Papst Pius XI.: Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" in ihrem historischen Kontext


Hausarbeit, 2001

14 Seiten, Note: 1,7


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Vorgehichte
1.1. Die tuation der katholihen Kirche zwihen 1933 - 1937
1.2. Entehung und Verbreitung der Enzyklika

2. Inhalt der Enzyklika

3. Auirkungen und Reaktionen

Schluss

Bibliographie

Einleitung:

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von Papst Pius XI. vom 14. März 1937.

Eine wesentliche Schwierigkeit im Umgang mit der Enzyklika ist in der zeitlichen Distanz begründet. Man muss den geschichtlichen Hintergrund berücksichtigen, um verstehen zu können, warum ein Text, der heute auch sprachlich eher ungewöhnlich anmutet, damals eine enorme Wirkung hatte und ein immens wichtiges Dokument der Geschichte darstellt. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die Enzyklika in ihren geschichtlichen Kontext einzubetten, wie ich es schwerpunktmäßig in meinen Ausführungen tue. Ich gebe allerdings keinen umfassenden Überblick über die Geschehnisse in Deutschland ab 1933, sondern konzentriere mich vor allem auf die Ereignisse, die in entscheidendem Zusammenhang mit der Situation der Katholischen Kirche im „Dritten Reich“ stehen und damit die geschichtlichen Grundlagen bilden, um die Enzyklika inhaltlich und in ihrer Wirkung erfassen zu können.

Da ich mich wie gesagt insbesondere auf die historische Einbettung konzentriere, vernachlässige ich eine genaue Analyse der Enzyklika „Mit brennender Sorge“. Eine grobe Wiedergabe des Inhalts gebe ich natürlich trotzdem.

Die Frage, die ich mir während der Recherchen zu dieser Hausarbeit sehr häufig gestellt habe, ist, ob die Enzyklika die von katholischer Seite erhoffte Wirkung erfüllt hat bzw. ob sie nicht zu einem früheren Zeitpunkt viel sinnvoller sprich wirkungsvoller gewesen wäre. Natürlich sind derartige Spekulationen im Nachhinein mit dem rückblickenden Wissen schnell gemacht oder vielleicht teilweise sogar verfehlt und unangemessen, dennoch werde ich im abschließenden Schlussteil auf diese Frage noch einmal eingehen.

1. Vorgeschichte:

1.1. Die Situation der Katholischen Kirche zwischen 1933 und 1937:

Um die Situation der Katholischen Kirche zum Zeitpunkt der Verlesung bzw. Verbreitung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verstehen zu können, muss insbesondere auf das Verhältnis von Nationalsozialisten und Katholischer Kirche eingegangen werden.

Vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 gab es starke Proteste seitens der Katholischen Kirche gegenüber der Politik bzw. dem Programm der NSDAP und ihres Führers Adolf Hitler. Dies geschah in erster Linie nicht aus kirchenpolitischen Interessen heraus, sondern aufgrund der nationalsozialistischen Rassenideologie, der offensichtlichen Gewaltbereitschaft (SA/SS), der Ablehnung des Alten Testamentes und den Bestrebungen zu einer Nationalkirche.

Als Hitler allerdings zunehmend in öffentlichen Reden die wichtige und tragende Rolle der Kirchen im deutschen Staat betonte, was wohl in Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz steht, da Hitler, um eine verfassungsändernde2 /3-Mehrheit zu bekommen, auf die Stimmen des Zentrums, dem politischen Vertreter der Katholiken, angewiesen war, revidierte schließlich der Vorsitzende des Episkopats, Kardinal Bertram, die ablehnende, antinationalsozialistische Haltung und sprach der NSDAP und Hitler sein Vertrauen aus. Und dies, obwohl die ständigen verbalen und physischen Übergriffe gegenüber Geistlichen und Laien nicht abnahmen.

Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, wie es um das allgemeine Staatsverständnis der Katholischen Kirche stand. Grundlegend hierfür ist die Auslegung eines Paulus-Briefes an die Römer (13, 1-2)1. Hierin heißt es:

„Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt.“

Zu einem möglichen Widerstand sagt Paulus weiterhin:

„Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen.“

Insofern verstand sich die Katholische Kirche nicht als eine Institution, die sich allzu sehr in staatliche Belange einzumischen oder diese zu hinterfragen habe. Auf der anderen Seite hatten viele insbesondere ältere Würdenträger Angst vor einem zweiten Kulturkampf, den sie aus der Zeit Bismarcks noch in Erinnerung hatten. Man fürchtete, selbst in rein kirchlichen Angelegenheiten, wie der Seelsorge und der religiösen Erziehung in den Schulen, beschnitten zu werden. Aus diesem Grund wollte man sich nicht mit der politischen Obrigkeit überwerfen und war zu gewissen Zugeständnissen bereit.

