Im Zeitalter der modernen Kommunikation sind Online-Dating-Portale bei der Partnersuche längst zum probaten Medium geworden. Das erste Online-Dating-Portal wurde im Jahr 1956 in New York gegründet. Nach dessen Publizierung und Eröffnung expandierte und explodierte das Online-Dating-Konzept weltweit und ermöglichte dadurch die weltweite Suche nach einem geeigneten Partner über das Internet.
Seitdem wurden in unterschiedlichen Ländern neue Portale gegründet und für viele Personen zugänglich gemacht. Das Geschäft mit dem Online-Dating hat sich so seit Jahren zu einem exponentiellen Markt entwickelt. Um dies zu belegen, kann eine Online Marktuntersuchung von aktiven Nutzern auf Online-Dating-Portalen und deren Vergleich untereinander herangezogen werden, aus der hervorgeht, dass im Jahr 2017 rund 8,6 Millionen Single-Frauen und Single-Männer auf der Suche nach der großen Liebe waren. Um virtuell mit anderen Single-Frauen oder Single-Männern möglichst schnell in den Austausch zu kommen, benutzen diese Singles Online-Dating-Portale, wie zum Beispiel Parship, C-Date, Friendscout24, Lovoo oder Tinder.
Aufgrund der hier beschriebenen Vielfalt an Online-Dating-Portalen, die in dieser Bachelorarbeit nur in Deutschland betrachtet wird, gewinnen alle Plattformen immer mehr an Interessenten und gewinnen dadurch wiederum an Popularität. Diese wird umso mehr bei der Betrachtung der jährlichen Durchschnittszahlen an Registrierungen und Aufrufen auf Online-Dating-Plattformen deutlich. Durch die Anzahl der deutschen Online-Dating-Plattformen wurden im Jahr 2010 circa 2,09 Millionen Aufrufe innerhalb von drei Monaten registriert, die in den letzten Jahren exponentiell zugenommen haben und sich in naher Zukunft immer weiter nach oben bewegen werden.
Um durch diese Aussagen nichts vorwegzunehmen, stellten sich für die vorliegende Untersuchung im Vorfeld die folgenden elementaren Fragen: Wie stellen sich die Online-Dating-Nutzer selbst dar? Stellt sich das weibliche Geschlecht besser dar als das männliche Geschlecht? Gibt es zudem einen Unterschied im Alter bei der Selbstdarstellung im Internet? Stellt sich die jüngere Generation positiver dar als die Generationen zuvor, da sie mit dem Internet aufgewachsen ist?
All dies können Sie nun in dieser Ausgabe nachlesen und sich hierzu selbst ein Bild schaffen, viel Spaß dabei :)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsgegenstand und theoretischer Hintergrund
2.1 Forschungsgegenstand
2.1.1 Online-Dating-Plattformen
2.1.2 Online-Partnersuche
2.2 Selbstdarstellung
2.2.1 Arten
2.2.1.1 Assertive Selbstdarstellung
2.2.1.2 Offensive Selbstdarstellung
2.2.1.3 Protektive Selbstdarstellung
2.2.1.4 Defensive Selbstdarstellung
2.2.2 Selbstdarstellung der Altersgruppen
2.2.3 Selbstdarstellung der Geschlechter
2.2.4 Grund der Selbstdarstellung
2.2.5 Bildung und Selbstdarstellung
2.3 Generationen
2.3.1 Nachkriegsgeneration
2.3.2 Baby-Boomer
2.3.3 Generation X
2.3.4 Generation Y
2.3.5 Generation Z
2.4 Motivation der Bedürfnisse
2.4.1 Bedürfnispyramide nach Maslow
2.4.2 Intrinsische Motivation
2.4.3 Extrinsische Motivation
2.5 Vertrauen
2.6 Aktueller Forschungsstand
2.7 Hypothesen der empirischen Forschung
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Versuchsmaterial
3.3 Versuchsablauf
3.4 Pretest des Fragebogens
4 Ergebnisse
4.1 Aufbereitung der Daten
4.2 Deskriptive Datenanalyse und Prüfung der Hypothesen
4.2.1 Hypothese 1
4.2.2 Hypothese 2
4.2.3 Hypothese 3
4.2.4 Hypothese 4
4.2.5 Hypothese 5
4.2.6 Hypothese 6
5 Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die positive Selbstdarstellung von Nutzern auf Online-Dating-Plattformen, um aufzudecken, wie sich diese präsentieren und welche Einflussfaktoren – wie Geschlecht, Alter, Generation, Bildungsgrad oder Intention der Nutzung – hierbei eine Rolle spielen.
- Analyse von Selbstdarstellungsstrategien auf Online-Dating-Portalen.
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Selbstdarstellung.
- Einfluss der Nutzer-Intention (z.B. feste Beziehung vs. One-Night-Stand).
