Psychosoziale Betreuung von Substituierten. Die Methode der Motivierenden Gesprächsführung


Hausarbeit, 2020

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S

2. Grundlaaen/Beariffe
2.1 Definition Substitution S
2.2 Definition PSB S
2.3 Gesetzliche Grundlagen S

3. Die Psychosoziale Betreuung (PSB)
3.1 Auftrag, Zielsetzung und Zielgruppe S
3.2 Praktische Umsetzung der psychosozialen Betreeung beim Freundes- und Forderkreis Suchtktankenhilfe e.V. im ,,Cafe Okay" S

4. Methodik
4.1 Motivierende Gesprachsfuhrung-was ist das eigentlich? S
4.2 Wichtige Aspekte der Motivierenden Gesprachsfuhrung S
4.3 Ambivalenz als wichtiger Aspekt der Suchtmittelabhangigkeit und das Bekampfen dieser durch das Evozieren von Change Talk S

5. Fazit - im besonderen Hinblick darauf, wieso Motivierende Gesprachsfuhrung fur die psychosoziale Betreuung von Substituierten so wichtig ist S

6. Literaturverzeichnis S

1. Einleitung

Laut Bundesarztekammer ist die Opiatabhangigkeit/Opioidabhangigkeit eine Erkrankung, welche nicht nur zu schweren psychischen und gesundheitlichen Problemen, sondern auch zu maBgebenden sozialen Storungen fuhren kann.

Drogenkonsum, Problematiken und Konflikte beeinflussen sich in wiederkehrenderWeise gegenseitig: Durch Drogenkonsum entstehen sowohl korperliche Beschwerden, als auch psychosoziale Probleme und diese wiederum fuhren zu wiederholtem Drogenmissbrauch. Durch das Verabreichen des Substitutionsmittels, soil der Drogenmissbrauch unterbunden oderverringertwerden und in Folge dessen auch die daraus entstehenden psychosozialen Problematiken und Konflikte. Zugleich wird der Fokus auf alternative Losungsansatze gesetzt (Rietenberg, 2017). Aufgrund dessen wurde Anfang der 90er Jahre die Subtitutionsbehandlung, welche die Behandlung von Opioidabhangigen mit Methadon Oder anderen Substitutionsmitteln ermoglicht, als Erganzung zu den bereits bestehenden Angeboten der Suchthilfe, entwickelt (Bundesarztekammer, 2006), (Weber & Printzen, 2009).

Uber 72.000 Opioidabhangige werden mittlerweile mit Hilfe der Substitutionstherapie, welche sich im Laufe der letzten Jahre zur Standardtherapie Drogenabhangiger entwickelt hat, behandelt.

Bei einer Substitutionsbehandlung wird auch immer eine Psychosoziale Betreuung des Substituierten regelhaft empfohlen, da diese in den meisten Teilen Deutschlands nur unter derVoraussetzung eines nachweislichen Kontakts zu einer Psychosozialen Beratungsstelle moglich ist (Lojewski I., Schay P., Siegele F., 2013).

Aber was genau bedeutet eigentlich Psychosoziale Betreuung, was sind dort die Aufgaben der Sozialarbeiter*lnnen und wer sind uberhaupt „sogenannte“ Substituierte?

All diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit, welche die Psychosozialen Betreuung von Substituierten im besonderen Hinblick auf die praktische Umsetzung dieser im ,,Cafe Okay" und die dort, u.a. angewandte Methodik „Motivierende Gesprachsfuhrung" behandelt, thematisiert.

Sowohl Definitionsansatze der Begriffe ..Substitution" und ..Psychosoziale Betreuung (PSB)“, als auch kurze Uberblicke bezuglich der Bedeutung dieserwerden zu Beginn dieser Arbeit erlautert, urn zunachst eine Grundlage zu schaffen, welche es uberhaupt erst ermoglicht, genauer auf die Thematik einzugehen. Zudem werden sowohl die Aufgabenbereiche der PSB, als auch die Zielsetzungen und Zielvorstellungen dieser erlautert.

