Die Hexenverfolgung im Mittelalter


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
6 Seiten, Note: 14 Punkte

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Gliederung:

1. Entstehung des Hexenwahns

2. Geschichtlicher Ablauf
- Der Beginn des Hexenwahns
- Die Inquisition
- Beginn der planmäßigen Verfolgung
- Geographische Entwicklung und Intensität
- Das Ende des Hexenwahns

3. Die schreckliche Wirklichkeit des Hexenwahns
- Was wurde Hexen nachgesagt?
- Die Hexenprozesse

1. Wie konnte der Hexenwahn überhaupt entstehen?

- Menschen hatten damals nicht Wissen um Naturereignisse zu erklären z.B. Unwetter, Dürreperioden, Heuschreckenplagen, Seuchen (Pest), Krankheiten, Alpträume usw.

- fanden Lösung indem sie dies dunklen Mächten zuschrieben (Göttern, Teufeln, Dämonen, Feen, Elfen)

- fühlten sich denen ausgeliefert, da von deren Wohlwollen oder Zorn Glück oder Unglück der Menschen abhing

- Zauber wurde als Mittel angesehen mit den dunklen Mächten in Verbindung zu treten

- nur Auserwählte waren in der Lage Zauber zu betreiben

- diesen wurde mit Respekt und ehrfürchtiger Scheu begegnet

- galten nicht von vornherein als böse, im Gegenteil, wo menschliche Kräfte versagten suchte man sich bei Zauberern Rat

- im Dienste der Obrigkeit lebten sie oft an Höfen als „Magier“ und „Schwarzkünstler“

2. Geschichtlicher Ablauf

Der Beginn des Hexenwahns

- Christianisierung

- christliche Kirche benötigten Feindbilder um heidnischen Glauben erfolgreich bekämpfen zu können

- erklärten heidnische Götter zu Dämonen und verboten Umgang mit denen

- trotzdem hielten viele Menschen am heidnischen Brauchtum fest

- Kirche stand dem skeptisch gegenüber, sah aber noch keinen Anlass zur planmäßigen Verfolgung

- 12./13. Jh. entstanden im christlichen Abendland kirchenkritische

Glaubensgemeinschaften, darunter Katharer (=> Ketzer) und Waldenser

- Zahl der Anhänger wuchs ständig (vor allem in Südfrankreich und Norditalien)=>wurden zu mächtiger Reformbewegung (besonders Katharer)

- Kirche mußte hilflos mit ansehen, wie sich immer mehr Menschen von ihr abwandten

- starteten Versuch, mit Prediktfeldzug verlorene Ansehen wieder herzustellen, scheiterte

- Papst ordnete Kreuzzug gegen Katharer an, Vernichtungskrieg im Süden Frankreichs 1209-1229

- Kirche wollte wissen, wie es möglich war, dass sie so in Bedrängnis geraten war

- fanden Antwort: Nicht Kirche war Schuld, sondern Teufel, der mit Hilfe von Zauberern,

Magiern und Wahrsagern seine ketzerischen Lehren ausgebreitet hat. Mit seinen Lehren hat er die Herzen einfacher Menschen betört und so den Abfall der Kirche organisiert.

Die Inquisition

- um Macht zu behalten, mußte Kirche dagegen vorgehen

- nach gewaltsamer Unterdrückung der Katharer 1231/32 gründete Papst Gregor IX zentrale

Kirchenbehörde zur Verteidigung des rechten Glaubens: die päpstliche Inquisition (lat. inquisitio => gezielte Untersuchung)

- Papst erließ Richtlinien von unmenschlicher Grausamkeit

- von Papst eingesetzten Glaubensrichter hatten von da an die Aufgabe mit aller größter Härte mögliche Ketzer zu verfolgen

- 1552 ergänzte Papst Innozenz IV Verfahrensregeln durch Erlaubnis Folter zu gebrauchen

- schlimme Folgen => unter Folter gaben immer mehr Menschen zu mit Teufeln und

Dämonen in Kontakt zu sein

- verschmolzen in Augen der Inquisitoren Ketzerei und Zauberei immer mehr zu untrennbaren Ganzen

- Inquisitoren wurden durch Scholastiker unterstützt

- Scholastiker : christliche Gottesgelehrte des Mittelalters, die im 13./14. Jh. Versuch unternahmen, christliche Weltanschauung wissenschaftlich zu ordnen

- Lehren vielen bei Inquisitoren auf fruchtbaren Boden

- Zauberei Verrat am christlichen Glauben

- Zauberer müssen als Ketzer bestraft werden

- selbst harmlose Zauberhandlungen sind Dämonenpakte

- Aberglaube im Volk (Existenz und das Handeln der Hexen) ist wahr

- fanden in Schriften der Scholastiker immer mehr Anklagen, die ihre Opfer unter der Folter zugeben mußten

- Wahn griff mit Hilfe der Kirche immer mehr um sich

Beginn der planm äß igen Verfolgung der Zauberei

- begann in 1. Hälfte des 14. Jh.

