es z.B. Berkmann und Breslow(1983) den Zusammenhang von gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen und der Einbindung in Partnerbeziehungen und Eltern-Kind-Beziehungen nachzuweisen.

Eine funktionierende Partnerschaft stellt somit eine günstige Ausgangslage für die Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden da. Die Mortalitäts- und Morbiditätsrate liegt bei diesen Personengruppen deutlich niedriger als bei alleinlebenden oder geschiedenen.

Als ursächlich hierfür sehen die Autoren die Funktion der sozialen Kontrolle in Beziehungen, welche gesundheitsschädliches und gesundheitsförderliches Verhalten beeinflußen kann.52

Wenn ich hieraus nun Konsequenzen für mein berufliches Handeln ziehe, sehe ich zwei mögliche Handlungsansätze:

⇒Sensibilisierung von am Heilungsprozeß beteiligten Berufsgruppen(ÄrztInnen, Krankenschwestern/Pfleger ect.) für diesen Aspekt.

⇒Projekte initiieren welche die Ressource Familie bzw. Freunde/Bekannte fördern wie z.B. Selbsthilfegruppen, Freizeitgruppen, Senioren - WG´s

Die von mir angestellten Überlegungen sollen kein Versuch sein, afrikanische Maßstäbe, bezüglich der Einstellung zur Familie oder gar zu Geistern und Ahnen, auf unsere Kultur zu übertragen.

Aber ich denke, daß der Blick über den eigenen Kulturkreis hinaus wertvolle Anregungen geben kann, wenn es darum geht den eigenen Umgang mit Gesundheit und Krankheit im sozialen Zusammenhang zu reflektieren

5 Fazit

In dieser Hausarbeit habe ich versucht die verschiedenen Instanzen von Heilung in Afrika mit Foccus auf Zimbawe herauszuarbeiten.

Neben den erwähnten, gibt es noch andere Arten von Heilkundigen wie z.B Knochenrichter, „faithhealing“ (u.a. von der apostolischen Kirche praktiziert).53

Zu diesen Bereichen habe ich zum einen nur wenig geeignete Literatur gefunden zum anderen wollte ich das Thema eingrenzen um so auf die jeweiligen Charakteristika besser eingehen zu können. Meine Ausführungen zeigen auf daß es in Afrika zwei Medizinsysteme gibt, die wie es scheint einträchtig nebeneinander, manchmal sogar sich ergänzend funktionieren.

Auch die WHO hat die Einbeziehung „traditioneller“ Medizin in die Gesundheitsversorgung in ihr Programm aufgenommen.54

Diese Bemühungen, so wichtig ja notwendig sie auch sind, müssen jedoch auch kritisch gesehen werden.

Nach Bichmann bedeutet Integration aus Sicht der “modernen“ Medizin immer die Eingliederung in das jeweilige nationale Gesundheitssystem und dessen Weltanschauung.

Der Status, den der traditionelle Heilkundige darin innehält, ist ein untergeordneter.55

Er wird somit zur Hilfskraft degradiert die den geltenden Standards zu folgen hat.56

Dies ist insofern bedauerlich, als das die traditionelle Medizin, meiner Ansicht, nach, der kosmopolitischen in vielerlei Hinsicht überlegen ist.

Der traditionelle Heiler ist mit seinem holistischen Ansatz nicht nur Mediziner sondern auch Psychotherapeut und Seelsorger, in dem er die kulturellen, religiösen und psychosozialen Aspekte von Gesundheit und Krankheit in seine Therapie einbezieht. Diese Möglichkeiten bietet das ohnehin defizitäre staatliche Gesundheitswesen in Afrika nicht.

Es ist meiner Ansicht nach allerdings falsch die traditionelle Medizin zu glorifizieren und als bewährtes funktionierendes System zu betrachten.

Auch dieses System befindet sich im Wandel, und das nicht nur zum positiven. Viele Heiler übernehmen Attribute der modernen Medizin. Das ist wenn es um weisse Kittel, Stethoskope, Spritzen und dergleichen geht harmlos, wird aber dann gefährlich wenn es um die Verwendung von modernen Medikamenten ohne Beachtung von Dosierung und Nebenwirkungen geht.57

Wenn also die Integration traditioneller Heilkunde in die moderne Medizin vorangetrieben werden soll, ist von beiden Seiten ein hohes Maß an Respekt und Toleranz gegenüber dem anderen gefragt.

