Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Auseinandersetzung des antiken Zoroastrismus, im Weiteren mit der Fragestellung, inwiefern und ob der Zoroastrismus von Dareios I. als Staatsreligion gefördert wurde und wie Dareios seine Vorstellung instrumentalisierte und diese für seine Herrschaft nutzte.
Im Laufe dieser Arbeit soll deutlich werden, wie sehr die zoroastrische Weltanschauung auf das Königsbild und den Herrschaftsanspruch einwirkte und wie Dareios vom Glauben motiviert worden ist und diesen zur Legitimierung eines Herrschaftsanspruchs genutzt hat. Besonders wichtig ist die Erkenntnis: Religiös legitimierte politische Herrschaft wurde in ihren Ausübungsmöglichkeiten unter Normen gesetzt, die sich nicht selbst geschaffen hatten, weil die Religion den Legitimationsrahmen in nicht ambiger Form vorgab. Das heißt konkret, dass der Zoroastrismus als Legitimationsbasis herangezogen wurde und deshalb weitgehend durch seine Vorgaben Ziel und Mittel der Politikführung sowie der Herrschaftsform des Dareios I. war.
Zudem soll in dieser Arbeit herausgearbeitet werden, wie und warum er das tat. Dazu sollte angemerkt werden, dass im antiken Perserreich die Institution des Königtums als legitime politische Ordnung nicht hinterfragt oder bekämpft wurde. Ausgehend von der Grundannahme, dass ideelle Faktoren auf politische Verhaltensweisen und gesellschaftliche Strukturen eine maßgebliche Wirkung ausübten, soll die Botschaft des Propheten Zarathustra umrissen und ihr Einfluss auf die politische Geschichte des antiken Perserreichs untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zoroastrismus
3. Ahura Mazda
4. Bisutun- Inschrift
5. Dareios I.
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Zoroastrismus im antiken Perserreich unter der Herrschaft von Dareios I. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, inwiefern Dareios I. die zoroastrische Weltanschauung und Terminologie zur Legitimierung seines Herrschaftsanspruchs instrumentalisierte und ob der Zoroastrismus dabei als Staatsreligion fungierte.
- Grundlagen des antiken Zoroastrismus und die Rolle des Propheten Zarathustra.
- Die Funktion von Ahura Mazda im dualistischen Weltbild des Zoroastrismus.
- Die Bisutun-Inschrift als zentrales Zeugnis für die Herrschaftsideologie des Dareios I.
- Analyse der Herrschaftslegitimation durch die Verknüpfung von Religion und Politik.
- Beurteilung des Zoroastrismus als mögliches Staatsreligions-Konstrukt.
Auszug aus dem Buch
3. Ahura Mazda
Zarathustras Betrachtungseise nach, konnten Gut und Böse unmöglich denselben Ursprung haben. Deshalb entwickelte er zwei Geister, welche auch Bestrebungen (Mainyu) genannt werden. „Dies sind die beiden grundlegenden Bestrebungen, die Zwillinge, die als beiderlei Träume bekanntgeworden sind, als Beiderlei Gedanken und beiderlei Worte, als beiderlei Werke, das bessere und das schlechte (…)“
Die Geister haben keinen Ursprung, sondern bestehen aus sich selbst heraus und waren allein im Universrum. Zarathustra erschuf einen Priester eines Ahura mit dem Beinamen Mazda und stellte diesen über alle anderen Ahuras. Ahura Mazda war der Inbegriff der Gerechtigkeit, des Lebens und des Lichts. Auf der Gegenseite steht ihm Angra Mainyu, welcher der höchste Dämon ist. Er war der Herr der Finsternis, das Unheil aus dem Leid und Tod entspringen. So begründete Zarathustra einen neuen, ethischen Dualismus, dieser war zugleich monotheistisch, weil der Ursprung von Allem nur Ahura Mazda zugeschrieben wurde, denn erst nachdem er da war, kam auch das Böse in die Welt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in das antike Perserreich sowie den Zoroastrismus ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Instrumentalisierung des Glaubens durch Dareios I.
2. Zoroastrismus: Es werden die Ursprünge der Religion durch den Propheten Zarathustra und deren zentrale eschatologische und dualistische Grundideen erläutert.
3. Ahura Mazda: Dieses Kapitel behandelt die Figur des Ahura Mazda als Inbegriff des Guten und analysiert den ethischen Dualismus sowie die Rolle der kosmischen Mächte im zoroastrischen Glauben.
4. Bisutun- Inschrift: Die Inschrift wird als bedeutende Quelle analysiert, in der Dareios I. seinen Herrschaftsanspruch und seinen Sieg über Feinde durch den Willen Ahura Mazdas legitimiert.
5. Dareios I.: Hier werden die Herrschaftsstrukturen, die religiöse Legitimation und die Praxis der Instrumentalisierung des Glaubens durch Dareios I. untersucht.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Zoroastrismus zwar nicht Staatsreligion war, aber als essentieller Legitimationsrahmen für die politische Macht von Dareios I. diente.
Schlüsselwörter
Zoroastrismus, Dareios I., Ahura Mazda, Perserreich, Achämeniden, Herrschaftslegitimation, Bisutun-Inschrift, Dualismus, Zarathustra, Religion, Staatsreligion, Politik, Weltanschauung, Wahrheit, Lüge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen und religiösen Rolle des Zoroastrismus im antiken Perserreich während der Regierungszeit des Großkönigs Dareios I.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Lehre des Zarathustra, der Bedeutung von Ahura Mazda, der historischen Analyse der Bisutun-Inschrift sowie der Verbindung von religiösen Werten und politischer Herrschaftsausübung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie Dareios I. den Zoroastrismus als Werkzeug zur Rechtfertigung und Festigung seines Herrschaftsanspruchs instrumentalisierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen, insbesondere der Keilschriften und der religiösen Texte des Zoroastrismus, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur.
Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der religiösen Lehre des Zarathustra, eine eingehende Untersuchung des Ahura Mazda-Konzepts sowie die Anwendung dieser religiösen Konzepte auf das politische Handeln von Dareios I.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie religiöse Legitimation, ethischer Dualismus, achämenidische Herrschaftsideologie und mazdaische Lehre geprägt.
Inwiefern beeinflusste die Bisutun-Inschrift die Darstellung von Dareios I. als gerechter Herrscher?
Die Inschrift dient als Medium, durch das Dareios I. seinen Sieg über seine Gegner explizit als den Willen Gottes deklariert und sich selbst als von Ahura Mazda auserwählten Wahrheitsverfechter inszeniert.
Ist die Schlussfolgerung, dass der Zoroastrismus keine Staatsreligion war, fundiert?
Ja, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Zoroastrismus nicht als offizielle Staatsreligion im modernen Sinne zu verstehen ist, da das Perserreich eine religiöse Toleranz gegenüber anderen Kulten pflegte und der König die Terminologie vor allem für seine persönliche Machtabsicherung nutzte.
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- Louisa Borgolte (Author), 2021, War der Zoroastrismus Staatsreligion im antiken Perserreich? Wie Dareios I. seine mazdaische Vorstellung instrumentalisiert und sie für seine Herrschaft nutzte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044719