Der deutsche Roman von 1900 - 1945


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

12 Seiten, Note: 11


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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Naturalismus

III. Neuromantische Strömungen

IV. Expressionismus

V. Tendenzen von 1920 -1933 in der Literatur

VI.ß-Literatur

VII. Glossar

I. Einleitung

Die Zeit von 1900 bis 1945 ist eine sehr ereignisreiche Zeit, die auch sehr starken Schwankungen in allen Lebensbereichen unterworfen ist. Prägend für diese Zeit sind am meisten die beiden Weltkriege, und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Und es ist die Zeit des wirtschaftlichen und technischen Fortschritts. Interessant ist hier herauszufinden, wie die einzelnen Autoren zu den einzelnen Epochen auf gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen reagiert haben.

Für den Anfang des 20. Jahrhunderts ist vor allem der Imperialismus und das wilhelminische Kaiserreich prägend. Durch die imperialistischen Herrschaftsformen in Europa kommt es schließlich zum 1. Weltkrieg. Dieser grausame Krieg, wo erstmals moderne Waffen eingesetzt werden sind schrie nach Veränderungen. Dies führt zur Neubildung des deutschen Reiches und zur Errichtung der Weimarer Republik. Zu Anfang der Weimarer Republik bildet sich noch Wohlstand, was man anhand der Bezeichnung „Goldene Zwanziger“ sehr gut sehen kann. Doch dieser Optimismus verflog sehr schnell als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise. Das goldene Zeitalter war zu Ende und es herrschte Arbeitslosigkeit, Pessimismus, Frustration was schließlich im Nationalsozialismus endet, dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der Sturz des Zaren in Russland und die Errichtung einer kommunistischen Gesellschaft hat ebenfalls Auswirkungen auf das intellektuelle Leben in Deutschland, man diskutiert über die bessere Herrschaftsform, Demokratie oder Kommunismus.

II. Naturalismus (1880 - 1915)

Der Naturalismus entstand zur der Blütezeit des Imperialismus. Es war die Zeit vom großen technischen und wirtschaftlichen Fortschritt, aber auch der gleichzeitigen Verelendung großer gesellschaftlicher Gruppen. Die Arbeiter in den Städten lebten knapp über dem Existenzminimum und die Kinder mussten mitarbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern.

Der Naturalismus lässt sich zeitlich nicht genau einordnen. Einige Wissenschaftler gehen auch davon aus, wonach der Naturalismus nur bis zum Jahre 1900 geht und nicht bis 1915.

Er ist weiter wichtig, weil mit dem Wissen über den Naturalismus sich die Gegenbewegungen zum Naturalismus besser erschließen lassen.

Über dem ganzen Naturalismus schwebt die Formel: „Kunst = Natur minus x“.

Wobei mit „x“ der Faktor der subjektiven künstlerischen Gestaltung gemeint ist.

An dieser Formel wird auch deutlich, dass sich der Naturalismus sehr stark auf die Naturwissenschaften bezieht. Er bedient sich auch ähnlicher Methoden wie die der Naturwissenschaft, er geht dem Prinzip der Beobachtung, der Genauigkeit und der höchstmöglichen Objektivität nach.

Oberste Zielsetzung des Naturalismus ist die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe der Erfahrungen, Erlebnisse und Geschehnisse. Eine Deckungsgleichheit von Realität und Abbild soll erreicht werden.

Des weiteren leugnet der Naturalismus alle Existenz des Übernatürlichen, was nicht wissenschaftlich bewiesen werden kann, das existiert nicht.

Der Naturalismus spricht den Menschen auch nicht das Recht zu, dass sie zwischen Gut und Böse unterscheiden dürfen (können), weil der Mensch mit seinem Verstand nicht begreifen kann, was letztendlich Gut oder Böse ist.

Wichtige Theorie des Naturalismus ist es auch, dass unser Wissen allein auf Erfahrungen beruht. Die menschliche Moral und Ethik, also menschliches Verhalten“, hängen vom jeweiligen sozialen Umfeld ab, dadurch entsteht der Anspruch der Gleichberechtigung, der eine Vorprivilegierung vom Großbürgertum und Adel ablehnt.

