In dieser Arbeit steht das historische Kinder- und Jugendbuch "Stadt der Diebe" von David Benioff und dessen Einsetzbarkeit im Geschichtsunterricht im Fokus. In dem Roman geht es um zwei pubertierende Jungen, die sich im besetzen Leningrad im Winter 1942 auf die Suche nach Eiern begeben müssen, um ihr Leben zu retten. Auf ihrem Weg erfährt der Leser einiges über die Zustände zur Zeit der Belagerung und deren Auswirkungen auf das Leben der Zivilbevölkerung. Somit wird eine historische Thematik in den Mittelpunkt gestellt, die im Unterricht kaum Beachtung findet. Das Thema wäre in der 9ten Hauptschule und in der 10ten Realschule und Gymnasium einzubinden. Einzuordnen wäre die Besatzung Leningrads in der Haupt- und Realschule unter dem Aspekt "Beschwichtigung, Aggression, Vernichtung – Eskalation der Gewalt in der Außenpolitik", im Gymnasium unter "Vernichtungskrieg und Völkermord".
Als erstes wird auf die Vor- und Nachteile von historischer Kinder- und Jugendliteratur eingegangen und erläutert, welche Auswahl- und Analysekriterien, je nach Lernziel relevant sind, um das Medium sinnvoll im Unterricht einzubinden. Danach wird der Roman „Stadt der Diebe“ im Fokus der Arbeit stehen. Zunächst wird der Inhalt des Buches wiedergegeben und eine fachdidaktische Beurteilung auf Grundlage der vorher erarbeiteten Auswahl- und Analysekriterien, abgebeben. Zum Schluss der Arbeit werden verschiedene thematische Schwerpunkte, die mit dem Roman erarbeitet werden können, herausgearbeitet und für einen ein konkreter Arbeitsvorschlag unterbreitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Historischer Kinder- und Jugendliteratur“ im Unterricht
2.1 Vor- und Nachteile des Einsatzes im Unterricht
2.2 Auswahl- und Analysekriterien
3. Der Roman „Stadt der Diebe“
3.1 Inhaltszusammenfassung
3.2 Sachanalyse
3.3 Fachdidaktische Beurteilung
3.3.1 Auswahl- und Analysekriterien nach Rox-Helmer
3.3.2 Geschichtsbewusstsein nach Pandel
4. Didaktische Idee
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den pädagogischen Mehrwert und die didaktische Einsetzbarkeit des Romans "Stadt der Diebe" von David Benioff im Geschichtsunterricht. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Lektüre eines historischen Jugendromans Interesse geweckt und ein kritisches Geschichtsbewusstsein bei Schülern gefördert werden kann, wobei insbesondere die Bedingungen der Leningrader Blockade im Fokus stehen.
- Kriterien für die Auswahl und Analyse historischer Kinder- und Jugendbücher
- Historische Sachanalyse der Belagerung Leningrads im Winter 1941/1942
- Didaktische Beurteilung des Romans anhand der Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel
- Entwicklung von Arbeitsvorschlägen und methodischen Ansätzen für den Unterricht
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In den letzten Jahren erschienen einige „historische Kinder- und Jugendromane“ auf dem Literaturmarkt und standen bei den Jugendlichen hoch im Kurs. Die Qualität der Bücher differiert stark. Bei einigen werden die historischen Ereignisse nur als reine Kulisse benutzt und das Verhalten der Figuren wird davon kaum beeinflusst. Romane mit einer besseren Qualität sind in der Lage, dem Leser den Geist der damaligen Zeit spüren zu lassen und historische Sachverhalte plausibel in die Geschichte einzubinden. Fiktion und Realität sind dabei oft fließend. Entsprechen die Bücher diesen Kriterien können sie den Kindern und Jugendlichen auch außerhalb des Unterrichtes eine historische Orientierung vermitteln und vor allem das Interesse an Geschichte wecken. Solche Romane regen die Imagination der Jungen und Mädchen an, wodurch Bilder über die beschriebenen historischen Zustände in den Köpfen der Kinder entstehen. Geschichte wirkt somit nicht mehr so abstrakt, was wiederum den Zugang zu ihr erleichtert. Warum dies nicht auch im Unterricht nutzen? Eine geeignete Auswahl und sorgfältige Vorbereitung sind Grundvoraussetzungen, um die Bücher möglichst sinnvoll didaktisch einzubinden. In Zusammenarbeit mit dem Deutschunterricht können die Romane im Ganzen gelesen werden, ansonsten bietet es sich an mit Ausschnitten zu arbeiten, da ein kompletter Roman den Zeitrahmen, der knapp bemessenen Geschichtsstunden, übersteigen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse an historischer Jugendliteratur und stellt die Forschungsfrage nach der didaktischen Nutzbarkeit des Romans „Stadt der Diebe“ für den Geschichtsunterricht.
