Kreativer Umgang mit Sprache


Hausarbeit, 2001
14 Seiten, Note: 2

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Inhaltsverzeichnis

1. Die wichtigsten kreativen Verfahren
1.1. Freies Assoziieren
1.2. Sprachspiele
1.3. Kreatives Schreiben
1.4. Intelligenz und Kreativität

2. Probleme im Deutschunterricht
2.1. Problembewältigung in der Schule durch Kreativität und Spiel

3. Allgemeine Lernziele von Kinderlyrik

4. Sprachspiel und Sportspiel
4.1. Der offene Sportunterricht

5. Kooperative Spiele

6. Literaturangaben

7. Anhang- Kreativitätssammlung von Sprachspielen

1. Die wichtigsten kreativen Verfahren

1.1. Freies Assoziieren

Hier sollen Teilnehmer zu einem gemeinsam betrachteten Bild oder zu einem soeben gehörten Musikstück Assoziationen zu notieren. Sie notieren was ihnen ganz zufällig in den Sinn kommt. Der Assoziationsprozess wird nicht gelenkt aber angeregt durch das betrachtete Kunstwerk. Assoziationen eröffnen die Möglichkeit, unser reduziertes kognitiv- systematisches Denken zu ergänzen durch das Spontan- Emotionale, vermeintlich Zufällige. Kreativität braucht Material und es ist sehr viel leichter z.b. einen Text zu schreiben, wenn man dafür einen Zettel voller Assoziationen verwenden kann.

1.2. Sprachspiele

Unter Sprachspielen verstehe ich was im Leben eines Menschen eine Bedeutung hat. Dabei handelt es sich um die physikalische Welt, die wir mit den Tieren teilen; die soziale Welt, in der wir als physikalische und denkende Wesen miteinander umgehen, und die geistige Welt, die alle unsere objektiven Gedankeninhalte von Wissenschaft, Kunst, dichterischen Ideen umfast, und in der wir uns in unserem geistigen Selbstverständnis interpretieren: die Welt des Geistes. Ein Sprachspiel ist ein elementarer Bestandteil der Sprache, aber auch das Ganze der Sprache. Der Begriff Spiel bedeutet im buchstäblichen Sinne Spiel.

Denken vollzieht sich meiner Meinung nach im Gespräch entweder mit sich Selbst oder mit anderen. Platon sagt auch das die Intersubjektivität des Gesprächs mit einbezogen ist. Weil man ja mit sich selbst auch nur durch die Sprache reden kann.

Es gibt Sprachspiele die in verschiedene Lebensbereiche der Menschen tangieren. Es gibt nicht nur ein göttliches Sprachspiel oder ein transzendentales Sprachspiel. Die Sprache ist vielmehr in sich different. Sie besteht nicht nur aus Sätzen über Sachverhalte, sondern man kann sich mit verschiedenen Mitteln ausdrücken oder mitteilen. Es gibt sehr einfache primitive Sprachspiele, die in unseren Augen gar nicht wie Sprachspiele sind. Ein Beispiel ist, wenn ich einem Mitstudierenden zurufe Füller, Papier und Killer. Es ist logisch das dieses Sprachspiel funktioniert auch ohne vorige Absprache.

Ein Sprachspiel erfüllt eine gewisse Funktion in einer Sprache. Dinge sind mit der Sprache als Lebensform verbunden; das heißt sie sind in die Sprache eingegangen. Ältere Wörter haben oft eine tiefere Bedeutung, weil sie im Laufe der Geschichte einen Wandel erfahren haben. Aber es können gewisse Wörter oder Wortverbindungen an Bedeutung verlieren. Einer modernen Sprache gehören verschiedene Sprachspiele an. Dazu gehören auch das Übersetzen von einer Sprache in eine fremde Sprache. Man kann nicht einfach so eine ganze Sprache in die andere übersetzen. Denn man muss oftmals Sprachspiele übersetzen, die es auch in einer anderen Sprache gibt. Ein Beispiel ist, wer nicht zählen kann dem muss ich das zählen erst beibringen bevor ich das Sprachspiel `Zählen` in seine Sprache einführen kann.

