Bedeutung der Stadt New York / Manhattan in Woody Allens Filmen


Seminararbeit, 1999
13 Seiten, Note: 2,0

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Inhaltsverzeichnis

1. Manhattan
1.1. Allens Beziehung zur Stadt: Verherrlichung der Metropole?

2. Bedeutungszusammenhang von Stadt, Handlung und Personen...
2.1. Mögliche Funktion der Stadt im Film „Manhattan“
2.2. Allen als „Personifizierung der Stadt“
2.3. Gegenüberstellung Manhattan- Los Angeles

3. Woody Allens Einstellung zur ländlichen Umgebung und Schlussbemerkung

Woody Allen:

Welche Rolle spielt die Großstadt in seinen Filmen, v.a. in „Manhattan“ und „Der Stadtneurotiker“ und wie stellt er sie dar?

1. Manhattan

Wenn man einige von Woody Allens Filmen gesehen hat, insbesondere „Manhattan“, wird erkennbar, welche zentrale Bedeutung und Verehrung der Stadt New York/ Manhattan zukommt. Folgende Ausschnitte aus dem Film „Manhattan“ sollen dies veranschaulichen:

„ Kapitel 1. Er betete N.Y. an. Er vergötterte N.Y.über alle Maßen “ (...) „ Ach nein, es muss heißen: „ Er, er schwärmteüber alle Maßen von N.Y. Denn er sah diese Stadt, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, immer noch in Schwarzweißund ihr Leben pulsierte zu den unvergesslichen Melodien von George Gershwin. “

„ Er betete New York an. “

„ Hinter seinen schwarzgeränderten Brillengläsern lauerte die geballte sexuelle Kraft einer Raubkatze aus dem Dschungel. “ Das ist stark. „ New York war seine Stadt und würde es immer bleiben. “ (S.7-11)1

Schon allein der Titel „Manhattan“ sagt, um welche Stadt, oder besser gesagt um welchen Stadtteil es ausschließlich in dem Film geht. In dem Buch „Seine Filme - seine Werke“ von Reinhold Rauh wird sogar davon gesprochen, dass Manhattan der „eigentliche Hauptdarsteller des Films“ sei. Der Vorspann des Filmes, aus dem auch die eben genannten Zitate stammen, zeigt verschiedene schwarzweiß - Panoramen von Manhattan und seinen Bewohnern: die 5th Avenue, das Plaza Hotel, den Central Park, weniger schöne Häuserfronten, dunkle Hinterhöfe, Cafés, Restaurants, andere bekannte und unbekannte Orte, Industrie, Baustellen und verschiedene Transportmittel, Menschen aller Art wie Schüler, Passanten, Arbeiter, alte Menschen, Winter- und Sommerpanoramen, Manhattan bei Tag und bei Nacht. Es wird also ein recht umfassendes Bild, allerdings nur eines Ausschnitts der großen Metropole, nämlich von Manhattan, entworfen. Man kann schon fast von Manhattan als „Stadt in der Großstadt“ sprechen.

Zu den Bildern hört man Allens Stimme, unterlegt von Gershwins „Rhapsody in Blue“, zu dem am Ende des Vorspanns „rhythmisch paral- lel“2 ein Feuerwerk über der nächtlichen New Yorker Skyline explodiert. Gershwin schafft mit seiner Musik, die ein Zusammenspiel von Alt und Modern ist, einen ganz neuen und aufregenden Stil. Auch Woody Allen verleiht „Manhattan“ visuell durch die schwarzweißen Bilder einen altmo- dischen, verjährten Charakter, während die Handlung und die menschli- chen Probleme, die er beschreibt, zeitgemäß sind und in der Gegenwart stattfinden. Die Musik Gershwins ergänzt und unterstreicht also auf sehr einfühlsame Weise die Atmosphäre in Woody Allens Film.

1.1. Verherrlichung der Stadt New York ?

In seinen Filmen erklärt Allen immer wieder seine Liebe zu New York. In der Szene mit „Mary“ an der Brücke im Morgengrauen z.B.: „ Das ist wirk lich eine tolle Stadt. Ganz gleich, was die Leute sagen. Sie ist einfach ein...ein Hammer, wissen Sie, sie ist... “ 3 .

An mehreren Stellen des Films wird N.Y. sogar zum einzigen Ort überhaupt ernannt, an dem er leben kann: „ Du weißt doch, dass er nirgendwo anders als in N.Y. zurecht kommt. “ 4 .