Dr.Helmut Jäger Leiter des Fachhreferats Gesundheits im DED(Deutscher Entwicklungsdienst) sieht in diesem Zusammenhang Entwicklungshelfer vor folgende Aufgaben gestellt:

⇒Abbau von Hochmut und Berührungsängsten bei ausgebildeten Fachkräften

⇒Schulung traditioneller Heiler insbesondere im Bezug auf Infektionskrankheiten wie z.B. HIV

⇒Aufklärung über Mißbrauch und rationalen Einsatz von Medikamenten.58

Aufgabe von Entwicklungsdiensten und anderen Institutionen ist an dieser Stelle, meiner Ansicht nach, einen interkulturellen Dialog zwischen beiden Systemen zu initieren und zu fördern. Letztendlich ist jedoch nur durch eine Verbesserung des ökonomischen Wachstums Afrikas, eine angemessene Gesundheitsversorgung langfristig möglich.59

6 Anmerkung in eigener Sache

In der vorliegenden Arbeit habe ich sehr häufig aus „zweiter Hand“ zitiert. Dies begründe ich damit daß die entsprechende Primärliteratur zumeist im anglophonen Sprachraum publiziert wird und nur schwer erhältlich ist.

7 Quellennachweis

(DED)Deutscher Entwicklungsdienst(Hg.):Gesundheitswesen; Berlin 1998

Hurrelmann, Klaus: Sozialisation und Gesundheit-somatische, psychische und soziale Risikkofaktoren im Lebenslauf; 3.Aufl.- Weinheim; München Juventa Verlag, 1994

Ladwig,Dirk/Wagner,Hans-Ulrich: Kranksein als KulturphänomenEthnomedizinische Beobachtungen in Zentral-Nigeria; Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin der Medizinischen Hochschule Hannover;Psychatrische Klinik - Arbeitsgruppe Vergleichende Psychopathologie; Hannover 1979

Kemler, Herbert: Behinderung und Dritte Welt- Annäherung an das zweifach Fremde; Frankfurt 1988

Pfleiderer,B.; Greifefeld, K.; Bichmann W.: Ritual und Heilung: Eine Einführung in die Ethnomedizin; 2.vollst. überarb. Und erw. Neuaufl.Berlin 1995, Dietrich Reimer Verlag

Schaffmann& Kluge,Neuer, Großer Atlas der Welt, Köln 1999

Schuler, J.: Krankheit, Heilung und Kultur- Skizzen aus der

Ethomedizin; Berlin; VWB Verlag für Wissenschaft und Bildung 1997

Schmitt,E.; Gottschalk - Batschkus,C.E./ Schuler,J. (Hg.): AIDS und Gesellschaft in Zimbawe; Berlin; VWB Verlag für Wissenschaft und Bildung 1999

Wolf,Angelika/Stürzer,Michael(Hg.): Die gesellschaftliche Konstruktion von Befindlichkeit- Ein Sammelband zur Medizinethnologie; VWB Verlag für Wissenschaft und Bildung 1996

Internetquellen:

(aktion.canachanabury@t- online.de)

www.canchanabury.de/index/projekte/senegal/senegal.htm

Stand 7/2000

(unaids@unaids.org)

www.unaids.org/hivaidsinfo/statistic/june00/fact_sheets/pdfs/zimbaw e.pdf

Stand 6/2000

8 Interessante Links im Internet

Afrika: www.allafrica.com

Zimbawe: www.mweb.co.zw

Gesundheit: www.equinet.org

www.fahamu.org

www.who.int

www.unaids.org

9 Anlagen

[...]


1 Biomedizin, Schulmedizin sowie kosmopolitische Medizin sind in diesem Zusammenhang ebenso gängige Begriffe die ich im Verlauf meiner Arbeit ebenfalls verwenden werde

2 vgl. Schuler 1997 S.8

3 vgl. Greifefeld in Pfleiderer 1995, S.16

4 vgl. Schuler 1997, S.10

5 vgl. Stürzer 1996, S.IIX

6.ebenda S. IX

7 vgl. Greifefeld in Pfleiderer 1995, S.24

8 Zt.n. Greifefeld in Pfleiderer 1995, S.24

9 vgl. Biechmann in Pfleiderer 1995 S.35

10 vgl. Greifefeld in Pfleiderer 1995, S.27

11 vgl.Biechmann in Pfleiderer 1995 S.33f 9

12 vgl.Biechmann in Pfleiderer 1995 S.43

13 ebenda S.44

14 ebenda S.45

15 vgl. Schmitt,Ellen1999, S.58.