Alte Sprachspiele werden bedeutungslos oder vergehen, neue kommen hinzu. Je weiter eine Sprache zurückreicht, desto reicher ist sie an Sprachspielen. Es kann aber auch sein, dass eine Sprache verarmt, indem einige Sprachspiele die Oberhand gewinnen.

Die Sprachspiele der Technik haben sich durchgesetzt. Wir dürfen nicht mehr alles tun, was wir technisch bewerkstelligen könnten. Die technischen Probleme werden wir aber nur technisch lösen können; und sei es in der Umwelttechnik.

1.3. Kreatives Schreiben

Ist eine positive Möglichkeit sich selbst und in der Gruppe näher zukommen, etwas zu gestalten, sich schreibend mit einem Kunstwerk und mit sich selbst auseinander zusetzen. Schreiben verlangt die Bereitschaft zur Konfrontation mit sich selbst. Beim Schreiben bleibt die Körperlichkeit ausgeschlossen

Es ist ein tolles Gefühl, wenn ein Gedanke, ein Erinnerungsbild durch meinen Arm auf das Papier niedergeht und der Geist zur Materie wird. Schreiben ist ein Weg der Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis, Selbstbewusst sein und Bewusstseins Erweiterung. Sowie der Meditation und als enorm leistungsfähige Form der Psychotherapie. Schreiben als Kommunikationsmittel wie das Telefon und schreiben als Denkhilfe und ideales Denk- Werkzeug.

Der kreative Prozess

"Er ist ein vielschichtiges Geschehen, dessen urtümliches Vorbild die sexuelle Fortpflanzung gewesen sein dürfte: vorher Getrenntes verbindet sich zu einer eigenständigen neuen Schöpfung- Differenzierung und Spaltung führen zu Integration auf einer neuen Ebene. Beim Schreiben wurde das, was in früheren Zeiten( etwa beim Erzählen von Märchen und Abenteuern) ein intensives, gefühlsgeladenes zwischenmenschliches Geschehen war; verändert zu einem Vorgang, der sich in erster Linie im seelischen Innenraum des Autos abspielt( innerer Dialog)- Schöpfung des Textes und Veröffentlichung trennen sich, die Reaktion eines gegenüber(Publikums) erfolgt, wenn überhaupt, enorm verzögert. Einsamkeit ist ein wesentliches Merkmal des modernen kreativen Prozesses- aber kein notwendiges. In der ursprünglichen Form(mündlich) Erzählens wird gerade die Einsamkeit aufgehoben.

„5 Schritte zum kreativen Schreiben

1. Spontaner Einfall. Hierbei scheint, ähnlich wie beim Träumen, ein schöpferischer Kompromiss zwischen den Ansprüchen der Innenwelt des Schreibenden und seiner Umwelt vorzuliegen, der zunächst einmal phantasierend und symbolisierend gestaltet wird; Sigmund Freud nannte dies >Probehandeln<.

2. Niederschreiben des ursprünglichen Einfalls und dafür sorgen, dass weitere Einfälle, Gedanken, Gefühle und vor allem Bilder nachfließen. Hierfür gibt es nichts Anregenderes als eigene andere Menschen, die ebenfalls an ihren Texten arbeiten.

3. Beim anschließenden Vorlesen der frischen Texte geht dann das Wechselspiel von Innen und Außen weiter. Die Reaktionen des Publikums sind eine wichtige Hilfe bei der (selbst-) Erfahrung: >Werde ich verstanden mit dem, was ich da geschrieben habe? <

Eine Antwort auf diese zentrale Frage bekommt man direkt, spontan und sofort nur in einem Seminar. Dazu ist es allerdings wichtig, dass zuvor eine Atmosphäre des Vertrauens und der Selbstsicherheit in der Gruppe entstanden ist. Diese zu erzeugen, gehört zu den wesentlichen Aufgaben des Seminarleiters.

