In der Arbeit wird ein Rechtsvergleich zwischen dem angloamerikanischen und deutschen Arbeitsrecht mit Hinblick auf die wesentlichen Kernelemente des Arbeitsvertragsrechts und des Kündigungsschutzes vorgenommen.
Unternehmen stehen im Zeitalter der Globalisierung vor vielfältigen Herausforderungen, um international wettbewerbsfähig sein zu können. Zu diesen Herausforderungen gehören unter anderem die Arbeitnehmerentsendung ins Ausland und die Beschäftigung von Mitarbeitern im Ausland. Dies führt in Unternehmen zur Notwendigkeit, Kenntnisse über die länderspezifischen Arbeitsrechtssysteme zu besitzen, um das Risiko einer Sanktionierung und Rufschädigung zu minimieren. Besonders bei Volkswirtschaften, die in einem bilateralen Verhältnis zueinanderstehen, wird der Sicherstellung der Arbeitsrechte beider Nationen seitens der Konzerne eine hohe Wichtigkeit zugeschrieben.
Beispielhaft hierfür steht das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und der Bundesrepublik Deutschland (BRD). Durch die enge Wirtschaftsbeziehung beider Nationen werden Arbeitsplätze geschaffen. Beide Arbeitsrechtssysteme bilden eine solide Grundlage für Global-Player, um sozial-nachhaltiges Wirtschaften innerhalb beider Nationen langfristig ermöglichen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des deutschen und anglo-amerikanischen Rechtssystems
3. Merkmale des deutschen Arbeitsrechts
3.1 Das deutsche Arbeitsvertragsrecht
3.2 Der deutsche Kündigungsschutz
3.2.1 Das Kündigungsschutzgesetz
3.2.2 Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats
3.2.3 Kündigungsschutzklage
4. Merkmale des anglo-amerikanischen Arbeitsrechts
4.1 Das anglo-amerikanische Arbeitsvertragsrecht
4.2 Der anglo-amerikanische Kündigungsschutz
4.2.1 Schutz gegen nicht gerechtfertigte Kündigungen
4.2.2 Anti-Diskriminierungsgesetze
4.2.3 Ausnahmen des „at will“ Grundsatzes
4.2.3.1 Public Policy Exception
4.2.3.2 Implied Contract Exception
4.2.3.3 Covenant of good faith and fair dealing
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist ein rechtsvergleichender Überblick über die wesentlichen Kernelemente des Arbeitsvertragsrechts und des Kündigungsschutzes im deutschen sowie im anglo-amerikanischen Arbeitsrecht, um die Unterschiede beider Rechtssysteme aufzuzeigen.
- Grundlagen von Common Law und Civil Law
- Strukturen des deutschen Arbeitsvertragsrechts und Kündigungsschutzes
- Entwicklung und Prinzipien des anglo-amerikanischen Arbeitsrechts
- Das „at will“-Prinzip und dessen rechtliche Ausnahmen in den USA
- Rolle von Anti-Diskriminierungsgesetzen im US-Arbeitsrecht
Auszug aus dem Buch
3.2 Der deutsche Kündigungsschutz
Bei einem Arbeitsvertrag handelt es sich um ein Dauerschuldverhältnis zwischen zwei Arbeitsparteien. Im Gegensatz zum Kaufvertrag, welcher bei Erfüllung der gegenseitigen Leistungen erlischt, handelt es sich bei einem Arbeitsvertrag um einen sich gegenseitig-wiederholenden Leistungsaustausch beider Parteien über einen bestimmten oder unbestimmten Zeitraum.22 Dadurch wird zur Begründung der Beendigung eines solchen Vertrags ein bestimmtes Ereignis vorausgesetzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses herbeigeführt werden können.
Eine dieser Möglichkeiten ist die Kündigung. Im Arbeitsrecht ist eine Kündigung eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung mit der Arbeitsverhältnisse nach dem Willen des Kündigenden unmittelbar nach Ablauf der Kündigungsfrist beendet werden können.23 Es wird unterschieden zwischen ordentlichen und außerordentlichen Kündigungen.24 Bei der ordentlichen Kündigung handelt es sich um eine fristgemäße Kündigung, bei der die Kündigungsfristen nach §622 BGB eingehalten werden. Die außerordentliche Kündigung zielt auf eine fristlose Beendigung des Arbeitsverhältnisses ab, weshalb ein besonderer Grund vorliegen muss, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses gemäß §626 BGB nicht mehr zumutbar erscheinen lässt.
