Die Verneinung des Willens und der Selbstmord (§ 68 - 71)


Hausarbeit, 2001

14 Seiten, Note: 2,0


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verneinung des Willens

3. Der Selbstmord

4. Kritik

5. Bibliographie

Schopenhauer „Die Welt als Wille und Vorstellung“

„Die Verneinung des Willens und der Selbstmord“

1.Einleitung

In seinem Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ versucht Arthur Schopenhauer, seine Philosophie über die Beschaffenheit der Welt darzustellen. Er behauptet zuerst, die Welt sei eine Vorstellung. Das heißt also, dass ich die Welt nie so erkennen kann, wie sie wirklich ist, sondern nur, wie sie mir , als Subjekt, durch mein Erkenntnisvermögen erscheint. Mit Hilfe der Vorstellung können wir aber nicht die Welt „an sich“ oder das Ding „an sich“ erkennen. Nur in uns selbst können wir, so Schopenhauer, das Innere der Welt sehen.

Der menschliche Leib existiert auf zwei Arten. Zum ersten ist er ebenfalls Vorstellung und wird somit zum vom Subjekt erkannten Objekt. Zum anderen ist er Wille.

„Willensakt und die Aktion des Leibes sind nicht zwei ursächlich verknüpfte verschiedene Dinge. Sie sind ein- und dasselbe. Die körperliche Handlung ist nur der objektivierte, das heißt in die Anschauung getretene Akt des Willens. Der Leib ist der in Raum und Zeit objektivierte Wille.“1

Dieser Wille leitet das Bewusstsein und den Intellekt. Der Wille zum Leben treibt die Menschen beständig an und sorgt für die Erhaltung der Art durch den Geschlechtstrieb. Das Individuum ist nicht frei vom Willen und der Wille des Individuums ist es ebenso wenig. Allein der Weltwille als Ganzes ist frei.2

Der Wille erweckt in uns immer neue Wünsche. Erreichen wir den einen, erleben wir für einen kurzen Augenblick den Zustand der Befriedigung, um nur wenig später wieder begierig bestrebt zu sein, den nächsten zu erreichen. So gestaltet sich das Leben und wird zum Leiden und endet schließlich im Tod. Unter diesen Umständen leiden die Menschen, besonders aber das Genie. Solange wir den Willen zum Leben bejahen, werden wir leiden. Der einzige Ausweg, die Erlösung, kann nur mit der Verneinung des Willens erreicht werden.

2.Die Verneinung des Willens

Meine folgenden Ausführungen sind Schopenhauers Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ entnommen und dienen der Zusammenfassung und Erläuterung seiner Gedanken. Selbständige Einfügungen habe ich gekennzeichnet.

Während Hass und Bosheit durch Egoismus bedingt sind, der wiederum auf dem Befangensein der Erkenntnis im Individuum beruht, stammen Güte, Liebe, Tugend und Edelmut aus derselben Quelle wie die Verneinung des Willens zum Leben.

Ihr Ursprung und Wesen beruhen auf der Durchschauung des individuellen Prinzips (principio individuationis), d.i. die unmittelbare Erkenntnis der Identität des Willens in allen seinen Erscheinungen. Diese Durchschauung hebt den Unterschied zwischen dem eigenen und dem fremden Individuum auf und macht damit die uneigennützige Liebe und großmütige Selbstaufopferung möglich und erklärbar.

Wird der Schleier, der uns die Welt nur in unserer Vorstellung erkennen lässt, so sehr gelüftet, dass man den Unterschied zwischen seiner und einer fremden Person nicht mehr macht, sondern am fremden Leiden so sehr Anteil nimmt wie an seinem eigenen und somit bereit ist, sein eigenes Individuum zu opfern, dann folgt, dass man die endlosen Leiden alles Lebenden als die seinen betrachtet und sich den Schmerz der ganzen Welt zueignen muss. Alle Qualen anderer wirken auf seinen Geist wie seine eigenen.

Während der egoistische Mensch nur den eigenen Wechsel von Wohl und Wehe sieht, nur einzelne Dinge erkennt und deren Verhältnis zu seiner Person, liegt dem erkennenden alles gleich nahe. Er erkennt das Ganze und fasst dessen Wesen auf, sieht dessen stetes Vergehen, nichtiges Streben und stetes Leiden.

Hat ein Mensch die Erkenntnis gewonnen, um dieses alles sehen zu können, so wird es ihm schwer fallen, dieses Leben zu bejahen und sich ihm fester zu verknüpfen. Die einzelnen Dinge werden einem egoistischem Menschen zu Motiven seines Wollens, die Person aber, die den Schleier der Maja durchschaut, hat als Antrieb jedes Wollens die Erkenntnis des Ganzen und des Wesens der Dinge an sich. Dadurch wendet sich sein Wille vom Leben ab und verneint die Genüsse des Lebens, in denen er die Bejahung des Lebens erkennt. Er wird ein Mensch, der bestimmt ist von freiwilliger Entsagung, Resignation, wahrer Gelassenheit und gänzlicher Willenlosigkeit.

