Eine Beschreibung der methodischen Probleme der Kriegsursachenforschung


Hausarbeit (Hauptseminar), 1996

20 Seiten, Note: Sehr Gut


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

0. Kriegsbegriff

I. Ursachenbegriff

II. Handlungsebene

III. Forschungsmethode

IV. Zeit

V. Analyseebene

VI. Verwertungsinteresse

VII. Kausalität

VIII. Symmetrie

Nachwort

Literaturverzeichnis

Vorwort

Die Schreckensgestalt des Krieges hat mit seinen immergleichen Resultaten von Zerstörung, Verstümmelung und Tod unsere

Entwicklungsgeschichte seit Menschengedenken begleitet.1 „Von den homerischen Epen bis zur modernen Literatur, von Landsknechtsliedern oder Marschmusik bis zu Schostakowitschs Leningrader Symphonie oder den Protestsongs der Antivietnambewegung, von rituellen Kriegstänzen oder der religiösen Heiligung des Krieges wie im islamischen Dschihad bis zum religiösen Pazifismus der Mennoniten oder zu Rambos filmischer Überwindung des Vietnamtraumas reichen die symbolischen Verarbeituntsformen dieses gesellschaftlichen Phänomens.“2

Demgegenüber existiert bis heute keine einzige größere, auch nur vorläufige, wissenschaftliche Theorie vom Krieg, die der Anforderung dieses soziale Phänomen, in allen seinen relevanten Ausprägungen zu beschreiben, insgesamt entspricht. Selbst die Aufgabe, eine Reihe zusammenhängender und verhältnismäßig umfassender Theorien mit einem kumulativ wachsenden Wahrheitsgehalt und mit zunehmenden Anwendungsmöglichkeiten zu erarbeiten, steht noch an Ihrem Anfang- in ganz unheilvollem Gegensatz zu der Dringlichkeit unseres Bedarfs an solchem Wissen.3

Warum dem so ist, soll im folgenden, durch die kurze Zusammenfassung der für die Kriegsursachenforschung wesentlichen methodischen Probleme verdeutlicht werden, unter Aussparung der trotz aller Schwierigkeiten innerhalb des Forschungsgebiets erzielten Ergebnisse und Fortschritte, deren ausführliche Darstellung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

In der Realität vollzieht sich der Forschungsprozeß natürlich nicht in einer Abarbeitung der in den folgenden Kapiteln beschriebenen Dimensionen und einer schrittweisen Minimierung der angesprochenen Fallstricke, sondern in einem Wechselspiel zwischen Erkenntnisinteresse, Begriffsdefinition, methodischen Überlegungen hinsichtlich des interessierenden Zeitraums sowie den zu beobachtenden Analyseebenen, der Hypothesenbildung, Kausalitätsreflexionen, einzelnen Forschungsresultaten und dem Rekurs auf die Stimmigkeit der gewählten

Forschungsmethoden, mit der Folge häufiger Revisionen an jedem der einzelnen Stadien. Mit dieser Aufzählung soll nichts über die Reihenfolge der einzelnen Schritte ausgesagt werden, denn es können zum Beispiel auch von den methodischen Reflexionen Stimuli für das Erkenntnisinteresse ausgehen. Dieses Wechselspiel ist um so eher gegeben und notwendig, je umfassender und komplexer der Problemkreis ist, wie es in der Regel im Bereich der Kriegsursachenforschung der Fall ist. Mit der Komplexität des Problems wächst leider aber auch die Schwierigkeit die einzelnen gedanklichen Operationen noch zu kontrollieren.4

0. Kriegsbegriff

Nichts ist in der Kriegsursachenforschung gewiß, es existiert kaum eine gesicherte Aussage, welche nicht ebenso gesichert widerlegt wäre. Nicht einmal über die definitorische Bestimmung des Gegenstandes besteht Einigkeit - eine allseits akzeptierte Kriegsdefinition hat sich nicht durchsetzen können. Der gemeinsame Nenner reduziert sich auf die notwendige Bedingung der Anwendung kollektiver physischer Gewalt.5

Die Erfahrungen über den Verlauf der Kriege, welche in den vergangenen Jahrzehnten ausgefochten wurden, zeigen, daß in ihnen mit einem Waffenarsenal operiert wurde, das aus militärischen, politischen, ökonomischen, psychologischen und anderen Mitteln zugleich besteht, und daß die Bedeutung der je einzelnen Dimensionen von Krieg zu Krieg und hier wiederum von Kriegsphase zu Kriegsphase variieren kann.6

In der außerordentlichen Vielfalt von Theorien ist nicht zu erkennen wie von einer dieser „Theorieinseln“ aus eine umfassende Erklärung des Phänomens Krieg erreicht werden soll.7 Es ist anzunehmen, daß sich über bestimmte Faktoren nomologische Aussagen machen lassen, beispielsweise über Entscheidungsstrukturen, Eskalationsprozesse und psychische Bedingungen. Dagegen müssen andere Faktoren in einem spezifischen entwicklungsgeschichtlichen Kontext gesehen werden, in einem Kontext in welchem über sie zwar Allgemeines ausgesagt werden kann, sie jedoch wegen der historischen Einmaligkeit kaum an gleichgelagerten Fällen empirisch getestet werden können. Ausschließlich nomologische Theorien könnten demzufolge nur unter Verzicht auf die Makroanalyse großer und grundlegender Bewegungstendenzen erkauft werden. Unter diesem erkenntnistheoretischen Gesichtspunkt lassen sich zwar zwischen einigen dieser „Theorieinseln“ Brücken schlagen, zwischen anderen fehlt aber jede Verbindung.8 Die weitestgehende Fragestellung ist, ob es überhaupt eine Kategorie von Ereignissen gibt, in denen menschliches Verhalten eine Rolle spielt, die man legitimerweise unter einen einzigen Begriff, nämlich den des Krieges fassen kann, das heißt, ob Krieg überhaupt ein gesondert identifizierbares Geschehnis darstellt. Falls dem nicht so wäre, wäre wohl die gesonderte Betrachtung beispielsweise von Stammeskriegen, Religionskriegen oder nationalen Kriegen und den in ihnen auftretenden Verlaufsphasen der einzig gangbare Weg.9 Diejenigen, die unter einem Krieg zu leiden haben, wissen was Krieg ist, der Analytiker aber muß, um Kriege zu untersuchen, seinen Gegenstand erst einmal definieren. Dazu müssen Maßstäbe gegeben sein, um die operationale Kategorie Krieg zum einen vom Frieden, zum anderen aber auch von ernsten Krisen, von latenten Konflikten, von gewaltförmigen Tumulten, von kriminellen Bandenkämpfen, von Massakern abseits eines Krieges, von vereinzelten Terrorakten, von gelegentlichen Grenzscharmützeln und widerstandslosen militärischen Besetzungen abzugrenzen.10 Bei der beschreibenden Abgrenzung von Krieg gegenüber anderen gewaltförmigen Auseinandersetzungen herrscht Uneinigkeit darüber ob die Kampfhandlungen von etwa gleich starken Gegnern durchgeführt werden müssen, und was in diesem Zusammenhang "etwa gleich stark" bedeutet.11 Eine weitere Fragestellung ergibt sich hinsichtlich der Intensität des Konfliktaustrags, also nach der notwendigen Zahl der Opfer und dem Grad der angerichteten Zerstörung.12 Kein Konsens besteht zum Beispiel auch darüber ob ein Krieg notwendig von einiger Dauer sein muß, und über die Definition von “einiger Dauer“. Ob reguläre Streitkräfte oder Regierungen beteiligt sein müssen, und welche Bedeutung einer zentralgelenkten Organisation der Kämpfenden sowie einer planmäßigen Strategie zukommt, sind ebenfalls Fragen auf welche es verschiedene Antworten gibt.13 Das jede mögliche Nominaldefinition im realen Einzelfall etliche Probleme aufwerfen kann, ist offensichtlich. Im folgenden soll von diesen Fragestellungen abstrahiert werden, da die verschiedenen anderen methodischen Probleme von der Begriffsdefinition zwar beeinflußt werden, aber gesonderter Aufmerksamkeit bedürfen, insofern es nicht möglich ist sie durch eine "geschickte" Kriegsdefinition zu umgehen, ohne das der Untersuchungsgegenstand, der Krieg verloren ginge.