Eine besonders wichtige Konsequenz dieser „Annäherung“ zwischen der Katholischen Kirche und dem NS-Staat war der Abschluss des Reichskonkordates am 20 Juni 1933, das von Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., und Vizekanzler Franz von Papen unterzeichnet wurde. Trotz vieler Bedenken kam dieser Vertrag unter anderem aus den eben genannten Ängsten, weiterhin aus dem Grunde zustande, dass der Vatikan schon während der Weimarer Republik versucht hatte, ein nationales Konkordat zu schließen, was aber nur mit Bayern und Preußen gelang. Außerdem zeigte sich Papst Pius XI. sehr angetan von der offenkundigen Frontstellung Hitlers gegenüber dem Bolschewismus. Eine besonders wichtige Folge des Vertrages war, dass die Katholische Kirche nun bei allen folgenden und von ihr zurecht schon zu diesem Zeitpunkt vermuteten Übergriffen auf Geistliche, Laien und Institutionen und Einschränkungen ihres Betätigungsfeldes einen rechtskräftigen Vertrag gegenüber den Nationalsozialisten hatte, auf dessen Einhaltung gepocht werden konnte. Dass dieses fast gänzlich ohne Erfolg sein würde, konnte zu diesem Zeitpunkt ohne unser heutiges Wissen nicht erwartet werden. Dass das Deutsche Reich unter Führung der NSDAP kein besonders verlässlicher Vertragspartner war, sollte sich schließlich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Weiteren Konfliktstoff stellten Alfred Rosenberg und sein Werk „Mythus des XX. Jahrhunderts“ dar, insbesondere, als er zum offiziellen Beauftragten für die Reinheit der nationalsozialistischen Ideologie ernannt wurde. Rosenbergs z.B. in seinem Buch geäußerten ideologischen Vorstellungen standen völlig im Gegensatz zu denen der Katholischen Kirche. Entsprechende Eingaben wurden allerdings mit dem Hinweis abgetan, dass es sich hierbei nur um eine Privatmeinung handle, was natürlich angesichts seines Amtes schwer vorstellbar war.

Die Situation der Katholischen Kirche spitze sich ab 1935 noch mehr zu, als die NSDAP versuchte, durch die sog. Devisen- und Sittlichkeitsprozesse sie besonders als moralische Instanz noch mehr an den Rand zu drängen. Diese Prozesse wurden durch die staatlich gelenkte Presse zu regelrechten Schauprozessen ausgeweitet, die allerdings nicht die erhoffte Wirkung zeigten, da der propagandistische Charakter zu offensichtlich war. Eine kurze Besserung gab es nur zum einen wegen der Olympischen Sommerspiele 1936 in Deutschland, bei denen solcherlei Dinge die deutsche Staatsführung in den Augen der Weltöffentlichkeit in ein schlechtes Licht gerückt hätte, zum anderen wegen einer dreistündigen Unterredung zwischen Adolf Hitler und Kardinal Faulhaber am 04. November 1936. Diese hatte zum Ergebnis, dass zum einen die Differenzen vor allem bezüglich der nationalsozialistischen Rassenideologie wieder sehr deutlich zum Vorschein traten, zum anderen allerdings zeigte sich Faulhaber sehr beeindruckt von Hitler und schätzte ihn, der sein ganzes Leben lang Mitglied der Katholischen Kirche war, als einen überzeugten Christen ein. Letztendlich einigte man sich darauf, dass Hitler zu Zugeständnissen bereit sei, wenn der Episkopat den diesjährigen Weihnachtshirtenbrief für eine umfassende, zu propagandistischen Zwecken zu verwendende Kommunismuskritik nutzen würde.

Dieser Weihnachtshirtenbrief, den Faulhaber selbst ausgearbeitet hatte, war allerdings nicht so, wie Hitler ihn sich vorgestellt hatte. Zwar beinhalteten ca.2 /3 des Textes Kritik am Kommunismus, der Rest allerdings war eine deutliche Situationsbeschreibung der Katholischen Kirche in Deutschland, und auch im ersten Teil konnte man eine versteckte Anklage an die nationalsozialistische Regierung herauslesen, so dass Hitler diesen Hirtenbrief also nicht zu seinen Zwecken nutzen konnte, er wurde staatlicherseits sogar totgeschwiegen.

