Digitalisierung bezeichnet im ursprünglichen Sinn das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate. Diese Daten lassen sich informationstechnisch verarbeiten. Die Entwicklung zeigt, dass sowohl die Wirtschaftsprüfungsbranche sowie die zu prüfenden Unternehmen vor der fortschreitenden Herausforderung der Digitalisierung stehen. Aufgrund wachsender Transaktionen, Stammdaten, Komplexität und Regulierungen wurde die Abschlussprüfung zu einer system-, prozess- und risikoorientierten Prüfung erweitert.
Wirtschaftsprüfer stehen vor der Herausforderung sich zunehmend auf die Änderungen interner Prozesse hin zu digitalen Strukturen, zu fokussieren. Ein Beispiel hierfür ist die intelligente Belegauslesung und die Automatisierung des Zahlungsverkehres. Unter das neue Aufgabenspektrum des Wirtschaftsprüfers fällt vor allem das Verstehen, wie neue Technologien unter dem Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz über- und geprüft werden können. Eine hohe Effizienz und Prüfungsqualität kann und wird der Wirtschaftsprüfer nur gewährleisten können, sofern die neuen digitalen Technologien in die Geschäfts- und Prüfungsabläufe eingebaut werden.
Vor diesem Hintergrund soll es in dieser Hausarbeit um die Thematik gehen, vor welchen Herausforderungen der Digitalisierung der Wirtschaftsprüfer für die gesetzliche Abschlussprüfung steht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neue Technologien
3. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Prüfungspraxis
4. Größenklassen
5. Chancen und Risiken der Digitalisierung
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifenden Herausforderungen, denen sich Wirtschaftsprüfer im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung in der gesetzlichen Abschlussprüfung gegenübersehen, und analysiert, wie technologische Entwicklungen die Anforderungen an das Berufsbild verändern.
- Bedeutung von Künstlicher Intelligenz und Robotik in der Abschlussprüfung
- Einsatz von Big Data Analytics und Process-Mining-Verfahren
- Veränderung der Prüfungsansätze und des Berufsbildes des Wirtschaftsprüfers
- Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Größenklassen von Prüfungsgesellschaften
- Chancen und Risiken der technologischen Transformation für den Berufsstand
Auszug aus dem Buch
2. Neue Technologien
Mit dem Vorschreiten der Digitalisierung in der Unternehmenstätigkeit, wurden manuelle Tätigkeiten, worunter beispielsweise die Erfassung von Rechnungen und anderen Belegen fällt, durch automatisierte und heutzutage auch standardisierte Abläufe ersetzt. Folglich konnte man eine Wachstumszuname der zentral zugänglichen Transaktions- und Stammdaten erkennen. Allerdings umfasst die Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfung per se mehr als die eigentliche Definition der Digitalisierung selbst. Hauptaugenmerk ist die kontinuierliche Progression der Effektivität und der Standardisierung. Dies geschieht unter dem Einsatz von Robotern, künstlicher Intelligenz aber auch mit Massendatenanalysen.
Die künstlichen Intelligenz ist im Grunde ein Algorithmus. Diese wird in schwache und starke KI unterteilt, wobei sich die schwache KI auf ein Gebiet spezialisiert und starke KI über gleiche intellektuelle Fähigkeiten wie ein Mensch verfügt. Starke KI arbeitet mit sog. „Deep Learnings“, künstliche neuronale Netzwerke lernen durch Rückmeldung der Systeme, welche Ergebnisse korrekt oder welche falsch angegeben wurden. Je nach Rückmeldung lernt das Netzwerk dazu und die künstlichen Neuronen werden neu verknüpft. Es erfolgt also eine eigenständige Optimierung. Dieses künstliche Netzwerk weißt Ähnlichkeiten zu dem menschlichem Gehirn auf, da die Funktion quasi imitiert werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, aufgrund wachsender Datenmengen und Komplexität, die Abschlussprüfung von einer manuellen hin zu einer system- und risikoorientierten Prüfung zu transformieren.
2. Neue Technologien: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Big Data Analytics als Werkzeuge zur Steigerung der Effizienz und Standardisierung in der Wirtschaftsprüfung.
3. Auswirkungen der Digitalisierung auf die Prüfungspraxis: Hier wird analysiert, wie sich das Anforderungsprofil des Wirtschaftsprüfers in Richtung IT-Kompetenz verschiebt und neue Prüfungsmethoden wie Continuous Auditing an Bedeutung gewinnen.
4. Größenklassen: Das Kapitel untersucht die Diskrepanz zwischen großen Prüfungsgesellschaften ("Big Four") und kleineren Anbietern hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten zur Investition in digitale Transformation.
5. Chancen und Risiken der Digitalisierung: Es werden die Potenziale zur Qualitätssteigerung und Effizienzgewinnung den Risiken durch Marktkonzentration und dem Druck zur permanenten technologischen Anpassung gegenübergestellt.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung betont, dass der Wirtschaftsprüfer 2.0 durch die Kombination aus klassischem Fachwissen und neuen technologischen Fähigkeiten den Herausforderungen der Zukunft begegnen muss.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Wirtschaftsprüfung, Abschlussprüfung, Künstliche Intelligenz, Big Data Analytics, Prozessautomatisierung, Big Four, Continuous Auditing, IT-Beratung, Datenintegrität, Blockchain, Risikoorientierte Prüfung, Transformation, Wirtschaftsprüfer 2.0, Datenanalyse-Tools
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer und die Durchführung der gesetzlichen Abschlussprüfung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der technologische Wandel durch KI und Datenanalyse, die Veränderung der Prüfungsansätze sowie die strategischen Unterschiede zwischen großen und kleinen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Herausforderungen zu identifizieren, denen sich der Wirtschaftsprüfer stellen muss, um in einem zunehmend digital geprägten Umfeld weiterhin eine hochwertige Abschlussprüfung zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die aktuelle Studien und Fachbeiträge zur Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen, die Auswirkungen auf die Prüfungspraxis, die Betrachtung von Größenklassen sowie eine kritische Abwägung der Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Wirtschaftsprüfung, Künstliche Intelligenz, Big Data Analytics und die Rolle des sogenannten Wirtschaftsprüfers 2.0.
Warum haben die "Big Four" einen Vorteil bei der digitalen Transformation?
Die "Big Four" verfügen über signifikant höhere finanzielle Reserven, die es ihnen erlauben, massiv in proprietäre Software, Datenanalyse-Tools und die Forschung an neuen Technologien zu investieren.
Was bedeutet der Begriff "Wirtschaftsprüfer 2.0" in diesem Kontext?
Der "Wirtschaftsprüfer 2.0" ist ein idealisiertes Berufsbild, welches neben fundiertem steuerlichem und juristischem Wissen über ausgeprägte IT-Kompetenzen verfügt, um digitale Geschäftsmodelle zu verstehen und moderne Prüfungs-Tools zu beherrschen.
- Arbeit zitieren
- Oleg Rozenblyum (Autor:in), 2020, Herausforderungen der Digitalisierung der gesetzlichen Abschlussprüfung für den Wirtschaftsprüfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044805