Erziehung im NS-Staat - Widerstand der Jugend im NS-Staat


Ausarbeitung, 2002
8 Seiten, Note: 2

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INHALT

1.Einleitung

2.Wege und Ziele des Widerstandes

3.Widerstand der Jugend

4.Widerstandsgruppen
4.1.Die Edelweißpiraten
4.2.Die Swing-Jugend
4.3.Die „Weiße Rose“
4.3.1.Was war die „Weiße Rose“
4.3.2.Die Aktionen der „Weißen Rose“
4.3.3.Die verhängnisvollen Folgen

5.Sonstige Gruppen

6.Ein Schlußwort von Professor Kurt Huber

7.Quellennachweiß

8. Anhang

1. Einleitung

Bereits vor der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 gab es erste Gegenbewegungen gegen das Nationssozialistische Regime. Es bildeten sich immer mehr Gruppen, die aktiven und passiven Widerstand gegen Hitler und seine Regierung leisteten.

Die Größe dieser Gruppen wurde (und wird) arg unterschätzt, die Propaganda behauptete schließlich, es gäbe keine Gegner. Zu keinem Zeitpunkt stand nämlich das gesamte deutsche Volk hinter Hitler, bei der Wahl 1933 konnte er „nur“ 33 % der Bevölkerung für sich gewinnen. Vielmehr gab es immer eine große Anzahl Gegner, die bis zuletzt Widerstand leisteten.

2. Wege und Ziele des Widerstandes

Zunächst sollte man grundsätzlich zwischen zwei Arten des Widerstandes unterscheiden. Zum einen den passiven und zum anderen den aktiven Widerstand. Als aktiv ist all solcher Widerstand zu werten, der eigen Aktionen voraussetzt. Dazu zählen unter anderem: Druck und Verteilung von Flugblättern, Demonstrationen, Organisation von Widerstandsgruppen und Terroranschläge. Als passiv bezeichnet alles, was keine direkten eigenen Aktionen voraussetzt. Hier sind unter anderem die Niederlegung öffentlicher Ämter, Boykott, Befehlsverweigerung und auch Selbstmord und Flucht zu nennen.

Die Zielsetzung der Wiederstandsgruppen im drittem Reich war sehr ähnlich und doch sehr verschieden. Jede Gruppe kämpfte meist gegen ein oder mehrere Mankos des Staates. Einigen lag sehr die Sicherung der kirchlichen Unabhängigkeit am Herzen, andere suchten die Bildung unabhängig zu halten. Trotzdem stimmte man im Auslöser allen Übels überein, die Schuld an der Misere wurde meist Hitler und seinem Terrorregime zugeschoben. Im Folgenden werden wir aus den Widerstandsgruppen der Jugend einen geringen Anteil herausgreifen und die Widerstandsgruppen exemplarisch vorstellen. Unser Schwerpunkt wird die Organisation der „Weißen Rose sein“. Verzichten werden wir auf den kirchlichen Widerstand, den Widerstand der Arbeiterklasse, den politischen Widerstand und den Widerstand des Militärs, da das Gesamtreferat sich mit der Rolle der Jugend im NS-Staat beschäftigt, beziehen wir uns nur auf den Widerstand der Jugend.

3. Der Widerstand der Jugend

Der Widerstand der Jugendlichen fing schon 1933 an, als sich erste sozialistische Jugendgruppen bildeten, die aber nur wenig Zulauf hatten, da die meisten Jugendlichen in die verschiedenen Gruppen des Regimes eingegliedert waren (HJ, BDM). Besonders die Arbeiterjugend wurde von der HJ, der Polizei und der Gestapo verfolgt. So gab es schon in den ersten Jahren des Deutschen Reiches Massenverhaftungen von Jugendlichen. Alle Jugendorganisationen, die schon länger existierten wurden entweder verboten, oder in die HJ eingegliedert.

Die Zeitschrift ‘Junge Front’, die zuletzt eine Auflage von ca. 300 000 Exemplaren erreichte, war das Zentrum des Widerstandes der katholischen Jugend. In dieser Zeitung wurde die nationalsozialistische Ideologie und ihre Handlungen gegen die kath. Kirche verurteilt. 1936 wurde diese Zeitung dann endgültig verboten und 50 bekannte kath. Jugendführer wurden verhaftet. 1938 kam es dann zum Verbot aller katholischen Jugendorganisationen, die aber schon lange nicht mehr in die Öffentlichkeit treten durften. Allerdings bildeten sich illegale Gruppen und immer wieder wurden Jugendgottesdienste abgehalten, die auch ein Treffen für den Widerstand bedeuteten. Chefredakteur der ‘Jungen Front’ und der Organisator der Treffen war Johannes Maassen.