Um sich dies moglichst exakt und praxisnah vorstellen zu konnen und einen genauen Uberblick von der Arbeit innerhalb der Psychosozialen Betreuung bekommen zu konnen, wird dies im weiteren Verlauf anhand eines Beispiels der PSB in der Einrichtung ,,Cafe Okay" gegeben. Die Aufgabenbereiche, Zielsetzungen und Zielvorstellungen, aberauch mogliche Kooperationen werden anhand des Beispiels dieser Praxiseinrichtung nahe gebracht. Innerhalb dieser Beratungsstelle wird die Methodik„Motivierende Gesprachsfuhrung" (Ml) genutzt, welche als ein kooperativer Gesprachsstil, der die Klientinnen und Klienten sowohl in ihrer eigenen Motivation, als auch in ihrer Veranderungsbereitschaft starken soil, beschrieben werden kann (Miller, Rollnick, 2015). Im weiteren Verlauf der Arbeit, wird nicht nur eine Definition von Ml gegeben, sondern auch erklart inwiefern diese Methodik eigentlich genutztwird und welche Besonderheiten diese hat, bevor im Fazit abschlieBend die wichtigsten Aspekte dieser Arbeit zusammengefasst werden und erlautert wird, wieso die Motivierende Gesprachsfuhrung meiner Meinung nach eine enorm wichtige Methodik innerhalb der Behandlung von suchtkranken Menschen bildet.

2. Grundlagen und Begriffe

2.1 Definition Substitution

,,Eine Substitutionstherapie Opiatabhangiger (auch: Drogenersatztherapie) ist eine Behandlung von Personen, die an einer Abhangigkeitvon Opioiden/Opiaten leiden. Eine Behandlung erfolgt mit gesetzes - und richtlinienkonformen zu verordnenden Medikamenten wie z.B. (Levo)-Methadon, Buprenorphin, radiertem Morphin, Codein Oder Heroin" (Rietenberg, 2017, S.3).

Mary Nyswander und Vincent Dole begrundeten im Jahre 1963 die sogenannte Methadon-Erhaltungsbehandlung mit den Zielen der korperlichen und gesundheitlichen Stabilisierung, der sowohl sozialen, als auch der beruflichen Integration und der Entkriminalisierung und Distanzierung von dem Drogenmilieu.

1970 wurde die Methadonbehandlung, welche nun als Substitutionsbehandlung bekannt ist, durch die New York State Medical Society als eine zweckmaBige erfolgreiche Behandlung anerkannt.

Des Weiteren wurde durch das Betaubungsmittelgesetz im Jahre 1981 festgelegt, dass eine Substitutionsbehandlung unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt ist und in etwa zehn Jahre spater, wurde diese als Leistung gesetzlicher Krankenkassen eingefuhrt (Lojewski I., Schay P., Siegele F., 2013)

Substitution hat sich im Laufe der letzten Jahre zur Standardtherapie Drogenabhangiger entwickelt, uber 72000 Opiodhabhangige werden mit Hilfe dieser Therapie behandelt Durch die pharmakologischen Wirkungen des Substitutionsmittels werden Entzugssymptome verhindert und in Folge dessen eine gewisse Distanz von der Drogenszene ermoglicht und eine gesundheitliche und soziale Stabilisierung verfolgt.

Die Substitution gilt als unabdingbare Basis dafur, urn das Wahrnehmen der Angebote, welche auf die Stabilisierung der Gesundheit und der psychosozialen Gesamtsituation abzielen, zu erleichtern bzw. uberhaupt erst zu ermoglichen (Lojewski, Schay & Siegele, 2013).

Das Erlangen von Abstinenz bildet keine zwingende Voraussetzung fur die Aufnahme in die Substitutionsbehandlung (Resing, Steiniger, Sturmer&Wiggenhauser, 2014).

Das Hauptziel ist nicht, wie vielleicht angenommen, die Abstinenz, sondern eine Rehabilitation aufallen Ebenen in Form einer Langzeitbehandlung (Lojewski, Schay &, Siegele, 2013).

Zu den Zielen, welche die Rehabilitation umfasst gehoren, sowohl das Mindern des illegalen Drogenkonsums und der Infektionsrisiken, als auch die Verbesserung der korperlichen und seelischen Gesundheit. Des Weiteren soil die Kriminalitat minimiert, die Klient*innen in ein Beschaftigungsverhaltnis reintegriert und soziale Interaktionen dieserverbessertwerden, ohne dass der Drogenkonsum vollkommen aufgegeben werden muss (Gerlac & Stover, 2009).

2.2 Definition PSB

,,PSB ist nach den Richtlinien der Bundesarztekammer ein regelhaft empfohlener Bestandteil des umfassenden Therapiekonzepts der substitutionsgeschutzen Behandlung opiodabhangiger Menschen" (Rietenberg, 2017, S.4). Bezuglich der Ubersetzung des Kurzels PSB sind die Fachleute sich nicht ganz einig. Wahrend Einigkeit daruber besteht, dass die Buchstabenkombination PS fur „psychosozial“ steht, gibt es zahlreiche Translationen des B. Nicht nur innerhalb der Drogenhilfe, sondern auch innerhalb des fur die Substitutionsbehandlung geltenden Gesetzestext und der Richtlinien der Bundesarztekammer gibt es verschiedene Ubersetzungsvarianten des B, wie beispielsweise Begleitung, Beratung, Betreuung Oder Behandlung (Gerlach & Stover, 2010).

