Inwiefern lassen sich die Attribute von Zarathustras letztem Menschen auf die Menschen und die Gesellschaft von Huxleys schöner neuen Welt übertragen und inwiefern weichen diese voneinander ab? Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich von Nietzsches „letztem Menschen“ aus "Also sprach Zarathustra" und dem dystopischen, gesellschaftlichen System aus Aldous Huxleys "Brave New World".
Dazu müssen die Attribute, die Zarathustra in seiner Rede am Marktplatz dem „letzten Menschen“ zuschreibt, genau herausgearbeitet werden. Danach soll auf das allgemeine gesellschaftliche System der "Schönen neuen Welt" von Huxley eingegangen werden, um dann gewisse Gemeinsamkeiten und unterscheide anhand ausgewählter Textstellen herauszustellen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Friedrich Nietzsches Zarathustra und der letzte Mensch
2.1 Zarathustras Ausgangssituation in der Vorrede
2.2 Der letzte Mensch
3. Aldous Huxleys Gesellschaftssystem in Brave New World
3.1. Gesellschaftliche Struktur
3.2. Vergleich zu Zarathustras letztem Menschen
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Verknüpfung zwischen Friedrich Nietzsches Konzept des „letzten Menschen“ und dem dystopischen Gesellschaftssystem in Aldous Huxleys Roman „Brave New World“. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit sich die Attribute von Zarathustras „letztem Menschen“ auf die Individuen und die Gesellschaft in Huxleys „schöner neuer Welt“ übertragen lassen und an welchen Stellen Differenzen bestehen.
- Analyse der Attribute des „letzten Menschen“ bei Nietzsche.
- Darstellung des Gesellschaftssystems in Huxleys „Brave New World“.
- Gegenüberstellung von Glücksverständnis und Konditionierung in beiden Werken.
- Untersuchung der Aspekte von Individualität, Stabilität und gesellschaftlichem Nutzen.
- Kritische Reflexion der dystopischen Form des „perfekten Menschen“.
Auszug aus dem Buch
3.2. Vergleich zu Zarathustras letztem Menschen
„>>Wir haben das Glück erfunden<< - sagen die letzten Menschen und blinzeln.“25
Bei einer näheren Betrachtung von Zarathustras beschriebenen letzten Menschen fällt unter Einbeziehung des oben erarbeiteten Gesellschaftssystems aus Huxleys „Brave New World“ eine gewisse Vergleichbarkeit und Ähnlichkeit in verschiedenen Bereichen deutlich auf. Diese Bereiche sollen nun näher erarbeitet und gegenübergestellt werden. Dazu wird Zarathustras Rede vom letzten Menschen in mehrere Kurzabschnitte unterteilt, die genauer untersucht werden sollen.
„>>Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern?<< - so fragt der letzte Mensch und blinzelt. Die Erde ist klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten. >>Wir haben das Glück erfunden<< - sagen die letzten Menschen und blinzeln.“26
Nun, die Frage nach Liebe und Sehnsucht stellt sich auch in der Gesellschaft von Brave New World. Besonders der Bereich familiärer Liebe wird als ekelig und pornographisch angesehen. So sagt Mustapha Mond, einer der Weltcontroller zu den Studenten im City-Brüter und Konditionierungscenter: „Welch erstickende Intimitäten, welch gefährliche, verrückte, obszöne Verhältnisse zwischen den Mitgliedern einer solchen Familie! Manisch umhegt die Mutter ihre Kinder […].“27 So ist Liebe und Sehnsucht in der Gesellschaft etwas Hinderliches und Gefährliches, da es die Stabilität gefährdet, sowohl die des Individuums, als auch die der Gesellschaft. Doch dies wird als hohes Gut angepriesen:
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder der Bioethik und Sozialphilosophie ein und begründet die Relevanz eines Vergleichs zwischen Huxleys Roman und Nietzsches „Also sprach Zarathustra“.
2. Friedrich Nietzsches Zarathustra und der letzte Mensch: Dieses Kapitel arbeitet die Ausgangssituation von Zarathustra heraus und definiert die spezifischen Eigenschaften des „letzten Menschen“ als Gegenentwurf zum Übermenschen.
3. Aldous Huxleys Gesellschaftssystem in Brave New World: Der Autor beschreibt hier die gesellschaftliche Struktur des Weltstaates, basierend auf Zucht, Konditionierung und Konsumideologie, und setzt diese in Bezug zum Nietzsche-Konzept.
4. Fazit: Das Fazit bestätigt die erfolgreiche Anwendbarkeit der Attribute des „letzten Menschen“ auf die Gesellschaft in „Brave New World“ und resümiert die ethischen Implikationen des „erfundenen Glücks“.
5. Literaturverzeichnis: Hier sind alle verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen aufgelistet, die der Analyse zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Friedrich Nietzsche, Aldous Huxley, letzter Mensch, Brave New World, Schöne neue Welt, Dystopie, Gesellschaftssystem, Konditionierung, Übermensch, Glückserfindung, Weltstaat, Transhumanismus, Individualität, Stabilität, Soma.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer philosophischen Analyse und Gegenüberstellung von Friedrich Nietzsches Konzept des „letzten Menschen“ und dem dystopischen Gesellschaftssystem in Aldous Huxleys Roman „Brave New World“.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Sozialphilosophie, die Ethik des Transhumanismus, das Konzept der gesellschaftlichen Konditionierung sowie die Frage nach der Definition von Glück und Individualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, ob und wie sich die von Nietzsche beschriebenen Attribute des „letzten Menschen“ auf die fiktive Gesellschaft in Huxleys Roman anwenden lassen und wo sich Übereinstimmungen oder Unterschiede zeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literarisch-philosophische Analyse durchgeführt, bei der ausgewählte Textstellen aus Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ und Huxleys „Brave New World“ direkt miteinander verglichen und interpretiert werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?
Im Hauptteil werden neben der strukturellen Analyse des Weltstaates bei Huxley insbesondere Motive wie der Soma-Konsum, das Verbot familiärer Liebe und die erzwungene gesellschaftliche Gleichheit mit Nietzsches Warnungen vor dem „letzten Menschen“ abgeglichen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „Dystopie“, „Konditionierung“, „Nietzsche-Rezeption“, „Gesellschaftskritik“ und „Menschheitsentwicklung“ charakterisieren.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Soma-Konsums?
Der Autor ordnet den Soma-Konsum bei Huxley als ein Mittel zur gedanklichen Flucht ein, das direkt mit dem Gift-Motiv bei Nietzsche vergleichbar ist, um die Menschen zufrieden zu stellen und kritisches Denken zu unterdrücken.
Warum wird die Gleichheit in „Brave New World“ als problematisch angesehen?
Die Gleichheit ist bei Huxley künstlich erzeugt, da trotz der genetischen Kasteneinteilung die Unterdrückung von Andersartigkeit auf einer emotionalen Metaebene stattfindet, was das Individuum in seiner Freiheit und Selbstbestimmung einschränkt.
- Arbeit zitieren
- Sina Chayenne Bociek (Autor:in), 2020, Zarathustras "letzter Mensch" im Gesellschaftssystem von Aldous Huxleys "Brave New World", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024821