Die Zahnschmelz-Dicke von Molaren spielte schon immer eine wichtige Rolle in der Phylogenie, der Taxonomie, bei der Rekonstruktion der Ernährungsweise und viele Publikationen widmen sich diesen Themen. Die Zähne von Affen, wie zum Beispiel von Gorillas oder von Schimpansen, sind analysiert, aber auch alle Arten von Hominiden, fossile und rezente. Die Ziele dieser Arbeit bestehen in der Wiederanwendbarkeit der Methode aus der Literatur und diese Methode an Originalmaterial, dem Khoratpithecus chiangmuanensis, anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Material und Methoden
2.1 Material
2.2 Methoden
3. Messungen
3.1 3D relative enamel thickness (AETSTD)
3.2 Lateral enamel thickness
3.3 Crown area
3.4 Crown occlusal (OESTA)
3.5 Above plane enamel volume
3.6 Durability index
3.7 OAET
3.8 Variationen der Zahnschmelz-Dicke
4. Ergebnisse
4.1 3D relative enamel thickness (AETSTD)
4.2 Lateral enamel thickness
4.3 Lateral enamel thickness vs. crown area
4.4 Molar durability index vs. occlusal view crown area
4.5 OAET
4.6 Variationen der Zahnschmelz-Dicke
5. Diskussion
6. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Überprüfung der Anwendbarkeit etablierter 3D-Analysemethoden zur Messung der Zahnschmelz-Dicke bei Hominoiden. Durch den Vergleich rezenter Referenzproben (Gorilla, Schimpanse) mit dem fossilen Molar des Khoratpithecus chiangmuanensis soll die Ernährungsweise und phylogenetische Einordnung der fossilen Art rekonstruiert werden.
- 3D-Analyse der Zahnschmelz-Dicke bei fossilen und rezenten Hominoiden
- Methodische Validierung durch Vergleich mit etablierten wissenschaftlichen Ansätzen
- Rekonstruktion der Ernährungsweise von Khoratpithecus chiangmuanensis
- Untersuchung phylogenetischer Zusammenhänge mittels Zahnschmelz-Variationsmustern
Auszug aus dem Buch
Variationen der Zahnschmelz-Dicke
Der Gorilla-Zahn, der in dieser Arbeit verwendet wurde, unterscheidet sich ein wenig von jenem aus der Arbeit von Suwa (SUWA et al., 2009). Der Zahn des Gorillas in dieser Arbeit ist mehr usiert, weshalb der occlusale Zahnschmelz viel dünner wirkt als der des Gorilla-Zahns bei Suwa (SUWA et al., 2009) (Abb.7).
Die zwei Arten des Schimpansen haben bei ihren Zähnen ein „Becken“ zwischen den Höckern und der occlusale Zahnschmelz ist dünn (nach SUWA et al., 2009). Sowohl die absoluten als auch die relativen Messungen zeigen eine große Ähnlichkeit zwischen den Schimpansen Zähnen die Suwa verwendet hat und dem Schimpansen-Zahn, der in dieser Arbeit verwendet wurde (SUWA et al., 2009) (Abb. 8).
Beim Vergleich des Zahns des Khoratpithecus mit dem Zahn des Orang-Utans von Suwa (SUWA et al., 2009) sind Ähnlichkeiten zwischen den beiden Zähnen erkennbar. Die lateralen Bereiche und der occlusale Bereich der zwei Zähne sind auf dieselbe Weise usiert. Bei beiden Arten sind die Höcker sowie die vorderen und die hinteren Bereiche auf der occlusalen Fläche etwas weniger dick als der Rest des Zahns, der bei 1,30 mm liegt. Daher liegt der Zahn in der Mitte zwischen den „dicken“ und den „weniger dicken“ Zähnen (Abb. 9).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Zahnschmelz-Dicke für die Rekonstruktion von Phylogenie und Ernährungsweisen und definiert die Ziele der Arbeit.
Material und Methoden: Hier werden das verwendete Probenmaterial (rezente Affen und Khoratpithecus) sowie die eingesetzte Software und mikrotomographische Datengrundlage beschrieben.
Messungen: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen mathematischen Ansätze und Indizes zur Quantifizierung von Zahnschmelz-Volumen und -Dicke.
Ergebnisse: Darstellung der erhobenen Messdaten in Tabellenform sowie grafischer Vergleich mit existierenden Literaturwerten.
Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext bestehender Hypothesen zu Ernährungsgewohnheiten der untersuchten Spezies.
Conclusio: Abschließendes Fazit zur Anwendbarkeit der Methoden und zur phylogenetischen Verwandtschaft von Khoratpithecus zum heutigen Orang-Utan.
Schlüsselwörter
Zahnschmelz-Dicke, Hominoiden, Khoratpithecus chiangmuanensis, Mikrotomographie, 3D-Analyse, Phylogenie, Ernährung, AETSTD, Molar, Pongo pygmaeus, Gorilla, Schimpanse, Zahnmorphologie, Bioarchäologie, Evolution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Zahnschmelz-Dicke bei verschiedenen Hominoiden, um deren evolutionäre Zusammenhänge und Ernährungsgewohnheiten besser zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die 3D-morphologische Untersuchung von Molar-Zähnen sowie die methodische Validierung von Messverfahren zur Bestimmung von Zahnschmelz-Volumina.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erprobung der Messmethodik von Suwa an eigenem Material und die Bestimmung der Ernährungsweise des fossilen Khoratpithecus chiangmuanensis.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden hochauflösende Mikrotomographie-Scans und spezialisierte Software (Geomagic Studio, Avizo) genutzt, um 3D-Variablen wie die relative Zahnschmelz-Dicke (AETSTD) zu berechnen.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil ist geprägt von der detaillierten Beschreibung der Messverfahren, der tabellarischen Ergebnisaufbereitung und dem grafischen Vergleich der fossilen Daten mit rezenten Primaten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zahnschmelz-Dicke, Hominoiden, Mikrotomographie, 3D-Analyse, Phylogenie und Ernährung sind die maßgeblichen Begriffe.
Wie lässt sich die Ernährung von Khoratpithecus chiangmuanensis einordnen?
Die Analyse legt nahe, dass Khoratpithecus ein Frugivor war, der eine ähnliche Ernährungsweise aufwies wie der heutige Orang-Utan, inklusive Anpassungen an das Verzehren von Hartfrüchten.
Welche Bedeutung hat das abweichende OAET-Ergebnis?
Das abweichende Ergebnis bei der OAET-Messung wird als potenziell evolutionsbedingt zwischen der fossilen Form und dem rezenten Orang-Utan interpretiert.
- Arbeit zitieren
- Mag. Monika Alscher (Autor:in), Martina Traindl-Prohazka (Autor:in), 2019, 3D-Analyse der Variationen der Zahnschmelz-Dicke an einigen Hominoiden-Zähnen, rezent und fossil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026252