Meyer, Conrad Ferdinand - Das Amulett


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

3 Seiten, Note: 1


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Iris Tripolt

„Das Amulett“ von Conrad Ferdinand Meyer

Conrad Ferdinand Meyer wurde am 11. Oktober 1825 in Zürich geboren. Er stammte aus ei- ner sehr angesehenen Züricher Bürgersfamilie. Durch den frühen Verlust seines Vaters und die psychischen Störungen seiner Mutter kam es bei Meyer schon in seiner Jugend zu schwe- ren seelischen und geistigen Krisen.. Zitat: „Wenn ich bedenke, wie viel Zerstörendes von Jugend auf mich befallen, wie noch die letzten Jahre alles, was der Mensch Bitteres und aus der Bahn Werfendes erfahren kann, auf mich einstürmte oder langsam an mir nagte, so er- scheint es mir ein Wunder, dass ich noch lebe.“ ,schrieb Meyer in späteren Jahren seines Le- bens.

Einen Ausgleich fand Meyer in seiner Schwester Betsy, mit der ihn ein inniges Verhältnis verband.

Auf den Wunsch der Mutter hin begann er sein Jurastudium. Doch er scheiterte bereits nach dem ersten Studienjahr und zog sich in sein Elternhaus zurück. In dieser Zeit litt er unter schweren Depressionen. Daraufhin wurde er 1852 für sieben Monate in eine Nervenheilan- stalt eingewiesen. Nach seiner Entlassung nahm er die Übersetzertätigkeit auf. Ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben war der Selbstmord der Mutter. Für Meyer war es befreiend, da seine Mutter seinem Tun immer ablehnend gegenübergestanden war. Auch war er durch eine hohe Erbschaft von finanziellen Druck entlastet. Er machte mit seiner Schwester gemeinsame Reisen nach Paris und Italien. Daraufhin entschied er sich eine Romanistische Laufbahn einzuschlagen.

Sein künstlerisches und gesellschaftliches Selbstvertrauen begann langsam wieder zu wach- sen, seine Schüchternheit und Selbstzweifel begannen nachzulassen, und es entwickelte sich für das Geschwisterpaar ein intellektuell anregendes geselliges Leben. Meyers literarischer Erfolg setzte 1872 mit dem Versepos „Huttens letzte Tage“ ein. Seine wichtigsten Werke waren „Das Amulett“, „Der Schuss von der Kanzel“ und „Die Ver- suchung des Pescara“.

1875 heiratete er die aus reichem Hause stammende Luise Ziegler. Diese Heirat führte zu Spannungen mit seiner Ehefrau und seiner Schwester. Diesen Spannungen war er nicht gewachsen. Mit Hilfe seiner Schwester vollendete er noch sein letztes Werk Angela Borgia. Es kam immer wieder zu schwereren Depressionen und einem geistigen Dämmerzustand. Er wurde erneut in eine Heilanstalt eingewiesen und ohne wesentliche Besserung wieder entlassen. Seine letzen Jahre verbrachte Conrad Ferdinand Meyer in seinem Haus in Kilchberg bei Zürich, wo er am 28. November 1898 starb.

Inhalt:

Personen:

- Herr Schadau von Bern (Hugenotte) û Wilhelm Boccard (Katholik)

- Coligny (französischer Admiral, Führer der Hugenotten) û Gaspard (Nichte des Admirals Coligny)

Geschichtlich wichtige Personen und Ereignisse û Alba (spanischer Feldherr)

- Königin von Frankreich Katharina von Medici.

- König Karl IX zur Zeit der Hugenottenkriege Regent Frankreichs û Bartholomäusnacht: 23. August 1572

Das Werk beginnt im Jahre 1611 und spielt anfangs in der Schweiz. Der Ich-Erzähler Schadau von Bern schließt mit einem alten Herrn namens Boccard ein Grundstücksgeschäft ab. Im

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Arbeitszimmer des alten Herrn befinden sich zwei Gegenstände: ein durchschossener Filzhut und ein Amulett, die den Erzähler Schadau von Bern an den Sohn des alten Boccard, Wilhelm, erinnern. Schadau hat den Tod von Wilhelm Boccard noch immer nicht verarbeitet und beginnt die vergangenen Ereignisse niederzuschreiben.