Im Naturalismus werden meistens die Probleme und Themen der Proletarier, Arbeiter und der breiten Masse verarbeitet, z. B.

Alkoholismus, Arbeiterausbeutung und die Verarmung in den Städten. Handlungsplätze sind häufig die städtischen Elendquartiere, Hinterhöfe und Fabriken.

In der Regel gibt es keinen einzelnen Helden oder Protagonisten, sondern im Mittelpunkt des Geschehnisses steht die handelnde Masse. Dies ist sehr schön an dem Schauspiel, „Die Weber“, zu erkennen, das von Gerhard Hauptmann geschrieben ist, der die zentrale Figur im deutschen Naturalismus ist.

Weitere besondere Vertreter sind Henrik Ibsen mit Werken wie „Nora oder ein Puppenheim“ und „Gespenster“ oder Arno Holz „Sozialaristokraten“ und „Die Blechschmiede“.

Sprachliche Besonderheiten des Naturalismus:

Der Verzicht auf Ausschmückungen. Oft wird auch ein Dialekt oder die Umgangssprache verwendet, zur wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe.

Charakteristisch ist auch der „Sekundenstil“, der es dem Leser erlaubt, jedes Detail eines Vorgangs zu rekonstruieren.

Das Proletarier- und Massendrama „Die Weber“ ist das Hauptwerk des deutschen Naturalismus. Es basiert auf dem historischen Hintergrund des Weberaufstandes vom Jahre 1844.

Beim Weberfabrikanten Dreißiger erscheinen zahlreiche Weber, die ihre Heimarbeit abliefern und ihren Hungerlohn in Empfang nehmen. Die Weber, arme, elende, von Hunger und Not geplagte Menschen, beklagen sich über das geringe Entgelt und bitten um eine Lohnerhöhung. Dreißiger schafft es zunächst die Menge zu beruhigen. Der junge Soldat Moritz Jäger kehrt von seinem Militärdienst zurück und schürt mit dem jungen Weber, der rote Bäcker, Unzufriedenheit unter den Webern. Moritz Jäger begeistert die an ihrer Lage verzweifelten Weber mit dem Dreißiger Lied, welches das ausbeuterische Verhalten des Fabrikanten beschreibt. Die zunehmende Unruhe unter den Webern veranlasst die Behörden, das Weberlied zu verbieten, wodurch sie erbitterte Reaktionen der Betroffenen auslösen. Das Haus des Fabrikanten Dreißiger wird durch die Aufständischen gestürmt, geplündert und zerstört und ihre Besitzer zur Flucht gezwungen. Die Revolte verselbständigt sich und die Weber ziehen durch die umliegenden Dörfer, wobei sich zahlreiche Genossen anschließen. Der fromme alte Webermeister Hilse ist entsetzt über den Aufstand und schließt sich aus religiöser Überzeugung dem Aufstand nicht an. Das Militär rückt an um die aufgebrachte Menge aufzuhalten und es kommt zum Kampf. Die Weber vertreiben durch Steinwürfe das Militär und Hilse, der in seiner Stube arbeitet, wird durch eine verirrte Kugel einer Salve getötet.

III. Neuromantische Strömungen (1890 - 1920)

Als Reaktion auf den Naturalismus entstehen mehrere Gegenrichtungen in der deutschen Sprache, wie der Impressionismus, der Jugendstil und der Symbolismus. Diese Stilrichtungen unterscheiden sich zwar, aber man kann sie grob zu den „Neuromantischen Strömungen“ zusammenfassen, die ihre Ablehnung gegenüber dem Naturalismus gemeinsam haben.

Die Neuromantiker waren vor allem von der Verwissenschaftlichung und der Verneinung von Gefühlen in der naturalistischen Literatur angewidert. Dies veranlasste viele Schriftsteller zur inneren Immigration, wo sie ihren Gefühlen und Empfindungen freien Lauf lassen konnten und nicht auf eine exakte wissenschaftliche Darstellung achten mussten. Es fand eine Rückbesinnung an die Klassiker und an die Romantiker statt.

