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Ästhetik, Gefahr, Domestizierung. Wie zeitgemäß sind die Aspekte der Wildtierdressur im traditionellen Zirkus?

Title: Ästhetik, Gefahr, Domestizierung. Wie zeitgemäß sind die Aspekte der Wildtierdressur im traditionellen Zirkus?

Term Paper , 2020 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Natalie Hill (Author)

Theater Studies, Dance
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Diese Arbeit möchte sich der Domestizierung von (Wild-)Tieren im Zirkus nähern. Dafür geht diese zunächst auf die tierhistorische Entwicklung im Zirkus ein, beginnend mit der Pferdedressur Philip Astleys im 18. Jahrhundert, über die ersten Raubtierdressuren durch damalige Größen wie beispielsweise Thomas Batty im 19. Jahrhundert bis hin zum heutigen Aufkommen von tierischen Darstellern in traditionellen wandernden Zirkussen. Verbunden mit dieser Historie wird sich die Arbeit mit der Ästhetik des Risikos befassen. Abschließend wird ein Blick auf den Circus Krone und dessen heutiges Vorgehen geworfen, sowie die Kritik durch Tierschützer beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Es war einmal: eine Geschichte

2.1 Wie alles begann

2.2 Die Suche nach der Gefahr

3. Von Risiko und Überlegenheit

3.1 Der fragile Mensch inszeniert sich als Übermensch

3.2 Die Ästhetik des Risikos

4. Das Wohl des Tieres

4.1 Circus Krone - Eine tierisch große Familie

4.2 Kritikenrundschau

4.2.1 Peta

4.2.2 AAP und Vier Pfoten im gemeinsamen Kampf

5. Ein ausblickendes Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die zeitgenössische Relevanz der Wildtierdressur im traditionellen Zirkus unter besonderer Berücksichtigung der ethischen und ästhetischen Konflikte zwischen Domestizierung, Profitstreben und Tierschutz.

  • Historische Entwicklung der Zirkus- und Raubtierdressur
  • Analyse der „Ästhetik des Risikos“ in der Manege
  • Kritische Beleuchtung des Tierwohls am Beispiel des Circus Krone
  • Rolle der Tierschutzorganisationen und aktuelle politische Debatten
  • Potenziale für moderne, tierfreie Zirkuskonzepte

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Ästhetik des Risikos

Die Semiotik des zirzensischen Codes wird durch die Ästhetik des Risikos ermöglicht, welche aus der Zusammenführung der drei Ebenen der Performanz, Narration und Materialität im zirzensischen Raum besteht. Dabei wird der Zirkus als Gattung viel mehr durch die Ästhetik des Risikos im Rahmen des Codes „Zirkus“ geprägt, als durch das tatsächliche Risiko. Auf der Seite der akrobatischen Performanz ist diese Aussage auf jeden Fall eine korrekte, da beispielsweise einem fliegenden Trapezkünstler zuzumeist ein Sicherheitsnetz oder ähnliches als Absicherung zur Verfügung steht. Bei einer Nummer mit Tieren sieht dies anders aus. Die Ästhetik des Risikos besteht genau deswegen, weil weder für Tier noch für Mensch das Risiko gebannt ist. Greift zum Beispiel ein Löwe während der Vorstellung seinen Dompteur an, so ist es zunächst für den Menschen eine riskante Situation. Doch wird dann der Dompteur von seinen Kollegen geschützt, indem das Tier gebändigt wird, ist das zumeist mit einem Risiko für das Tier verbunden, denn ein angreifendes Wildtier kann man nicht nur mit Worten zum Rückzug bewegen. Dazu sind mindestens Peitschen oder gewaltigere Waffen nötig. Somit ist dann das Risiko von Mensch auf Tier übergegangen.

In einer tierischen Darbietung wird also dauerhaft auf die Verletzlichkeit von Mensch und Tier hingewiesen. Auch Geräusche, wie etwa das Peitschenknallen, unterstreichen diese Verletzlichkeit. Die Ästhetik des Risikos wurde historisch etabliert, über die letzten eineinhalb Jahrhunderte hinweg -von Thomas Battys Auftritten im späten 19. Jahrhundert bis heute- hat sich das Publikum im zirzensischen Raum daran gewöhnt, in der Darbietung etwas riskantes zu sehen. Diese Erwartungshaltung ist schwer zu brechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die Zeitgemäßheit der Wildtierdressur im 21. Jahrhundert und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die historische und ethische Fragestellung der Arbeit dar.

