Die Semantiken der Weiblichkeit in der Marienlyrik. Die Perspektive der Genderforschung am Beispiel des "Melker Marienlieds" und Walthers "Leich"


Bachelorarbeit, 2021

50 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Zur Bedeutung der Gender Studies in der mediävistischen Literaturwissenschaft
2.1 Das theologische Geschlechts- und Weiblichkeitsverständnis des Mittelalters
2.2 Die Bedeutung Marias für die christliche Frömmigkeit

3. Die Marienlyrik als Gattung
3.1 Das Melker Marienlied
3.2 Walthers Leich Göt diner trinitâte

4. Die Sinnbilder Marias in den ausgewählten Texten
4.1 Heilsgeschichtliche Bilder
4.2 Bilder mit Naturbezug
4.3 Bilder der Verschlossenheit
4.4 Marias Körper als gotes hus

5. Daz ander wib - Die Darstellung des Eva-Maria-Dualismus

6. Zusammenführung der Ergebnisse

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

„In the middle ages, what it meant to be a woman was filtered through that culture’s epi­tome of womanhood, the Holy Virgin Mary.“1

Auf dieser These baut Teresa P. Reed ihre Analyse mittelalterlicher Marienkonzeptionen auf und weist Maria dabei die sinnstiftende Rolle des epitome, des Inbegriffs, mittelal­terlicher ,Weiblichkeit‘2 zu. Sie erkennt damit die Signifikanz der Gottesmutter im Be­zug auf die mittelalterliche Konstitution von Geschlecht und reiht sich in eine Vielzahl von Forschungen ein, welche Geschlechtskategorien als kulturell generierte Größen be­trachten, die durch diskursive Machtpraktiken und soziokulturelle Bedingungen kon­struiert werden.3 Zu dieser Konstruktion leistet Literatur, als kulturelles Produkt, keinen unwesentlichen Beitrag. Platziert man sie in ihrem diskursiven Umfeld, so tragen litera­rische Texte zu der Tradierung bestimmter kultureller Bilder und Normen bei.4 Bedenkt man nun zusätzlich die Wirkmacht der Theologie, so scheint es schlüssig, dass sich in mittelalterlichen Liedern, die Maria besingen, ein Bild von ,Weiblichkeit‘ manifestiert, das unmittelbar von der Darstellung der Gottesmutter abhängt. Da die Mariendichtung „traditionell (...) Frauenbilder und -vorstellungen einer patriarchalischen Gesellschaft reproduziert“5 und Maria als Idealbild des ,Weiblichen‘ artikuliert, ist ihre Untersu­chung signifikant für die Analyse jedweder mittelalterlicher Geschlechtskonzeptionen.

Ziel der folgenden Arbeit ist es demnach, anhand der Analyse mariologischer Sinnbilder und Typologien, herauszuarbeiten, wie und durch welche Strategien das Konstrukt der ,Weiblichkeit innerhalb der mittelalterlichen Gattung der Mariendich­tung konstruiert wird. Da eine Analyse aller tradierten Marienbilder und der Marienlyrik in ihrer Gesamtheit zu weit gehen würde, werden im Zuge dieser Arbeit exemplarisch die Sinnbilder zweier ausgewählter Texte, des Melker Marienlieds und des Leichs Walt- hers von der Vogelweide, untersucht werden. Sowohl das Melker Marienlied als auch Walthers Leich bieten sich als Gegenstände einer derartigen Analyse an, da es sich bei beiden um frühe Beispiele der Mariendichtung handelt, welche jedoch unterschiedlichen Überlieferungskontexten entstammen und zudem formal unterschiedliche Realisations­arten aufweisen. Aus diesem Grund erlaubt eine Untersuchung eben dieser beiden Lie­der einen gattungsübergreifenden Überblick über das Spektrum der frühmittelalterli­chen, mittelhochdeutschen Marienverehrung. Beide enthalten darüber hinaus eine Viel­zahl mariologischer Bilder. Eberhard Haufe geht sogar so weit zu sagen, dass das Mel­ker Marienlied „all[e] wesentliche[n] Sinnbilder“6 Marias beinhalte. Da beiden Texten außerdem in der mediävistischen Literaturwissenschaft eine besondere Relevanz inner­halb der Gattung der Marienlyrik zugewiesen wird,7 dienen sie als Gegenstände der nachfolgenden Analyse.