„Der Naturalismus verbot es den Schriftstellern Phantasie und Gefühle zu zulassen, dabei besteht die Kunst ein Buch zu schreiben doch aus Phantasie und Gefühlen“

Wesentliche Elemente sind Märchen, Mythen, die Magie, das Wunderbare und der Gefallen am Nichtalltäglichen. Dies sind alles Mittel, welche die Naturalisten stark ablehnten, weil dadurch eine Verfälschung der Wirklichkeit verursacht wurde.

Man will sich nur noch auf das Schöne und Wunderbare konzentrieren. Weiter sollen die literarischen Werke nicht politisch belastet sein. Deswegen konzentrieren sich die Neuromantiker auch auf Themengebiete wie Heimatdichtung, Dorfgeschichten und Bauernromane auf Reaktion der naturalistischen Städteliteratur mit ihren sozialen Problemen.

Im Mittelpunkt steht nicht mehr die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe, sondern die Darstellung subjektiver, vorübergehender Eindrücke und die Wiedergabe von bestimmten Stimmungen. Die Betonung liegt auf den Ästhetischen und nicht mehr wie im Naturalismus auf dem Hässlichen.

„Man ist des Hässlichen und Ekelhaften übersättigt und will sich endlich wieder schönen Dingen zuwenden“

Folgend kommt ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, der einer der größten Vertreter dieser neuen Literaturrichtung war. Ein weiterer bemerkenswerter Vertreter war Stefan George mit Werken wie „Hymnen“ oder „Algabal“. Nicht zu vernachlässigen ist auch Ricarda Huch. Sie war eine der ersten Frauen des deutschen Sprachraums, die ein reguläres Hochschulstudium absolvierte und dann in der Schweiz promovieren durfte. Sie machte mit großen Werken wie „Wallenstein“ oder „Michael Unger“ auf sich aufmerksam.

Sprachliche Besonderheiten der „Neuromantischen Strömungen“ Sprachlich wendet man sich wieder eher der Poesie zu und weg von dem naturwissenschaftlichen Sprachstil.

Und besonders der Symbolismus verwendet viele Symbole, woher er auch seinen Namen hat.

Die Musikalität der Sprache wird ebenfalls verstärkt betont.

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus: Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, sie wissen alles, was wird und war; kein Berg ist ihnen mehr wunderbar; ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern. Die Dinge singen hör ich so gern.

Ihr rührt sie an: Sie sind starr sie sind stumm. Ihr bringt mir alle die Dinge um.

(1897)

In diesem Gedicht kritisiert Rilke vor allem die Definitionswut der Naturalisten, die jeden Ding einen Wert zuweisen.

Und dadurch, dass alle Sachen und Dinge einen festen Wert haben kann man nicht mehr über sie philosophieren.

IV. Expressionismus (1910 - 1925)

Der Expressionismus (lat. Expressio = Ausdruck) wurde 1911 von der Malerei auf die Literatur übertragen.

Grundlegend für die Entwicklung der expressionistischen Literatur war zum einen das Leiden an der Verlogenheit und Sinnlosigkeit des modernen Lebens, zum anderen die grausamen Erfahrungen des 1. Weltkrieges.

Der Expressionismus lehnte in seiner Grundhaltung Kapitalismus, Militarismus und Industrialisierung ab und forderte den Pazifismus und Sozialismus.

Es galt nicht mehr das Kriterium der Wirklichkeitstreue (vgl. Naturalismus) oder das schön empfundene Innere (vgl. Neuromantische Strömungen), sondern es galt nur noch die Ausdruckskraft, mit der das Erleben und Verarbeiten der Außenwelt mitgeteilt wurde.

Einerseits waren Weltenende, Krieg, Untergang, Todessehnsucht und Verzweiflung Themen des Expressionismus, anderseits gaben Themen wie Erneuerung, Wiedergeburt und die Revolution gegen das verhasste wilhelminische Reich wieder Hoffnung auf eine bessere Welt.

Unter den expressionistischen Schriftstellern herrschte ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, dass zu zahlreichen Vereinigungen und expressionistischen Zeitungen führte, zum Beispiel „Der Sturm“, „Der Brenner“ oder „Die Aktion“. Themen der Zeitungen waren sozialistische Forderungen, Frieden, Weltverbrüderung.