16 vgl. Schmitt, 1999 S.55

17 vgl. Greifeld in Pfleiderer 1995 S.14

18.Zt.n. Alland in Ladwig/Wagner; 1979;S.11f

19 vgl.Greifenfeld in Pfleiderer 1995 S15

20 vgl. Ladwig /Wagner 1979, S.12

21 vgl.Schaffmann&Kluge 1999, S.220

22 vgl.Schmitt 1999,S.12

23 ebenda S.14. Zur aktuellen Lage siehe auch Anlage 1 1

24 Erst kürzlich wurde ein Ärztestreik beendet(siehe Anlage 2).Auch

Krankenschwestern ziehen in letzter Zeit vermehrt eine Tätigkeit im Ausland wie z.B. Groß Britannnien vor(vgl. Anlage 3)

25 vgl.Schmitt 1999, S.58

26 vgl.ebenda S.59

27 vgl.Weltentwicklungsbericht 1993 in Schmitt 1999, S.60 1

28 vgl.Schmitt 1999, S.62

29 Zt.n..Gelfand et all. 1985 S.3,in Schmitt 1999 S.62

30 uroy = Hexerei; Zauberei

31 vgl.ebenda S.63

32 vgl.ebenda

33 vgl.ebenda S.64

34 vgl. ebenda S.62

35 Zt.n. Chavunduka 1978 in Kemler 1988 S.76 2

36 vgl.Schmitt 1999, S.65

37 Zt. n. UNAIDS/SG/96008 30.06.99 in Schmitt 1999, S.69

38 vgl.WWW.unaids.org 2000

39 Zt.n. The Herald 10.01.96 in Schmitt 1999 S.102

40 vgl.Schmitt 1999, S.102

41.ebenda S.103

42 ebenda S.106

43.ebenda S.103

44 vgl. www.canchanabury.de 2000

45 vgl.Schmitt 1999, S.59f

46 Vertreter dieses Konzept sind: Leslie1978; Lieban1977; Rubel, Sargent1979;Unschuld1979;Kleinmann1973;Comaroff1978

47 Zt.n. Bichmann 1979 in Pfleiderer1995, S.46f

48 Zt.n.Biechmann in Pfleiderer 1995, S.46

49 vgl.ebenda S.46

50 Zt.n. Kalpaka in standpunkt:sozial 2/98

51 Der systemische Ansatz ist nach Manfred Enders ein Systemmodell welches „die Abkehr von eine linearem Ursache-Wirkungsdenken bedeutet“. Entscheidend ist die Tatsache daß die „Wirklichkeit eines Individuums untrennbar von seinem Kontext ist“. Das bedeutet daß das „Verhalten von Personen nur im Zusammenspiel mit den für sie wichtigen Beziehungen gesehen werden kann“.(vgl.Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, Fachlexikon der Sozialen Arbeit, 1997, S.941)

52 Zt.n.Berkmann und Breslow 1983 in Hurrelmann 1994, S.111 3

53 vgl. Schmitt 1999 S.60

54 siehe hierzu auch Anlage 3

55 vgl.Biechmann1979 in Pfleiderer 1995, S.53

56 Zt.n.Fassin 1988:356 in Pfleiderer 1995, S.53

57 Zt.n.Geest 1982 in Pfleiderer 1995, S.49 3

58 vgl.Jäger in DES(Gesundheit) 1998

59 vgl. Bichmann in Pfleiderer 1995 S.140 3

36 von 36 Seiten

Details

Titel
Traditionelle Medizin in Afrika im Spannungsfeld zur westlichen Medizin am Beispiel der Shona in Zimbawe
Veranstaltung
Dimensionen der Heilung
Note
gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
36
Katalognummer
V102408
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit beschreibt verschiedene Medizinkonzepte und geht im speziellen auf das Medizinsystem in Zimbawe ein in dem das System der modernen Medizin dem der traditionellen Medizin gegenübergestellt wird.Des weiteren werden hier mögliche Konsequenzen für die soziale Arbeit aufgezeigt
Schlagworte
Traditionelle, Medizin, Afrika, Spannungsfeld, Beispiel, Shona, Zimbawe, Dimensionen, Heilung
Arbeit zitieren
Heike Kretschmann (Autor), 2001, Traditionelle Medizin in Afrika im Spannungsfeld zur westlichen Medizin am Beispiel der Shona in Zimbawe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102408

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