1. Ursachenbegriff

Die Ursache stellt, mathematisch formuliert, immer eine Teilmenge des zu erforschenden Gesamtzusammenhanges dar. Desweiteren soll von “Ursache“ immer im Sinne von “Ausgangspunkt“ die Rede sein. Eine strickte begriffliche Differenzierung zwischen höher und tiefer liegenden Ausgangspunkten, also zwischen „Anlässen“ und “Ursachen“ erweist sich bei einem sozialen Phänomen wie dem Krieg, auf dessen Komplexität bereits verwiesen wurde, als irreführend.14

Laut Deutsch/ Senghaas liegen die Ursachen für einen Krieg ganz allgemein formuliert, in der mangelnden Koordinierung des Verhaltens zweier oder mehrerer Akteure in Bezug auf ein oder mehrere größere Bedürfnisse wenigstens eines der Beteiligten. Unter dem Bedürfnis irgendeines handelnden Akteurs, eines "Systems" - einer Person, einer Gruppe, einer Organisation oder eines Staates ist ein inneres Ungleichgewicht gemeint, welches stark genug ist, ein System zum Versuch dieses Ungleichgewicht zu beheben, also zum Handeln drängt. Der Zielzustand besteht in einem Verhältnis des Systems zu seiner Umwelt, in dem das Ungleichgewicht beseitigt ist und das System zu relativer Ruhe gelangt. Ein Konflikt ist dann gegeben, wenn durch die Zielerreichung des einen Systems bedeutende Bedürfnisse eines anderen, vom Verhalten des ersten abhängenden Systems, geschädigt würden und eine Koordinierung sich ausschließt. Der Gewinn des ersten Akteurs, würde in diesem Fall für den zweiten Akteur einen Verlust bedeuten.15

Solch eine Interessenkollission setzt nicht unbedingt, zum Beispiel im Falle geistesabwesender Autofahrer, rationelles Handeln voraus.16

Während es in der konkreten Forschungspraxis einerseits darum geht den Ursachenbegriff, in seiner ganzen Komplexität beizubehalten, um damit gleichsam die Einheit des Gegenstandes vor seiner wissenschaftlichen Aufspaltung in methodisch unintegrierbar nebeneinander stehende Analyseebenen zu bewahren, zum Zweck des einheitlichen analytischen Zugangs, also zum Prozeß der Verdichtung des Ursächlichen, in Bezug auf den Krieg, geht es andererseits - genau umgekehrt - darum, die Komplexität zu zerlegen und über einen theoretischen Erklärungsrahmen die Logik des Kriegsgeschehens aufzuzeigen.17

Die Bekämpfung von Kriegsursachen ist aber nicht gleichzusetzen mit der Bekämpfung von Konfliktursachen. „Die Utopie einer konfliktfreien, harmonischen Welt wäre illusionär. Unsere Umwelten sind häufigem Wandel unterworfen und Wandel erzeugt Konflikte. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung Bedingungen einer friedlichen Konfliktregelung aufzuzeigen.“18 Obwohl die Konfliktursache auf den Konfliktaustrag einwirkt, ist für die Beseitigung des Konfliktstoffs der Griff zur Gewalt, zum kriegerischen Austrag nicht unbedingt notwendig. Die Konflikte selbst, sind dagegen, wenngleich in Raum und Zeit unterschiedlich gelagert und von unterschiedlicher Ausprägung, höchstwahrscheinlich unvermeidlich.19

II. Handlungsebene

Die Vorstellung von rationellem Verhalten in der Politik, ist auf allen Analyseebenen, in einer Vielzahl der Fälle falsch. Die extremste Reaktion nach der Beobachtung eines der komplexesten sozialen Phänomene überhaupt, welches der Krieg zweifelsohne darstellt, wäre fatalistische Resignation. Aus diesem Blickwinkel erscheint der Krieg ausschließlich als das Ergebnis anarchischer Bewegungen in der Menschen- und Staatenwelt, als Ausdruck gesellschaftlich historischer Bewegungen, welche sich aus vielen Quellen speisen, die, jede für sich scheinbar belanglos, einen winzigen Beitrag leisten und erst In ihrem massenhaften und somit statistisch zufälligen Zusammenwirken Krieg erzeugen.20 Dem gegenüber stehen die, wenn auch spärlichen Ergebnisse der Kriegsursachenforschung, welche im Einzelnen aber nicht Thema dieser Arbeit sein können. Sie belegen, daß durch die Suche nach zweckrationalen Entscheidungen und zielgerichtetem Handeln ausmachbarer relevanter Akteure, durchaus ein beachtlicher Erkenntnissgewinn erzielt werden kann. Durch den Vergleich verschiedener, sich an gültigen methodischen Standards orientierenden Arbeiten zum Thema treten Unstimmigkeiten und zum Teil sogar widersprüchliche Ergebnisse zu Tage, die es idealtypisch so nicht geben dürfte, wie beispielsweise die Aussage, daß ein Machtungleichgewicht zwischen den einzelnen Staaten eher kriegsbegünstigend wirkt versus der Aussage daß sich umgekehrt bei einem Machtgleichgewicht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Kriegen erhöht. Die Erklärung für derartige Unstimmigkeiten kann im Einzelfall auf der Handlungsebene gefunden werden, in den allermeisten Fällen, wahrscheinlich auch bei dem gewählten Beispiel, kommen aber wohl primär ganz andere Gründe in Betracht, wie zum Beispiel die in den folgenden Kapiteln beschriebenen methodischen Fallstricke. Eberwein führt dazu aus: “There are a number of seemingly inconsistent findings. This does not necessarily imply that reality is inconsistent but rather that our theoretical assumptions need to be clarified. Ad hoc theorizing has to be replaced by the systematic restructuring of empirlcal results within a coherent theoretical framework. Only such a Framework will help to solve the inconsistencies across the findings, help to integrate the different hypotheses, and possibly imply the need to replicate quite a number of propositions tested so far . “21