Der evangelische Widerstand war hingegen schwächer, da bis auf religiöse Aktivitäten alle anderen Treffen schon 1933 verboten wurden. Er wurde von der Zeitung ‘Jungenwacht’ unterstützt, die bis 1938 bestehen bleiben konnte.

4. Widerstandsgruppen

Studentische und jugendliche Widerstandsbewegung

4.1. Die Edelweißpiraten

Viele Jugendliche sehnten sich unter dem NS-Regime nach mehr Selbstbestimmung und freien Entfaltungsmöglichkeiten. Die streng nach dem Führerprinzip aufgebaute Hitlerjugend gab ihnen diese Möglichkeiten jedoch nicht. Der militärische Drill und strengen Verordnungen waren ihnen zuwider.

Als 1939 der Beitritt zur Hitlerjugend nach der „Jugenddienstpflicht“ erzwungen wurde bildeten sich die wilden Jugendgruppen, zu denen auch die Edelweißpiraten gehörten. Diese Gruppen bestanden schon länger und setzten die Traditionen der 1933 verbotenen bündischen Jugend fort. Die 1918 aus dem Zusammenschluss mehrer Jugendgruppen entstandene „Freideutsche Jugend“ und der „Vorläufer“ der Edelweißpiraten wollte dem Jugendlichen Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung, die Anerkennung der Jugend und die Achtung des Lebens näher bringen. Spätestens mit Beginn der nationalsozialistischen Diktatur wurden diese Jugendgruppen in einen unformierte Masse gewandelt; sollten sie sich dieser Entwicklung widersetzen, so wurden diese Gruppierungen verboten und aufgelöst.

Als weitere Quelle für die Auffassungen der Edelweißpiraten ist Karl May zu nennen, dessen antirassistische und pazifistische Einstellung die Jugendgruppen ebenso beeinflussten wie die bemerkenswerte und interessante Romantik.

Der Widerstand der Edelweißpiraten beschränkte sich anfangs auf Fernbleiben aus der Hitlerjugend. Die Jugendlichen, die meist zwischen 14 und 17 Jahren alt waren, versuchten, durch gezielten Ungehorsam von der Hitlerjugend ausgeschlossen zu werden. Als Fahrten und Zeltlager für alle Gruppen außer der Hitlerjugend 1933 verboten wurden, führten die Edelweißpiraten weiterhin treffen durch. Um diese Treffen wirkungsvoll zu unterbinden, wurde für Jugendliche, die nicht der Hitlerjugend angehörten, das Trampen sowie das benutzen von Feuerzelten untersagt. Um die Anordnugen durchzusetzen, wurde der sogenannte HJ - Streifendienst gebildet, der die Aktivitäten der Edelweißpiraten kontrollieren sollte.

Den Edelweißpiraten gelang es trotzdem, Fahrten und Lager zu planen und durchzuführen. Während dieser Lager waren Zusammenstöße mit der Hitlerjugend vorprogrammiert und so eskalierte ihr bisher friedlicher Widerstand zu teilweise brutalen Schlägereien mit der Hitlerjugend.

Mit Beginn des zweiten Weltkrieges forcierte sich auch der Widerstand der Edelweißpiraten. Es war abzusehen, dass die paramilitärische Ausbildung der Hitlerjugend früher oder später dazu führen sollte, dass auch Jugendliche im Krieg an der Front eingesetzt werden sollten. Zunächst beschränkte man sich auf Schriftzüge in Unterführungen und an anderen öffentlichen Plätzen. Als die Angriffe Deutschland erreichten, beschlossen die Edelweißpiraten endgültig, die breite Öffentlichkeit zu suchen. Sie hörten „feindliche“ Sender ab und druckten Flugblätter, auf denen sie über die wirkliche Lage des Krieges berichteten. Die Kölner „Ehrenfelder Gruppe“ suchte 1943 Kontakt zur anderen Widerstandsgruppen und begann Flüchtlinge und Deserteure zu verstecken. Außerdem rüsteten sich die Edelweißpiraten mit Waffen aus, um im Partisanenkampf gegen die Nationalsozialisten zu bestehen; es wurden Bomben gelegt (Gestapo-Quartiere) und es kam zu Schießerein mit der Polizei.

