Im der vorliegenden Ausarbeitung wird die Vorgehensweise der Würdigung von Sachanlagen (IAS 16) und Sachanlagen zu Renditezwecken (IAS 40) dargestellt. Dabei wird insbesondere auf Ansatz, Folgebewertung, Abschreibungen und Angabepflichten eingegangen werden. Zusätzlich werden auch die Unterschiede zwischen den beiden Standards einerseits und deren Unterschiede im Vergleich zur deutschen Rechnungslegung und den Problemen der Umstellung herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ansatz
a) Begriff
b) Ausweis in der Bilanz
c) Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens
2. Bewertung bei Zugang
a) Ansatz
b) Unterschied der Kosten nach HGB und IAS
c) Zuschreibung
3. Folgebewertung
a) Benchmark Methode
b) Alternativ zulässige Methode (Neubewertung)
c) Fair value Model nach IAS 40
d) Ausnahmen
e) Übergang auf eine andere Methode
f) Zusammenfassung
4. Planmäßige Abschreibungen von betrieblichen Sachanlagen
a) Planmäßige Abschreibungen und Abschreibungsvolumen
b) Nutzungsdauer und zulässige Abschreibungsmethoden
5. Außerplanmäßige Abschreibungen
a) Außerplanmäßige Abschreibungen vor dem 01. Juli 1999
b) Außerplanmäßige Abschreibungen ab dem 01. Juli 1999
ba) Grundzüge der Wertminderung „Impairment“
bb) Bestimmung des Nettoverkaufserlöses und des Gebrauchswertes
bc) Abwertungsverluste (impairment losses) und deren Erfassung
bd) Rückgängigmachung (reversal) einer Wertbeeinträchtigung
be) Pflicht zum Niederstwerttest
bf) Die kleinste abgrenzbare Betriebseinheit (cash-generating unit)
bg) Auslegungsbeschluss SIC 14 zu IAS 16
6. Abgang, Tausch und Stillegung von Sachanlagen
a) Abgang von Sachanlagen
b) Tausch von Sachanlagen
c) Stillegung von Sachanlagen
7. Angabepflichten
a) Angaben nach IAS 16
b) Angaben nach IAS 40
8. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die Bilanzierungsvorschriften für Sachanlagen (IAS 16) und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (IAS 40) nach internationalen Standards und vergleicht diese mit den Regelungen der deutschen Rechnungslegung. Ziel ist es, die Unterschiede in Ansatz, Folgebewertung und Abschreibung herauszuarbeiten und die Auswirkungen auf den Jahresabschluss sowie die Herausforderungen bei einer Umstellung auf IAS zu verdeutlichen.
- Analyse der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften nach IAS 16 und IAS 40
- Vergleich der Anschaffungs- und Herstellungskostenermittlung zwischen HGB und IAS
- Untersuchung der Folgebewertung und Wertminderungsprüfung (Impairment)
- Darstellung der Problematik von Neubewertungen und Ergebniseffekten
- Diskussion der Herausforderungen bei der Implementierung von IAS im Unternehmen
Auszug aus dem Buch
b) Nutzungsdauer und zulässige Abschreibungsmethoden
Die Nutzungsdauer eines Gegenstandes des Sachanlagevermögens ist als der Zeitraum, über den ein Vermögenswert voraussichtlich durch das Unternehmen genutzt wird oder als die Anzahl von Leistungseinheiten, die der Vermögenswert voraussichtlich für das Unternehmen erbringen wird definiert. Dabei sollte sich das Urteilsvermögen des Unternehmers auf Erfahrungswerte des Unternehmens mit ähnlichen und vergleichbaren Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens stützen. Die Bestimmung der Nutzungsdauer beruht also vielmehr auf einer Schätzung, da nicht genau bestimmbare und nicht vorhersagbare Faktoren berücksichtigt werden sollen. Verschleiß, Instandhaltung und Ersatzbeschaffung sind hierbei als einige, der nur zu schätzenden Größen zu nennen. Standardisierte Nutzungsdauern sind in den IAS nicht vorgesehen. Dies stellt einen Unterschied zur Bestimmung der Nutzungsdauer nach den handelsrechtlichen Vorschriften dar. Grundsätzlich wird dabei, sofern nicht die leistungsabhängige Methode gewählt wird, auch über die zu erwartende Dauer der Nutzung des Vermögenswertes abgeschrieben. Unternehmen orientieren sich dabei aber häufig an den standardisierten steuerlichen Vorgaben der AfA-Tabellen.