Man könnte vielleicht meinen, dass Woody Allen New York durch eine rosarote Brille sieht. Ein Interviewausschnitt widerlegt jedoch diesen Ge- danken:

„ New York hat sich in den letzten 15, 20 Jahren sehr zum Schlechten ent- wickelt, ist sehr rauh und hart geworden. Die Stadt hat sichüber alle Kritik, die an ihr geäußert wurde, hinweggesetzt, sie warüberall sonst im Lande sehr unpopulär. So muss ich die Stadt verteidigen. Selbst in meinem Busi- ness, dem Showgeschäft: da sind sehr, sehr viele nach Kalifornien ge wechselt. Wenn man heute New York verteidigt, dann ist man defensiv. “ 5 Allen sieht die schlechten Seiten an New York durchaus, allerdings lässt er die Kritik an der Stadt, z.B. in „Der Stadtneurotiker“, von anderen Schauspielern üben. Seine Person übernimmt immer die Verteidigerrolle, wobei seine Argumentation jedoch recht subjektiv ist.

Rob: „ Max, diese Stadt ist ein ziemlicher Sauhaufen. “

Alvy verteidigt: „ Nein, ich sprech ja nicht von Politik oder Wirtschaft. Hier geht es um die Vorhaut. “ 6

Später in L.A.:

Tony: „ Und ihr Leute, Ihr lebt noch immer in N.Y.? “ Alvy: „ Doch, ich fühl mich da wohl. (...) “

Tony: „ Naja, ich hab da drei Jahre lang gelebt. Drei Jahre hab ichs da ausgehalten. Aber, naja, dann wurds halt- jetzt ists zu verdreckt. “

Alvy: „ Ich steh auf Dreck. Er macht mich scharf. “ 7

Am Anfang von „Manhattan“ deutet Allen alias Ike selber eine leichte Kritik an: „ Obwohl die Stadt für ihn ein Gleichnis für den Verfall der Gegen- wartskultur war. Es war schwer, in einer Gesellschaft zu leben, die abge- stumpft durch Drogen, lärmende Musik, Fernsehen, Kriminalität und Müll... “ 8

Jedoch wird diese durch das „Obwohl“ am Anfang des Satzes und seine anschließende Äußerung: „ Das klingt zu zornig. Ich will nicht zornig wer den “ , gleich wieder relativiert.

2. Bedeutungszusammenhang von Stadt, Handlung, und Personen

In „Manhattan“ wird den Innenräumen als Lebensraum von der Ausstat- tung und Einrichtung her nicht sehr viel Bedeutung geschenkt. Ikes Apartment ist kaum anders gezeichnet als die anderen Orte, an denen man Menschen trifft. Wichtiger sind für Allen die Straßen New Yorks, die Restaurants und Museen, der Central Park.

„Jeder Ort, der von einer spezifischen Gruppe oder Klasse benutzt wird, strahlt eine gewisse Atmosphäre aus.“9 So strahlt ein Restaurant mit vie- len Menschen oder eine belebte Straße beispielsweise mehr Atmosphäre aus als eine leere Wohnung. Die entscheidenden Gespräche finden auch oft außer Haus statt: auf der Straße, im Café oder im Restaurant. Oft spiegelt der gewählte Ort die Handlung oder die Gefühle der dargestellten Personen wider oder unterstützt sie, wie z.B. in der Szene, in der Yale mit Mary Schluss macht. Beide sitzen an einem Tisch in einem dichtbesetzten Straßencafé, es ist laut, man hört Straßenlärm und überall stehen und laufen Menschen. Die laute, hektische Umgebung scheint Yales Worte: „Du weißt doch, dass wir aufhören müssen, uns zu treffen, oder?“ zu un- terstützen. Alles ist in Bewegung, nichts bleibt so, wie ist es, auch die Be- ziehung zwischen Yale und Mary ist nun beendet. Dem städtischen Le- bensraum New York und hier besonders Manhattan wird in der szenischen Gestaltung also mehr Gewicht geschenkt als dem einzelnen Wohnraum. Es fällt ebenfalls auf, dass die Personen in „Manhattan“ beim Dialog auch häufig in einer Totalen gefilmt und dabei an den äußersten Rand des Bil- des abgedrängt oder nur „scherenschnittartig“10 gezeigt werden. Dafür sieht man jedoch viel von der Umgebung z.B. in der Szene als Mary und Ike im Morgengrauen an der Brücke sitzen. Dadurch wird den einzelnen Orten, also den Außenschauplätzen mit urbaner Kulisse, zusätzlich we- sentlich mehr Bedeutung verliehen.

