Brecht, Bertolt - Die Stationen im Leben des Berthold Brechts in Abhängigkeit zu seinen Werken


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

11 Seiten


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Berthold Brecht

1. Der hilflose Knabe

Herr Keuner sprach über die Unart, erlittenes Unrecht stillschweigend in sich hineinzufressen, und erzählte folgende Geschichte: "Einen vor sich hinweinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem Grund seines Kummers. "Ich hatte zwei Groschen für das Kino beisammen", sagte der Knabe, "da kam ein Junge und riss mir einen aus der Hand“, und er zeigte auf einen Jungen, der in einiger Entfernung zu sehen war. "Hast du denn nicht um Hilfe geschrieen ?" fragte der Mann. "Doch", sagte der Junge und schluchzte ein wenig stärker. "Hat dich niemand gehört?" fragte ihn der Mann weiter, ihn liebevoll streichelnd. "Nein", schluchzte der Junge. "Kannst du denn nicht lauter schreien?" fragte der Mann. "Nein", sagte der Junge und blickte ihn mit neuer Hoffnung an, denn der Mann lächelte. "Dann gib auch den her", sagte er, nahm ihm den letzten Groschen aus der Hand und ging unbekümmert weiter." Mit dieser Geschichte versucht ihr Autor Berthold Brecht dem Leser zu verdeutlichen, dass man entweder mit voller Kraft auf ein bestehendes Unrecht hinweisen soll, oder aber aufzugeben und den Missstand hinzunehmen.

Die Geschichte ist ein Paradebeispiel für den Schreibstil ihres Autors Berthold Brecht.

Diese Begebenheit zählt zu den sogenannten Keunergeschichten, einer Sammlung von Aphorismen, die Brecht in einem Zeitraum von mehreren Jahren schrieb und sie 1934 gesammelt veröffentlichte.

Wie auch in seinen Keunergeschichten, ist in seinen Werken häufig eine Zweideutigkeit oder aber ein tieferer Sinn zu finden, der den Leser oder das Publikum zum Nachdenken anregt und ihnen oft die Chance gibt, ein eigenes Ende des Werks zu formulieren.

Diese Genialität des Autor und die besondere Art seiner Werke veranlasste uns zu der Wahl des Themas „Die Stationen im Leben des Berthold Brecht und seine Werke“.

Seine Geschichten sind gut zu lesen, tiefgründig und üben versteckte Kritik aus.

Unser Schwerpunkt bei unserem Referat lag bei den Stationen Brechts und bei jeweils einem Werk aus dem entsprechenden Abschnitt seines Lebens.

Der Literat beeinflusste mit seinem Schaffen die Menschen zu seiner Zeit und auch heute noch werden seine Werke aufgeführt und in unverminderter Vielzahl gelesen.

Die für uns bedeutendsten Werke und die Vielzahl seiner Betätigungen und Städte in denen er sich aufhielt, veranlasste uns zur Eingrenzung des Themas Berthold Brecht.

Wir informierten uns zu Beginn unserer Recherchen grob über die Person Brecht und fanden dann bedeutende Werke und Ereignisse bei unseren Nachforschungen, auf die wir näher eingingen durch Primär- und Sekundärliteratur.

Im Vorhinein bedanken wir uns an dieser Stelle bei unserer Klassenleiterin Frau Gottwald, die uns mit Rat und Tat zur Seite stand und uns mit ihrem Wissen und Material behilflich war. Ebenso möchten wir uns bei der Bibliothek der Universität Erfurt dafür bedanken, dass sie uns im Zeitraum von 28.11.2000 bis zum 24.4.2001 wöchentlich von 15.00-16.30 Uhr einen Gruppenraum inklusive Material zur Verfügung stellten.

Zusätzlichen danken wir unseren Familien, die unsere Gruppenarbeit mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützten.

2. Die Jugendzeit

2.1 Biografie von 1898-1920

Eugen Berthold Friedrich Brecht wurde 1998 in Augsburg geboren. Er besuchte die dortige Volksschule und das Realgymnasium, wo er bereits großes Interesse am Theater bekundete. Dem guten Stand seiner Eltern hatte Brecht es zu verdanken, dass er in gutbürgerlichen Verhältnissen aufwuchs. In der Schule engagierte sich Brecht erstmals bei der Schülerzeitung „Die Ernte“, für die er Einakter und Gedichte verfasste. Aufsehen erregte er schon hier mit seinem satirische Aufsatz „Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben“, indem er die Freude der Menschen auf den Krieg stark kritisierte. Dieser Aufsatz führte fast zu einem Verweis des erst 15-jährigen Schreibers von der Schule und brachte ihm erstmals Schwierigkeiten. Mit 16 Jahren schrieb der junge Dichter schon Gedichte für die ansässige „Augsburger „Neuesten Nachrichten“.1918 musste Brecht sein Notabitur ablegen und verbrachte seinen Kriegsdienst in einem Lazarett bei Augsburg als Mediziner. Hierher rührt der tiefe Kriegshass Brechts, den er auch in seiner Satire „Die Legende vom toten Soldaten“ bekundete. Vorbilder Brechts waren zu dieser Zeit die Balladensänger, Dichter und Schauspieler Büchner und Frank Wedekind, zu dessen Tod er sogar eine eigene Todesfeier abhielt und ihm einen Nachruf in den „Augsburger Neuesten Nachrichten“ verfasste. Ebenfalls 1918 erschien Brechts Erstlingswerk „Baal“, in dem er einen Dichter beschreibt, der trinkend und hurend durch das Land zieht.