Jeder Mensch trifft nun hin und wieder auf die eigenen Leiden und die eigene Nichtigkeit, wird aber schnell wieder umnebelt von den Lockungen, Genüssen und Gelüste n. Er kann sich nicht losreißen. Schopenhauer bringt dafür einen treffenden Vergleich an, der lautet:

„Vergleichen wir das leben [mit] einer Kreisbahn aus glühenden Kohlen mit einigen kühlen Stellen, welche Bahn wir unablässig zu durchlaufen hätten; so tröstet den im Wahn Befangenen die kühle Stelle, auf der er jetzt eben steht oder die er nahe vor sich sieht, und er fährt fort, die Bahn zu durchlaufen. Jener aber, der, das principium individuationis durchschauend, das Wesen der Dinge an sich und dadurch das Ganze erkennt, ist solchen Trostes nicht mehr empfänglich: er sieht sich an allen Stellen zugleich und tritt heraus. - Sein Wille wendet sich, bejaht nicht mehr sein eigenes sich in der Erscheinung spiegelndes Wesen, sondern verneint es.“3

Diesem Menschen, genügt es nicht mehr nur, andere so zu lieben wie sich selbst, sondern er entwickelt eine Abscheu vor dem Willen zum Leben und vor der jammervollen Welt. Er verleugnet das in ihm existierende, durch seinen Leib ausgedrückte Wesen, und hört auf, irgend etwas zu wollen oder seinen Willen an irgend etwas zu hängen. Er bemüht sich, die größte Gleichgültigkeit gegen alle Dinge in sich zu festigen und begibt sich in den Zustand der Askese. Darunter versteht Schopenhauer die höchste Willenserscheinung. Es ist ein Zustand der Entsagung vom Willen durch das Auf-sich-nehmen des Unangenehmen in jeglicher Art. Der erste Schritt dahin ist die Verneinung des Willens zum Geschlechtstrieb, also Keuschheit. Die Askese verneint die Bejahung des Willens und zeigt an, dass sich mit dem Leben dieses Leibes auch der Wille aufhebt.

Die Askese zeigt sich des weiteren in freiwilliger und absichtlicher Armut. Zum einen, um mit dem Weggeben des Eigentums fremde Leiden zu lindern, zum anderen, um zu verhindern, dass eigener Besitz den Willen wieder aufregt.

Aber auch ein Mensch, der so weit gelangt ist, spürt noch immer die Anlage zum Wollen jeglicher Art. Unterdrücken kann man ihn nur, indem man sich zwingt, nichts von alledem zu tun, was der Wille möchte und alles zu tun, was er nicht möchte. Und darum wird ein Asket auch nicht widerstreben, wenn jemand ihm Unrecht tut. Jedes von außen kommende Leiden wie Schmach oder Beleidigungen kann ihm nur recht sein.

Die Verneinung des Willens geht natürlich einher mit der Verneinung des Körpers und darum nährt sich der Asket schlecht. Sein schönes Aussehen soll den Willen nicht anregen. Die Willensbrechung erfolgt durch Kasteiung und Selbstpeinigung und sein Wesen stirbt durch die Verneinung seiner selbst ab.

Der unweigerliche Tod löst dann die Erscheinung des Willens auf, die Erlösung erfolgt und wird vom Asketen freudig empfangen, da es das Ende des Willens und somit des Wesens selbst bedeutet.

Jeder Mensch ist sich intuitiv dieser Erkenntnis bewusst. Darum ist es gleichgültig, welche Sprache ein Asket bzw. Heiliger spricht und wie unterschiedlich die Dogmen ihrer Vernunft sind. Durch die intuitiv aufgefasste Erkenntnis der Welt macht ihn allein sein Tun zum Heiligen.

Das heißt also, die Erkenntnis, aus welcher die Verneinung des Willens hervorgeht, ist intuitiver Art und kann deshalb ihren Ausdruck auch nicht in abstrakten Begriffen, sondern nur in der Tat und im Wandel finden.

Zum richtigen Verstehen, was man philosophisch unter der Verneinung des Willens zum Leben versteht, müsse man, so Schopenhauer, Beispiele aus der Erfahrung und Wirklichkeit heranziehen. Ein anschauliches Beispiel scheint mir die Geschichte Buddhas auf dem Weg zur Verneinung des Willens: Buddha sieht auf einer Wagenfahrt außerhalb des königlichen Palastes einen Greis, einen Kranken, einen Leichnam und einen Mönch,

„ der eine verklärte ruhe, über alles Elend der Welt erhaben, in seinen Zügen trug. Die Bilder von Alter, Krankheit, Leid und Tod brannten sich unauslöschlich in die Seele des Jünglings ein. Ein tiefes Ungenügen, Ekel an seiner luxuriösen Umgebung erfasste ihn. Er beschloss, jeden Besitz und das Anrecht auf den Fürstenthron abzugeben, verließin der Nacht seine schlafende Gattin und seinen eben geborenen Sohn und zog davon in die Einsamkeit, ein Asket und Sucher nach einer Erlösung vom Leid der Welt.“4