Es wird also „ Ganz bildhaft erfahrbar “ , „ wie die einzelnen Individuen, dieüber ihre eigenen neurotischen Probleme kaum hinaus sehen können, von der Riesenstadt New York >geschluckt< werden. “ 11

2.1. Mögliche Funktion der Stadt New York im Film „Manhattan“

Allen beschreibt mit recht großer Genauigkeit das „Großstadtleben einer gehobenen Mittelschicht“, „eine ziemlich abgeschlossene Welt“12, der Ike, Mary, Yale und all die anderen angehören.

Wie bereits erwähnt, stellt Allen Manhattan innerhalb der Großstadt New York am Anfang des Films ambivalent dar. Einerseits wirken die Bilder zu den Klängen Gershwins positiv und überwältigend , andererseits wird die Stimmung doch hier und da durch weniger schöne Häuserfronten, dunkle Hinterhöfe, Industrie und Baustellen leicht getrübt. Dadurch gewinnt das Stadtbild jedoch auch an Realität. Vielleicht mag Woody Allen ja gerade die Unvollkommenheit und den Kontrastreichtum der Stadt. Vielleicht kann er sich besser damit identifizieren als z.B. mit dem „sonnigen“, „sauberen“ L.A. New York ist ehrlicher, zeigt sein wahres Gesicht und hat es nicht nötig wie L.A. nach außen hin zu glänzen. Im realen Leben ist ja auch nicht immer alles perfekt. Wir, die Zuschauer, haben auch mit dem „Dreck“ zu kämpfen: mit Problemen und Ängsten. In Allens Filmen werden immer menschliche Probleme thematisiert: Beziehungsunfähigkeit oder Beziehungsstress, die vielen Neurosen und Ängste. Das graue New York spiegelt vielleicht Allens Sicht der Dinge passender wider als z.B. das sonnige Los Angeles und trägt damit außerdem zur besseren Veran- schaulichung der komplizierten Charaktere mit all ihren Gebrechen und Problemen bei.

Innerhalb der Stadtkulisse schafft Allen jedoch noch eine zweite Welt und zwar die der Kunst und Kultur, die Welt der Intellektuellen, die Welt der Museen, Theater und Cafés. In dem Zusammenhang ist interessant zu sehen, dass in vielen seiner Filme, v.a. in „Manhattan“ fast ausschließlich Stadtszenarien des überwiegend sauberen und scheinbar schönen Man- hattans verwandt werden. Das richtige Elend und die sichtbare Ver- schmutzung, wie man sie in der Bronx oder an anderen Orten im Groß- raum New York vermehrt finden kann, werden weitestgehend ausge- klammert. Woody Allen schafft also eine kleine, saubere Welt inmitten des Großstadtdschungels, in die sich Ike und die anderen, die sogenannte „Großstadtschickeria“13 verkriechen und hinein flüchten können. In der anonymen und unberechenbaren Großstadt New York würden die mehr oder minder neurotisch angehauchten Menschen aus Allens Filmen geradezu untergehen. Schon eine geringe Abweichung von gewohnten Bahnen, wie z.B. ein harmloses Gewitter mit heftigem Regenguss im Cen- tral Park ist für Mary und Ike Anlass genug zur panischen Flucht ins Na- turkundemuseum. Die beiden schauen sich im Museum, gleichsam in ei- nem umfriedeten Raum und durch didaktische Medien gefiltert, die Wun- derwelt der Natur an, während sie vor einem normalen Gewitter davon- laufen. Hier wird ganz deutlich, wie gefangen und ihrer natürlichen Le- benswelt entfremdet die in Allens Filmen beschriebene Gesellschaft in all ihren Handlungen und Denkweisen ist. Vielleicht kann man sagen, dass sich ihre körperliche und geistige Befangenheit in der örtlichen Begrenzt- heit, in dem „Kleinraum“ Manhattan widerspiegelt. An der Stelle passt das Zitat Woody Allens alias Ike am Ende von „Manhattan“: „ Und obwohl sie die Stadt verdammen, ist es doch der einzige Ort, an dem sie leben kön- nen, Leid und Freud genießen und hinnehmen und sich die wirklichüber- flüssigen, neurotischen Probleme schaffen,... “ .14

New York, die Stadt als übergeordneter Ort des Geschehens dient also vielleicht zur Veranschaulichung und Verdeutlichung der Charaktere mit all ihren persönlichen Problemen und Ängsten. Darüber hinaus wird jedoch noch eine kleine, „behütete“ Welt geschaffen, die sich auf den Raum Manhattan beschränkt und eine Scheinwelt der Museen, Theater, Kunst und Kultur, also eine Art Abbild der Wirklichkeit präsentiert, in der sich die neurotischen Geschöpfe verstecken und der Realität entfliehen können und in die sie sich immer weiter verfangen werden.