Einer der bekanntesten Vertreter des Expressionismus ist Else Lasker- Schüler. Sie trat mit dem Schauspiel „Die Wupper“ hervor, einer Szenenfolge aus einer Fabrikstadt, in der die Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit des Lebens deutlich gemacht wird. In ihren Gedichten wendet sie sich religiösen Erfahrungen und der Rückbesinnung auf den jüdischen Glauben zu.

Und auch der aus einer jüdischen Familie stammende deutschsprachige Prager Dichter Franz Kafka macht in besonderem Maße die Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit des modernen Menschen deutlich. Zu seinen Werken gehören zum Beispiel „Der Prozess“, „Das Urteil“ und „Amerika“.

Sprachliche Besonderheiten des Expressionismus Die Sprache war sehr elementar für diese Epoche, weil die Expressionisten davon ausgingen, dass eine Aufhebung der alten Betrachtungs- und Denkweisen zu einer Wiedergeburt, zu einer besseren Welt führt. Nach dem Motto: „Neuer Anfang, Neues Glück“.

Kennzeichnend ist eine sehr subjektiver Sprachstil, weit hergeholte Metaphern, Verkürzung von Sätzen, Verbalstil (Schaffung neuer Verben: tieren, blumen ...), Personifikationen, Wortballungen und eine scharfe Ironie.

In fast jedem Text kommt eine depressive Grundstimmung zum Ausdruck.

Den Stil zeichnet aus, dass er keine Regel hat und dies ist seine Regel.

Franz Kafka erzählt in „Der Prozess“ von Josef K. der eines Morgens aufwacht und darauf wartet, dass ihm seine Köchin und Vermieterin Frau Grubbach das Frühstück ans Bett bringt. Doch anstatt dessen tritt ein fremder Mann ein, der alle Fragen die ihm K. stellt übergeht und ihm nicht antwortet. K. betritt erbost das Nebenzimmer und trifft dort auf drei weitere Herren, die ihm erklären, dass er verhaftet sei. K. versucht zu erfahren, warum er verhaftet worden ist, aber die Männer erklären ihm, dass sie ihm keine Auskunft geben können und das er sich wieder auf sein Zimmer begeben sollte, um dort die Ankunft ihres Vorgesetzten abzuwarten. Als der Vorgesetzte erscheint, wird K. in ein Nebenzimmer gebeten, in dem er verhört werden soll. Ihm wird mitgeteilt, dass gegen ihn ein Prozess läuft, aber er darf sich frei bewegen, nur muss er sich um seinen Prozess kümmern. Josef K. nimmt diesen Hinweis aber nicht sehr ernst und führt sein Leben als Prokurist einer Bank weiter wie bisher. Eines Tages erhält er aber einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er sich bei Gericht einzufinden habe. Die Adresse des Gerichtes führt ihn in ein verwahrlostes Viertel, in dem er mit Mühe den Gerichtssaal in einem heruntergekommenen Haus findet. Durch diese lächerliche Auftreten des Gerichtes fühlt er sich überlegen und drückt dies auch in einer Rede, die er spontan an den Richter und viele andere Beamte im Saal richtet, aus. Er verlässt das Gerichtzimmer, ohne überhaupt zu erfahren, warum er angeklagt worden ist. Während der nächsten Woche erhält Josef K. keinen Anruf vom Gericht mehr und beschließt einfach wieder am selben Tag zur selben Stunde vor Ort zu sein. Er findet aber ein leeres Gerichtszimmer vor, trifft aber einen Gerichtsdiener, der ihm anbietet, ihn durch die Verwaltungsräume des Gerichtes zu führen. K. folgt ihm eine Treppe hinauf zum Dachboden des Hauses, in dem sich die Zimmer der Gerichtsbeamten befinden. Entlang der Gänge bemerkt Herr K. Angeklagte, die auf eine Erledigung ihrer Anträge warten. Als er erfährt, dass viele von ihnen schon viele Jahre hierher kommen, beginnt er sich Sorgen um seinen Prozess zu machen. Nachdem K’s Onkel vom Prozess seines Neffen erfahren hat, kommt er auf Besuch und bringt ihn zu einem alten Freund der Familie, dem Advokaten Dr. Huld. Dieser verspricht, sich für K. einzusetzen und seine Beziehungen zu den Beamten des Gerichtes spielen zu lassen, denn nur damit sei ein Prozess zu gewinnen. Nach einigen Monaten wird es K. leid die ewigen Vertröstungen und Selbstverherrlichungen des Advokaten anhören zu müssen und seiner Meinung nach kriegt der Advokat den Prozess nicht in Gang. So beschließt er den Advokaten zu entlassen und seinen Prozess selbst in die Hand zu nehmen. Vom Advokaten erhält er die Information, dass es nicht gerade rosig für ihn aussieht. An seinem 31. Geburtstag wird Josef K. von zwei schwarz gekleideten Männern besucht, mit denn er gemeinsam zu einem Steinbruch gehen muss, wo er den Ausgang seines Prozesses erfährt; er wird durch einen Messerstich in sein Herz getötet.