Noch im selben Jahr veröffentlichte der Schreiber sein 5-Akt-Drama „Trommeln in der Nacht“. In diesem Werk beschreibt er das Schicksal eines Kriegsheimkehrers, der zur Zeit der SpartakusAufstände zurückkehrt und seine Frau mit einem anderen liiert vorfindet.

Mit diesem Werk antwortet der Dichter erstmals auf die aktuelle Zeitgeschichte und kritisiert diese.1919 lernte Brecht auch den Dramatiker und Romancier Lion Feuchtwanger kennen, ihre Freundschaft und Zusammenarbeit sollte sich in den folgenden Jahren noch ausbauen und beide von ihr profitieren. Brecht gab sein Physikstudium auf ,um sich nun vollends der Dichtung zu widmen und auf kleineren Bühnen aufzutreten.

Nach dem Tod seiner Mutter am 1.5.1920 zog es Brecht nach München, wohin er dann auch übersiedelte und trotzdem noch weiterhin für die Augsburger Zeitung Kritiken schrieb.

Im gleichen Jahr begann er auch seine Tätigkeit bei der Zeitung „der Volkswille“, einem Blatt der USPD. Seine Theaterkritiken waren aufgrund ihrer Härte und Grobheit, zusammen mit Sarkasmus und Beleidigungen gefürchtet und er schuf sich damit nicht nur Freunde.

2.2 Baal

Das Stück „Baal“ ist nach seiner Hauptperson benannt. Baal ist ein extrem talentierter junger Dichter, der fantastische Lieder und Gedichte schöpfen kann.

Er bekommt durch seine zahlreichen Freunde viele Gelegenheiten um seine Werke publizieren zu lassen. Doch betrinkt er sich beispielsweise bei einem solchen Gespräch und sein Engagement kommt nicht zustande. Der Dichter ist in seinen jungen Jahren nur auf Spaß aus. Er zieht trinken und hurend durch das Land und lebt von Gelegenheitsgagen sowie von seinem Bekannten aus den Wirtshäuser und Kneipen.

Trotzdem wirkt der Dichter eine ungeheure Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht aus. Viele junge Mädchen verlieben sich unsterblich in ihn und sind bereit ihr Leben für ihn aufzugeben. Doch Baal benutzt diese nur, er schläft mit ihnen und jagt sie danach fort.

So verliebt sich die Geliebte seines Freundes Johannes unsterblich in Baal und verlässt sogar ihre Mutter für ihn. Doch als die erst 17- Jährige von ihm schwanger wird, bricht er den Kontakt ab und sagt ihr, dass er sie nicht mehr haben und sehen will. Daraufhin ertränkt sich das junge Mädchen. Zunehmend wird der Literat immer verwahrloster und lebt nur noch für den Alkohol und die Frauen. Täglich ist er betrunken und zieht Abend für Abend durch die Wirtshäuser.

Immer wenn er betrunken ist, fängt er an zu komponieren und singt Lieder für die anwesenden Seeleute und Bauern, mit zunehmenden Alkoholkonsum werden diese Texte immer radikaler und derber, was seinem ebenfalls angetrunkenen Publikum gefällt.

Immer noch halten seine engsten Freunde, wie der Jüngling Johannes oder Baals bester Freund Ekart zu ihm und versuchen seinen Abstieg aufzuhalten.

Doch nach einigen Jahren, als Baal erneut betrunken ist, ersticht er Ekart im Snapsrausch. Daraufhin wird er von den Landsleuten gejagt, versteckt sich auf seiner Flucht irgendwo im Wald in einer Hütte und ist durch seinen Alkoholrausch schwer angeschlagen. Mutterseelenallein, die vorbeikommenden Holzfäller überlassen ihn einfach seinem Schicksal, stirbt das Genie nach einem kurzen, lasterhaftem Leben.

Mit diesem Werk versuchte Brecht dem Leser zu verdeutlichen, wie nah doch Genie und Wahnsinn beieinander liegen. Baal wird schon überall als die neue Hoffnung der Dramatik gefeiert und am Ende stirbt er allein und verkommen aufgrund seines zu lasterhaften Lebens.

Auch schneidet Brecht hier auf die seine Literatengeneration an, die es liebte, Feste zu feiern und zu trinken.

3. Die Zwanziger Jahre

3.1 Biografie von 1921-1928

1920 führte Berthold Brecht sein Erstlingswerk „Baal“ auf. Mit diesem Werk machte er durch Erfolg und gute Kritiken seitens der Presse auf sich aufmerksam. Er begeisterte sich für den Volkskomiker Karl Valentin und war zu der Zeit mit Marie-Luise Fleißer, Lion Feuchtwanger, Arnold Bronnen und seinem Schulfreund Caspar Neher, der später sein engster Mitarbeiter wird, eng befreundet. Die Urraufführung seines expressionistischen Dramas „Trommeln in der Nacht“ war 1922, wofür der Künstler Kritikerlob erhielt und mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. Der Kleist-Preis war ein Preis für junge Künstler, die geehrt wurden, einerseits für ein gutes Werk und andererseits als Motivation für sie, damit sie so weiter machen wie bisher und versuchen noch bessere Stücke zu schreiben. Auch steigerte der Preis wiederum Brechts Bekanntheit.

Im selben Jahr heiratete Brecht die Sängerin Marianne Zoff.

Da ihm München zu konservativ und nationalistisch geworden war, entschied er sich 1924 nach Berlin zu ziehen. Er fand auch sogleich dank seines guten Rufs eine Anstellung an Max Rheinharts „Deutschen Theater“ und arbeitete dort noch bis 1926. Hier lernte er Helene Weigel kennen, in die er sich verliebte und die er 1929 heiratete.

