Diese Arbeit zeigt mithilfe einer Aufgabensequenz für eine dritte Klasse, wie Sachaufgaben im Mathematikunterricht zum Erlernen und Vertiefen des kindlichen Zeitverständnisses genutzt werden können. Da die zeitliche Orientierung zu einer der grundlegenden, lebensweltlichen Kompetenzen zählt, ist diese in der Grundschule besonders zu fördern. Dabei kann ein lebensweltlicher Bezug stattfinden, indem mit Begriffen aus dem Alltag gearbeitet wird. Dies erleichtert den Kindern den Einstieg in die Thematik.
Dabei muss sich die Lehrperson vor allem den heterogenen Vorerfahrungen der Lernenden bewusst sein. Denn jeder Schüler und jede Schülerin kommt mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in der Schule an, weshalb ein stufenweises, für alle SuS gleichschrittiges Vorgehen wenig effektiv ist. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden einzugehen, um den Lernprozess optimal zu fördern.
Um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, sollte zu Beginn ein direkter Vergleich verschiedener Objekte hinsichtlich derer Eigenschaften stehen, damit Größen in ihrer ganzen Dimension verstanden werden können: Wie lang ist eine Stunde? Was sind drei Minuten? Ebenso müssen (maßzahlfreie) Äquivalenzklassen gebildet werden und alle Repräsentanten einer Klasse mit einer Größenangabe bezeichnet werden. Diese besteht aus einer Maßzahl und einer Maßeinheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanayse
2. Didaktischer Kommentar
3. Zusammenstellung geeigneter Aufgaben
4. Eigens entworfenes Material (Forscherheft)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Forscherheft für die dritte Klasse zu entwickeln, das Schülerinnen und Schüler bei der Vertiefung ihres Zeitverständnisses im Bereich Sachrechnen unterstützt und individuelle Lernwege fördert.
- Didaktische Grundlagen der Zeitmessung und Sachrechnung
- Methodische Gestaltung von Differenzierung durch Forscherhefte
- Verknüpfung von mathematischen Größen mit lebensweltlichen Kontexten
- Training von Zeitgefühl und Schätzkompetenz im Grundschulalter
- Förderung der Kooperationsfähigkeit durch partnerbasierte Aufgabenformate
Auszug aus dem Buch
1. Sachanayse
Da die zeitliche Orientierung zu einer der grundlegenden, lebensweltlichen Kompetenzen zählt, ist diese in der Grundschule besonders zu fördern. Dabei kann ein lebensweltlicher Bezug stattfinden, indem mit Begriffen aus dem Alltag gearbeitet wird (Vormittag, Nachmittag, Abend, Nacht, …). Dies erleichtert den Kindern den Einstieg in die Thematik (vgl. Franke, 2010, S. 221 ff.). Dabei muss sich die Lehrperson vor allem den heterogenen Vorerfahrungen der Lernenden bewusst sein. Denn jeder Schüler und jede Schülerin kommt mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in der Schule an, weshalb ein stufenweises, für alle SuS (Schülerinnen und Schüler) gleichschrittiges Vorgehen wenig effektiv ist. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden einzugehen, um den Lernprozess optimal zu fördern (vgl. Kiper, 2006, S. 76 ff.).
Um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, sollte zu Beginn ein direkter Vergleich verschiedener Objekte hinsichtlich derer Eigenschaften stehen, damit Größen in ihrer ganzen Dimension verstanden werden können (Wie lang ist eine Stunde? Was sind drei Minuten?). Ebenso müssen (maßzahlfreie) Äquivalenzklassen gebildet werden und „alle Repräsentanten einer Klasse […] mit einer Größenangabe bezeichnet [werden]. Diese besteht aus einer Maßzahl und einer Maßeinheit.“ (Franke, 2010, S. 180)
Die Feststellung, dass dieselbe Größe mehrere Benennungen haben kann ist eine neue Erkenntnis für die Lernenden und muss nach und nach erarbeitet werden. Dieses Wissen besitzt eine große Bedeutung für den weiteren Lernprozess – vor allem in der Sekundarschule, weshalb bereits in der Grundschule damit begonnen werden sollte, die Kinder auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanayse: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der zeitlichen Orientierung als grundlegende Kompetenz und beleuchtet die Herausforderungen beim Lehren und Lernen von Zeitbegriffen in der Grundschule.
2. Didaktischer Kommentar: Hier wird der methodische Ansatz des Forscherhefts begründet, das durch Differenzierung und Wahlmöglichkeiten bei den Aufgaben die Lernautonomie der Kinder stärken soll.
3. Zusammenstellung geeigneter Aufgaben: Dieses Kapitel präsentiert konkrete, nach Schwierigkeitsgrad gestaffelte Übungsaufgaben, die Zeitgefühl und mathematische Kompetenzen im Alltag verknüpfen.
4. Eigens entworfenes Material (Forscherheft): Dieser Abschnitt enthält das für die Schüler erstellte Forscherheft mit verschiedenen Aufträgen zur intensiven Auseinandersetzung mit Zeiträumen und Einheiten.
Schlüsselwörter
Sachrechnen, Zeitverständnis, Grundschule, Zeitdauer, Zeitpunkt, Forscherheft, Differenzierung, Größen, Sachaufgaben, Zeitgefühl, Schätzkompetenz, Lernautonomie, Lebensweltbezug, Zeitberechnungen, Unterrichtsmethodik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufbereitung des Themas Zeitverständnis im Mathematikunterricht der dritten Klasse, speziell durch die Entwicklung eines Forscherhefts für das Sachrechnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Einordnung von Zeitgrößen, die Berücksichtigung heterogener Lernvoraussetzungen sowie die Förderung von Schätzkompetenz und Sachrechenfertigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Schülern durch ein differenziertes Forscherheft zu ermöglichen, ihr Wissen über Zeiteinheiten und Zeitdauern eigenständig und in ihrem individuellen Tempo zu vertiefen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die auf einer fundierten Sachthemenanalyse sowie der Konzeption und Aufbereitung von Lehr- und Lernmaterial für die Grundschule basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben einer sachanalytischen Reflexion der didaktische Rahmen und die konkrete Ausgestaltung des Forscherhefts inklusiver verschiedener Schwierigkeitsstufen und Aufgabenformate vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sachrechnen, Zeitverständnis, Differenzierung und die Förderung der Lernautonomie im mathematischen Sachkontext.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Zeitpunkt und Zeitdauer eine so wichtige Rolle?
Die Unterscheidung ist essenziell, da Zeitpunkte Skalenwerte darstellen, während Zeitdauern Größenwerte sind; beide Konzepte sind jedoch eng verknüpft und bilden die Basis für komplexe Zeitberechnungen.
Wie berücksichtigt das Forscherheft unterschiedliche Leistungsniveaus?
Das Forscherheft nutzt eine Sternekennzeichnung für den Schwierigkeitsgrad, ermöglicht Wahlfreiheit bei den Aufgaben und bietet sowohl Einzel- als auch Partnerarbeitsformen an.
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- Anonym (Author), 2020, Sachrechnen in der Grundschule. Sachaufgaben zum Zeitverständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1024862