Während Schopenhauer für den Beweis seiner Erläuterungen Beispiele aus der Mystik und Religion heranzieht, hält er den Stoff der Weltgeschichte hierbei für unbrauchbar, da diese die Bejahung zum Leben und das Erscheinen des Willens zum Leben im Individuum zeigt

„...und nun uns bald die Überlegenheit des einzelnen durch seine Klugheit, bald die Gewalt der Menge durch ihre Masse, bald die Macht des sich zum Schicksal personifizierenden Zufalls, immer die Vergeblichkeit und Nichtigkeit des ganzen Strebens vor Augen bringt.“5.

Der Philosoph hat nach Schopenhauer jedoch nicht die Aufgabe, den Weltablauf zu zeigen, sondern die ethische Bedeutung von Handlungen zu erforschen. Nicht also der Welteroberer ist die wichtigste Erscheinung, sondern der Weltüberwinder, der die Erkenntnis hatte, die dazu führte, den Willen zum Leben zu verneinen und aufzugeben.

Zur weiteren Vertiefung, was man unter der Verneinung zum Leben versteht, müssen nun noch die ethischen Vorschrifte n der Menschen betrachtet werden, die diese Erfahrung gemacht haben.

Schopenhauer zieht zum ersten das Christentum für diese Betrachtung heran, dessen Ethik die Menschen zu Menschenliebe und Entsagung animiert.

„Wir finden von den Aposteln vorgeschrieben: Liebe zum Nächsten, der Selbstliebe gleichwiegend, Wohltätigkeit, Vergeltung des Hasses mit Liebe und Wohltun, Geduld, Sanftmut, Ertragung aller möglichen Beleidigungen ohne Widerstand, Enthaltsamkeit in der Nahrung zur Unterdrückung der Lust, Widerstand dem Geschlechtstriebe, wenn man es vermag, gänzlich.“6

Hier kann schon die erste Stufe der Askese gefunden werden. Das weitergebildete Christentum predigt die Askese sogar vollständig.

„Diese predigen neben der reinsten Liebe auch völlige Resignation, freiwillige gänzliche Armut, wahre Gelassenheit, vollkommene Gleichgültigkeit gegen alle weltliche[n] Dinge, Absterben dem eigenen Willen und Wiedergeburt in Gott, gänzliches Vergessen der eigenen Person und Versenken in die Anschauung Gottes.“7

Eine weitere erläuternde Stelle habe ich im „Neuen Testament“ gefunden, in der es heißt:

„Da sprachen seine Jünger zu ihm: Seht die Sache eines Mannes mit seiner Frau so, dann ist’s nicht gut zu heiraten. Er sprach aber zu ihnen: Dies Wort fassen nicht alle, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn einige sind von Geburt an zu Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!“8

Außerdem nimmt sich Schopenhauer die Grundsätze des Hinduismus zur Hilfe. Diese besagen:

„Liebe des Nächsten mit völliger Verleumdung aller Selbstliebe; die Liebe überhaupt nicht auf das Menschengeschlecht beschränkt, sondern alles Lebende umfassend; Wohltätigkeit bis zum Weggeben des täglich sauer Erworbenen; grenzenlose Geduld gegen alle Beleidiger; Vergeltung des Bösen, so arg es auch sein mag, mit Gutem und Liebe; freiwillige und freudige Erduldung jeder Schmach; Enthaltung aller tierischen Nahrung; völlige Keuschheit und Entsagung aller Wolllust für den, welcher eigentliche Heiligkeit anstrebt; Wegwerfung alles Eigentums, Verlassung jedes Wohnorts, aller Angehörigen, tiefe gänzliche Einsamkeit, zugebracht in stillschweigender Betrachtung, mit freiwilliger Buße und schrecklicher, langsamer Selbstpeinigung zur gänzlichen Mortifikation des Willens, welcher zuletzt bis zum freiwilligen Tode geht durch Hunger...“9

Der Ursprung dieser Vorschriften geht bis ins vierte Jahrtausend vor Christus zurück und wird noch immer vom Volk ausgeübt. Schopenhauer glaubt, wenn sich etwas solange halten kann, dann muss es im Wesen der Menschheit seinen Grund haben. Wie man beim Lesen dieser Vorschriften bemerkt, ähneln sich der christliche und der indische Heilige sehr. Obwohl sie unterschiedliche Dogmen und Sitten haben, sind ihr Streben und inneres Leben dasselbe. Die Übereinstimmung beweist Schopenhauer, dass sich hierin eine „...seltne hervortuende Seite der menschlichen Natur[...] ausspricht.“10