Im Jahre 1926 begann er auch ein Studium des dialektischen Materialismus und besuchte die Marxistische Arbeiterschule.

1927 verfasste er sein Werk „Im Dickicht der Städte“ und 1928 war die Uraufführung von Brechts bekanntestem Werk „Die Dreigroschenoper“. Brecht schaffte es, mit diesem Werk sowohl Kritiker wie auch das „normale“ Publikum zu begeistern, da er hier seine Darstellungsform des epischen Theaters verwand und somit die Leute zum Nachdenken brachte, was diese begeistert aufnahmen. Sie wurde zwei Jahre später verfilmt von einer beauftragten Firma, diese verfälschte jedoch laut Brecht die Aussage seines Werkes und wandle es ab. Er klagte gegen die Veröffentlichung und gewann. Noch im selben Jahr wurde sein sozial-kritisches Stück „Die Ja- Sager und die Nein- Sager“ uraufgeführt und Brecht machte sich auch mit diesem Stück, zwecks herber Klage gegen den immer unliberaler werdenden Staat, wieder einmal mehr nicht nur Freunde.

Zu der Zeit arbeitete B.B. intensiv mit Kurt Weill zusammen, der schon bei seinem Glanzstück „Die Dreigroschenoper“ die Musik komponierte.

3.2 Die Dreigroschenoper

J. Peachum, der Mann von Frau Peachum und Vater von Polly ist Besitzer eines Bettlergeschäfts. Es ist sein Beruf, die Armut der Menschen auszunutzen und sie für ihn betteln zu schicken. Seine Tochter Polly hat vor einen berüchtigten Mörder und Verbrecher zu heiraten, der überall als Macky Messer bekannt und gefürchtet ist. Sie vollführen die Trauung auch, an der die Bande um Macky teilnimmt. Als aber zufällig der Polizist Brown den Stall betritt, stellt sich heraus, dass Mac mit ihm aus Jugendzeiten befreundet ist und sie sich gegenseitig helfen. Als Pollys Eltern von der Hochzeit erfahren, sind diese entsetzt und auch die Beruhigungsversuche Pollys haben nicht die erhoffte Einwilligung zur Hochzeit zur Folge. Die Eltern, die sich nun übergangen fühlen, schmieden einen Plan zu Erhängung von ihrem Schwiegersohn Macky Messer. Als Mecky davon erzählt, überträgt er die Leitung und Verantwortung für seine kriminellen Geschäfte kurzerhand auf Polly und flüchtet nach Turnbridge in ein Haus, um sich dort vor Scotland Yard zu schützen. In diesem Etablissement leben nur Huren, die Mecky größtenteils aus seiner Vergangenheit kennt. Eine der Huren verrät Mecky und alarmiert die Polizei, woraufhin er gefasst wird und ins Gefängnis nach Old Bailey gelangt. Dort wird er von einer alten Dame namens Lucy besucht. Als Polly überraschend dazutritt, stellt sich heraus, dass Mecky eigentlich auch mit Lucy verheiratet ist und die Ehe mit Polly leugnet. Der daraus resultierende Streit endet erst, als Polly von der Mutter abgeholt wird. Kurz darauf verhilft Lucy Mecky durch einen gestohlenen Zellenschlüssel zur Flucht. Herr Peachum, Pollys Vater, kommt etwas später zur Polizei und möchte die Belohnung, welche für die Ergreifung und Verhaftung Mecky ausgesetzt war abholen, hier erfährt man, dass die Huren Mecky aufgrund einer Bestechung von Frau Peachum verrieten. Als die Prostituierten ihre Belohnung abholen wollten, verweigert Pollys Mutter die Auszahlung, da Mecky Messer geflohen sei. Im sich ergebenden Gespräch verrät eine der Huren den Aufenthaltsort von Mec. Zur gleichen Zeit findet die Krönung der neuen Königin statt, die im ganzen Land gefeiert wird und deshalb rüstet Herr Peachum seine Bettler aus um überall für ihn sammeln zu gehen. Als Polizist Brown ihn dafür verhaften will, gibt Peachum den Aufenthaltsort von Mecky, der daraufhin erneut festgenommen wird. Er wird zum Tod durch Erhängen verurteilt. In seiner Zelle spricht er noch einmal mit seinem Gefolge, seiner Frau, den Peachums und Polizist Brown. Es naht der Tag der Erhängung. Doch kurz bevor er tatsächlich gehängt wird, kommt ein Reiter im direkten Auftrage der Königin und überreicht eine Schrift in der steht, dass Macky Messer begnadigt ist und ebenfalls noch eine Rente von 10 000 Pfund sowie ein Schloss erhält, denn der Leitspruch der neuen Königin lautet „Gnade vor Gerechtigkeit“.