Die Erzählung beginnt in der Jugend des Herrn Schadau. Er ist der Sohn eines früh verstorbe- nen Kriegsmannes und wächst daher bei seinem Oheim auf. In dieser Zeit ist die politische Lage sehr stark von einem Religionsstreit geprägt. Spaniens ALBA besetzt die niederländi- schen protestantischen Generalstaaten und bedroht das calvinistische Genf. Frankreich ge- währt währenddessen den Hugenotten unter der Führung von Admiral Coligny Zugang zu allen Ämtern. Admiral Coligny plant auch die Befreiung der Niederlande von ALBA. Ein Krieg steht bevor und der junge Schadau will für die Protestanten unter Admiral Coligny kämpfen. Um bessere Chancen zu haben lässt er sich von einem böhmischen Fechtmeister ausbilden. Doch dieser wird wegen Mordes gesucht und kann noch vor seiner Festnahme flüchten.

Schadau macht sich nun auf den Weg nach Paris um seine Dienste dem Admiral Coligny an- zubieten. Während seiner Reise lernt er in einer Herberge Wilhelm Boccard, den Parlaments- rat Chatillon aus Genf und dessen Nichte Gasparde kennen. Boccard ist ein Katholik und ein großer Anhänger des Marienkultes. Weiters stellt sich heraus, das Gasparde das Patenkind des bewunderten Admirals Coligny ist und für Schadau ein gutes Wort bei ihrem Onkel einlegen wird.

Gleich nach seiner Ankunft in Paris wird Schadau dem Admiral vorgestellt und nur wenig später zu seinem Privatsekretär ernannt. Auch Chatillon ist in Paris und hofft mit dem bevor- stehenden Krieg die Glaubensspaltung zwischen Katholiken und Hugenotten aufhalten zu können. In der gegenüberliegenden Kirche hört man einen Mönch predigen, dass die Huge- notten in Paris nicht mehr sicher seien und nur auf der Spitze eines Vulkans sitzen würden. Während Schadau mit Gasparde am Fenster steht, winkt Graf Guiche, ein angesehener Katho- lik, unverschämt zu Gasparde herauf, doch diese präsentiert ihm ihren neuen Beschützer: Schadau Am nächsten Morgen lernt Schadau den jungen König kennen. Er hat ein noch sehr kindi- sches Verhalten, welches Schadau sehr beunruhigt, da das Schicksal der Hugenotten von die- sem jungen König abhängt. Auf der Straße begegnen Schadau und Boccard dem Grafen von Guiche, der Schadau anrempelt und ihn zum Duell fordert. Grund für das Duell ist Gaspard, denn beide Männer wollen ihre Gunst erwerben. Boccard ist beunruhigt, denn Schadau ist kein guter Fechter und verschmäht auch noch die Hilfe von Maria, da er dem Kalvinismus angehört.

Das Duell am nächsten Morgen geht gut aus. Der Degen des überlegenen Guiche prallt am Amulett der Maria, welches Boccard ihm heimlich ins Wams genäht hat, ab. Die Nachricht verbreitet sich schnell, dass ein Hugenotte den braven Kirchengänger und Katholiken Guiche erstochen hat. Der Admiral und der alte Chatillon machen sich durch diesen Vorfall ernsthafte Sorgen um die Lage der Protestanten in Paris. Einzig Gaspard erkennt die Zusammenhänge. Der Kampf fand wegen Liebe und nicht der Religion wegen statt.

Einen Monat später. Die Lage der Protestanten in Paris spitzt sich immer mehr zu. Auch ist es dem Admiral Coligny nicht gelungen Flandern zurückzuerobern und Alba zu stürzen. Auf Coligny wird ein Attentat verübt, das er aber überlebt. Daraufhin beschließt er, dass Schadau

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von Bern seine Nichte Gaspard sofort heiratet und sie nach Deutschland in Sicherheit bringen soll. Coligny will aber in Paris bleiben.

Schadau kehrt in sein Zimmer zurück, wo er Boccard vorfindet, der auf ihn wartet um mit ihm am heutigen Bartholomäustag gemeinsam Schadaus Haupt- und Landsmann Pfyffer im Louv- re zu besuchen. Doch im Louvre angekommen wird Schadau sogleich verhaftet und in Boc- cards Zimmer eingeschlossen. Er versucht sich zu befreien doch es gelingt ihm nicht. Am nächsten Morgen Boccard kommt ins Zimmer und Schadau bettelt ihn an, ihn zu seiner Frau zu lassen. Wilhelm gibt ihm eine königliche Uniform und betreten die Straße.