Die nationalsozialistische Regierung wollte diesen Kämpfern natürlich nicht machtlos gegenüberstehen. Anfangs spürten die Jugendlichen, die sich de HJ entzogen „nur“ Nachteile in Schule, Elternhaus und Ausbildungsplatzvergabe. Doch schon zu Zeiten des friedlichen Widerstands wurde das Jugend-KZ Moringen (1940) eingerichtet. Dorthin wurden viele Widerstandskämpfer der Edelweißpiraten gebracht, 1000 Häftlinge befanden sich im Durchschnitt dort. Die Nationalsozialisten schreckten auch nicht davor zurück unter Sechzehnjährige aufzuhängen, so geschehen mit 13 Mitgliedern der Ehrenfelder Gruppe.

Neben den Edelweißpiraten gab es noch zahlreiche andere Gruppen, die ähnlich aufgebaut waren; dazu zählen unter anderem: Harlem-Club, Navajos, Rotes-X und die Kittelbachpiraten.

4.2. Die Swing-Jugend

Eine andere Gruppe des Widerstands der Jugendlichen, die auch andere Ziele als die Edelweißpiraten verfolgte, ist „Swing-Jugend“, die hauptsächlich in Hamburg agierte. Sie kämpften für ein freieres Leben und eine freie Kultur. Die deutlichsten Kennzeichen für ihre Gesinnung waren ihre weit ausgestellten Hosen und lange Jacketts beziehungsweise kurze Kleider, mit denen sie sich klar vom Einheitsbraun der Hitlerjugend und des Bund Deutscher Mädchen abhoben. Ferner schminkten sich die Mädchen, was dem Bild von einer deutschen Frau entgegenstand.

Sie trafen sich in Clubs und hörten Jazz-Musik, auch diese war den Machthabern ein Dorn im Auge, war sie doch ihrer Ansicht nach „jüdische Niggermusik“. Die Swing-Jugend wurde als „musikalische Gangsterbande“ bezeichnet.

Die Swing-Jugend zeigte zunächst kein politisches Interesse, vielmehr wollten sie ihre eigene Lebensart haben und leisteten so - vielleicht sogar unbewusst - Widerstand. Auch sie wurden aus den nationalsozialistischen Verbänden ausgeschlossen und nahm dieses Umstand billigend in Kauf. Als jedoch im August 1941 die nationalsozialistische Führung erkannte, dass die Swing-Jugend zunehmend Mitglieder gewann, wurden in einer Verhaftungswelle über 300 Angehörige der Swing-Jugend verhaftet und im Gefängnis Fuhlsbüttel in Schutzhaft genommen.

Letzten Endes führte diese Verhaftungswelle dazu, dass die Swing-Jugend nun auch politisch aktiv wurde. Sie begannen Flugblätter gegen das Nazi-Regime zu drucken und kamen so mit dem Hamburger Zweig der Weißen Rose in Kontakt. Auch wenn man sich nicht zu einer Zusammenarbeit durchringen konnte, reichten diese Kontakte aus, um weitere Mitglieder der Swing-Jugend wegen Landes- und Hochverrat zu verhaften; der Prozess konnte jedoch von dem Einmarsch der Alliierten verhindert werden.

4.3. Die „Weiße Rose“

4.3.1. Was war die „weiße Rose“

Im Mai 1942 schloß sich Heinz Scholl in München mit einigen Freunden (Studenten, Professoren und Künstler der Universität in München) aus religiösen, sittlichen, humanistischen und ethnischen Gründen zur Widerstandsbewegung die “Weiße Rose” zusammen. Später wuchs die Opposition und unterhielt sogar Kontakte nach Hamburg. Ihre Hauptagierenden waren Hans und Sophie Scholl sowie Kurt Huber, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Hans Leipelt.

4.3.2. Die Aktionen der „Weißen Rose“

Im Juni und Juli 1942 brachte die “Weiße Rose” in München und fünf weiteren Städten die ersten vier, von Hans Scholl geschriebenen Flugblätter in Umlauf. In ihnen klagte die Gruppe die Massenmorde an polnischen Juden, Adligen und Intellektuellen an und riefen zu passiven Widerstand gegen das Hitlerregime auf.