Am 12. und 13. Januar 1937 fand eine außerordentliche Bischofskonferenz statt, da die Lage für die Katholische Kirche Ende 1936 ungeklärt war. Auf dieser Konferenz wurde fast ausschließlich über Kirchenpolitik debattiert, mit dem Ergebnis, dass sich der Episkopat nun endlich über seine Situation und die der katholischen Geistlichen und Gläubigen im Klaren war bzw. sein musste. Es sollten nun deutlichere Worte gefunden werden, als dies bisher der Fall war. Denn aus Angst vor weiteren oder umfassenderen Repressalien von Seiten des Staates hatte man zumeist geschwiegen oder nur vorsichtige Eingaben an die zuständigen Personen gerichtet, was für die Gläubigen, die auf eine klare Stellungsnahme des Episkopates warteten, kein Trost war, da diese schriftlichen Eingaben geheim erfolgten, genauso wie der Schriftverkehr des Vatikans mit dem Deutschen Reich. Außerdem gab es nie direkte Schuldzuweisungen an die NS-Regierung. Auch wenn es natürlich genügend Anhaltspunkte dazu gegeben hätte, so beschränkte man sich aus diplomatischen Gründen darauf, die Übergriffe zwar zu kritisieren, die Schuld aber bei denen zu suchen, die nicht in höheren Machtpositionen zu finden sind.

Man muss also zu der Situation kurz vor Verlesen der Enzyklika festhalten, dass die Katholische Kirche und ihre Anhänger teilweise unter schwersten Übergriffen zu leiden hatten. Aus taktischen Erwägungen war bisher eine deutliche, öffentliche Verlautbarung, in der der Episkopat oder ein einzelner Bischof klar Position bezogen hätte, ausgeblieben.

1.2. Entstehung und Verbreitung der Enzyklika:

Bereits am 21. Dezember 1936 hatte Kardinalstaatssekretär die Kardinäle Bertram, Schulte und Faulhaber, sowie die Bischöfe von Galen und von Preysing zu einer Audienz beim Papst und zu persönlichen Unterredungen zur Lage der Katholischen Kirche im Deutschen Reich nach Rom geladen. Überraschend ist bei der Auswahl der Bischöfe, dass sie nicht der Hierarchie im deutschen Episkopat entsprach. So fehlte z.B. Bischof Berning von Osnabrück, bisherige Verhandlungsführer und Vertrauter Bertrams. Aus dieser Tatsache kann man schließen, dass Eugenio Pacelli bewusst solche Bischöfe zu sich lud, die in der Mehrzahl für einen Protest gegenüber der nationalsozialistischen Regierung und ihren Übergriffen waren.

Die Einladung und auch der spätere Besuch erfolgte unter strengster Geheimhaltung, da möglichen Spekulationen ob des Grundes vorgebeugt werden sollte. Im Nachhinein wurde die Reise als normaler kurialer Vorgang dargestellt, der u.a. dazu gedient habe, dem erkrankten Papst einen Besuch abzustatten. Und tatsächlich gelang dieses „Täuschungsmanöver“, so dass die entsprechenden Stellen der NSDAP nicht hellhörig wurden.

Am 16. Januar 1937 trafen die Bischöfe mit Eugenio Pacelli zusammen. Man besprach die Situation der Katholischen Kirche in Deutschland und kam zu dem Ergebnis, dass zum einen das Konkordat von katholischer Seite aus, trotz der Verletzungen durch die deutsche Regierung, nicht anzufechten sei, zum anderen schlug Pacelli eine öffentliche päpstliche Erklärung vor, was anfangs bei Kardinal Bertram wenig Zustimmung fand. Da aber auch zur Lage der Katholischen Kirche in Mexiko und zum Kommunismus Enzykliken in Arbeit waren, erachtete man es letztlich geschlossen als sinnvoll, auch zum Nationalsozialismus bzw. der Situation im Deutschen Reich Entsprechendes zu verfassen. Pacelli beauftragte Kardinal Faulhaber damit, erste Gedanken und Stichworte zu einem solchen Schreiben zu sammeln.

