Pflegenotstand und die Überarbeitung von beruflich Pflegenden sind aktuell omnipräsente Themen in den Medien. Mit einigen politischen Maßnahmen versucht die Bundesregierung zurzeit, die Situation von Pflegekräften zu verbessern.
Hieraus ergibt sich die Frage, wie man die Situation von beruflich Pflegenden nicht nur aus gesundheitspolitischer, sondern vor allem auch aus gesundheitspsychologischer Sicht verbessern kann. Einen wichtigen Baustein hierfür stellt die Stressreduktion dar. Gerade das Konzept der Achtsamkeit ist seit mehreren Jahren immer mehr in den Fokus geraten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Struktur der Arbeit
1.4 Forschungsmethode
2. Bedeutung von Stress für beruflich Pflegende
3. Achtsamkeit als Begriff
4. Einblick in MBSR
5. Stand der Forschung
5.1 Benefit von MBRS
5.1.1 Psychische Effekte
5.1.2 Physiologische Effekte
5.1.3 Soziale Effekte
5.2 Benefit von allgemeinen Achtsamkeitsübungen
6. Diskussion
7. Theorie-Praxis-Transfer
7.1 Ist-Stand
7.2 Vorschläge zur Implementierung von Achtsamkeit im Pflegeberuf
7.2.1 Einführung eines MBSR-Programms
7.2.2 Einsatz von Multiplikatoren
7.2.3 Schulung der Auszubildenden
7.3 Evaluation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Forschungsfrage, ob Achtsamkeit zur Stressbewältigung im beruflichen Kontext von Gesundheits- und Krankenpflegern beitragen kann und wie eine praktische Implementierung in diesem Bereich erfolgreich umgesetzt werden kann.
- Analyse der Stressbelastung im Pflegeberuf und deren Folgen.
- Grundlagen des Achtsamkeitsbegriffs und der MBSR-Methode.
- Empirische Untersuchung der psychischen, physischen und sozialen Effekte von Achtsamkeit.
- Konzeptentwicklung für einen Theorie-Praxis-Transfer am Beispiel eines Klinikums.
- Methodische Ansätze zur Implementierung und Evaluation von Achtsamkeitsprogrammen.
Auszug aus dem Buch
3. Achtsamkeit als Begriff
Der Begriff der Achtsamkeit (engl. mindfulness) stammt ursprünglich aus dem Buddhismus, ist ein Bestandteil des sogenannten Achtfachen Pfades und trägt als eine der sieben Erleuchtungsfaktoren zur Befreiung des Geistes bei (Deppisch, 2012).
Den Weg in den Westen fand Achtsamkeit hauptsächlich durch den Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn, der 1979 die Stress Reduction Clinic in den USA gründete. In diesem Setting implementierte er das mittlerweile auch in Europa bekannte Mindfulness Based Stress Reduction Programm (MBSR), also ein achtsamkeitsbasiertes Programm zur Stressreduktion (Deppisch, 2012).
Kabat-Zinn beschreibt Achtsamkeit als eine spezifische Form der Aufmerksamkeitslenkung. Die Aufmerksamkeit bezieht sich dabei auf den augenblicklichen Moment, beinhaltet ein Maß an Absicht und ist dabei nicht wertend (Kabat-Zinn, 1998). Betrachtet man diese drei Merkmale der Achtsamkeit, deutet dies darauf hin, dass sich der erstrebte Geisteszustand stark von dem Alltäglichen abhebt, da im Alltag häufig eine Zerstreuung der Aufmerksamkeit – durch eine intensive und kognitive Bewertung – beobachtbar ist (Heidenreich & Michalak, 2006).
Bei Achtsamkeit geht es im Wesentlichen darum, aufkeimende Emotionen und Gedanken mit Absicht zu beobachten anstatt sie – wie meist üblich – zu ignorieren, zu bewerten oder zu analysieren. Durch diese Beobachterrolle gelingt es, einen Abstand zu den eigenen Gedanken zu erhalten. Dies trägt dazu bei, leichter zu erkennen, was sich im Geist abspielt und welche Gedanken welche Reaktionen auslösen (Kabat-Zinn, o.D.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problematik des Pflegenotstands und Einführung in die Fragestellung nach dem Nutzen von Achtsamkeit zur Stressreduktion.
2. Bedeutung von Stress für beruflich Pflegende: Darstellung der hohen psychischen und physischen Stressbelastung, unter der Pflegekräfte aufgrund von Schichtdienst und emotionalen Herausforderungen leiden.
3. Achtsamkeit als Begriff: Definition des Achtsamkeitsbegriffs sowie dessen Ursprung und Einbettung in das westliche Gesundheitswesen durch Jon Kabat-Zinn.
4. Einblick in MBSR: Beschreibung des achtwöchigen MBSR-Trainings und seiner Kernelemente wie Meditation und Yoga.
5. Stand der Forschung: Zusammenfassung empirischer Ergebnisse zu den psychischen, physischen und sozialen Benefits von MBSR und Achtsamkeitsübungen.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Studienlage und Einordnung von Achtsamkeit als hilfreiche Copingstrategie im Pflegealltag.
7. Theorie-Praxis-Transfer: Konkrete Vorschläge zur Implementierung von Achtsamkeitsprogrammen in einem fiktiven Klinikum, inklusive Schulungen für Mitarbeiter und Auszubildende.
Schlüsselwörter
Achtsamkeit, MBSR, Stressbewältigung, Krankenpflege, Pflegepersonal, Burnout-Prophylaxe, Gesundheitsförderung, Copingstrategie, Stressmanagement, Resilienz, Meditation, Achtsamkeitsbasierte Interventionen, Patientenzufriedenheit, Pflegeausbildung, Arbeitsbelastung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Nutzen von Achtsamkeitstraining zur Stressbewältigung und psychischen Entlastung von Pflegekräften im Arbeitsalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychischen und physischen Stressfaktoren in der Krankenpflege, die Definition von Achtsamkeit, das MBSR-Programm sowie Ansätze zur betrieblichen Implementierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob Achtsamkeit effektiv zur Stressbewältigung beitragen kann und wie diese Methoden in den Klinikalltag integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken wie Thieme CNE, EBSCO und Google Scholar unter Verwendung relevanter Schlagworte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet den Forschungsstand zu den Effekten von MBSR auf Psyche und Physis sowie praktische Implementierungsvorschläge, z.B. durch Multiplikatoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Achtsamkeit, MBSR, Stressbewältigung, Krankenpflege und Burnout-Prävention definieren.
Wie könnten Auszubildende von diesem Projekt profitieren?
Auszubildende könnten durch frühzeitige Schulungen in Achtsamkeitstechniken während ihrer Ausbildung resilienter gegen den stressigen Berufsalltag in der Pflege werden.
Warum ist eine Evaluation der Achtsamkeitsmaßnahmen wichtig?
Eine Evaluation ist notwendig, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Interventionen sowie die Veränderung der subjektiven Arbeitsbelastung der Pflegekräfte nachzuweisen.
- Quote paper
- Oliver Strobel (Author), 2019, Benefit von Achtsamkeit zur Stressbewältigung im beruflichen Kontext anhand von Gesundheits- und Krankenpflegern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035782