Um einen theoretischen Rahmen zu schaffen, soll zunächst die Rolle der Gender Studies in der zeitgenössischen, mediävistischen Literaturwissenschaft dargelegt und ihre Bedeutung erschlossen werden. Damit im Zusammenhang stehend, werden außer­dem sowohl das theologische Geschlechts- sowie Weiblichkeitsverständnis des Mittelal­ters als auch die Bedeutung Marias für die christliche Frömmigkeit, unter Bezugnahme biblischer Texte und der mariologischen Dogmen, erarbeitet, um eine Basis für die Un­tersuchung der Marienkonzeptionen zu bilden und die Texte in ihrem diskursiven Um­feld zu platzieren. Im Anschluss wird die Marienlyrik als Gattung kurz umrissen, um dann das Melker Marienlied sowie Walthers Leich Göt diner trinitâte zunächst auf for­maler sowie inhaltlicher Ebene vorzustellen. Darauf aufbauend folgt die Analyse der in den Liedern verwendeten Marienbilder und -symbole, welche sich in vier Abschnitte gliedert: Die heilgeschichtlichen Präfigurationen sowie Bilder mit Naturbezug werden zunächst getrennt betrachtet. Anschließend folgt eine separate Untersuchung der Ver­schlossenheitssymbolik in den Liedern. Ebenfalls gesondert wird im Anschluss der wie­derkehrende Topos des Marienkörpers als Haus Gottes näher beleuchtet werden. An die Analyse der Marienbilder schließt sich eine Untersuchung der Darstellung des Eva-Ma- ria-Dualismus innerhalb besagter Texte an, um so die Polarität des mittelalterlichen, theologischen Weiblichkeitsbildes weiter auszuarbeiten. Abschließend folgt eine Zu­sammenführung der erarbeiteten Ergebnisse.

2. Zur Bedeutung der Gender Studies in der mediävistischen Literaturwissenschaft

Bei den Gender Studies handelt es sich um einen Sammelbegriff, welcher eine Vielzahl an theoretischen Ansätzen und Forschungsperspektiven beherbergt, die sich mit der Konstruktion und Hierarchisierung von Geschlechtskategorien auseinandersetzen.8 So­mit stellen sie ein breites Forschungsfeld dar, in dem verschiedenste Rahmentheorien Anwendung finden.9 Im Laufe der vergangenen dreißig Jahre konnten sich die Gender Studies als unabhängige wissenschaftliche Disziplin innerhalb der germanistischen Lite­raturwissenschaft weitläufig etablieren.10 Dies hängt vor allem mit der grundlegenden Umorientierung in der Germanistik im Zuge der Reflexion traditioneller Methoden zu­sammen. Demnach ist die Germanistik nicht mehr ausschließlich als Philologie, sondern darüber hinaus als Kulturwissenschaft zu verstehen.11 Mit einer kulturwissenschaftli­chen Ausrichtung der Literaturwissenschaft geht nicht nur eine Diversifikation der Me­thoden einher, sie erlaubt zudem eine weniger isolierte Herangehensweise an literari­sche Texte, welche zunehmend „innerhalb spezifischer historischer Situationen und kul­tureller Bedingungen“12 betrachtet werden können. Somit wird Literatur zu einem „Teil der Gesamtkultur“, der „an [der] Konstitution, Tradierung und Veränderung von kultu­rellen Sinn- und Zeichenbildungen“13 maßgeblich mitwirkt. Die Genderforschung ist Teil ebendieser kulturwissenschaftlichen Ausweitung und eröffnet als breites For­schungsfeld ein Spektrum an unterschiedlichsten Möglichkeiten.

Es ist vor allem die Forschung Judith Butlers, die den zeitgenössischen gender Diskurs maßgeblich geformt hat. Der in den Gender Studies ursprünglich etablierten Distinktion von sex als biologischem und gender als sozial konstruiertem Geschlecht - welche vorgenommen wurde, um aufzuzeigen, dass es sich bei Zuschreibungen von ,männlichen’ oder ,weiblichen’ Attributen lediglich um kulturell bzw. sozial generierte Kategorien handle14 -, setzt sie die These entgegen, dass beide Kategorien Produkte so­zialer Prozesse seien.15 Butler problematisiert die Auffassung des Körpers als fixe Va­riable im Geschlechterdiskurs und klassifiziert auch sex als eine „kulturell generierte“16 Kategorie, die erst durch diskursive Machtpraktiken innerhalb eines Systems entstehe.17 Die Wahrnehmung eines ,natürlichen‘ Geschlechts sei somit lediglich eine Illusion. Das hieße auch, dass sex und gender sich demnach nicht voneinander trennen ließen, da die Auffassung von gender als „kulturelle Interpretation“18 von sex nicht greife, wenn sex eben nicht biologisch determiniert sei.19 Die anatomischen Unterschiede ,weiblicher‘ und ,männlicher‘ Körper seien also auf arbiträre Weise mit Bedeutung aufgeladen und hielten zu Unrecht den Status eines naturalisierten Geschlechts.20 Butler festigt inner­halb der Gender Studies somit die Theorie der konstruierten Geschlechtsidentitäten, die als „Effekte von Institutionen, Verfahrensweisen und Diskursen“21 mithilfe performati- ver Akte fortlaufend reproduziert würden.22