Von Juli bis November 1942 waren die Medizinstudenten (Hans Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf) als Soldaten an der russischen Front. Nach München zurückgekehrt setzten sie jetzt ihre Aktivitäten unter den Eindruck ihrer Fronterfahrung verstärkt fort. Ein weiterer Grund hierfür war, daß sie nach der deutschen Niederlage bei Stalingrad einen breiten Stimmungsumschwung gegenüber der SS-Führung erwarteten und hofften neue Kreise des aufgeschreckten Volkes für ihren Kampf gewinnen zu können. Scholl bat seinen Freund Probst im November 1942 ihn ein Manuskript zu liefern, daß dem deutschen Volk die Augen öffne. Ein Flugblattentwurf wie gewünscht lieferte ihm Probst Ende 1942

In Gesprächen mit seiner Schwester Sophie Scholl entschlossen sich beide, Flugblattpropaganda im Sinne einer Arbeit gegen den Krieg zu betreiben. Die beiden Geschwister, die ihre Studentenzimmer bei derselben Vermieterin hatten, schrieben gemeinsam mit Kurt Huber, den von Probst gelieferten Flugblattentwurf, in seine Endfassung “Aufruf an alle Deutschen”. Außerdem verfaßten sie ein weiteres Flugblatt “Deutsche Studenten und Studentinnen”

(in späteren Auflagen: “Kommilitonen und Kommilitoninnen”). Diese Flugblätter haben die Geschwister Scholl teilweise mit Hilfe Schmorells vervielfältigt und im Januar sowie Februar 1942 verbreitet:

Schmorell fuhr nach Salzburg, Linz und Wien und warf dort 200, 200 und 1200 adressierte Flugblätter für diese Städte in Briefkästen und außerdem in Wien 400 für Frankfurt am Main. Sophie Scholl warf in Augsburg 200 und ein andermal in Stuttgart 600 in Postbriefkästen. Nachts streute Hans Scholl zusammen mit Schmorell Tausende in Münchner Straßen aus. Sie haben auch am 3. , 8. und 15. Februar 1943 nachts an vielen Stellen Münchens, und vor allem auch an der Universität, Schmieraktionen durchgeführt, dessen Inhalte “Nieder mit Hitler”, “Hitler der Massenmörder”, “Freiheit” und “Führer wir danken dir” waren. Nach der ersten Aktion erfuhr auch Sophie Scholl von den Schmieraktionen. Sie war damit einverstanden und bat vergeblich darum künftig mitmachen zu dürfen.

Die Auslagen -im ganzen ungefähr 1000 Mark- haben die Mitglieder der “Weißen Rose” selbst bestritten.

4.3.3. Die verhängnisvollen Folgen

Am 18. Februar legten die Geschwister Scholl zwischen 1500 und 1800 Flugblätter in der Münchner Universität in Päckchen ab, und Sophie Scholl warf einen Haufen vom zweiten Stock in den Lichthof. Der Verrat des Hausmeisters der Universität, der sie bei dieser Aktion entdeckte, führte noch am gleichen Tag zur Verhaftung von Hans und Sophie Scholl sowie von Christoph Probst. Weitere führende Mitglieder (Kurt Huber, Alexander Schmorell, Willi Graf und Hans Leipelt) wurden kurze Zeit später ebenfalls verhaftet. Am 22. Februar 1943, vier Tage nach ihrer Verhaftung, wurden die Geschwister Scholl sowie Christoph Probst vom Volksgerichtshof unter Roland Freister zum Tode verurteilt. Seine Begründung für diese Strafe war:

“ ... Wenn solches Handeln anders als mit dem Tode bestraft würde, wäre der Anfang einer Entwicklungskette gebildet, deren Ende einst: 1918 war. Deshalb gab es für den Volksgerichtshof zum Schutze des Volkes und Reiches nur eine gerechte Strafe, die Todesstrafe. Der Volksgerichtshof weiß sich darin mit unseren Soldaten einig! Durch ihren Verrat an unsrem Volk haben die Angeklagten ihre Bürgerehre für immer verwirkt ...” Nach ihrer Verurteilung sahen sie der Hinrichtung in der Zuversicht entgegen, daß ihre Tat nicht vergeblich gewesen sei.