4. Die Überarbeitung der Rohfassung ist die nächste Phase. Sie kommt allerdings in vielen Schreib- Werkstätten wegen der beschränkten Zeit, die zur Verfügung steht, nicht recht zum Zuge. Sie ist das, was man üblicherweise als die eigentliche> literarische Arbeit< bezeichnet. Einen Text überarbeiten kann man- und wird man notgedrungen- meist zu Hause, also allein. Aber auch dies geht, erfahrungsgemäß, in der Werkstatt, zusammen mit anderen Menschen, wesentlich besser.

5. Und dann die Veröffentlichung des Geschriebenen.“( >Vgl. Scheidt, J.: Kreatives Schreibe

1.4. Intelligenz und Kreativität

„ Zur Unterscheidung von Intelligenz und Kreativität scheint uns folgende Definition von Gertrud Höhler(1989, S.9) treffend:

Unter Intelligenz versteht man die Fähigkeit, Aufgaben zu lösen mit Methoden, die erarbeitet sind. Kreativität ist der Schritt darüber hinaus in Neuland. Kreativität fußt auf intelligenten Erkenntnissen und Verfahrensweisen, aber sie bringt eine Prise bisher nicht Versuchtes, bisher nicht Bekanntes und damit die Erneuerung der Kultur.

Die unterste ist die expressive, gekennzeichnet durch spontanes und freies Tun ohne besondere Fähigkeiten. Die produktive Ebene umfasst die Gestaltung von Empfindungen und Phantasien mittels erworbener Fähigkeiten und Begabungen. Beispiele dafür sind: ein gemaltes Bild, eine technische Konstruktion. Material und Wissen beschränken die Freiheit dieser Ebene, machen aber auch die Ergebnisse verständlicher. Die meisten Menschen begnügen sich mit dieser Kreativitätsebene. Die dritte Ebene ist die erfinderische. Neue Kombinationen versetzen sowohl den Kombinator als auch die Mitmenschen in Erstaunen und überraschen. Wenn eine Erfindung eine neue Entwicklung einleitet, sind wir schon auf der innovatorischen Kreativitätsebene. Zum schöpferischen Kombinieren mussten sich hier noch weitere Fähigkeiten, vor allem aber ein vertieftes Verständnis für Zusammenhänge gesellen. Die emergentive (emporkommend) Ebene steht am höchsten und liefert ungewöhnliche Ergebnisse von ganz wenigen für zunächst ganz wenige.“(vgl. Bugdahl, V.: Kreatives Problemlösen im Unterricht)

2. Probleme im Deutschunterricht

Im Unterricht wird ständig darauf geachtet, dass beim Schreiben auch ja die Grammatik richtig ist. Die Kreativität von geschriebenen Texten gerät dadurch vollkommen in den Hintergrund. Man sollte in Schultexten auch persönliche Sachen mit einbringen so wäre es möglich, Form und Inhalt in ein besseres Gleichgewicht zu bringen.

Im Unterricht bekommt man meist ein Thema vorgegeben so das man plötzlich zu langweiligen Sachen kreativ sein soll. Da wird jedem klar das hier niemals die Kreativität der Schüler geweckt wird. Durch die ständige Leistungsorientiertheit wird die sensible und kreative Existenz bedroht. Denken ist nur noch abstrakt. Man muss mit dem Geist und dem Körper arbeiten. Denn nicht allein der Kopf schreibt, sondern der ganze Körper sollte in den kreativen Prozess mit einbezogen werden.

In den meisten Schulen wird Gruppenarbeit nicht gerade groß geschrieben. Das erzählen während der Stunde wird den Schülern untersagt. Hier wird nur die einzellkämpferische Kreativität gefördert. In der Schule wird von den Schülern Schnelligkeit im Lesen, Schreiben und Kopfrechnen gefordert.

Es ist daher fast unmöglich, dass geistige Strukturen im stillen und mit Gelassenheit wachsen und ausreifen können. Früher war es den Schülern verboten, mit links zu schreiben. Da sie sich dann mit rechts abquälen mussten verspürten sie eine gewisse Abneigung gegenüber dem Schreiben. Heute sind die Lehrer in dieser Hinsicht aber schon einsichtiger geworden.