Ebendiese Konstruktion von Geschlechtskategorien sowie die spezifischen Machtsysteme und diskursiven Verfahren, denen sie unterliegt, sind im Wesentlichen Kern der Gender Studies. Anders als ältere sogenannte ,Frauenforschung‘ in den Litera­turwissenschaften, beschäftigen sich die Gender Studies also nicht mit ,Rollen‘ von Frauen und Männern in literarischen Texten oder versuchen, authentisch ,weibliche‘ Erfahrungen zu rekonstruieren, sondern untersuchen, durch welche Strategien Ge- schlechtskategorien und -Ordnungen innerhalb literarischer Texte konstituiert werden.23 Seit den späten 1990er Jahren hielten die Gender Studies nicht nur Einzug in die neuere, sondern auch in die ältere germanistische Literaturwissenschaft, welche zuvor häufig als „theoriefeindlich“24 eingestuft worden war.25 Die Annahme, dass es sich bei Ge­schlechtskategorien um kulturelle, anstatt naturalisierte Größen handelt, kann grundsätz­lich auch in der Untersuchung historisch fremder Texte appliziert werden. Dabei stellt jedoch vor allem die historisch angemessene Beschreibung von Geschlecht eine Heraus­forderung dar: Für das Mittelalter muss von einem grundlegend anderen, vormodernen Verständnis von Geschlecht ausgegangen werden. Ein binäres Geschlechtersystem,26 das die Kategorien ,männlich‘ und ,weiblich‘ als festgeschriebene Gegensätze ansieht und die daraus resultierende Heteronormativität vorauszusetzen, wäre ahistorisch.27 Auf eine spezifische Theorie mittelalterlichen Geschlechtsverständnisses - die Theorie des One Sex Models - wird in Kapitel 2.1 dieser Arbeit näher eingegangen.

Die Theoriepluralisierung im Zuge der kulturwissenschaftlichen Ausrichtung der Literaturwissenschaft eröffnete in der Altgermanistik zahlreiche Arbeitsfelder. Judith Klinger nennt hierbei besonders die Bereiche der Identität, ,Sexualität‘ (die ebenfalls prämodern zu verstehen ist), Körperlichkeit und Verwandtschaft, die unter gender-theo- retischen Gesichtspunkten untersucht werden können.28 Für die konkrete Anwendung im mediävistischen Kontext bietet sich beispielsweise eine Untersuchung der Identitäts­konstitution innerhalb mittelalterlicher Gruppen an - sei es der gesellschaftliche Stand oder die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Adelsgeschlecht -, da die Identitätsbildung im Mittelalter stark von der Zuordnung in ein Kollektiv abhing.29 Die vormoderne Dar­stellung und Inszenierung von Körper und Geschlecht in der Ikonographie stellt einen weiteren konkreten Arbeitsbereich dar, in dem die Altgermanistik die Gender Studies instrumentalisieren kann.30 Die Gender Studies greifen somit nicht nur in all jenen For­schungsfeldern, die sich mit Geschlechtskonstruktion, -ordnung und -hierarchisierung auseinandersetzen, sondern finden beispielsweise auch Anwendung in der Untersuchung von Körperlichkeit und Identitätsbildung. Ihre Relevanz in der Literaturwissenschaft besteht demnach darin, dass sie das potentielle Mitwirken von Literatur an der Bildung von Machtdiskursen erkennen, weshalb sie auch für die Mediävistik, trotz oder gerade wegen des grundlegend anderen Geschlechtsverständnisses des Mittelalters, von fun­damentaler Bedeutung sind.

2.1 Das theologische Geschlechts- und Weiblichkeitsverständnis des Mittelalters

Wie bereits angerissen, hat im Zuge der Methodenreflexion in der Altgermanistik ein Wandel stattgefunden: Zur angemessenen kulturwissenschaftlichen Untersuchung müs­sen literarische Texte als Teil eines großen Ganzen, anstatt lediglich als isolierte Einhei­ten betrachtet werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden und um das Melker Ma­rienlied sowie den Leich Walthers in ihrem diskursiven Umfeld zu betrachten, soll nun zunächst der Geschlechter- und Weiblichkeitsdiskurs des Mittelalters, speziell innerhalb mittelalterlicher Theologie, aufgearbeitet werden. Nur so können die Texte als kulturelle Größen betrachtet und ihre Mitwirkung an der Geschlechtskonstitution angemessen wahrgenommen werden.

Wie im zweiten Kapitel bereits angemerkt, muss bei der Untersuchung historisch fremder Kulturen von einem vormodernen Verständnis ausgegangen werden, das mit einem binären Geschlechtersystem nicht mehr viel gemeinsam hat. Darüber hinaus muss ebenfalls bedacht werden, dass nie nur eine Auffassung von Geschlecht existiert - das eine Weiblichkeitsverständnis gibt es nicht. Auch in theologischen Ansätzen finden sich divergente Auffassungen von , Weiblichkeit, die sich teils widersprechen. Trotz­dem, oder eben deshalb, ist eine Betrachtung dieses Verständnisses für den Kontext die­ser Arbeit essentiell.