Am folgenden Tag wurden die deutschen Würdenträger bei Papst Pius XI. zu einer Audienz empfangen, die mehr der Information des Papstes als einer weitergehenden Analyse galt. Die Bischöfe zeigten sich zutiefst beeindruckt von der Leidensfähigkeit des Papstes, da dieser immer noch von seiner schweren Krankheit gezeichnet war. Dieser Unterredung folgten weitere Einzelaudienzen. Eugenio Pacelli beauftragte Kardinal Faulhaber am 18. Januar, eine ersten Entwurf zu verfertigen. Auch dieses geschah unter strengster Geheimhaltung, so dass Faulhaber sich allein zurückzog und sogar auf einen Sekretär oder Stenographen verzichtete. Am 21. Januar hatte Faulhaber seine Arbeit beendet und legte Pacelli seinen Entwurf unter dem Hinweis, ihn selbst für ungenügend und einem päpstlichen Schreiben nicht würdig zu erachten, vor. Pacelli widersprach diesem, was sich auch darin zeigt, dass Faulhabers Entwurf im wesentlichen der entgültigen Fassung entsprach.

In den folgenden sieben Wochen überarbeitete der Kardinalstaatssekretär Faulhabers Arbeit. Zum einen nahm er sprachliche Eigenheiten des Münchener Kardinals heraus, um die Urheberschaft unkenntlich zu machen, zum anderen gab er dem Text den letzten Schliff für eine päpstliche Verlautbarung. Die endgültige Überarbeitung nahm Pius XI. selbst vor und unterzeichnete den Text, der erst kurz vorher in den Stand einer Enzyklika gehoben wurde, da der Kommunismus nicht schärfer verurteilt werden sollte, am 10. März, indem er ihn auf den 14. vordatierte. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Enzyklika nicht wie sonst üblich in lateinischer, sondern in deutscher Sprache verfasst wurde.

Unterdessen hatte sich die Lage für die Katholische Kirche in Deutschland weiter verschlechtert. Die Reichsregierung sah die Verständigungsversuche aufgrund des Weihnachtshirtenbriefes als gescheitert an, so dass u.a. der Schulkampf, d.h. der Kampf gegen konfessionellen Unterricht, weiter forciert wurde und zum nächsten Schuljahr „abgeschlossen sein sollte“. Außerdem wuchs die Spannung zwischen dem Vatikan und Deutschland, da Protestnoten einfach nicht mehr beantwortet wurden. Dies belastete aber auch die Beziehung zwischen Italien und Deutschland, so dass man von Seiten der Reichsregierung dann doch wieder bemüht war, aus dieser für sie diplomatisch ungünstigen Position wieder herauszukommen, indem man sich schließlich doch mit den Vorwürfen befasste. Allerdings geschah dieses nur in einer unsachlichen und die Tatsachen verkehrenden Art und Weise.

Ein weiteres Problem stellte die Verbreitung der Enzyklika in Deutschland dar, da man ja weiterhin absolute Geheimhaltung bewahren musste, um sich nicht im Vorfeld zu offenbaren und alles zunichte zu machen. Per Kurier wurde die Enzyklika schließlich in der Auflage von je einem Stück pro Ordinariat zur Nuntiatur nach

Berlin gebracht. Von dort wurden die Exemplare abermals per Kurier in die Bistümer versandt. Im Gegensatz zu dieser Lösung hatte Bertram für den offiziellen Postweg plädiert, da die Gestapo eh schnell Bescheid wisse.

Klar war von Anfang an, dass die Verlesung nur ein Erfolg werden konnte, wenn sie an allen Orten gleichzeitig durchgeführt werde. Uneinigkeit gab es lange Zeit nur über den Zeitpunkt. Als Termin wurde schließlich der 21. März, Palmsonntag, festgesetzt. Wiederum war es Bertram der Einspruch dagegen erhob, da er befürchtete, dass die lange Liturgie dieses Tages mit der Verlesung nicht zu vereinbaren sei. Dieses Problem wurde letztlich aber auch gelöst, indem den Bistümern und Kirchen ein gewisser Handlungsspielraum gewährt wurde, so dass die Enzyklika teilweise nur gekürzt oder zweigeteilt in der Morgen- und Abendmesse verlesen wurde. Für diesen Fall wurden gedruckte Exemplare ausgeteilt.

Am 17. März erhielten die meisten Druckereien die Aufträge zum Druck und konnten schon zwei Tage später liefern. Natürlich stellten die Druckereien ein weiteres Sicherheitsrisiko dar, da ein Spitzel jederzeit alles hätte auffliegen lassen können. Außerdem befürchteten viele Druckereibetriebe Sanktionen und Repressalien seitens der NS-Regierung, wenn sie die Enzyklika drucken würden. Letztlich wurden insgesamt ca. 300.000 bis 350.000 Texte gedruckt. Aus Angst vor Hausdurchsuchungen bei Geistlichen wurden die Exemplare so spät wie möglich ausgehändigt. Außerdem schlossen viele aus diesem Grunde ihren Text im Tabernakel ein.

