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Die Umweltbewegung der 80er Jahre der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Vergleich

Titel: Die Umweltbewegung der 80er Jahre der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Vergleich

Facharbeit (Schule) , 2020 , 21 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
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Schwarze Wände, braune Flüsse und dichter Smog, diese Bilder hat man als erstes vor Augen, bei dem Gedanken an den Zustand der Umwelt in der DDR. Auch wenn in der DDR vereinzelt Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt wurden, wie das Recycling von Sekundärrohstoffen, bei dem ganze Schulklassen mithalfen, gab es trotzdem immense Umweltschädigungen durch verschiedenste Industrien in Folge von nicht eingehaltenen Vorschriften. Der Erlass von Verordnungen zur umfassenden Nutzung von Sekundärrohstoffen einerseits und das Verschweigen und Verharmlosen der Umweltdaten der Staatsregierung andererseits, scheint zunächst paradox. Dieses Vorgehen war allerdings lediglich ein Sparmanöver infolge des „erstmaligen Rückgangs der jährlichen Wachstumsraten des BIP" in der DDR und zielte nicht aktiv auf den Umweltschutz ab. Dies ist ein Einblick in die Umweltpolitik der DDR der achtziger Jahren.

Nun entstehen Fragen wie: Gab es überhaupt eine Umweltbewegung in der DDR? Wehrten sich die Bürger der DDR gegen diese Politik und gab es in dem repressiven Einparteiensystem überhaupt die Möglichkeit dazu? Inwiefern unterschieden sich die Strukturen des oppositionellen Widerstands der Umweltbewegung eines sozialistischen von denen eines demokratischen Systems? Gerade in Zeiten von Fridays-for-future, einem drohenden Verfehlen des Zwei-Grad-Ziels und ständigen ökologisch-moralischen Debatten über den Umgang mit der Klimaerwärmung, dem derzeitig drängendsten Umweltproblem, ist es meines Erachtens wichtig die Ursprünge der Umweltschutzentwicklung in Ost und West zu verstehen und aus damaligen Fehlern zu lernen. Mit der Analyse und dem anschließenden Vergleich der Ursprünge der Umweltbewegungen in den beiden Teilen Deutschlands, soll dies erzielt werden.

Um später einen übersichtlichen Vergleich zwischen den beiden Bewegungen ziehen zu können, werden sie zunächst unter denselben Gesichtspunkten analysiert. So soll gewährleistet werden, dass schon beim Lesen Gemeinsamkeiten und Unterschiede auffallen. Die markantesten Differenzen und Parallelen der Bewegungen werden abschließend dargelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Relevanz der historischen und vergleichenden Analyse

2. Die Umweltbewegung in der DDR

2.1 Ausprägung der ökologischen Krisensituation

2.2 Entwicklung

2.3 Aktivität

2.4 Politischer Umgang mit der Umweltbewegung und Umweltproblemen

2.5 Auswirkungen und Erfolg

3. Die Umweltbewegung in der Bundesrepublik Deutschland

3.1 Ausprägung der ökologische Krisensituation

3.2 Entwicklung

3.3 Aktivität

3.4 Politischer Umgang mit der Umweltbewegung und Umweltproblemen

3.5 Auswirkungen und Erfolg

4. Vergleich der Umweltbewegungen

4.1 Gemeinsamkeit in der grundlegenden Öffentlichkeitsarbeit

4.2 Gemeinsamkeiten in der Struktur

4.4 Gemeinsamkeiten in der Instrumentalisierung der Umweltproblematik

4.3 Unterschiede der Themenspektren

4.5 Unterschiede der Entfaltungsmöglichkeiten

4.6 Unterschiede der Erfolge

5. Abschließende und weiterführende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht vergleichend die Entwicklung, Struktur und politische Wirksamkeit der Umweltbewegungen in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland während der 1980er Jahre. Ziel ist es, die spezifischen Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Erfolge beider Bewegungen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen politischen Systeme (sozialistische Diktatur vs. parlamentarische Demokratie) gegenüberzustellen und deren Bedeutung für die Umweltpolitik zu bewerten.

  • Historische Entwicklung der Umweltbewegungen in Ost und West in den 1980er Jahren
  • Einfluss politischer Systeme auf ökologisches Engagement und Oppositionsstrukturen
  • Methoden und Aktionsformen der Umweltgruppen (z.B. Baumpflanzaktionen, Demonstrationen)
  • Politischer Umgang staatlicher Organe mit ökologischem Widerstand und Umweltthemen
  • Vergleich der Erfolge hinsichtlich Gesetzgebung und gesellschaftlichem Bewusstseinswandel

Auszug aus dem Buch

2.3 Aktivität

Die Aktivität der Umweltbewegung bestand in erster Linie aus Informationsverbreitung, aber auch aus vorsichtig formulierten Forderungen an die Regierung und organisierte meist symbolische Aktionen. Denn die Verantwortung des hoch entwickelten Industriestaates und des Einzelnen gegenüber der Bedrohung des globalen und lokalen Ökosystems und somit gegenüber der Erhaltung der Lebensgrundlage für zukünftige Generationen wurde erkannt. Die Voraussetzung für ökologisch-moralisches Handeln sollte ein dialogoffenes Land sein, so Heino Flacke. Zwischen den verschiedenen Umweltkreisen gab es kaum wesentliche inhaltliche Unterschiede. Allen Umweltaktivitäten gemeinsam war die Kritik an sämtlichen Aspekten der ökologischen Krisensituation (siehe 2.1) durch die Folgen der Industriepolitik und deren Geheimhaltung beziehungsweise Verharmlosung. Sozialistische Leistungsprinzipien wurden in Frage gestellt und Skepsis gegenüber der Atomenergiepolitik verbreitete sich durch Aufklärungsarbeit, insbesondere nach dem Tschernobyl-Unfall. Dies und die Ressourcenverschwendung im Bereich der Rüstung wurde angeklagt, wobei schon hier die in 2.2 erwähnte thematische Expansion der Friedensbewegung deutlich wird. Dass eine Demokratisierung zur Überwindung dieser Probleme nötig gewesen wäre, wurde immer wieder angemerkt.