III. Forschungsmethode

So verständlich angesichts der Weltlage der Wunsch nach positiven Veränderungen, hin zu einer friedlicheren Welt, oder zumindest die Hoffnung auf tragfähige Konzepte zur Konfliktregulierung auch sind - die Diagnose geht der Therapie voraus. Auch die Kriegsursachenforschung bedarf einer nüchternen Methodendiskussion.22 Bei der konzeptuell- deduktiven Forschungsmethode wird idealtypisch, eine Theorie erarbeitet, durch die Formulierung analytischer Konzeptionen, also durch das Aufstellen eines verhältnismäßig einfachen Schemas einiger analytischer Grundbegriffe und ihrer Beziehung untereinander. Als nächster Schritt lassen sich Folgerungen darüber erstellen, welche Tatsachen zu beachten wären, wenn sich die Setzungen und Ableitungen des aufgestellten Schemas als richtig erweisen sollten. Danach bedarf es einer Überprüfung der Theorie an der Wirklichkeit, indem die formulierten Grundannahmen mit tatsächlichen Beobachtungen verglichen, und das aufgestellte Schema empirischen Gegebenheiten, unter Verschärfung und Ausdehnung der Beobachtung, solange immer wieder angeglichen wird, bis eine annehmbare Übereinstimmung erreicht ist.23 Bei der empirisch- induktiven Forschungsmethode erfolgt die Theoriebildung idealtypischer Weise durch die Aufstellung vorläufiger Postulate darüber, welche Kategorien oder Daten für das zu lösende Problem von Bedeutung wären. Daran schließt sich die Erhebung und Analyse der Daten, hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit auf die ursprünglichen Vermutungen und ihren internen Zusammenhang an. Das Ziel einer so gearteten Untersuchung besteht darin, weitere analytische Konzeptionen und Hypothesen, gewissermaßen als Schlußfolgerungen, aus den gesammelten Daten zu entwickeln.24

Beide Forschungsstrategien schließen sich nicht aus, sondern ergänzen einander. Oftmals ist es sogar möglich sowohl die konzeptuell- deduktive als auch die empirisch- induktive Methode zu benutzen, um zu beobachten ob durch unterschiedliche Vorgehensweisen übereinstimmende Ergebnisse erzielt werden können. Bei der Verbindung der Methoden. hinsichtlich desselben Forschungsgegenstandes, im Rahmen einer Arbeit, erscheint es jedoch angezeigt, ein gesellschaftstheoretisches Fundament, empirisch- statistischer Forschung zugrunde zu legen, und nicht umgekehrt die Statistik zur theoretischen Grundlage zu machen. Dessler führt dazu aus:25 “By existential knowledge I mean empirical factors expressed in data sets, and by correlational knowledge I mean the extend to which two or more data sets covary with one another across time or across cases, (...)26 By explenatory knowledge I mean the extend to which we can demontrate why the phenomena data sets covary as they do“27 Zum Beispiel erscheint mir zur Erhellung der Frage, ob im Kalten Krieg, die Blockbildung eine Folge des Wettrüstens war, das Wettrüsten ein Produkt der Blockbildung darstellte oder beide nur als abhängige Variablen eines größeren Zusammenhangs angesehen werden können, erklärendes Wissen von Nöten. Nach Gantzel ist Induktion nichts anderes als nicht offen gelegte Deduktion, weil das Erstellen einer umfangreichen Datensammlung ohne Auswahlkriterien nicht möglich ist. Die formalen Kriterien können, rein nach der empirischen Methode vorgehende Autoren zwar ausreichend explizieren, nicht jedoch deren theoretischen Hintergrund. Somit würde sich die Kontroverse auf die Fragen nach transparenter Forschungslage, und rationellen Mitteleinsatz reduzieren, womit weder die Möglichkeit zu substantieller Kritik an konzeptuellen Theorien verbaut, noch die Überprüfung der empirischen Untersuchungen verhindert wäre.28 Der herausgearbeitete, sich durch systematische Beobachtungen und Experimente bestätigende Wahrheitsgehalt einer, gleichwie gewonnenen Theorie kann dann, in späteren, weitergehenden Arbeiten aufgenommen werden.29

IV. Zeit

„Geschichte ist Moment jeder Form gesellschaftlicher Ursachenforschung, schon weil die Ursache dem Verursachten immer vorausgeht."30

Beim, in der Forschung häufig thematisierten, Historizitätsproblem handelt es sich um die Schwierigkeit, inwieweit Forschungsergebnisse aus früheren Epochen, mit zum Teil gänzlich anderen Rahmenbedingungen, auch in der Gegenwart Gültigkeit beanspruchen können, und um die sich daran anschließende höchst umstrittene Frage, welche Faktoren, wie beispielsweise der technische Entwicklungsstand, die jeweilige Mächtekonstellation oder das Wirken "großer Männer", denn für die Formation einer eigenen geschichtliche “Epoche“ wesentlich sind.31

Eine umfassende Geschichte der Entwicklung der Theorie und Geschichtsschreibung der internationalen Politik, gesehen vor dem Hintergrund historischer gesellschaftlicher Veränderungen, muß noch geschrieben werden, deshalb muß hier ein hypothetischer Abriß einiger Tendenzen genügen. Bis zur Französischen Revolution war die Rolle des Monarchen oder Fürsten als Staatslenker, in seiner Eigenschaft als legitimer Souverän kaum wirksam bestritten. Gleichermaßen wurde das Geschehen zwischen den Staaten vorwiegend auf die Aktionen, Entscheidungen und Motive der individuellen Herrscher und Staatsmänner reduziert. Eine schwer ausrottbare Folge ist der bis heute noch häufig zu beobachtende Inhalt der Personalisierung des sozialen Geschehens, welcher antike, mittelalterliche und neuere Geschichtslehre vor allem auf die Genealogie der Herrscherhäuser und die Heroisierung beziehungsweise Dämonisierung politischer Führer beschränkt.32

Die Ideen, hervorgerufen durch soziopolitische Strukturveränderungen, welche die Französische Revolution erzeugten und verbreiteten, hauptsächlich die Emanzipation des Bürgertums und der Nationalismus als integrative gesellschaftliche Kraft, übertrugen die Rolle des Souveräns, zumindest der Intention nach, dem Volk. Man sah zunehmend die Nationen beziehungsweise Staaten als einheitliche kollektive Handlungsträger, so daß sie als personifizierte, monolithische Aktionseinheiten erschienen. Dem Betrachter bot sich somit das internationale System als ein Raum dar, in welchem die einzelnen Staaten, als geschlossene Einheiten von geschichtsmächtigen Kräften umhergetrieben werden. Auch diese Anschauung ist bis heute weit verbreitet und schlägt sich insbesondere in stereotypen Bezeichnungen wie „die Deutschen“ nieder. Bedenklich wird eine solche Ausdrucksweise, wenn sich der nominalistische Hilfsmittelcharakter derartiger, oft nicht zu umgehender Stereotype zu pauschalierender Wertung verselbstständigt.33

Zwischen den beiden Weltkriegen und besonders nach 1945, entwickelten sich Theorien die eine erhöhte Bedeutung der Bevölkerungen für die internationalen Beziehungen unterstellten, vor allem infolge verstärkten Einflusses der Massenkommunikationsmittel, der Propaganda und der ideologischen Bewegungen. Sie resultierten nicht zuletzt aus der Entdeckung und Nutzbarmachung neuer psychologischer, soziologischer, anthropologischer und demoskopischer Theorien und Forschungsmethoden. Diese neueren Richtungen konzentrieren sich auf die Individuen und suchen die Friedensbedingungen in den Köpfen der Menschen, oder sie konzentrieren ihre Analyse auf die am politischen Entscheidungsprozeß beteiligten Personen, Gruppen und Institutionen oder konzentrieren sich auf strategische Probleme der Außenpolitik. Die zuletzt genannte Entwicklung knüpft im Grunde wieder an die alte Überbetonung der Rolle der politischen Führer an, ermöglicht aber die Differenzierung und Dynamisierung der Analyse des außenpolitischen Willens- und Etscheidungsprozesses unter Berücksichtigung der vorgefundenen strukturellen Bedingungen.34