“Wir haben alles, alles auf uns genommen, das wird Wellen schlagen”, sagte Sophie Scholl im letzten Gespräch mit ihrer Mutter.

Noch am selben Tag, nur wenige Stunden nach dem Urteilsspruch, wurden sie mit den Fallbeil hingerichtet. Auch Kurt Huber und Alexander Schmorell richtete man am 13. Juli 1943 hin; Willi Graf am 12. Oktober 1943. Dreizehn weitere Mitglieder der “Weißen Rose” wurden inhaftiert oder zwangsweise an die Front geschickt.

Die Flugblattaktion war zu einem Zeitpunkt gekommen, als bereits viele Deutsche am siegreichen Ausgang des Krieges zweifelten. Eben darum hatte die Gestapo mit einer verschärften Suchaktion nach den Tätern und der Volksgerichtshof mit einem verstärkten Urteil reagiert.

5. Sonstige Gruppen

Auch in andren Städten, insbesondere an den Schulen und Universitäten, formierten sich mehr oder weniger große Widerstandsgruppen, die meist nur lokal wirksam waren. Sie stellten sich bewusst der nationalsozialistischen Führung entgegen und halfen verfolgten Mitschülern und -studenten. Häufig hörten sie feindliche Sender ab und versorgten das Volk mit Informationen, die Walter-Klingenbeck-Gruppe betrieb sogar einen eigenen Privatsender. All diese Gruppierungen aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Referates bei weitem sprengen.

6. Ein Schlußwort von Professor Kurt Huber

...Ich habe das eine Ziel erreicht, diese Warnung und Mahnung nicht in einem privaten, kleinen Diskutierklub, sondern an verantwortlicher, an höchster richterlicher Stelle vorzubringen. Ich setze für diese Mahnung, für diese beschwörende Bitte zur Rückkehr, mein Leben ein. Ich fordere die Freiheit für unser deutsches Volk zurück. Wir wollen nicht an Sklavenketten unser kurzes Leben dahinfristen, und wären es goldene Ketten eines materiellen Überflusses.

Sie haben mir den Rang und die Rechte des Professors und den “summa cum laude” erarbeiteten Doktorhut genommen und mich dem niedrigsten Verbrecher gleichgestellt. Die innere Würde des Hochschullehrers, des offenen, mutigen Bekenners seiner Welt- und Staatsanschauung, kann mir kein Hochverratsverfahren rauben. Mein Handeln und Wollen wird der eherne Gang der Geschichte rechtfertigen; darauf vertraue ich felsenfest. Ich hoffe zu Gott, daß die geistigen Kräfte, die es rechtfertigen, rechtzeitig aus meinem eigenen Volke sich entbinden mögen. Ich habe es gehandelt, wie ich es aus meiner inneren Stimme heraus handeln mußte. Ich nehme die Folgen auf mich nach dem schönen Wort Johann Gottlieb Fichtes:

Und handeln sollst du so, als hinge

Von dir und deinem Tun allein

Das Schicksal ab der deutschen Dinge,

Und die Verantwortung wär` dein.

7. Quellennachweis:

1. Büchners Kolleg Geschichte: Vom zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart, Ausgabe B. C.C. Buchner Verlag, Bamberg
2. Der Brockhaus in fünf Bänden, 8. Auflage F.A. Brockhaus
3. Die Millenium Chronik, Geschichte Multimedial
4. Informationen zur politischen Bildung:“DEUTSCHER WIDERSTAND 1933-1945“ Nr. 243
5. Isa Schirkorsky, Scholl Sophie, Microsoft Encarta Enzyklopädie
6. Isa Schirkorsky, Scholl Hans, Microsoft Encarta Enzyklopädie
7. Marion Brigitte Pausch, „Weiße Rose“, Microsoft Encarta Enzyklopädie

8. Anhang

1. Die führenden Mitglieder der„Weißen Rose“
2. Das letzte Flugblatt der„Weißen Rose“

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Erziehung im NS-Staat - Widerstand der Jugend im NS-Staat
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
8
Katalognummer
V105938
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehung, NS-Staat, Widerstand, Jugend
Arbeit zitieren
Silke Kirchhein (Autor), 2002, Erziehung im NS-Staat - Widerstand der Jugend im NS-Staat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105938

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