Als Grundlage dieser Bachelorarbeit werden Folgen von Cannabiskonsum untersucht. Es soll insbesondere herausgefunden werden, welche Folgen bei einem frühzeitigen Cannabiskonsum bei Jugendlichen und Heranwachsenden entstehen können. Hierbei soll auch Bezug auf die Pubertät genommen werden, einem Zeitpunkt, bei dem neben anderen Reifungsprozessen die wichtige Ausreifung von verschiedenen Neurotransmittersystemen stattfindet.
Folgende Fragestellungen werden beantwortet:
Welche Auswirkungen (Kurz- und Langzeitfolgen) haben frühzeitiger Cannabiskonsum?
Welche Ursachen und Motive für den Konsum von Cannabisprodukten lassen sich bei Jugendlichen und Heranwachsenden erkennen?
Wie sind Präventionskonzepte in Deutschland strukturiert und wie wirksam sind sie?
Für die Beantwortung der letzten Fragestellung wird unter anderem ein Interview mit der Sozialarbeiterin Xuan Dinh aus Baden-Württemberg herangezogen. Aufgrund der weiterhin andauernden Pandemie wurde dieses Interview fernmündlich durchgeführt und findet sich als Transkript in den Anlagen dieser Arbeit.
Darüber hinaus wird für die Erstellung der Bachelorarbeit eine Analyse von Fachbüchern und wissenschaftlichen Fachaufsätzen durchgeführt. Zusätzlich wird sich diese Arbeit auf die Auswertung von Statistiken und Studien stützen, um so dem Leser die wesentlichen und bedeutsamsten Informationen und Fakten zu übermitteln. Es wird hierbei versucht, stets auf aktuelle Forschungsergebnisse zu verweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Thematische Einführung
1.2 Methode und Entwurf einer Untersuchungsfragestellung
1.3 Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis
2. Ursachen und Motive des Konsums
2.1 Verbreitung und Wirkung von Cannabis
2.2 Cannabis als Suchtmittel
2.3 Gateway-Hypothese
2.4 Risikoverhalten und Konsummuster
3. Auswirkungen von frühzeitigem Cannabiskonsum
3.1 Kurzzeitfolgen
3.2 Langzeitfolgen
3.3 Auswirkungen in der Pubertät
3.4 Cannabisinduzierte Psychosen
3.4.1 Krankheitsbild einer cannabisinduzierten Psychose
3.4.2 Stand der Forschung
3.5 Amotivationales Syndrom
4. Zwischenfazit
5. Prävention und Behandlung von Cannabiskonsum
5.1 Jahresbericht 2020
5.2 Interventionsplanung und interdisziplinäre Therapieansätze
5.3 Handlungsfeld Schule
5.4 Interview mit einer Sozialarbeiterin
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von frühzeitigem Cannabiskonsum bei Jugendlichen und Heranwachsenden sowie die Wirksamkeit bestehender Präventionskonzepte in Deutschland, um gesundheitliche Risiken und soziale Folgen besser zu verstehen und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Psychische und physische Auswirkungen des Cannabiskonsums auf die Entwicklung in der Pubertät.
- Analyse der Gateway-Hypothese und des Zusammenhangs mit weiteren Suchterkrankungen.
- Bewertung von Präventionsprogrammen im Handlungsfeld Schule und Internet.
- Qualitative Erkenntnisse durch Experteninterviews aus der praktischen Sozialarbeit.
Auszug aus dem Buch
3.1 Kurzzeitfolgen
Die Kurzzeitfolgen von Cannabiskonsum sind weitestgehend bekannt und wurden bereits mehrfach in der Fachliteratur beschrieben und wissenschaftlich überprüft. Unter den physischen Folgen stellt die akute Rötung der Bindehaut die wohl bekannteste von außen sichtbare Wirkung dar. Außerdem führt der Konsum von Cannabis sehr schnell zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und zu einem Anstieg des Blutdruckes, insbesondere im Liegen. Diese körperlichen Wirkungen können für Personen mit vorgeschädigtem Herz-Kreislauf-System gefährlich werden.
Eine wesentliche Kurzzeitfolge unmittelbar nach dem Cannabiskonsum stellt die erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr dar. Hier betrachtet man insbesondere die kognitive Beeinträchtigung des Konsumenten als kritisch. So ist eine THC-Blutkonzentration von 6 ng/ml vom Risiko vergleichbar, wie eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille.
