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Musik und Theater im Dienste der Französischen Revolution

Title: Musik und Theater im Dienste der Französischen Revolution

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Hartmut Ellrich (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist das Thema "Musik und Theater im Dienste der Französischen Revolution", einem Bereich der Forschung, der bis in die Achtzigerjahre hinein vor allem auf musikwissenschaftlichem Gebiet, doch auch darüber hinaus noch "terra incognita" war.

Im Rahmen dieser Untersuchung wird nun zunächst kurz die Ausgangssituation von Musik und Theater am Vorabend der Revolution beleuchtet, um die dadurch bedingten einschneidenden Veränderungen zu verdeutlichen. Sodann werden in zwei getrennten Strängen zum einen die Musik in ihren verschiedenen Ausprägungen, zum anderen das Sprechtheater dargestellt und ihre Funktionen analysiert. In einem Exkursteil am Ende wird schließlich auch auf die Bedeutung des Festes eingegangen.

Schwerpunktartig sollen die Ereignisse ab 1789 bis hin zum Ende der Schreckensherrschaft Robespierres am 27./28. Juli 1794 bearbeitet werden. Darüber hinausgehende Entwicklungen in Musik und Theater werden, soweit sie charakteristisch sind, mit einbezogen. Räumlich beschränkt sich die Untersuchung auf Paris als Zentrum der Französischen Revolution.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorbemerkung

II. Musik und Theater am Vorabend der Revolution

A. MUSIK IM DIENSTE DER REVOLUTION

1. Revolutionäre Lieder - Die Bedeutung des Chansons

1.1 Beispiel „Ah! Ca ira!“

1.2 Beispiel „Carmagnole“

2. Verbreitungsformen der Lieder

2.1 Straßensänger

2.2 Kolporteure

2.3 Musikannoncen

3. Hymne

3.1 Stilistische Besonderheiten

3.2 Beispiel „La Marseillaise“

4. Oper

4.1 Die Bedeutung der Antike in der Oper

5. „constitutions en vaudevilles“ von 1792

B. THEATER IM DIENSTE DER REVOLUTION

1. Revolutionstheater

2. Patriotisches Theater

3. Exkurs: Revolutionsfeste

3.1 Föderationsfest vom 14. Juli 1790

3.2 Fest des Höchsten Wesens von 1794

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Musik und Theater als funktionalisierte Medien im Prozess der Französischen Revolution, wobei der Fokus auf deren Entwicklung von 1789 bis zum Ende der Schreckensherrschaft 1794 liegt.

  • Die Transformation von Musik und Theater vom exklusiven höfischen Kulturgut zum Instrument der Massenbeeinflussung.
  • Die Entwicklung der revolutionären Liedkultur und der Hymne als neue politische Ausdrucksformen.
  • Die Instrumentalisierung des Theaters als Hort des Patriotismus und der Indoktrination.
  • Die Rolle der Revolutionsfeste als staatlich initiierte kollektive Identitätsstiftung.
  • Der Einfluss der Antikenrezeption auf die künstlerische Gestaltung der neuen Staatsideale.

Auszug aus dem Buch

1.1 Beispiel „Ah! Ca ira!“

Eines der gefeiertsten Stücke und wegen seines beherrschenden Charakters während der gesamten Revolutionszeit als Prototyp schlechthin bezeichnet, war das „Ah! Ca ira!“ von Ladré. Es entstand 1790 nach der Melodie von Bécourts Contredanse 'Carillon national' und nahm Bezug auf eine Lieblingsüberlegung Benjamin Franklins, seinem Ausspruch: „Ca ira!“.

Die Verknüpfung von aktuellem politischen Text und der Person Franklins als Symbolgestalt der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und als Freiheitshelden zeigte deutlich die Aktualität und Intension des Liedes.

Bereits durch seinen Titel wurde ein unmittelbarer Rückbezug auf die amerikanischen Unabhängigkeitsbestrebungen von 1776 gestattet und damit gleichzeitig versucht auf die konkrete eigene Situation überzuleiten.

Insgesamt ist es in zwei Fassungen erhalten. Die erste Fassung vom April 1790 beabsichtigte noch, die Aristokraten an die Laterne zu verbannen, während die zweite, gemäßigte Fassung nicht mehr gewaltverherrlichend ist, sondern die realen Zustände von 1790 anprangert.

Diese überarbeitete Version entstand im Zusammenhang mit dem Föderationsfest vom 14. Juli 1790 auf dem Pariser Marsfeld.

Hier stand es, in seiner Funktion als 'Volksgesang', zum ersten Mal dem kirchlichen 'Te Deum' gegenüber. Es trafen somit zwei wahre Antagonisten, Vertreter der neuen und der alten Zeit, aufeinander.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung: Einführung in die Forschungslage und Definition des Untersuchungsrahmens der Arbeit auf das revolutionäre Paris.

Musik und Theater am Vorabend der Revolution: Beschreibung der ständisch geprägten Kulturlandschaft des Ancien Régime und deren Exklusivität.