Viel diskutiert wird in der mediävistischen Forschung das One Sex Model von Thomas Laquer, welches den Umstand beschreibt, dass ,Männlichkeit und ,Weiblichkeit im Mittelalter „nach philosophischem, medizinischem und volkstümlichen Verständnis Va­riation einer einzigen physiologischen Struktur“31 gewesen seien. ,Weibliche‘ und ,männliche‘ Genitalien seien demnach identisch, jedoch mit der Ausnahme, dass sie beim ,weiblichen‘ Körper nach innen gestülpt seien.32 Ein ,Wechsel‘ zum anderen Ge­schlecht sei somit grundsätzlich möglich. Dies konnte sich nach mittelalterlichem Ver­ständnis beispielsweise durch Unfälle vollziehen, bei denen die Reproduktionsorgane einer Frau sich nach außen stülpten und sie fortan als Mann weiterlebte.33 Das One Sex Model geht demnach von einem Geschlecht aus, welches auf zwei unterschiedliche Wei­sen realisiert ist und unterscheidet sich demnach grundlegend von moderner Zweige­schlechtlichkeit.34 Hinsichtlich der Veränderlichkeit der Geschlechtskategorien findet sich ein ähnliches Modell auch im medizinischen Diskurs des Mittelalters, welches Ge­schlechter als skalierbare Einheiten darstellt, deren Grenzen zwar festgeschrieben, aber nicht unmöglich zu übertreten seien.35

Das One Sex Model findet in einem gewissen Rahmen auch Anwendung im theologischen Diskurs, wenn auch anders realisiert. „Durch Absage an ihren Körper und Verweigerung sexueller Handlungen [wurde] die mögliche Transzendenz der weiblichen Position zugunsten einer Perfektionierung, verstanden als ,Vermännlichung‘, formuliert.“36 Einen Übertritt zur im theologischen Kontext positiv semantisierten ,Männlichkeit‘ schließt dieses Verständnis somit nicht aus. Die Kategorien ,männlich‘ und ,weiblich‘ waren demnach auch im theologischen Zusammenhang nicht zwingend mit unüberschreitbaren Grenzen versehen, sondern boten einen gewissen Spielraum. Das zeigt sich stellenweise auch in der Verschmelzung der Geschlechter, die sich in der Darstellung Jesu vollzieht: Basierend auf Marias hoher Stellung und Symbolkraft im Christentum, wurde ihre Brust häufig allegorisch als „Quelle von Heil, Leben und Weisheit“37 ausgelegt. Diese Symbolik weitete sich jedoch insofern aus, als dass in theologischen Diskursen auch von „den Brüsten des Gottvaters [und] den Brüsten Christi“38 gesprochen wurde, nicht ausschließlich von den Brüsten der Gottesmutter. Auch das Gottesbild enhält somit eine mütterliche, also im Kontext des Mittelalters ,weibliche‘, Komponente.39 Jesu ,Weiblichkeit‘ vollzieht sich in der Tatsache, dass er nach theologischer Auffassung die Menschen mit der fidei lac40 (Milch des Glaubens) nähre und somit die Rolle einer Mutter einnehme, die ihre Kinder säugt. In dieser Ver­schmelzung von ,männlich‘ und ,weiblich‘ spiegelt sich die Komplexität und Viel­schichtigkeit mittelalterlicher Auffassung von Geschlecht.

Dem gegenüber steht hingegen die biblisch fundierte Ausformulierung der weib­lichen Minderwertigkeit aufgrund von Evas Sündhaftigkeit.41 Biblisch gesehen ist die Erbsünde der Grund der Vertreibung der Menschen aus dem Garten Eden (Gen 4,22-23)42 und da Eva Schuld am Sündenfall trägt, wird sie (als Frau) als Personifikati­on ebendieser angesehen.43 Durch die Vorkommnisse in Genesis wird die Frau dem Mann untergeordnet, da sie den Ursprung der Sündhaftigkeit des Menschen darstellt. Als Strafe soll der Mann fortan über sie herrschen: sub viri potestate eris et ipse do­minabitur tui („du wirst unter der Herrschaft des Mannes stehen, und er wird über dich herrschen“).44 Dies wird katechetisch unterstützt durch Genesis 2, die Schöpfungsge­schichte, in der Eva, anstatt zeitgleich mit Adam erschaffen zu werden, erst im An­schluss an seine Schöpfung aus einer seiner Rippen geformt wird (Gen 2,22). Damit nimmt sie eine zweitrangige Stellung in der Schöpfung ein und wird zudem als abhän­gig von Adam dargestellt.