2. „Historischer Kinder- und Jugendliteratur“ im Unterricht: Dieses Kapitel erläutert die Vor- und Nachteile sowie die Kriterien für die Auswahl und Analyse von Romanen im geschichtsdidaktischen Kontext.
3. Der Roman „Stadt der Diebe“: Der Hauptteil bietet eine Inhaltsangabe des Romans, eine historische Sachanalyse der Leningrader Blockade sowie eine fachdidaktische Beurteilung und Analyse des Geschichtsbewusstseins.
4. Didaktische Idee: Hier werden konkrete Unterrichtskonzepte zur Arbeit mit Romanausschnitten und Quellen präsentiert, um das Leiden der Zivilbevölkerung und politische Hintergründe zu thematisieren.
5. Fazit: Das Fazit resümiert den Nutzen des Mediums und bekräftigt die Eignung des Romans für den Geschichtsunterricht trotz fiktionaler Elemente.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, historische Jugendbücher, Stadt der Diebe, David Benioff, Leningrader Blockade, Geschichtsbewusstsein, Hans-Jürgen Pandel, Rox-Helmer, Zivilbevölkerung, Zweiter Weltkrieg, Didaktik, Bildkompetenz, Literaturanalyse, Sowjetunion, Jugendbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich der historische Roman „Stadt der Diebe“ als Medium für den Geschichtsunterricht eignet, um Jugendlichen historische Ereignisse wie die Belagerung Leningrads näherzubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswahlkriterien für historische Jugendliteratur, die historische Realität der Leningrader Blockade (1941–1942) und die Förderung eines kritischen Geschichtsbewusstseins bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine fundierte didaktische Aufbereitung die Kombination von Fiktion und historischer Realität genutzt werden kann, um Lernprozesse und historisches Verständnis zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine fachdidaktische Analyse durchgeführt, die den Roman an Kriterien von Rox-Helmer und an den Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Hans-Jürgen Pandel misst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil enthält eine inhaltliche Zusammenfassung des Romans, eine fundierte Sachanalyse der historischen Hintergründe der Leningrader Blockade sowie eine Bewertung der didaktischen Eignung anhand definierter Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Geschichtsbewusstsein, didaktische Reduktion, historische Jugendliteratur und die Analyse von Kriegsdarstellungen im Unterricht beschreiben.
Wie bewertet der Autor den Umgang mit Fiktion im Roman?
Der Autor weist darauf hin, dass die Fiktion im Roman zwar stark ist, aber auf einer plausiblen historischen Grundlage beruht, was eine gezielte didaktische Anleitung zur Unterscheidung von Fakt und Konstrukt notwendig macht.
Warum wird gerade der Roman „Stadt der Diebe“ für den Unterricht empfohlen?
Trotz der teilweise derben Sprache wird der Roman empfohlen, weil er die Perspektive der Zivilbevölkerung eindringlich schildert und eine Identifikation ermöglicht, die in klassischen Quellen oft fehlt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Historische Kinder- und Jugendromane im Geschichtsunterricht. Am Beispiel von David Benioffs "Stadt der Diebe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041534