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Der Einfluss des Sprachsystems auf die Zählentwicklung

Titre: Der Einfluss des Sprachsystems auf die Zählentwicklung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2002 , 8 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Johanna Altenburger (Auteur)

Didactique - Mathématiques
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Der Mensch braucht in der heutigen Gesellschaft ein umfangreiches Zahlensystem, das Werte genau festlegt. (Währung)
Die visuelle Wahrnehmung des Menschen reicht aus, um Mengen bis zu drei Gegenständen zu erfassen. Will man mehr Mengen aufnehmen, bedarf es einem Zahlensystem. Anders als bei Tieren, die nie über drei Gegenstände erfassen können, sondern nur annäherungsweise Mengen unterscheiden können, hat der Mensch mit der Erfindung von Zahlensystemen seinen Horizont erweitert. Er hat die Möglichkeit geschaffen symbolische Zahlensysteme zu erdenken, wobei die Symbole zum Vermittler einer mentalen Repräsentation werden. Zahlen sind linguistische Symbole, die uns ermöglichen zwischen zwei oder mehr Werten zu unterscheiden. Untersuchungen an Säuglingen zeigen, dass gewisse numerische Fähigkeiten angeboren sind und eine Veranlagung für den Aufbau und die Erweiterung mathematischen Verständnisses und Wissens darstellen. Die Zahleninvarianz nach Piaget konnte nach einem Experiment wiederlegt werden, indem man anstatt acht Objekten in verschiedener räumlicher Anordnung maximal vier Objekte verwendet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die Sprache der Zahlen

1.1 Die Geschichte der Zahlen

1.2 Die Schrift ein dauerhafter Zahlenspeicher

1.3 Das Stellwertprinzip

1.4 Die üppige Vielfalt der Zahlensprachen

2. Das arabische Zahlensystem im Bezug auf die deutsche Sprache

3. Das Gehirn als Motor der kulturellen Evolution

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Sprachsysteme auf die Zählentwicklung und die mathematische Leistungsfähigkeit. Dabei wird analysiert, wie sprachliche Strukturen, insbesondere die Länge und Regelmäßigkeit von Zahlwörtern, die kognitive Verarbeitung und Speicherung numerischer Informationen beeinflussen.

  • Historische Entwicklung von Zahlensystemen und Zählweisen
  • Die Bedeutung von Schrift als dauerhafter Speicher für Zahlen
  • Stellwertprinzipien und deren kognitive Implikationen
  • Vergleichende Analyse asiatischer und westlicher Zahlensysteme
  • Auswirkungen von Zahlennamen auf Rechengeschwindigkeit und Zählfehler

Auszug aus dem Buch

1.2 Die Schrift ein dauerhafter Zahlenspeicher

Aus wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Gründen war es notwendig, Zahlen dauerhaft aufzuzeichnen. So konnten wichtige Ereignisse, Tauschgeschäfte, Größen und Daten festgehalten werden.

Das Prinzip der eindeutigen Entsprechung wurde in aller Welt immer wieder erfunden. Die Sumerer füllten Tonschalen mit so vielen Steinen, wie sie Dinge zählen wollten, die Inka verzeichneten Zahlen, indem sie Knoten in Fäden knüpften, die ihnen dann als Archive dienten, und die Römer benutzten senkrechte Striche für ihre ersten drei Ziffern. Noch heute wird die Zahl der servierten Biere in Gaststätten oft mit Strichen auf dem Bierdeckel festgehalten. Das Wort Kalkulation selbst stammt von dem lateinischen Wort calculus, Steinchen und bringt uns zurück in die Zeit , in der man mit Zahlen rechnete, indem man Steinchen auf einem Rechenbrett umherschob.

Trotz seiner trügerischen Einfachheit ist das Prinzip der eindeutigen Korrespondenz eine bemerkenswerte Erfindung. Es bietet eine dauerhafte, genaue und abstrakte Repräsentation von Zahlen.

Wie Tauben können auch Menschen nicht auf Anhieb zwischen 49 und 50 Teilchen unterscheiden. Aber ein Stock mit 49 Kerben hält genau diese Zahl auf Dauer fest. Diese nützliche Erfindung ermöglicht es dem Menschen, die Grenzen seiner Sinnesorgane zu überschreiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Sprache der Zahlen: Einführung in die menschliche Fähigkeit zur Mengenwahrnehmung und die Notwendigkeit von Zahlensystemen.

