Diese Hausarbeit analysiert Werte und Normen in unserer Gesellschaft. Die Leitfragen lauten deshalb wie folgt: Was versteht man unter Werten? Was versteht man unter Normen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Werten und Normen? Welchen Unterschied gibt es zwischen Werten und Normen? Was Werte und Normen in der Gesellschaft bewirken können?
Dabei bezieht sie sich auf das Buch von Judith Blake und Davis Kingsley „Norms, Values, and Sanctions.“ Davis Kingsley war ein US-amerikanischer Soziologe und Demograph. In dem Text von Blake und Kingsley geht es um die Erklärung der Entstehung von Normen, Werten und Sanktionen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Werte
3. Normen
4. Gemeinsamkeiten zwischen Werten und Normen
5. Unterschiede zwischen Werten und Normen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine soziologische Analyse und Abgrenzung der Begriffe „Werte“ und „Normen“ vorzunehmen, um deren wechselseitige Einflüsse sowie deren Bedeutung für die gesellschaftliche Stabilität und den sozialen Wandel zu untersuchen.
- Terminologische Klärung und soziologische Definition von Werten und Normen
- Analyse des Zusammenhangs und der Abgrenzung beider Konzepte
- Untersuchung der Funktion von Werten und Normen für das gesellschaftliche Zusammenleben
- Diskussion des Wertewandels und der Sozialisationshypothese nach Ronald Inglehart
- Kritische Betrachtung der Normentstehung unter Einbeziehung des rational-choice-theoretischen Ansatzes
Auszug aus dem Buch
2. Werte
Bevor man sich intensiv mit der Studie von Judith Blake und Davis Kingsley auseinandersetzt, wäre es sinnvoll, dass man Begrifflichkeiten „Werte“ und „Normen“ eindeutig definiert. Nachfolgend wird auf die erste Leitfrage eingegangen: Was versteht man unter Werten? Werte sind im Laufe der Sozialisierung entstanden. Eine wichtige Entwicklungsstufe wird durch die Weltkriege erreicht. Im Jahre 1920 wird der Völkerbund gegründet und im Jahre 1945 wird die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) gegründet. Diese beiden Organisationen setzen sich stark für die Menschenrechte ein, daraus bilden sich die soziokulturelle Werte (Grund-Werte): Solidarität, Gleichberechtigung, Menschenwürde. Arnold Gehlen, ein deutscher Philosoph, Anthropologe und Soziologe hat diese Wertevorstellung in deinem Werk „Moral und Hypermoral“ im Jahre 1969 veröffentlicht. Der Autor fasste es unter Soziokulturellen Werten zusammen. „Soziokulturelle Werte, als zentrale Elemente von Kultur einer Gesellschaft dienen den durch Instinktreduktion und Verhaltensunsicherheit gekennzeichneten Menschen als generelle Orientierungsstandards“ (Gehlen 1969: 20). In seiner Arbeit vertritt er die Auffassung: „Jedem Menschen als Individuum ein besonderer Wert (Menschenwürde) zukommt, und dass es keinen Wert gibt, der über dem Wert des Individuums steht. Solche Werte, die mit der Menschenwürde konkurrieren könnten, wären beispielsweise Nation, Geschichte, Ehre etc. Diese Werte sind nach der humanistischen Ethik bloß sekundär in dem Sinne, dass sie entweder mittelbare Werte sind, denen gegenüber das Wohl der einzelnen Menschen als Endzweck zu betrachten ist, oder dass sie untergeordnete Werte sind, denen im Falle eines Wertekonfliktes die Menschlichkeit unbedingt vorhergeht“ (Gehlen 1969: 79). Es waren die Soziokulturelle Werte. Oftmals werden die Werte in empirischen Studien mit den Bedürfnissen gleichgesetzt, was aber nicht korrekt sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Themengebiete Werte und Normen ein, erläutert die Relevanz der begrifflichen Trennung für die soziologische Forschung und formuliert die Leitfragen der Arbeit.
2. Werte: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Werte, ordnet ihn soziologisch ein und analysiert insbesondere den Wertewandel sowie die Rolle von Werten als gesellschaftliche Orientierungsstandards.
3. Normen: Hier werden Normen als Regelungen des sittlichen Verhaltens definiert, ihre Funktion bei der Sicherung von Wertesystemen beschrieben und die Mechanismen ihrer Entstehung sowie Sanktionierung diskutiert.
4. Gemeinsamkeiten zwischen Werten und Normen: Dieses Kapitel beleuchtet die wechselseitige Durchdringung beider Konzepte und deren gemeinsame Unterlegenheit unter Wandlungsprozesse im Rahmen der Modernisierung.
5. Unterschiede zwischen Werten und Normen: Diese Passage arbeitet die analytische Trennung heraus, wobei Werte als moralische innere Haltungen und Normen als konkrete Handlungsvorschriften oder Instrumente der sozialen Kontrolle gegenübergestellt werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit, Werte und Normen für empirische Studien explizit zu trennen, während die Bedeutung des Wertewandels für die moderne Gesellschaft hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Werte, Normen, Wertewandel, Sozialisation, Gesellschaft, Soziologie, soziale Kontrolle, Sanktionen, Habitus, Postmaterialismus, Identität, Nutzenmaximierung, Struktur, Integration, Moderne
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung und Differenzierung der Begriffe „Werte“ und „Normen“ sowie deren wechselseitigem Einfluss auf das menschliche Handeln und die gesellschaftliche Ordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Werten und Normen, die Analyse von Wertewandlungsprozessen, die Funktion von Sanktionen bei Normabweichungen sowie die Bedeutung der sozialen Integration durch geteilte Wertevorstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine klare theoretische Abgrenzung zwischen Werten und Normen zu schaffen und zu prüfen, inwieweit diese Faktoren für empirische Studien zur Erklärung sozialen Verhaltens getrennt betrachtet werden sollten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch, in der verschiedene soziologische Ansätze und klassische Theorien (u.a. von Gehlen, Kluckhohn, Inglehart und Blake/Davis) kritisch miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Werten und Normen, die Herausarbeitung ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die kritische Auseinandersetzung mit Theorien zur Normentstehung und zum postmateriellen Wertewandel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Werte, Normen, Wertewandel, Sozialisation, soziale Kontrolle und Postmaterialismus maßgeblich geprägt.
Welche Rolle spielt der Wertewandel nach Ronald Inglehart in der Arbeit?
Der Autor greift Ingleharts Mangel- und Sozialisationshypothese auf, um zu erklären, wie sich gesellschaftliche Prioritäten von materiellen hin zu postmateriellen Werten verschieben und wie dies die heutige Industriegesellschaft beeinflusst.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis zwischen Werten und Normen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Werte und Normen zwar eng verknüpft sind, aber explizit getrennt werden müssen, da Normen oft unabhängig von Werten entstehen und umgekehrt Werte zur Erklärung von Normentstehung aufgrund ihrer empirischen Schwierigkeit oft unzureichend sind.
- Arbeit zitieren
- Sergio Merz (Autor:in), 2016, Werte und Normen in der Gesellschaft. Ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030669