In theologischen Diskursen galt darüber hinaus die Formung Marias aus einer Rippe Adams nicht nur als Symbol der weiblichen Abhängigkeit vom Mann, sondern auch als Ausformulierung der vorherrschenden Verknüpfung von ,Weiblichkeit‘ und Körperlichkeit: Da der ,männliche‘ Körper, sowohl dem One Sex Model als auch Gene­sis 2 entsprechend, als Grundstruktur des Menschlichen betrachtet wurde (eine Art ,Normalzustand‘), wurde das ,Weibliche‘ zwangsläufig zu etwas „Fremden, Exotischen [und] Animalischen.“45 Während ,Männlichkeit‘ in mittelalterlicher Theologie stellver­tretend für den Intellekt stand, symbolisierte ,Weiblichkeit‘ den Körper und die Begier­de.46 „Weibliche Sünde“ wurde oft als etwas „Fleischliches oder Geschlechtliches“47 dargestellt, was nicht zuletzt ebenfalls mit der Ursünde in Genesis zusammenhängt: Der Körper und die Geschlechtlichkeit selbst werden erst mit dem Sündenfall zu einem Pro­blem. Erst als Eva ihr Versprechen Gott gegenüber bricht, nehmen sie und Adam ihre Nacktheit wahr und bedecken aus Scham ihre Genitalien. Dass das Fleischliche Verhül­lung bedarf, ist somit tief in den theologischen Diskurs des Mittelalters verwoben.48

Essentiell hierbei ist jedoch, dass Körper und Sexualität im mittelalterlichen Diskurs nicht zwingend gleichzusetzen sind. Hier greift erneut das vormoderne Ver­ständnis, welches den Körper besonders mit Fruchtbarkeit verknüpft.49 Diese Assoziati­on von ,Weiblichkeit’ mit Körperlichkeit und Reproduktion vollendet sich im Mutter­schaftsdiskurs des Mittelalters. Die Bibel benennt die Mutterschaft einer Frau als Vor­aussetzung ihrer Rettung durch Jesus (1. Tim 2,15) und räumt Müttern somit eine höhe­re Stellung ein als kinderlosen (Ehe-)Frauen, betont jedoch auch vielfach die Heiligkeit von Jungfrauen, da diese sich vollkommen Gott widmen könnten (1. Kor 7,32-35). Auf diesem Verständnis basiert auch die mittelalterliche Auffassung, Frauen könnten entwe­der Jungfrauen, Ehefrauen (und damit im Idealfall Mütter) oder Witwen sein.50 Nach diesem Verständnis sei die Ehe der einzige Rahmen, in dem Frauen, aber auch Männer, Geschlechtlichkeit legitim ausleben können,51 wenn auch lediglich zum Zweck der Fortpflanzung. Trotz allem bleibt Lust im Mittelalter eine Sünde, Keuschheit wiederum eine Tugend.52 Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass weiblichen Heiligen, die verheira­tet waren, stets nachgesagt wurde, ihre Bindung zu Gott stehe, wie bei Jungfrauen, im Vordergrund und sei weitaus stärker als die Bindung zu ihrem Ehemann.53 Der theologi­sche Diskurs im Mittelalter ist also sowohl geprägt von dem Spannungsfeld des Fort­pflanzungsgebots der Bibel (Gen 1,28) als auch von der „Tabuisierung und Verhüllung alles Sexuellen.“54

2.2 Die Bedeutung Marias für die christliche Frömmigkeit

Eine Auseinandersetzung mit der lyrischen Marienverehrung bedarf zunächst, neben der Darstellung des Weiblichkeitsdiskurses des Mittelalters, einer Ausarbeitung der Rolle und Relevanz Marias im Christentum. Der historisch älteste Verweis auf Maria findet sich in der Bibel im Brief von Paulus an die Galater, in dem von einer namenlosen Got­tesmutter die Rede ist: at ubi venitplenitudo temporis | misit Deus Filium suum | factum ex muliere factum sub lege („Aber als die Fülle der Zeit gekommen war, hat Gott seinen Sohn gesandt, geschaffen aus einer Frau, geschaffen unter dem Gesetz“)55. Maria wird hier weder namentlich genannt, noch werden die Umstände ihrer Jungfrauenmutter­schaft näher erläutert. Auch im weiteren Verlauf des Neuen Testaments finden sich kaum Hinweise auf biographische Daten der Gottesmutter.56 Fokus der Evangelisten ist vor allem Marias Funktion innerhalb der Heilsgeschichte, nicht aber ihre Person.57 Dies wird vor allem im Evangelium nach Johannes deutlich, in dem sie ein namenloses Sub­jekt bleibt, eine „Symbolfigur“58, die lediglich durch ihre Rolle als Mutter Jesu Rele­vanz erlangt.59 Auch das Interesse, dass der Evangelist Markus an Maria hat, beschränkt sich lediglich auf ihre Schlüsselrolle zur Darstellung der tatsächlichen Menschlichkeit Jesu.60 Im Lukasevangelium wird ihr etwas mehr Raum geboten, weshalb Lukas auch den Beinamen des „marianischen Evangelisten“61 trägt: Er benennt als einziger Evange­list explizit Marias Zustimmung zu der ihr angekündigten Jungfrauenmutterschaft (Lk 1,38). Darüber hinaus verkündet sie als „prophetische Maria“62 Jesu Herrschaft und Wirken und verspricht ein Reich, in dem die Machtverhältnisse umgedreht würden und Gott den Armen zur Seite stehe (Lk 1,46-55). Darüber hinaus beschreibt Lukas Maria als eine Frau, die Anbetung von jeder nachfolgenden Generation verdient (Lk 1,48). Nicht zuletzt deshalb bezeichnet Christa Mulack in ihren Forschungen das Lukasevan­gelium als „biblische[n] Ausgangspunkt aller Marienverehrung“.63