V. Tendenzen von 1920 - 1933 in der Literatur

Zu Beginn der 20er Jahre verlor der literarische Expressionismus der Kriegs- und Vorkriegskrieg allmählich an Bedeutung.

Die Literatur erfuhr eine noch nie da gewesene Ausbreitung, Akzeptanz und Differenzierung. Jede Bevölkerungsschicht und politisch orientierte Richtung hatten ihre eigenen Autoren, Magazine und Romane.

Der von den Expressionisten vernachlässigte Roman gewann wieder stärker an Bedeutung. Dies war nötig, um die umfangreichen Erfahrungen und Erlebnisse des 1. Weltkrieges zu verarbeiten. Es entstand weltberühmte Antikriegsliteratur, zum Beispiel von Erich Maria Remarque „Im Westen nichts Neues“.

Auch andere Schriftsteller haben in dieser Zeit Weltliteratur verfasst, die noch ganze Generationen später beschäftigt hat wie Thomas Manns „Der Zauberberg“ oder Hermann Hesses „Der Steppenwolf“. Es erschienen allerdings nicht nur Antikriegsromane, sondern etliche Werke die ein gestärktes Nationalbewusstsein gefördert haben, und dadurch auch der Nährboden für den deutschen Nationalsozialismus waren.

In dem Roman „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse geht es um die innere Zerrissenheit des Protagonisten Harry Haller. Auf der einen Seite hat er eine starke Neigung zum bürgerlichen, verabscheut es aber auf der anderen Seite zur gleichen Zeit. Sein Leben schwankt zwischen den Polen Bürgertum und triebgesteuerter Wildheit - im Roman durch die Metapher des Steppenwolfes verdeutlicht.

Durch ein vorangestelltes Vorwort des Herausgebers in eine distanzierte Perspektive gebracht, werden die Erlebnisse von Harry Haller im Deutschland der Zwanziger Jahre geschildert. Isoliert von dem gesellschaftlichen Leben hat er sich in eine angemietete Mansarde zurückgezogen und studiert die alten Gelehrten, z. B. Novalis und Goethe. Abends streift er durch die Stadt und kehrt in Kneipen ein, um sich dem Rotwein hinzugeben. Auf diesen nächtlichen Streifzügen entdeckt Harry immer wieder mysteriöse Inschriften, die auf ein „Magisches Theater“ aufmerksam machen. Schließlich trifft er mit einem geheimnisvollen Mann zusammen, der ihm ein Heft in die Hand drückt, das „Traktat vom Steppenwolf“. In diesem wird ihm sein eigenes Identitätsproblem auf psychologisch analytische Weise deutlich vor Augen geführt. Nachdem er das Traktat gelesen hat revidiert der 48- jährigr Haller seinen früheren Entschluss, sich mit 50 Jahren das Leben zu nehmen. Er möchte sich diese Option bereits vorher offen halten. In den nächsten Tagen führt er seine Streifzüge durch die Stadt fort. Dabei trifft er zufällig auf eine Beerdigung, der er sich anschließt. In einem der Trauergäste meint er den Überbringer des Steppenwolftraktates wiederzuerkennen. Ob es sich wirklich um jenen handelt, bleibt ungewiss, jedoch erhält er noch von ihm den Rat, falls er Unterhaltung suche, sich in das Wirtshaus „Zum schwarzen Adler“ zu begeben. Dann verliert Haller den Mann aus den Augen.