In einem Deutschaufsatz verlangt der Lehrer gutes gehobenes Deutsch. Aber manchmal baut man einfach unbewusst die Umgangssprache mit ein. Der Schüler findet nun mal das er diese selbst erlebte Situation gerade mit diesen Wörter gut darstellen kann.

Aber den Lehrer interessiert das nicht man findet trotzdem ein dickes „ A“ am Heftrand. Und bei dem nächsten Aufsatz richtet man sich nun letztendlich nach dem Lehrer.

Die Schule kann von den Erfahrungen der freizeitorientierten Kulturarbeit lernen und die Interessen der Schüler an Orientierung und Sinngebung, an Erfahrung nicht ignorieren, sondern methodisch aufgreifen. Vor allem in den Fächern Literatur, Kunst und Musik.“ Rumpf hat mal gesagt, dass man etwas lernen kann ohne im Ernst zu kennen, ohne wirklich von ihm berührt worden zu sein. Man kann souverän über Kenntnisse verfügen und unversehens merken, dass sie einem gleichgültig sind.“(Vgl. Mann, C.: Selbsterfahrung durch Kunst) Es ist nun mal wichtig, kreativ tätig werden zu können. Nur so bekommt man einen Bezug zu einem Bild oder Text.

2.1. Problembewältigung in der Schule durch Kreativität und Spiel

Ein Lehrer hat das Verhalten und die Lernergebnisse der Schüler beobachtet und ausgewertet.(Projekt Kreatives Schreiben Gesamtschule Walddörfer, Stufe 8, Hamburg, 1996/97) Die Aufgabe bestand darin das die Schüler über das Oberthema Weihnachten in Englisch an eine Partnerklasse in der USA eine gemeinsame Zeitung erstellen sollten.

Die positiven Ergebnisse für die Schüler lagen im kognitiven Bereich. Sie haben erkennbare Lernfortschritte im Spracherwerb gemacht. Es wurden ihnen die Notwendigkeit bewusst, vollständige Sätze zu erfassen und Sinnzusammenhänge stimmig zu gestalten und abzuschließen. Besonders die guten Schüler konnten während des Projektes im Anschluss an die unterrichtliche Vorarbeit üben, freie Texte zu formulieren und dabei ihren Stil zu verbessern. Es hat ihnen gut getan, richtig gefordert zu werden. Die schwachen Schüler waren unvorbereitet, haben keine Vokabeln herausgesucht, nicht vorformuliert, weniger geschrieben und mehr Fehler gemacht. Sie haben sich allerdings trotzdem mehr als sonst angestrengt und erkannten ihre Probleme deutlicher als im herkömmlichen Unterricht. Ein wichtiges Ergebnis des Projektes ist, dass sich Binnendifferenzierung fast von selbst ergibt. Die Lernprobleme der Schüler werden deutlich, Förderung und Forderung sind durch ein solches Projekt sehr gut gegeben.

Die Motivation zur Verwendung der englischen Sprache war groß, die Schüler haben vor allem gemerkt, was sie noch nicht können und so die Notwendigkeit zum Lernen erkannt. Es muss ermöglicht werden, dass der sehr wichtige und nötige nichtschulische/ interkulturelle Austausch stattfinden kann.

Das Spiel ist eine wichtige elementare Lebensform neben und in Verbindung mit der Lernarbeit. Das Spiel ist zur Entwicklung der kognitiven, seelischen, kreativ- schöpferischen, sozialen, körperlich- motorischen, selbststeuernden Kräfte sind im Unterricht unentbehrlich und unersetzbar. Die Schule macht den Lebensraum erst durch das Spiel human für die Kinder. Das Spiel kann die Alltagsprobleme außer Kraft setzen und Freude hervorrufen. Also, mit Freude Erziehen und Bilden lassen. Das Spiel benötigt von Lehrenden und Kindern mitbestimmbare Handlungs- bzw. sanktionsfreie Spielräume. Erst dann kann Spiel ein echtes Medium von Erziehung und Bildung werden und sich in das pädagogische Feld als weitgehend selbstbestimmte Aktivitäts- bzw. Handlungsform etablieren.