Cannabis und seine Zubereitungen werden überwiegend oral in Form von Joint-Zigaretten konsumiert. Somit sind Schädigungen der Atemwege aufgrund der additiven Effekte von Tabak und Cannabis wahrscheinlich. Zudem wurde festgestellt, dass Cannabiskonsumenten, welche einen regelmäßigen Konsum pflegen, ein „gehäuftes Auftreten von chronischer und akuter Bronchitis […], Entzündungen der Nasen- und Schleimhäute sowie eine leichte Verengung der Atemwege“ aufweisen. Darüber hinaus ist das Lungenkrebsrisiko gegenüber Rauchern um das Fünf- bis Zehnfache erhöht, was höchstwahrscheinlich auf den hohen Teergehalt im Betäubungsmittel zurückzuführen ist. Eine tödliche Überdosierung und schwerwiegende körperliche Schäden durch Cannabis und seine Zubereitungen wurde bisher nicht eindeutig dokumentiert. Ursache hierfür könnte die Tatsache sein, dass sich in den tieferen Regionen unseres Hirnstammes kaum Cannabinoidrezeptoren finden lassen, wodurch selbst eine hohe Dosierung von THC keinen nennenswerten Einfluss auf lebenswichtige körperliche Funktionen wie die Atmung haben. Im Vergleich zu anderen Betäubungsmitteln, wie beispielsweise Alkohol oder Opiaten, ist es somit zumindest in der Theorie unmöglich an einer Überdosis THC zu sterben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Cannabiskonsum bei Jugendlichen, Darlegung der Relevanz und methodisches Vorgehen der Arbeit.
2. Ursachen und Motive des Konsums: Untersuchung von Wirkungsweise, Suchtpotenzial, Gateway-Hypothese sowie Konsummustern bei Heranwachsenden.
3. Auswirkungen von frühzeitigem Cannabiskonsum: Detaillierte Analyse von kurz- und langfristigen physischen und psychischen Folgen, insbesondere im Kontext der Pubertät und der Gefahr cannabisinduzierter Psychosen.
4. Zwischenfazit: Zusammenfassende Einschätzung zur Empfindlichkeit des pubertären Gehirns gegenüber Cannabinoiden und der Bedeutung psychosozialer Faktoren.
5. Prävention und Behandlung von Cannabiskonsum: Darstellung aktueller politischer Strategien, digitaler Angebote sowie schulischer Interventionsmöglichkeiten, ergänzt durch ein Experteninterview.
6. Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Bewertung der aktuellen Drogenpolitik und persönlicher Ausblick auf zukünftige Ansätze der Suchtprävention.
Schlüsselwörter
Cannabiskonsum, Jugendliche, Heranwachsende, Prävention, Suchtpotenzial, Pubertät, Gateway-Hypothese, Cannabisinduzierte Psychose, Amotivationales Syndrom, Intervention, Soziale Arbeit, THC, Drogenpolitik, Gesundheitliche Risiken, Suchtberatung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Analyse der Auswirkungen von frühzeitigem Cannabiskonsum bei Jugendlichen und Heranwachsenden sowie der Untersuchung der Wirksamkeit von Präventionskonzepten.
Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?
Zentrale Themen sind die gesundheitlichen Langzeitfolgen des Konsums, die Bedeutung der Pubertät für die Entwicklung, die Rolle der Peergroup, sowie Interventionsmöglichkeiten in Schulen und der Familienhilfe.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen frühzeitiger Cannabiskonsum hat und wie wirksam die aktuellen Präventionskonzepte in Deutschland in Bezug auf die Zielgruppe der Jugendlichen strukturiert sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Es wurde eine umfassende Literaturanalyse von Fachbüchern und wissenschaftlichen Studien durchgeführt sowie ein Experteninterview mit einer Sozialarbeiterin geführt, um praktische Einblicke zu gewinnen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Konsummotive, eine tiefgehende Analyse der physischen und psychischen Auswirkungen und die anschließende kritische Bewertung von Präventions- und Behandlungsansätzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Cannabiskonsum, Jugendhilfe, Suchtprävention, Pubertät und psychosoziale Folgen beschreiben.
Welche Rolle spielt die Pubertät bei den Auswirkungen des Cannabiskonsums?
Die Pubertät ist eine kritische Phase der Gehirnentwicklung, in der Konsumenten anfälliger für aversive Effekte sind, was das Risiko für psychische Störungen wie Schizophrenie erhöhen kann.
Warum hält die interviewte Sozialarbeiterin die aktuelle Zusammenarbeit zwischen den Behörden für unzureichend?
Sie kritisiert fehlende Netzwerkarbeit, bürokratische Hürden und mangelnden Austausch, wodurch Prävention oft erst ansetzt, wenn bereits ein tiefgreifendes Suchtproblem vorliegt.
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- Leonard Schaffrath (Author), 2021, Cannabiskonsum bei Jugendlichen und Heranwachsenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039643