Und tatsächlich schaffte man es, dass bis zum Abend des 20. Märzes keine Regierungsstelle Verdacht schöpfte. Lediglich einige wenige unvorsichtige Geistliche ließen am 20. März schon Exemplare verteilen, so dass auch deutsche Behörden von der bevorstehenden Verlesung in Kenntnis gesetzt wurden. Bei den anschließenden Hausdurchsuchungen konnten allerdings nur ca. 4.000 Texte beschlagnahmt werden. Als einer der ersten wurde Reinhard Heydrich, seit Juni 1936 Chef der Sicherheitspolizei und des SD, in Kenntnis gesetzt. In dem Wissen, dass aufgrund der mangelnden Zeit eine Verlesung ohne öffentliche Aufruhr nicht mehr zu verhindern war, beschränkte er sich darauf, die weitere Verbreitung der Enzyklika unterbinden zu lassen. Alle nicht auf kirchlichem Gelände befindlichen Texte sollten beschlagnahmt und die Verteiler, die als Laien eingestuft werden konnten, verhaftet werden.

Am Tag der Verlesung waren die Messen sehr gut besucht, was natürlich auch im Zusammenhang mit dem Palmsonntag stand. Allerdings galt dieses sowohl für die Morgen- als auch für die Abendpredigt, so dass davon auszugehen ist, dass viele Kirchgänger durch Mundpropaganda und die Geschehnisse am Morgen, also dem Verlesen der Enzyklika, angelockt wurden. Die Verlesung selbst lief relativ reibungslos ab und konnte auch fast überall durchgeführt werden. War dieses nicht der Fall, so lag es „nur“ an organisatorischen Hindernissen. Es ist also festzuhalten, dass es wohl keinen Geistlichen gab, der sich geweigert hätte, die Enzyklika zu verlesen. Zwischenfälle gab es kaum, da die Polizei sich im wesentlichen auf Überwachung beschränkte. Nur in einzelnen Gemeinden kam es zu Übergriffen, als die Polizei versuchte, Kirchgängern beim Verlassen der Kirche ihr offen getragenes Exemplar zu entwenden.

Um einen schnellen Überblick über die Verlesung zu bekommen, waren die Geistlichen von kirchlicher Seite aus zu einer sofortigen Berichtserstattung angehalten, so dass der fast reibungslose Ablauf schnell bekannt war.

2. Inhalt der Enzyklika:

Der Text der Enzyklika kann insgesamt in Einleitung, Hauptteil und Schluss eingeteilt werden. In der Einleitung spricht Pius XI. zunächst den deutschen Bischöfen für ihren Besuch im Januar und ihre Anteilnahme an seiner Person seinen Dank aus. Außerdem unterstreicht er die Notwendigkeit des Reichskonkordates und weist die Schuld an den Religionskämpfen eindeutig der Gegenseite zu. Er spricht die bisherigen Maßnahmen der Kirche an und begründet die bis zu diesem Zeitpunkt zurückhaltende Art bzw. Taktik der Katholischen Kirche. Schließlich kommt er auf den Anlass der Enzyklika. Er will die Gläubigen und Geistlichen in Deutschland in ihrem Glauben stärken, da sie „ein doppeltes Recht auf ein Wort der Wahrheit und der seelischen Stärkung“2 hätten.

In der Gliederung des Hauptteiles folge ich der Auffassung von Ulrich Wagener3, indem ich ihn dreiteile. Der erste Teil umfasst die Abschnitte „Reiner Gottesglaube“, „Reiner Christusglaube“, „Reiner Kirchenglaube“, „Reiner Glaube an den Primat“ und „Keine Umdeutung heiliger Begriffe und Worte“. Er hat also lehrhaft dogmatischen Charakter. Pius XI. führt aus, dass der reine Gottesglaube die

„Grundlage jeder Religion“4 sei. Dieser könne allerdings nur „auf die Dauer rein und unverfälscht erhalten“5 bleiben, wenn er „gestützt [werde] vom Glauben an Christus“6, genauso wie dieser „gestützt und umhegt [werde] vom Glauben an die Kirche, die Säule und Grundfeste der Wahrheit“7. Der Kirchenglaube wiederum sei abhängig vom „Glauben an den Primat des Bischofs von Rom“8. Weiterhin wird deutlich gemacht, was in den Augen der Katholischen Kirche wahren Glauben ausmache und welche Formen der Gottesverehrung falscher Natur seien. Dieses dient natürlich dazu, sich von den nationalsozialistischen Lehren abzugrenzen und deren Irrungen aufzuzeigen.