Da das Arbeitsverhältnis für Arbeitnehmer eine wirtschaftliche Lebensgrundlage bildet, stellt eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses eine existenzbedrohende Lage dar. Der Kündigungsschutz schützt Arbeitnehmer vor ungerechtfertigten Kündigungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen der Globalisierung für Unternehmen und begründet die Notwendigkeit einer rechtsvergleichenden Analyse zwischen dem deutschen und anglo-amerikanischen Arbeitsrecht.
2. Grundlagen des deutschen und anglo-amerikanischen Rechtssystems: Erläutert die grundlegenden Unterschiede zwischen den Rechtsfamilien des Civil Law und des Common Law.
3. Merkmale des deutschen Arbeitsrechts: Behandelt die Struktur des deutschen Arbeitsrechts, das Arbeitsvertragsrecht und das Kündigungsschutzgesetz mit seinen spezifischen Anforderungen und Mitbestimmungsrechten.
4. Merkmale des anglo-amerikanischen Arbeitsrechts: Analysiert die historische Entwicklung, das Konzept der Vertragsfreiheit und das „at will“-Prinzip, ergänzt durch Schutzmechanismen wie Anti-Diskriminierungsgesetze und Rechtsprechungs-Ausnahmen.
5. Fazit: Führt die wesentlichen Unterschiede zusammen und betont die Bedeutung von Kenntnissen über länder-spezifische Rechtssysteme in einer globalisierten Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Arbeitsrecht, Kündigungsschutz, Arbeitsvertrag, Common Law, Civil Law, at will, Kündigungsschutzgesetz, Rechtsvergleich, Vertragsfreiheit, Mitbestimmungsrecht, Diskriminierungsverbot, Arbeitsverhältnis, Rechtssystem, Globalisierung, Dauerschuldverhältnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem rechtsvergleichenden Vergleich der arbeitsrechtlichen Grundlagen in Deutschland und den USA, mit Fokus auf Vertragsrecht und Kündigungsschutz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unterschiede zwischen Common Law und Civil Law, die gesetzlichen Regelungen zur Kündigung sowie die Schutzmechanismen für Arbeitnehmer in beiden Rechtsgebieten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Verschiedenheit der Rechtssysteme und deren Auswirkungen auf die arbeitsrechtliche Praxis, insbesondere bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen, transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Rechtsvergleichung, um die unterschiedlichen Ansätze zur Gestaltung von Arbeitsverträgen und Kündigungsschutz normativ und strukturell gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die gesetzliche Verankerung des Arbeitsrechts in Deutschland (z.B. KSchG) sowie die Prinzipien des US-amerikanischen Rechts, insbesondere das „at will“-Prinzip und dessen Ausnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Arbeitsrecht, Kündigungsschutz, Common Law, Civil Law und Rechtsvergleich charakterisieren.
Was unterscheidet das deutsche System grundlegend vom anglo-amerikanischen?
Während das deutsche System auf kodifiziertem Recht basiert und Arbeitnehmer stark durch Gesetze schützt, herrscht in den USA das Prinzip der Vertragsfreiheit und das „at will“-Arbeitsverhältnis vor.
Was besagt das „at will“-Prinzip in den USA?
Es besagt, dass ein unbefristeter Arbeitsvertrag von jeder Partei jederzeit und aus jedem Grund gekündigt werden kann, sofern keine gesetzlichen Ausnahmen oder vertraglichen Einschränkungen greifen.
Welche Ausnahmen gibt es für das „at will“-Prinzip in den USA?
Wichtige Ausnahmen sind die „Public Policy Exception“, die „Implied Contract Exception“ sowie der Grundsatz von „Covenant of good faith and fair dealing“.
Welche Rolle spielt das Kündigungsschutzgesetz in Deutschland?
Es schränkt die Kündigungsfreiheit ein, indem es soziale Rechtfertigungsgründe fordert und den Arbeitnehmer vor willkürlichen oder sozial ungerechtfertigten Kündigungen schützt.
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- Anonym (Author), 2021, Das deutsche und angloamerikanische Arbeitsrecht. Eine Gegenüberstellung des Arbeitsvertragsrechts und dem Kündigungsschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1045167