Diese Hausarbeit hat die Absicht, unter Anwendung der qualitativen Forschungsmethode des Leitfadeninterviews, ein Interview zu der entwickelten Fragestellung des Sportverständnisses von Studierenden zu führen, es angemessen nach den Regeln von Lamnek zu transkribieren, mit der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring auszuwerten und das Ergebnis, abschließend mit Rückbezug auf die Fragestellung darzustellen und zu diskutieren.
Die Forschungsfrage des Interviews leitet sich aus den qualitativen Forschungsergebnissen von Burrmann (2007) und Stahl (2007) ab, die sich mit dem subjektiven Sportverständnis Jugendlicher befasst haben. Um die Redebeiträge der Jugendlichen systematisch zu ordnen, teilten die Forscher 16 Kriterien ein, bestehend aus den 4 Hauptkategorien (1) Essenzielle Kriterien, (2) Modale Kriterien, (3) Motivationale Kriterien und (4) Nicht kategorisierte Kriterien, die wiederum in weitere Unterkategorien unterteilt wurden.
Diese Kategorien wurden von mir für mein Codehandbuch übernommen. Die Definition der aufgeführten Kriterien findet man im Anhang im Codehandbuch. Das Ergebnis der Befragung der Jugendlichen war ein sehr ambivalentes Sportverständnis, da Kriterien, die von einigen als Kriterium für Sport galten, für andere als Ausschlusskriterium fungierten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungshintergrund und theoretische Rahmung
3. Darstellung des Leitfadens
4. Analyse der Interviewverhaltens in Anlehnung an Misoch (2015)
5. Beschreibung der Methode (strukturierende Inhaltsanalyse)
6. Auswertung
7. Ergebnisdarstellung
8. Ergebnisdiskussion
9. Literaturverzeichnis
10. Anhang
10.1 Transkript des Interviews
10.2 Codehandbuch
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das subjektive Sportverständnis eines Studierenden mittels eines halbstrukturierten Leitfadeninterviews zu erforschen und mit den Ergebnissen der Sportverständnis-Studien von Burrmann (2007) und Stahl (2007) zu vergleichen. Die Arbeit untersucht dabei insbesondere, welche Kriterien der Proband zur Definition von „Sport“ heranzieht und wie er diese gewichtet.
- Anwendung qualitativer Forschungsmethoden (Leitfadeninterview und Inhaltsanalyse).
- Konzeptspezifikation des Begriffs "Sportverständnis".
- Analyse von Interviewverhalten basierend auf kommunikationswissenschaftlichen Kriterien (Misoch, 2015).
- Strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der erhobenen Daten.
- Vergleichende Diskussion zwischen dem Sportverständnis von Jugendlichen und Studierenden.
Auszug aus dem Buch
4. Analyse der Interviewverhaltens in Anlehnung an Misoch (2015)
Der Interviewer unterliegt verschiedenen Anforderungen, die er während des Interviews erfüllen muss, damit das Interview gelingt. In Anlehnung an Misoch (2015) wird das Interviewverhalten anhand spezifischer Kriterien für qualitative Interviews analysiert. Das erste Kriterium bezieht sich auf die kommunikative und soziale Kompetenz. Dies bedarf dem Wissen über Regeln der Verständigung und dessen strategische Anwendung (Helfferich, 2009, S. 51). Der Interviewer soll sich an der Sprache des Befragten orientieren, in dem Sinne, dass Fragen unmissverständlich dem Code des Befragten gleichen, ihn fachsprachlich nicht überfordern und Fachjargon wie Fremdwörter vermieden werden (Misoch, 2015, S. 215). Der Sprachaspekt wurde im Interview gut umgesetzt, da es sich beim Befragten um einen Studenten handelt, der über dasselbe Sprachrepertoire (Code) verfügt. Durch die im Vorfeld formulierten Leitfragen, welche einfach und präzise formuliert wurden, kam es zu keinen Missverständnissen und der Befragte gab Antworten passend zu den Fragen. Ein Dialogcharakter wurde auch neben den Leitfragen geschaffen, da versucht wurde auf die Antworten des Befragten einzugehen, indem beispielsweise weitere Erzählaufforderungen eingebaut wurden (Wie ist das mit …?).
Beispiel: Ok und wenn man jetzt zum Beispiel mit dem Fahrrad in den Supermarkt fährt, ist das Sport dann?