Während ein Mensch, der vom Willen bestimmt ist, innere Qualen leidet, so ist der, der den Willen zum Leben verneint - so arm, freudlos und voller Entbehrung sein Zustand von außen auch aussieht - voll innerer Freude. Ein „normaler“ Mensch erlebt nach oder vor Zeiten der Freude heftiges Leiden. Der Mensch dagegen, der den Willen zum Leben verneint, spürt stets unerschütterlichen Frieden, tiefe Ruhe und innere Heiterkeit. Wenn uns dieser Zustand vor Augen gebracht wird, erkennen wir, dass unsere Wünsche nichtig sind und erkennen den „richtigen“ Weg. Dieser besteht in der Kontemplation. In diesem Zustand sind wir für einen Augenblick allem Wollen enthoben und werden uns selbst los. Für einen Moment sind wir selig. Wie selig, fragt sich Schopenhauer da zurecht, muss da erst ein Mensch sein, der diesen Zustand nicht nur einen Augenblick erlebt, sondern stets fühlt. Ihn kann nichts mehr ängstigen oder bewegen, da er alles Wollen abgelegt hat und dadurch weder Begierde, Furcht, Neid oder Zorn spürt. Wenn der Wille erst einmal ganz abgestorben ist, kann auch der Tod des Leibes nichts Schlimmes mehr an sich haben, sondern ist sogar willkommen.

Ein Asket hält jedoch niemals unerschütterlich an der Verneinung des Willens fest. Diese Erkenntnis kann wanken und muss stets neu errungen werden.

Da der Leib der objektivierte Wille ist, lebt dieser solange der Leib lebt und versucht, in die Wirklichkeit zu treten. Der Wille muss also auch von einem Asketen stets überwunden werden. Dadurch ist das Leben der Heiligen voll von Seelenkämpfen und Anfechtungen, die nur gedämpft werden können durch eine harte Lebensweise.

Die Verneinung des Willens zum Leben kann auf zwei Wegen erfolgen. Zum einen dadurch, dass man erkennt, dass alles Leben Leiden ist und im Leiden der Welt sein eigenes Leid erkennt. Nur wenige Menschen beschreiten diesen Weg. Oft beginnt der Weg der Willensverneinung bei dem Erleben des Leidens am eigenen Leib, um von da aus das Leid der Welt als eigenes anzuerkennen. Dieses tief empfundene Leiden führt oft zur völligen Resignation. Der Mensch tritt durch sein Leid an den Rand der Verzweiflung, geht daraufhin in sich, und erkennt sich und die Welt zum ersten mal durch den gelüfteten Schleier der Maja. Er beginnt, sein Wesen zu ändern und entsagt allen Verlockungen und Lüsten und freut sich auf den Tod. Frühere Missetaten ängstigen ihn nicht mehr.

Es gibt eine Figur aus der Poesie, die Schopenhauer an dieser Stelle des Buches als erläuterndes Beispiel heranzieht. Es geht um das Gretchen in Goethes „Faust - Der Tragödie erster Teil“. Ich habe folgende Textstellen gefunden, die die Wesensänderungen des Gretchen zeigen, die infolge der Verneinung des Willens hervorgerufen wird.

„Margarete: ‚Meine Mutter hab ich umgebracht, Mein Kind hab ich ertränkt. War es nicht dir und mir geschenkt?...’

Faust: ‚Fühlst du, daßich es bin, so komm!’

Margarete: ‚Dahinaus?’

Faust: ‚Ins Freie!...’

Margarete: ‚Ich darf nicht fort; für mich ist nichts zu hoffen. Was hilft es fliehn? Sie lauern doch mir auf. Es ist so elend, betteln zu müssen, Und noch dazu mit bösem Gewissen! Es ist so elend, in der Fremde schweifen, Und sie werden mich doch ergreifen! [... ] Gericht Gottes! Dir hab ich mich zu übergeben! [...] Dein bin ich, Vater! Rette mich! Ihr Ende, ihr heiligen Scharen, Lagert euch umher, mich zu bewahren! [...]’

Mephistoles: ‚Sie ist gerichtet’

Stimme von oben ‚Ist gerettet’“11

Die Läuterung durch das Leiden muss aber nicht unbedingt durch die Nähe des Todes oder durch Ho ffnungslosigkeit geschehen. Oftmals ist es so, das wir uns unseres eigenen Leidens für einen Augenblick gewahr werden und uns für einen Moment wandeln. Sobald dieses Leid aber ein Ende hat, fallen wir wieder in unseren alten Zustand zurück. Manchmal kann das Leiden sogar den Willen, das Leben zu bejahen, verstärken. Einen so starken Willen kann nicht einmal der Tod brechen. Schopenhauer nennt die Welt, in der der Wille zu Leben stärker ist als in unserer Welt, Hölle.