4. Brecht in Berlin und die Exilzeit

4.1 Die Biografie von 1931-1948

Die erste Feststellung, die Berthold Brecht machen musste, als er das Berlin der Zwanziger Jahre sah, war, dass es sehr, sehr groß ist. Selbst 1931 war die Stadt für ihn etwas zu voll und trotzdem liebte er sie aufgrund ihrer vielen und bedeutenden Veränderungen, die sie immer wieder durchlief. Gleich zu Anfang seiner Berlinzeit lernte der Dichter auf einem Kostümball im Berliner StaKuGuMU (staatliches Kunstgewerbemuseum) Dora Mannheim kennen und verliebte sich in sie. Zu seiner Enttäuschung liebte sie ihn aber nicht, was er zunächst verarbeiten musste, diesen ,für ihn tiefen Rückschlag, aber überwand er und durch Dora Mannheim lernte er Elisabeth Hauptmann kennen, mit der er sich auf Anhieb verstand und beschloss, künftig näher mit ihr zusammenzuarbeiten. Literarisch wurde sie in den nächsten Jahren Brechts wichtigste Mitarbeiterin und beide profitierten von ihrer Zusammenarbeit. Sie waren auch des Öfteren gemeinsam in den Lokalen Berlins unterwegs, den für die jungen und alten Künstler und Schöpfer waren sie zur damaligen Zeit sehr wichtig. Hier sammelte man Idee für sein nächstes Werk, lies sich inspirieren und holte sich Lebenshilfe. Andererseits hatten sich die Lokale und Gaststätten zum wichtigsten Anlaufpunkt für die Vergaben von Rollen in Theaterstücken gemausert und so traf man abends junge Künstler zuhauf, die darauf warteten, mit bedeutenden Leuten ins Gespräch zu kommen. Einer der wichtigsten Kontaktplätze war das „Restaurant Schlichter“, in dem sehr viel Künstler verkehrten.

Ebenso war der Mittelpunkt des literarischen Lebens auch das „Café des Westens“, welches umgangssprachlich auch „ Café Größenwahn“ genannt wurde und in dem schon bedeutende Persönlichkeiten wie Frank Wedekind und Carl Sternbein öfters anzutreffen waren.

In so einem Café, nämlich dem „Café Alschafsky“ gründete sich auch die „Gruppe 1925“, deren Mitglieder unter anderem Alfred Döblin, Berthold Brecht und Kurt Tucholsky waren, sie lösten sich aber bereits 1927 wieder auf und waren nur ein loser Bekanntenkreis, der sich traf, um literarische Dinge oder auch Geschehnisse zu besprechen. 1928 arbeitete B.B. zusammen mit Kurt Weil einen Vertrag mit dem „Verlag Felix Bloch Erben“ über die Publizierung seiner Dreigroschenoper aus. Gegen 1930 arbeitete Brecht eng mit der „Organisation der Arbeiterbewegung“ und der kommunistischen Partei zusammen, so schrieb er z.B. satirische Stücke für und über die Arbeiter, die in Mietskasernen wohnten und verfasste so auch z.B. das Stück „Die 3 Soldaten und die Währungsnot“. Für den Dramatiker war es damals schon wichtiger, präsent in den Feullitons der Zeitungen zu sein, als hohe Auflagen zu haben. Durch gute Kritiken von angesehenen Medienleuten erfuhr Berthold Brecht eine steile Medienkarriere in Berlin und war bald überall bekannt und gern gesehen.

Noch 1925 verfasste er unzählige Kurzgeschichten für Zeitungen und war beim „Ullstein Konzern“ für einen Lohn von 600 Mark im Monat angestellt und ab 1930 durch seinen größeren Bekanntheitsgrad bei Gustav Kiepenhemer. Hier begann er auch ab 1930 seine Reihe der „Versuche“ in denen er bereits geschriebene Stücke veränderte und mit verschieden Schreibstilen experimentierte. Er veränderte beispielsweise das Ende seiner Stücke, die Bühnendekoration oder die gesungenen Lieder und Dialoge und erhoffte damit eine noch größere Wirkung beim Publikum zu erreichen.

Zur gleichen Zeit distanzierte er sich aber wieder etwas von der Welt der hohen Gagen und Anstellungen und schrieb wieder vermehrt für die Arbeiterbewegung. Ebenso besuchte er in Berlin eine Marxistische Arbeiterschule und war dort von den Vorträgen Albert Einsteins sehr beeindruckt. Auch machte er sich durch heftige und häufige Kritik an der Polizei viele Feinde. Er äußerte z.B. „Sie ist dumm oder korrupt, oder beides, auf alle Fälle aber das Machtinstrument einer herrschenden Clique“. Aufgrund seiner immer satirischer werdenden Schriften und stetiger Angriffen auf den Staat, der mehr und mehr und in allen Bereichen des Lebens von den Nationalsozialisten kontrolliert wurde, sah sich Berthold Brecht gezwungen 1934 ins Exil zu flüchten.

Wir schreiben den 27. Februar im Jahre 1937 der deutsche Reichstag steht in Flammen angeblich die Tat eines überzeugten Kommunisten und Grund genug für die Faschisten damit zu beginnen Sozialisten und Kommunisten als Feinde der NSDAP zu verhaften . Bereits einen Tag danach verlässt Brecht mit seiner Familie, sowie einigen Freunden Berlin aus Angst auf einer sogenannten „Schwarzen Liste“ zu stehen und dadurch zur Zielscheibe der Faschisten zu werden. Er flüchtete zuerst nach Prag, dann nach Wien, wo er die erste Veröffentlichungen seines Werkes ,, Dreigroschenroman ´´ in Holland organisierte, sowie seine spätere langjährige Freundin Gina Kaus kennenlernte. Durch den großen Erfolg seiner Werke in Europa war es ihm schon bald möglich, sich nach Skovbostand, einem kleinen Vorort von Svendborg in Dänemark, zu begeben und sich dort niederzulassen, wo er fünf Jahre lebte. Dies war jedoch eine ausgesprochen harte Zeit für ihn, da er trotz seiner häufigen Geldnot dazu gezwungen war, oft nach London, Paris oder New York zu reisen um dafür zu sorgen das seine Stücke überhaupt aufgeführt werden und er somit die Möglichkeit hatte auf die damalige Gesellschaft Einfluss zu nehmen. Auf eben solch einer Reise, allerdings noch vor Svendborg, trifft er in Paris Margarete Steffin, welche Brechts Geliebte werden sollte, dazu widmete er ihr später die Svenborger Gedichte. Er schuf jedoch mehr in den fünf Jahren als nur die bereits erwähnten Svenborger Gedichte, zum Beispiel verfasste er seine Werke ,,Das Leben des Galilei´´ und die Ursprungsform von ,,Die Gewehre der Frau Charrar ´´ einer Geschichte über den spanische Bürgerkrieg sowie unzählige Beiträge für Emigrantenzeitschriften in Prag , Amsterdam und Paris und auch heute noch aktuelle und interessanten Dramen wie ,,Furcht und Elend des 3. Reichs ´´.