Die zunehmende Verklammerung der einzelnen Nationen, auch der früher an der Peripherie des Geschehens liegenden, in der Zeit nach 1945, durch die rapide Entwicklung der Kommunikations- Verkehrs- und Waffentechnik und durch die wachsende Zahl internationaler Organisationen sowie durch die Polarisierung des Staatensystems in Blöcke haben das Bewußtsein für die systemische Interdependenz geschärft, was seinen Ausdruck zum Beispiel in der wachsenden Popularität von Systemtheorie und Systemanalyse fand. Die Anwendung der Systemtheorie auf soziale Gebilde wurde stark von den Naturwissenschaften befruchtet, in denen viele selbstregulierende Systeme bekannt sind. „Die politische Welt oder ihre Regionen werden hier als Systeme interagierender Staaten gesehen, deren Schicksal als eine Abfolge verschiedener Zustände interpretiert wird, von denen jeder durch die vorangegangenen und durch die Dynamik der Interaktion bestimmt wird.“35 Für alle Kriegsursachentheorien gilt, daß keine allgemeingültige, gesellschaftstheoretisch begründete Periodisierung von Krieg vorliegt und damit die Historizität des Gegenstandes ein ungelöstes Problem bleibt. Die unterschiedliche Wahl von Untersuchungszeiträumen in den einzelnen Arbeiten, welche sich nicht auf den konkreten Einzelfall beschränken, sondern vergleichend mehrere Kriege betrachten, führt zu unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Ergebnissen über Trends und Tendenzen im Kriegsgeschehen.36 Streng genommen, weist zum Beispiel der Golfkrieg nach rein formallogischen Kriterien, notwendig eine andere Bedingungsstruktur auf als der Krieg des Irak gegen den Iran, weil in der Bedingungsstruktur des Golfkriegs das Element ‘Krieg Irak/Iran‘ auftaucht. Das Verhalten, zuvor aufgestellter Kategorien, macht an wenigsten vor der Kriegsursachenforschung halt, und ein großes, sich daran anschließendes Problem besteht darin, daß sich wiederholende Phänomene vom ‘Neuen“ analytisch nur schwer zu trennen sind.37

Klaus Holzmann geht sogar soweit, aus formallogischen Gründen eine Verbindung von Kausalitätsanalyse und historischem Verfahren gänzlich abzulehnen. “Historische Analysen dürfen... nicht als kausalgenetisch interpretiert werden. Der Schein einer kausalen Erklärung der Entstehung einer höheren aus der nächstniedrigeren Entwicklungsstufe kann dadurch zustande kommen, daß man den Endzustand, dessen kausale Entstehung man zu erklären vorgibt, ja bereits kennt. „Die Annahme, daß die und nur die Bedingungen, die in einer bestimmten historischen Analyse erfaßt wurden, den späteren Zustand herbeigeführt haben, ist gnoseologisch unbegründbar.“38

Nur am Rande sei hier darauf verwiesen, daß ähnlich wie bei der Wahl der Untersuchungszeiträume auch über die Abgrenzung geographischer und kultureller Räume oder gesellschaftlich- sozialer Untersuchungsfelder keine Übereinstimmung in der Kriegsursachenforschung besteht.39

Aber die verschiedenen Gesellschaften in sich zeigen sich an jedem genauer bezeichnet Punkt der Betrachtung (zum Beispiel am 27. März 2000- 14 Uhr 30) als ein organisches Ganzes, so daß die Geschichte nicht länger in verselbstständigten Gestalten einer Geschichte des Staates, der Religion, der Ökonomie oder des Krieges gedacht werden kann. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, daß wenn im Staat X, zu dem im Beispiel bezeichneten Zeitpunkt ein Bürgerkrieg beginnt, oder es zu ersten Kampfhandlungen mit dem Staat Y kommt, der Krieg nicht um 14.30 ‘vom Himmel gefallen‘ ist, sondern dem Geschehen ein Eskalationsprozeß vorausging. Diese Betrachtungsweise läßt es sinnvoll erscheinen, nach Ursachen zu suchen, welche sich im Laufe des konfliktiven Eskalationsprozesses zur Gewaltform verdichten. „Die Ursachenanalyse muß daher Prozeßanalyse sein, die ein allen Kriegen zugrundeliegendes Entwicklungsschema, sozusagen eine allgemeine Grammatik des Krieges aufschlüsselt, die alle potentiellen Ursachen einbezieht und die dann analytisch abgearbeitet werden kann.“40 Solch ein allgemeingültiges, auf alle Fälle passendes Schema existiert aber (noch?) nicht, sondern es besteht Uneinigkeit in der Forschung hinsichtlich der Kategorien eines Analyseschemas, welches Kriege aus der temporären Entwicklung ableitet, ausgehend von allgemeinen Widersprüchen, über sich verschärfende Krisen und Konflikte bis hin zu ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die temporäre Betrachtung einer, den Kriegen vorausgehenden Entwicklung, mit Hilfe eines Eskalationsschemas kann aber sicherlich beträchtliches leisten um in den Besonderheiten das Allgemeine und damit das Vergleichbare aufzuspüren. Im besten Fall könnte die historische Bedeutung des Einzelfalls zum Vorschein gebracht, und hinsichtlich der Gewichtung einzelner Ursachen oder Ursachenkonstellationen eine Typologie erstellt werden.41

V. Analyseebene

Akteur A steht auf einer höheren Systemebene als Akteur B, wenn B völlig zu A gehört, diese Zugehörigkeit kann logisch oder organisatorisch oder beides zugleich sein. Auf jeder Ebene neigen bestimmte Bedingungen dazu, die Voraussetzungen für ein Ausbrechen von Kriegen zu begünstigen oder zu behindern.