1.1 Die Geschichte der Zahlen: Darstellung der historischen Entwicklung von rudimentären Zählsystemen bis hin zur Verwendung von Körperteilen.

1.2 Die Schrift ein dauerhafter Zahlenspeicher: Analyse der Notwendigkeit schriftlicher Aufzeichnungen für die wirtschaftliche Entwicklung und das Rechnen.

1.3 Das Stellwertprinzip: Erläuterung der Bedeutung des Stellwertsystems für effiziente Rechenverfahren in verschiedenen Kulturen.

1.4 Die üppige Vielfalt der Zahlensprachen: Diskussion der linguistischen Herausforderungen beim Erlernen der Zahlenschreibweise für Grundschulkinder.

2. Das arabische Zahlensystem im Bezug auf die deutsche Sprache: Untersuchung des Einflusses der Wortlänge und syntaktischer Strukturen auf das Kurzzeitgedächtnis und die Rechenleistung.

3. Das Gehirn als Motor der kulturellen Evolution: Reflexion über die Wechselwirkung zwischen biologischen Gehirngrenzen und der kulturellen Weitergabe mathematischer Errungenschaften.

Schlüsselwörter

Zahlensysteme, Mathematische Fähigkeiten, Kognitive Entwicklung, Zahlensprache, Stellwertprinzip, Zahlenschreibweise, Gedächtnisleistung, Linguistische Einflüsse, Zählentwicklung, Kulturelle Evolution, Mengenwahrnehmung, Rechenverfahren, Zahlennamen, Indoeuropäische Wurzeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen sprachlichen Systemen, der kulturellen Entwicklung von Zahlensystemen und den daraus resultierenden kognitiven Anforderungen an das menschliche Gehirn beim Zählen und Rechnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Evolution von Zählsystemen, die Bedeutung des Stellwertprinzips, der Einfluss der Sprachstruktur auf die Gedächtnisspanne bei Zahlen und die Unterschiede in der Rechengeschwindigkeit zwischen verschiedenen Kulturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprachsysteme – insbesondere deren Komplexität und Struktur – die mathematische Entwicklung von Kindern und die kognitive Effizienz bei numerischen Operationen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die historische Beispiele, linguistische Betrachtungen und die Auswertung psychologischer Experimente zur kindlichen Zählentwicklung kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Zahlenspeichern (Schrift), die Entwicklung des Stellwertprinzips, die kognitiven Unterschiede zwischen asiatischen und westlichen Zahlensprachen sowie die Auswirkungen von Zahlwortlängen auf die Rechenleistung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Zahlensysteme, kognitive Entwicklung, Stellwertprinzip, linguistische Einflüsse und die kulturelle Evolution der Mathematik.

Warum schneiden westliche Zahlensysteme im Vergleich oft schlechter ab?

Laut der Arbeit sind westliche Systeme aufgrund der oft längeren und weniger regelmäßigen Zahlennamen sowie der komplexeren syntaktischen Struktur schwerer im Kurzzeitgedächtnis zu speichern und verlangsamen dadurch den Rechenprozess.

Was besagt die These zum Gehirn als Motor der Evolution?

Die Arbeit argumentiert, dass mathematische Innovationen nur dann erfolgreich kulturell weitergegeben wurden, wenn sie die biologischen Grenzen der menschlichen Wahrnehmung und Gedächtniskapazität berücksichtigten, wodurch das Gehirn sowohl Empfänger als auch Motor dieser Entwicklung ist.

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Résumé des informations

Titre
Der Einfluss des Sprachsystems auf die Zählentwicklung
Université
University of Education Ludwigsburg  (Didaktik der Mathematik)
Cours
Kognitive Entwicklung und mathematische Fähigkeiten
Note
1,5
Auteur
Johanna Altenburger (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
8
N° de catalogue
V10243
ISBN (ebook)
9783638167277
Langue
allemand
mots-clé
Kognitive Entwicklung und mathematische Fähigkeiten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Johanna Altenburger (Auteur), 2002, Der Einfluss des Sprachsystems auf die Zählentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10243
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