3. Allgemeine Lernziele von Kinderlyrik

Wecken psychischer Empfindungen

- Förderung des Spieltriebs und zugleich Ausbildung der Feinmotorik-> im Umgang mit einfachen Reimen, Fingerspielen und Sprachspielen
- Befriedigung und Steigerung des rhythmischen Empfindens-> gerade auch im Hinblick auf den Spracherwerbsprozess
- Ursprüngliche Freude an Sprache und Genuss komischer Wirkung-> Wortspielereien, Klanggedichte, humorvolle Gedichte
- Erstes ästhetisches Erleben und Sensibilisierung für die Besonderheiten und Möglichkeiten der Sprache-> Schönheiten der Sprache
- Erlebnishafte Erfahrung und vertieftes Erfassen von Welt-> in dieser spezifischen Sprachgehalt, in verschiedenartigen Ausdrucksformen

Sprech-, Lese- Erziehung und Spracheförderung

- Aktivierung der Sprechbereitschaft-> Schnellsprechverse, Zungenbrecher, Ergänzungs- gedichte; Motivation zum Aussprechen eigener Gedanken und Gefühle in spielerischdichterische Form, von sonst gemiedenen Themen und Motiven wie Parodierung der Erwachsenenwelt
- Schulung des Zuhörens und der Wahrnehmungsfähigkeit-> durch informatives Erfassen von Schnellsprechversen, Buchstabenspiele und lügen
- Steigerung der Artikulationsfähigkeit und Hochlautung-> durch Übungen mit Vokal- und Konsonantenvariationen; Auswendigsprechen
- Förderung der Lesefähigkeit-> lautreines, klanggestaltendes lesen; Temposteigerung, Sinnerschließung
- Erkennen sprachlicher Prinzipien-> durch Selektion lautlich- klanglicher, semantischer und syntaktischer Elemente

Hinführung zu den Elementen der Lyrik

- Erstes Erfassen poetischer Grundelemente-> Unterscheidung epischer, dramatischer, lyrischer Züge in Erzähl-, Rollen-, Stimmungsgedichten
- Erkennen und Unterscheiden einzelner Struktur- und Stilelemente-> wie Rhythmus, Klang, Vers, Takt, Reim, Strophe, Bild, Personifizierung, Wiederholung
- Bewusstes distanziertes und wertendes Betrachten des Textes mit Hilfe bestimmter Kriterien und Erkennen individueller dichterischer Gestaltung-> Person des Autors
- Erster Einblick in das Wesen des Poetischen durch Vergleich mit nicht- poetischen Texten - ->vor allem Prosatexten

Förderung der Kreativität

- Umsetzen von literarischen Vorlagen in Bild, Spiel, Tanz, Gesang-> auch unter Einsatz von Medien
- Anregung zum Suchen und Ergänzen-> Rätsel-, Ergänzungs-, Lügengedichte; Lückentexte
- Möglichkeiten eigener sprachlicher Gestaltung-> durch Mit-, Vor-, Nachgestaltung und Eigenschöpfung

Hilfe im Sozialisationsprozess

- Wecken des Gemeinschaftsbewusstsein in der Aktivität des Sprechens, Diskutierens und Spielens, im Fühlen und Sich- Freuen
- Einsicht in spezifische Form sprachliche Kommunikation und Möglichkeit zur spielerisch- reflexiven Bewältigung entwicklungsbedingter Sprachstufen und Probleme
- Konfrontation mit Konflikten in einer sprachlich spezifischen Form und Motivation zu Lösungsversuchen

4. Sprachspiel und Sportspiel

Ein Athlet erlebt den Sport nicht nur als eine reine Bewegung und nicht als sprachloses Geschehen. Sie erleben den Sport als dichten Kontext, gebildet aus Spielzügen, Szenen, Konstellationen, Signalen, Symbolen, Tabellen, Ergebnissen und Hierarchien. Das Spiel strukturiert das ganze erst. Im Spiel entsteht eine konstruktive Leistung ein „lesen“. Der Athlet liest in den Augen seines Gegners. Spiele müssen erschlossen, zusammengesetzt werden wie das Lesen und verstehen eines Textes. Im Sportspiel werden oftmals Symbolsysteme angewannt und im Sprachspiel sprachliche Elemente.