Zur planmäßigen Abschreibung von Gegenständen des Sachanlagevermögens stehen drei verschiedene Methoden zur Verfügung, die den jeweiligen Nutzungsverlauf des Vermögensgegenstandes widerspiegeln können. Zu diesen drei Methoden gehören die lineare Abschreibungsmethode (straight-line method), die degressive Abschreibungsmethode (diminishing balance method) und die leistungsabhängige Abschreibungsmethode (sum-of-the-units method). Bei der linearen Abschreibungsmethode wird ein konstanter Betrag über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes abgeschrieben. Die degressive Abschreibungsmethode resultiert in einem abnehmenden Abschreibungsbetrag über die Nutzungsdauer und bei der leistungsabhängigen Abschreibungsmethode ergibt sich der Abschreibungsbetrag aus dem erwarteten Gebrauch oder Ausstoß des Vermögensgegenstandes. In der Praxis hat sich die lineare Abschreibungsmethode als die gebräuchlichste erwiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Zielsetzung globaler Harmonisierung und die Unterschiede zwischen IAS und US-GAAP sowie deutschem HGB.
1. Ansatz: Definition der Kategorien Property, Plant and Equipment sowie die Differenzierung zu Investment Property.
2. Bewertung bei Zugang: Analyse der Bewertungsgrundsätze bei Erwerb und selbst erstellten Anlagen inklusive Kostenkomponenten.
3. Folgebewertung: Vorstellung der Benchmark-Methode und der alternativ zulässigen Neubewertungsmethoden inklusive Fair Value Model.
4. Planmäßige Abschreibungen von betrieblichen Sachanlagen: Erläuterung der planmäßigen Abschreibungsmethoden und der Schätzung der Nutzungsdauer.
5. Außerplanmäßige Abschreibungen: Detaillierte Betrachtung der Impairment-Tests nach IAS 36 und der Bestimmung erzielbarer Beträge.
6. Abgang, Tausch und Stillegung von Sachanlagen: Regelungen zur Ausbuchung und zum Tausch von Gegenständen des Anlagevermögens.
7. Angabepflichten: Übersicht über die notwendigen Anhangangaben nach IAS 16 und IAS 40.
8. Zusammenfassung: Fazit zu den Chancen und Risiken einer Umstellung des Jahresabschlusses auf internationale Standards.
Schlüsselwörter
International Accounting Standards, IAS 16, IAS 40, Sachanlagevermögen, Investment Property, Bilanzierung, Neubewertung, Impairment, Abschreibung, Nutzungsdauer, Fair Value, HGB, Jahresabschluss, Anschaffungskosten, Wertminderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bilanzierung und Bewertung von Sachanlagen sowie als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien gemäß IAS 16 und IAS 40 im Vergleich zur deutschen Rechnungslegung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ansatzkriterien, Bewertungsmethoden, Abschreibungsvorschriften, Impairment-Tests sowie den unterschiedlichen Angabepflichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll aufgezeigt werden, wie die Umstellung von HGB auf IAS die Vermögensdarstellung beeinflusst und welche praktischen und ergebniswirksamen Probleme dabei auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse der IAS-Standards im Vergleich zu den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), gestützt durch aktuelle Fachliteratur und Fallbeispiele aus Geschäftsberichten.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bewertung bei Zugang, die verschiedenen Folgebewertungsmethoden, planmäßige Abschreibungen, außerplanmäßige Wertminderungen sowie die spezifischen Anforderungen an die Offenlegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind IAS 16, IAS 40, Impairment, Fair Value, Neubewertung, Anschaffungskosten und der Vergleich zum HGB.
Was unterscheidet das Impairment-Modell nach IAS 36 von der HGB-Rechnungslegung?
IAS 36 fordert regelmäßige Werthaltigkeitstests (Niederstwerttests) und erlaubt in bestimmten Fällen Wertaufholungen, während das HGB eher dem Vorsichtsprinzip und dem Beibehaltungsverbot niedrigerer Werte unterliegt.
Welche Auswirkung hat die Neubewertung auf das Eigenkapital?
Die Neubewertung über das Fair Value Model kann zur Bildung einer Neubewertungsrücklage im Eigenkapital führen, was die Eigenkapitalausstattung erhöht, aber die Eigenkapitalrentabilität beeinflussen kann.
- Quote paper
- Marc Gittler (Author), 2001, IAS 16 und 40 - Ein Vergleich zur deutschen Rechnungslegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1028