Unter denjenigen Theorien, welche den Ursprung der Kriege in der menschlichen Natur suchen sind zunächst solche zu finden, die aggressives Verhalten auf Triebe, Einstellungen. Eigenschaften, Werte und Normen zurückführen, die vielleicht schon im intrauterinen jedenfalls im frühkindlichen und dann auch im späteren Sozialisationsprozeß erworben wurden, wie autoritäre Neigungen, Angstkomplexe, Egozentrik, Feindbilder, Rivalitätsdenken oder ähnliche. Es handelt sich hierbei um perzeptionelle, emotionale, motivationale und verwandte Grundstrukturen, die, wenn sie bei einem Politiker mit großer Machtvollkommenheit, bei einer einflußreichen Gruppe, massenweise in einer Gesellschaft oder einer ganzen Kultur vorhanden sind, wesentlich zu einem Krieg beitragen können. Eine weitere Gruppe von Theorien dieses Typs konzentriert sich auf kognitive und reaktive psychische Mechanismen, welche sich relativ unabhängig von jenen inhaltlich bestimmten Grundstrukturen bei fast allen Menschen, teils stärker, teils schwächer einstellen, wenn sie bestimmten Reizen oder Situationen ausgesetzt werden, wie beispielsweise denen der Statusinkongruenz, dem Identitätsverlust, der Frustration oder der Bezugsgruppenorientierung. In enger Nachbarschaft dazu steht die Rollenanalyse, welche davon ausgeht, daß Interessen und Verhaltensweisen wesentlich von der Rolle, also der Funktion her bestimmt werden, die einer Person oder einer Gruppe von einer Organisation oder von einem spezifischen Umweltsystem zugewiesen worden sind.42 Prägen einerseits Personen die Institutionen, so werden andererseits auch die Personen von den Institutionen geprägt. An welchem Punkt man auch immer nach Möglichkeiten der Erklärung oder der Aufklärung sucht, wird man sehr schnell in das institutionelle Gefüge der gesamten Gesellschaft verwiesen. Wobei der Begriff der Institution hier in einem weiteren Sinne zu verstehen ist, er umfaßt nicht nur Körperschaften wie Parlamente, Ministerien, Industriebetriebe und Militärapparate sondern auch bestimmte Regeln, die positiv oder negativ sanktioniert werden, also zum Beispiel Wahlverfahren, ökonomischen Wettbewerb, Geldverkehr, Formen des Zeitungsvertriebs und dergleichen, ferner habitualisierte Traditionen wie Orden, Offiziersehre, nationale Gedenktage und ähnliches. „Wesentlich ist hier, daß die Institutionen, auf die die Theorien abstellen, weder erklärbar noch änderbar sind ohne Rückgriff auf Individuen, die die Institutionen schaffen, tragen und umgestalten.“43 Eine ganze Reihe von Theorien und Postulaten zu Krieg und Frieden setzt hier an, wie beispielsweise die Forderung Kants nach Demokratisierung der Staaten, die Hypothese über aggressionsfördernde soziale Spannungen oder die Kritik am kapitalistischen System.44 Die Reihe konzeptioneller oder empirischer Theorien über Bedingungen von Krieg und Frieden läßt sich noch verlängern um solche, die als Ansatzhöhe oder analytische Ebene schwerpunktmäßig das internationale System zum Gegenstand haben. Denn nicht nur die einzelnen Staaten, beziehungsweise ihre Regierungen und einflußreiche Gruppen verhindern die Schaffung eines wirksamen und adäquaten Weltfriedenssystems. Sondern, solange das internationale Staatensystem Kriege faktisch zuläßt und deren Legitimierung erlaubt und jeder Staat nur mit eigenen oder alliierten militärischen Mitteln einen Angriff von außen abwehren oder eine notwendige Änderung des Status quo bewirken kann, ohne Sanktionen einer übergeordneten Instanz befürchten zu müssen, so lange verführt das internationale System in seiner überkomnenen Form die politischen Eliten mehr oder weniger zur Machtpolitik, zur militärischen Abschreckung und Eskalation, zur bewußtseinsmäßigen und materiellen Militarisierung und Disziplinierung der Gesellschaft mit den Begleiterscheinungen von Feindbildern, der Ausnutzung durch private Akteure wie Rüstungsproduzenten oder der Umfunktionierung der feindlichen Außenwelt zwecks Stabilisierung interner Elitepositionen. Hier sind zum Beispiel die Thesen über ein multipolares oder bipolares Staatensystem relevant.45 Mikroanalytische Untersuchungen, also die Beobachtung von Kleingruppen, haben in der Regel den Vorteil wiederholbar und reproduzierbar zu sein. Aus ihnen ergeben sich aber nur selten relevante Ergebnisse für die Kriegsursachenforschung, da Krieg, in der Regel, ja nicht in kleinen Gruppen stattfindet. Dieser schwerwiegende Nachteil entfällt bei makroanalytischen Untersuchungen, in welchen komplexe Gesellschaften oder gar die ganze Menschheit zum Untersuchungsgegenstand werden. Leider sind diese Arbeiten, in den häufigsten Fällen nur schwer reproduzierbar oder gar einmalig, die Kombination der Untersuchungen auf allen Systemebenen, unter Einbeziehung verschiedener Methoden, wie der Inhaltsanalyse oder der empirischen Datenerhebung, aber auch der mathematischen Modellerstellung sowie der Anwendung von Simulationsexperimenten oder Spielübungen erscheint unumgänglich.46 „Nicht nur das gegenseitige Töten und Zerstören, sondern schon die Vorgänge, die dazu hinführen, involvieren die Individuen und Gruppen der Gegner, berühren oder verändern deren Institutionen, ziehen die volle Aufmerksamkeit der politischen Führungen auf sich, tangieren dritte Staaten, beeinflussen den Staatenverkehr wie private Transaktionen im internationalen System und erschüttern unter Umständen das ganze Gefüge desselben.“47 Eine, in der allgemeinen Theorie der internationalen Beziehungen eingebettete, Theorie von Krieg und Frieden hätte die Aufgabe die Bedingungen und Möglichkeiten anzugeben, unter denen eine der beiden, zuvor operationalisierten, Kategorien mehr oder weniger wahrscheinlich eintritt, um dann diese theoretisch entwickelten Wahrscheinlichkeitsannahmen anhand relevanter reproduzierbarer Daten über das Verhalten von Individuen, Gruppen, Nationen und des internationalen Systems zu überprüfen.48 Leichter gesagt als getan! Die Lösung dieser Aufgabe stellt sich für die Forschung zwar als zwingende Notwendigkeit dar, um die Reichweite der Ergebnisse zu vergrößern, erscheint ihr zugleich aber auch als „Quadratur des Kreises“.49 Denn das Problem der Wahl und Gewichtung einer Analyse- Ebene, wie Mensch, Staat oder internationales System, als Ausgangspunkt und die Bewertung von Einfußfaktoren politischer, sozialer, ökonomischer oder psychischer Art in ihrer Relevanz als Vermittlungsformen zwischen den Ebenen, bedarf zu seiner Lösung weit mehr als dem Bekenntnis zu multikausalen Erklärungsansätzen.50 Für die vergleichende Forschung hat das Fehlen solch eines Bezugsrahmens zur Konsequenz, daß die verschiedenen Fallstudien und Einzeluntersuchungen nur mit äußerster Mühe und geringem Erfolg aufeinander bezogen werden können und so nur wenig zum systematischen Wissen beitragen.51 Es bietet sich das Bild von ausgebauten Schnellstraßen auf allen Ebenen, auf denen sich die Theorie der internationalen Politik fortbewegt, allerdings sind diese Straßen zu geradlinig und kaum miteinander verbunden, es sei denn durch holprige und schlecht markierte Landwege. Es existieren zwar einige Versuche, brauchbare Querstraßen und Kreuzungen zu bauen. Aber sie sind kaum über erste Aufschüttungen des Untergrundes hinaus gekommen und somit noch nicht befahrbar, das heißt sie beschränken sich zu sehr auf beliebig interpretierbare Taxonomien, aus welchen sich keine substantiellen Zusammenhänge ablesen lassen, und sie bleiben im prä- operationalen Bereich.52

Bis zur Lösung dieses Problems bleibt die Wahl einer Ansatzhöhe, einer Beobachtungseinheit für die neuerliche Untersuchung eines bestimmten Krieges‚ unvermeidlich, woraus sich wichtige theoretische, methodologische und unter Umständen politisch- praktische Konsequenzen ergeben können. Es ist allerdings nicht einzusehen, warum das Problem der Aggregationsebenen und Analyseeinheiten zu einem Fixpunkt in Aggretationsstruktur und Fragenkatalog der Disziplin Internationale Politik erhoben werden soll. Er wäre ein zu formaler, und die methodologische Problematik stellt sich in diesem Wissenschaftszweig prinzipiell nicht anders dar, als in anderen. „Unbestritten handelt es sich jedoch um eine wichtige Kategorie für die terminologische Abstimmung, für methodische Strategien, für die Organisierung von Forschungen und Datensammlungen und für die Entwicklung brauchbarer Theorien.“53

Inwieweit, im ungünstigsten Fall, Forschungsresultate von der jeweiligen Wahl der Beobachtungseinheit mit vorbestimmt werden können soll am Beispiel des Rüstungswahns im kalten Krieg verdeutlicht werden. Folgt man dem traditionellen Staats- Ansatz, dann stellt sich der Rüstungswahn tatsächlich als Interaktions- und Eskalationsphänomen, nämlich als Rüstungswettlauf dar. Andere Studien haben jedoch diese Auffassung erheblich in Zweifel gezogen. Sie haben die Annahme erhärtet, daß die Rüstungspolitik von innergesellschaftlichen Kräften, wie zum Beispiel dem militärisch- industriellen Komplex, vorangetrieben wurden, für die der Feind als realer Akteur mit divergierenden Interessen gar nicht mehr relevant ist, sondern für die er primär nur noch als Alibi fungiert.54

VI. Verwertungsinteresse

Eine weitere Dimension, welche bei der Erstellung eines eigenen Forschungsprojekts, oder der Reflexion anderer Arbeiten zum Thema, Beachtung finden sollte ist die des Eigeninteresses. Die Frage stellt sich konkret nach dem „Warum“, den Beweggründen, also sowohl dem Erkenntnisinteresse als auch den Verwertungsabsichten, die mit der jeweiligen Arbeit verbunden sind.