- vor allem Südfrankreich, Norditalien, südwestliche Schweiz

- Anstoß Papst Johannes (RZ 1316-34)

- ließ noch vor Amtsantritt Bischof seiner Heimatstadt Cahors verbrennen, weil er sich von ihm verhext glaubte

- 1320 ließ er in Bistümern Toulouse u Carcassonne alle Zauberer „aus dem Hause Gottes austreiben“

- 1326 dehnte er diesen Befehl auf gesamte Herrschaftsgebiet der römisch-katholischen Kirche aus

- Nachfolger unterstützten Erlass zur planmäßigen Verfolgung

- Akten der Inquisition häuften sich abwegigsten Geständnisse, welche unter Folter herausgepresst wurden

- Aussagen bestärkten Ankläger in ihrem Wahn

- in ihren abergläubischen Köpfen formulierte sich das Bild einer dämonischen Welt, in der Frauen Männer und Kinder vom Teufel und seinen Helfern zu Ausschweifungen und Verbrechen angestiftet wurden

- Fanatiker beunruhigte am meisten, das Hexen und Hexenmeister ihre Schandtaten nicht alleine begingen, sondern sich zu Hexensekten vereinigten

- gottlosen Ziele und heimtückischen Methoden der Hexensekte enthüllten Inqüisitoren in Reihe sogenannter Hexentraktate (z.B. Formicarius, 1437, Dominikaner-Abt Johannes Nider, darin konkrete Anschuldigungen gegen Hexensekte)

- noch im Erscheinungsjahr rief Papst dazu auf, die nunmehr entartete Hexensekte unnachsichtig aufzuspüren und zu vernichten

- in 2. Hälfte des 15. Jh. kam Hexenwahn auch nach Dtl.

- Vorreiter war der fanatische Dominikanermönsch Henricus Institoris (Heinrich Kramer/Kaufmann) und Jacob Sprenger

- stießen in Dtl. auf Widerstand => Institoris wendete sich an Papst

- dieser erließ 1484 „Hexenbulle“ , übernahm darin kritiklos was ihm Institoris versichert hatte ( Hexensekte auch in Dtl., Gefahr für Kirche), forderte die Vernichtung der Hexen

- Erfindung des Buchdrucks => weite Verbreitung und Beachtung

- 1487 veröffentlichten sie „Hexenhammer“, Hexentraktat, dem sie Hexenbulle beifügten

- in folgenden 200 Jahren galt Hexenhammer als „Bibel des Hexenwahns“

- enthält genaue Anweisung über Führung eines Hexenprozesses (grausam)

- beschreibt das Treiben der Hexen (sexuelle Ausschweifungen)

- ist bereits von dem für HW typischen Frauenhass gekennzeichnet („unvollkommene Tiere“)

- mit Hexenhammer brechen Dämme der Vernunft endgültig

Geographische Entwicklung und Intensit ä t des Hexenwahns

- in Südfrankreich und Norditalien entstanden

- im Laufe des 15. Jh. auf Norden Frankreichs und auf Schweiz (blieben Kerngebiete der

europäischen Hexenjagd)

- Ende 15. Jh. durch „Hexenhammer“ und „Hexenbulle“ nach Norden

- Hexenjäger stießen in Deutschland vorerst auf erheblichen Widerstand

- ab 16. Jh. griff Wahn auch auf Dtl. über (wurde Kernland)

- zuerst Süden und Westen dann Ostdeutschland und Polen

- Verfolgung (wenn auch in geringen Maßen in skandinavischen Ländern und im östlichen und südlichen Zentraleuropa ( Gebiet des heutigen Tschechei, Slowakei, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien)

- vom Gebiet der heutigen Niederlande, Belgiens und Luxemburgs sprang Funke auf

Britische Inseln (England allerdings Verbot der Folter => keine dauerhaften Erfolge der Hexenjäger => blieb bei kurzen Ausbrüchen am Anfang des 17. Jh.)