Gaspard wird von einer Meute bedroht, die nur eins wollen: ihren Tod. Schadau und Boccard können sie noch im letzten Moment retten. Nach wenigen Schritten fällt ein Schuss und Boc- card sinkt, sein Marienamulett an die Lippen drückend, zu Boden. Er ist tot, getroffen von einer Pistolenkugel. Schadau und Gaspard wollen so schnell wie möglich Paris verlassen. Die Stadttore sind gut bewacht, doch Schadau trifft seinen alten Fechtmeister, der ihm noch einen gefallen für die Flucht schuldig ist. Für 40 Goldgulden besorgt er den beiden einen Pass und zwei Pferde.

Nach zweiwöchiger Heimreise nach Deutschland erblickt Schadau seit langer Zeit wieder seine Heimat. Durch einen Brief erfährt er, dass sein Oheim verstorben ist. Nach dieser traurigen Nachricht führt Schadau seine Gaspard in das Haus seiner Jugend.

Deutung

Dieses Werk hat auch heute noch seine Gültigkeit. Überall auf der Welt gibt es Kriege, die einen werden aus politischen Gründen, die anderen aus Gründen der Religion geführt. Beinahe jedes Jahrhundert gab es in Europa Religionskriege. Im 16. Jahrhundert waren es die Hugenottenkriege im 17. Jahrhundert der 30-jährige Krieg.

Ich finde Meyer hat in diesem Werk die Problematik der Religionskriege, im besonderen der Hugenottenkriege, lebensnah dargestellt. Besonders aufrüttelnd ist, dass es dieses Massaker in der Bartholomäusnacht in Paris wirklich gegeben hat. In dieser einen Nacht am 23. August 1572 wurden auf Befehl von Katharina von Medici ca. 3000 Hugenotten ermordet. Nur für die Religion, den Religionsfrieden. Doch dieses Massaker war kein Beginn des Friedens, son- dern der Beginn eines Bürgerkrieges zwischen Hugenotten und Katholiken in dem weiters 50.000 Hugenotten und Katholiken ihr Leben lassen mussten. Wie Meyer in seinem Werk beschreibt, wurden früher andersgläubige ermordet. Gehörte man nicht der Religion des Herr- schers an, musste man in Angst leben. Nur durch ein Handzeichen, wie in „das Amulett“ von König Karl IX mussten Tausende Menschen ihr Leben lassen. Dieses Modell ist auch auf die heutige Zeit übertragbar. Man braucht gar nicht weit weg zu sehen. Es genügt im eigenen Land oder in der eigenen Stadt zu bleiben. Wir führen zum Glück keine Religionskriege, aber es gibt genug Menschen, die ihrer Religion wegen verachtet oder von Mitmenschen geschnit- ten werden. Eltern sagen ihren Kindern, nicht mit den Kindern aus der Nachbarschaft zu spie- len. Sie haben eine andere Religion oder gehören den Zeugen Jehovas oder einer anderen Glaubensbewegung an. Auch diese Feindseligkeiten können im kleinen als „Religionskriege“ bezeichnet werden. Denn auch dieses Verhalten zeigt unsere Intoleranz gegenüber Anders- denkenden und kann durchaus mit den Geschehnissen in diesem Werk verglichen werden.

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Details

Titel
Meyer, Conrad Ferdinand - Das Amulett
Veranstaltung
Schulreferat
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V104806
Dateigröße
345 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Autor, Inhalt, Deutung
Arbeit zitieren
Iris Tripolt (Autor), 2001, Meyer, Conrad Ferdinand - Das Amulett, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104806

Kommentare

  • Gast am 8.8.2002

    zu viele Fehler, einfache interpretation.

    Die Zusammenfassung enthält an sich die wichtigsten Punkte, abgesehen von einigen sprachlichen Fehlern enthält sie aber auch sonst viele Fehler, (vor allem widersprechen sie sich auch noch), angefangen beim Name der weiblichen Hauptperson, der Gasparde lautet. Wie später im Text erwähnt ist Schadau ein Calvinist und kein Hugenotte. Seine Heimat ist die Schweiz und nicht etwa Deutschland! Das jedoch nur als Beispiele, alle Fehler aufzulisten würde zu lange dauern. Die Interpretation finde ich etwas billig, der Aspekt des Religionskonfliktes spielt zwar eine wichtige Rolle, jedoch nicht die einzige.

  • Gast am 7.3.2007

    RE:zu viele Fehler.

    Liebe Anna,zu dem Punkt,Schadau sei ein Calvinist und nicht ein Hugenotte muss ich sagen,das dies fast das selbe ist.Calvinismus ist nur eine kleine abweichung der Protestentan.Hugenotten sind revormierte Franzosen.In der Geschichte muss mann nur zwischen katholik und Protestant unterscheiden;-)Ob Calvinist oder Huggenotte.Beides ist protestantisch...und darum geht's

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