Geschäftsmodellentwicklung eines In-vitro-Fleisch Start-Up-Unternehmens. Untersuchung der Firma Eat Just Inc. anhand Business Model Canvas


Seminararbeit, 2021

37 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Betrachtungsebene
2.1 Geschaftsmodell
2.2 Technologie
2.3 Trends

3 Untersuchung

3.1 Methodik

3.2 Analyse

3.3 Interpretation

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung

Business Model Canvas

Zentiliter

CO2-Aquivalente

JUST

FBS

IVF

Unze

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1,5oz»4,4cl) 10

Abb. 2: Weltweite Fleischproduktion in den Jahren 1961 bis 2020 in Mio. Tonnen Schlachtgewicht

Abb. 3: Prognostizierter Umsatz mit Fleisch, Fleischersatzprodukten und IVF weltweit in den Jahren 2025 bis 2040 in Mrd. US-Dollar

Abb. 4: Beweggrunde und Absichten durch die Ernahrungsweise in Deutschland 2019

Abb. 5: Business Modell Canvas von JUST in 2020

Abb. 6: Business Modell Canvas von JUST in 2030

1 Einleitung

Bereits im Jahr 1927 beschreibt der theoretische Biologe und Genetiker John Burdon Sanderson Haldane eine Zukunft, in welcher Steaks durch Gewebezuchtung herge- stellt werden.1 Sir Winston Leonard Spencer Churchill fantasierte 1931 ebenfalls uber ein Zukunftsszenario ohne Viehhaltung:

„We shall escape the absurdity of growing a whole chicken in order to eat the breast or wing, by growing these parts separately under a suitable medium"2

Konnten dieGedanken der Visionare 100 Jahre spater Wirklichkeit werden?

Bereits am 5. August 2013 wurde in London der erste In-vitro-Burger der Welt, also ein Burger mit einem im Labor gezuchteten Rinderhacksteak, vorgestellt und verkos- tet.3 Die Herstellung kostete seinerzeit 250.000 Euro.4

Mittlerweile befassen sich uber 50 Unternehmen mit kunstlicher Fleischerzeugung - davon wurden 20 erst 2019 gegrundet.5 Eins von ihnen ist Eat JUST Inc. (JUST). Das 2011 gegrundete kalifornische Start-up-damals noch unter dem Namen Hamp­ton Creek firmiert -entwickelte und verkaufte bereits erfolgreich Ei-Ersatzprodukte und wurde 2016 mit einer Bewertung uber 1 Milliarde Dollar zu einem Unicorn.6 Im November 2020 gewahrte der Stadtstaat Singapur als erstesLand der Wert den Ver- kauf von In-vitro-Fleisch (IVF).7 JUST erhielt hier als erstes Unternehmen der Welt, zwei Jahre nach Antrag, die Zulassung Laborfleisch der Offentlichkeit anzubieten.8

Die Entwicklung weg vom konventionellen Fleisch hin zu Alternativen ist mit wach- sender Weltbevolkerung und zunehmend negativer Klimaentwicklung ein notwendi- ger Schritt.

Denn in den nachsten zehn Jahren wird ein Bevolkerungswachstum von rund 10 % prognostiziert (vgl. Anhang I). Mit zunehmender Population erhoht sich gleichzeitig der Bedarf an Proteinquellen, welcher heutzutage noch immer primar aus Quellen tierischen Ursprungs, wie Eier und Milch sowie Fleisch konsumiert wird.9 Die dafur benotigte Tierhaltung verbraucht 83 % der weltweiten Ackerflache wahrend hieraus nur 37 %desProtein-und 18 % des Kalorienbedarfs der Menschen gedeckt wird.10 Gleichzeitig wachsen Pflanzen durch die CO2 Zufuhr in der Atmosphare zwar schneller -jedoch sinkt der Proteingehalt bei pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Wei- zen.11

Die derzeitig weitlaufig praktizierte Nutztierhaltung ist unter Berucksichtigung okolo- gischer, ethischer sowie gesundheitlicher Aspekte langfristig nicht tragbar: Sie ist fur einen Groftteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich,12 Regenwalder werden gerodet, um Futtermittel anzubauen und der Boden sowie das Trinkwasser werden durch Gulle, Dunger und Garresteverunreinigt.13