Allerdings im Jahre 1939 zieht er sich aus Svendborg zurück, in ein kleines Bauernhaus bei Stockholm. Zu dieser Zeit verfasst er auch sein Stück ,,Mutter Courage und ihr Kinder´´ mit welchem er im April 1940 nach Helsinki übersiedelt und im gleichen Jahr ebenso auch ,,Herr Puntilla und sein Knecht Matti´´ fertig stellt. Doch bereits im Sommer 1941 entschließt sich der Autor Europa zu verlassen und nach Amerika zu gehen, was ihm allerdings nur dadurch möglich war, dass er einen langen Umweg über Moskau und Wladiwostok in Kauf nahm, bevor er in Hollywood ankam. Diese Stadt hatte es ihm angetan, weil er davon träumte, ganz groß ins Filmgeschäft einzusteigen. Allerdings kam für Brecht jedoch sehr schnell eine herbe Ernüchterung, denn abgesehen von einigen kleinen Auftritten auf diversen Emigrantenbühnen kam es zu keinem einzigen Filmangebot. Schon bald prägt er deswegen den Begriff ,,Lehrer ohne Schüler´´ für sich, da sich der Großteil der amerikanischen Bevölkerung nicht für seine Werke zu interessieren schien. Brecht versuchte sich deshalb ganz auf seine großen Erfolge zu konzentrieren, was ihm auch gelang, da bereits im September 1943 die Uraufführung seines „Das Leben des Galilei“ in Zürich gefeiert werden konnte. Das Pech verfolgte ihn jedoch und er war gezwungen Amerika zu verlassen, da man ihn verdächtigte, ein Kommunist zu sein und er am 30. Oktober 1947 diesbezüglich vom ,,Comitee of Unamerican Activities‘‘ verhört werden sollte. Jedoch floh er einen Tag danach und verfasste bereits wenige Tage danach sein Werk ,, Das Verhör des Lukullus ‘‘,in dem er seine Erlebnisse in einem Land beschrieb, dass angeblich Freiheit für jeden bietet, aber andererseits Nicht-Kapitalisten verfolgt und anklagt. Doch obwohl er bereits zu diesen Zeitpunkt in Europa verweilte, kehrte er erst wieder 1948 nach Ostberlin in sein Heimatland zurück und fand ein Land vor sich, dass gerade wieder vom 0 anfing und er versuchte durch seine Werke und Schriften aktiv an der Gestaltung von dessen Zukunft mitzuarbeiten.

4.2 „Das Leben des Galilei“

Das Schauspiel ,,Leben des Galilei‘‘ befasst sich mit den Aspekten von wissenschaftlichen Veränderungen und den daraus resultierenden Konflikten zwischen einer aufgeschlossenen und zukunftsorientierten Gesellschaft und der rückständigen Denkweise, sowie den veralteten Normen einer kleinen, aber mächtigen Gesellschaftsschicht. Es wurde erstmals am 9.9.1943 in Zürich aufgeführt und in den fünfziger Jahren in Berlin veröffentlicht . Das in der Uraufführung gespielte Stück war jedoch nur die erste Fassung, später erschienen noch zwei weitere, da Brecht sein Werk im amerikanischen Exil und in den Jahren, die er wieder in Deutschland lebte, noch einmal umschrieb. In den unterschiedlichen Versionen wurde die Frage der Verhaltensweise eines Forschers und seiner sozialen Verantwortung verschieden beleuchtet.

Die Geschichte an sich handelt vom berühmten Physiker und Astronom Galileo Galilei .

Dieser ist gegen seinen Willen gezwungen Unterricht zu geben, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Er arbeitet jedoch zusätzlich für die Republik Venedig als freier Erfinder. Da diese jedoch nur rentable Erfindungen bezahlt und nicht seine bahnbrechenden Entdeckungen in der Wissenschaft, sieht er sich gezwungen ein aus Holland stammendes Fernrohr, dass er jedoch noch verbessert hat, als seine Erfindung auszugeben. Damit entdeckt er un- widerlegbare Beweise für die Theorie des Kopernikus, dass sich die Erde um die Sonne dreht, für welche schon andere Forscher vor ihm als Ketzer auf dem Scheiterhaufen kamen.