Es folgt das Kriterium der Empathie und des Vertrauens, gekennzeichnet durch das Sich-Einfühlen in die mentale Situation des Befragten, welches die Voraussetzung für eine vertrauensvolle Atmosphäre bilde (Misoch, 2015, S. 217). Durch nonverbales Verhalten, wie Nicken, Lächeln und die Richtung des Blicks auf den Befragten, sowie einer heiteren Stimmlage wurde versucht, die Interviewsituation für den Befragten so zu gestalten, dass er in einen offenen Dialog gelangt, indem er frei erzählen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Hausarbeit, ein Leitfadeninterview zum Sportverständnis von Studierenden durchzuführen, zu transkribieren und nach Mayring auszuwerten.
2. Forschungshintergrund und theoretische Rahmung: Dieses Kapitel verortet das Sportverständnis als subjektives Konstrukt und nutzt die Kategorien von Burrmann (2007) und Stahl (2007) als theoretische Grundlage für die Untersuchung.
3. Darstellung des Leitfadens: Hier wird die Konstruktion des halbstrukturierten Leitfadeninterviews erläutert, wobei insbesondere auf die logische Struktur und die Validitätskriterien nach Hepperle (2015) eingegangen wird.
4. Analyse der Interviewverhaltens in Anlehnung an Misoch (2015): Dieses Kapitel reflektiert die Rolle des Interviewers und bewertet das eigene Verhalten während des Interviews anhand spezifischer kommunikativer Qualitätskriterien.
5. Beschreibung der Methode (strukturierende Inhaltsanalyse): Die theoretische Fundierung der Mayringschen Inhaltsanalyse wird hier erläutert, inklusive der Schritte zur Kategorienbildung und zum Probematerialdurchlauf.
6. Auswertung: In diesem Kapitel werden die Interviewinhalte systematisch in Form von Tabellen paraphrasiert, generalisiert und reduziert.
7. Ergebnisdarstellung: Die Befunde werden hier zusammengeführt und mit dem bestehenden Forschungsstand zum Sportverständnis (Jugendliche vs. Studierende) in Beziehung gesetzt.
8. Ergebnisdiskussion: Das letzte Kapitel reflektiert den gesamten Forschungsprozess, von der Gruppenarbeit über das Pilotinterview bis hin zur eigentlichen Auswertung, und zeigt Lernfortschritte auf.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Leitfadeninterview, Sportverständnis, strukturierende Inhaltsanalyse, Mayring, Sportsoziologie, subjektive Wahrnehmung, Interviewanalyse, empirische Studie, Sportmodell, Bewegung, Leistung, Belastung, E-Sports, methodische Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das subjektive Sportverständnis von Studierenden durch die Durchführung und Auswertung eines qualitativen Leitfadeninterviews.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Definition von Sport, die Rolle von Bewegung und körperlicher Belastung sowie die Abgrenzung von Alltagsaktivitäten und anderen Phänomenen wie E-Sports.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welches Sportverständnis Studierende besitzen und wie sich dieses im Vergleich zu dem Sportverständnis Jugendlicher (basierend auf Burrmann und Stahl) unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt das halbstrukturierte Leitfadeninterview zur Datenerhebung und die strukturierende Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring zur Datenauswertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung des Begriffs Sport, die Entwicklung eines Leitfadens, die Analyse des eigenen Interviewverhaltens sowie die methodische Auswertung des Interviews anhand eines Codehandbuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Qualitative Forschung, Sportverständnis, Inhaltsanalyse, methodische Reflexion und die Definition von Sport als körperliche Praxis.
Welches Fazit zieht die Autorin zum E-Sports?
Der interviewte Sportstudent stuft E-Sports tendenziell als Sport ein, da er kognitive Anstrengung und notwendige Fertigkeiten als hinreichende Kriterien erachtet, auch wenn die physische Bewegungskomponente weniger stark ausgeprägt ist.
Warum ist das Thema Ästhetik in der Arbeit relevant?
Die Ästhetik dient als ein mögliches Kriterium für Sport, wobei der Proband betont, dass die Bedeutung von Ästhetik stark sportartabhängig ist (z.B. wichtig beim Dartsport oder Turnen, weniger entscheidend beim Fußball).
- Arbeit zitieren
- Alina Heimbuch (Autor:in), 2021, Das Sportverständnis von Studierenden der Sportwissenschaft. Auswertung eines Interviews nach Mayring, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025285