Bei der wissenschaftlichen Betrachtungsweise des Gegenstandes wird in den meisten Fällen wohl der Wunsch nach reiner Deskription der interessierenden Phänomene im Vordergrund stehen. Ohne die Reflexion auf die faktische Unmöglichkeit dieses Vorhabens, der beschränkten Möglichkeiten des reinen Geistes, die empirische Welt zu erkennen, könnten die Ergebnisse jedoch beeinflußt werden in einem Sinne, welcher der ursprünglichen Intuition entgegensteht.

Unerwähnt bleiben soll hier auch nicht, daß Kriegsursachenforschung, als historische Rekonstruktion, mit einem, in präventiver Absicht erstelltem, prognostischen Element ein großes Interesse seitens der Politik erfahren kann. Die Möglichkeit (problematische Kriegs-) Geschichte im eigenen Sinne zu deuten und vor allem - anstehende Maßnahmen als Friedensschaffend- oder bewahrend auszugeben, rückt den mißbräuchlichen Umgang, nicht nur im Verwertungs- sondern auch im eigentlichen Forschungszusammenhang, zumindest in den Bereich des Denkbaren. Oder wie es Horst Wilhelm Jung, in Bezug auf die Kriegsursachenforschung formulierte: "Die Suggestivkraft bzw. der Tauschwertcharakter dieses Elements sind der Steigerung seines Gebrauchswerts nicht unbedingt förderlich."55 Ein, bar jeder fremden Einwirkung, bei den Forschenden selbst angesiedeltes Interesse, beispielsweise an der Kriegsverhinderung, kann im ungünstigsten Fall eine ähnlich negative, den Forschungsablauf behindernde, Denkfigur entstehen lassen.

VIII. Kausalität

„Gäbe es auf die einfache Frage - Was ist Kausalität? eine einfache Antwort, dann könnte man viel Mühe und Schweiß sparen. Es gibt jedoch keine einfache Frage nach der Kausalität und ebensowenig eine einfache Antwort. Daß dies so ist, liegt daran, daß ein und dieselbe Frage im Rahmen verschiedener Begriffssysteme gestellt werden kann und daß dann die Antworten entsprechend ausfallen.“56 Zunächst einmal ist nämlich zu klären, zwischen welchen konkreten Größen denn die Kausalrelation besteht, desweiteren ob sich aus dieser singulären Kausalaussage ein größerer Rahmen oder gar eine Allaussage ergibt und schließlich, ob die aufgestellten Kausalsätze in der Terminologie von notwendigen und hinreichenden Bedingungen überhaupt erschöpfend darstellbar sind.57 Gerade die wissenschaftlich- nüchterne Betrachtungsweise des sozialen Phänomens Krieg bringt die Gefahr mit sich, ihm nachträglich eine Kausalität zu unterstellen, welche ihm nicht zukommt, so daß er sich geradlinig und ohne Rest in rationale und Bestandteile, Triebkräfte und Ursachen auflöst.58 Korrelation und Kausalität fallen nicht zwangsweise zusammen und selbst wenn dies der Fall sein sollte, so verbleiben, bei einem komplexen Phänomen wie den Krieg, mit großer Wahrscheinlichkeit immer Teile der Varianz, welche sich keinen kausalen Elementen zuordnen lassen.59 Dieser Sachverhalt erscheint auf den ersten Blick ausschließlich als Problem der empirisch-induktiven Forschungsmethode und somit als Unterpunkt der in Kapitel III behandelten Dimensionen. Dem ist nicht so, weil eine qualitative Theorie, welche versucht die hinter den kausalen Beziehungen liegenden sozialen Verhältnisse auszuweisen, in noch viel stärkerem Maße dafür anfällig ist von den tatsächlich vorhandenen Zufällen zu abstrahieren. Dies um so einfacher, als sich ein deduktiv erstelltes theoretisches Gerüst ja nur ex- post an der Realität, durch ständige beobachtete Übereinstimmung der postulierten und tatsächlichen Wirkungen, bis zu seiner Falsifikation durch nachgewiesene Nichtübereinstimmung, als brauchbar erweisen kann. Die allgemeine Kausalität läßt sich auch mit den in Kapitel II thematisierten Kategorien rationalen versus irrationalen Handelns nicht fassen, sondern stellt eine eigene, zu beachtende, Dimension dar. Zum Beispiel wäre, beim damaligen Stand der Waffentechnik, eine Ladehemmung der Schußwaffe des serbischen Studenten Gavrilo Princip welcher im Juni des Jahres Neunzehnhundertvierzehn den östereichisch- ungarischen Thronfolger erschoß, durchaus im Rahmen des Denkbaren und ein, von den Motiven der Handelnden, unabhängiger Zufall gewesen. Für den Ausbruch des ersten Weltkriegs war der Attentäter von Sarajewo natürlich nicht allein verantwortlich und der vieldiskutierte Krieg aus Zufall existiert bisher nur als Denkfigur der Abschreckungsphantasien. Der Begriff des Zufalls, kausalitätslogisch ein unmöglicher Begriff, impliziert die faktische Unvorhersehbarkeit eines Ereignisses, er ist somit Ausdruck mangelnder Kenntnis der Fakten oder Kausalitätsbezüge, die zu dem betreffenden Fall führten. Sinnvoll ist der Begriff nur als wahrscheinlichkeitstheoretischer, und in diesem Sinne ist er hier zu verstehen. Trotz aller technischen Perfektion und menschlicher Einübung ist nicht auszuschließen, daß ein Sicherheitssystem versagt und eine Waffe selbsttätig losgeht. daß ein Zeichen auf dem Radarschirm falsch interpretiert wird, daß ein Fehler bei der Befehlsübermittlung unterläuft oder einige maßgebliche Befehlshaber die Nerven verlieren. Wenn die gegnerische Regierung nicht rasch genug über das Versehen informiert werden kann oder wenn sie einen automatischen Gegenschlag vorprogrammiert hat, dann kann aus dem Zufall der blutige Ernstfall werden.60