Im zweiten Teil („Sittenlehre und sittliche Ordnung“, „Anerkennung des Naturrechts“) geht es um Fragen der christlichen Ethik. Wiederum eng verknüpft mit der Kritik an der Ethik der nationalsozialistischen „Variante“.

Abschließend wendet sich Pius XI. an die einzelnen Gruppen („An die Jugend“, „An die Priester und Ordensleute“, „An die Getreuen aus dem Laienstande“), die unter Repressalien und Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu leiden haben. Er versucht, ihnen Orientierungshilfe zu geben, indem er sie in ihrem Glauben ermahnt und bestärkt.

Im Schlussteil wiederholt Pius XI. nochmals den Anlass und die Intention der Enzyklika. Er hofft, dass Kirche und Staat trotz der momentanen Situation wieder zusammenfinden werden, um die Not der Betroffenen zu lindern.

3. Auswirkungen und Reaktionen:

Die Verlesung der Enzyklika bedeutete für die nationalsozialistische Regierung eine große Überraschung. Zum einen, da es ja wie beschrieben keine Anzeichen für ein solches öffentliches Papstwort gegeben hatte, zum anderen, weil zwei Tage zuvor die Enzyklika zum Kommunismus verlesen worden war. Der Staat hatte also die Hoffnung gehegt, dass die Katholische Kirche nun zu den entsprechenden Kompromissen bereit sei und deshalb den Kommunismus bzw. Bolschewismus kritisiere, um sich auf die Seite der NS-Regierung bzw. Propaganda zu stellen. So wie Hitler es sich nach der Unterredung mit Kardinal Faulhaber im November 1936 vom Weihnachtshirtenbrief versprochen hatte. Um so erschütternder natürlich die Verlesung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“, da der Nationalsozialismus auf diese Weise, wie es die Absicht von Pius XI. war, mit dem Kommunismus auf eine Stufe gestellt wurde. Ein aus nationalsozialistischer Sicht natürlich nicht zu duldender Umstand, so dass die unmittelbaren Reaktionen und Maßnahmen entsprechend ausfielen.

Die gleichgeschaltete NS-Presse begann sofort mit antikirchlichen Kampagnen, in denen versucht wurde, die Enzyklika als Kampfansage und Bruch der Konkordatsbestimmungen darzustellen.

Während die NS-Regierung weitestgehend versuchte, die Enzyklika totzuschweigen, so wie es ja auch schon beim Weihnachtshirtenbrief der Fall war, sollten die Schuldigen gefunden und bestraft werden. Außerdem galt es, die weitere Verbreitung der gedruckten Exemplare zu unterbinden. Die Geistlichen selbst konnte man nicht belangen, da die Gefahr als zu groß eingeschätzt wurde, auf diese Weise die Öffentlichkeit zu sehr gegen sich aufzubringen. Auch die Verteiler konnten zumeist nicht mehr aufgefunden werden, so dass letztlich fast ausschließlich die Druckereien die Rache der Nationalsozialisten zu spüren bekamen. Bereits am Karsamstag wurden zwölf Druckereien, die die Enzyklika gedruckt hatten beschlagnahmt und teilweise enteignet, was den heftigen, aber letztlich nutzlosen Protest der Bischöfe auslöste. Hitlers anfängliche, wutentbrannte Absicht, man sprach von wahren Tobsuchtsanfällen, als er von der Verlesung erfuhr, war, alle Beteiligten Drucker wegen Hochverrats hinrichten zu lassen. Von diesem Vorhaben konnte er allerdings abgebracht werden, so dass die Mitarbeiter teils wieder freigelassen, teils mit Sanktionen oder hohen Haftstrafen versehen wurden.

Bei allen Maßnahmen war die NS-Regierung aber doch immer um Vorsicht bedacht, da sie kein öffentliches Ärgernis aus der Sache entstehen lassen wollte. Außerdem folgten den unmittelbaren Reaktionen erst einmal keine weiteren, da man nicht überstürzt handeln wollte, um auch absehen zu können, was die nächsten Schritte der Katholischen Kirche sein würden.