2. Es war einmal: eine Geschichte: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge des Zirkus bei Philip Astley und die Entwicklung der Raubtierdressur durch Akteure wie Thomas Batty nach.

3. Von Risiko und Überlegenheit: Hier wird die psychologische Komponente der Zirkusinszenierung und die semiotische „Ästhetik des Risikos“ als zentrales Element der Zirkuskultur analysiert.

4. Das Wohl des Tieres: Das Kapitel untersucht die Praxis der Tierhaltung anhand des Circus Krone und stellt die Positionen verschiedener Tierschutzorganisationen gegenüber.

5. Ein ausblickendes Fazit: Das Fazit resümiert, dass künstlerische Qualität auch ohne Wildtiere möglich ist und prognostiziert ein Sinken der Nachfrage bei schwindendem Angebot.

Schlüsselwörter

Zirkus, Wildtierdressur, Ästhetik des Risikos, Tierschutz, Circus Krone, Domestizierung, Performanz, Raubtiernummern, Tierethik, Peta, Vier Pfoten, Zirkusgeschichte, Artisten, Manege, Tierwohl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und die heutige Berechtigung von Wildtierdressuren in traditionellen Zirkussen vor dem Hintergrund moderner Tierschutzstandards.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Zirkus, die Ästhetik des Risikos in der Manege sowie die ethische Kritik an der Haltung von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit stellt die Kernfrage, wie zeitgemäß die Aspekte der Wildtierdressur im 21. Jahrhundert angesichts aktueller ethischer Debatten und verfügbarer Alternativen noch sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorin nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, inklusive theaterwissenschaftlicher Semiotik und eine diskursive Auseinandersetzung mit Tierschutzkampagnen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil beleuchtet das Wechselspiel von Macht zwischen Dompteur und Tier sowie die Kritik von Organisationen wie Peta und Vier Pfoten an der Praxis der großen Wanderzirkusse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zirkusgeschichte, Tierwohl, Ästhetik des Risikos und kulturelle Transformation beschreiben.

Wie argumentiert der Circus Krone bezüglich der Tierhaltung?

Der Circus Krone betont den familiären Bezug zu den Tieren, die Gewöhnung der Tiere an den Zirkus seit ihrer Geburt und argumentiert, dass Touren Abwechslung und Bewegung für die Tiere bieten.

Welche Gegenpositionen nehmen Tierschützer ein?

Tierschützer kritisieren, dass Wildtiere niemals artgerecht in mobilen Zirkussen gehalten werden können, verweisen auf gesundheitliche Schäden und fordern ein generelles Verbot der Wildtierhaltung.

Welches Beispiel wird für einen erfolgreichen, tierfreien Zirkus genannt?

Der Zirkus Roncalli wird als positives Beispiel angeführt, da dieser erfolgreich auf holographische Darstellungen setzt und damit zeigt, dass Unterhaltung auch ohne lebende Wildtiere möglich ist.

Wie beurteilt die Autorin die Zukunft des Zirkus?

Die Autorin prognostiziert, dass bei einem Wegfall des Angebots an Wildtierdressuren auch die Nachfrage gegen null sinken wird, ohne dass der Zirkus als Kunstform seine Anziehungskraft verliert.

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Details

Title
Ästhetik, Gefahr, Domestizierung. Wie zeitgemäß sind die Aspekte der Wildtierdressur im traditionellen Zirkus?
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Natalie Hill (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V1045373
ISBN (eBook)
9783346471116
ISBN (Book)
9783346471123
Language
German
Tags
Zirkus Theater Ästhetik Domestizierung Wildtiere Zeitgenössische Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Hill (Author), 2020, Ästhetik, Gefahr, Domestizierung. Wie zeitgemäß sind die Aspekte der Wildtierdressur im traditionellen Zirkus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1045373
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