2.2. Allen als „Personifizierung der Stadt New York“

Wie sehr die Charaktere oder v.a. Allen und New York zueinander in In- teraktion stehen, zeigt folgendes Zitat aus „Der Stadtneurotiker“: „ Alvy, du bist total unfähig, das Leben zu genießen. Du bist wie New York. Du bist wie eine Insel. “ Etwas später: „ Du bist wie New York. Du bist abgekapselt. Du rotierst nur noch um dich selbst. “ 15

Hier wird die Person Allens, also Alvy sogar mit der Stadt New York gleichgesetzt. Einerseits ist hier auch wieder eine Kritik an New York ver- steckt, andererseits jedoch kann man an der Stelle tatsächlich von einer direkten Beziehung zwischen Stadt und Protagonist sprechen. New York, so wird immer wieder erwähnt, ist verdreckt und hat eine steigende Rate an Kriminalität und Verslumung zu verzeichnen. Selbst die Filmindustrie ist in den Westen abgewandert. New York hat einen schlechten Ruf und ist daher abgekapselt, rotiert nur noch um sich selbst, erhält einen In- selcharakter.

Alvy hat Annie verloren, Liebeskummer und eine Vielzahl an anderen Problemen, wie der Titel „Der Stadtneurotiker“ schon andeutet. Alvy fehlt, wie zuvor bereits ausführlicher für „Manhattan“ beschrieben, die Basis, sein Leben genießen zu können. Da er nur seine Probleme sieht, ist er auch unfähig, menschliche Beziehungen aufzubauen oder zu halten. Er ist daher, genau wie seine Stadt, abgekapselt und dreht sich um sich selbst.

2.3. Gegenüberstellung New York - Los Angeles

Wie wichtig die Stadt New York, inklusive Manhattan für Allen ist, wird auch v.a. dann bewusst, wenn er sich zum Leben in anderen Städten oder gar auf dem Land äußert.

In dem Buch „Woody Allen: Seine Filme - Sein Leben“ von Reinhold Rauh sagt Allen, dass New York die Stadt Nr.1 und Los Angeles die Stadt Nr. 2 sei. In „Der Stadtneurotiker“ werden beide Städte gegeneinander ausge- spielt, wobei Allen wieder die Rolle des Verteidigers und Vertreters für New York einnimmt:

Rob: „ Alles klar...Kalifornien. “

Alvy: „ So. “

Rob: „ Lass uns weg von dieser bescheuerten Stadt... “

Alvy: „ Vergiss es, Max. “

Rob: „ ...wir hauen ab in das sonnige L.A. Dort passierts nämlich, Max. “

Alvy: „ Kann ich nicht, und wenn du jeden Tag damit kommst. Ich will nicht in einer Stadt leben, deren einzige kulturelle Errungenschaft darin besteht, dass man bei Rotlicht rechts abbiegen darf. “ 16

Rob: „ Max, wenn wir in Kalifornien leben würden, könnten wir jeden Tag draußen spielen, in der Sonne. “

Alvy: „ Sonne bekommt dir nicht. Alles, was uns unsere Eltern als gut ver scherbelt haben, ist schlecht. Sonne, Milch, rotes Fleisch, College...17 Allen scheint es sogar physisch und psychisch völlig fertig zu machen, von New York weg nach L.A. zu müssen:

Alvy: „ Es ist so verlogen, und ausgerechnet in der Weihnachtswoche müssen wir von New York weg, das macht mich wirklich fertig. “ 18

Alvy: „ ...ich hab ein bisschen Fieber und dann krieg ich scheints auch grad meine chronische L.A. -übelkeit. “ 19

3. Allens Einstellung zur ländlichen Umgebung

Alvy: „ Sieh mal, ich kann nicht auf dem Land...Das Land macht mich ner vös. Da sind die Grillen, und da ist es still. Und nach dem Essen kann man nirgendwo hingehen. Und da sind die Fliegengitter mit den toten Motten dahinter. Und da ist die Manson - Familie. Und ich weißja nicht, wer sonst nach alles auf der Lauer liegt. “ 20