Natürlich sollte die zwischenzeitlich bedachte Haltung der NS-Regierung nicht von Dauer sein. Am 06. April wurden die Sittlichkeitsprozesse wieder aufgenommen, und zu Beginn des neuen Schuljahres durften an konfessionellen Oberschulen und Gymnasien keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden. Als von katholischer Seite der Verdacht geäußert wurde, dass die Wiederaufnahme der

Sittlichkeitsprozesse in Zusammenhang mit der Verlesung der Enzyklika stehe, ging der „Völkische Beobachter“ in einem entsprechenden Artikel9 sogar so weit, zu behaupten, dass die Enzyklika ja schließlich nicht am 21. März, sondern am 21. April verlesen worden sei, so dass ein Zusammenhang zu den Sittlichkeitsprozessen wohl kaum bestehen könne. Am 28. Mai schließlich kündigte Propagandaminister Joseph Goebbels der Kirche wegen der Enzyklika den Kampf an. Ähnliche Worte fand Hitler selbst während einer Rede am 1. Mai. Er kündigte an:

„Falls sie jedoch versuchen sollten, durch irgendwelche Maßnahmen, Schreiben, Enzykliken usw. sich Rechte anzumaßen, die nur dem Staat zukommen, werden wir sie zurückdrängen in die ihnen gebührende geistlich-seelsorgliche Tätigkeit“10.

Es dauerte also aus den eben genannten Gründen verhältnismäßig lange, bis sich die NS-Regierung öffentlich konkret zu der Enzyklika äußerte. Ansonsten war sie stets bestrebt, die Enzyklika in ihrer Bedeutung herunterzuspielen. Während Hitler und die Nationalsozialisten also tobten, dass sie die Verlesung nicht hatten absehen und verhindern können, fand die Enzyklika bei Klerus und Laien großen Anklang. Ungeachtet der Konfession waren die Menschen dankbar ob dieser Worte des Mutes und der Hoffnung. Das wird auch daran deutlich, wie überfüllt die Kirchen an diesem Tage waren und wie viele weitere Bestellungen für gedruckte Exemplare bei den Druckereien eingingen. Dass diese nicht mehr bearbeitet werden konnten, ist müßig zu erwähnen.

Schluss:

Wie ist nun also die Enzyklika zu bewerten, wenn man die historischen Hintergründe bedenkt? Kam sie genau zum richtigen Zeitpunkt und war den Gläubigen und Geistlichen ein Wort der Hoffnung und Ermutigung, in Anbetracht des göttlichen Willens die Leiden weiter zu ertragen und nicht den Glauben zu verlieren?

Meiner Meinung nach war die Enzyklika notwendig und immens wichtig für die

Menschen, was durch die Aufnahme nur zu deutlich wurde. Wenn man allerdings bedenkt, dass nach Verlesen der Enzyklika die NS-Regierung wiedereinmal, wie so viele Male zuvor, nicht wagte, die Geistlichen zu belangen, um die Angelegenheit nicht mehr als unbedingt nötig in die Öffentlichkeit kommen zu lassen, so kann man doch zu der berechtigten Frage gelangen, ob der deutsche Episkopat und die Geistlichen im allgemeinen nicht eher und konkreter hätten Stellung beziehen müssen, als dies der Fall war. Hätte also vielleicht auch ein päpstliches Wort wie die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ zu einem früheren Zeitpunkt viel mehr bewirken können, wenn die Menschen schon eher so sehr bestärkt worden wären und auf diese Weise Halt und Orientierung gefunden hätten?

Wie bereits in der Einleitung gesagt, sind dies alles nur Spekulationen, die zwar auf geschichtlichen Tatsachen beruhen, aber doch aus der Retrospektive heraus angestellt werden. Insofern ist es sehr schwierig und vielleicht sogar vermessen, zu Schuldzuweisungen in Richtung der Katholischen Kirche zu gelangen, auch wenn das Verhalten der Kirche viele Fragen aufwirft.

Neben den sehr positiven Reaktionen der Gläubigen aller Konfessionen und der Weltöffentlichkeit muss man natürlich auch berücksichtigen, dass sich zwischen dem deutschen Staat und der Katholischen Kirche nach der Verlesung der Enzyklika kein Kompromiss abzeichnete. Ganz im Gegenteil: Die Fronten verhärteten sich weiter, so dass die Spannung in den nächsten Monaten stetig zunahm. Außerdem musste die Katholische Kirche verstärkt Kirchenaustritte hinzunehmen.

Auch wenn das päpstliche Wort im Ausland sehr begrüßt wurde, so änderten sich die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich nicht. Einzig Italien versuchte Druck auf die NS-Regierung auszuüben, da man auch im eigenen Lande um Spannungen mit den Gläubigen und Geistlichen und dem Vatikan fürchtete. Dieser Protest blieb allerdings ohne Erfolg.