VIII. Symmetrie

Die meisten existierenden Theorien, im Rahmen der Kriegsursachenforschung, lassen sich hinsichtlich des unterstellten Interaktionsgefüges, der Konfliktstruktur unterscheiden. Eine Konfliktstruktur wird als symmetrisch bezeichnet, wenn die Machtverteilung zwischen den konfigierenden Gruppen einigermaßen gleich ist und beide Seiten bis zu einem hohen Grade autonom handeln können. Ist jedoch eine Seite entschieden machtvollen, die andere aber schwach und abhängig, eventuell unterprivilegiert, durch offenen Zwang oder durch subtilere Mittel unterdrückt und ausgebeutet, dann liegt eine asymmetrische Konfliktstruktur vor. Eine scharfe Trennung ist wie bei den meisten sozialwissenschaftlichen Erfahrungsobjekten nicht möglich, sondern es existieren gewisse Zusammenhänge und Überlappungen zwischen den Theorie- Feldern.61 Die Frage, ob bei den beobachteten Beziehungen in diesem Sinne von symmetrischen Rivalitäts- oder asymmetrischen Herrschaftsverhältnissen ausgegangen wird, obliegt dem Forschenden und wird zumeist schon im Vorhinein entschieden. Hierbei handelt es sich zunächst einmal um eine methodische Fragestellung, ähnlich den in den vorangegangenen Kapiteln behandelten Dimensionen und nicht um eine ausschlaggebende Variable, welche den Forschungsgegenstand, den Krieg in einer ihrer Ausprägungen begünstigt oder gar erst möglich macht. Wenn es sich, ganz konkret, um Herrschaft handelt, so ist diese Möglichkeit im Einzelfall natürlich naheliegend, aber auch das Gegenteilige besitzt eine gewisse Plausibilität. Richardson schreibt dazu: “Most people prefer to have some definite instructions, but not too many of them. For example the machinist may be perplexed if the draughtsman has not sent hirn a working drawing.“62 Theorien mit symmetrischem Konfliktverständnis bilden zum Beispiel die Anarchie- Theorien, die ähnlich dem Hobbes‘schen Bild vom Naturzustand Kriege aus der Tatsache erklären, daß der Staatenwelt eine mit wirksamen Sanktionsmitteln ausgestattete, übergeordnete Autorität fehlt oder Theorien in denen die Unsicherheit, in welche die Nationen sich wegen der Struktur des internationalen Systems, gestellt sehen, sie zu Vorsichtsmaßnahmen, wie der Machtsteigerung oder Aufrüstung, veranlaßt. In enger Nachbarschaft dazu steht die Machtrivalitäts- Theorie, nach der die Staaten um Machtzuwachs wetteifern und Machtpolitik treiben zu dem Zweck, einen möglichst großen Anteil der prinzipiell knappen Ressourcen kontrollieren zu können. Machtzuwachs und Kontrolle lassen sich auch durch Allianzen oder Blockbildung gewinnen, worauf die Polaritäts-Theorien abzielen.63

Die Komplexitäts- These soll besagen, daß komplexe Gesellschaften, aufgrund der Überfülle an Informationen der Selbststeuerung verlustig gehen können. Mit der Einführung des Autismus-Begriffs lassen sich jene Theorien kennzeichnen, welche die außenpolitische Gewaltsamkeit einer Gesellschaft aus ihrer Übermächtigen Selbstbezogenheit erklären.64 Zu den mehr mikroanalytischen Erklärungen gehören die Kalkül- Theorien, denen zufolge der Entschluß zum Krieg einem wohlüberlegten, zweckhaften Kalkül entspringt. Im Gegensatz dazu stehen als Fehlperzeptions- Theorien bezeichnete Auffassungen. nach denen unvollständige Informationen über gegnerische Absichten und Stärkeverhältnisse oder eine unter dem Entscheidungsdruck einer Krisensituation herabgesetzte Problemlösungsfähigkeit zum Kriege führen. Der Kriegsausbruch gleicht einem Unfall, einem Hineinschliddern, wenn sich beide Seiten, aufgrund ihres unkoordinierten Verhaltens, in eine Situation manövrieren, in der ein Zusammenstoß unvermeidlich erscheint. Derartige Entwicklungen sind meistens mit einem Eskalationsprozeß verbunden.65

Mehr im Bereich des gesellschaftlichen Unterbaus angesiedelt ist die Substitutions- Theorie, welche sich auf Kriege bezieht, die dadurch entstehen, daß die politische Führung oder die herrschenden Eliten sich innenpolitisch bedroht sehen und die inneren Spannungen nach außen ableiten. Nach der Mobilisierungs- Theorie wird umgekehrt mittels Propagandatechniken und Massenmedien die öffentliche Meinung so weit mobilisiert, daß die Regierung plötzlich nicht mehr zurück kann.66

Interessen- Theorien führen Kriege auf das spezifische Interesse irgendeiner einflußreichen Gruppe oder Elite zurück, die sich von einem Krieg einem bestimmten Vorteil verspricht. Es handelt sich um bestimmbare Gruppeninteressen, nicht aber wie in den Theorien vom Nationalinteresse, letztlich um das Überlebensinteresse der ganzen Nation. Nicht weit davon entfernt sind die Ideologie- Theorien, welche eine wesentliche Ursache von Kriegen in religiösen oder zivilisatorisch- messianischen Durchsetzungsbedürfnissen sehen.67 Nach den Aggressivitäts- Theorien wird in den Individuen durch den Sozialisationsprozeß eine Neigung zur Gewaltsamkeit erzeugt, die sich bis zur kollektiven Psychose steigern kann. Weniger tiefenpsychologisch angelegt sind ImageTheorien, denen zufolge projektive Feindbilder eine wichtige Vorbedingung für kriegerisches Konfliktverhalten darstellen. Von hier aus schließt sich der Kreis über Dissoziativitäts- Theorien, die den Ursprung der Kriege in der kommunikativen und transaktiven Unterentwicklung der Weltgesellschaft gefunden zu haben glauben.68 Theorien mit asymmetrischem Konfliktverständnis haben eine ausgeprägtere soziologische Orientierung und einen stärkeren sozialkritischen Impetus als die mehr organisationstheoretisch und psychologisch argumentierenden Auffassungen, die oben skizziert wurden.69

Die Schichtungs- Theorien zum Beispiel schreiben einen erheblichen Teil der gewaltsamen Auseinandersetzung der ökonomischen und politischen Unterpriviligierung zahlreicher underdog- Nationen zu, welche sich aus der strukturellen Abhängigkeit von der Oligarchie der hochentwickelten Industriegesellschaften lösen wollen. Mehr nomologischer Art ist diejenige Version, welche sich eine Zirkulation, ein Auf und Ab in der internationalen Machthierarchie vorstellt, deren Verschiebungen explosive Spannungen auslösen.70 Die Statusinkongruenz- Theorie, von Individuen analog auf Großkollektive übertragen, betrachtet den Vorgang aus der Perspektive von Nationen, die zur radikalen Reaktion auf Dissonanzen, wie beispielsweise die zwischen erlangter politischer Souveränität und fehlender diplomatischer Anerkennung neigen.71