2.3 Gesetzliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen, die fur die Substitutionsbehandlung gelten, befinden sich im Arzneimittelgesetz (AMG), dem Betaubungsmittelgesetz (BtmG), der Betaubungsmittelverschreibungsordnung (BtmVV) und in den Richtlinien der Bundesarztekammer zur Durchfuhrung der substitutionsgeschutzten Behandlung Opioidabhangiger(Resing, Steiniger, Sturmer& Wiggenhauser, 2014).

GemaB § 5 Absatz 1 Satz 2 BtMVV, gelten arztlich verschriebene Betaubungsmittel, welche im Rahmen einer Therapie zur Behandlung einer Opioidabhangigkeit, die durch den Missbrauch von Opioiden entstanden ist, als ein Substitutionsmittel (Verordnung der Bundesregierung, Dritte Verordnung zurAnderung der Betaubungsmittel- Verschreibungsverordnung; 2017).

Des Weiteren sind substituierende Arzt*innen gemaB § 5 Absatz 11 BtMVV dazu verpflichtet, den Richtlinien der Bundesarztekammer, welche sowohl die Auswahl des Substitutionsmittels, als auch die Bewertung des Behandlungserfolges und die Voraussetzungen, die fur die Zulassung notig sind, festlegen, zu folgen. (Resing, Steiniger, Sturmer & Wiggenhauser, 2014).

Substituieren durfen Arzt*innen laut § 5 Absatz 3 nur dann, wenn sie die „Mindestanforderungen an eine suchttherapeutische Qualifikation erfullt, welche von den Arztekammern nach dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft festgelegtwerden" ( Erbas, Fahrmbacher-Lutz, Pogarell, Stecker & Wodarz, S.18). Zusatzlich durfen Opiate gemaB §13 BtMVV ausschlieBlich dann zur Substitution genutzt werden, insofern die Behandlung mit anderen Mitteln erfolglos blieb (Erbas, Fahrmbacher- Lutz, Pogarell, Stecker&Wodarz, (2018).

In § 5 Absatz 2 Satz 2 BtMVV sind die rechtlichen Voraussetzungen einer PSB im Rahmen einer Substitutionsbehandlung festgelegt, wonach der Arzt einen Patienten so lange substituieren darfwie „die Behandlung erforderliche psychiatrische, psychotherapeutische Oder psychosoziale Behandlungs- und BetreuungsmaBnahmen einbezieht", was insofern definiertwird, dass sich sowohl die Art, als auch der Umfang der PSB individuell an den Patienten und seinen Krankheitsverlaufanpassen mussen. (Resing, Steiniger, Sturmer& Wiggenhauser, Seite 11).

Sobaid sowohl der Arzt, als auch die PSB keinerlei Grunde fur eine weitere psychosoziale Beratung sehen, kann die Substitution auch ohne diese weitergefuhrtwerden, vorausgesetzt dies wird schriftlich dokumentiert (Resing, Steiniger, Sturmer &Wiggenhauser, 2014).

Die Schweigepflicht gemaB §203 StGB, welche fur Drogenberater*innen gilt, muss ebenfalls von den Mitarbeiter*innen der PSB gewahrtwerden (DHS Deutsche Hauptstelle fur Suchtfragen e.V., 2010).

3. Die Psychosoziale Betreuung (PSB)

3.1 PSB - Auftrag, Zielsetzung und Zielgruppe

Bezuglich der Substitutionstherapie haben sich hinsichtlich der regional verschiedenen Finanzierungsschemata, Strukturen der Trager und fachlicher politischer Blickwinkel enorm differenzierte Vorstellungen von der PSB als Bestandteil der Substitutionstherapie entwickelt. Aufgrund dessen gestaltet es sich schwierig, ein allgemeingultiges Verstandnis von der PSB zu formulieren.

Was jedoch klar ist, ist dass die PSB eine entscheidende und maBgebende Bedeutung fur die Drogenabhangigen, sowohl zu Beginn der Behandlung, als auch uber diese hinaus, hat. Die individuelle Hilfeplanung ergibt sich sowohl aus den unterschiedlichen Lebenslagen, als auch aus den nicht einheitlichen Krankheitsbildern der Klient*lnnen unter besonderer Berucksichtigung der Ressourcen dieser, fokussiert auf das Fordern und das Ermoglichen eines selbstbestimmten Lebens, begleitet von einer psychosozialen und gesundheitlichen Stabilisation mit dem Ziel derWiedereingliederung und Teilhabe. Unverzichtbar, urn diese intensiven Hilfeleistungen uberhaupt erbringen zu konnen, ist eine hinreichende Vernetzung der Einrichtung mit umliegenden Fachbereichen (Rietenberg, 2017).