A. MUSIK IM DIENSTE DER REVOLUTION: Analyse der Transformation musikalischer Ausdrucksformen in politische Instrumente.

1. Revolutionäre Lieder - Die Bedeutung des Chansons: Untersuchung der adaptiven Kraft des Chansons als Medium der Meinungsbildung.

1.1 Beispiel „Ah! Ca ira!“: Fallbeispiel zur Funktion des Liedes als politischer Prototyp.

1.2 Beispiel „Carmagnole“: Analyse der tänzerisch-rebellischen Komponente als Instrument gegen die Monarchie.

2. Verbreitungsformen der Lieder: Darstellung der Kommunikationskanäle wie Straßensänger und Kolporteure.

2.1 Straßensänger: Analyse der Rolle öffentlicher Liedvorträge zur Verbreitung aktueller politischer Botschaften.

2.2 Kolporteure: Betrachtung der Verbreitung politischer Schriften und Liedtexte.

2.3 Musikannoncen: Untersuchung der Rolle von Zeitungsanzeigen zur Erschließung des privaten Bereichs.

3. Hymne: Darstellung der Hymne als genuine Neuentwicklung der revolutionären Festkultur.

3.1 Stilistische Besonderheiten: Analyse der formalen Merkmale zur Emotionalisierung und Indoktrination.

3.2 Beispiel „La Marseillaise“: Untersuchung der Entwicklung vom Kriegslied zur Nationalhymne.

4. Oper: Beschreibung der Oper als Spannungsfeld zwischen elitärer Tradition und revolutionärem Anspruch.

4.1 Die Bedeutung der Antike in der Oper: Analyse der Antikenrezeption als Mittel zur Legitimierung neuer Ideale.

5. „constitutions en vaudevilles“ von 1792: Untersuchung der 'gesungenen Verfassungen' als politisches Propagandainstrument.

B. THEATER IM DIENSTE DER REVOLUTION: Analyse der Wandlung des Theaters vom Agitationsmedium zum staatlichen Propagandainstrument.

1. Revolutionstheater: Untersuchung der Institutionalisierung und inhaltlichen Ausrichtung des Theaters ab 1791.

2. Patriotisches Theater: Darstellung der Theaterstücke als Mittel zur Diskreditierung von Feindbildern.

3. Exkurs: Revolutionsfeste: Analyse des Wandels von religiösen hin zu staatspolitischen Festformaten.

3.1 Föderationsfest vom 14. Juli 1790: Untersuchung des ersten großen Festes und seiner liturgischen Anlehnung.

3.2 Fest des Höchsten Wesens von 1794: Analyse des Höhepunkts der staatlichen Festkultur.

III. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der wechselseitigen Verflechtung von Kunst, Alltag und revolutionärem Geschehen.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Musik, Theater, Chanson, Hymne, Patriotismus, Oper, Revolutionsfeste, Indoktrination, Propaganda, Antikenrezeption, Volk, Paris, Marsfeld, Schreckensherrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Musik und Theater während der Französischen Revolution von 1789 bis 1794 in Paris gezielt eingesetzt wurden, um revolutionäre Ideale zu verbreiten und das Volk zu beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Transformation des Liedguts, der Entwicklung der Hymne, der Umgestaltung der Oper, dem politischen Boulevardtheater und der Institutionalisierung der Revolutionsfeste.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie künstlerische Bereiche als funktionale Medien der Politik dienten und wie sich die Rolle dieser Künste im Zuge der radikalen politischen Veränderungen wandelte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er zeitgenössische Entwicklungen in Musik und Theater sowie einschlägige Fachliteratur auswertet, um die Verzahnung von Kultur und politischer Ideologie darzulegen.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Musik im revolutionären Dienst (einschließlich Liedern, Hymnen und Oper) und eine Untersuchung des Theaters (einschließlich Exkursen zu den Revolutionsfesten).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Patriotismus, Funktionalisierung, Indoktrination, Volksgesang, Antikenrezeption und politische Propaganda.

Wie unterscheidet sich die „Hymne“ vom „Volkslied“ in der Revolutionszeit?

Während das Lied oft aus traditionellen Melodien entstand und aktuellen Kommentaren diente, zeichnete sich die Hymne durch eine feierliche Grundhaltung und einen expliziten Zweck zur kollektiven Emotionalisierung aus.

Welche Rolle spielte die Antike für das revolutionäre Theater?

Die Antike diente als historisches Legitimationsmodell, um die neue Zeit zu verankern und patriotische Ideale wie Tapferkeit und Aufopferung durch Analogien zu griechischen und römischen Helden zu veranschaulichen.

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Details

Title
Musik und Theater im Dienste der Französischen Revolution
College
University of Mannheim  (Historisches Institut)
Course
Hauptseminar "Die Französische Revolution. Verlauf, Strukturen, Ergebnisse"
Grade
1,0
Author
M.A. Hartmut Ellrich (Author)
Publication Year
1996
Pages
21
Catalog Number
V1031986
ISBN (eBook)
9783346436252
ISBN (Book)
9783346436269
Language
German
Tags
Französische Revolution Verlauf Strukturen Ergebnisse 1789 Frankreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Hartmut Ellrich (Author), 1996, Musik und Theater im Dienste der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031986
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