Abschließend muss noch festgehalten werden, dass auch, wenn die Enzyklika sicherlich nicht dazu beitrug, das Verhältnis der Katholischen Kirche zum nationalsozialistischen Deutschland zu verbessern, so war sie nicht nur wegen der Wirkung auf die Gläubigen und Geistlichen notwendig. Die Katholische Kirche war sich und der Weltöffentlichkeit eine klare Stellungsnahme schuldig, um nicht letztlich als unmündig und wehrlos dazustehen. Es war ihre Aufgabe und Pflicht, in diesen unklaren Zeiten deutlich Position zu beziehen. Natürlich auch immer und vor allem als Hilfe für die Gläubigen und Geistlichen, die am meisten unter den Verfolgungen der Nationalsozialisten zu leiden hatten.

Bibliographie:

- Hein-Albert Raem: Entstehung, Inhalt und Auswirkungen der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ vom 14. März 1937 in ihrem historischen Kontext. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Katholisch- Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Bonn 1977.

- Papst Pius XI.: Mit brennender Sorge. Mit einer Einführung von Ulrich Wagener. Hrsg. v. Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, Presse und Informationsstelle. Paderborn 1987.

- Wörterbuch des Christentums. Hrsg. v. Volker Drehsen, Hermann Häring, Karl-Josef Kuschel u. Helge Siemers. München 2001.

- Heinz Hürten: Katholische Kirche und Widerstand. In: Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Hrsg. v. Peter Steinbach u. Johannes Tuchel. Bonn 1994 (Bundeszentrale für politische Bildung, Band 323), S. 182 - 192.

- Alfons Fitzek (Hsg.): Pius XI. und Mussolini • Hitler • Stalin. Seine

Weltrundschreiben gegen Faschismus • Nationalsozialismus •

Kommunismus. Eichstätt 1987, S. 63 - 152.

- Georg Denzler u. Volker Fabricius: Christen und Nationalsozialisten. Frankfurt am Main 1995.

- Lothar Häusler: Der besondere Aspekt: Die christlichen Kirchen - konfrontiert mit politischen und gesellschaftlichen Probleme (1875 - 1945). In: Weltgeschichte. Band 11. Diktatoren und Ideologien. Hrsg. v. Heinrich Pletina. Gütersloh 1996, S. 199 - 213.

- Ludolf Herbst: Das nationalsozialistische Deutschland 1933 - 1945. Die

Entfesselung der Gewalt: Rassismus und Krieg. Frankfurt am Main 1996.

[...]


1 In: Georg Denzler u. Volker Fabricius: Christen und Nationalsozialisten. Frankfurt am Main 1995.

2 Papst Pius XI.: Enzyklika „Mit brennender Sorge“ an die ehrwürdigen Brüder Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands und die anderen Oberhirten , die in Frieden und Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhle leben. Rom 1937. In: Denzler u. Fabricius: Christen und Nationalsozialisten.

3 Papst Pius XI.: Mit brennender Sorge. Mit einer Einführung von Ulrich Wagener. Hrsg. v. Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, Presse und Informationsstelle. Paderborn 1987.

4 Pius XI.: Enzyklika.

5 Ebd.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Ebd.

9 In: Hein-Albert Raem: Entstehung, Inhalt und Auswirkungen der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ vom 14. März 1937 in ihrem historischen Kontext. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Katholisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Bonn 1977.

10 Zit. In: Papst Pius XI.: Mit brennender Sorge. Mit einer Einführung von Ulrich Wagener.

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Papst Pius XI.: Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" in ihrem historischen Kontext
Note
1,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V103513
Dateigröße
362 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Papst, Pius, Enzyklika, Sorge, Kontext
Arbeit zitieren
Hendrik Peeters (Autor), 2001, Papst Pius XI.: Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" in ihrem historischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103513

Kommentare

  • Gast am 22.8.2001

    Mit brennender Sorge.

    Deinen Artikel finde ich gut recherchiert. Es gibt kaum Aufsätze die sich mit diesem speziellen
    Thema beschäftigen. Hab Mut und mach weiter. Es gibt noch einiges aufzuarbeiten. Andy Z.

  • Gast am 20.9.2001

    Re: Mit brennender Sorge.

    vielen dank. hab leider deine antwort erst jetzt gelesen.

    gruß.
    hendrik.

Im eBook lesen
Titel: Papst Pius XI.: Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" in ihrem historischen Kontext



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden