Georg Philipp Harsdörffer, Johann Klaj, Sigmund von Birken und viele mehr sind Vertreter einer bedeutenden Sprachgesellschaft des 17. Jahrhundert, dem Pegnesischen Blumenorden. Sogenannte "Sprachgesellschaften" entwickelten sich in Deutschland nach italienischen und französischen Vorbild im 17. Jahrhundert. Die Aufgabe dieser Gesellschaften war es, die deutsche Sprache vor Überfremdung und Verfall zu schützen. Weiterhin sollte sie gepflegt, einheitlich und gefördert werden.
Um die Gründung des Pegnesischen Blumenordens im Jahre 1644, dessen Besonderheiten und Bedeutungen wird es sich in dieser Arbeit drehen, um dem Leser einen Gesamtüberblick über diese Sprachgesellschaft zu ermöglichen. Die Arbeit ist historisch chronologisch aufgebaut. Zu Beginn wird die Entstehung und Gründungslegende der Nürnberger Sprachgesellschaft skizziert. Weiterhin wird auf die Frage eingegangen, wie der sogenannte Pegnesische Blumenorden zu seinem Namen kam.
Anschließend werden die Mitglieder und Oberhäupter im Laufe der Geschichte des Ordens vorgestellt und dessen Besonderheiten und Leistungen. Daraufhin wird ein Überblick über das Anliegen des Blumenordens gegeben. Dabei werden Besonderheiten aufgezeigt, durch welche sich der Orden von anderen Sprachgesellschaften abgrenzt. Am Ende der Arbeit werden die wichtigsten Leistungen und ein Gegenwartsbezug dargeboten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
2 Gründung des Pegnesischen Blumenordens
3 Mitglieder
4 Anliegen
5 Leistungen und Zukunft
6 Fazit
7 Literatur- und Quellenverzeichnis
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden historischen Überblick über den Pegnesischen Blumenorden zu geben, von dessen Gründung im 17. Jahrhundert bis hin zur heutigen Bedeutung als literarische Gesellschaft. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich der Orden durch seine Programmatik, seine Mitgliederstruktur und seine Rolle bei der Pflege der deutschen Sprache von anderen zeitgenössischen Sprachgesellschaften abgrenzt.
- Historische Entstehungsgeschichte und Gründungslegende
- Die besondere Rolle von Frauen im Pegnesischen Blumenorden
- Struktur, Oberhäupter und Entwicklung über die Jahrhunderte
- Zielsetzungen in Bezug auf die deutsche Sprache und Literatur
- Gegenwartsbezug und heutige Bedeutung als älteste literarische Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Gründung des Pegnesischen Blumenordens
Am 16. Oktober 1644 wurde der Pegnesische Blumenorden von Georg Philipp Harsdörffer und Johann Klaj in Nürnberg gegründet.
Die Entstehungsgeschichte des Ordens geht auf eine Legende zurück. Jene besagt, dass am 16. Oktober 1644 eine Doppelhochzeit zweier Töchter einer Patrizierfamilie gefeiert wurde. Anlässlich dessen wurden Harsdörffer und Klaj beauftragt jeweils Hochzeitsgedichte zu schreiben und der bessere Dichter solle einen Blumenkranz als Lohn bekommen. Da nicht entschieden werden konnte, wer gewonnen hat, nahmen sich beide jeweils eine Blume aus dem Kranz. Klaj nahm den Klee und Harsdörffer eine Maienblume, die restlichen Blumen sollten sich jene nehmen, welche sich den beiden Dichtern anschließen wollten. Diese Legende wurde von Sigmund von Birken erfunden, welcher später selbst ein Mitglied des Ordens wurde. Diese Entstehung hängt mit dem „Pegnesischen Schäfergedicht“ und dessen Fortsetzung zusammen.
Die Nürnberger Sprachgesellschaft kam aufgrund dieser Legende zu ihrem Namen ‚Blumenorden‘ und das Adjektiv ‚Pegnesisch/er‘ wurde aufgrund der Tatsache gewählt, dass die Pegnitz, ein Fluss, durch die Gründungsstadt Nürnberg fließt.
„Der >PBO< war unter verschiedenen Namen bekannt: der erste Name ,Blumen-Genossen’ geht auf die angebliche Gründungsgeschichte zurück; der zweite , ,Blumen-Hirten’, entstand wegen des ersten Sinnbildes des Ordens, der „siebenfache Pans-Pfeiffe“ [...] ; der dritte, ,Gekrönter Blumen-Orden’, […] ,Pegnitz-Hirten’, […] ,Edel-gekrönter Blumen-Orden’ […] ,von der Pegnitz’ hinzugefügt“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Die Einleitung skizziert den zeitgeschichtlichen Kontext der Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert und beschreibt den Aufbau sowie die Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung.
2 Gründung des Pegnesischen Blumenordens: Dieses Kapitel erläutert die historischen Gründungsumstände, die damit verbundene Legendenbildung sowie die Namensgebung des Ordens in Nürnberg.
3 Mitglieder: Hier wird die Zusammensetzung der Mitgliedschaft, die Rolle der Frauen und die Bedeutung der jeweiligen Oberhäupter im Laufe der Geschichte beleuchtet.
4 Anliegen: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Programmatik des Ordens, insbesondere dem Fokus auf Dichtung und der Pflege der deutschen Sprache im Vergleich zu anderen Gesellschaften.
5 Leistungen und Zukunft: Hier werden die Alleinstellungsmerkmale des Ordens, wie dessen ununterbrochene Existenz bis in die Gegenwart, und seine Rolle als älteste literarische Gesellschaft hervorgehoben.
6 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die anhaltende Bedeutung des Ordens für die Bewahrung der deutschen Sprache.
7 Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen.
7.1 Literaturverzeichnis: Detaillierte bibliografische Angaben zur wissenschaftlichen Literatur.
7.2 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten digitalen Quellen und Webseiten.
Schlüsselwörter
Pegnesischer Blumenorden, Sprachgesellschaft, 17. Jahrhundert, Georg Philipp Harsdörffer, Johann Klaj, Sigmund von Birken, deutsche Sprache, Dichtkunst, Literaturgeschichte, Barock, Frauenrolle, Nürnberger Sprachgesellschaft, Kulturgeschichte, Lyrik, Sprachpflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehungsgeschichte, die inhaltliche Programmatik und die historische Entwicklung des Pegnesischen Blumenordens als eine der bedeutenden Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gründung, der Mitgliederstruktur inklusive der Rolle der Frauen, den Zielen der Sprachförderung sowie der Bedeutung des Ordens bis zur heutigen Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen strukturierten Gesamtüberblick über den Pegnesischen Blumenorden zu verschaffen und dessen historische sowie kulturelle Relevanz darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen historisch-chronologischen Ansatz, um die Entwicklung des Ordens und seiner Ziele über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Gründungslegende, die personelle Entwicklung, die inhaltlichen Ziele der Dichtervereinigung und der aktuelle Stellenwert der Gesellschaft detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pegnesischer Blumenorden, Sprachgesellschaft, Barock, deutsche Dichtkunst und Literaturgeschichte definiert.
Warum war der Pegnesische Blumenorden im 17. Jahrhundert eine Besonderheit?
Eine Besonderheit war die aktive Einbindung von Frauen in den Orden, was ihn deutlich von anderen zeitgenössischen Sprachgesellschaften abhob.
Was unterscheidet den Pegnesischen Blumenorden von anderen Sprachgesellschaften heute?
Der Orden zeichnet sich durch eine bis in die Gegenwart ununterbrochene Existenz aus, was ihn zur ältesten literarischen Gesellschaft im deutschsprachigen Raum macht.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Die Gründung, Programmatik und Leistung des Pegnesischen Blumenordens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027244