Spiele bringen körperlich zur Erscheinung, Texte transzendieren die gegebene Situation. Texte und Spiele sind beim Lernen eng miteinander verknüpft. Im Sport gibt es sogar eigene Sprachen wie zum Beispiel die Turnersprache. Durch diese fachspezifischen Sprachen werden ungeregelte Bewegungen zu codifizierten Übungen. Der Mensch ist in der Lage, einen Fachmann des Sports oder des Sprechens zu verstehen. Der Sprecher erzeugt Ergebnis durch seine Stimme, der Sportler zeigt das Gesehen auf dem Bildschirm.“ Die Sprachspiele des Sports sind mimetisch auf Gebrauchsweisen des Körpers in der sozialen Praxis bezogen und haben einen Aufführungscharakter; in dieser Hinsicht sind die Gesten, Ritualen und Dramen vergleichbar. Im Unterschied zu diesen drei anderen Medien führt der Sport die Gewissheit auf, die die Spieler in bezug auf ihre Handlungswelt besitzen.“( Boschert. B.: Texte und Spiele)

4.1. Der offene Sportunterricht

Ich finde das der offene Sportunterricht sehr wichtig ist. Die Schüler werden direkt mit eingebunden, können und dürfen den Unterricht und die Inhalte mitgestalten. Heute werden im Sportunterricht häufig Spiele eingesetzt. Sie tragen neben der Steigerung der körperlichen Fitness vor allem dazu bei, soziale Verhaltensweisen auszubilden. Da Spiele die Zusammenarbeit in einer Mannschaft erfordern, fördern sie den Teamgeist, der für das arbeiten in Gruppen wichtig ist.

Schüler und Schülerinnen werden als aktive Gestalter gesehen. Gegenstände der Erfahrung im Sportunterricht sind vorrangig der Körper und die Bewegung. Die Aufgabe des Sportunterrichts besteht in der Ausbildung einer individuell unverwechselbaren Bewegungsidentität. Es verbietet denselben festgelegten Sport für alle. Gerätespielplätze, Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen, Bewegungskünste spielen eine zentrale Rolle im Konzept der Körpererfahrung.

Offener Unterricht wird meist in Form von Impulsen durch die Lehrer geleitet. Im Gegensatz zur geschlossenen Unterrichtsform gibt es hier kein festgelegtes Lernziel, sondern die Schüler arbeiten an der Planung und Gestaltung des Unterrichts mit. Diese Vorgehensweise soll die eigenverantwortliche, spontane Handlungsfähigkeit durch selbständiges Organisieren von Bewegungen sichern. Im Laufe einer Unterrichtseinheit soll mit den Schülern gesprochen, diskutiert und abgestimmt werden, wie und warum bestimmte Bewegungen und Spiele durchzuführen sind. Die Schüler sollen selbständig eine Erfolgskontrolle durchführen. Sie sollen sich also selbst untereinander kontrollieren und entscheiden, wie lange ein Lernschritt beizubehalten ist. Durch eigene Ideen sollen die Schüler Spaß am Sport finden.

Selbständigkeit, Verantwortung, Kreativität und Teamfähigkeit sind die vorherrschenden Ziele des offenen Unterrichts in der Schule.