Bereits gegen Ende des ersten Jahrhunderts lässt sich in einigen christlichen Gruppierungen ein wachsendes Interesse an Maria feststellen, das sich noch vollends am Neuen Testament orientiert.64 Trotz des Mangels an Informationen über ihre Person, erlangte sie im Laufe der Zeit innerhalb der christlichen Kirche eine besondere Bedeu­tung und Stellung. Als essentiell für die Entwicklung der „kultische[n] Verehrung und d[er] dogmatische[n] Erhöhung“65 Marias in der christlichen Welt wird im Allgemeinen das Konzil von Ephesus 431 n. Chr. betrachtet, bei dem Marias Status als Theotokos (zu Deutsch „Gottesgebärerin“) konstitutionell festgelegt wurde.66 Ein zweites Konzil dog- matisierte 552 n. Chr. ihre ewige Jungfräulichkeit und bildete somit einen weiteren all­gemeingültigen Glaubenssatz des Christentums.67 Diese Status sollte im Folgenden als Legitimation für ihre Würdigung und Anbetung dienen.68 Besonders in der römisch-ka­tholischen Kirche erfuhr und erfährt Maria aufgrund dessen eine unvergleichbare Vereh- rung. Als essentiell zu betrachten sind im Kontext der dogmatischen Marienverehrung demnach Marias Status als Gottesmutter sowie ihr Status als Jungfrau.69

Interessant ist vor allem, dass sowohl die antike als auch die moderne Marien­verehrung nicht ausschließlich auf biblischen Grundlagen beruht, sondern darüberhin- aus einen vielschichtigen „Um- und Ausdeutungsprozess innerhalb der dogmatischen Entwicklung sowie in der Frömmigkeits-, Kunst-, Musik und Literaturgeschichte“70 er­fahren hat. Diese Umdeutungen übersteigen deutlich das Marienbild, das das Neue Tes­tament anreißt.71 Zudem befindet sich heute die Figur der Maria in einem ständigen Spannungsfeld: Häufig wird sie (bzw. ihre Verehrung) in wissenschaftlichen Diskursen als Ursprung eines misogynen Frauenbildes in einer patriarchisch strukturierten Gesell­schaft gesehen, das Unterwürfigkeit und Unterdrückung weiblicher Sexualität als höchste Tugenden deklariert.72 Nach dieser Auffassung nähre Mariologie als androzen- trisches Konstrukt theologische Sexismen.73

[...]


1 Reed, Teresa P.: Shadows of Mary. Reading the Virgin Mary in Medieval Texts. Cardiff 2003, S. 1.

2 Im Verlauf dieser Arbeit werden Termini wie ,Weiblichkeit‘ und ,Männlichkeit‘ stets in Anführungszei­chen gesetzt, um der Tatsache Ausdruck zu verleihen, dass es sich um Konstrukte sozialer Generierung und nicht um festgeschriebene Größen handelt. Durch diese gender-sensible Sprache soll einer Naturali­sierung ebendieser Geschlechtskategorien aktiv entgegengewirkt werden. Vgl. hierzu Kapitel 2.

3 Vgl. z.B. insg. Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt 1991.

4 Vgl. Dieterle, Bernhard u.a.: „,KulturPoetik’- Eine Zeitschrift stellt sich vor“. In: KulturPoetik, Nr. 1 (2001), S. 1-3. Hier S. 1.

5 Wuth, Henning: Die got begöz mit sinem himeltouwe. Zur Funktion sexueller Konnotationen in religiös orientierten Texten des Mittelalters. In: OBST. Sprache in religiösen Kontexten, Nr. 58 (1999), S. 32-50. Hier S. 45.

6 Haufe, Eberhard: Zur Geschichte der deutschen Mariendichtung. Schriften zur deutschen Literatur. Hrsg. von Heinz Härtl und Gerhard R. Kaiser unter Mitwirkung von Ursula Härtl. Göttingen 2011, S. 11­31. Hier S. 14. Hervorhebung nicht im Original.