Opiatabhangige befinden sich meist in einer Situation, in welcher sie nicht nur physische, sondern auch psychische und soziale Folgen der Sucht spuren, welche nicht selten Ausloser fur psychische Storungen sein konnen (Gerlach & Stover, 2009).

Besonders oft handelt es sich urn Begleit- und Folgeerscheinungen, wie beispielsweise Hepatitis B und C und HIV Oder aber auch unterschiedliche Formen psychiatrischer Erkrankungen wie beispielsweise Psychosen, Angst- Oder Personlichkeitsstorungen Oder Depressionen. Ziel der Beratungsangebote ist es jedoch nicht nur den Drogenabhangigen zu helfen, sondern auch deren Angehorigen, insbesondere Kinder, werden in die psychosoziale Beratung miteinbezogen (Rietenberg, 2017).

Laut Korkel und Kruse konnen die Therapieziele einer psychosozialen Betreuung innerhalb einerSubstitutionsbehandlung in verschiedene Bereiche aufgeteiltwerden.

An allererster Stelle steht die Uberlebenssicherung als hochste Prioritat!

Ziel ist es diese mit Hilfe der gesundheitlichen Stabilisierung der Klient*lnnen zu erreichen, indem diese in ihrer Eigenmotivation Begleiterkrankungen ihrer Suchtkrankheit behandeln zu lassen, gestarktwerden und bei derVermeidung infektioser Erkrankungen unterstutzt werden. Ein weiteres Therapieziel bildet die dauerhafte Abstinenz beziehungsweise eine stabile lebenslange Substitution, wobei diese beiden Aspekte gleichgestelltwerden, da eine stabile langfristige Substitution eine sinnvolle Moglichkeit fur die Klient*innen bildet, fur welche das Ziel der Drogenabstinenz aufgrund der Komplexitat und Schwere der somatischen und seelischen Erkrankungen und sozialen Schwierigkeiten nicht zu erreichen ist. UnterstutzungsmaBnahmen, welche zum Erreichen dieses Zielbereichs beitragen, bilden zum einen das Starken des selbstbestimmten Handels der Klient*lnnen und zum anderen auch die Erprobung alternativer Losungs - und Problembewaltigungsstrategien.

Des Weiteren soil eine zufriedene Lebensbewaltigung und -gestaltung soweit es geht erreichtwerden, indem die Klient*lnnen innerhalb der Psychosozialen Betreuung nicht nur Unterstutzung bei derSicherung derfinanziellen Basisversorgung Oder derTeilhabe am Arbeitsleben, sondern auch Hilfen zurVerbesserung ihrersozialen Situation und Starkung ihrer Motivation zur Eigenentwicklung, erfahren (Resing, Steiniger, Sturmer & Wiggenhauser, 2014). Psychosoziale Hilfen zielen einerseits direktaufden Drogenmissbrauch (wie beispielsweise die Motivation zur Minderung Oder sogar Freiheit von Beigebrauch), aber mussen sich auch auf die Lebenswelt des Klienten beziehen und eine Unterstutzung in Bezug aufdie maBgebenden Problematiken und Mangel in verschiedenen Lebensbereichen bieten.

Die MaBnahmen, welche die Minimierung des Drogenkonsums als Ziel setzen, sind fur alle von Drogen abhangigen Klienten von hochster Bedeutung, obwohl es naturlich individuell enorme Unterschiede bezuglich des Konsums, bereits erfolgterVeranderungen Oder aber auch der Bereitschaft zu diesen gibt.

Aufgrund dessen stehen entsprechende Hilfen sowohl zur Reduzierung des Beigebrauch, als auch zur Prevention eines moglichen Ruckfalls im Zentrum der Basistherapie.