Durch die Veröffentlichung sämtlicher Samisdat-Zeitschriften wie die „Briefe“, „Anstöße“ oder „Pusteblume“ des KFHW oder die „Umweltblätter“ der Berliner UB, von Broschüren, Verhaltenskatalogen für eine ökologische Lebensweise oder Kultbüchern über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur und durch Ausstellungen, Treffen, Gottesdienste, Seminare sowie Vorträge, machten die Oppositionellen auf ihre Kritik aufmerksam. Hier hat die Kirche als Koordinator eine große Rolle gespielt, denn sie ermöglichte einen Austausch zwischen Vertretern der Umweltgruppen durch initiierte Treffen. Außerdem war ihre Bereitstellung von Druckmaschinen für die Umweltgruppen unerlässlich, da diese Vervielfältigungsmöglichkeit in der DDR nicht jedem zugänglich war. So wurde die Verbreitung der Umweltthemen durch den Druck von Samisdat-Ausgaben und Informationen erleichtert. Durch Eingaben und Forderungskataloge wurden aber auch Forderungen direkt an den Staat gestellt, die nicht nur höhere finanzielle Investitionen in den Umweltschutz verlangten, sondern auch mehr Transparenz in der Datenvermittlung, mehr Recycling von Ressourcen, mehr öffentlichen Nahverkehr, mehr Unterstützung bei der Regeneration zerstörter Umweltregionen, mehr Umweltschutzforschung und strikte Sanktionen bei Umweltzerstörung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Relevanz der historischen und vergleichenden Analyse: Einleitung in die Thematik der Umweltbewegung in Ost- und Westdeutschland und Darstellung der Notwendigkeit eines Vergleichs.

2. Die Umweltbewegung in der DDR: Analyse der ökologischen Krise, der Entstehung und der Aktionsformen der ostdeutschen Umweltbewegung sowie der staatlichen Repressionen.

3. Die Umweltbewegung in der Bundesrepublik Deutschland: Untersuchung der westdeutschen Umweltbewegung, ihrer Strukturen und Einflüsse sowie der politischen Reaktionen darauf.

4. Vergleich der Umweltbewegungen: Gegenüberstellung von Gemeinsamkeiten in Arbeitsweise und Struktur sowie Analyse der wesentlichen Unterschiede in Bezug auf politische Rahmenbedingungen und Erfolge.

5. Abschließende und weiterführende Gedanken: Reflexion über die Bedeutung politischer Systeme für die Durchsetzung von Umweltinteressen und ein Fazit zur langfristigen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Umweltbewegung, DDR, Bundesrepublik Deutschland, 80er Jahre, ökologische Krisensituation, Friedensbewegung, Umweltschutz, Opposition, staatliche Repression, Samisdat, politische Systeme, Vergleich, ökologisches Bewusstsein, Atomkraft, Zivilgesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden historischen Rückblick auf die Umweltbewegungen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland in den 1980er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die ökologische Krisensituation, die Entstehung und Aktivität der Umweltgruppen, die politischen Reaktionen der jeweiligen Staaten und die Frage nach dem Erfolg dieser Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Umweltbewegungen in zwei grundlegend verschiedenen politischen Systemen aufzuzeigen und zu analysieren, wie diese Systeme die Umweltpolitik beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse, die auf einer breiten Literatur- und Quellenrecherche zu den historischen Ereignissen und politischen Rahmenbedingungen beider Staaten beruht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil ist strukturell getrennt in Kapitel zur DDR und zur Bundesrepublik, in denen jeweils die ökologischen Ausgangslagen, die Entwicklung, Aktivitäten und der politische Umgang sowie Erfolge detailliert beleuchtet werden, gefolgt von einem direkten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Umweltbewegung, DDR, Bundesrepublik, 80er Jahre, politische Systeme, Umweltschutz und systemkritischer Widerstand charakterisieren.

Warum war die Rolle der Kirche für die DDR-Umweltbewegung so entscheidend?

Die Kirche fungierte als Schutzraum und Koordinator, der den oppositionellen Umweltgruppen Treffpunkte, Austauschmöglichkeiten und den Zugang zu notwendigen Ressourcen wie Druckmaschinen zur Verbreitung ihrer Informationen ermöglichte.

Inwiefern unterschieden sich die Erfolge der Bewegungen?

Während in der Bundesrepublik die Umweltbewegung zu Gesetzesänderungen und langfristigen politischen Weichenstellungen (u.a. durch die Gründung der Grünen) beitrug, waren die Möglichkeiten in der DDR durch staatliche Repressionen und das Fehlen demokratischer Mitbestimmung deutlich eingeschränkter.

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Details

Titel
Die Umweltbewegung der 80er Jahre der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Vergleich
Note
1.0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1040405
ISBN (eBook)
9783346457035
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umweltbewegung 80er Jahre DDR BRD greenpeace
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Die Umweltbewegung der 80er Jahre der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040405
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Leseprobe aus  21  Seiten
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