- Hexenwahn in Mitte Europa festgesetzt und von dort ausgebreitet

- unterdessen in Spanien, Italien ging Verfolgung zurück => Inquisition dort andere

Schwerpunkte: Verfolgung von Juden, Moslems und Protestanten

- Zentren in Deutschland : Trier

Fulda

Mainz

Bamberg (600 Opfer) Würzburg (900 Opfer) Köln (1000 Opfer)

Das Ende des Hexenwahns

- in obengenannten dt. Städten fand im 17 Jh. regelrechtes Vernichtungsprogramm statt, Hexensekte sollte ein für alle mal vernichtet werden

- Hilferufe der Bevölkerung kamen vor Papst und Kaiser

- Kaiser Ferdinand II schrieb erst mahnende dann drohende Briefe an Verantwortliche

- Papst Urban VIII schickte 2 Kardinäle nach Köln um Wahnsinn ein Ende zu bereiten

- Morden ging weiter, dauerte noch viele Jahre bis Bischöfe zur Besinnung kamen

- als zu Beginn des 17. Jh. Wahn seinem Höhepunkt zustrebte, erschienen im dt. Sprachraum Schriften, die sich gegen die Hexenverfolgung richteten

- deren Verfasser waren vor allem katholische und protestantische Geistliche

- konnten zwar keine sichtbare Wende herbeiführen, trugen aber dazu bei, dass das

Fundament des Hexenwahns zu bröckeln begann

- in Jahrzehnten nach Dreißigjährigem Krieg (1618-1648) zeichnete sich Wandel im Lebensgefühl und im Denken der herrschenden Schicht ab

- = Aufklärung : Mensch als Vernunftwesen, kehrte sich vom Althergebrachten ab

- Menschen mußten erkennen, dass aufkommende Wissenschaften für so manche „göttliche

Weisheit“ logische Erklärungen lieferten

- Landherr der Grafschaft Vaduz (heutiges Fürstentum Lichtenstein) ließ 1648-1651 und 1677-80 2 große Hexenjagden veranstalten (300 Hexen, -meister verbrannt)

- Kaiser schritt ein, verhaftete ihn, und sperrte ihn lebenslang ein

- Christian Thomasius (1655-1728, dt. Rechtsgelehrte u. Philosoph) war entschiedener Gegner der Hexenverfolgung

- seine Argumente erregten weit über Dtl. Grenzen hinaus Aufsehen

- genoss hohes Ansehen, Wirkung seiner Angriffe waren enorm

- 1704 wiederhohlte er seine Forderungen in Buchform „Kurtze Lehr-Sätze von dem Laster der Zauberey“

- 1705 forderte er Abschaffung der Folter

- in Preußen nahmen viele seiner Schüler einflussreiche Stellungen als Regierungsbeamte und Richter ein

- 1706 schränkte Friedrich I Hexenprozesse merklich ein

- Nachfolger „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I erließ Edikt in dem er befahl, das alle

Urteile in Hexenprozessen ihm zur Bestätigung vorgelegt werden müssen

- Folge: Scheiterhaufen in Preußen erloschen

- !8. Jh. Aufklärung => Ende des Hexenwahns:

- 1736 als erster Staat Hexengesetze offiziell verboten

- 1740 Verbot der Folter

- 1740 Österreich Verbot von Urteilen gegen Hexen

- Bayern, Schweiz, Würzburg noch vereinzelte Hexenprozesse

- 1782 letzte Hexe Anna Göldi in schweizer Kantonshauptstadt Glarus verbrannt

( zu Lebzeiten Goethes, Schillers, Mozarts, Haydns und Beethovens)

3. Die schreckliche Wirklichkeit des Hexenwahns

Was wurde den Hexen nachgesagt?