Dadurch, dass Woody Allen seine Figur in den Filmen so negativ über an- dere Städte, v.a. Los Angeles, und das Leben auf dem Land äußern und immer wieder Partei für New York ergreifen lässt, gewinnt die Stadt noch zusätzlich an Bedeutung und Wichtigkeit. Es ist nicht so, dass er die schlechten Seiten der Metropole ignoriert. In einem Interview wurde ge- sagt, er sei immer gerne auf den Niedergang New Yorks eingegangen, und trotzdem habe er die Stadt liebevoll verteidigt21. Allen selber sagt, dass man seine Filme irgendwann, wenn die Handlung nicht mehr zeitge- mäß sei, nur noch wegen ihrer wunderbaren Stadtszenarien von New York/ Manhattan sehen werde. Das ist eine Untertreibung, wie ich finde. Vielmehr sollte man Woody Allens Film „Manhatten“ als einen weiteren Beitrag zur Beschreibung des amerikanischen Jahrhunderts und damit in der Tradition mit John Dos Passos 1925 erschienenen Romans „Manhattan Transfer“ sehen. Dos Passos schuf lange vor Woody Allen den Typus des Stadtneurotikers, wobei Manhattan in seinem Roman zu Beginn des 20. Jahrhunderts die grandiose Kulisse für die Unübersicht- lichkeit der Modernisierung abgibt und die Hauptpersonen wie Laub durch ein urbanes alles beherrschendes Labyrinth gewirbelt werden. Woody Allen knüpft hier an, verfolgt aber am Ende des 20. Jahrhunderts eine andere Intention. Die Wolkenkratzer, die Konstruktionen aus Glas und Stahl, die nervöse Neonschrift, die sich in das nächtliche Manhattan hin- einschreibt, sind bei Dos Passos noch „Traumpfade“ der modernen Welt, bei Woody Allen wirkt die Skyline von Manhattan ganz unaufdringlich auf den Betrachter, die Kulisse ist zum urbanen Normalfall mit großem Wie- dererkennungswert geworden. Vor allem aber sind die Akteure nicht mehr Objekte einer übermächtigen sich molochartig ausbreitenden Urbanität, sondern sie sind ausnahmslos Objekte ihrer Mittelstandsneurosen, die sich im Lebensraum Manhattan abspielen.

Literaturverzeichnis:

Allen, Woody; Brickman; Marshall: Manhattan Drehbuch. Diogenes Verlag Zürich: 1981.

Allen, Woody; Marshall; Brickman: Drehbuch von Der Stadtneurotiker: „Annie Hall“; Aus dem Amerikanischen von Eckhard Henscheid. Diogenes Verlag. Zürich: 1981.

Eugene Vale: Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernse Fernsehen. Film-Funk-Fernsehen - praktisch. TR-Verlagsunion GmbH. München, 1987, 4. Auflage 1996

Gerhold, Hans: Woodys Welten: Die Filme Von Woody Allen. Fischer Taschenbuchverlag GmbH. Frankfurt am Main 1991.

Rauh, Reinhold: Woody Allen: Seine Filme- sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG. München 1991.

Reihe Film 21: Woody Allen, Mel Brooks.

Sunshine, Linda: Woody Allen: Das Bilderbuch. Kindler Verlag GmbH. München, 1994.

Die Filme: „Manhattan“ und „Der Stadtneurotiker“

[...]


1 Drehbuch „Manhattan“: S.7-11

2 Hans Gerhold: Woodys Welten: Die Filme von Woody Allen. Fischer Taschenbuchverlag GmbH. Frankfurt am Main, Mai 1991. S.118.

3 Drehbuch „Manhattan“: S.55

4 ebenda, S.20

5 Reinhold Rauh: Woody Allen: Seine Filme - sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG. München 1991. S.138.

6 Drehbuch „Der Stadtneurotiker“: S. 48

7 ebenda, S.135

8 Drehbuch „Manhattan“: S. 10

9 Eugene Vale: Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen. Film-Funk- Fernsehen - praktisch. TR-Verlagsunion GmbH. München, 1987, 4. Auflage 1996. S.64

10 Reinhold Rauh: Woody Allen: Seine Filme - sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG. München 1991. S.135.

11 ebenda, S.135

12 Reihe Film 21: Woody Allen, Mel Brooks. S.70.

13 Reinhold Rauh: Woody Allen: Seine Filme - sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG. München 1991.

14 Drehbuch „Manhattan“

15 Drehbuch „Der Stadtneurotiker“

16 Drehbuch „Der Stadtneurotiker“, S. 18.

17 ebenda, S.48

18 ebenda, S.123

19 ebenda, S.144

20 ebenda

21 Reinhold Rauh: Woody Allen: Seine Filme-sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG. München 1991. S.138.

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Bedeutung der Stadt New York / Manhattan in Woody Allens Filmen
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Seminar: Woody Allen
Note
2,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
13
Katalognummer
V106248
ISBN (Buch)
9783640114160
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Stadt, York/, Manhattan, Woody, Allens, Filmen, Seminar, Allen
Arbeit zitieren
Magistra Artium Julia Schröder (Autor), 1999, Bedeutung der Stadt New York / Manhattan in Woody Allens Filmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106248

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