Weil Galilei jedoch an die Vernunft der Menschen glaubt, entschließt er sich das sichere Venedig zu verlassen und an den Hof von Florenz zu wechseln, um seine Forschungen auf dem astronomischen Gebiet fortführen zu können. Dort allerdings belächelt man ihn nur und die Kirche weigert sich sogar, durch sein Fernrohr zu sehen. Der Wissenschaftler führt seine Forschungen aber weiter und wird dadurch belohnt, dass das Forschungsinstitut der Kirche seine Entdeckungen anerkennt. Durch diesen Erfolg bestärkt, erleidet er aber schnell einen herben Rückschlag. Die Kirche setzt die Lehre des Kopernikus auf den Index, wodurch der Astronom zum Schweigen verurteilt ist. Als er aber unbeirrt weiterforscht und seine Forschungen im Volk, als Widerstand gegen die Obrigkeit verstanden wird, liefert Florenz ihn an die Inquisition aus. Vor dem Tribunal der Inquisition handelt er gegen seine Devise das ,,Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf . Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher!‘‘ und widerruft all seine Theorien, was er später damit begründet, dass es sinnlos ist für eine Sache zu sterben, bevor man sie beendet hat. Unter der Aufsicht der Inquisition beendet der Physiker sein Werk und lässt es von seiner Vertrauten Andrea ins sichere Ausland bringen. Der Ursprung für das Stück war laut Brecht die erste erfolgreiche Spaltung eines Atoms, weswegen er sich mit der Frage auseinandersetzte, inwieweit ein Wissenschaftler für seine Entdeckung und den daraus resultierenden Folgen verantwortlich ist. Aber auch mit der Frage, ob Fortschritt in welche Richtung auch immer, unaufhaltsam und von einer einzelnen Person unabhängig ist, beschäftigte er sich. Wobei man auch sehr gut erkennen kann, wie sich die Ansichten des Autors über die Jahre Verändert haben, da in der ersten Fassung der Widerruf von Galilei als klug und weise dargestellt wird ,weil er dafür gesorgt hat, dass am Ende das Wissen triumphiert hat. In der darauffolgenden Fassung kritisiert Brecht jedoch das Verhalten seiner Hauptfigur, was damit zu erklären ist, dass die ehemals so wunderbare Erfindung der Atomspaltung bereits wenige Jahre nach ihrer Entdeckung dazu genutzt wurde, um eine Waffe zu konstruieren und mit ihr zum Beispiel ganz Hiroshima zu vernichten. Nun wird die Geschichte so widergespiegelt, dass es besser gewesen wäre, wenn sich Galilei für seine Sache geopfert hätte. Dann wäre das Volk, welches Galileis Theorien als Rebellion gegen die alten Machtstrukturen der Kirche und des Adels ansah, zum offenen Protest gegen diese vorgegangen und hätten wahrscheinlich gefordert, dass das Wissen des Astronomen der ganzen Menschheit zugute kommt und nicht nur einem elitären Kreis von Personen .

Die besondere Qualität des Stückes liegt jedoch darin, dass die Hauptfrage nach dem richtigen Handeln eines modernen Wissenschaftlers zwar aus vielen Blickwinkeln beleuchtet aber nie vom Autor endgültig geklärt wird, was dem Leser/Zuschauer genug Freiraum bietet um sich selbst ein abschließendes Urteil zu erlauben.

5. Die Berlinzeit

5.1 Biografie von 1949-1956

1946 kehrte Berthold Brecht in sein geliebtes Berlin zurück. Nach über einem Jahrzehnt der Abwesenheit hatte Brecht wieder den Boden unter den Füssen, den er am liebsten hatte und der ihm so ans Herz gewachsen war. Die erste Zeit seines Aufenthalts musste er sich erst ein mal an seine Lieblingsstadt gewonnen, die man während des Krieges zerbombte und immer noch mühsam wiederaufbaute. Ebenso musste er sich an die Geteiltheit Berlins gewöhnen, die nun unter Aufsicht der Alliierten und der Sowjets stand. Ab 1953 wohnte er in Weißensee, etwas abgelegener als seine sonstigen Wohnungen. Trotzdem waren Gäste zu der Zeit für Brecht sehr wichtig und eine ständige Inspiration durch das Reden und Debattieren mit ihnen. Er äußerte darüber „Wie damals konnte ich nur arbeiten, wenn das Telefon ständig klingelte, kann ich es heute auch nur, wenn es im Haus nicht zu ruhig ist“.

1954 zog Brecht wiederum in die Chausseestraße in der Nähe eines Friedhofes und wohnte dort bis zu seinem Tode am 14.08.1954. Zeit seines Lebens schrieb er viele Gedichte über und mit Bäumen und so ließen ihn seine Freunde unter einem großen Ahornbaum auf dem nahegelegenen Friedhof beerdigen.

5.2 Die Vers uche

In Berthold Brechts Buchreihe „Versuche“, die etwa 1933 entstanden, probierte er ständig verschiedene Wege aus, Geschichten auf experimentelle Art zu schreiben und diese so ständig zu veröffentlichen, allerdings weiterhin in seinem beheimateten Genre. Das Buch „Versuche 13 - 17“ ist in seiner Reihe der Versuche als wichtigstes anzusehen. Es sind insgesamt 14 Geschichten, in denen diese Soldaten, den Menschen beweisen, wie dumm der Mensch an sich doch ist. Es waren „Eben der Hunger, der Unfall und Husten, die alles durften, aber nichts mussten.“

In der ersten Geschichte leben die Soldaten noch. Sie sind hier in einer uneinnehmbaren Stellung und weil sie so uneinnehmbar ist und sie auf alles schießen, was sich bewegt, kann ihnen keiner sagen, dass der Krieg vorbei ist. Mit der Zeit, stellten sie aber fest, dass der Krieg doch vorbei ist und die Soldaten nur als Machtinstrumente für die „Reichen“ agieren, damit diese noch reicher werden. Aus Wut, dass sie sich so etwas gefallen ließen, drehten sie die Kanone einfach um, um jeden zu beschießen, der sich etwas gefallen lässt.