Berucksichtigt wird in diesem Konzept der Basistherapie, dass am Anfang einer Substitutionsbehandlung nicht alle Patient*innen fur eine aktive therapeutisch gestaltete Veranderung ihres Drogenkonsums zuganglich sind und, dass zudem anfanglich oftmals akute Schwierigkeiten im Hinblick auf die Existenzsicherung bestehen, welche zusatzlich Oder aber auch zunachst als Basis fur die Konfrontation mit dem Drogengebrauch, bewerkstelligtwerden mussen (Rietenberg, 2017). Die PSB umfasst ein weites Arbeitsfeld mit enorm vielfaltigen Angeboten, zu welchem nicht nur beispielsweisen das Auseinandersetzen mit dem Beigebrauch von Drogen Oder das Aktivieren von Ressourcen und die Sicherung der Basisversorgung gehoren, sondern auch das Abklaren juristischer Problemlagen Oder aber auch das Vermitteln zwischen den Klient*lnnen und dem substituierenden Arzt, falls eventuell Konflikte entstehen. Des Weiteren werden die Klient*innen ebenfalls bei sozialen Konflikten mit beispielsweise dem Partner Oder den Eltern etc. unterstutzt. Auch eine Schwangerschaftsberatung Oder aber auch eine Beratung bezuglich der Rolle als Elternteil ist in einer psychosozialen Beratungsstelle moglich (Gerlach R., StoverH., 2009).

Ferner besteht die Psychosoziale Betreuung eines Substituierten aus verschiedenen Handlungsebenen. Zunachst gibt es die Anfangsphase, in welcher zunachst Kontakt hergestelltwird und dieserdarauffolgend dann stabilisiertwird. Es erfolgtzudem eine Anamnese, mit Hilfe welcher die Vorgeschichte, welche das Leben beziehungsweise die Situation der Klient*lnnen in einer Art und Weise beeinflussen Oder beeinflusst haben, erfasst werden. In dieser Phase der Psychosozialen Betreuung sollte eine vertrauensvolle Basis fur die weitere Arbeit geschaffen werden.

Eine weitere Handlungsebene bildet die Phase der Stabilisierung, in welcher die Therapeuten nicht nur gemeinsam mit den Klient*lnnen Ziele finden und formulieren, sondern auch wichtige Lebensgrundlagen sicherstellen und eine Unterstutzung bei der Reduzierung des Beigebrauch, wahrend der Substitutionstherapie, bilden. Des Weiteren findet ebenfalls eine Vermittlung in weitere Hilfesysteme statt, falls dies notwendig erscheint. Fortlaufend werden innerhalb der sogenannten Supportiven Betreuung langfristige Ziele formuliert, neue Lebensperspektiven und -Moglichkeiten aufgezeigt und Ressourcen zur Erreichung dieser gefordert. Auf der nachsten Handlungsebene geht es darum, die bereits erreichten Ziele so gut es geht aufrecht zu erhalten. Falls dies erfolgreich verlauft, kann der Betreuungsumfang daraus folgend reduziertwerden bis hin zur Beendigung der Psychosozialen Betreuung bei fortlaufender Substitution.

Die letzte Phase der psychosozialen Betreuung von Substituierten bildet die Abdosierung und die Nachsorge, welche eine intensive Betreuung, wahrend der Abdosierung des Substituts voraussetzt. Des Weiteren sollen Ruckfalle weitgehend vermieden werden, wozu auch die Vermittlung in weitere Angebote wie beispielsweise Selbsthilfegruppen, beitragen kann (Resing, Steiniger, Sturmer&Wiggenhauser, 2014).

Dies stellt einen idealtypischen Verlauf einer Psychosozialen Betreuung dar, welcher nicht den regelhaften Fortgang einer Betreuung entsprechen muss.

Innerhalb der Psychosozialen Betreuung wird fur die Suchterkrankten eine vertrauensvolle Basis geschaffen, ganz ohne Misstrauen entgegen gebracht zu bekommen Oder als Versager angesehen zu werden.

Die Patient*innen konnen einen enorm hohen Nutzen aus psychosozialen UnterstutzungsmaBnahmen ziehen, da dort die Moglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit psychischen Beeintrachtigungen, wie der Abhangigkeit Oder Depressionen und sozialer Problemlagen, wie Wohnungs - Oder Arbeitslosigkeit geboten wird. Was keinesfalls auBer Acht gelassen werden darf ist, dass es wahrend des Stabilisierungsprozesses auch immer zu zahlreichen Krisen Oder Ruckfallen kommen kann (Gerlach & Stover, 2009).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Psychosoziale Betreuung von Substituierten. Die Methode der Motivierenden Gesprächsführung
Hochschule
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V1033458
ISBN (eBook)
9783346444653
ISBN (Buch)
9783346444660
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivierende Gesprächsführung, Soziale Arbeit, Beratung, Drogenabhängigkeit, Heroinabhängigkeit, Drogenkonsum, Beratung und Hilfeplanung, Heroinkonsum, Substitution, Substitutionstherapie
Arbeit zitieren
Joelle Arraf (Autor:in), 2020, Psychosoziale Betreuung von Substituierten. Die Methode der Motivierenden Gesprächsführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033458

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