Daruber hinaus werden Nutztieren teilweise Antibiotika und Arzneimittel verabreicht, welche auch in dem Endprodukt noch nachweisbar sind.14 Weiterhin kann der Ver- zehr von einst lebendigen Lebewesen zu Zoonosen, wieHIV, und zu Wirtswechseln, wieim Fall des Coronavirus, fuhren.15

Abschlieftend sind die schlechten Arbeitsbedingungen sowie niedrigen Lohne von Schlachthofen zu nennen, welche eine Revolution der Branche erforderlich ma- chen.16

Das Vorhaben von IVF-Unternehmen wie JUST, Fleisch im Labor zu kultivieren, bie- tet das Potenzial die negativen Effekte von Fleischkonsum zu reduzieren. Dabei soll es hinsichtlich Geschmack und Konsistenz keine Einbuften geben, wie es bei vielen veganen und vegetarischen Alternativen der Fall ist. Wie dies moglich ist wird im Kapitel 2.2 Technologie naher beleuchtet.

Neben ethischen, okologischen und gesundheitlichen Aspekten wird fur JUST auch die Umsatzstarke der Fleischproduktion ausschlaggebend gewesen sein, Forschung nicht langer nur fur Ei-Ersatzprodukte, sondern auch im Bereich der IFV-Herstellung zu betreiben. Der Anteil an Verkaufserlosen des Landbaus in Deutschland betrug fur Eier mit 1.243 Millionen Euro in 2018 lediglich 2,85 % wohingegen Fleisch 32,28 % ausmachte.17 Die 2013 noch exorbitant hohen Kosten fur IVF konnten bereits mar­kant verringern werden und haben das Potenzial preislich sowohl mit veganen Alter- nativen als auch mit dem Original mitzuhalten.18

Bevor die Kostentreiber von IVF naher beleuchtet werden, wendet sich diese Arbeit zunachst dem Geschaftsmodell von JUSTzu.Nach einer kurzen Trendanalyse wer- denin Kapitel 3 dasaktuelle Geschaftsmodell von JUSTsowie die voraussichtliche Entwicklung fur die nachsten zehn Jahre unter Anwendung des Business Model Canvas (BMC) aufgezeigt und anschlieftend interpretiert. Die Arbeit schlieftt mit ei- nem Fazit in Kapitel 4.

2 Theoretische Betrachtungsebene

Dieses Kapitel setzt sich mit den theoretischen Grundlagen von IVF sowie mit dem Unternehmen Eat Just inc. auseinander.Fur die Bezeichnung von im Labor gezuch- tetem Fleisch werden in der Literatur diverse Begrifflichkeiten, wie Clean meat, Cul­tured meat, Cultivated meat, cell-based meat und weitere synonym verwendet, wo- bei im Deutschen der Begriff IVF noch am gelaufigsten ist.19 Aufgrund der wissen- schaftlichen Herkunft, Phonetik sowie formeller Natur des Begriffs ist davon auszu- gehen, dass sich nach Kommerzialisierung des Produktes eine andere Bezeichnung durchsetzen wird.20

In Studien ist oft lediglichvon konventionellem Fleisch im Vergleich mit IVF die Rede und kann Biofleischprodukte mit einbeziehen. Die Produktion von Bio-Fleisch liegt unter 2 %.21 Weiterhin ist die Herstellung hiervon ebenfalls ethisch bedenklich und kann daruber hinaus eine hohere Umweltbelastung als konventionelles Fleisch auf- weisen.22 Aus diesen Grunden wird in dieser Arbeit auf einen eingehenderen Ver- gleich mit Bio-Fleisch verzichtet.

2.1 Geschaftsmodell

Der Wert, welcher die Produkte von JUST fur den Kunden liefern, liegt in gesunder und nachhaltiger Nahrung, die erschwinglich ist und gut schmeckt. Dabei sollen keine Tiere zu Schaden kommen bzw. ausgenutzt werden, keine Walder gerodet werden, wie es bei konventioneller Haltung der Fall ist, und weiterhin sollte die An- wendung der Produkte unkompliziert sein.23

JUST produziert und vermarktet bereits erfolgreich seine kleine Produktpalette, wel- che mit Produkten, wie JUST Mayo und JUST Egg, Eier substituieren. Mit den Pro- dukten konnte bis Mai 2020 bereits ein Aquivalent von mehr als 40 Millionen Eier verkauft werden.24 Im September waren es bereits uber 50 Millionen25 und im Okto- berwurdedie 60 Millionen-Marke uberwunden.26