- Diener/innen des Teufels

- man glaubte dass wenn man unzufrieden war, kam der Teufel und verspricht was man will als Gegenleistung muss dafür Gott verleugnen

- man besiegelte „Teufelspakt“ mit Geschlechtsakt, anschließend kratzte Teufel der Hexe Teufelsmal in Haut (Stelle unempfindlich)

- als Gegenleistung bekam Hexe bestimmte Fähigkeiten:

- Krankheiten verursachen (=>Hexenschuss)

- Männer impotent, Frauen unfruchtbar machen

- Unwetter heraufbeschwören

- Missernten, Unfruchtbarkeit bei Tieren verursachen

- können mit Hilfe von Hexensalbe fliegen

- Geister beschwören, Tote wieder aufleben lassen

- können Gestalt von Tieren annehmen (Werwolf)

- Hexen verbunden durch Hexensekte

- trifft sich zu Hexensabbat: beten Teufel an; wilde, unsittliche

Ausschweifungen; Vorbereitung neuer Schandtaten ( => vorchristliche Fruchtbarkeitsrituale)

Die Hexenprozesse

- Opfer zuerst Frauen (schwach, beeinflußbar, dumm, wollüstig => ideale Beute), dann Männer und Kinder - alle, Alte, Junge

- alle Reihen der Gesellschaft: erst Arme, Bauern dann Bürger und Adeliger später sogar Geistliche

- Gläubiger waren verpflichtet jeden Verdächtigen zu melden ,Pflicht der Hexenrichter jedem Gerücht nachzugehen

- 1532 in Carolina festgeschrieben, welche Verdachtsmomente eine Anklage wegen

Hexerei zuließen - war allgemein gehalten => ließ daher Freiraum für Richter

- Verurteilungen nahmen zuerst Inquisitoren (=Geistliche) vor =>stoßen auf Wiederstand

=> zogen sich nach Spanien und Italien zurück => geistliche Gerichte übernahmen Prozesse - lag im Ermessen des Landesherren inwieweit er gegen Hexen vorging

- Zeugen zugelassen (diese hatten selber Angst), Geisteskranke, Kinder

- Prozess in drei Abschnitte eingeteilt:

1. Einleitung durch religiöse Zeremonie
2. Ausfragen der Angeklagten (wann, wo, wer beteiligt...)
3. Schreckeinjagung mit Worten
4. Hexenprobe, „verschärften Verhör“ (Hexenproben z.B. Wasserprobe, Suche nach Hexenmal, Tränenprobe)
5. Vollstreckung des Urteils

- Versch ä rfte Verh ö r: unter Folter

- Verhöre dauerten Stunden, teilweise mehrere Tage

- zuerst Daumenschrauben, dann Spanische Stiefel => Aufziehen an gefesselten Armen => Strecken

- Phantasie der Richter keine Grenzen gesetzt

- wurden abwegigsten Geständnisse erpresst => bestärkten Fanatiker in ihrem Wahn

- viele „Hexen“ wurden verbrannt, nur wenige Freigelassen (innere Verbannung, Siechenhaus, Landesverweiß), Ungeständige oft lebenslang

- lebendig verbrannt, so verlangte es Carolina „So jemand den Leuten durch Zauberey Schaden oder Nachteil zufüget, soll man ihn strafen vom Leben zum Tode, und man soll diese Strafe mit dem Feuer thun“

- Güte der Landesherren, wenn vorher geköpft oder erwürgt

- Verbrennung öffentliches Ereignis (Warnung)

Quellenangabe:

- „ Hexen “ , Was ist Was, Tessloff

- Encarta 99

- „ Glanz und Elend des Mittelalters- Eine endliche Geschichte “ , Ferdinand Seibl

- Hexenverfolgung in Th ü ringen, Politische Bildung

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Die Hexenverfolgung im Mittelalter
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
1999
Seiten
6
Katalognummer
V105358
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hexenverfolgung, Mittelalter
Arbeit zitieren
Nadine Liebold (Autor), 1999, Die Hexenverfolgung im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105358

Kommentare

  • Gast am 26.4.2002

    Denkfehler.

    sehr viele dumme denkfehler bestimmen diese arbeit.

    so z.B. vorangig, dass hexenwahn und hexenverfolgung eher ein thema der frühen neuzeit als eines des mittelalters ist.

    man kann zusammenfassend sagen, dass während des gesamten mittelalters nicht eine hexe verbrannt wurde

    ausserdem sind die literatur mehr als unzureichend und ferdinand seibt ist der richtige name des autors.
    *kopfschüttel*

  • Gast am 15.7.2002

    Die Hexenverfolgung im Mittelalter.

    Anzumerken ist außerdem, daß bei der Hexenprobe niemand ertrunken ist. Das ist ein beliebter Mythos, aber eben doch ein Mythos.

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