In der zweiten Geschichte sind diese drei Soldaten unsichtbar, da die Reichen und „ihr“ Gott beschließen, aufgrund des großen Elends, welches nach dem Krieg herrscht, dass man es einfach nicht mehr sehen soll und es deswegen unsichtbar ist. In den nächsten 11 Geschichten, streichen die drei Soldaten durch das Land und erschießen alle „JaSager“, die ihren eigenen Willen nicht zeigen, sondern nur das machen was ihnen gesagt wird. In der letzten , der 14. Geschichte aber, sind die Soldaten in Moskau und hier ließ sich keiner etwas von ihnen gefallen und so werden die drei Soldaten in Moskau auf dem Roten Platz erschossen. Die von Brecht gewählten 3 Soldaten als handelnde Personen waren eigentlich nie die Schuldigen ihrer Taten, sondern waren stets die Folge eines Befehls oder eines Missstandes.

So starb z.B. ein Junge, der Brötchen an Haushalte lieferte, selber aber am Hungertuch nagte. Er wurde von den drei Soldaten erschossen, aber in Wirklichkeit, trafen ihn nicht deren Kugeln, sondern er starb weil er verhungerte. In dieser Art und Weise schrieb Berthold Brecht diese 14 Geschichten auch für Kinder, mit dem Zweck, dass diese nachfragen und verstehen. Er wollte erreichen, dass sie nach dem Lesen ihre Eltern fragten und diese aus Erklärungsnot selber noch einmal Nachdenken und so vielleicht zu der Einsicht gelangen, dass sie etwas falsch gemacht haben.

6. Das epische Theater

Berthold Brecht verwand für die Darstellung seiner Werke auf der Bühne, die Darstellungsform des epischen Theaters.

Laut seiner Aussage, versuchte er damit einen neuen Weg zu gehen und hoffe damit, dem Zuschauer einen Anstoß zum Nachdenken geben zu können.

Die meisten Verfasser von Bühnenstücken versuchten Zeit ihres Lebens Werke zu schreiben, bei denen der Zuschauer sich ergriffen fühlt. Diese Darstellungsform begann in der Antike und zog sich bis in die Neuzeit. Man versucht durch geeignete Mittel wie Musik, Licht , Mimik, Gestik und Text, den Betrachter mit in die Szenen einzuführen und ihm emotional zu binden. So soll er beispielsweise durch Handlungen oder Ankündigungen seiner Person durch Musik gezielt charakterisiert werden. Das Publikum weiß also das dieser Schauspieler etwa einen bösen mimt und verurteilt deshalb schon im Vorhinein dessen Taten.

Auch bei sozialkritischen Stücken fand man diese Methode und dies kritisierte Berthold Brecht.

Er versuchte durch gezielte Entfremdung, den Zuschauer vom Mitfühlen abzubringen und ihn dadurch zum Nachdenken zu animieren.

In einigen Erläuterungen und Statements zu seinen Stücken sprach er sogar von sogenannten Bauelementen des von ihm erfundenen und benutzten epischen Theaters.

Die Handlung wird relativiert, dass heißt dass seine Figuren nur einen begrenzten Horizont haben. Die Zuschauer hingegen erweitern ihren Horizont. Damit meint der Literat, dass die Figuren gezielt nur im Rahmen ihrer Umwelt denken, damit dem Zuschauenden ein Nachdenken ermöglicht wird. Ein Bauer würde so etwa nur n seinen Bauernhof und sein Einkommen denken und nicht versuchen sich zu engagieren oder sogar umzuziehen in die Stadt um dort etwas zu bewirken. So wird der Gast nicht an das Werk gebunden und kann das Geschehen weiterspinnen und darüber urteilen. Die Handlung wird unterbrochen. Häufig in den Bühnenshows Brechts wird die Handlung einfach unterbrochen und Songs, Kommentare und sogar Projektionen eingefügt. Dadurch soll der Zuschauer auf keinen Fall besonders emotional an etwas gebunden werden und Nachdenken können.

Die Handlung wird distanziert, zum Beispiel durch Unterbrechung, durch die Spielweise der Akteure oder durch widersprüchliche Elemente. Hier benutze er auch den berühmten „Verfremdungseffekt“ der auch nur „V-Effekt“ genannt wird. Er beinhaltet die Verfremdung von ganz alltäglichen Handlungen, was die Absicht hat, dass der Beobachter die Vertrautheit verliert und gezwungen ist, erneut über diese vermeintlich normalen Dinge nachdenkt. Das von Brecht erhoffte Ergebnis ist die Einsicht des Publikums und das anregen zum Nachdenken, Nachfragen und Diskutieren.

Auch stellen die Bühnendekorationen keine Einheit dar, der text, das Bühnenbild und die Musik z.B. stellen keine Einheit dar, sonder passen nicht zusammen, um sie vor dem Zuschauer zu entfremden. Die Handlung kann fortgesetzt werden. Das heißt, dass der Anfang und das Ende eines Stückes willkürlich sind. Dies regt zum Nachdenken an, indem man sich ein Ende zusammenreimt und sich somit mit dem Werk nochmals beschäftigt.

Mit diesen Elementen seines epischen Theaters experimentierte B.B.. Er legte auch feste, dass das Motto seines Bühnenbildes „Das Nötigste ist genug“ ist. Er sagte dazu „Was auf der Bühne steht, muss mitspielen, und was nicht mitspielt, muss nicht auf die Bühne“.