Dabei kann das Werteversprechen unter okologischen Gesichtspunktenbei den Ei- Ersatzprodukteneingehalten werden, wie nachstehende Darstellung verdeutlicht:

Abb. 1: Ressourcenverbrauch von Lebensmitteln im Vergleich zu einem Ei (=

1,5 oz s 4,4 cl)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes ging auch nicht an der Konkurrenz vor- bei - so versuchte Unilever JUST mit einer Klage einzuschuchtern.27 Weiterhin be- auftragte das American Egg Board, eine Marketingorganisation fur verzehrbare Eier, die groftte unabhangige PR-Agentur der Welt damit, den Ruf von JUST zu schadi- gen.28 JUST konnte die offentlichgewordenen Skandale medienwirksam nutzenund verhalf zu einer grofteren Bekanntheit.29

Die Potentiale von im Labor gezuchteten Fleisch haben JUST dazu bewegt, den nachsten logischen Schritt zu gehen und die Produktpalette um IVF zu erweitern. Hintergrunde fur die Innovationsbereitschaft werden deutlich, wenn man sich einige Zahlen vor Augen halt:

Jahrlich werden ungefahr 77 Milliarden Tiere geschlachtet - das entspricht knapp 2.500 Lebewesen pro Sekunde.30 Die weltweite Produktion von Fleisch stagniertje- doch, wie folgende Abb. veranschaulicht:

Abb. 2: Weltweite Fleischproduktion in den Jahren 1961 bis 2020 in Mio. Ton- nen Schlachtgewicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Food and Agriculture Organization of the United Nations, Fleischproduktion, 2020, o.S.

Als Grunde fur den Fleischverzicht geben Befragte gesundheitliche, ethische und okologische Aspekte an (vgl. Anhang II). Geschmack wurde als Grund fur den Fleischverzicht - selbst bei Veganern (vgl. Anhang III)- mit am wenigsten angege- ben.

Der Fleischverzichtfuhrt zu einem prognostizierten Umsatzwachstum von Alternati- ven zu konventionellem Fleisch. Die voraussichtliche Umsatzentwicklung kann der nachstehenden Abb. entnommen werden:

Abb. 3: Prognostizierter Umsatz mit Fleisch, Fleischersatzprodukten und IVF weltweit in den Jahren 2025 bis 2040in Mrd. US-Dollar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.200

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Donnan, D., Gerhardt, C., Warschun, M., Ziem&en, F., Agribusiness, 2020, S. 11.

Die Forschungen und Bemuhungen in den IVF-Markt einzusteigen bzw. diesen zu eroffnen haben sich ausgezahlt, denn JUST bekam als erstes Unternehmen der Welt von Singapur die Zulassung IVF Konsumentinnen und Konsumenten anzubieten. Am 19. Dezember 2020 fand die weltweit erste offizielle Verkostung in einem Res­taurant statt.31 Seitdem kann man dort IVF-Chicken-Nuggets fur 23US-Dollarbestel- len,dieden neuen Markennamen GOOD Meat tragen.32

Wie dieses hergestellt wird und welche Herausforderungen es dabei zu bewaltigen gibt, beleuchtet das nun folgende Kapitel.

2.2 Technologie

Fur die Herstellung von IVFwird das sogenannte Tissue Engeneering angewendet, welches auch in der Medizin eingesetzt wird, um geschadigtes Korpergewebe zu heilen oder zu ersetzen.33 Fur IVF wird einem lebendigen Tier Muskelgewebe ent- nommen. Danach werden die Zellen kultiviert und mit Nahrstoffen versorgt.Ublicher- weise erfolgt dieser Prozess in einem Bioreaktor. Zu den zugesetzten Nahrmedien gehort neben Aminosauren, Vitaminen und weiteren Stoffen ublicherweise auch Fo- tales Kalberserum (FBS), welches Zellwachstum und -vermehrung anregt. In einer nachsten Phase findet die sogenannte Differenzierung statt, in der sich primitive Muskelfasern bilden. Diese verdichten sich zu einem kleinen Muskelstrang und wer- den auf einem Tragermaterial zum Wachsen angeregt bis sie zum Endprodukt wei- terverarbeitet werden konnen.34

Nachfolgende biotechnologische Herausforderungen gelten in der IVF-Branche bei dem Herstellungsverfahren selbst noch zu bewaltigen:

- Feststellung geeigneter Zellen: Mit primaren Zellen, welche Nutztieren ent- nommen werden, lassen sich zwar im hohen Mafte Muskelfasern gewinnen, jedoch nicht unendlich. Weiterhin stirbt das Tier zwar nicht, muss aber zur Entnahme narkotisiert werden. Durch Veranderung der Proteinstrukturen, Gene etc. von Zellen sollen immortalisierte Zelllinien entstehen konnen, die unendlich replizierbar sind.35
- Bioreaktoren: Es gibt bisher noch keine Bioreaktoren, welche von der Grofte und Technik her eine Massenproduktion ermoglichen konnten. Prozesse, die Parameter, wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur regeln, sind nur in geringem Mafte automatisiert.36
- Nahrmedien: Die hohen Kosten der zugesetzten Nahrstoffe sind ausschlag- gebend fur den Preis des Produktes. Daruber hinaus ist das FBS der kri- tischste Inhaltsstoff, da dieses aus dem Herzen eines noch lebenden Kalber- fotus entnommen wird, wobei das ungeborene Kalb sowie die Mutter sterben. Durch das FBS konnen auch Krankheitserreger vom Muttertier ubertragen werden.37 An alternativen Zusatzen wird intensiv geforscht. Der Grunder von JUST, Josh Tetrick, aufterte sich bereits 2019 zu der Thematik zuversichtlich:

„We‘ve certainly used it, but the reality is, when we begin commercializing it, we're not gonna be using it. The Future cultured meat isn‘t through FBS, it's through using plant based materials.”38

Die seit Ende 2020 konsumierbaren IVF-Chicken-Nuggets beinhalten kein FBS.39 Um groftere Fleischstucke als Nuggets zu produzieren, muss jedoch weitergeforscht werden.

- Tragergerust: Das Tragergerust bestimmt maftgeblich Form und neben Wachstumstreibern wie FBS auch die Grofte des Produkts. Diese konnen aus Strukturproteinen von Tierknochen oder pflanzlichen Gerusten bestehen.40 Strukturproteine sind weiter erforscht, jedoch ist davon auszugehen, dass sich JUST auf pflanzliche Trager fokussiert, um der tierleidfreien Geschafts- politik und der damit verbundenen Zielkundschaft gerecht zu werden.
- Bioprinting: Bioprinting ist ein Anwendungsbereich des 3D bzw. 4D-Druckver- fahrens. Bei 4D-Druckspieltzusatzlich zum 3D-Druck die weitere Dimension Zeit eine Rolle.Bezogenauf IVFware eine Anwendung zum Druck von kunst- lich erzeugtem Fleisch bzw. primitiven Muskelfasern auf Tragermaterial, wel­ches dort zu der gewunschten Fleischstruktur heranwachst, denkbar.41 Vor- stellbar ware eine kommerzielle Anwendung zunachst in Restaurants und spater auch in Haushalten.

An allen genannten Technologien wird umfassend geforscht. Sie konnen Einfluss auf das Geschaftsmodell nehmen, da immortalisierte Zellen weniger Kosten verur- sachen und wie FBS-Alternativen ein tierleidfreies Endprodukt liefern konnen. Gro- ftere und automatisierte Bioreaktoren bieten das Potenzial Kosten zu reduzierenund eine Massenproduktion zu ermoglichen. Bessere Tragergeruste sowie Bioprinter tra- gen zu einer besseren User Experience bei. Das spater folgende Kapitel 3 befasst sich eingehender mit dem Einfluss der Technologien auf das Geschaftsmodell von JUST.

2.3 Trends

Die Initiative des Bundesministeriums der Justiz und fur Verbraucherschutz halt fur das Konsumverhalten einen tiefgreifenden Wandel fur notwendig, damit die Mensch- heit in einer tragfahigen Zukunft leben konnen. Viele Menschen mochten dazu bei- tragen, fuhlen sich jedoch uberfordert und wunschen sich ein Handeln seitens Politik und Wirtschaftsakteuren.42 IVF-Unternehmen wie JUST gehoren als Unternehmen zu den Wirtschaftsakteuren, welche Losungen bieten, Lebensmittelkonsum nachhal- tiger zu gestalten.

Insbesondere bei jungeren Generationen geht der Trend immer mehr hin zu bewuss- terer Ernahrung mit weniger Tierprodukten.43 Grunde fur Fleischverzicht (Vgl. An- hang II) zeigen Uberschneidungen zu den grundsatzlichen Absichten der Ernah- rungsweise:

Abb. 4: Beweggrunde und Absichten durch die Ernahrungsweise in Deutsch­land 2019

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an EARSandEYES GmbH, Beweggrunde, 2019, o.S.

IVF bedient alle vorgenannten Beweggrunde - ist jedoch noch nicht wirklich am Markt verfugbar und verbreitet. Dies zeigt sich auch im Bekanntheitsgrad, welcher regionale Unterschiede aufweist.Sogaben in einer Studie von 2018, diein den USA durchgefuhrt wurde, rund 25 % der Befragten an, schon einmal von Clean Meat ge- hort zu haben.44 In 2020 konnten in einer osterreichischen Studie diese Frage nur 9,2 % der teilnehmenden Personen bejahen.45 2019 gaben in Deutschland 38 % der Befragten an, den Terminus IVFzu kennen.46

Nach Aufklarung uber IVF gaben bei der amerikanischen Studie uber 66 % der Be- fragten an, IVF probieren zu wollen, knapp 46 % wurde es regelmaftig kaufen. In einer fruheren Befragung waren es noch unter 33 %. Rund 53 % gab sogar an, dass sie konventionelles Fleisch durch In-vitro ersetzen wurden. In der vorherigen Studie waren es noch uber 21 % weniger.47 Es ist demnach ein klarer Trend zu einer hohe- ren Akzeptanz erkennbar.

In der sehr jungen IVF-Branche selbst werden strategische Partnerschaften in Zu- kunft eine immer groftere Rolle spielen und konnen uber den Erfolg des Geschafts- modells entscheidend sein: Selbst wenn Akzeptanz von IVF vorhanden sowie des­sen technologischen Hurden uberwaltigt sind und folglich das Produkt marktreif ist, gibt es weitere Barrieren. IVF muss vor dem Verkauf von der Regierung des jeweili- gen Landesin der Regelzunachst gepruft und freigegeben werden.48 Weiterhin sind fur groftflachige Produktionsanlagen Kapital und qualifiziertes Personal im Bereich der Biochemie notwendig. Neben Kapitalgebern sind Kooperationen mit Biotechno- logielaboren, welche im besten Fall staatlich gefordert werden, oder mit Lebensmit- telproduzenten denkbar.49

Grundsatzlich ist der Bedarf fur innovative Lebensmittel und nachhaltige Ernah- rungssysteme aufgrund zunehmendem Welthungerriesig, sodass ein Markt mit vie- len IVF-Produzenten denkbar ist.50

Die aufgezeigten Trends sowie die Technologien konnen sich auf das Geschaftsmo- dell auswirken, wie im nachfolgenden Kapitel untersuchtwird.

[...]


1 Vgl. Haldane, J. B. S., Essays, 2002, S. 98.

2 Churchill, W., Steven, S., Strand, 1931, S. 119.

3 Vgl. BBC, Burger,2013,o.S.

4 Vgl. Mosa Meat, Mission, 2021, o.S.

5 Vgl. Bund fur Umwelt und Naturschutz Deutschland, Heinrich-Boll-Stiftung, Le Monde Diplomatique, Fleischatlas, 2021, S. 44.

6 Vgl. Kowitt, B., Unicorn, 2017, o.S.

7 Vgl. Merlot, J., Verzehr, 2020, o.S.

8 Vgl. Firth, N., Nuggets, 2020, o.S.

9 Vgl. Henning, J.-S., Eiweift, 2021, o.S.

10 Vgl. Nemecek, T., Poore, J., Impacts, 2018, S. 990.

11 Vgl. Broberg, M. C., Hogy, P., Pleijel, H., Uddling, J., Protein, 2019, S. 1874.

12 Vgl. Beermann, A.-C., Bienhaus, L., Mockel, S., Runkel, M, Zerzawy, F., Tierwohl, 2020, S. 9 f.

13 Vgl. Balzer, F., Schulz, D., Landwirtschaft, 2015, S. 9-21.

14 Vgl. Bundesinstitut fur Risikobewertung, Bewertungsbericht, 2020, S. 7-13

15 Vgl. Klinikum rechts der Isar der Technischen Universitat Munchen, Viren, 2020, o.S.

16 Vgl. Bundeministerium fur Arbeit und Soziales, Arbeitsschutz, 2020,S. 1.

17 Vgl. Bund Okologische Lebensmittelwirtschaft e.V., Report, 2020, S. 16 f.

18 Vgl. Morrison, O., Prices, 2020, o.S.

19 Vgl. o.A., IVF, 2020, o.S.

20 Vgl. Zukunftsinstitut, Sprache, 2013, o.S.

21 Vgl. Grunder, K., Fleischwahl, 2019, o.S.

22 Vgl. HabekuR, F., Klimarechnung, 2012, o.S.

23 Vgl. Eat JUST Inc., System, 2021, o.S.

24 Vgl. Eat JUST Inc., Impact, 2020, S. 21.

25 Vgl. Eat JUST Inc., 50 Million, 2020, o.S.

26 Vgl. Mui, R., Facility, 2020, o.S.

27 Vgl. Lagorio-Chafkin, C., Lawsuit, 2014, o.S.

28 Vgl. Mohan, G., Mayo, 2016, o.S.

29 Vgl. Kaplan, S., Big Egg, 2015, o.S.

30 Vgl. Food and Agriculture Organization of the United Nations, Faostat, 2020, o.S.

31 Vgl. Business Wire Inc., History, 2020, o.S.

32 Vgl. Eat JUST inc., GOOD, 2020, o.S.

33 Vgl. Schroder, T., Ersatzteile, 2019, o.S.

34 Vgl. Deutscher Bundestag, Sachstand, 2018, S. 6-8.

35 Vgl. Ferrari, A., Jetzke, T., Keppner, B., Wunder, S., Zukunft, 2020, S. 49.

36 Vgl. Di Silvio, L. et al., Challenges, 2018, S. 161.

37 Vgl. Ferrari, A., Jetzke, T., Keppner, B., Wunder, S., Zukunft, 2020, S. 49.

38 STRG_F, Fleischersatz, 2019, 19:40-19:54 Min.

39 Vgl. Eat JUST inc., GOOD, 2020, o.S.

40 Vgl. Ferrari, A., Jetzke, T., Keppner, B., Wunder, S., Zukunft, 2020, S. 49 f.

41 Vgl. Ann, A.-L., 3D, 2019, o.S.

42 Vgl. Meinert, S.,Konsum, 2018, S. 6.

43 Vgl . Hombrecher, M., Wohlers, K., Iss was, 2017 S. 12.

44 Vgl. Anderson, J., Bryant, C., Concerns, 2018, S. 5.

45 Marketagent.com online research GmbH, Ernahrungstrends, 2020, S. 5.

46 Vgl. Ferrari, A., Jetzke, T., Keppner, B., Wunder, S., Zukunft, 2020, S. 52.

47 Vgl. Anderson, J., Bryant, C., Concerns, 2018, S. 16.

48 Vgl. Deutscher Bundestag, Sachstand, 2018, S. 16.

49 Vgl. Ferrari, A., Jetzke, T., Keppner, B., Wunder, S., Zukunft, 2020, S. 50.

50 Vgl. Koch, T., Welthunger, 2020, o.S.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Geschäftsmodellentwicklung eines In-vitro-Fleisch Start-Up-Unternehmens. Untersuchung der Firma Eat Just Inc. anhand Business Model Canvas
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Veranstaltung
Design Thinking & Business Model Innovation
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
37
Katalognummer
V1035593
ISBN (eBook)
9783346447272
ISBN (Buch)
9783346447289
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, Business Consulting, Digital Management, Betriebswirtschaftslehre, Künstliches Fleisch, Clean Meat, lab-grown meat, Cultured meat, GOOD Meat, GOOD Meat inc., BMC, Business Model Canvas, Eat Just, Eat Just inc., FOM, Fleisch, Vegan, Veganismus, Vegetarier, Vegetarierinnen, Veganer, Veganerinnen, Welternährung, Unicorn, Investition, Business Model Innovation, Design Thinking
Arbeit zitieren
Felix Endnich (Autor:in), 2021, Geschäftsmodellentwicklung eines In-vitro-Fleisch Start-Up-Unternehmens. Untersuchung der Firma Eat Just Inc. anhand Business Model Canvas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035593

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