7 Vgl. ebd.

8 Vgl. Köppe, Tilmann/ Winko, Simone: Neuere Literaturtheorien. Stuttgart 2013, S. 201.

9 Vgl. ebd., S. 202.

10 Vgl. Sieber, Andrea: Gender Studies. In: Literatur- und Kulturtheorien in der Germanistischen Mediä­vistik. Ein Handbuch. Hrsg. von Christiane Ackermann und Michael Egerding. Berlin und Boston 2015, S. 103-140. Hier S. 104.

11 Vgl. insg. Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. Hrsg. von Claudia Benthien und Hans Rudolph Velten. Reinbek bei Hamburg 2002.

12 Winst, Silke: Gender Studies in der literaturwissenschaftlichen Mediävistik: Eine kulturwissenschaftli­che Perspektive. In: querelles-net. Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung. 01.07.2002. https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/147/155 [Zugriff am 01.10.2020]. [o.S.].

13 Dieterle (wie Anm. 4), S. 1.

14 Vgl. Winst (wie Anm. 12), [o.S.].

15 Vgl. Butler (wie Anm. 3), S. 24.

16 Ebd.

17 Vgl. ebd., S. 23 f.

18 Ebd., S. 24.

19 Vgl. ebd.

20 Vgl. Wendel, Saskia: Equality and/or Difference - a Gender-Sensitive Image of God. In: Towards Just Gender Relations. Rethinking the Role of Women in Church and Society. Hrsg. von Gunter Prüller-Jagen- teufel, Sharon Bong und Rita Perintfalvi. Göttingen 2019, S. 245-257. Hier S. 255.

21 Butler (wie Anm. 3), S. 9.

22 Vgl. ebd.

23 Vgl. Bennewitz, Ingrid/ Eming, Jutta/ Traulsen, Johannes: Einleitung. In: Gender Studies -Queer Stu­dies - Intersektionalitätsforschung. Eine Zwischenbilanz aus mediävistischer Perspektive. Hrsg. von Dens. Göttingen 2019, S. 23-26. Hier S. 14.

24 Benthien, Claudia/ Velten, Hans Rudolph: Einleitung. In: Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. Hrsg. von Dens. Reinbek bei Hamburg 2002, S. 7-34. Hier S. 10.

25 Vgl. ebd.

26 Gemeint ist hier und im Folgenden die Zweigeschlechtlichkeit der Moderne, die in der westlichen Welt seit dem 18. Jahrhundert bis hin ins 20. Jahrhundert als Norm galt. Diese Arbeit versucht keines Wegs, die repressive Binarität eines Systems, welches sich im postmodernen Diskurs zunehmend wandelt, zu repro­duzieren und hat demnach auch nicht die Absicht, weitere Geschlechter, die weder ,männlich‘ noch ,weiblich‘ sind, zu übergehen. Gegenteiliges ist der Fall. Viel eher zielt diese Arbeit darauf ab, die Wirk­mächtigkeit ebenjener Binarität aufzuzeigen und zu problematisieren.

27 Vgl. Winst (wie Anm. 12), [o.S.].

28 Vgl. Klinger, Judith: Gender Theorien. a) Ältere Deutsche Literatur. In: Germanistik als Kulturwissen­schaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. Hrsg. von Claudia Benthien und Hans Rudolph Velten. Reinbek 2002, S. 267-297. Hier S. 277-285.

29 Vgl. Winst (wie Anm. 12), [o.S.].

30 Vgl. ebd., [o.S.].

31 Bynum, Caroline Walker: Der weibliche Körper und religiöse Praxis im Spätmittelalter. In: Fragmentie­rung und Erlösung. Geschlecht und Körper im Glauben des Mittelalters. Hrsg. von Ders. Frankfurt a. M. 1996, S. 148-225. Hier S. 149 f.

32 Laqueur, Thomas: Auf den Leib geschrieben. Zur Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud. Frankfurt a. M. 1992. S. 16.

33 Vgl. Bynum (wie Anm. 31), S. 184.

34 Vgl. ebd., S. 185.

35 Vgl. Winst (wie Anm. 12), [o.S.].

36 Ebd., [o.S.].

37 Schreiner, Klaus: Maria. Leben Legenden Symbole. München 2003. S. 51.

38 Ebd., S. 52.

39 Vgl. Bürkle, Susanne. Weibliche Spiritualität und Imaginierte Weiblichkeit. Deutungsmuster und -per­spektiven frauenmystischer Literatur im Blick auf die Thesen Caroline Walker Bynums. In: Zeitschrift für Deutsche Philologie. Nr. 113 (1994), S. 116-143. Hier S. 131.

40 Schreiner, Klaus: Maria. Jungfrau, Mutter, Herrscherin. München und Wien 1994. S. 178.

41 Vgl. Winst (wie Anm. 12), [o.S.].

42 Verweise auf und Zitate aus der Bibel hier und im Folgenden nach: Biblia Sacra Vulgata. Lateinisch­deutsch. Hrsg. von Andreas Beriger, Widu-Wolfgang Ehlers und Michael Fieger. Berlin und Boston 2018. Hier Band 1, S. 32.