Leiden hat immer heiligende Kraft und darum flößen Unglück und tiefe Schmerzen anderer uns Ehrfurcht ein. Aber erst wenn der Leidende nicht mehr nur auf sein eigenes Leid zurücksieht - dann hängt er nämlich noch an der einzelnen Erscheinung und will noch immer das Leben - sondern wenn er das eigene Leid als Beispiel allen Leidens in der Welt sieht wird er ganz ehrwürdig. Wenn er das Leiden der Welt erkannt hat, geht der Mensch in sich und klagt und trauert. Dabei darf es, so Schopenhauer, jedoch nicht bleiben, da sonst die Gefahr bestünde, dass er in den Zustand der Sentimentalität fällt. Der Mensch muss sich zur Resignation erheben, d.h. das Leiden muss die Form reiner Erkenntnis annehmen, die dann als Quietiv des Willens die Resignation herbeiführt. Quietiv des Willens bedeutet, die Beschwichtigung und Aufhebung alles Wollens, das dann zur Hemmung des Willens und des Leidens führt. Folge sind Erlösung und Ehrwürdigkeit.

Somit sind eigenes und fremdes Leid ein Weg der Tugend und Heiligkeit aber Genüsse und weltliche Befriedigung eine Entfernung vo n dieser.

Die Verneinung des Willens zum Leben geht somit immer aus dem Quietiv des Leben hervor, das heißt, aus der Erkenntnis seiner Nichtigkeit, die auf den schon erwähnten zwei Wegen erreicht wird.

3. Der Selbstmord

Man sollte meinen, die Auslöschung des Leibes sei gleichbedeutend mit einem Bruch des Willens. Folglich müsste ein Mensch, der seinem Leben ein Ende setzten will, das Leben verneinen. Ganz entgegengesetzt dazu sagt Schopenhauer, dass der Selbstmord eben nicht eine Art der Verneinung des Lebens ist. Er ist nur eine willkürliche Aufhebung einer einzelnen Erscheinung des Willens.

Er ist vielmehr eine Form der Bejahung des Lebens. Ein Mensch, der das Leben verneint, verabscheut nicht seine Leiden, sondern seine Genüsse. Der Selbstmörder aber will leben und ist nur nicht mit den Bedingungen zufrieden. Der Wille kann sich nicht entfalten und wählt darum den Weg des Selbstmords.

„Denn jene nämliche feste innere Gewissheit, welche macht, dass wir alle ohne beständige Todesschauer leben, die Gewissheit nämlich, dass dem Willen seine Erscheinung nie fehlen kann, unterstützt auch beim Selbstmord die Tat.“12

Der Selbstmörder ist also noch im Tode von seinem Willen bestimmt. Das Wesen des Menschen ist gekennzeichnet durch den Willen der Selbsttötung, der Selbsterhaltung und der Zeugung.

Der Selbstmörder unterscheidet sich auch darin von einem lebensverneinenden Menschen, dass er nur sein eigenes Leid nicht aber das gemeinsame Leid der Welt sieht. Er verneint nur das Individuum, also sich, jedoch nicht die Spezies.

„Wie das einzelne Ding zur Idee, so verhält sich der Selbstmord zur Verneinung des Willens...“13

Der Selbstmörder will also leben und versucht, gegen sein Leiden anzudringen. Sein individueller Wille hebt sich im Willensakt des Leibes auf, noch bevor das Leiden den Willen brechen kann. Der Selbstmörder hört nicht auf zu wollen, er hört auf zu leben und nur eine Erscheinung des Willens hebt sich auf

„...und der Wille bejaht sich hier eben durch die Aufhebung seiner Erscheinung, weil er sich anders nicht mehr bejahen kann.“14

Damit entzieht er sich dem Leiden, das den Willen zu seiner Verneinung bringen und zur Erlösung hätte führen können. Diese Möglichkeit weist der Selbstmörder zurück und sein Wille bleibt ungebrochen.

Schopenhauer führt nun noch einen ungewöhnlichen Fall von Selbstmord an. Es gab und gibt auch heute noch Fälle, in denen ein Mensch, des Lebens überdrüssig, nicht allein in den Tod geht, sondern seine Kinder mit sich nimmt. Diese Tat ist, so schwer sie auch wiegen mag, keineswegs egoistischer Art. So ein Mensch erkennt den Jammer des Lebens und da er in den Kindern, die er selbst zeugte, sich selbst leben sieht, will er sich und seine Kinder von diesem Jammer befreien.

Das ist, wie beim „normalen“ Selbstmord auch, ein Irrweg. Da der Wille zum Leben das Ding an sich ist, kann er auch von keiner Gewalt vernichtet werden, bloßseine Erscheinung zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Grundsätzlich lässt sich somit sagen, dass der Wille zum Leben allein durch die Erkenntnis aufgehoben werden kann, um so das Leiden zu beenden.

Eine Ausnahme macht Schopenhauer bei dem durch Askese bedingten Hungertod. Diese Art des Selbstmords erfolgt durch die gänzliche Verneinung des Willens.