Markante Unterschiede zu der bisherigen verwendeten Form des „aristotelischen Dramas“, bei der man, wie oben bereits beschrieben versucht, dem Gast die Handlung näherzubringen und ihn zum mitfühlen anzuregen ist auch, dass bei dem epischen Drama nicht gehandelt sondern erzählt wird. Meist berichtet eine Erzählfigur von den Taten und Geschehnissen.

Auch wird auf Exposition und geordnete Szenenreihenfolge kein Wert gelegt bzw. verzichtet.

Werke in denen diese durchaus neue Darstellungsform von Brecht verwendet wurde, waren unter anderem „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ und als wichtigstes Werk „Die Dreigroschenoper“.

7. Resümee

Berthold Brecht war schon zu Lebzeiten ein sehr bekannter Literat und auch nach seinem Tode blieb er unvergessen. Er erreichte diesen hohen Bekanntheitsgrad durch seinen unverkennbaren Schreibstil. Seine Werke sind leicht zu lesen und doch tiefgründig, seine handelnden Personen sind Stellvertreter für verschieden Gruppierungen und stellten doch normale, bekannte Personen dar. Seine Geschichten spielen alle in einem kleinen, isolierten Mikrokosmos, wie etwas einem verschlafenen Dorf und doch sind die Ereignisse auf weltpolitische Geschehnisse übertragbar und sehr satirische, teilweise sogar sehr bissig.

Deshalb mögen das Publikum und die Leser seine Werke und aufgrund des Erfolg und seiner schillernden Persönlichkeit fand man den charismatischen Dichter oft in den Kulturteilen der Zeitungen. Doch genauso beliebt war Brecht in der Frauenwelt und auch er war Zeit seines Lebens einer kleinen Affäre, wie beispielsweise mit Margarete Steffin, nie abgeneigt. Auch ließ er sich über 3 mal wieder scheiden, nachdem seine „Liebe“ zu einer Frau erloschen war und für eine andere neu entflammte. Dennoch machte er sich mit seinen Stücken nicht nur Freunde, da seine Gesellschaftskritiken beispielsweise in Amerika und zu der Zeit des 3. Reiches auf Ablehnung stießen und er mit ihnen in Deutschland auf der „Schwarzen Liste“ stand, was bedeutete, dass niemand sie lesen oder publizieren durfte. Das war auch der Grund für seine Flucht ins Exil, doch er hörte nie auf, weiter zu schreiben. Auf die Nachwelt wirkte Brecht sehr nachhaltig. Die von ihm verwendete Darstellungsform des epischen Theaters inspirierte viele Künstler nach ihm, wie etwas Helene Weigel, die sie in ihren Stücken mit dieser Form experimentierten und versuchten seine satirische Schreibweise auszuprobieren. Durch diverse Überraschungen, versuchte der Literat seine Zuhörer zu provozieren und zum Nachdenken anzuregen.

So brachte er auf der Bühne ein Schild an, auf dem stand „Kunst ist scheiße“ oder verfasste Geschichten, wie folgende:

Ein Freund von Herrn Keuner kam zu ihm und sagte, dass Kunst ist, wenn man in die Ecke scheißt. Darauf sagte Herr Keuner: „Nein, Kunst ist, wenn man in die Ecke scheißt und dazu das Publikum applaudiert.“

Wir haben uns nun über ein halbes Jahr mit der Person Berthold Brecht und seinen Werken befasst und haben bemerkt, dass seine Werke sehr tiefgründig sind. Trotzdem sind sie leicht zu lesen und nach der Lektüre eines Buches legten wir es beiseite und dachten noch länger an es, da wir stetig versuchten, die Autorenintension herauszufinden und genau das war die Absicht des Autors. Am Anfang unserer Projektarbeit lag unser Hauptaugenmerk auf dem Erreichen einer guten Bewertung, doch wir merkten, dass Berthold Brecht eine sehr interessante Persönlichkeit ist und seine Dramen, Gedichten und Artikel, die er schrieb sehr zeitgemäß satirisch und intelligent durchdacht waren und er wirklich absolut kein weltfremder Mensch war, sondern sich immer mitten ins Leben stürzte.

Unser Fazit aus unseren Recherchen ist, dass Brecht zu Recht einer der bedeutendsten Literaten des 20. Jahrhunderts war und wir uns nächstes Jahr sein Stück „Baal“, welches in Weimar aufgeführt wir und dessen Hauptrolle Ben Becker spielt, ansehen werden.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Brecht, Bertolt - Die Stationen im Leben des Berthold Brechts in Abhängigkeit zu seinen Werken
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V102872
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brecht, Bertolt, Stationen, Leben, Berthold, Brechts, Abhängigkeit, Werken
Arbeit zitieren
Alexander Müller (Autor), 2001, Brecht, Bertolt - Die Stationen im Leben des Berthold Brechts in Abhängigkeit zu seinen Werken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102872

Kommentare

  • Gast am 5.12.2002

    danke.

    Danke,du hast unsere klassenarbeit gerettet....!!!*g*

  • Gast am 2.5.2003

    wollte euch nur darauf aufmerksam machen....

    Ist echt super! Habt euch aber beim Geburtsjahr Berthold Brechts vertippt.Ansonsten ist es eine gelungene Übersicht. Danke
    Mareike

  • Gast am 9.3.2006

    ja - naja....

    Unter anderem falsches Datum vom Reichstagsbrand. komplizierte Verschnörkelungen im Satzbau nehmen auch etwas an aussagekraft. ansonsten umfangreich und informativ

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