5. Kooperative Spiele

Im kooperativem Spiel wird auf alte Formen zurückgegriffen, um mehr Kindern zu helfen zu glücklichen und voll funktionsfähigen Menschen heranzuwachsen. Es entstand vor Tausenden von Jahren, als sich Menschengruppen in Stämmen zusammenfanden, um das Leben zu feiern. Das Konzept, das dahinter steht ist einfach:

Menschen spielen miteinander statt gegeneinander; sie spielen um Herausforderungen zu überwinden, nicht um andere zu besiegen. Man ist bei kooperativen Spielen frei etwas zu schaffen. Kinder sind vor allem deshalb kreativ, weil sie noch nicht wissen, dass ihre Welt in enger oder vorgegebener Weise gesehen werden muss. Ihre erfrischende Sichtweise entwickelt sich weiter. Sie müssen nur den Freiraum haben, etwas zu schaffen und zu verändern. Kinder müssen bei kreativen Unternehmen ermutigt werden, damit sie ihre Kreativität frei entfalten können und so durch das Lösen von Problemen Erfahrungen machen. Wenn die Neugierde der Kinder, ihre Kreativität und ihr originelles Denken zerstört wird, kann das die Zukunft der Menschheit zerstören. Durch kreative Ideen vieler Menschen entstanden die kooperativen Spiele. Sie sollen niemals so statisch werden, dass sie unempfänglich für kreative und sensitive Beiträge der Teilnehmer sind.

Etwas magisches passiert mit den Kindern, wenn sie ihr Spielzeug selbst herstellen. Aus dingen, die nach nichts aussehen, können sie Dinge machen, die es mit den Produkten der Spielzeugindustrie aufnehmen können, und sich damit köstlich unterhalten. Diese Beschäftigung fördert das Selbstvertrauen, die Kreativität und in vielen Fällen die Zusammenarbeit unter den Spielkameraden. Das ist mit der schönste Aspekt kooperativer Spiele, man kann fast alles was man braucht aus den Spielern selbst schöpfen, was auf die alte Vorstellung von Spiel zurückgreift.

Die Natur mit all ihren Reizen ist ein schöner Spielplatz weil sie lebendig ist und auf so viele verschiedenen Weisen erlebt werden kann. Sie bewegt sich aus eigenem Antrieb und kann auch durch Berührung einer kleinen Kinderhand bewegt werden. Kinder lieben es zu entdecken und mit ihren Händen etwas zu schaffen oder vielleicht ist dies der Grund warum natürliche Materialien sie zu einem anregenden Spiel einladen.

Das Spiel als Sozialform des Unterrichts:

Wenn man Spiel und Arbeit als sich ausschließende Verhaltensweisen sieht, dann ist es klar, dass im Unterricht von Kindern Arbeit verlangt wird und in der Freizeit ihnen Zeit zum Spielen gegeben wird. Die Funktion des Spieles wird dann in der Schule allenfalls als einteilende Motivierung oder Erholungsphase gesehen. Es ist durch die große Anzahl von verschienen Definitionen für Spiel und Arbeit jedoch nicht richtig abzugrenzen, so dass auf die allgemeine Definition des Spielbegriffs verzichtet wird.

Literaturangaben:

Mann, C.; Schröter, E.; Wangerin, W.: Selbsterfahrung durch Kunst, Weinheim Basel. 1995

Scheidt, J.: Kreatives Schreiben, Frankfurt am Main. 1989

Bachmaier, P.: Die Logik der Sprachspiele, München. 1996

Werder, L.: Kreatives Schreiben in den Wissenschaften, Berlin. 1992

Walter, G.: Spiel und Spielpraxis in der Grundschule, donauwörth.1993

Bugdahl, V.: Kreatives Problemlösen im Unterricht, Frankfurt am Main. 1995

Boschert, B.; Gebauer, G.: Texte und Spiele, Sank Augustin. 1996

Orlick, T.: Kooperative Spiele, Weinheim Basel. 1991

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Kreativer Umgang mit Sprache
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Veranstaltung
Kreativer Umgang mit Sprache und Kindern
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V104360
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreativer, Umgang, Sprache, Kindern
Arbeit zitieren
Christin Kamilli (Autor), 2001, Kreativer Umgang mit Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104360

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