Durch Zufall trifft Harry einen Professor, mit dem er früher einige Zeit verbracht hatte. Zögernd und es später bereuend, lässt er sich auf ein Abendessen am gleichen Tag ein. Da Haller die bürgerliche Welt des Professors und seiner Frau nicht ertragen kann, kommt es dort zum Eklat und Harry verlässt vorzeitig das Paar. Diesen Zwischenfall fasst Haller als endgültigen Sieg des Steppenwolfes in ihm auf und beschließt, sich noch am gleichen Abend umzubringen. Doch irgend etwas hindert ihn an diesem letzten Schritt. Er läuft orientierungslos durch die Nacht, bis er zufällig auf das bereits erwähnte Wirtshaus „Zum schwarzen Adler“ stößt. Hier trifft er Hermine, eine junge Frau, die Haller sofort fasziniert, da sie auf eine mütterliche Art und Weise mit ihm umgeht, ihn bevormundet. Sie hält sich, was ihre eigene Person angeht, eher bedeckt und au ein wenig reserviert, sagt jedoch einem Abendessen am nächsten Dienstag zu. Bei diesem Treffen schlägt Hermine ihm einen Handel vor:

Sie werde Haller in sich verliebt machen, ihn wieder in das bürgerliche Leben einführen, dafür müsse er aber jeden Befehl, den er von ihr bekomme, bedingungslos ausführen. Sie eröffnet ihm auch, dass ihr letzter Befehl an ihn sein werde, sie umzubringen. Willenlos, nach Bevormundung von dieser Frau verlangend, sagt Haller zu. Von da an nimmt Hermine Harry mit in Tanzcafés, bringt ihm Tanzen bei. Sie drängt, später befielt sie ihm, auf Tanzveranstaltungen mit anderen Frauen zu tanzen. In dieser Zeit lernt er auch Pablo kennen, einen Jazzmusiker, sowie Maria kennen, die seine Geliebt wird und viele Nächte mit Harry verbringt.

Lang geplant ist der Besuch auf einem großen Maskenball, der zur Krönung von Hallers neuem Lebensstil werden soll. Dort fühlt er sich zunächst wieder als Außenseiter, als er jedoch auf Hermine trifft, wandelt sich seine Stimmung und er stürzt sich ins Festgeschehen, tanzt ekstatisch bis zum Ende des Balls

VI.ß-Literatur

Die Welt der Literatur hat 1933 schon nicht gut angefangen, es wurden alle kritischen und undeutschen Bücher verbrannt. Und über viele Bücher wurde eine Zensur ausgesprochen, die nicht im Sinne des nationalistischen Deutschland waren, dazu zählen Werke wie „Im Westen nichts Neues“.

Bücher und Literatur waren im „dritten Reich“ auch nur Teil des monströsen Propagandaapparats.

Romane mussten im Sinne des neuen deutschen Verständnis sein. Es fand eine Herorisierung, Glorifizierung und Idealisierung vom fleißigen Arbeiter und blondem Mädchen stand.

Der Bezug zu Ahnen, Abstammung und zu dem Blut sollte immer herausgestellt werden mit der Behauptung das deutsche Volk sei auf der Stufe der Evolution am höchsten.

Und der Held musste Charaktereigenschaften wie Treue, Zucht Gehorsamkeit und Autorität auf sich vereinen.

Textbeispiel:

Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen, SA marschiert mit mutig festem Schritt.

Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen, marschieren im Geist in unseren Reihen mit

VII. Glossar

Texte, Themen und Strukturen

Cornelsen Verlag ISBN: 3-464-12-192-5

Literatur kennen lernen

AOL Verlag ISBN: 3-89312-060-2

Literaturgeschichte

Lechener Verlag ISBN: 3-85049-456-x

Internet

Diverse Seiten

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Der deutsche Roman von 1900 - 1945
Note
11
Autor
Jahr
2000
Seiten
12
Katalognummer
V105621
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutscher Roman, Naturalismus, Expressionismus, 1900-1945
Arbeit zitieren
David Benöhr (Autor), 2000, Der deutsche Roman von 1900 - 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105621

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