Genauer gesagt existierte der Wille zur Aufnahme der Nahrung für die Erhaltung des Lebens nicht mehr. Der Selbstmord erfolgt in diesem Falle also nicht wie zuvor besprochen auf Grund des Willens zu Leben, vielmehr erfolgt der Tod durch das Aufhören des Willens.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass die Verneinung des Willens die Befreiung von ihm bedeutet. Dafür muss man erst erkennen, dass alles Leben Leid bedeutet. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, bedarf man einem gewissen Grad an Vernunft, welchen die Tiere nicht erreichen. Aus diesem Grunde bleibt ihnen die Erlösung bzw. Freiheit vom Willen versagt. Die Verneinung des Willen und der darauf folgende Eintritt in die Freiheit lässt sich nicht erzwingen. Sie bewirkt die Änderung des Wesens eines Menschen, so dass er von allem, was er vorher so sehr wollte, nichts mehr will.

Schopenhauers Ethik stimmt - so er selbst - mit den Dogmen des Christentums überein. Während die Erbsünde der Bejahung des Willens gleichkommt, gilt die Erlösung als Verneinung des Willens, deren symbolische Verkörperung Jesus Christus ist. Schon Luthers Hauptziel sei die Lehre gewesen, dass der Wille nicht frei ist, sondern ursprünglich dem Bösen Untertan. Folglich sind die Werke des Menschen sündhaft und mangelhaft und können nicht selig machen. Das vermag nur der Glaube. Dieser ist eine Gnade, die nicht in uns ist, sondern von außen kommen muss, was heißt, dass das Heil dem Menschen fremd ist. Um das Heil zu erlangen, muss sich der Mensch verneinen und aufgeben. Die Erlösung vom Dasein auf der Welt wird von den Menschen aber immer als ein Übergang ins Nichts gesehen. Schopenhauer aber meint, dass dieses nur Ansichtssache sei und eine Frage des Standpunktes. Dem Seienden mit Raum und Zeit stehe das Nichts gegenüber. Bestände nun die Möglichkeit der Zeichenvertauschung, dann könnte das Seiende zum Nichts und dieses zum Seienden werden. Da wir aber der Wille zum Leben selbst sind, können wir das Nichts nur als negativ erkennen. In dieser Verabscheuung kommt abermals der Wille zum Leben zum Ausdruck. Erst wenn wir diesen überwunden haben, werden wir erlöst und brauchen uns vor dem Tod bzw. dem Nichts nicht mehr zu fürchten.

4.Kritik

Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“ ist ein großartiges Werk. Nicht umsonst wird es seit 150 Jahren gelesen und diskutiert. Es ermöglichte mir eine andere Sicht auf das menschliche Leben und gab mir Einblick in eine andere Richtung des philosophischen Denkens. Schenkt man Schopenhauers Gedanken Glauben, so dürfte die Aussicht auf ein glückliches Leben hoffnungslos sein und meine Art zu Leben wäre schlicht falsch. Natürlich kann ich dass nicht einfach akzeptieren und so war ich schon beim Lesen dieses Buches bestrebt, Kritik an Schopenhauers philosophischem Werk zu üben und Fehler seiner Argumentation aufzudecken. Nun ist dieses Buch nicht einfach zu verstehen und bedarf sicherlich der mehrmaligen Lektüre und der weiteren Auseinandersetzung meinerseits. Aber es ist mir möglich, eigene Gedanken und Annahmen über Schopenhauers Meinung zu entwickeln und an dieser Stelle mitzuteilen.

Mir fiel sehr schnell eine offensichtliche Diskrepanz zwischen der Arterhaltung des Menschengeschlechts und seiner Auslöschung in diesem Werk auf. Im §54 sagt Schopenhauer, dass das Individuum nicht zählt, sondern nur die Gattung und die einzige Aufgabe des Individuums die Aufrechterhaltung der Art ist:

„...die Gattung allein ist es, woran der Natur gelegen ist und auf deren Erhaltung sie mit allem Ernst dringt, indem sie für die selbe so verschwenderisch sorgt durch die ungeheure Überzahl der Keime und die große Macht des Befruchtungstriebes. Hingegen hat das Individuum für sie keinen Wert und kann ihn nicht haben, da unendlich Zeit, unendlicher Raum und in diesen unendliche Zahl möglicher Individuen ihr Reich sind; daher sie stets bereit ist, dass Individuum fallenzulassen, welches demnach nicht nur auf tausendfache Weise, durch die unbedeutendsten Zufälle den Untergang ausgesetzt, sondern ihm schon ursprünglich bestimmt ist und ihm von der Natur selbst entgegengeführt wird von dem Augenblick an, wo es der Erhaltung der Gattung gedient hat.“15

Aber im §70 erklärt er als eine Grundlage der Askese die Keuschheit, welche unweigerlich zur Hemmung der Fortpflanzung führen muss:

„In solchem Fall sind z.B. die Genitalien als Sichtbarkeit des Geschlechtstriebes da und gesund; es wird aber dennoch, auch im Innersten; keine Geschlechtsbefriedigung gewollt: und der ganze Leib ist nur sichtbarer Ausdruck des Willens zu leben, und dennoch wirken die diesem Willen entsprechenden Motive nicht mehr: ja die Auflösung des Leibes, das Ende des Individuums und dadurch die größte Hemmung des natürlichen Willens ist willkommen und erwünscht.“16

An einen so offensichtlichen Fehler in Schopenhauers sonst so stichhaltigem und schlüssigem Werk konnte ich nicht glauben. Und wirklich erhebt Schopenhauer den Einwand, dass schließlich nicht alle Menschen dazu fähig seien, die Erkenntnis, alles Leben sei Leiden, zu erreichen, geschweige denn den Weg der Askese zu beschreiten. Nur wenige seien dazu fähig vor allem aber Genies. Der Rest der Menschen reiche für die Arterhaltung. Ein weiterer Einwand gegen meine Kritik ist im zweiten Band des Werkes zu finden, in dem Augustinus sagt:

„Ich kenne einige, die murren und sagen: wie nun, wenn alle sich jeder Begattung enthalten wollten, wie könnte dann das Menschengeschlecht bestehen? Möchten sie’s doch alle wollen! wofern es nur geschähe in Liebe, aus reinem Herzen, mit gutem Gewissen und aufrichtigen Glauben: dann würde das Reich Gottes weit schneller verwirklicht werden, indem das Ende der Welt beschleunigt würde.“17

Wenn also alle Menschen dem Gebot der Verneinung des Willens folgen, so sind alle Heilige und damit erlöst und das ist das ist gerade das Ziel der Menschheit nach dem christlichen Glauben. Damit wäre die Erbsünde überwunden, der die Menschen unterlagen und wenn daraufhin die Welt unterginge so wäre das der letzte Schritt in das Reich Gottes.

Mir ist dennoch unverständlich, wie etwas so geschaffen sein kann, dass es leiden muss. Während einige Menschen zur Erlösung fähig sind, müssen die anderen in ihrer Unwissenheit weiter ihrem Willen unterliegen und leiden. Als Erklärung könnte man auch hier wieder das Christentum anführen und sagen, dass Gott die Welt ohne Leiden geschaffen habe und erst durch die Sünde Adam und Evas die ganze Menschheit diese Sünde nun tragen müsse.

Doch Schopenhauer kann schlecht so einen Beweis heranführen als bekennender Atheist.

Eine andere Erklärung, warum nur einige Menschen der Erlösung fähig sind, ließe sich auch im Buddhismus finden. Demzufolge ist zwar jeder der Erlösung fähig, bevor der Mensch jedoch das Leiden der Welt und zu seinem eigenen macht, muss er viele Seelen durchwandern. Übertragen auf Schopenhauers Denken würden ein paar Menschen erlöst werden und im Nichts verschwinden. Die anderen, in dene n der Wille zum Leben noch vorhanden ist, sterben, der Wille an sich existiert weiter. Dieser Weg könnte sich als eine Art Seelenwanderung solange fortsetzen bis jeder irgendwann einmal erlöst ist. Dann hätte jeder Aussicht auf das gleiche Ziel und es wäre nur eine Frage der Zeit , bis er dieses erreicht. Diese Frage klärt Schopenhauer aber weder mit Hilfe des Christentums, des Buddhismus noch sonst in irgendeiner Art.

Allerdings verwendet er diese beiden Religionen, um ihre Dogmen und Inhalte miteinander zu vergleichen, um herauszufinden, dass beide seine Theorie des Willens und des Weges der Befreiung von diesem, bestätigen.

Eine Kleinigkeit gibt es da jedoch anzumerken. Schopenhauer meint, zur Verneinung des Willens müsse man den Weg der Askese beschreiten und gibt Stellen aus beiden Religionen an, um diese These zu bestätigen. Allerdings heißt es aus dem Leben Buddhas:

„Er verließin der gleichen Nacht das väterliche Reich [...],um sich der strengsten Askese und Versenkung zu ergeben. Mit so übermäßigem Eifer gab er sich den Bußübungen hin, dass er zum Skelett abmagerte und die brüchigen Haare in Büscheln von seinem Haupt und Körper fielen. Aber als er so bis an die mögliche Grenze der Kasteiung gegangen war, kam ihm die Erkenntnis, dass er auf diesem Wege nicht zur wahren Einsicht gelangt war. Er gab die Askese auf.“18

Dieses Beispiel zeigt, dass die Askese nicht der einzige Weg ist, um erlöst zu werden. Laut dem buddhistischen „Rad des Lebens“ ist der Wille zum Leben, der aus dem Nichtwissen hervorgeht, Ursache das nächsten Lebens. Erkennen wir den Kreislauf, so streifen wir alle Gier, Hass und Wünsche ab. Das Ziel ist das Nirwana, das Nichts. Die Erreichung des Heils ist aber, wie schon erwähnt, im Buddhismus nicht unbedingt an die Askese gebunden, sondern an folgende fünf Gebote:

„1: Töte kein Lebewesen.
2: Nimm nicht, was dir nicht gegeben.
3: Sprich nicht die Unwahrheit.
4: Trinke keine berauschende Getränke.
5: Sei nicht unkeusch.“19

Ich stelle mir ebenso die Frage, ob Glück oder das Erreichen wollen von Wünschen immer gleichzusetzen ist mit Leid. Vielleicht leidet man nicht dann, wenn man nach dem Glück strebt, sondern wenn man nach dem falschen Glück strebt, das heißt, wenn man Ziele verfolgt, die der inneren Einstellung oder den inneren Eigenschaften einer Person nicht entsprechen, aus dem Grunde, dass man sich von den Einstellungen anderer Menschen leiten lässt. Wenn man stets so handelt, dass man seine Handlungen mit seiner Person vereinbaren kann, warum soll man dann nicht glücklich sein?

Die Angst vor dem Tod wird gelindert oder verschwindet ganz, sagt Schopenhauer, wenn wir den Willen verneinen, denn er wird als Erlösung vom Leid empfangen. Aber kann die Angst vor dem Tod nicht ebenso gelindert werden, indem man auf ein erfülltes Leben zurückblicken kann, in dem man mit und für Menschen gearbeitet hat?

Zum Schluss gibt es noch eine Frage, die mir Schopenhauer mit diesem Buch nicht beantworten kann: Wenn der Mensch nur Wille ist und sein Leib die Objektivierung des Willens, wie ist es dann möglich, dass der Intellekt über den Willen siegen kann? Wie kann es sein, dass man etwas, das man sich sehnlichst wünscht, als falsch oder schlecht erkennen und die Vernunft bzw. den Intellekt dazu benutzen kann, sich von diesem Willen abzuwe nden?

Bibliographie

A.Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Erster und Zweiter Band. Insel Verlag. Hrsg. V. Wolfgang Freiherr von Löhneysen. Frankfurt am Main und Leipzig. 1996.

Sekundärliteratur:

Eberhard Fromm: Arthur Schopenhauer. Vordenker des Pessimismus. Berlin. 1991.

Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Limitierte Sonderausgabe. Frankfurt am Main. 1998.

Michael Hauskeller: Vom Jammer des Lebens. Einführung in Schopenhauers Ethik. München. 1998.

Außerdem:

Das Neue Testament

Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil. In: Goethes Poetische Werke. Fünfter Band. Die Grossen Dramen. Essen.

[...]


1 Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. S. 513

2 nachzulesen in : Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie.

3 A. Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. S. 516

4 Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. S.53

5 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Band 1 S.524

6 Ebda S.525

7 Ebda S.525

8 Neues Testament. Matthäus 19, 10-12

9 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Band 1. S.527/528

10 Ebda S. 529

11 J. W. Goethe: Faust - Der Tagödie erster Teil. S. 235/237

12 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. S.541

13 Ebda S.542

14 Ebda S.542

15 Ebda S.382

16 Ebda S.547

17 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Band 2 S.793

18 Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie S. 53

19 nachzulesen in: Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie S.58-60

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Die Verneinung des Willens und der Selbstmord (§ 68 - 71)
Hochschule
Universität Rostock
Veranstaltung
Arthur Schopenhauer
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V103129
Dateigröße
364 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kritik erwünscht
Schlagworte
Verneinung, Willens, Selbstmord, Arthur, Schopenhauer
Arbeit zitieren
Anja Hübsch (Autor), 2001, Die Verneinung des Willens und der Selbstmord (§ 68 - 71), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103129

Kommentare

  • Gast am 3.11.2001

    Diplom-Kaufmann.

    die Gedanken Schopenhauers werden sehr schön wiedergegeben, die Kritik leuchtet mir aber nicht ein. Wenn der Wille als naturales Prinzip nur an der Arterhaltung interessiert ist, dann liegt doch kein Widerspruch in der Keuschheit des Asketen, wenn er den Willen verneint. Ein echtes Problem hat Schopenhauer allerdings in der Frage, wie die Welt der Objekte jemals untergehen kann, wenn nur alle Subjekte verschwänden, er das Subjekt aber in seiner Epistemologie als ausserhalb von Raum und Zeit begreift.
    Ist Askese der einzige Weg ? Für Schopenhauer schon, Mitleid alleine ist nur eine Vorstufe (und damit jede soziale Tätigkeit eben nur ein Tropfen auf den heissen Stein). Das Beispiel mit Buddha müsste näher ausgeführt und erläutert werden.
    Das vermeintliche erkenntnistheoretische Problem, wie die Vernunft den Willen letztlich besiegen kann, wird oft aufgeworfen. Die Lösung: Intuition führt zur Verneinung des Willens und Intuition ist genau das Gegenteil des Begriffsdenkens, also der Vernunft.

    Andreas Weis

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Titel: Die Verneinung des Willens und der Selbstmord (§ 68 - 71)



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