43 Dies wird auch im Melker Marienlied und in Walthers Leich ausformuliert. Siehe Kapitel 5.

44 Biblia Sacra Vulgata (wie Anm. 42), Band 1, S. 30. (Gen 3,16).

45 Bennewitz, Ingrid: Der Körper der Dame. Zur Konstruktion von ,Weiblichkeit‘ in der deutschen Litera­tur des Mittelalters. In: ,Aufführung‘ und ,Schrift‘ in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hrsg. von Jan Dirk Müller. Stuttgart und Weimar 1996, S. 222-238. Hier S. 228.

46 Vgl. Bynum (wie Anm. 31), S. 167.

47 Ebd.

48 Vgl. Bein, Thomas: Liebe und Erotik im Mittelalter. Graz 2003. S. 13.

49 Vgl. Bynum (wie Anm. 31), S. 149.

50 Vgl. Rener, Monika: Jungfrau, Ehefrau, Witwe. Möglichkeiten und Grenzen weiblicher Heiligkeit im Mittelalter. In: Zwischen Vernunft und Gefühl. Weibliche Religiosität von der Antike bis heute. Hrsg. von Christa Bertelsmeier-Kierst. Frankfurt a. M. 2010, S. 91-118. Hier S. 93.

51 Vgl. Bein (wie Anm. 48), S. 25.

52 Vgl. ebd.

53 Rener (wie Anm. 50), S. 96.

54 Bein, (wie Anm. 48), S. 13.

55 Biblia Sacra Vulgata (wie Anm. 42), Band 5, S. 870. (Gal 4,4).

56 Vgl. Schreiner (wie Anm. 37), S. 12.

57 Vgl. ebd., S. 18.

58 Ebd., S. 16.

59 Biblia Sacra Vulgata (wie Anm. 42), Band 5, S. 432-549. (Joh).

60 Vgl. Koch, Otto: I. Maria in der Heiligen Schrift. In: Handbuch der Marienkunde. Hrsg. von Wolfgang Beinert und Heinrich Petri. Regensburg 1984, S. 15-92. Hier S. 76.

61 Ebd., S. 40.

62 Schreiner (wie Anm. 37), S. 7.

63 Mulack, Christa: Maria. Die geheime Göttin im Christentum. Stuttgart 1985. S. 36.

64 Vgl. Koch (wie Anm. 60), S. 15 und 79.

65 Haufe (wie Anm. 6), S. 12.

66 Vgl. ebd., S. 11.

67 Vgl. Petersen, Silke: Art. ,Maria, Mutter Jesu‘. In: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet. Hrsg. von Stefan Alkier, Michaela Bauks und Klaus Koenen. 2011. https://www.bibelwissenschaft.de/ stichwort/51981/ [Zugriff: 02.01.2021]. S. 1.

68 Zusätzlich zu den beiden genannten Dogmen wurden 1854 und 1950 noch zwei weitere formuliert, die hier aber aufgrund ihrer historischen Ferne zum Mittelalter nicht weiter betrachtet werden. Vgl. hierzu Beinert, Wolfgang: III. Die mariologischen Dogmen und ihre Entfaltung. In: Handbuch der Marienkunde. Hrsg. von Wolfgang Beinert und Heinrich Petri. Regensburg 1984, S. 232-314. Hier S. 240.

69 Anzumerken ist hierbei, dass sich in der Bibel lediglich zwei der vier konventionellen Evangelien auf eine jungfräuliche Mutterschaft Marias berufen (Mt 1,18 und Lk 1,35). In den Evangelien nach Markus und Johannes wird diese nicht explizit erwähnt. Vgl. Biblia Sacra Vulgata (wie Anm. 42) Band 5, S. 186­275 und 432-549.

70 Vgl. Petersen (wie Anm. 67), S. 1.

71 Vgl. ebd.

72 Vgl. Schreiner (wie Anm. 37), S. 9.

73 Vgl. Schöpsdau, Walter: Mariologie und Feminismus. Göttingen 1985. S. 12.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Die Semantiken der Weiblichkeit in der Marienlyrik. Die Perspektive der Genderforschung am Beispiel des "Melker Marienlieds" und Walthers "Leich"
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
50
Katalognummer
V1039649
ISBN (eBook)
9783346456359
ISBN (Buch)
9783346456366
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maria, Gender, Religion, Geschlecht, Marienlyrik, Melker Marienlied, Konstruktion von Geschlecht, Weiblichkeit, Christentum, Bildlichkeit, Lyrik, Walther von der Vogelweide
Arbeit zitieren
Charlotte Schade (Autor:in), 2021, Die Semantiken der Weiblichkeit in der Marienlyrik. Die Perspektive der Genderforschung am Beispiel des "Melker Marienlieds" und Walthers "Leich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039649

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