Ökologische Theorien führen Kriege auf die technologische Überlegenheit mancher Gesellschaften zurück, die ihnen die Eroberung fremder Territorien leicht macht. Dieser Ansatz läßt sich weiterspinnen unter wachstumstheoretischen Aspekten, was bedeutet, daß eine Gesellschaft infolge schnellen Wachstums ihrer wirtschaftlichen und technischen Kapazitäten sozusagen aus den Nähten platzt und ihren Wachstumsprozeß expansionistisch weitertreibt. In diesen Kontext gehören auch die verschiedenen Imperialismus- Theorien marxistischer Orientierung von den Thesen über den frühen Kolonialimperialismus bis hin zur Theorie des Dollar- Imperialismus des hochmonopolisierten Finanzkapitals, mit seinen entwicklungshemmenden und damit konfliktfördernden Ausbeutungspraktiken in den eroberten Ländern.72 Eine einfache Abwandlung stellen Verschwörungs- Theorien dar, denen zufolge eine wirtschaftliche Elitegruppe, aufgrund ihrer strukturell beherrschenden Position in der Gesellschaft die Regierung unter Druck setzt, damit diese die militärischen Machtmittel für die ökonomischen Eliteinteressen einsetzt.73 Etwas abzurücken von diesem theoretischen Hintergrund sind Erklärungen, welche Kriege auf die Intervention eines überlegenen Staates in innergesellschaftliche oder zwischengesellschaftliche Konflikte schwächerer Nationen zurückzuführen. Die Revolutions- Theorien stellen auf den internationalen Bereich übertragen das Pendant zu den Schichtungs- Wachstums- oder Imperialismus- Theorien dar, jedoch gesehen von der Warte der Unterdrückten, welche keine Alternative zum gewaltsamen Kampf gegen die Unterdrücker sehen können, um sich von der Abhängigkeit zu befreien. In ähnliche Richtung zielt die Anwendung der Frustrations/Aggressions- Hypothese aus der Psychologie, nur daß hier nicht auf die bewußte Wiedergewinnung des freien Willens, sondern auf die aggressive Entladung von kollektiven Frustrationen als Folge systematischer Ausbeutung oder Entwicklungshemmung abgehoben wird.74

Nachwort

Es ist eine Tatsache, daß seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Häufigkeit der pro Jahr geführten Kriege, in gleichsam bergauf laufenden Wellen, ständig angestiegen ist.75 Der Weg zum Haus der Eltern des Behemoth ist lang, steinig und an einigen Stellen abschüssig, aber die Dringlichkeit ihn zu beschreiten wächst.

Die Notwendigkeit, Kriege interdisziplinär zu erfassen, multidimensional zu analysieren sowie multikausal zu erklären, erscheint, nach den vorherigen Ausführungen, fast schon als Banalität. Die Schwierigkeiten von multidimensionaler Analyse und multikausaler Erklärung waren Gegenstand dieser Arbeit. Das Einlösen des in der aufgeführten Literatur häufig vorkommenden Bekenntnisses zur interdisziplinären Zusammenarbeit schafft noch darüber hinausgehende Probleme, durch die tendentiell unkompatiblen Sichtweisen in den betreffenden Einzelwissenschaften. Auch in diesem Bereich existieren Fallstricke, die bei Nichtbeachtung beispielsweise zur Biologisierung menschlicher Handlungsalternativen, Psychologisierung gesellschaftlicher Sachverhalte oder Historisierung aktuell wirksamer Kräfte führen könnten. Trotz all dieser Schwierigkeiten erscheint es mir lohnender, die Bemühungen hinsichtlich der Erforschung der Ausgangspunkte weiter voranzutreiben und nicht frustriert auf die beliebteste Kriegsursachentheorie, nämlich dem Glauben an ein aggressives Erbgut der Menschheit, an zerstörerische Instinkte und einen gattungsspezifischen Todestrieb, zurückzugreifen. Denn hierbei handelt es sich oft nur um die Konsequenzen des Sozialisationsprozesses in einer sozial-, arbeits- und funktionsteilig differenzierten Gesellschaft. Der Glaube an die Bösartigkeit, Aggressivität, den Egoismus oder die Dummheit des Menschen, läßt sich zumindest nur schwer - wenn überhaupt - nachweisen. Auf die Widerlegung, nämlich daß es unzählige Fälle friedlichen Zusammenlebens gab und gibt, läßt sich zwar immer mit dem Hinweis auf Bedingungen antworten, die jene Triebe gehemmt oder unterdrückt hätten, damit ist ein eingeborener Destruktionstrieb aber noch nicht im positiven Sinne bestätigt.76

Literaturverzeichnis

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*Singer, J.D. (1980): Conflict Research, Political Action, and Epistomology, in: Gurr T. R. (Hrsg.): Handbook of Political Conflict, 490-499, New York

[...]


1 Siegelberg 1994 S.34

2 Siegelberg 1994 S.23f.

3 Deutsch/Senghaas S.179

4 Gantzel 1972 Kap.5

5 Siegelberg 1994 S.17

6 Lider S.46

7 Gantzel 1972 Kap.6

8 Gantzel 1972 Kap.6

9 Lider S.49

10 Gantzel/Siegelberg 1991 S.4

11 Pfetsch S.264

12 Pfetsch S.264

13 Gantzel/Siegelberg 1991 S.4

14 Richardson S.XIVf.

15 Deutsch/Senghaas S.180f.

16 Deutsch/Senghaas S.182

17 Siegelberg 1994 S.18

18 Gantzel 1972 Kap. 14

19 Gantzel 1972 Kap. 14

20 Gantzel 1987 S.70ff.

21 Eberwein S.31

22 Siegelberg 1994 S.22

23 Deutsch/Senghaas S.178

24 Deutsch/Senghaas S.178

25 Aus: Siegelberg 1994 S.32

26 Singer S.499

27 Dessler S.399

28 Gantzel 1972 Kap.5

29 Deutsch/Senghaas S.179

30 Siegelberg 1994 S.33

31 Deutsch/Senghaas S.214

32 Gantzel 1972 Kap.4

33 Gantzel 1972 Kap.4

34 Gantzel 1972 Kap.4

35 Gantzel 1972 Kap.4

36 Siegelberg 1994 S.19

37 Jung S.167

38 Holzkamp S.50

39 Siegelberg 1994 S.20

40 Gantzel/Siegelberg 1990 S.227

41 Gantzel/Siegelberg 1990 S.227

42 Gantzel 1972 Kap.3

43 Gantzel 1972 Kap.3

44 Gantzel 1972 Kap.3

45 Gantzel 1972 Kap.3

46 Deutsch/Senghaas S.184f.

47 Gantzel 1972 Kap.5

48 Deutsch/Senghaas S.178

49 Mendler/ Schwegler-Rohmeis S.151

50 Matthies S.21

51 Siegelberg 1994 S.21

52 Gantzel 1972 Kap.5

53 Gantzel 1972 Kap.3

54 Gantzel 1972 Kap.5

55 Jung S.170

56 Posch S.9

57 Posch S.26f.

58 Siegelberg 1994 S.29

59 Siegelberg 1994 S.32

60 Gantzel 1972 Kap.6

61 Gantzel 1972 Kap.6

62 Richardson S.21

63 Gantzel 1972 Kap.6

64 Gantzel 1972 Kap.6

65 Gantzel 1972 Kap.6

66 Gantzel 1972 Kap.6

67 Gantzel 1972 Kap.6

68 Gantzel 1972 Kap.6

69 Gantzel 1972 Kap.6

70 Gantzel 1972 Kap.6

71 Gantzel 1972 Kap.6

72 Gantzel 1972 Kap.6

73 Gantzel 1972 Kap.6

74 Gantzel 1972 Kap.6

75 Gantzel/Siegelberg 1990 S.230

76 Gantzel 1972 Kap.3

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Eine Beschreibung der methodischen Probleme der Kriegsursachenforschung
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Veranstaltung
Seminar: Friedens- und Konfliktforschung
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
1996
Seiten
20
Katalognummer
V106115
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Beschreibung, Probleme, Kriegsursachenforschung, Seminar, Friedens-, Konfliktforschung
Arbeit zitieren
Klaus Spieler (Autor), 1996, Eine Beschreibung der methodischen Probleme der Kriegsursachenforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106115

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