- Zusammenhang zwischen sozio-demografischen Merkmalen (Alter, Bildung) und der Selbstdarstellung.
- Anwendung psychologischer Theorien wie des Impression-Management und der Maslowschen Bedürfnispyramide.
Auszug aus dem Buch
2.2 Selbstdarstellung
Die unterschiedlichen Arten von Selbstdarstellungen auf Online-Dating Plattformen sind stark miteinander verknüpft. Mit den eigenen Anforderungen und Wünschen an andere Personen wird die eigene Art und das Auswahlverhalten beeinflusst und dementsprechend gestaltet (Toma & Hancock, 2010).
Seit Jahrzehnten liegen diverse Konzepte und Studien zur Selbstdarstellung in den unterschiedlichsten Theorien der Psychologie vor. Speziell im Selbstkonzept der Sozialpsychologie wird der Begriff Impression-Management als eine der großen Techniken des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Diese Technik beschreibt, wie sich eine Person im Gegensatz zu einer anderen Person versucht, positiver als die andere Person darzustellen (Hogan, 2010; Mummendey, 2006). Also sich selbst als Person wahrzunehmen und durch das Selbstkonzept nach außen darzustellen (Mummendey, 2006). Dabei werden mit dem Begriff Impression-Management zwei unterschiedliche Bereiche beschrieben. Zum einen der kurzfristige und zum anderen der langfristige Nutzen. Als Beispiel hierfür dient das Sich-Beliebtmachen beim Chef. Dies kann sowohl einen kurzfristigen Nutzen als auch einen langfristigen Nutzen mit sich bringen. Das Hauptziel dessen ist es, einen bestmöglichen und positiven Eindruck bei dem Vorgesetzten zu hinterlassen und dadurch das Umfeld zu beeinflussen (Diekmann, 2015; Mummendey, 2006; Mummendey & Eifler, 1995). Dieser Selbstdarstellungsprozess läuft bei jedem Menschen permanent und unterbewusst ab und kann dadurch jede andere Person, sowie auch die Person selbst, beeinflussen (Mummendey, 2006). In der realen Umgebung, d. h. nicht im Internet, betrachtete Mummendey (2006) alle menschlichen Arten und deren Vorgehen, wie diese in die virtuellen Räume übertragen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Online-Dating-Portalen ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit, die Selbstdarstellung der Nutzer näher zu beleuchten.
2 Forschungsgegenstand und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Forschungsgegenstand Online-Dating, definiert Selbstdarstellung, betrachtet Generationenunterschiede und nutzt die Bedürfnispyramide nach Maslow als theoretisches Fundament.
3 Methode: Hier werden das methodische Vorgehen, die Erhebung mittels Online-Befragung sowie das verwendete Versuchsmaterial und der Pretest des Fragebogens detailliert dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel stellt die durchgeführte quantitative Datenanalyse vor, visualisiert die Ergebnisse durch Boxplots und Streudiagramme und prüft die sechs aufgestellten Hypothesen statistisch.
5 Zusammenfassung und Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Diskussion der Ergebnisse, der kritischen Reflexion des methodischen Vorgehens und dem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Online-Dating, Selbstdarstellung, Impression-Management, Partnervermittlung, Geschlechtsunterschiede, Bedürfnispyramide, Generation Y, Baby-Boomer, Online-Befragung, Signifikanz, Soziale Erwünschtheit, Internetkommunikation, Statistische Auswertung, Motivationspsychologie, Online-Partnersuche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie sich Menschen auf Online-Dating-Plattformen präsentieren und welche Faktoren ihre Selbstdarstellung beeinflussen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Felder sind die psychologischen Aspekte der Selbstdarstellung (Impression-Management), die Online-Partnersuche, Generationenunterschiede sowie der Einfluss von sozio-demografischen Merkmalen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist herauszufinden, wie sich Nutzer auf Online-Dating-Plattformen darstellen und was deren mögliche Einflussfaktoren sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mittels eines angepassten Fragebogens durchgeführt und anschließend statistisch ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zur Selbstdarstellung, die methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die detaillierte Ergebnispräsentation und Hypothesenprüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Online-Dating, Selbstdarstellung, Impression-Management, Geschlechtsunterschiede und statistische Hypothesenprüfung.
Wie unterscheiden sich die Generationen Y und Baby-Boomer laut der Untersuchung?
Die Untersuchung ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Generation Y und der Generation Baby-Boomer in Bezug auf die positive Selbstdarstellung.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich des Geschlechts?
Es wurde festgestellt, dass sich das weibliche Geschlecht auf Online-Dating-Plattformen signifikant positiver darstellt als das männliche Geschlecht.
- Arbeit zitieren
- Marco Gastel (Autor:in), 2020, Partnersuche im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034915